Lyrik
Ein weiches Bett bis irgendwann…
Hoffnungslos verloren…
Hoffnungslos habe ich mich verloren,
ging vom Herbst in den schneeweißen Winter,
von bunten Bäumen fallen Gefühlsblätter,
und ich stehe ohne Schirm darunter.
Inzwischen liege ich fast am Boden,
vom Schneeblatt bedeckt ist mir kalt,
ich liege hier mit nichts mehr zu sagen,
die Gefühle sind zu groß in dem Wald.
Mit letzten Kräften krieche ich voran,
die Gefühle sind leichter zu ertragen,
bis der Sommer die Blätter verweht,
und sie nur in der Geschichte auf mir lagen.
© Amy Herzog
Vielleicht…?
Keine Briefe mehr…
Ich schreibe dir keine Briefe mehr,
du wirst sie eh niemals lesen,
ich lasse sie einfach im Herzen liegen,
sie sollen mit mir verwesen.
Nur die Erinnerung trage ich noch,
die Kleidung in kunterbunt,
auf ihr verweilen ein, zwei Tränen,
dahinter ist das Herz schon wund.
Selbst dein Duft fehlt überall,
nur nicht in meinen Gedanken,
die Briefe im Herzen erinnern mich,
dir täglich für’s Brechen zu danken.
© Amy Herzog
Dein Wort in mir…
Der Traum…
Ein Wort durch die Seele…
Meine Seele…
Im Traum…
Zu kurzes träumen…
Ich folge dir…
Nichtssagend…
Wie deine Worte gar nichts sagen,
es dabei doch immerzu wagen,
nichtssagend bis zum Himmel zu ragen,
wo einst noch andere Träume lagen.
Träume kann ich nur noch sehen,
wie sie mit den Wolken verwehen,
und ich kann nur hier unten gehen,
mit nichts als leeren Worten stehen.
Wie deine Worte so laut sprechen,
ein jedes Eis im Herzen brechen,
die Worte wünscht ich nie zu sichten,
sie traumlos doch ins Nichts einflechten.
Übrig bleibt ein kleiner Traum,
fernab der Wirklichkeit im Schaum,
das Herz darf diesem Wort nicht traun,
es schlägt zu hoch, nur beim anschaun.
© Amy Herzog
Traumwärme…
Dunkelheit klopft an mein Fenster,
die Äste schlagen laut im Wind,
allein liege ich im weichen Bett,
und warte bis ein Traum beginnt.
In mir weint der Wunsch nach Liebe,
weil du in meinem Herzen bist,
ich wünsche dich zuweilen fort,
denn hier wirst du zu sehr vermisst.
Manchmal flimmern kalte Lichter,
an Wänden tun sich Träume auf,
schlafe in erträumter Wärme ein,
und falle tief in deinen Rausch.
Und alle Wünsche sind nun fort,
denn ich schlafe in deinem Arm,
sei es gerade der letzte Traum,
dennoch ist es hier nun warm.
© Amy Herzog
Das verletzte Kind…
Das Gefühl, das bleibt.
Gefühle, die ich niederschreibe,
wenn ich hier im Dunkel verbleibe,
treibt mich tiefer an düstre Orte,
aus tiefen Gefühlen werden Worte.
Mein Herz wandert wie benommen,
du hast es mir im Wort genommen,
Gefühle, die unbeschreiblich sind,
sie machen mich zuweilen blind.
Nur das Wort, das du mir gibst,
das Wort, das du besonders liebst,
es ist auch das, was in mir spricht,
mir zeitgleich doch das Herz zerbricht.
Doch sehe ich entfernt ein Licht,
von Herz zu Herz durch deine Sicht,
entschwindet mit uns an ferne Orte,
übrig bleibt nur das Gefühl im Worte.
(c) Amy Herzog
Hier in Gedichten…
Der Wind weht noch…
An einem Tag im schneeweißen Winter,
reichten wir uns sanft unsere Hände,
die Seelen sprachen die Worte für uns,
und wir sahen für uns nie ein Ende.
