ende

Adieu

Hach,
immer nur Enden
Adieu
in der Stille
aber
irgendwann
fahre ich aus der Haut
bevor mich
der Himmel zwingt

© Amy Herzog

4 minuten

und jetzt ist alles wortrauschen
und mondsichel
genau zwischen kuss
und dem verschwitzten atemzug
war ich vier minuten
relevant in dir

und die totgeklatschte fliege
am nassen fenster
ist irgendwie trauriger als sonst

© Amy Herzog

lache das Ende ein

Meine Haut
dünn
wie Papier
entzündet mit jedem Funken
Hoffnung
doch
nur ein Ölbrand
aus Lügen
egal
und etwas Charme
ich vergesse zu denken
aber zucke noch
gelassen mit den Schultern
dabei lache ich
mein Ende
ein
bevor es begonnen hat
– ich weiß.

© Amy Herzog

Aufhören

Moos wächst
auf meinen Worten
und Schwalben nisten sich ein
die Hoffnung sitzt mit gelassen baumelnden
Beinen auf der morschen Planke
ich höre auf durch dich durchzuschauen
– diese ausdruckslosen Blicke
weil es da draußen
nur noch leichte Fingerspuren
glattgeriebene Gedanken
und Nebelschwaden
für mich gibt

© Amy Herzog

Nichts auf meinen Lippen

Nichts auf meinen Lippen
und in meinen Händen nur Staub
aus grauem Herz
und zwischen.Menschlichkeit
mein Puls flüstert müde
in knisternd streichelndem Herbstlaub
ein Blatt halte ich
und gieße dich darin auf
wie den Tee vor der Dunkelheit
damit ein bisschen Wärme
aus meinem Mund
und Glassplitter in meine Ferse
fällt und fließt und sticht
ich wünsche wieder
nichts auf meinen Lippen
und einmal nur ein kleines Herz
das nicht so klirrend bricht

© Amy Herzog

glauben

geräuschlos
jagt laut und tief
der an fang
nach j e d e m ende
in mir
-serviert
mir deine Lüge
damit ich
still
an etwas glauben kann
ich weiß nicht
w o r a n
wenn nicht an dich
dann an …

© Amy Herzog

Ich bin gegangen.

Du kannst mich nicht studieren.
Ich bin gegangen.
Hautlose Knochen sitzen
und schweigen im Rhythmus
von Grasgeflüster.
Den kalten Kuss geschenkt
nur ein Lächeln
liegt verstaubt in deiner Hand.

Du kannst mich nicht mehr lieben,
denn das Wahre ist gegangen
und schaut nicht zurück.

© Amy Herzog

Meine Enden

Habe meine Enden gesehen, dem Tod persönlich die Hand gereicht, ihn umarmt. Er macht mir keine Angst. Nicht so, wie die Lebenden, diese lebenden, erbarmungslos unterkühlten Wesen, diese Lebenden. Für ihn habe ich die Wohnung geputzt. Habe mich frisiert, die Nägel lackiert. Ja, sogar den Kühlschrank gefüllt. Habe die Sonne ein letztes Mal auf mein Gesicht scheinen lassen und sie genossen. Habe mich von ihr verabschiedet. Und schaute nicht zurück.

Da war keine Trauer, keine Verzweiflung, keine Wut, kein Gefühl, kein Schmerz, ja nicht mal die Liebe. Weder Kälte noch Wärme. Es war völliger Stillstand. Ruhe. Ruhe vor dem Sturm. Kein Ende sollte mein Ende sein. Als hätte der Tod nicht nur das, was ich gesehen hatte, in meinen Augen gesehen, sondern auch das, was ich noch sehen muss, bevor er mir das Ende gewährt. Was ich sehen muss, das weiß ich nicht. Vieles habe ich seither gesehen. Und in meinen Augen kann man es lesen. Eine Bibliothek, die das Mark in den Knochen verbrennt, sobald man sie betritt. Meine Fragen, diese vielen Fragen, sie werden leiser mit der Zeit, mit dem, was ich sehe. Nur was ich noch sehen muss, diese Frage steht oben. Sehen oder Fühlen. Erleben. Wie viele Enden noch. Oder liegt darin ein Anfang?

