Beichte #23

Mein Waffeleisen ist so ca 40 Jahre alt. Die Temperaturregulierung funktioniert nicht mehr und wenn man sich auf das Lämpchen verlässt, werden sie Waffeln sehr gut durch im Sinne von verbrannt. Man muss also sehr schnell sein.

Das ding ist sozusagen ein Erbstück und ist kann es nicht austauschen. Hab’s versucht. #autismus. Habe ich Angst, dass das Teil aufgrund der irgendwie defekten Elektrik irgendwann anfängt zu brennen und meine ganze Wohnung abfackelt? Ja. Benutze ich es trotzdem? Ja.

Die Waffeln werden gut, das ist die Hauptsache.

Was ist schon guter Sex

Ich meine, was ist schon guter Sex und wann ist er schlecht. Sofern man sich nicht schwallartig Erbrechen muss, sobald man den Anderen sieht und berührt, ist es wohl möglich aufeinander herumzuhoppeln. Technisch gesehen kann man also sagen, dass wenn das Ziel der Befriedigung erreicht worden ist, das Ganze dann gut ist. Oder? Ja, für den ein oder anderen Menschen mag das stimmen. Ein Hoch auf den Reiz von körperlichen Attributen. Und wenn diese Menschen die Heizung voll aufdrehen, hat es sogar etwas Warmes. Aber wirklich guter Sex hat rein gar nichts mit Sex zu tun. Auch nichts mit der Umgebungswärme, einer Technik oder dem Ziel der Befriedigung im Sinne des Orgasmus. Guter Sex entsteht in den Gedanken und endet dort, wie wir einem Menschen begegnen und wie wir ihn behandeln. Guter Sex beginnt mit dem offenlegen tiefer Gefühle und dem Teilen von Ängsten. Sich jemandem zu öffnen bedeutet nicht, die Hose auszuziehen und die Beine breit zu machen. Es bedeutet gemeinsam zu lachen und zu weinen. Es bedeutet den anderen Menschen so anzunehmen, wie er ist, es bedeutet zuzuhören und ehrlich zu sein. Es bedeutet die Dinge zu lieben, bei denen alle Anderen die Hände über’m Kopf zusammenschlagen. Und auch das zu respektieren, was wir nicht gut finden. Vertrauen darin zu haben, dass es unerheblich ist, ob wir müde sind, krank oder der Raum zu kalt ist. Es bedeutet sich so nahe zu sein, dass es heiß wird, ohne sich gegenseitig zu berühren. Guter Sex beginnt nicht bei einem geilen Arsch, dem jeder hinterherglotzt. Und Liebe auch nicht.

Guter Sex beginnt in den Abgründen, die niemand sehen will.

Beichte #22

In letzter Zeit habe ich nen krassen Hass/Ekel vor meinen Händen. Grund ist nicht so wichtig. Jetzt gerade mag ich meine Hände aber seit einer Weile wieder, selbst wenn es nur kurz ist. Sie machen Kunst. Gehen in die mysteriöse Mixtur und klatschen sie auf die Leinwand.

Ein stiller Krieg

Meine Beharrlichkeit in allen Ehren, sie ist nichts als ein stiller Krieg zwischen dem Drang mehr zu tun und der durchaus vorhandenen Erkenntnis, nichts mehr tun zu können. Ich kann nicht sagen, dass aus dem Nichts nicht auch Materie werden kann. Alles um mich herum, alles was ich sehen und nicht sehen kann beweist, dass aus dem Nichts alles entstehen kann. Oder vielleicht bereits entstanden, nur für mein Auge nicht oder noch nicht sichtbar geworden ist, während ein unbelehrbarer Schriftsteller eine Liebesgeschichte über die Hoffnung für die Hoffnungslosen schreibt. Den stillen Krieg also in allen Ehren. Obgleich er nicht weiß, wofür er eigentlich noch so beharrlich kämpft. Irgendwann hat irgendwer das erste Schwert erhoben und seitdem kreuzen sich die Klingen stumm. Zwischendurch bricht ein Stück aus mir heraus, hier und da bleibt eine Narbe, die meisten davon sind nicht sichtbar. Und doch sind sie alle da.

Einen langen Text habe ich darüber geschrieben, wie diese Geschichte weitergeht. Weitergeht und endet. Alle in mir legten ihre Schwerter nieder, ließen den Kampf los und philosophierten über das Aufgeben und nicht Aufgeben. Sind wir, bin ich ein Mensch der aufgibt, wenn er den Krieg beendet? Und warum reißt mir eben dieses niederlegen der Klingen das Fleisch von den Knochen? Wir bewegen uns also in einem Raum, der keiner Logik folgt, ein Raum, der alles und nichts zugleich ist oder sein kann & was genau dieser Raum ist, das weiß auch niemand. Er ist einfach nur da. Zu viel und zu wenig. Das bin ich. Ich bin einfach nur da. Die Beharrlichkeit in allen Ehren. Den langen Text darüber, wie diese Geschichte endet, habe ich gelöscht. Die Klingen kreuzen sich stumm bis zum letzten Stück. Die Summe meiner Teile im kleinsten Raum. Ich

Autismus Erfahrung: Wie fühlen sich Berührungen an (persönlich & möglichst detailliert)

Dies wird ein sehr persönlicher Beitrag, in dem ich meine Wahrnehmung zu unterschiedlichen Berührungen (mit verschiedenen Menschen und Situationen) erklären möchte. Zwar habe ich darüber schon mal geschrieben, aber hier möchte ich meine Wahrnehmung detailliert darlegen.

