Spüren

Kann nicht

kann nicht sprechen
weil meine Gedanken wild
umhertanzen
mich nicht bewegen
weil mein Körper unkontrolliert
erzittert und bebt
und ich kann nicht atmen
weil mein um sich schlagendes Herz
so viel Raum einfordert

© Amy Herzog

Zugfahrtmelancholie

Morgengrauentau tropft Tränen
starre zu wenig aus dem
Fenster
und schreibe
Gefühle auf Durchreise
in Arme fallen
und zurückgelassen bleiben
Zugfahrtmelancholie
zerrt mich in ein Buch weil
ich nicht wissen will
wohin ich
denke
aber ich bringe
warme Brötchen mit

© Amy Herzog

was

ist das schon Bestimmung
oder wollen wir
nur endlich mal etwas
spüren?

© Amy Herzog

trink

Komm,
und trink dich taumelnd
in mein Weltmeer
so komm,
und trink aus Lenden,
Lust und uns
mein ganzes Herz
leer

© Amy Herzog

Nichts auf meinen Lippen

Nichts auf meinen Lippen
und in meinen Händen nur Staub
aus grauem Herz
und zwischen.Menschlichkeit
mein Puls flüstert müde
in knisternd streichelndem Herbstlaub
ein Blatt halte ich
und gieße dich darin auf
wie den Tee vor der Dunkelheit
damit ein bisschen Wärme
aus meinem Mund
und Glassplitter in meine Ferse
fällt und fließt und sticht
ich wünsche wieder
nichts auf meinen Lippen
und einmal nur ein kleines Herz
das nicht so klirrend bricht

© Amy Herzog

Splitter

© Amy Herzog

w i e

Zeige mir w i e
SCHMERZhaft es sein kann
lass mich d e i n e n
Schmerz spüren
dein traumtötendes Leid
in verborgener Angst
und in zärtlichstiller Dunkelheit
wispere ich nah w i e
Hingebungsvoll meine Liebe ist

© Amy Herzog

‚diese sehnsucht begraben‘

© Amy Herzog

An meinen Winter

© Amy Herzog

Kleben

© Amy Herzog

Gar nichts.

© Amy Herzog

22 30 Ende

zweiundzwanzig Stunden lachen
dreißig Minuten reichen mir nicht aus
hab’s kurz gespürt
und wieder an der Angst gerührt
zu lieben
verstecke mich dahinter
fühle, fühle, fühle
und hasse es
dafür

hasse dich
aber gerade ein bisschen mehr als sonst
kurz den Tod gewünscht
und bereut

schwer mir einzugestehen
wofür ich so früh aufgestanden bin
und bin nicht gut darin, etwas zu beenden
nicht zu brennen
was in Flammen steht

lerne schweigen
hab’s mir von dir abgeguckt
mit banalem Wort
und mitten im Satz ein kleines
Ende

© Amy Herzog

Wir

Ein dunkler Raum 
in zeitloser Zwischenwelt
rastet in unendlicher
grenzenlos
Poren sickernder
in hingebungsvollen
entblößten Seelenkörpern
durch Ewigkeit

Die Außenwelt zeigt
wie Farben
durcheinander
aneinander vorbei
verlieren und suchen
vermischt
in verbrauchten
Stunden

Wir liegen darin
suchen Liebe, Nähe, Sinn
Bedeutung im bedeutungslosen
Wahrheit in Lüge
und im verschiebenden
verschwiegenen
die Mitte
uns

Wir brauchen nichts
in der Dunkelheit
wir sind wir
wie wir sind
sind wir mehr
Sterne, Ozean, Mond
oder Pfütze

Fragen
die hier nicht
existieren
in der Zwischenwelt
wir sind klein
wir sind die Mitte
wir sind nackt
wir sind eins
wir sind wir

Mitte

© Amy Herzog

taumelnd

Die tagelange Schlaflosigkeit
macht mich taumelnd im Kreis
und zurück bleibt nur dieses Sehnen
nach zurückgerufenen Gedanken
die sich gegen dich wehren

Und dein Schweigen schlägt
lauter in meiner Brust
als dein Schreien jemals wiegt
und zurück bleibt nur dieses Hoffen
dass du in meinen Träumen liegst

Zu dunkel spüre ich die Anmut
deiner allumkreisenden Anwesenheit
doch zurück bleiben nur bleierne Lider
wieder wartend auf einen Hauch
sinken meine Gedanken nieder

© Amy Herzog

Anfangsmondlicht

Versteck dich nicht mein Liebster
im Mondlicht sehen wir alle gleich aus
und er kommt, er kommt gleich
um uns zu holen, damit wir uns finden

Schäme dich nicht mein Liebster
deine dunklen Narben sind mir Kunst
und im lilafarbenen Schimmer
meiner Hämatome sonnen wir uns

Und fürchte dich nicht mein Liebster
die Klingen zerschneiden Fäden
die wir uns auf unsere Lippen Nähten
doch wir brechen unser Herz nicht

So lasse dich fallen mein Liebster
meine Wunden bedecken nur das Ende
ich zeige dir den Anfang des Mondes
und gleich nimmt er uns mit nach Haus

© Amy Herzog

Zensiert

komm zu mir
wenn du wieder besoffen bist
dann machen wir das
was du dich sonst nicht traust
der Rest ist zensiert
und das danach passiert
in Rauch

© Amy Herzog

Schlussendlich..