Es ist nicht der Tod, der mir Angst macht. Es sind die Lebenden und das was ich noch von ihnen sehen muss. Und das, was es noch mit mir machen wird, wie es meine Augen verändern wird, wie sie mir die Pigmente aus den Augen ziehen. Verblassen. Wieder etwas heller sind sie, die Augen. Und die Seele voll Furchen. Ich höre das Lachen, es ist nicht so, dass ich es nicht hören würde. Ich ignoriere es nur schlicht und ergreifend. Und es ist nicht so, dass ich nicht hinschauen würde. Ich schaue nur lieber Richtung Sonne, falls ich mich verabschieden muss, dann von ihr.

22 30 Ende

zweiundzwanzig Stunden lachen
dreißig Minuten reichen mir nicht aus
hab’s kurz gespürt
und wieder an der Angst gerührt
zu lieben
verstecke mich dahinter
fühle, fühle, fühle
und hasse es
dafür

hasse dich
aber gerade ein bisschen mehr als sonst
kurz den Tod gewünscht
und bereut

schwer mir einzugestehen
wofür ich so früh aufgestanden bin
und bin nicht gut darin, etwas zu beenden
nicht zu brennen
was in Flammen steht

lerne schweigen
hab’s mir von dir abgeguckt
mit banalem Wort
und mitten im Satz ein kleines
Ende

© Amy Herzog

ewige Nächte

kippe Benzodiazepine auf mein Bauchgefühl
bis mein Kopf in den Seilen hängt
sehe rosige Wangen und tropfenden Mond
es duftet nach zeitlosen Laken, Staub und Hunger
der mich durch ewige Nächte gleiten kann
und ich traue mich nicht zu fragen
ob die Ewigkeit ein Ende kennt
denn wohin mich auch die Seile tragen
ernährt mich dieser Mond in jedem Kuss

© Amy Herzog

albtraum

Sehnsucht malt in die Nacht
– du albtrügerisches Zaubermärchen
im luftleeren Raum
und für den Moment halte ich den Atem an
wünschte, ich könnte es ewig
doch erwache ich dem Traum und trauere darum
wie Angst in mir tanzt
(und mein Skelett pulverisiert)
mich beinahe selbst verloren zu haben
liegt im Ende erst der gnadenlose Anfang
wenn Verzweiflung ein neues Bild
mit einem Blick
aus Nachtsternen formt

© Amy Herzog

Realität / Traum

Kurz Realität
Gardinen aufziehen
und Fakten reinlassen
die Oberflächlichkeit
brennt mir die Augenbrauen
schmeckt abgestumpft
und hinterlässt Laufmaschen
auf meiner Zunge

Ziehe die Gardinen wieder zu
und putze Träume der letzten Wochen
von haarig-gewordenen Zähnen
das Fell allein spendet keine Wärme

__________________________________________

Der Traum schmeckte
nach Kokosnuss am Strand
und nach Sand zwischen den Zehen
wie endlose Zeit auf einer Decke
am Rand des Wassers

Und nach süßer Melancholie
zu jedem Nachtisch
weil ein Leben am Ende zu kurz ist

© Amy Herzog

Ein letzter Kuss

bei der Obduktion
findet sich vielleicht noch ein wenig Herz
das sich zu spenden lohnt
und Haut
für neue Narben
überall wieder neue Narben
die blauen Augen möchte niemand haben
sie haben zu viel gesehen
und während ich im Wartezimmer darauf wette
nur um mich selbst zu verlieren
verrottet im Sarg etwas
woran ich mich festhalten muss
und hätte ich noch einen letzten Atemzug frei
würde ich dich küssen

© Amy Herzog

Ende

Der Dolch
inmitten meiner Brust
ist unvermeidlich

Dem elendigen Schmerz
so tief wie der Marianengraben
stopft er das Maul
gesellt dich zu den Geistern
die mir meine wunde Seele rauben