Wir waren vielleicht ein klein wenig blind,
doch die Liebe hatte unsere Herzen,
die Worte, die flossen, erfüllten uns,
sie nahmen uns all unsere Schmerzen.
Und so vergingen die vielen Stunden,
in unserm wortlosen Seelengerede,
mag sein, dass wir gute Absichten hatten,
doch waren wir nur in der Schwebe.
Lüge und Wahrheit waren beisammen,
als seien wir nie existent gewesen,
die Hoffnung ließ uns blind erscheinen,
doch die Seelen konnten wir nicht mehr lesen.
Zum Abschied floss noch eine Träne,
und doch blickten wir niemals zurück,
sie würde mit uns im Winde vertrocknen,
und irgendwann zeigte sich neues Glück.
Was uns bleibt ist die Geschichte,
sie passierte mit der Realität,
zumindest in unserer Erinnerung,
ist’s ein wahrer Wind, der noch weht.
© Amy Herzog
Nur in Bildern…
Mein Herz, es will dir nahe sein,
Doch meine Seele kann es nicht,
Vielleicht ist es noch viel zu klein,
Und ließt ein anderes Gedicht.
Wohl sehe ich hier bunte Bilder,
Doch hast du sie mir nicht gemalt,
Verlaufe mich in tiefe Wälder,
Und flüchte vor dem was noch fehlt.
Es steht im Herzen schon geschrieben,
Das Wort, was fehlt, ist anderswo,
Denn das was Herz und Seele lieben,
Lebt nur in Bildern, schmerzt es so.
© Amy Herzog
Nur eine Reisende…
Verlassen…
Dein Wort, es drang in meine Seele,
Beschenkte mich mit Himmelblau,
Legte sich schützend in mein Herz,
Vertrieb die Wolken, sie waren grau.
Doch hast du mir dein reines Wort,
Sogleich viel zu unsanft entrissen,
Du bist irgendwohin weitergezogen,
Und hast mein Herz dabei vergessen.
Ohne dein Wort, ist es schrecklich kalt,
Die kleinen Erinnerungen verblassen,
Dein Wort, es sprach von bunter Liebe,
In Wahrheit doch musstest du hassen.
Und war dein Wort nur eine Illusion,
So sehne ich mich dennoch danach,
Ich liege hier unter kaltgrauen Wolken,
Und wünschte die Liebe wäre wach.
© Amy Herzog
Das andere Herz…
Und wenn der Rauch zur späten Stund,
flimmert durch den lichterstickten Raum,
ist’s als ward geküsst dein zarter Mund,
schwimmt getränkt im Schweiß und Schaum.
Das andere Herz sei in Stein gegossen,
ihm ist’s als würds verbluten von Liebe,
geküsst und dann vom Dolch zerstochen,
verlassen sind ihm alle Lust und Triebe.
Es liegt nur da, so einsam und kalt,
selbst badet es nur in der Traurigkeit,
vom fremden Kusse, die Liebe wird alt,
raubts dem blutenden Herzen Freiheit.
© Amy Herzog
Wortkuss…
Zwischen den Zeilen…
In deinen Worten könnten Wahrheiten sein,
Würde ich nur nicht zwischen den Zeilen verweilen,
Zum öffnen der Augen scheint es zu spät,
Wenn, dann müsste ich mich beeilen.
Doch zwischen den Zeilen ist es so warm,
Ich schmiege mich an so geborgen,
Die Wahrheiten und die Realität,
Sie bleiben auf den Zeilen verborgen.
Aber ich weiß doch, wenn es am schönsten ist,
Dann ist die Zeit reif bald zu gehen,
Die Wünsche und Träume nehme ich mit,
Und lasse sie im Nachtwind verwehen.
© Amy Herzog
Welches Wort?
