träume

trink

Komm,
und trink dich taumelnd
in mein Weltmeer
so komm,
und trink aus Lenden,
Lust und uns
mein ganzes Herz
leer

© Amy Herzog

Nichts auf meinen Lippen

Nichts auf meinen Lippen
und in meinen Händen nur Staub
aus grauem Herz
und zwischen.Menschlichkeit
mein Puls flüstert müde
in knisternd streichelndem Herbstlaub
ein Blatt halte ich
und gieße dich darin auf
wie den Tee vor der Dunkelheit
damit ein bisschen Wärme
aus meinem Mund
und Glassplitter in meine Ferse
fällt und fließt und sticht
ich wünsche wieder
nichts auf meinen Lippen
und einmal nur ein kleines Herz
das nicht so klirrend bricht

© Amy Herzog

[hier aussagekräftigen titel einfügen]

© Amy Herzog

Still

Einsamkeit fällt
am Rande des Rahmens
in meinen Wahnsinn
und bezieht die Nacht neu
unbarmherzig infiltriertes Malignom
du liegst mir auf der Zunge
und wärmst
was abkühlen soll
blute dich
aus meinen dunklen Träumen
damit ich endlich
Badewasser schmecke
sehnsuchtsstill

© Amy Herzog

Angst

In letzter Zeit bist abgelenkt von deinen Gedanken, versuchst sie zu verdrängen, dich in Kunst zu flüchten, in Musik und in deine Arbeit, eine klare Sicht behalten ist die Hauptsache, sagst du dir immer wieder, willst stark sein, dein Kopf sieht das anders, sieht in deiner Hauptsache nur noch eine unbedeutende Nebensache. Deine Bemühungen nur, um dich am Ende wieder in diesen Gedanken zu verlieren, welche dir jeden Tag, den ganzen Tag im Hinterkopf klemmen, fast wie ein Parasit. Diese Gedankenöffnung voll Lust und Tiefe, aber dann diese Gedanken, die du nie wieder fühlen wolltest, weil sie dir einmal zu viel beinahe das Leben gekostet hätten. Du hast Angst, du bist erwachsen, aber du fühlst dich wie ein Kind, das niemand sieht, bist allein mit diesen Gedanken, der Angst. Nein, sagst du dir immer wieder, NEIN! Jetzt wird gearbeitet. Und heute Abend trinkst du dich in den Schlaf und hoffst, in deinen Träumen nicht zu denken, nicht zu fühlen. Hoffst, dort die Angst nicht zu verlieren, die Erde unter deinen Füßen, die dir, wenn du wach bist, sowohl das Leben rettet, als auch nimmt. Jeden Tag ein bisschen mehr.

Es ist zwar kein Drabble (das hatte ich bereits geschrieben), trotzdem sind dort die aktuellen drei Worte von Lyrix untergebracht 🙂 Nur so aus Spaß an der Freud.

Realität / Traum

Kurz Realität
Gardinen aufziehen
und Fakten reinlassen
die Oberflächlichkeit
brennt mir die Augenbrauen
schmeckt abgestumpft
und hinterlässt Laufmaschen
auf meiner Zunge

Ziehe die Gardinen wieder zu
und putze Träume der letzten Wochen
von haarig-gewordenen Zähnen
das Fell allein spendet keine Wärme

__________________________________________

Der Traum schmeckte
nach Kokosnuss am Strand
und nach Sand zwischen den Zehen
wie endlose Zeit auf einer Decke
am Rand des Wassers

Und nach süßer Melancholie
zu jedem Nachtisch
weil ein Leben am Ende zu kurz ist

© Amy Herzog

Wir

Ein dunkler Raum 
in zeitloser Zwischenwelt
rastet in unendlicher
grenzenlos
Poren sickernder
in hingebungsvollen
entblößten Seelenkörpern
durch Ewigkeit

Die Außenwelt zeigt
wie Farben
durcheinander
aneinander vorbei
verlieren und suchen
vermischt
in verbrauchten
Stunden

Wir liegen darin
suchen Liebe, Nähe, Sinn
Bedeutung im bedeutungslosen
Wahrheit in Lüge
und im verschiebenden
verschwiegenen
die Mitte
uns

Wir brauchen nichts
in der Dunkelheit
wir sind wir
wie wir sind
sind wir mehr
Sterne, Ozean, Mond
oder Pfütze