Endlich kann ich glauben
unsere letzte Nacht
fand Ende
ich schließe sie mit einer Brosche
und vernähe die blutende Geschichte
mit deinen Wimpern

© Amy Herzog

Nachtisch

Die Zukunft liegt in verstaubten Urnen
mein Mittelfinger wiegt den Ringfinger in den Schlaf
und gewinnt das Spiel
ich kleide mich in Diamant
und werfe mein Ende in dein Augenglas
das sterbende Lächeln
wird in einer dunklen Ecke ein letztes mal Liebkost
zum Nachtisch gibt es exquisite Tränen
aus Herzblut und Rizin
und heute Nacht verstopfen wir die Rohre
mit der gottverdammten Liebe

© Amy Herzog

(k)lippe

hab mir die lippen blutig gebissen
und hab’s nicht mal gemerkt
stoß mich runter, liebster
na los, festfest, mit einem ruck
ich verspreche, ich schaue nicht zurück
und bitte versprich du es mir auch
mit letztem kuss von der klippe
dann ist es vorbei, endlich

vorbeivorbeivorbei

ich bin zu feige
du nur eine konsequenz

© Amy Herzog

Kaltes Herz


Suche nichts, mein Liebster
was nicht gefunden werden kann
kein Kompass ist dein
und die Sternbilder blenden
mein Herz in der Truhe
am Grund des tiefschwarzen
schimmert nur an der Oberfläche
anmutig salzigblautürkis
dein Herz aber muss schweigend still
zwischen den Welten verloren
gehen, leiden, enden
wenn’s mein erkaltetes Herz
schlagend finden will

© Amy Herzog

Die einzig wahre Muse

Du aber bleibst meine einzige
– die wahre Muse
trinkend aus deinem Äther
weil dein Herz so lieblich klingt
in blutroten Küssen
und der Scherbenschnee
sanft meine Haut umschließt
wenn ich es zerbreche
dieses unerbittlich schlagende
in abertausend Enden
mir doch den Anfang schenkt
wenn der große Mond
die Erde küsst

© Amy Herzog

liegen

46/79
scheintot
aber mein Puls kämpft
mit Extrasystolen ums lieben
und wenn’s verschwiegen
ein Ende finden kann
dann bleibe ich
endlich
liegen

© Amy Herzog

Winter


mit einem einzigen Winter
gefriert das Herz und zerbricht
wohl brechen Scherben zauberhaftes Licht
berühren jedoch, kannst du es nicht
und so schnell der Winter
auch von dannen zieht
ist es dein blutend warmes Herz
das kein Heim und kein Licht mehr sieht
wenn die gleißende Sonne
den Meeresspiegel ins Ende küsst

© Amy Herzog

Jähes Ende

Die weißen Blüten jener zarten
Pflanze, da am Wegesrand
wird wohl ewig warten
auf ein lang ersehntes Licht
und wenn dann auch
mein Kampf um dieses laute
in mir zehrend’s schweigen bricht
so wird’s noch vor dem Anfang
ein jähes Ende nehmen
für dich und mich