Dein Wort, das mich gefangen hält,
es summt ganz leise im Wind,
das Hirn bleibt leer, das Herz so schwer,
es ist das Wort, wo Gefühl beginnt.
Will dieses Wort nicht bei mir sein,
wohin geht dann das warme Herz,
schwimmt im Rauch mit kaltem Nebel,
was ihm dann bleibt, ist kalter Schmerz.
Doch nimm dein kleines Wort zurück,
und ist es noch so unerträglich,
dein Wort soll sein in seinem Glück,
zum Schluss doch: welches Wort eigentlich..?
© Amy Herzog
alle Steine beiseite…
Die Menschen…
Die Menschen kommen und gehen,
Immer mit der neuesten Mode,
Lassen Herzen zurück und stehen,
Mit dem Hirn in graumarode.
Dann sind sie sich irgendwie nah,
Wenn Tränen im Mondschein glänzen,
Wünschen sich wie’s als Kind mal war,
Frei um die Gesellschaft zu tanzen.
Doch bleiben Sie kalt verkocht,
In der Tagessuppe des ganzen,
Und was sie mal damals gemocht,
Damit können sie nicht mehr tanzen.
Die Knochen werden dann steif,
Und das Herz pocht nicht mehr,
Die verkocht-modische Seele ist reif,
Und schwimmt einsam ins Meer.
© Amy Herzog
Richtungen…
Wie du gehst und dich bewegst,
Immer weiter in Richtung vorbei,
In meinem Herzen die Rätsel legst,
Wär ich doch nur wieder frei.
Seist du meine Mitte, mein Licht,
Weil mich ein Augenblick verirrte,
Die deinen Worte trinke ich nicht,
Weil es doch nur das Hirn verwirrte.
Ehe die Nacht vom neuen beginnt,
Gehe ich in Richtung ungeschehen,
Mein Herzblut nur noch kurz gerinnt,
Und Gefühle mit den Stürmen verwehen.
© Amy Herzog
Verwirrung…
Gelesen: Mondenkind- Verfasst von Kai (Gedichte vom Weidenbaum)
Zunächst bedanke ich mich bei Kai (Gedichte vom Weidenbaum) für das Verfassen dieses wundertollen Gedichts, denn mich hatte es so sehr mitgerissen! Ebenso dafür, dass ich es hier nun einmal lesen durfte.
Schaut gern auch auf seinem Blog vorbei, mit weiteren wunderbaren Gedichten, oder untenstehend der Link auch zu diesem gelesenen Gedicht.
Mondenkind
Selbstverständlich freue ich mich & bedanke ich mich für’s Anhören. (-:
Neue Worte…
Die falschen Worte sprühen,
In Himmelsrichtungen,
Wie sie im Leben rühren,
Und schaffen Lichtungen.
Und wie sie nie gesagt,
Vielleicht zur rechten Zeit,
In Heimlichkeiten weilen,
Für ein Glück zu zweit.
Gerade noch rechtzeitig,
Und nicht zu falschen Zeiten,
Die Worte sind schon richtig,
Eröffnen für uns Welten.
© Amy Herzog
Von Wahrheiten…
Ich verbleibe nicht mehr im Bett,
denke nicht weiter über dich nach,
frage mich nicht, was wäre wenn,
und liege Nachts nicht mehr wach.
Ich ersticke nicht mehr im Qualm,
meiner längst verglühten Zigarette,
lasse ihn mit Gedanken verziehen,
du bist nicht länger meine Mitte.
Wandle nicht mehr in die Kneipe,
und ertränke mein Hirn im zu viel,
die Wahrheit wird verschlossen sein,
denn mein Kopf bleibt stabil.
Welche Worte verließen den Kopf?
Ach, ich denke nicht mehr an dich,
und ich meine es so, du weißt ja,
zu dir war ich stets so ehrlich.
