Wunsch

Der Morgen danach.

Verrutschten Lidschatten über Gefühle gemalt,
sie lächeln sich unter den verküssten Lippenstift.
Ein wenig Frage steht im kleinsten Raum: Ich.
Und der Wunsch nach dem Abend davor.

© Amy Herzog

Ein letzter Kuss

bei der Obduktion
findet sich vielleicht noch ein wenig Herz
das sich zu spenden lohnt
und Haut
für neue Narben
überall wieder neue Narben
die blauen Augen möchte niemand haben
sie haben zu viel gesehen
und während ich im Wartezimmer darauf wette
nur um mich selbst zu verlieren
verrottet im Sarg etwas
woran ich mich festhalten muss
und hätte ich noch einen letzten Atemzug frei
würde ich dich küssen

© Amy Herzog

Phantomschmerz

Herzamputiert
mit Giftmüll verbrannt
der Rest ist Phantomschmerz
kotze den Rotz verschlissener Liebe
lausche dem Klang deiner Zufriedenheit
schlucke überdosierte Illusionen
und stanze mir das Lächeln
das du dir wünscht
ins kalte Gesicht

© Amy Herzog

Wunsch..

Tränen fließen niemals grundlos,
wenn ein Wunsch am schwimmen ist,
reiche ihm dein Schiff des Herzens,
und er zeigt was du vermisst.

Lebt er dann in deinem Herzen,
weist er dir den Weg zum Glück,
halt ihn fest in deinen Händen,
geh mit ihm ein weites Stück.

Habe Angst in dunklen Gassen,
doch sei dir sicher – nie allein,
ein Wunsch ist bei dir ohne Zweifel,
und wird dir Schutz und Sonne sein.

 

 

© Amy Herzog

Kleine Eule..

Kleine Eule in dem Herzen,
so verspielt und noch so klein,
rosa flauschig strahlen Bäckchen,
grün und zart die Flügelein.

Flattert sie durch die Gedanken,
warm das Nest in meinem Traum,
kleine Lieder zwischen Stürmen,
sicher in dem stärksten Baum.

Kleine Eule in dem Herzen,
doch der hellste Sonnenschein,
und in tiefen schwarzen Nächten,
zaubert sie ein Herzensheim.

 

© Amy Herzog

 

Ich wünschte…

Ich wünschte sie immerzu spüren zu können,
die Sterne, die wärmend mir schenken ihr Licht,
bei Tag und bei Nacht zu kurz konnt‘ ich sehen,
denn Augen, die funkeln, bei mir scheinen nicht.

Ich wünschte sie immerzu spüren zu können,
die blühenden Äste, die zärtlichst berühren,
sie schenken geborgen und sicher den Winter,
umarmen so fest, um im Sommer zu glühen.

Ich wünschte sie immerzu spüren zu können,
die Seele des Waldes, den Schatz ich verlor,
die Karte, die mir diesen Pfad noch erhellt,
sie wohnt nur noch leise im Herzen und Ohr.

Ich wünschte sie immerzu spüren zu können,
doch müde vom Hunger der Sehnsucht erlag,
mein Herz dieser Suche nach Ästen und Licht,
zu tief in den Wäldern der Stern sich verbarg.

 

© Amy Herzog

Sei still! 

 

Ich wünsche mir zu dieser Zeit,

mein Herz dürft einmal sprechen,

doch wird es mit „sei still“ gestraft,

und muss am Wunsch zerbrechen.


© Amy Herzog

Sternschnuppenmacht…

Schlaflos flossen die salzigen Tränen,
bis halb zwei in die Tiefen der Nacht,
sie tanzten im Schein von Sternen und Mond,
und wünschten sich die Sternschnuppenmacht.

Die Tränen glitzerten heller und heller,
und es wurden alle Himmelslichter berührt,
der Wunsch dieser Seele so unendlich stark,
dass jede kleinste Sternschnuppe spürt.

So schossen am Himmel die Lichter umher,
und ich, ich schlief langsam ein,
der Wunsch hat die endlose Reise begonnen,
und wird irgendwann Erfüllung sein.

 

© Amy Herzog

Wunschbrunnen…

Ich schaue hoch und frage mich,
wo kommen wir eigentlich her,
doch die Sterne schweigen und meinen es so,
als suchte ich nichts im weiten Meer.

Also gehe ich los auf die Reise,
und komme vorbei an dem Brunnen,
es ist schwarz und glitzert wie Wunschzauberei,
als hätte mein Traum dort begonnen.

Ich werfe eine Münze, doch nichts passiert,
also lasse ich mich hinein fallen,
ich dachte, wenn es wirklich mein Traum ist,
dann wird es mir dort gefallen.

Und ich fliege durch Luft und Liebe,
als hätte ich nur das gebraucht,
doch ich sehe, hier unten wartest du nicht,
und mein Leben ist aufgebraucht.

 

© Amy Herzog

Wunschkonzert…

Traumwärme…

Dunkelheit klopft an mein Fenster,
die Äste schlagen laut im Wind,
allein liege ich im weichen Bett,
und warte bis ein Traum beginnt.

In mir weint der Wunsch nach Liebe,
weil du in meinem Herzen bist,
ich wünsche dich zuweilen fort,
denn hier wirst du zu sehr vermisst.

Manchmal flimmern kalte Lichter,
an Wänden tun sich Träume auf,
schlafe in erträumter Wärme ein,
und falle tief in deinen Rausch.

Und alle Wünsche sind nun fort,
denn ich schlafe in deinem Arm,
sei es gerade der letzte Traum,
dennoch ist es hier nun warm.

 

© Amy Herzog

Zwinge mich zum Glück…

Viel zu lange schon
suche ich das Glück
doch meine Seele ist zerrissen
und ich sehe es nicht…

Immer, immer wieder
will man es mir geben
doch denke ich dann
das kann es doch nicht sein
warum sollte ich es nehmen…

Ist es jetzt geschehen
die Hoffnung ist gestorben
meine Seele bleibt zerrissen
und die Hoffnung entnommen…

Die Träume sind verschwunden
nur mal ein schlechter ruft
mich in den tiefen Nächten
und kratzt an meiner Haut…

Nur einen Wunsch habe ich
und dieser ist wahr
auch wenn ich nicht glaube
verbürge ich mich dafür…

Bitte komme näher
verschrecke mich nicht
sei nur ein Mal stark genug
und zwinge mich zum Glück…

© Amy Herzog