Fragen
die hier nicht
existieren
in der Zwischenwelt
wir sind klein
wir sind die Mitte
wir sind nackt
wir sind eins
wir sind wir

Mitte

© Amy Herzog

Distanz

Wundbrand unter der Haut
es lechzt nach mehr
und pellt sich sichtlich ab
das was du kranke Seele nennst
sind einbetonierte Träume

Spritze mir den letzten Schuss
Sehnsucht in die Venen
und werde zum Fossil
in deiner Hand

Taumele am Ende volltrunken
über deine morsche Distanz
bis nah an den Rand

Blicke hinab
und kann den Himmel seh’n

© Amy Herzog

taumelnd

Die tagelange Schlaflosigkeit
macht mich taumelnd im Kreis
und zurück bleibt nur dieses Sehnen
nach zurückgerufenen Gedanken
die sich gegen dich wehren

Und dein Schweigen schlägt
lauter in meiner Brust
als dein Schreien jemals wiegt
und zurück bleibt nur dieses Hoffen
dass du in meinen Träumen liegst

Zu dunkel spüre ich die Anmut
deiner allumkreisenden Anwesenheit
doch zurück bleiben nur bleierne Lider
wieder wartend auf einen Hauch
sinken meine Gedanken nieder

© Amy Herzog

Anfangsmondlicht

Versteck dich nicht mein Liebster
im Mondlicht sehen wir alle gleich aus
und er kommt, er kommt gleich
um uns zu holen, damit wir uns finden

Schäme dich nicht mein Liebster
deine dunklen Narben sind mir Kunst
und im lilafarbenen Schimmer
meiner Hämatome sonnen wir uns

Und fürchte dich nicht mein Liebster
die Klingen zerschneiden Fäden
die wir uns auf unsere Lippen Nähten
doch wir brechen unser Herz nicht

So lasse dich fallen mein Liebster
meine Wunden bedecken nur das Ende
ich zeige dir den Anfang des Mondes
und gleich nimmt er uns mit nach Haus

© Amy Herzog

Fehlen

Mich kurz dabei erwischt,
dass du mir fehlst
und gehofft,
dass auch du mich suchst.
Dann doch nur
die Hoffnung verflucht,
denn bis zu mir ist’s nicht weit.
Und Zeit ist nur ein Wort,
macht noch längst kein Gefühl.

Starrte noch etwas auf’s Ticken der Uhr,
träumte drauf los, dachte an Liebe,
an mit nach Hause nehmen.
Wurd dann wieder wach
von meinem Leben.
Und denke dran,
dass du mir nicht fehlst,
während die Hoffnung den
Sekundenzeiger unaufhörlich zählt.

© Amy Herzog

Du hörst es nicht…

Leise wird es nur bei Nacht
wenn mein Schweigen spricht
weiße Haare, blaue Lippen
die am letzten Tropfen nippen
doch du hörst es nicht

Regen fällt nur in der Nacht
auch wenn kein Wort entspringt
lautes Klirren, tausend Scherben
die am Boden einsam Sterben
doch du siehst sie nicht

Träume reisen nur bei Nacht
der Schweiß gen Himmel steigt
leere Räume, eng die Schlinge
wie ich um mein Leben ringe
doch mein Mund verschweigt

© Amy Herzog

Träume beweinen.

Wolltest du einmal meine Sprache lesen,
dann würdest du meine Träume verstehen,
und würden dann meine Worte verstanden,
würden sie nicht mit dem Restwind verwehen.

Wolltest du einmal zu den Sternen blicken,
könntest du meine Fragen dort sehen,
sie strahlen und schreien bei Tag und Nacht,
doch möchtest du an ihnen nur vorbei gehen.

Wolltest du einmal meine Liebe hören,
und dich nicht verhüllen im Schweigen,
dann könnten wir mit den Träumen reisen,
und ich müsste sie nicht weiter beweinen.

 

© Amy Herzog (17.12.2015)

Preis…

Wie mich die Sehnsucht
in deine Arme treibt
und ich doch schweigend
stehen bleib
so wünscht ich nur
und Träume still
wie ich doch nicht
mehr weinen will
nur warte ich
erfriere leis‘
und zahl‘ mit
Einsamkeit den Preis

 

 

© Amy Herzog

Fort..

Wollte nie diesem Leben entkommen,
wie benommen, doch entrissen,
hörte ich mit deinem Wissen – bald
das Schärfen der Klingen
im dunklen Wald.