Zu erst kann ich sagen, dass jedwede Berührung mit großer Anstrengung verbunden ist. Dazu zählt im Grunde alles, was meine Haut berührt. Kleidung, Wasser, Menschen, Creme, Wind, Dinge die ich berühre, usw. Alles eben. Außerdem ist meine Körperwahrnehmung gestört, insbesondere was die Intensität von Berührungen betrifft & Hitze/Kälteempfinden.

Je nach Tagesform kann ich Berührungen besser aushalten. Es kommt drauf an, wie vielen Reizen ich bereits ungefiltert ausgesetzt war. Dazu zählen alle Reize, dabei ist Licht mein Endgegner, wenn man so will. Das ist für mich der schlimmste Reiz (häufig mit Sehstörungen verbunden /als würde sich ein Schleier über meine Augen legen, manchmal sehe ich fast nichts, aber es kommt selten vor, dass es so heftig ist). Auch innere Reize spielen eine große Rolle. Darüber hinaus ist die Löffeltheorie wieder interessant im Bezug auf Reize und Energie.

Ich unterscheide zwischen positiv und negativ empfundenen Reizen. Energie rauben beide, negative aber natürlich mehr, weil sie ggf. zusätzliche Reize (zum Beispiel Ekel, Wut) beinhalten.

Wasser in größeren Mengen mag ich sehr gern, einzelne Tropfen jedoch gar nicht. Meine Kleidung mag ich gern eng anliegend, ich fühle mich dann abgegrenzt, begrenzt als Körper. Jacken mag ich gar nicht, obwohl sie mich ggf. etwas vor Berührungen durch Menschen schützen könnten. Flauschiges mag ich gern, wenn ich etwas sehe, muss ich es berühren. 🙂

Nun, wirklich interessant wird es aber, wenn es um Berührungen mit/durch Menschen geht. Da gab es eine Zeit in meinem Leben, da mochte ich das gar nicht, wusste aber nicht weshalb. Und mir ar durch Beobachtung anderer Menschen immer klar, dass das nicht normal ist. Natürlich wollte ich normal sein, weshalb ich mir verschiedene Berührungen durch Menschen aufgezwungen habe. Das waren allesamt schmerzhafte Erfahrungen. Unterm Strich hat es aber dazu geführt, dass ich diese nun besser ertrage. Die mentale Gesundheit leidet jedoch darunter.

Zufällige beabsichtigte und unbeabsichtigte Berührungen durch fremde Menschen sind für mich absolut negativ und mit hohem Stress verbunden. Ich fühle mich beengt, bedroht, angegriffen. Teilweise mit physischen Schmerzen. Manchmal reagiere ich böse darauf, gehe die Person verbal an. Meist dann, wenn die Person die Möglichkeit hätte, Abstand zu halten. Zum Beispiel wenn jemand an der Kasse mal wieder meint, kuscheln zu wollen. Das ist absolut vermeidbar. In einem vollen Zug kann niemand etwas dafür. Das Gefühl ist für mich nicht anders, zumal bei Berührungen auch immer weitere Reize vorhanden sind (Gerüche zum Beispiel, ich hasse starkes Parfum, am liebsten gar keines oder nur sehr sparsam)

Auf meiner Körperoberfläche fühlen sich Berührungen an wie ganz viele kleine Nadelstiche, mal mehr, mal weniger spitz. Sanfte Berührungen empfinde ich schlimmer. Berührungen durch fremde sind immer extrem schlimm. Von diesen kleinen Nadeln gehen kleine Blitze aus, die durch meinen Körper schießen.

Bei Menschen, die ich gern habe, die auch mich gern haben kann es dadurch oftmals abweisend meinerseits wirken, wenn ich keine Berührung zulassen kann. Das liegt jedoch nicht an der Person, sondern daran, dass ich den damit verbunden Reiz nicht ertrage. Obgleich er positiv wäre, würde er mir Energie abverlangen, die ich nicht mehr habe. Und das kann im weiteren zu einem Shutdown/Meltdown führen.

Wenn ich aber genug Energie habe, dann mag ich diese Berührungen. Bestenfalls mit Ankündigung. Einen unangekündigten Stromschlag bekommt schließlich niemand gern. Einen angekündigten vermutlich auch nicht. 😉 Für mich macht es das aber nicht nur erträglicher, sondern sogar für eine gewisse Zeit angenehm. Damit ich mich dabei wirklich wohl fühle, mich auch dabei wohl fühle, den physischen Schmerz zu ertragen, muss ich diese Person wirklich sehr gern haben & ich brauche großes Vertrauen. Auch das Vertrauen darin, dass meine Grenzen akzeptiert und bestenfalls sogar von der Person eigenständig erkannt werden. Auch Unterbrechungen, Pausen, sind häufig nötig.

