Brennen

In der See

In der See werde ich ertrinken 
wenn der Tag 
meine Haut vom Knochen löst
und dem weiten Schatten
den der Mond wirft 
werde ich unter der Oberfläche 
entblößt offenbaren
was so lang darunter brennt
und die See
wird darüber ein Lied
komponieren 
das dir sanft bei Vollmond 
die Stirn küsst

© Amy Herzog

Eifersucht

Wütend zerknüllter Liebesbrief
achtlos in die Jackentasche gestopft
ward zu glühender Kohle
und brennt ein Loch durch Stoff
Haut, Fleisch, Herz und Hirn

Qualmend bauen große Städte
den Besitz man gerne hätte
ward der Brief doch einst so rein
sollt er niederbrennend sein

Zerstörerisches Herz lass walten
so lese einmal noch den Brief
die Ehrlichkeit bleibt doch erhalten
und mit ihr warmer Sommerregen
bis in die treue Ewigkeit

© Amy Herzog

Brennen…

Deine Hand brennt auf meiner Haut
wie der Sonnenuntergang
Flammen auf das Wasser spuckt
und rote Steine leuchten Wege
wenn ich mich in deine Fesseln lege
wo mein Herze schneller zuckt

Reicher macht mich nur dein Gold
wenn ich bade, wenn ich trinke
in den Blicken deiner Liebe
schneller atmen summend sinke
bin ich deine – du der mein
still nur sollen diese Stürme sein

 

 

© Amy Herzog

Maske…

Wie kann eine Maske lächeln,
wenn sie aus dem Schmerz erbaut,
wo die Schreie brennend flehen,
doch das Lächeln lacht zu laut.

Wie kann eine Maske lächeln,
schweigend wie ein Grab bei Nacht,
funktionieren wie ein Uhrwerk,
gar zerbrechend noch gelacht.

Wie kann eine Maske lächeln,
wenn das Herz doch einsam weint,
wenn der Sinn in allen Stunden,
nur noch lacht, damit es scheint.

 

© Amy Herzog

Feuer…


in mir lodert ein feuer,

und mich begleitet die angst,

ganz so, als seis ein ungeheuer…

dabei bin ich es selbst die brennt,

sich in der liebe blind verrennt,

den ausweg nicht kennt,

nicht kennen will…

© Amy Herzog

Werfe mich ins Feuer! 


Werfe mich in dein Feuer,

Lasse mich nur Asche sein,

Verstreue mich im Wind,

Er kann mich tragen,

Und ich werde frei sein.

 

Die Hoffnung soll brennen,

Ich will sie nicht mehr kennen,

Dieser Funken, er lügt!

Betrügt meine Sinne,

Keine Wahrheit kann er nennen.

 

Mal dachte ich, du seist ein Anker,

Könntest mich begleiten – sanft

Über die hohe, schwere See,

Aber es brennt nur noch,

Ich gehe unter, es tut weh.

 

Also werfe mich endlich,

In deine hohen Flammen,

Brennend will ich untergehen,

Als Asche – Hand in Hand

Mit dem Wind gehen.

© Amy Herzog

Unbekannt

stumm lächelnd
zweifelnde emotionen
entfachen ungeahnt
lustvolles verlangen

nach unbekannt
berührenden händen
umfassen körper
beginnen brennen

aufgeheizt innig
vertraute berührungen
stillen sehnsüchte
die zuvor nie waren

© Amy Herzog