Wollte nie diesem Leben entkommen,
so zerronnen, in den Träumen,
zwischen den Bäumen – die Hasen
konnten auch nicht schneller
um ihr Leben rasen.

Wollte nie diesem Leben entkommen,
doch genommen, meine Seele,
wolltest du, dass ich lebe? – in bunt
gemaltes Bild in Flaschenpost
blieb mein Leben wund.

 

© Amy Herzog

Eule & Baum… (1/3)

Ich bin die Eule, tief im Winter,
die Flügel, bitterkalt und schwer,
am Schnabel glitzert eine Träne,
so einsam bleibt die Seele leer.

Ich bin die Eule, auf der Suche,
für den Kampf um Lebenssinn,
in der Schwärze aller Träume,
weiß ich kaum noch mehr wohin.

Ich bin die Eule, finde Wege,
hoch am Hügel steht ein Baum,
Wärme duftet um die Flocken,
tut sich auf für mich ein Traum.

© Amy Herzog

Frei..

Dort stürze ich ins Leben,
das mir den Wind geraubt,
erdrückt von tausend Tränen,
doch nur dem Traum geglaubt.

So träume ich die Zukunft,
und kann sie doch nicht sehen,
sie schläft in tausend Sternen,
und wird einfach geschehen.

Doch träume ich zum Ende,
als trägt mich kurz der Wind,
könnt ich die Sterne sehen,
und frei sein wie ein Kind.

© Amy Herzog

Wie ein Kind

Wie ein Kind in deinen Augen,
versinke ich im Schein und Meer,
kann ich nicht der Liebe glauben,
glaubst den kleinen Zweifeln mehr.

Wie ein Kind in deinem Herzen,
erblinde ich im Rauch und Schaum,
helfen Träume gegen Schmerzen,
spüre ich dort die Liebe kaum.

Wie ein Kind in deinen Worten,
trinkt mein Herz die Verliebtheit,
bleibt doch klein an deinen Orten,
fehlt in Wahrheit doch die Zeit.

© Amy Herzog

Träume…

 

Und der Schlaf, er zaubert Träume,

wohin die Seele flüchten kann,

bis dann der Tag der Tage kommt,

wo all die Träume kommen an.



© Amy Herzog

Nichtssagend…

Wie deine Worte gar nichts sagen,
es dabei doch immerzu wagen,
nichtssagend bis zum Himmel zu ragen,
wo einst noch andere Träume lagen.

Träume kann ich nur noch sehen,
wie sie mit den Wolken verwehen,
und ich kann nur hier unten gehen,
mit nichts als leeren Worten stehen.

Wie deine Worte so laut sprechen,
ein jedes Eis im Herzen brechen,
die Worte wünscht ich nie zu sichten,
sie traumlos doch ins Nichts einflechten.

Übrig bleibt ein kleiner Traum,
fernab der Wirklichkeit im Schaum,
das Herz darf diesem Wort nicht traun,
es schlägt zu hoch, nur beim anschaun.

 

© Amy Herzog

Auf Reisen… 


Komm wir gehen auf eine lange Reise,

Und halten nur uns an den Händen,

Wir malen uns die Bilder aus Träumen,

Die zu unseren Zeiten niemals enden.

 

Komm wir setzen uns auf Wolken,

Und trinken ein Bier unter den Sternen,

Malen ein Schloss vor die Gedanken,

Und öffnen lächelnd unsere Herzen.

 

Komm wir reisen durch die Wiesen,

Atmen uns und den Duft der Wälder,

Tief in unsere Körper, blicken verträumt,

Und rücken zusammen, immer näher.

 

Wir malen Farben aus bunten Träumen,

So wird nie eine Farbe für uns gehen,

Wir allein werden auf Reisen bleiben,

Ewig unsere Träume gemeinsam sehen.



© Amy Herzog

warten auf den Traum…

 

Von tausenden Menschen umgeben,

verweilst nur du in meinen Träumen,

was würde ich noch darum geben,

keinen Traum mehr zu versäumen.

 

Doch ich wache hell durch Nächte,

wünsche kennt nur noch der Mond,

die Sterne zeichnen große Ängste,

der Wunsch nur tief im Traume wohnt.

 

Lasse mich von Sehnsucht tragen,

verweile hier bis zum langen Schlaf,

bis ich dich kann im Traume fragen,

wann ich in deinem Arm liegen darf.


© Amy Herzog