Nun ist es spät, und ich liege wach,
der Alkohol kam mir zugeflogen,
die Wahrheit rutscht gleich heraus,
war nämlich alles nur gelogen.
– Ich denke an dich.
© Amy Herzog
HerzSchreiben…
Schweigen dröhnt in meine Seele,
die Sprache, die das Herz versteht,
es kann nicht hören oder sehen,
doch dafür spüren wie du gehst.
Das Hirn hält große Wünsche klein,
raubt ihnen die Luft schon im Keime,
das Herz wird somit nie enttäuscht,
zuhöchst vielleicht im kleinen Reime.
Doch irgendwo tief in der Brust,
ich weiß nicht, steht es Still,
oder schlägt doch die Liebe laut,
sagt mir, wohin sie gehen will.
Fein zerhackt im dunklen Teil,
des Gehirnes schwarzer Tiefen,
dort leben wir irgendwo gemeinsam,
das Herz, es schreibt das in Briefen.
© Amy Herzog
nie gesagt..
Das Wort, das einst im Herzen lag,
ward nur in meinen Gedanken gesagt,
dein Mund es nicht zu sprechen wagt,
obwohl es aus dem Geiste ragt.
Das Wort, das niemals bei mir war,
war mir nur zwischen den Zeilen nah,
und wenn ich es dann doch mal sah,
wurde der Himmel zu schnell klar.
Könntest du einmal die Welt vergessen,
dann könnten wir gemeinsam essen,
uns trinken, atmen, Worte verfassen,
die uns dann niemals mehr verlassen.
Wo bist du und wo willst du hin,
denn du bist weg, wo liegt der Sinn,
so lasse doch diesen Irrsinn,
denn nur die Leere ist Gewinn.
© Amy Herzog
Fließende Sehnsucht…
Und wie die Sehnsucht fließt,
aus schwarzer Tinte und Blut,
sich über mein Blatt ergießt,
aus blütenweißer Flut.
Ein Kuss aus sanften Worten,
schweigt Lust noch am Papier,
sie lächelt leise verstohlen,
und zeigt sich am Klavier.
Doch heimlich tanzt sie schon,
sie klingt und schreit nach mehr,
in schweigenden Visionen,
die Tinte fließt ins Meer.
Übertönt das Rauschen,
Musik in Worten versinkt,
nur einer kann ihr lauschen,
die Lust fast einsam klingt.
© Amy Herzog
Angst…
Und kannst du hören,
wie das Wasser plätschert?
Streichelt an uns vorbei…
Aber … siehst du auch,
wie wir unsere Herzen
nicht halten können?
Halten wir uns warm,
solange, bis die Tropfen
nicht mehr fließen können,
und wir Angst haben müssen.
© Amy Herzog
Wunschstrand…
Der Mond, er leuchtet uns den Weg,
scheint hell durch unser Fenster,
bringt uns Traum und Wünsche mit,
vertreibt alles und auch Monster.
Wir liegen Arm in Arm im Bett,
brauchen die Worte nicht mehr,
wir denken uns den Strand herbei,
dort drüben rauscht das Meer.
Durchs Fenster fliegen Glühwürmchen,
sie werden zu unseren Sternen,
wir hegen und pflegen die Illusion,
auf Lebenszeit, die wir uns klauen.
An dem Wunscherfüllungsstrand,
ein Tag uns niemals erreicht,
das Leben wird hier ewig sein,
in Bildern, sie schweben leicht.
Und in der ewig dauernden Nacht,
wir Liebe aus unsern Herzen trinken,
Worte schwimmen um uns herum,
wir können in unsere Arme sinken.
© Amy Herzog
Verloren im Wort…
Wieder sind es deine Worte…
Wie gestern. Heute. Immer. Noch.
Sie graben sich in meine Seele,
graben sich ihr eigenes Loch.
Wünschen. Leben. Sterben.
Lassen mich auf Scherben laufen,
saufen, bis ich sie vergesse,
und im Suff doch weiter fresse.