© Amy Herzog

Was bleibt ist die Kunst

Du warst nicht mehr jung, aber so richtig alt warst du auch nicht. Auf jeden Fall warst du zu jung für das Ende, aber Krebs kennt eben kein Alter. Viel hast du darüber nicht erzählt, höchstens mal beiläufig erwähnt, wie eine kleingedruckte Randnotiz. Wir redeten über Mythen, über Blut und Geschichte und Kunst. Und irgendwann redeten wir nicht über das Ende selbst, sondern über ein Leben im Ende. Und wie es ist, dieses in völliger Einsamkeit zu erleben. Trotz allem warst du der glücklichste Mensch, den ich kennenlernen durfte. Und nach all den vielen Jahren denke ich immer noch beinahe jeden Tag an dich, obwohl ich dich kaum kannte. Ein Künstler warst du, und so wie du es wolltest, lebt deine Kunst weiter. Wenn ich also sage, dass ich noch immer an dich denke, dann denke ich zum Beispiel an dieses große Gemälde, das du geschaffen hast. Vermutlich landete dies nach dem Ausräumen deiner Wohnung in irgendeinem Container. Und wer weiß, bestenfalls wurde daraus ein Blatt Papier, auf das ich morgen schreibe. Oder aber es landete als recyceltes Toilettenpapier in irgendeinem Klärwerk. Manchmal wünschte ich, ich hätte noch eine Fotografie von deinem Gemälde, um es der Welt zu zeigen. Aber es existiert nur noch in meinem Kopf. Und beinahe täglich gehe ich daran vorbei und lasse mich davon überwältigen. Wie grau-grün-schwarz-rot-Töne ineinander verschwimmen und eine starke Gestalt vor dem Ende zeichnen, nackt, als hättest du die Ehrlichkeit und die Wahrheit neu erschaffen. Ein aufrechter Mensch in gebückter Haltung. Ob du dich wohl selbst porträtiert hast? Ein Jammerlappen warst du jedenfalls nie, selbst dann nicht, als der Krebs dich mehr und mehr fraß. Durchlöchert war dein Leib, deine Seele aber schwebte stolz über allem. Und so redeten wir weiter über Kunst, über das Leben und über die Selbstverständlichkeit. Nach einem Sinn hast du nie gesucht, hast ihn nicht gebraucht. Und obwohl wir nie über das Ende selbst geredet haben, so spürte ich, als deine Worte immer mehr wurden, dass es irgendwann mitten im Satz enden würde. Und so war es dann auch. Plötzlich warst du weg. Doch gefehlt hast du mir seither an keinem einzigen Tag. Manch einer fände das töricht, du aber würdest sagen, dass das Leben weiter geht. Und so ist nun auch. Das Leben geht weiter, so wie dein Gemälde weiter lebt. Und es lebt wahrhaftig, wenn ich daran vorbeigehe und kurz innehalte, lebt es mehr als zu deinen Lebzeiten. Ich glaube, damit hättest du leben können. Und ich habe zu danken, dafür, dass ich dich begleiten durfte.

Januarwind

Dein frostiger Januarwind
malte mir zyanotische Finger
und kroch in tagelanger Gänsehaut
unter unsere beheizte Decke
so wie ich ausgehungert
blind und taub und stumm
meinem Winterschlaf entging
warst du es bis ans Ende
der den Wind einfing
um den Frühling zu begrüßen
bis der Hunger schweigt

© Amy Herzog

Liebe(lei)

Tausend Enden geben wir uns hin
und tausend Enden sterben wir
meine verbotene Frucht
ist nur eine Liebe weit entfernt
die süßen Tränen trocknen
auf deiner pfirsichweichen Haut
den Anfang haben wir verlernt
mit dem Ende streifen wir
gebrandmarkt durch Garten Eden

© Amy Herzog

Anfangsmondlicht

Versteck dich nicht mein Liebster
im Mondlicht sehen wir alle gleich aus
und er kommt, er kommt gleich
um uns zu holen, damit wir uns finden

Schäme dich nicht mein Liebster
deine dunklen Narben sind mir Kunst
und im lilafarbenen Schimmer
meiner Hämatome sonnen wir uns

Und fürchte dich nicht mein Liebster
die Klingen zerschneiden Fäden
die wir uns auf unsere Lippen Nähten
doch wir brechen unser Herz nicht

So lasse dich fallen mein Liebster
meine Wunden bedecken nur das Ende
ich zeige dir den Anfang des Mondes
und gleich nimmt er uns mit nach Haus

© Amy Herzog

braun-blau

Gold fließt aus braunen Augen
und zeigen mir den Herbst
wie trockenes Laub
umherwirbelt, verwoben
tanzend toben durch den Tag
und am Abend vorm Kamin
in zärtlicher Unendlichkeit
ineinander verschmolzen

Und Himmel liegt in blauen Augen
treibend im Gold und Salz
das aus unseren Poren fließt
wird braun und blau zum Mond
so siehst du wie der Regen fällt
auf dem ein suchender Frühling
nach nie enden wollenden Reisen
endlich Glückseligkeit erhält

© Amy Herzog

Dein inneres Kind

Im Zweifel meiner Neugier
bist du ein Schatten
auf der Suche nach dem Licht
das dich besser sieht
als du dich selbst

