Kälte

Die Augen…

Die Augen können nicht mehr lachen,
ich seh‘ die Sonne nicht aufgehen,
wie im Meer aus tausend Fragen,
werde ich in der Nacht vergehen.

Die Augen können nicht mehr fühlen,
meine Seele wohnt dahinter nicht,
durch kalten Winter schweigend nur,
seh‘ ich am Ende nicht das Licht.

Die Augen spüren keine Wärme,
du, mein Licht, du bist nicht hier,
beinahe hätte ich gespürt,
wie aus Kälte wird ein wir.

Die Augen können nur noch schreien,
ich schreib es durch die Worte blind,
die deine Sprache sprechend nicht,
ein Schweigen weht zum Schluss im Wind.

 

© Amy Herzog

Zimmer…


Und wird es uns einmal zu kalt,

Die Sicht dort draußen viel zu klar,

Wir nicht mehr sehen, wer wir sind,

Und nur noch das, was gestern war.

 

Dann suchen wir ein warmes Zimmer,

Wo wir uns immer wieder finden,

Die Kälte, sie wird draußen sein,

Während wir uns an Träume binden.

 

Und wird es uns hier drin zu heiß,

Dann ist das hier kein ’nur für immer‘,

Es ist ein Traum, ein Zufluchtsort,

Nur unser kleines warmes Zimmer.





© Amy Herzog

Welches Wort?

Dein Wort, das mich gefangen hält,
es summt ganz leise im Wind,
das Hirn bleibt leer, das Herz so schwer,
es ist das Wort, wo Gefühl beginnt.

Will dieses Wort nicht bei mir sein,
wohin geht dann das warme Herz,
schwimmt im Rauch mit kaltem Nebel,
was ihm dann bleibt, ist kalter Schmerz.

Doch nimm dein kleines Wort zurück,
und ist es noch so unerträglich,
dein Wort soll sein in seinem Glück,
zum Schluss doch: welches Wort eigentlich..?

 

© Amy Herzog

Vertrocknete Farben…

Wir lernten uns kennen,
wo niemand sich je kennen kann,
begannen doch zu brennen,
bevor der Regen begann.

Malten unsere Bilder,
ohne noch die Farben zu sehen,
und doch wurden sie wilder,
zugleich ohne Leben.

Tauschten tiefe Worte,
vertrauten ohne zu Vertrauen,
erkannten keine Orte,
und konnten dort nichts bauen.

Wir lebten im Schwarz,
im alles verschlingenden Nicht,
malten uns die Farben aus,
die sein könnten im Licht.

Doch während wir malten,
brannten wir heißer,
sahen weder Baum noch Garten,
und das Nichts wurde weißer.

Die Zukunft kam an,
und mit ihr die Erkenntnis,
dass Seelen am Friedhof,
nur warten aufs Begräbnis.

Das heiße Feuer erlosch,
und mit ihm auch wir,
nur die Farbe noch grinste,
verstohlen, trocken im Hier.

© Amy Herzog

Herzgedanken… 


Steht man zu den Herzgedanken

Sollte man sie nicht bekriegen

Spricht man Worte immer aus

Wird im Leben man auch siegen

 

Schaltet man Gedanken aus

Grenzt sie ab auf die Distanz

Bleiben Worte ungesagt

Schwinden die Gefühle ganz

 

Sind sie einmal gänzlich fort

Bleibt die Seele ewig kalt

Schwindet Herzenswärme nun

Ist man jeden Tag nur alt



© Amy Herzog

Kalte Seelen…

 

Die kalte Seele

Schwebt sinnlos umher

Trinkt Herzblut aus Gläsern

Und fällt der Verdammnis hinterher

– Wartend auf wahre Wärme

Menschlichkeit, Küsse und Nähe

Unter tausend kaltkristallen Seelen

Doch so schnell sie alle fallen

(Und keine Wärme fängt)

Warten am Ende nur kalte Krallen

Welche die Seelen in Einsamkeit

Auf Ewigkeit gefangen halten

© Amy Herzog

glänzender Regenbogen
im Springbrunnen strahlt
hell über den großen See
wartet der kühle Wind
in den kleinen Wellen
auf winterlichen Schnee