Sag… Sag mir endlich. Bitte.
Sag, wo finde ich die Mitte,
wie entfliehe ich deinem Wort,
und trage ich die Liebe fort.
Und sag. Mein kleines Herz,
verloren in deinen Worten,
gegangen, längst vergangen,
spüre ich noch das Verlangen.
Worte über Worte, schwimmen,
spülen mich tiefer hinab – fort,
Doch ich fühle mich wohl, ja…
In deinem warmen Wort.
Nicht irgendein Wort – stark,
du musst mir eines notieren.
Sag, wie könnte ich mein Herz,
denn nicht an dich verlieren…
© Amy Herzog
Verlorene Schlüssel…
Abends, wenn es dunkel wird,
und ich leise in mein Bett schleiche,
rundherum hängen die Bilder von dir,
sobald ich die Traumtüre eröffne.
Wie ich da draußen funktioniere,
davon gibt’s hier im Traumland nichts,
nur das was ich will ist hier wichtig,
steh in der Mitte der Welt und des Lichts.
Doch heute Morgen ist es passiert,
ich habe meine Schlüssel verloren,
jetzt starre ich auf die Zeiger der Uhr,
und spüre wie Gefühle im Herz bohren.
Die Nacht ohne Traum ist kalt und leer,
selbst die Zeiger der Uhr sind erfroren,
und was am Tage so funktioniert,
scheint jetzt mit den Schlüsseln verloren.
Die Tränen laufen mir über die Wange,
was das Herz gerade alles vermisst,
hier draußen ist es in Sehnsucht gekleidet,
sieht wie kalt diese Welt doch ist.
Verliert hier alles seine Bedeutung,
in der Nacht friert die Zeitlosigkeit,
die Regierung hat sich zwar schlafen gelegt,
doch regiert hier jetzt die Einsamkeit.
Übrig bleiben nur kleine Wünsche,
die Phantasie, wie du wärst jetzt bei mir,
doch die Tränen des Kummers fließen weiter,
du bist nur im Nirgendwo bei dir.
© Amy Herzog
Liebeskummer…
Wenn meine Liebe im Kummer ertrinkt,
Kann die Einsamkeit sich entfalten,
Tröste mich leise mit dem Gedanken,
Die Hoffnung nicht abzuschalten.
Wo meine Welt immer dunkler scheint,
Trage ich mich von Nacht zur Nacht,
Irgendwo scheint sicher noch Sonne,
Sehe ich nur nicht wie sie laut lacht.
Alles versinkt in dicken Tropfen,
Die Welt, sie erscheint nur als Meer,
Und irgendwie löst der Trost sich ab,
Denn mein Herz, es kann nicht mehr.
Ich warte einfach im Kerzenlicht,
Warte, bis die Trauer heraustropft,
Zu meinem Zimmer ist’s nicht weit,
Vielleicht gibt es wen, der hier klopft.
© Amy Herzog
Jedes Tönchen…
Der Boden unter meinen Füßen,
mit einem Mal verschwand er fort,
als landete ich auf einem Kissen,
geformt aus deinem warmen Wort.
Jeder Ton gleicht einem Traum,
in dem ich aufgefangen werde,
als schliefe ich in weißen Schaum,
der für mich zum Heiler wurde.
Die Silben gleichen einem Sturm,
ein Wirbelwind um meine Seele,
stehe im Schutze auf dem Turm,
in deinem Wort – ich schwebe.
Ganz und gar bin ich berauscht,
im Traum wie am realen Tag,
mein Ohr jeden Ton belauscht,
mein Herz dem ganz erlag..
© Amy Herzog
Vom fehlenden Traum…
Gestern Nacht haben wir noch geredet,
Eng gekuschelt und lauthals gelacht,
Die Zeit mit dir verging nur zu schnell,
Im Traum durch die glänzende Nacht.