Es tut mir seelisch weh, wenn dies fehlinterpretiert wird. Zum Beispiel ablehnend. Denn so ist das nicht gemeint. Wenn dem so wäre, würde ich das verbal kommunizieren. Es handelt sich nur um eine Pause, weil es zu überwältigend ist.

Ich nutze Berührungen durch Menschen die ich mag aber auch als Stimming, bzw. als Resetknopf. Denn wenn ich zum Beispiel zu große innere Reize habe, helfen mir diese Berührungen manchmal diese zu überlagern. Sex ist dann tatsächlich ein Hilfsmittel, ein Körper auf mir, der mich fest umschließt. Das beruhigt das vegetative Nervensystem, fährt es herunter. Dazu habe ich etwas ausführlicher schon in einem anderen Beitrag geschrieben. Das Gefühl wird so intensiv, dass mein Körper dieses nicht mehr erträgt und nicht mal mehr einen Meltdown zustande bringen kann. Der Körper gibt auf, wie ein Computerabsturz.

Ich mag es sehr die verschiedenen Berührungen zu ertragen. Aber ich brauche generell danach eine unterschiedlich lange Pause. Daher entstehen durchaus auch Tage, wo keine Berührung möglich ist. Tage, in denen ich mich noch mehr zurückziehe, als ich es ohnehin bereits tue. Aber an solchen Tagen mag ich auch den geistigen und /oder intellektuellen Austausch sehr gern. Manchmal mag ich aber auch gar nichts, weil ich eben zu viel mit mir selbst beschäftigt bin.

Generell mag ich keine sanften Berührungen. Das fühlt sich für mich stechend, kitzelnd an. Mein Körper steht unter noch mehr Strom, als bei festen Berührungen. Mein Stim ist dabei, dass (hauptsächlich) meine Hände zu zittern beginnen und sich meine Handgelenke verkrampfen. Das kann ich nicht unterdrücken & auch das ist sehr schmerzhaft. Bei Berührungen durch fremde Menschen passiert das nahezu immer. Und natürlich macht mich das wütend! Ich möchte keinen Schmerz aufgezwungen bekommen durch fremde Menschen!

Der Vorteil an diesem Empfinden für mich ist der, dass ich sehr genau direkt weiß, ob ich einen Menschen ertrage oder nicht. Und die andere Person kann es daran erkennen, ob ich nur gelegentlich zurückschrecke, ausweiche, oder ob ich am liebsten die Augen auskratzen würde. 😉 Kleiner Scherz, ich werde oft nur ziemlich frech. So frech, dass ich schon einigen Leuten den Tod gewünscht habe. Unter normalen Umständen würde ich mich so nie verhalten. Das ist keine schlechte Erziehung. Kein ungezogen sein. Und ich bin auch kein Mensch mit schmutzigem Vokabular. (doch eigentlich schon, aber nicht auf diese Art) Der Reiz ist einfach so extrem, dass er sich so entlädt.

Leid tut mir das übrigens nicht. Denn wie gesagt bezieht sich das auf Situationen, die absolut vermeidbar gewesen wären. Man stellt sich vor, dass Gesicht und Intimbereich die Intimzonen darstellen. Niemand möchte dort ungebeten oder von Fremden random berührt werden. Mein ganzer Körper ist eine Intimzone. Und alle drücken dagegen, streifen daran vorbei, pieksen mit ihren Nadeln. Und niemand sieht darin ein Problem.

Und falls jemand denkt „stell dich nicht so an“: Ich spreche über meine Behinderung. Das ist nichts, was ich wegzaubern kann. Das bin ich. Mein Körper, mein Gehirn, mein Nervensystem funktioniert so. Niemand ist daran schuld. Auch ich nicht. Ein wenig mehr Achtsamkeit täte allen gut.

Alles in allem fällt es mir schwer das genaue Empfinden zu beschreiben. Falls Fragen bestehen, die immer gern stellen.

Beichte #21 bisschen auskotzen.

Sage öfters Dinge, die verletzend ankommen. Aber ganz Ehrlich, eigentlich meist nur, weil Menschen das Gesagte nicht wörtlich nehmen, sondern alles mögliche hineininterpretieren. Wenn ich zum Beispiel beim Hosenkauf sagen würde „der Schnitt passt nicht gut zu deiner Körperform“, dann versteht mein gegenüber Dinge wie „mein Körper ist unförmig, ich bin fett, hässlich auch & nichts passt an meinen deformierten Körper“ & dann hängt sich die Person in der Umkleide an der unpassenden Hose auf. So, oder so ähnlich. Da werden Dinge verstanden, die ich nie gesagt habe.

