kerze

Kaltgeworden

Dann sitze ich dir im Wohnzimmer gegenüber, zwischen uns eine brennende Kerze. Ich lausche deiner Stimme und betäube deine Fragen. Irgendwann fragst du, weshalb ich mich verändert habe, unerreichbar geworden bin, mich dir nicht öffne, nicht mehr antworte. Ich schaue dich mit ausdruckslosem Blick an, ziehe an meiner Zigarette, halte kurz inne. Dann frage ich, ob es dich interessiert, was ich zu sagen habe, oder ob du nur ficken willst. Du schweigst, dein Blick wird leer oder traurig. Das ist die Antwort, sage ich dir, stehe auf, lege meine Kleidung ab und nichts als meine kalte Haut auf dein Bett.

(Ein Drabble)

© Amy Herzog

Mein Herz im Winter…

Mein Herz erfriert im kalten Winter,
der warme Raum so blau zerbricht,
nur schläft im schwachen Atemzug,
darunter Schnee und Stürme nicht.

Die Risse tief durch Wände ziehen,
und Schutz liegt nur in weiter Fern,
so würde, wenn ich könnte, fliehen,
in Dunkelheit nur schläft der Stern.

Mein Herz erfriert im kalten Winter,
doch eine letzte Kerz‘ noch brennt,
nur wenn die Flamm‘ erloschen ist,
es unterm Schnee ein niemand kennt.

© Amy Herzog

 

 

Neue Kerzen…

So trinke ich vom süßen Duft des Traums, 

und koste dort vom reinsten aller Herzen,

sehr wohl bin ich beflügelt gar berauscht,

vergessen gar die alten Liebesschmerzen,

so ward gestohlen sanft das meine Herz,

entflammt im Traum das deine neue Kerzen. 

© Amy Herzog 

Kerze…

Das lauter Nichts
einer brennenden Kerze
die dort auf einer Stelle tanzt
und nach Verbundenheit sucht..
Um sie herum zertrümmertes Herz
das niemals mit dem Feuer zerrinnt
denn sie badet schon im Schmerz..

 

© Amy Herzog