Heute schlägt die Uhr schon Mitternacht,
Der Mond zählt fleißig kleine Schafe,
Und ich? Ich warte, warte, warte,
Bis ich endlich wieder mit dir schlafe.
Heute Nacht ist es irgendwie anders,
In meinem Bauch tanzen Schmerz und Leid,
So ganz genau weiß ich es zwar nicht,
Aber es fühlt sich an wie Einsamkeit.
Mein Herz ist vorhin schon ausgezogen,
Es schlägt leise nur noch neben mir,
Sehnsucht klopft, zuckt und pulsiert,
Bis es endlich wieder schläft mit dir.
Hab wohl nur zu viel nachgedacht,
Wollte mich in Träume nicht legen,
Hätte ja sein können, dass du klingelst,
Stehe neben mir der Hoffnung wegen.
Nun warte und warte ich wie auf den Zug,
Dabei bin ich schon viel zu leer,
Doch ich warte, dass der Traum nochmal klopft,
Denn das Herz ist inzwischen sehr schwer.
© Amy Herzog
Lüge?
Was ist noch Traum, was ist Realität,
Mein Kopf sich pausenlos selbst verrät,
Oben im Luftschloss lebt mein Herz,
Und zündet dort oben ne rote Kerz.
Auf die Liebe wartet es dort,
Berät mein Gehirn vom fernen Ort,
Stiftet Verwirrung aus lachen und weinen,
Wenn ich könnte, würde ich schreien.
Doch ohne Wahrheit kann ich das nicht,
Zünd‘ doch hier unten mal ein Licht,
Im Dunkel weiß ich nichts von Gefühlen,
Da könnt ich stundenlang nach wühlen.
Oder ist da vielleicht doch die Liebe.
Wer weiß schon, ob ich nicht einfach nur Lüge,
Ist die Verwirrung nur vorgeschoben,
Und klare Gefühle sicher aufgehoben?
Sicher regelt das ein Schluck Wein,
Denn der macht die Lügen ganz schnell klein,
Das Herz im Traum rät davon aber ab,
Schickt einfach ein größeres Lügennetz hinab.
© Amy Herzog
Seine Stimme…
Seine Stimme weich und sanft,
Leise flüsternd dringt sie ein,
Raubt mir jede Zeit und Luft,
Ohne ganz bei mir zu sein.
Ist sie fort oder mir nahe,
Sie wirkt viel zu hypnotisierend,
Ich weiß nicht, bin verwirrt und war,
Mit ihr in mir kurz abwesend.
Versuche mich zu konzentrieren,
Seine Stimme zu genießen,
Sie bis auf jeden Klang studieren,
Und meine Augen zu schließen.
Schwirrt sie weiter unbemerkt,
Kontrolle gibt sie mir nicht,
Geh ich mit ihr doch so gestärkt,
Im Herzen spüre ich sein Gesicht.
© Amy Herzog
Weil ich dich gern habe!
Gar süchtig bin ich schon danach,
Worte kämpfen mit dem Verstand,
Treffen zwar meine Augen nur sanft,
Doch der Körper geht bis an den Rand.
Beim verschlingen deiner Zeilen,
Schaumig, sanft und so voller Kraft,
Durchströmen mich die großen Wellen,
Ein Gefühl aus deinen Worten geschafft.
Wonne, Sonne, Lichter und Glück,
Entflammen Worte die Herzenswärme,
Quer zünden diese Flammen in mir,
Deshalb lese ich sie auch so gerne.
Und breiten sich die Flammen aus,
Gezündet nur aus deinen Gefühlen,
Brechen in einem Lächeln heraus,
Worte – welch ein Herzensschmaus.
© Amy Herzog
Das Glück kommt wieder…
Irgendwann war ich dir mal nahe,
doch jetzt fehlst du und ich weine,
wenn ich wieder ein Bild von dir sehe,
bin ich dunkler als ich scheine.