Autist:innen, verstehen Sprache nicht als ganzen Satz, sondern jedes Wort für sich.

Oder auch meine häufigen Fragen nach einem warum. Warum machst du dieses, warum jenes. Das wird häufig als Vorwurf verstanden. Ein Vorwurf, den ich nie gemacht habe. Wollt bloß wissen warum. Insbesondere wenn es um Veränderungen geht. Jede Veränderung ist Stress & löst eine ganze Reihe von möglichen Szenarien/Fragen in meinem Kopf aus. Da ist es leichter einfach zu fragen.

Eigentlich ist meine Kommunikation sehr simpel. Hab trotzdem kaum noch Lust mit Leuten zu reden und bin in letzter Zeit sehr nonverbal. Ist mir einfach zu viel.

Auch bin ich in letzter Zeit sehr wütend über eine Sache. Zwar möchte ich nicht als behinderte Person wahrgenommen werden, weil das auch leider meist damit einhergeht, nicht ernst genommen zu werden. Aber ich bin ein Mensch mit Behinderung, mit Einschränkung. Und jedes Mal, wenn ich meine Grenzen übertrete, um anderen in den Kram zu passen, kostet es mich sehr viel Erholungszeit. Ich bin quasi seit Jahren im Burnout. Es macht mich wütend, wenn Menschen Kenntnis von meiner Behinderung haben, aber demonstrativ drauf scheißen. Aber auch wenn ich mich in der Öffentlichkeit bewege und zum Beispiel mein Bezugsstofftier in der Hand habe oder mit einem Stimmingtoy rumspiele werde ich angestarrt wie das achte Weltwunder. Und das von Menschen, wo ich einfach nur denken kann, dass ich in meiner linken Arschbacke mehr Grips habe, als die im ganzen Hirn. I know, das ist fies und ein Vorurteil. Und auch eigentlich nicht mein Niveau.

Hab dann manchmal einfach sehr gehässige Gedanken, weil es mich einfach so wütend stimmt. Ich bin es so leid. Vor allem, weil das alles so leicht sein könnte. Ich hasse unnötiges verkomplizieren. Immer dieses von oben herab. Und das es mich genau auf die Selbe Schiene treibt, macht mich noch wütender. Oftmals spreche ich die Gedanken auch laut aus. Ein Wunder, dass ich noch nicht auf offener Straße verprügelt wurde. Kann mich gut mit Menschen anlegen.

Ich halte so oft meine Klappe, schlucke das meiste einfach runter. Oder Lüge, verbiege mich, damit es anderen passt. Bin da so unfassbar ausgebrannt. Denke immer öfter, dass es besser für mich ist, in meiner Freizeit, und davon habe ich sehr viel, mit keinem Menschen mehr in Kontakt zu treten. In keiner Weise. Ich brauche das nicht. Wenn, dann will ich gerne. Aber brauchen, nein.

Gesundheits & Krankenpflege 1894

Muss ich einfach direkt zeigen! Gerade auf nem Trödelmarkt gefunden und gekauft. Ich liebs soo sehr! Ein Fachbuch für Gesundheitspflege aus dem Jahre 1894. Könnt flennen vor Freude…soooo toll 😍😍😍

Beichte #20

Versteh das idealisieren von Menschen nicht. Auch nicht die rosarote Brille. Das wie verstehe ich. Die Abläufe im Körper. Versteh nur nicht warum. Was bringt das. Führt doch zu nichts. Ist sinnlos. Dann mag man einen Menschen doch nur, wie man diesen gern hätte, aber nicht den, der er ist. Und wenn man wieder klar sieht, hat man Zeit verschwendet.

Dann lieber direkt den ganzen Scheiss sehen und den gern haben. Oder halt nicht.

Mag es auch nicht, wenn man mich idealisiert. Dem kann ich nämlich nicht gerecht werden. Und das will ich auch gar nicht.

Mehr Staub

Du findest mich wieder –
deiner Berührung nachfühlend
als die Sehnsucht, die Welt
abrupt still standen

& alles zu Staub zerfiel

Du erkennst mich –
an der Sehnsucht nach
mehr Staub

© Amy Herzog

Fick Ich.

Ich   existiert   n i c h t. 
Niemand kann Ich lieben. 

                                       		Wir sind anständige Menschen. 
						Menschenmöglichstmenschlich. 

Ist es nicht wahr, weil Ich es nicht sieht?
Wenn der Morgen grau ist,
was ist dann I c h? &
ist es nicht wahr, weil du Ich nicht siehst? 

					Sehe deine Haut, aber dich nicht nackt. 

Hauptsache das Geschlecht kann noch 
anständig zucken, wenn wir sonst so regungslos 
gesittet durchs Leben sterben. 
& immer mehr Sehnsucht nach Sonne. 

Leer & Kalt, oder Lüge 
& Schmerz

					& die ertrinkende Fliege 
					in deinem Kaffee
					zieht ihre letzte Bahn. Schnell. 

