kalt
das salz drückt
meine seele verstummt
nur ein leiser schrei
nach hilfe summt
mit den wellen
ins nichts
tot
© Amy Herzog
kalt
das salz drückt
meine seele verstummt
nur ein leiser schrei
nach hilfe summt
mit den wellen
ins nichts
tot
© Amy Herzog
Meine lauten Schreie nach Hoffnung,
können nicht mehr gehört werden.
Zu leise sind sie – ich schlafe, leer, taub,
als sei mein Leben aufgebraucht.
Verletzt und voll starker Schmerzen,
bleibt fort der kleine Funken Hoffnung
auf eine kleine letzte Rettung.
Die Luft um mich wird dünner,
während die Erinnerungen an den letzten Kuss
restlos verblassen, mich allein hier lassen.
Im Nichts gefangen.
Mein warmes Blut fließt in Strömen,
und die Schmerzen muss ich nicht mehr spüren.
Am Ende hört es endlich auf,
nichts wird mehr fließen.
Flüchtige Momente bleiben
in Momenten, die sich nicht mehr reimen,
nicht mehr färben, nur grell leise lärmen.
Doch das Leben geht für euch weiter,
dreht sich bunt um Illusionen.
Bin ich doch dort und hier verschwunden.
Ihr Menschen, ihr bleibt bitte heiter
und lebt immer glücklich weiter.
Auch ich werde sein,
nur nicht hier, nicht dort,
Bin ich fort? Ich weiß es nicht – ich schlafe.
Und mag’s sich nicht mehr reimen,
der Rhythmus in mir nicht mehr pochen,
so hab ich mich noch nicht verloren,
bin ich nur für euch verschwunden.
Irgendwann, wenn auch ihr müde seid,
schreit, und nach letzten Lüften greift,
dann werde ich warten,
mit wolkenweicher, warmer Luft,
leise warten und empfangen, flüstern:
Ein Gedicht wird am Ende, selbst hier im Nichts
niemals enden können.
© Amy Herzog
kälte reißt durch meine venen
reines blut gefriert zu stein
sanfter schein in weißer seide
deckt das wahre teufelssein
täglich stirbt ein teil in mir
rastet nur mein herz verlassen
breitet sich die kälte mehr
könnt ich sie doch nur verachten
treibt das kalte tier das böse
in dunkelheit jagt seelen fort
hämisch lachen glutend blicke
bis zum traurigfeierlichen mord
© Amy Herzog
Kälter rauschendes Wasser
Umarmt es mich so sanft
Wird es wärmer bis taub
Und ich werde immer blasser
Kann nicht mehr atmen
Doch ringe nicht um Luft
Ist das Moos um mich herum
Dieser frische Waldesduft
Glänzend weiße Porzellanhaut
Über mir schwebend in der Sonne
Erstrahlt mit letzter Schönheit
Alles beruhigt sehe ich voll Wonne
Mein Leben von nun an ruht
Doch das Leben geht weiter
Um mich herum wächst das Moos
Lebt weiter für mich, habt Mut
© Amy Herzog
Siehst du nicht?
Nur des Monsters Maske
blutet still und schwimmt
frisst tausend Seelen
ehe es zu dir kommt
Hast du Angst?
Durch Fenster zu sehen
hast du Angst?
Könntest du sehen
wie Seelenwunden dahinter
kaum mehr allein stehen
Ich habe Angst!
Das Monster bin ich nicht
sehe dich verschwinden
im äußeren Licht
Nur warten…
kann ich kuschelnd
mit dem Bösen
warten auf den Angstlosen
der in Freiheit begleitet
und Liebe einschenkt
an mich unbetrunkenen
Obdachlosen
Kalt!
ist es hier hinter
frierend warte ich im Sterben
wartend auf dein
warmes Leben
© Amy Herzog
Verliebt in tausend Lichter
scheinen sie nur allzu hell
heller als ich je scheinen könnte
und täglich wird es heller
Ihr funkelnd schönen Lichter
zu Euch bin ich verdammt
bleibt mir doch fern, es schmerzt
hier lieg ich schon gekrümmt
Lasst mich im Dunkel lieben
nur Euch Lichter aufrichtig
lasst mich allein hier sterben
und scheint weiter ohne mich
© Amy Herzog
Die Scherben
die heimlich schmerzen
zerschneiden meine Seele
jeden Tag ein bisschen tiefer
so lassen sie mich sterben.
Die Schmerzen
niemand kann sie sehen
lassen mich innerlich Bluten
– so lang
bis ich irgendwann
nur noch aufgeben kann
© Amy Herzog
Luft.
Atmen, Sauerstoff, Luft.
Wo bist du, Luft?
Umgibst mich nur mit deiner Kraft,
lässt mich schmachten
nach deinem Duft.
Luft, Luft,
wo bist du, Luft?
Schreit zu laut in mir die Lust?
Luft, ich lebe, Luft, ich sterbe!
Sterbe.
Strick, Seil, hänge.
Gehängt im Wald, kalt.