So flieht dein Leib
das innere Kind
weil große, starke Männer
nun mal nicht so sind

Und bleibt dir nur ein Wort
keine Schulter, kein Schoß, kein Weib
nein, dein Leib bleibt Schatten
und Sehnsucht, die bis an’s zähe Ende
an deiner wunden Seele reibt

© Amy Herzog

Dein Ende

Wolke, sei mein Anfang
trage mich durch den Wind
lass dich atmen, tasten, schmecken
auf dir räkeln, in dir strecken

Mach mich frei

Oh, schließe deine Augen, Wolke
und ich öffne dir mein Heim
kannst mich atmen, tasten, schmecken
und ich verspreche dir
es wird dein süßes

Ende sein

© Amy Herzog

Einmal noch (immer)

Immer einmal noch
folge auf leisen Schritten
von Freude bis Gelitten
durch die Nacht

Amnesiegetränkte Worte
zeichnen deinen Schatten
im Vollmondlicht
Windig ist die Nacht
trägt Flüstern in Orte
denen ich glaubte
doch sie hielten mich nicht

Verloren an der Gabelung
dunkellinks, dunkelrechts
renne wieder zurück
und ende
(wieder)
im Nichts

© Amy Herzog

Offenbarung

Ich lebe im Wort
nur im Anfang ist Nichts
stört die Stille meinen Schrei
die in der Nacht erstickt

Papier zeichnet lauten Sturm
die Seiten tonnenschwer
mehr, immer mehr
Leer.

Ich lebe zum Ende
blutverkleckst auf Seite zehn
kann ich atmend, schwebend steh’n
die Offenbarung endlich seh’n

© Amy Herzog

Der letzte Satz.

Menschen sterben Tag und täglich,
und alle sind sie irgendwie tot,
vielleicht schon morgen etwas näher,
doch heut‘ das letzte Abendbrot.

Bleibt es immer nur ein warten,
wenn’s am Ende ist zu spät,
doch das längste was wir haben,
bleibt die schönste Realität.

Wo wirst du zum Abend essen,
wer sitzt neben dir am Platz,
lebst du warm wie an der Sonne,
hört die Lieb‘ den letzten Satz?

 

© Amy Herzog

Symphonie

Von der Erde zum Licht
nur ein mal, ein mal spür‘ ich’s nicht
höre ich, nur höre ich
aus qualmenden Rädern gezählt
die Lieder hab ich ausgewält
aus hausgemachter Melancholie
das Glück, das Glück, das seh‘ ich nie
doch bleibt mir meine Symphonie
versickert auch das Licht
sowie ich noch zur Sonne Blick‘
der letzte Spiegel fällt – zerbricht
und Asche deckt mich zu

 

 

© Amy Herzog

Ende..

 

die ganze Welt wirkt plötzlich starr
wo selbst der Wind verweht kein Ton
und auch kein Haar als wenn nichts ist
bin ich mir fremd und niemals wahr
die Reise hier das Ende findet
und nichts mehr vermisst..

 

© Amy Herzog

Am Rande des Abgrunds…

Tränen um Tränen, sie seinen geweint,
doch Gedanken verwehen im Wind,
dort hinten noch suchet und spielt es gebannt,
mein Herze, mein inneres Kind.

Die Seele doch schreitet den Abgrund entlang,
ein Spaziergang am Rande des Lebens,
tief noch ein Blicke den Wolken geschenkt,
doch das Licht dort, es scheinet vergebens.

Die Tränen, sie trauern dem Herze nicht nach,
sie weinen bloß, dass es noch schlägt,
die Frage, die mir dieser Wind noch gebracht,
warum er mein Haar dort noch trägt?

Der Blick weicht der Ferne vom Nebel versperrt,
doch der Abgrund so schwarz und so tief,
ein ewiges Fallen im zeitlosen Loch,
wo keiner mehr hört was ich rief.

Keine Lichte, kein Sturme, als sei es okay,
wird die Seele so leicht in dem Wind,
ich rufe zum Schlusse mein törichtes Herz,
komm springen wir, inneres Kind.