Wir sind anständige Menschen. 
& pflanzen weiteren Anstand fort.  	Also fick Ich.
							        Ich will Existenz. 
							        Weil Ich […]




© Amy Herzog 

Autismus: Spontanes Anekdötchen zum Uncanny Valley Effect

Hab ja letztens HIER einen kleinen Autismus-Beitrag dazu verfasst. Nun, und gerade ergab sich ein kleines Whatsapp-Gespräch zwischen meiner Mama & mir, was genau dazu passt.

Ich frage sie, was sie von einem neuen Profilbild hält. Das mache ich immer, weil sehen ja auch Arbeitskollegen & so & bevor ich da irgendwas komisches hochlade 😀 Nun, ich schicke das Bild und warte kurz.

Sprachnachricht kam zurück. Erst mal lachen. Ok. Und dann kamen auch Worte. „Also irgendwie sehen deine Augen immer n bisschen Wahnsinnig aus. Wenn ich dich nicht kennen würde, dann hätte ich Angst vor dir“

Gott, wie viele Bilder ich machen muss, ehe ich denke, dass mein Gesicht/Mimik vielleicht menschlich aussehen könnte. Aber Wahnsinn liegt ja durchaus in der menschlichen Natur, also geht das klar. 🙂

Beichte #19

Das Training tut mir verdammt gut. Einfach, weil ich dann mal nicht nachdenke. Ca. 4 mal die Woche ins Fitnessstudio, manchmal mehr, zu Hause täglich auch noch 1-2 Stunden Sport. Hüftumfang -7cm, 3 Wochen nach der letzten Messung. Mein Ruhepuls ist auf unter 60 gesunken. Find ich gut. 60/70% Kraft 30/40% Cardio. Und ich mache das nur für mich. Auch meine Essstörung (atypische Anorexie) ist besser. Klar, immer mal auf und ab, aber im allgemeinen besser, nicht gut, aber besser. Da möchte ich aber keine Zahlen und auch sonst nichts zu sagen. Hab mir den Kalender gestellt, der mich ans Essen erinnert. Klappt gut. Ich bin da schon etwas stolz auf mich. Vor allem, weil ich trotz innerer Abgründe funktioniere, stark bin, stärker werde.

nicht Ich

Kann nicht denken
an Ich

Zu viele male
von Tür zu Bett & nicht
& dann die Distanz
zwischen deinen Worten
reichen mir nicht
den Wein

Trotz aller Bewegung stehen wir
still und verbrennen
allein
Flugzeuge oder Schmetterlinge
mit einem Drink
zur Nacht

Kann nicht denken
an Ich
& dann sind wir zu Ende
in Tränen beim Sex
an nichts verschenktes Sein

denk Du an mich

© Amy Herzog

Beichte #18

Auch wenn’s meistens nicht so wirkt: Ich liebe mich. Mit allen Macken, die ich so habe. Eigentlich sind’s nur Macken, innen und außen. Ich liebe jede davon. Was andere über mich denken ist mir egal. Bin nicht darauf angewiesen, dass mich jemand mag. Brauche nur eine Bestätigung. Meine.

Es kann nicht lyrisch werden

Es kann nicht lyrisch werden. Es kann nicht, wenn es sich anfühlt wie Dünnpfiff im Darm und Verstopfung im Hals. Und diese Herz auf Schmerz Reimpisse ertränkt sich selbst in Delirium und Schüttelfrost, während sich Unbekannt 1.odt – OpenOffice Writer darüber totlacht, dass mir die Worte fehlen. Schweigend natürlich, schweigend. Und die Lichtschimmer zwischen meinen Fingern, behutsam berührt. Dann treibt es mir ein Lächeln aufs Gesicht und drückt die Tränen tiefer in die Magengrube. Hämatome zählen und Gefühle scheißen. Dehydriert. Der ohrenbetäubende Geruch von Verwesung fließt durch die Flure und ich ziehe den Schleierhut Richtung Beton. Die Zeilen ertränken sich selbst und die Ordnung der Gedanken gleich mit. Zitternde Hände, zitternde Knie, zitternder Körper. Schriftgröße sechzehn, damit es so groß aussieht, wie es sich anfühlt. Und dann wirkt doch alles nur wie eine einzige große Lüge, oder wie viele kleine Lügen, die in geselliger Runde Dynamit zum Nachtisch servieren. Einsturzgefahr küsst meine Ohnmacht in den letzten Albtraum. Und ich will mich ja evakuieren, aber es kann nicht lyrisch werden. Es kann nicht, weil es so kalt ist. Und brennt.

[hier Gefühl einfügen]

fließendes herz
wachs & verbranntes kind
in deinen nächten
kratzt & lahmender puls
verliert sich ich
zerfällt der anfang an den tod

und weil sie plötzlich so kalt sind
wie zerstreuter zigarettenrest
in deiner brust
treibt dich die liebe
in den nächsten kalten schoß

© Amy Herzog

Autismus Erfahrung: Bissl Plauderei und der Uncanny Valley Effect

Kommt jetzt nicht viel, weil mir dafür die Konzentration fehlt. Trotzdem interessant für jeden, der Näheres recherchieren möchte.

