Schnee

An meinen Winter

© Amy Herzog

mein Winter

lebe im winter
haut wie pauspapier
mit deinen bildern auf mir
dein streichholz
zündet
den funken hoffnung
im innern
und verbrennt
mich zur kalten asche
im schnee
blutspur farblos
zwischenwelt schweigt
bis mein winter
schmilzt
tragen schneeflocken
dieses leid

© Amy Herzog

Die einzig wahre Muse

Du aber bleibst meine einzige
– die wahre Muse
trinkend aus deinem Äther
weil dein Herz so lieblich klingt
in blutroten Küssen
und der Scherbenschnee
sanft meine Haut umschließt
wenn ich es zerbreche
dieses unerbittlich schlagende
in abertausend Enden
mir doch den Anfang schenkt
wenn der große Mond
die Erde küsst

© Amy Herzog

Wasser

Deine Augen sind wie Wasser
wie der Nebel um die Abendsonne tanzt
schweigend mit den Fischen schwimmt
und neben Freiheit neue Wege
reißend jeden Berg erklimmt

Deine Augen sind die Stürme
in der Mitte stellst du höchste Türme
noch viel weiter als der Horizont
ist mein Herz die wärmste Quelle
weil es sich unter deinem sonnt

Deine Augen sind die Klarheit
wie der Schnee im letzten Winter
sprühen Funken in die Weiten
und dann ist’s mir plötzlich
als könnt ich in die Ewigkeit gleiten

Deine Augen sind wie Wege
mit den Strömen, selbst gewählte
durch die Wüst‘ ein halbes Leben
mit der Macht zu Brot und Luft
dein Wasser noch zu geben

 

 

© Amy Herzog

Lückenlied….

Der Hagel schlägt an meine Seele,
und klopft dort laut sein Lückenlied,
ein Prasseln bis in die Erkenntnis,
dort wo der Himmel Klarheit sieht.

Der Hagel tanzt in wilden Winden,
und klingt nach kurzen Zeiten ab,
ein ruhiges Lied aus Regentropfen,
sie rieseln bald als Schnee hinab.

Der Hagel, der mich einst geschlagen,
zu weichem Schnee verwandelt taut,
das Lückenlied verschwand im Sturm,
die Schneebrücke sich selbst erbaut.

 

© Amy Herzog

Kalter Kuss..

Wie der Schnee auf meinen Poren,
so der Rauch um Hirn und Kuss,
auch das Herz in meinem Magen,
der noch schwer verdauen muss.

Wie das Eis in meinen Welten,
blau zersplittert schläft das Glas,
nur der ferne Sturm lässt hören,
wie mein Geist erstickt im Gas.

Wie die Wärme in den Bergen,
doch mein Schritt versinkt im Blei,
muss ich stumm im Hier verharren,
doch der Regen tönt den Schrei.

© Amy Herzog

Leblos..

Farbenlos versinkt die Welt,
und ringt um kein Gefühl,
die Seele ward herausgerissen,
das Herz ist alt und kühl.

Taub und stumm erstarrt das Herz,
der Feind ist nicht die Zeit,
doch als das Blatt vom Baume fiel,
versank die Welt im Leid.

Leblos schweigt der Regen noch,
die Wolken tragen schwer,
und meine Welt ertrinkt im Schnee,
die Seele stirbt noch mehr.

© Amy Herzog

Von der Schneeflocke..

So kann ich in die Zukunft blicken,
der Regen spiegelt schon mein Bild,
am blauen Himmel kann ich sehen,
das Wetter wird ganz langsam mild.

Und glitzert neben mir die Pfütze,
so dicht daneben schmilzt mein Eis,
die Ecken werden immer runder,
sie knistern leise, was ich weiß.

So werde ich im Meer verschwinden,
ganz einfach aus dem Weg geräumt,
und all die kuschelweichen Winter,
sie wurden nur von mir erträumt.

© Amy Herzog

Nur der Winter weiß um meine Sehnsucht…

Blaue Augen funkeln nicht im Schwarzen,
wenn der Stern des Himmels mit mir litt,
durch die Schleifen meiner tiefen Liebe,
doch mein Herze pocht mit jedem Schritt.

Und fortan kennt auch nur der graue Nebel,
streichelt sanft im Walde mein Gesicht,
Blicke schweifen schweigend über Berge,
wie an deinem Blatt mein Traum zerbricht.

Nur der Winter weiß um meine Sehnsucht,
wie der schwere Schnee im Fluss versinkt,
fahre leise durch des Glaubens Nächte,
bis mein Herz von deinen Tränen trinkt.