© Amy Herzog

Wo ist der Anfang und wo ist das Ende?

Wo ist der Anfang, wo ist das Ende,
wann erlöst mich die rettende Wende?
Mein Kopf, noch steht er seinen Mann,
und fragt ob mein Bauch kämpfen kann.

Nervös und laut erschlägt mein Herz,
voll Panik, doch woher der Schmerz?
Aus meiner Stirn tropft Schweiß aus Eis,
als stünd‘ darauf, was mein Herz weiß.

Zweifel kitzeln durch die Nerven,
könnt ich nur die Angst verwerfen,
lässt mich all das zu schnell laufen,
und mein Kopf kann nur noch rauchen.

Auf den Bauch soll man vertrauen,
doch kann er auch auf Liebe bauen?
Wann erlöst mich die rettende Wende,
wo ist der Anfang und wo ist das Ende.

© Amy Herzog

Frei..

Dort stürze ich ins Leben,
das mir den Wind geraubt,
erdrückt von tausend Tränen,
doch nur dem Traum geglaubt.

So träume ich die Zukunft,
und kann sie doch nicht sehen,
sie schläft in tausend Sternen,
und wird einfach geschehen.

Doch träume ich zum Ende,
als trägt mich kurz der Wind,
könnt ich die Sterne sehen,
und frei sein wie ein Kind.

© Amy Herzog

Gefürchteter Halt.

Und suche ich noch einen Halt,
so drückt die Furcht im Sinn.
Nur flüstere ich immer leiser,
weil ich doch längst zu Ende bin.

Und kam der Tod nicht zu Besuch,
war ich’s ihm niemals Wert?
Doch lächle ich am Ententeich,
bis sich mein Geist verwehrt.

Und suche ich noch einen Halt,
so schreibt mein Füller Licht.
Obwohl ich längst zu Ende bin,
so endet die Furcht nicht.

Und wenn ich mich nicht finde,
der Tod dann mich besucht?
Nur beißen meine Zähne mich,
der Halt doch nur verflucht.

© Amy Herzog

Nun…

Nun…
törichtes Denken
durch Wasser und stumm,
und wenn ich’s noch könnt‘,
würd‘ ich fragen warum.

Nun…
ich schlafe, esse, fühle,
wachse im Regen wohin,
kalt und warm wo ich sterbe,
doch irgendwie macht’s Sinn.

Nun…
das Stück ward geschrieben,
mit der Hälfte vertont,
ich bin gleich der Erde,
doch es hat sich gelohnt.

 

© Amy Herzog

Das ’nur‘-Wort, der Schatten…

Das ’nur‘-Wort bildet den dunklen Schatten,
der in unserem Kopf so breitgemacht wohnt,
er zeigt uns zu oft diese kalte Realität,
kein einziges Herz bleibt je davon verschont.

Er zeigt uns wie klein unsere Worte doch sind,
und wie machtlos wir mit ihnen überleben,
nur wenige Herzen können sich davon befreien,
werden auch wir in der Zukunft mal schweben?

Die Grenzen, die uns dieser Schatten aufstellt,
lässt er mich bis zum Ende nur weinen?
Oder wird dieses ’nur‘-Wort baldig vernichtet,
auf dass wir in unseren Worten verweilen?…

 

© Amy Herzog

Die Augen…

Die Augen können nicht mehr lachen,
ich seh‘ die Sonne nicht aufgehen,
wie im Meer aus tausend Fragen,
werde ich in der Nacht vergehen.

Die Augen können nicht mehr fühlen,
meine Seele wohnt dahinter nicht,
durch kalten Winter schweigend nur,
seh‘ ich am Ende nicht das Licht.

Die Augen spüren keine Wärme,
du, mein Licht, du bist nicht hier,
beinahe hätte ich gespürt,
wie aus Kälte wird ein wir.

Die Augen können nur noch schreien,
ich schreib es durch die Worte blind,
die deine Sprache sprechend nicht,
ein Schweigen weht zum Schluss im Wind.

 

© Amy Herzog