Bin den meisten Menschen, die ich kennenlerne, nicht sympathisch. Einige haben sogar Angst geäußert. Na, ich bin zwar Irre, aber im Grunde auf ne liebenswerte Art. Zumindest hab ich noch niemandem etwas getan. Gedanken und böse Flüche zählen nicht, oder?

Nun, es gibt ne einfache Erklärung dafür. Das liegt am Uncanny Valley Effect. Eine Bezeichnung, die aus der Robotik stammt, sich aber wunderbar auf neurodiverse Personen, Autist:innen anwenden lässt. Weiteres dazu lässt sich im ominösen Internet nachlesen. Die Kurzfassung ist, dass es dabei um möglichst real wirkende Roboter oder auch animierte Figuren aus Filmen & Games geht. Menschlich wirken.

Dann kommt ein Autist mit gar keiner oder der falschen und gestellten/maskierten Mimik daher und ist eben ein solch menschenähnlicher Roboter. Naja, nicht wirklich, selbst wenn es sich oft so anfühlt. Aber ich bin schon ein Mensch. Ein Mensch mit Gefühlen und der Unfähigkeit, diese zu verbalisieren/in der Körpersprache zu zeigen, wie es neurotypische Menschen machen. Nett ausgedrückt könnte man auch sagen, dass ich gelegentlich hölzern wirke. Desinteressiert, ablehnend, in mich gekehrt. Und wie manche ebenfalls denken – dumm.

Dabei ist es eigentlich ganz leicht. Auf gezielte Fragen kann ich gut antworten. Diese Fragen zu stellen ist eher schwer. Als kleines Beispiel werde ich in letzter Zeit sehr oft gefragt, ob ich meinen Partner lieben würde. Nun, die Frage ist nahezu unmöglich zu beantworten. Denn wer diese Frage stellt, definiert Liebe höchstwahrscheinlich anders als ich es empfinde. Und wenn ich mit ja antworten würde, dann würde mein/e Gesprächspartner/in diese Information mit seinem/ihrem Verständnis von Liebe verknüpfen. Besser wäre die Frage „wie liebst du deinen Partner“ oder „wie zeigst du deinem Partner deine Liebe“.

Aber zurück zum Thema. Dieser Effekt sorgt dafür, dass man auf nicht autistische Menschen gefährlich, angsteinflößend, gruselig, etc. wirkt. Das ist nicht näher zu definieren. Es ist einfach ein Gefühl, ein Unbehagen. Das – gepaart mit den Einschränkungen in der Kommunikation sorgt dafür, dass man einsam krepieren wird. Und wenn das nicht genügt, schreckt mein Humor ja noch ab. Ja, das mit dem einsam krepieren war ein Witz. Aber ein Witz, in dem durchaus ein Funken Wahrheit steckt. Es ist eben nicht einfach Menschen zu treffen, die nicht nur über all das hinweg sehen, sondern einen dafür auch noch gern haben. Also nicht „ich mag dich trotzdem“, sondern „ich mag dich weil“

Ehrlich gesagt bin ich aber, obwohl ich ein Mensch bin, der niemals aufgibt, gerade ein Mensch, der das Aufgeben lernt. Verschlossener denn je und ziemlich kalt. Was das Roboter-Dings dann auch nicht besser macht. Na, also entweder liegt es am Uncanny Valley Effect oder ich bin einfach wirklich kacke. 😉

Verfall

Überall pulsiert das Leben
– nur meine Augen
so trocken wie die letzte Ernte
aus Kiesgruben Dürre
gefühlte Liebe
oder den glänzenden Schimmer
des langsamen Verfalls
dann wieder kalt
& unter der Sonne eines Fremden
haucht der Wind einer Blüte
noch etwas Leben ein

© Amy Herzog

Steinfrucht

Albtraum verlogen
& ich wollt, er wäre wahr
verschlucke meine Sprache
& hinterlassene Fingerspuren mit dem
abendlichen Gebet
die Nacht frisst von meiner Haut
den frisch gemähten Rasen

Tränen erwachen wie neuer Frühling
Herz & flirrende Hitze
legen sich über meine Wahrheit
der ausgesäte Stein
in meiner Brust
trägt die Früchte, die du liebst
& erbrechen sich im Licht

© Amy Herzog

Flucht

Legst dich nackt nach Innen
außen denkt die Furcht
ein zitterndes Reh in die Scheinwerfer
deines Lebens
so müde Schatten träumen sich an deine Wand &
decken das Dach neu in blau

-soll doch wirken
warm schlucken deine Lügen
kotzen neue Knospen vom Grauschleier
deines Bildschirms
bittere Säure in das Bett

& dein welkes Fleisch
dann doch so brüchig zart darunter
flüchtig suchst du Zweifel
durch ein Nadelöhr
hach & flüchtend gibst du
dich darin auf