© Amy Herzog

 

Eule & Baum… (1/3)

Ich bin die Eule, tief im Winter,
die Flügel, bitterkalt und schwer,
am Schnabel glitzert eine Träne,
so einsam bleibt die Seele leer.

Ich bin die Eule, auf der Suche,
für den Kampf um Lebenssinn,
in der Schwärze aller Träume,
weiß ich kaum noch mehr wohin.

Ich bin die Eule, finde Wege,
hoch am Hügel steht ein Baum,
Wärme duftet um die Flocken,
tut sich auf für mich ein Traum.

© Amy Herzog

Brennende Sehnsucht…

Des Sehnsucht’s heißer Duft,
zieht mir so fest am Leibe,
tief in die schwarze Kluft,
in Tränen mich gar kleide.

Und wär‘ es nicht vergebens,
so schickte ich den Brief,
mit meinem Herzen Lebens,
wonach ich ewig rief.

Nur stehe ich im Schnee,
am Himmel Sonne scheint,
der brennend Sehnsuchtssee,
für mich im Stillen weint.

© Amy Herzog

Herz in der Truhe…

 

Die Truhe liegt verschlossen hier,

dort unterm Schnee und Eis,

durch weiß verlassene Leere nur,

kein Schlüssel den Weg weiß.

 

In dieser Truhe klopft es laut,

die Schicht aus Eis im Takt,

ein Herz verborgen unter ihr,

so rein doch schluchzend nackt.

 

Das Herz, es suchte nur den Schutz,

und sah die Truh‘ im Schnee,

doch wurden Tränen zu dem Eis,

das diesem Herz tut weh.

 

Doch eisern kämpft es sich voran,

auf dass das Eis zerbricht,

bis jemand noch den Schlüssel bringt,

und endlich strahlt das Licht.



© Amy Herzog

Schneetanz…

Kalt weißer Zuckerschnee
umhüllt uns sanft
und gleitet
durch fliegende Winde.

Wir tanzen leicht
im Traum der Winternacht,
ehe der Traum entweicht
küssen wir uns.

Im liebenden Mondschein
sind nur wir,
wir sind nicht klein
nein, wir wachsen
und wärmen uns.

In dieser Schneesanften
Kälte…

© Amy Herzog

Wärme ohne Schmerz..?

Die Wärme brachte das Gefühl,
der Wind wehte die Liebe mit,
dein Wort am Ende setzte dann,
dem Herzen einen tiefen Schnitt.

Die Kälte fror das Herzchen ein,
es setzte ein der kalte Schmerz,
und als ich dann zu wein‘ begann,
spürte ich gebrochen mein Herz.

Der Schnee rieselte sanft hinab,
und legte sich so schützend auf,
unter der Decke fühle ich nicht,
nehme den Schnitt leblos in kauf.

Das tote Herz, es spürt dich noch,
denn du hängst weiter tief darin,
doch fühlt es diese Schmerzen nicht,
als schenkte Schnee mir einen Sinn.

Schwelgend in der Erinnerung,
sehnt sich nun mein kaltes Herz,
nach deiner Wärme, die es taut,
doch gibt es diese ohne Schmerz?

 

© Amy Herzog

Das kleine Herz…

Die Seele brennt im alten Schnee,
zwei Namen im Sonnenschein,
das kleine Herz, es ruft und springt,
doch funkelt es ganz allein.

Es fallen die neue Flocken schon,
dem eisigen Sonnenuntergang,
es knistert, rauscht im Nebelschein,
aus der Ferne dein Gesang.

Das kleine Herz im Scherbenmeer,
als täte die Erinnerung weh,
doch legt sich samt und weich dazu,
über allem der neue Schnee.

 

© Amy Herzog

Bilder malen…


malen unsere

bilder in den schnee

und bleiben da

in diesen träumen

für immer…

 

bis das leben

erkennt dass der

schnee nur ein

teil des ganzen

so vergänglich

ist…

 

dann rennen wir los

ohne zu denken

und lenken

uns in neue bilder

wer weiß vielleicht

werden diese

wilder…


© Amy Herzog

glänzender Regenbogen
im Springbrunnen strahlt
hell über den großen See
wartet der kühle Wind
in den kleinen Wellen
auf winterlichen Schnee

© Amy Herzog

Warten auf den Schnee…

regen nieselt kühl und sanft
laub, orange, gelb, gold, grün
flattert leicht am körper hinab
so klar und frisch die abendluft

der mond beleuchtet den see
die sonne wird gleich schlafen
im nassen laub ruhig wartend
auf samtweich weißen schnee

© Amy Herzog