wege

Weg

Wer den einen Weg geht
nimmt bei der Hand
die Melancholie
weil der andere Weg
verwehrt bleibt
die Phantasie
treibt an

© Amy Herzog

Wasser

Deine Augen sind wie Wasser
wie der Nebel um die Abendsonne tanzt
schweigend mit den Fischen schwimmt
und neben Freiheit neue Wege
reißend jeden Berg erklimmt

Deine Augen sind die Stürme
in der Mitte stellst du höchste Türme
noch viel weiter als der Horizont
ist mein Herz die wärmste Quelle
weil es sich unter deinem sonnt

Deine Augen sind die Klarheit
wie der Schnee im letzten Winter
sprühen Funken in die Weiten
und dann ist’s mir plötzlich
als könnt ich in die Ewigkeit gleiten

Deine Augen sind wie Wege
mit den Strömen, selbst gewählte
durch die Wüst‘ ein halbes Leben
mit der Macht zu Brot und Luft
dein Wasser noch zu geben

 

 

© Amy Herzog

Blatt…

Beneidest du den Baum
und jedes Blatt
wie es tanzt, Hand in Hand
fällt und schwebend
noch den Glanz des Regens hat

Geworfen in die Luft
bleibt ein lautes Lachen zurück
wie der Ruf zum Essen
fliegst du weiter
fliehst du schneller Richtung Glück

Den Weg kennt nur der Wind
lässt dich tragen
und während dir die Zeit vergeht
wie der Wind auch weiter weht
so stellst du keine Fragen

Nur der Baum trägt neue Blätter
folgen sie dir bald
und selbst im Leichtsinn
mit der Freiheit
wirst auch du noch alt

 

 

© Amy Herzog

Lebenswille

Wie’s schwächelt unterm Busen,
so zittert noch der Mund,
die Sonne brennt zum Gipfel,
doch ich verbleibe wund.

Die Kerzen brennen weiter,
dem schmalen Pfad entlang,
nur in der Ecke kauernd,
verzieht mein Leben bang.

So klingeln schon die Uhren,
verschlafe ich mein Grab,
ich renn‘ sogleich zur Sonne,
des Lebenswillens tat.

 

 

© Amy Herzog

Reichtum. 

Ich bin arm. Vielleicht habe ich deshalb instinktiv keinen Hunger? Es ist zwar nicht so, dass ich mir nichts zu essen kaufen könnte, aber ich habe eben keinen Hunger. Und es scheint mir eine einfache Erklärung zu sein. Ich bin nicht reich. 

Welche Wege führen zum Reichtum? Gute Noten in der Schule. Eine gute Ausbildung. Etwas Glück vielleicht? Ein paar tote Verwandte. Über Leichen gehen. Zur Richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Stets hart arbeiten. Vielleicht auch etwas hochschlafen? Ich weiß nicht. 

Ich brauche kein Geld. Ich möchte reich sein. Geld spielt dabei keine Rolle. Liebe geht durch den Magen.

© Amy Herzog  

Hin- und her (ge)Drabble mit Maccabros, mit den Worten ‚Reich, Ausbildung, Wege‘

Sünde..

Die Liebe, sie ist manchmal Sünde,
nur wenn sie nicht ganz ehrlich ist,
sie zeigt den Weg in eine Zukunft,
wo du nur warm und sicher bist.

Die Liebe, sie ist keine Sünde,
ich glaube so spricht Gott zu mir,
wohin sie mich auch leiten mag,
sie schenkt das Leben jetzt und hier.

Die Liebe, sie ist niemals Sünde,
sie zeigt den Weg zu Glück und Licht,
letztendlich bleibt die Sünde nur,
wenn du vertraust den Worten nicht.

 

© Amy Herzog

Richtung…

Schreien in die selbe Richtung,
schlagen unsere Herzen gleich,
graben selbst die tiefsten Löcher,
schweigen wie ein Fisch im Teich.

Worte fliegen um Gesichter,
Fetzen bleiben stumm bedeckt,
schlafen mit den hellen Augen,
wünschen, dass uns einer weckt.

Irren lautlos durch die Straßen,
winken trüb dem richtigen Weg,
fügen uns den eigenen Löchern,
schleichen einsam dem Abweg.

Schreien in die selbe Richtung,
sind es tausend Löcher wert?
Unsere Seele schläft in Fetzen,
wo sich unser Herz noch wehrt.

 

© Amy Herzog

Eule & Baum… (1/3)

Ich bin die Eule, tief im Winter,
die Flügel, bitterkalt und schwer,
am Schnabel glitzert eine Träne,
so einsam bleibt die Seele leer.

Ich bin die Eule, auf der Suche,
für den Kampf um Lebenssinn,
in der Schwärze aller Träume,
weiß ich kaum noch mehr wohin.

Ich bin die Eule, finde Wege,
hoch am Hügel steht ein Baum,
Wärme duftet um die Flocken,
tut sich auf für mich ein Traum.

© Amy Herzog