© Amy Herzog

kleines Herz

Schreie, kleines Herz
& kalte Haut
verdrängtes lieben, Eis und Staub

Zwischen vertrockneter Tinte
& dem rasenden Puls im Schreibmaschinenrhythmus
brechen Äste & Wolken starren mich ins Leere
selbst wenn ich noch tief ersehne
schreie ich den Wald
& blaue Venen

Verdrängtes lieben, Eis und Staub
schrei‘ lauter, Herz
sei endlich taub

© Amy Herzog

Sodium

Lebst du
weil du rennst
selbst wenn du ruhst
du menschlicher Mensch, Narben
& Liebe doch verdammt
noch fühlst

Nacktes Fleckenherz im dunklen Wald
hinter dir ein Rudel hungriger
Angst der Nähe wegen
& sitzt noch auf deiner Bettkante der
abgestandene Geruch
ihrer & dein totgefahrenes Wort

Lebst du
weil du rennst
selbst wenn du ruhst
rennst du davon
& ertränkst dich im Abendgebet
in Sodium, Freiheit
und Kältetod

© Amy Herzog

Endgültig

die Nacht dringt tiefer
als dein nasses Glück auf meiner Haut
& darunter liegt nichts weiter
als leeres Papier das
noch immer darauf wartet
beschriftet zu werden
weil ich mich sonst nur tiefer in dir
und mich selbst
verlieren

will

© Amy Herzog

Dickpics.

Na ich weiß, man kann die Männer zu den Bildern inzwischen anzeigen. Aber das ist mir zu langweilig. Und überhaupt – blocken geht schneller.

Stattdessen finde ich die Idee gut, die Teile zu sammeln & ne hübsche Collage draus zu machen. Und die Männer können sich selbst dann darauf suchen, wie auf nem alten Klassenfoto.

Beichte #15

Hab die letzten Tage mal wieder über die Liebe nachgedacht & dabei konnte ich eine Erkenntnis gewinnen.

Menschen, die ich im laufe meines bisherigen Lebens geliebt habe, wirklich geliebt, habe ich nie aufgehört zu lieben. Das sind insgesamt 5 Menschen. Erfreulicherweise sind die meisten davon auch noch ein Teil meines Lebens.

Für diese Menschen würde ich alles tun. Egal was. Ich weiß, das sagt man so. Vieles ist immer nur daher gesagt. Leider. Naja.

Und eine weitere Sache konnte ich per Zufall gut erklären. Wer hätte gedacht, dass die Kuchenstücke aus dem Mathe-Grundschul-Unterricht mal nützlich sein würden?!

Wie ich die romantische Liebe für mehrere Menschen zeitgleich empfinden kann: Also. Oft haben Menschen dafür wohl einen Kuchen wie mir scheint. Dieser Kuchen stellt 100% dar. Und liebt man nun zwei Menschen, steht man vor einer Entscheidung- wer bekommt mehr Stücke? Naja, und ich empfinde es so, dass ich mir einfach einen zweiten Kuchen backen kann. Der ist genauso gut. Genauso 100%. Verstehen kann das vielleicht nur, wer es so empfindet. Aber das mit den Kuchen find ich gut. 🙂

Nichtsbedeutend

Seine Haut ist kalt und rau
ein Stöhnen das mittelmäßige Buch
auf dem Grabbeltisch
& sein Atem erinnert mich
an das Schweigen auf einer Beerdigung

Sein Fleisch ist das eines Nutztieres
-Mittel zum Zweck
die kalte Asche, die in einem vergessenen Aschenbecher
am Bahnhof auf den Wind wartet

Angewidert

© Amy Herzog

ewig regen, ewig leben

Regen schnürt die Erde
sagt Welt
& hält sich fest
an dir
weil sonst nichts lebt, sagst du

Du hältst den Drink
schweigender Mann hinter verregnetem Fenster
lebst die Leere durch den Tag
& ein schlaffes Herz
in die Nacht

Wir werden ewig leben
Regen
Regen
Regen

© Amy Herzog

Beichte #14

Man sagte mir vor 17 Jahren (verdammt, ich bin so alt..) schlechten Männergeschmack nach. Ich kann schon längst bestätigen. Und obwohl ich keinen speziellen Typ habe, mir also total Latte ist, wie der Typ aussieht und ich auch noch keinem begegnet bin, der ganz besonders gut aussehend war, lässt sich ein Muster erkennen, welches in diesem Zusammenhang nicht einmal mir selbst aufgefallen ist, sondern, wie soll es anders sein, einem Typen. Abweichungen sind zwar möglich, aber eines haben sie tatsächlich alle gemeinsam. Sie haben gewaltig einen an der Klatsche. Na inzwischen eben so sehr, dass ich den schlechten Geschmack zweifellos bestätigen kann. Was soll ich da sagen. Jeder hat ne Schwäche. Des isch meine.