Das Leben könnte ich verfluchen,
die Sonne scheint nur hin und wieder,
doch kann ich dich nicht weiter suchen,
ich singe stattdessen bunte Lieder.
Jetzt ich muss dann auch mal weiter,
erwachsen sein, vermutlich für immer,
verbleibe dennoch einfach heiter,
denn Tränen machen’s nur schlimmer.
Also höre ich endlich auf zu wein‘
das Schicksal ist nicht immer staubig,
das Glück kommt hier von ganz allein,
und ich bin nun nicht mehr traurig.
© Amy Herzog
Zu früh und zu weit…
Irgendwo dahinten leise erklingt,
Melancholie auf einsam weinenden Geigen,
wo gerade noch irgendwer dazwischen singt,
bin ich schon zu weit weg gegangen.
Aber schau mal, ich bin wohl viel zu weit,
ins offenstehende Meer geschwommen,
ich dachte ja noch, wir gehen zu zweit,
aber da hat sich mein Gefühl übernommen.
Erst gestern saß ich noch locker im Park,
beobachtete mein Hirn und mein Herz,
beides war ohne dich so leer und ich dacht‘,
„schwimmste doch einfach weg vom Schmerz“.
Doch jetzt wo ich hier gerade ertrinke,
fällt mir ein, gestern warst du doch am singen,
naja, zum Abschied sag‘ ich dir „Winke Winke“,
seh’n uns wieder, und werden zu zweit erklingen.
© Amy Herzog
In Gedanken bei dir…
Es ist schon spät am Abend,
und die Laternen leuchten hell,
laufe verirrt durch dunkle Straßen,
nur nicht dahin, wohin ich soll.
In mir ist es auch schon dunkel,
doch liegt das nicht an der Nacht,
ich bin im belebten Café gestrandet,
bist du nicht da, der mit mir lacht.
Und so falle ich immer tiefer hinein,
in meine Wolkenwunschgedanken,
frag‘ mich, denkst du auch an mich,
oder hast du das Denken überstanden.
Tja, und so sitze ich seit Stunden hier,
mit meinem Bleistift und dem Papier,
du wohnst zwar längst im Nirgendwo,
doch in Gedanken lebst du in mir.
© Amy Herzog
Unbedachte Worte…
Zu unbedacht herum gemacht,
mit Worten durch die ganze Nacht,
da hinten noch verstohlen lacht,
hier vorn schon steht mit seiner Macht.
Steht stramm gebunden an der Wand,
treibt mich bis an den dunklen Rand,
ich seh‘ zuweilen gar kein Land,
vor allem, weil ich Freude fand!
Das Wort zieht mich von Innen aus,
lässt die Gefühle strömend raus,
bin ich zwar sicher in dem Haus,
doch zucke wie ne kleine Maus.
Und es kann die Ängste sehen,
kann durch sich Gefühle fühlen,
das Wort, es kann im Innern wühlen,
und mich am Ende doch abkühlen.
© Amy Herzog
Wenn meine Worte…
Wenn meine Worte lustig wären,
Müssten sie immerzu lachen,
Einen Witz nach dem andern gebären,
Und auch lustige Sachen machen.
Doch wo würde der Quatsch enden,
Wo kämen wir da alle bloß hin,
Vor Lachen nur drehen und wenden,
Und ein Bauchschmerz ist der Gewinn.
Dann würden die Köpfe ganz still,
Und die Körper ertragen die Schmerzen,
Würden nur tun was ein anderer will,
Und verlieren dabei unsere Herzen.
Da verliere ich lieber ein Tränchen,
Vielleicht auch zwei oder drei,
Dafür schwenke ich nie weiße Fähnchen,
Und in mir kocht auch kein Einheitsbrei.
Nein, in mir backt leckerer Kuchen,
Und ich gebe dir gern ein Stück ab,
Du musst auch nicht danach suchen,
Das Leben regnet aus Worten hinab.
© Amy Herzog
