Bitterkalt, deine Luft, du Lust.
Siehst du ihn, den Schleier.
Tiefschwarz, tot getränkt in Blut.
Mein Blut, bin ich tot?
Der Tod, gehängt im Wald.
Ist der Schleier in deinen Worten.
Mir ist kalt.
Kalt.
Luft, kalt, zerfallen alt.
Hänge ich im Wald.
Verblasst in Violett.
Die Luft genommen, die Lust geronnen.
Blut, mein Blut am Boden in Tropfen.
Die Pfützen, ertränkt in deinen Worten.
Im Tod. Der Schleier, getränkt in Blut.
© Amy Herzog
Sie liegt vergraben
unter kaltem Rauch
der erstickenden Leere
geführt ins Endlose
Dort hört sie nichts
und kann nichts sehen
nur regungslos liegen
ohne zu fühlen
Weit hinter dem Rauch
dort schimmern die Lichter
nur lachen sie lauter
über ihr Ersticken
Sie windet sich nicht
und verzieht keine Miene
wartend liegt sie nur da
auf die Gefühlslawine
© Amy Herzog
Einst lebend Fleisch
jämmerlich verwelkt
zärtlichst Schrei im Traum
wie wäre es –
springe in deinen Teich
mein Herr, egal
in deine Nicht-Welt
© Amy Herzog
Der Körper zerfällt
nichts kann man tun
er bellt und schreit
zerfällt weiter
und weint.
Die Glieder geschwächt
sinken tiefer hinab
schlafen allein
langsam und müde
es fehlt jede Kraft.
Die Augen sind schwer
der Blick längst getrübt
gerichtet nach unten
wartend auf Sonne
und ein klein wenig Grün.
Der Kopf noch denkend
an Tage wie schöne
sind sie dahin
für immer geschieden.
Stumm und schwach
frierend allein
wartet der Körper
auf Leben in ihm.
© Amy Herzog
stillstehende momente
jeden halt verloren
das leben sich trennte
kaltherzig verlogen
beinah den atem nahm
schatten darüber legte
wird ihm nun warm
und ich nicht lebte
Kleinigkeiten
Die aus der Fassung werfen..
© Amy Herzog
Nach und nach
verlerne ich es,
zu träumen.
Liege nachts wach
und sehe keine Regenbögen.
Schwarz und kalt
vertreibt das bunt.
Was verbleibt,
ist der Traum erst verloren?
Wird es sein,
als sei ich nie geboren,
oder werde ich sterbend
zurückgelassen?
© Amy Herzog
Dröhnend tönende Laute,
durchfluten meine Hülle,
wie vom Menschen gewollt,
zerfällt die graue Welt.
Und mir wird nun gewahr,
so wie sie einst war,
ist sie dahingegangen,
von Schande überlaufen.
Die wunderschöne Dunkelheit,
befreit in die Ewigkeit,
mit dem letztem Gedicht,
schweife ich durch Licht.
Lebt wohl im Schein,
in des falschen Sein,
ziehe ich von dannen,
durch Gewässer und Flammen.
© Amy Herzog
Hellwach, mit weit geöffneten Augen,
starr blickend in die Dunkelheit.
Auf der Suche nach kleinen Schatten.
Mustere die Wände, wie sich an ihnen
die Bilder des Lichts spiegeln.
Der starke, kalte Wind stößt hinein,
pfeift durch jede kleine Öffnung.
Streichelt sanft meine Haut, ehe er verfliegt.
So mächtig, stirbt. Fühllose Gedanken
kreisen umher, ohne je gedacht zu sein.
Warte nur daliegend auf den Anbruch des neuen
Tages. Kalt. Gestärkt. Mit Energie gebaute Mauern
sind bereit. Mit zufriedenem Lächeln sage ich,
es ist schwer…
© Amy Herzog
Gefallen auf die Seite des Todes.
Der Kampf, er ist vorbei.
Kann nicht weiter.
Bitte sei vorbei.
Saugt mir alles Leben aus.
Was Ihr wolltet, das habt Ihr erreicht.
Seid zu kraftvoll, so scheide dahin.
Gratulation. Ich schlafe. Ruhe.
Denke ein letztes mal.
Fühle ein letztes mal.
In Liebe, die Liebe.
Verloren…
© Amy H.
Innerlich, in der Tiefe
meiner Seele, bin ich ruhig.
Als sei die Entscheidung gefallen.
Denke an nichts, fühle nichts,
bin leer, bin gegangen.
Ist er vorbei, der Tanz?
Springe oder Falle ich
von diesem dünnen Seil,
das so lang meine Heimat war?
Es ist so leicht. Es ist nur einschlafen.
Dann ist es vorbei.
Ich denke, ich falle.
Der Kampf, er endete nicht.
Doch ist da diese Ruhe,
die Ruhe nun bereit zum
schlafen zu sein.
Und keine Angst
fühle ich.
Nichts fühle ich.
Nur ruhe.
Geborgenheit,
Frieden
Und ruhe.
Schreckliche ruhe…
© Amy Herzog