Unaussprechlich

Unaussprechliche Gefühle
kippen in die Innenseite meines Blickes
-trüb
treibt der Rest
wie morsches Geäst einsam aufs offene Meer hinaus
& ergießt sich im ewigen Regen

Tauchen, laufen,
triefen
noch am schwarzen Grund
in Liebe, Dreck und Algen kriechen
fließen schon so lange keine Tränen mehr

Treibe nur, & fühle
atme meinen Durst der Nacht
& kaltes Meer

© Amy Herzog

Beichte #13

Der Gedanke in wenigen Monaten endlich ein Theremin zu besitzen ist das Einzige, was mir gerade noch etwas Freude bereitet, bin da sehr ungeduldig. Man, das ist soo teuer. 😦 Hab schon gefühlt jedes Video, unabhängig der Sprache, zu dem Thema auf Youtube geschaut, alles gelesen, was ich finden kann, recherchiere immer weiter. Ach und ich mache Fingerübungen. Ich fühle es so sehr. So entsteht ein neues Spezialinteresse. 🙂

Naja, die Gedanken daran bereiten jedenfalls als die Einzigen gerade etwas Freude. Na, und die ca. drei Stunden Sport täglich sind auch angenehm, weil ich da an gar nichts denke.

Ein leeres Blatt & eine weiße Wand

Dann starre ich stundenlang eine weiße Wand oder ein leeres Blatt Papier an, den Stift in der Hand und im Begriff all das aufzuschreiben, was ich gerade denke, was ich empfinde. All das aufzuschreiben, was gerade so unfassbar schlimm ist. Dass was wütet, kratzt, frisst und zerreißt. Tiefer und tiefer sinken meine Gedanken, die Sonne geht auf oder unter. Wer weiß das schon so genau, wenn das Wetter so grau ist. Das leise Brummen des Computers gegen den rauschenden Wind hinter den Fensterscheiben. Und mittendrin ich – starrend an die weiße Wand, den Stift noch immer in der Hand, das Blatt noch immer leer. – Du müsstest etwas tun – denke ich irgendwann. Irgendwas. Egal was. Und bevor ich aufstehe und „etwas tue“, falle ich wieder in meine Gedanken zurück. – Du musst sie aufschreiben – sage ich mir, mit dem Stift in der Hand. – Jetzt musst du, jetzt, wo es doch so schlimm ist, dass du es kaum aushältst. – Aber diese Starre, nichts als Starre, weiße Wände, ein leeres Blatt und der Stift in meiner Hand, der einfach nur um des halten willens gehalten wird. Und irgendwann wache ich auf, starre auf mein leeres Blatt und überlege, an was ich eigentlich gedacht habe. Da muss doch etwas gewesen sein, denke ich. All diese Stunden des Nachdenkens. All diese schlimmen Stunden, von denen ich zu Beginn noch dachte, dass ich sie nicht überstehe. Aber nichts. Nichts. Nichts als ein leeres Blatt und eine weiße Wand.

Beichte #12

Mochte mal meine Augenfarbe sehr gern. Inzwischen sieht es irgendwie leer, tot aus. Find ich nicht mehr so schön und beim Blick in den Spiegel manchmal sogar irgendwie gruselig.

Mochte auch mal meine Eigenschaft beständig in allen möglichen Dingen, Gefühlen und Menschen gegenüber zu sein. Sehe aber ein, dass das nicht wirklich in diese heutige Zeit passt und oftmals stimmt diese Eigenschaft daher partiell traurig.

Nebelnacht

Straßen malen
den Untergang der Sonne
& irgendwo weine ich
-die Erinnerung
zieht Fäden in den zerfallenden
Abend, gefühllos
die Kälte

Nebelnacht
durchzieht den üblen Nachgeschmack
von zahllosen Lügen
& Herz lacht
-pocht rhythmisch in den nächsten
Winter und ich blicke
begreifend hinaus

Augen zeichnen SOS
& wieder leer
Scherben kratzen den Asphalt
Regen lacht & morsches Holz in mir
ich klopfe dich ab
Nacht

Und träume erst im nächsten Winter
wieder von dir

© Amy Herzog

starre

wer

Starre in der Luft
sprachlos
schwebt die Zeit an meinem Blick
vorbei und ich wo
bin … / und wo bist dann du
wenn nicht hinter selbst errichteten Mauern
was ist dann wahr
wenn selbst der Himmel eine Lüge ist
so atemlos
was ist dann noch Mensch
wenn nicht wir
und wer sind wir eigentlich
wenn schon lange nicht mehr echt

wo bist du
wenn du nicht weißt, wer

© Amy Herzog

Das Gefühl, jemandem den man gern hat, gleichgültig zu sein fühlt sich so an, als wollte man seine zerbrochene Lieblingstasse zusammenkleben wollen – mit Wasser.

Beichte #10

Erinnere mich immer an die letzten Worte, die mir zugetragen werden. Frage mich dazu manchmal, ob die Personen gern etwas anderes gesagt hätten, wenn es, nun, die wirklich letzten Worte waren, die möglich gewesen wären.