© Amy Herzog

Frieren unter Decken…

*

Liege unter vielen Decken
Heizung steht auf hundert Grad
Doch ich friere zitternd müde
Könnt mich doch nur jemand wecken

Hier schlafe ich so tief und fest
Meine Lider sind zu schwer
Lieg ich einsam in der Schwärze
Blickend nur aufs leere Bett

Könnt nur etwas Wärme Spenden
Mein Herz sich wieder heben lässt
Licht in meine Seele bringen
Doch es regnet schwarze Tränen

© Amy Herzog

Erinnerung an Feuer…

Sind wir blaues Eis
Kalt und grauer Stein
Schlagen wir zusammen
Versinken im warmen Wein

Zartes rot erhitzt
Lodern wir in unserer Lust
Verschmelzen im Feuer
Löschen unseren Durst

Einen kleinen Moment
Der sinnlichen Liebe verfallen
Sind wir nicht mehr hier
Wir sind vergessen

Sprudeln wir über
Bevor wir wieder erkalten
Als Feuerwerk brennend
Zu Steinen verwandelt

Bleiben wir kalt
Erinnerungen leuchten
An die feurige liebe
In kalten Herzen


© Amy Herzog


 

kaltes Herz…

*
Es geht und geht nicht weg
Doch der Augenblick vernichtet
Verbleibende Gedanken drehen sich
Zu schnell, im Kreis – um dich
*
Reißt sich tiefer durch meine Seele
Schmerzen hast du hinterlassen
Ich, ich kann mich nicht mehr fangen
Und breche innerlich zusammen
*
Du, dein bitterkaltes Wesen
Hast mich so fest in deinen Fängen
Das du ein warmes Herz hättest
(das wünsche ich…)
Und mich vor deiner Kälte rettest
*
© Amy Herzog

Vergangene Worte…

Wärmende Worte
die liebevoll schienen
schenkten reich Hoffnung
und linderten die Schmerzen

Was ist geblieben
die bittere Erkenntnis
die Worte waren
nicht weiter
als Leere

Kalte Stille
vermissen der Worte
waren sie noch so leer
sie linderten Schmerzen
die nun stärker scheinen
als je zuvor

© Amy Herzog

Rette diese Leidenschaft…

Der letzte Zigarettenrauch,
zieht durch die kalten Lippen,
hockend in der Ecke wartend,
in die Leere starren.

Die letzten Tränen in Kristall,
sie sind schon längst vergossen,
kann ich des Wassers rauschen,
noch immer lauter hören.

Ist das Feuer schwach erfroren,
gänzlich wird es ausgeloschen,
so zeige schnell dein heißes Blut,
verbrenne mich mit deiner Glut.

Wird es hier nur immer nasser,
– doch kämpfe –
vertreib das Monster Wasser,
rette diese Leidenschaft,
verbrenne sie mit deiner Macht.

© Amy Herzog

Frieren…

Wohin mein Weg auch gehen mag
folgen mir kalte Winde
durchwandern wärmende Kleider
und stimmen frierend müde

Meine Augen weit geöffnet
suchend nach deiner Wärme
halte mich fest in deinen Armen
nimm mich unter deine Decke

Lasse mich nicht mehr los
ich will nicht mehr frieren
geben wir uns küssend hin
in Wärme wir uns lieben

© Amy Herzog

Kalte Gleichgültigkeit…

Versteckt hinter endlos zahllosen Masken,
verbirgt sich dahinter nichts,
nur Kälte in großen Massen.
Sie lauert leise darauf,
dich anzugreifen
und dich langsam
zu fressen.
Mitgefühl
kennt sie nicht.
Für sie bist du nur
ein winzig kleiner Wicht.
Der Kälte, der ist alles egal,
für sie bist du nichts, nur Spielzeug,
das Gleichgültigkeit spielt und nichts bereut.

© Amy Herzog

Liebe…

sehen, fühlen wie sie,
die menschen.
lieben, blind, einfach so
auf wolken schweben.

nichts als kälte,
hinter jedem wort.

© Amy Herzog