Ewigkeiten sind vergangen,

Nebelschwaden ziehen vorbei,

und die Seele liegt in Ketten,

wann nur bin ich endlich frei?

Ist die Kehle fast vertrocknet,

und ich sah ein Leben zieh‘n,

welches ich nie leben würde,

also begann ich zu flieh‘n.

Auf der Suche nach der Sonne,

war ich fast schon endlich da?

doch das Leben rannte hinten,

und schlussendlich ist es nah.

(C) Amy Herzog

Heute…

Heute, wenn ich schwach bin,
dann spüre ich dich.
Ich dachte wirklich, du hättest
aufgegeben, einfach so,
doch das hast du nicht.
Heute spüre ich dein Lächeln,
heute auch deine Furcht,
doch auch dein Feuer, dein brodeln,
doch sehe ich dich nicht.
Heute wage ich zu schreiben,
heute lasse ich es zu,
konntest du auch nie verstehen,
doch erspüren konntest du…

 

 

© Amy Herzog

Mein Sein..

Lese ich die alten Worte,
weiß ich nicht, ob ich je war,
nur erdacht im Universum,
unsichtbar und niemals wahr.

Zu unendlich für die Nähe,
und doch zauberhaft und klar,
doch dann wieder in den Sternen,
sterbe ich und war nie da.

Meine Spuren in den Worten,
wie ein Korn die Wüste sah,
bleibt vergraben in der Menge,
zerbrechlich, unberechenbar.

 

 

© Amy Herzog

Spuren im Sand…

Gemeinsam gehen wir Hand in Hand,
entlang am langen schneeweißen Strand,
hinterlassen leise unsere kleinen Spuren,
nach denen wir beide nie wieder suchen.

Wir blicken lächelnd zum schaumigen Meer,
es stürmt, doch das stört gerade nicht sehr,
der Schwimmring um uns, im knalligen blau,
Wolken verschwinden die einst waren grau.

Gemeinsam fliegen wir mit Wind und Wellen,
zum Himmel und verlieren all unsere Dellen,
jetzt sind wir furchtlos und voller Mut,
in den blau gefärbten Wolken wird alles gut.

Was auch immer nun sei irgendjemandes Wille,
oben in den Wolken gibt es keine Windstille,
erst wenn wir sinken zum staubigen Land,
erst dann erinnern nur noch die Spuren im Sand.

 

© Amy Herzog

Herbstliche Herzenswärme…

In herrlich herbstlicher Abendluft
Zieht sanft vorbei beflügelnder Duft
Trägt flüsternd meinen warmen Gesang
In deine Arme, wärmt dich mein Klang

Aus der Ferne unter den Sternen
In dieser klaren kühlen Nacht
Wärmen dich die singenden Gedanken
Die mit dem Wind leis‘ zu dir schweben

Hören wir gemeinsam Lieder
Lassen uns in grünen Wiesen nieder
Blickend zu dem hellsten Stern
Sind wir uns nicht mehr allzu fern

Spüren wir die Herzenswärme
Hier unterm leuchtend roten Bäume
Spüren keinen schmerzend Stich
Sei nur gewiss, ich denk an dich

© Amy Herzog

Lausche dir in der Nacht…

Werd ich sein dir je genug
Sind Gedanken nur Betrug
Sollte ich sein einfach klug
Nein das ist dir nicht genug

Dennoch lausche ich dir zu
In der Nacht in aller Ruh
Bleibe still und bleib geheim
Schreibe ich einfach im Reim

Sehend wie das Licht erlischt
Die Welt so langsam schlafen geht
Gedanken haben mich erwischt
Der Wind hat sie nicht fortgeweht

Kreisen sie sich sanft um dich
Ein Lächeln zeichnet sich glücklich
Dein ruhiges schwingen spüre ich
Bist du allzu einzigartig

© Amy Herzog

Ich liebe es, wenn du träumst…

Wenn du schläfst und fällst
sanft in einen Traum,
scheint mir als seist du
in meinem Raum.

Eröffnen sich Welten
mal Nahe, mal Ferne,
reise ich gemeinsam
in wohlige Wärme.

Sind bunt und schwarz
zu gleicher Zeit,
sind laut und stark
und immer befreit.

Du weißt es, ich spüre
dich so nah bei mir,
lässt uns in deinen
Träumen werden zu Wir.

Ich weiß, dass du spürst
und lade dich ein,
beim nächsten Traum
bei mir mal zu sein.

Gemeinsames träumen
schreiben wir täglich,
in Freiheit und Liebe,
bis der Traum wird tödlich.

© Amy Herzog

Nähe…

zarte arme
sanft ihn umfangen
liegend auf ihm
die lippen berühren
augen geschlossen
entfesselte träume
bewegungen sinnlich
auf und ab gehen
in geöffneten beinen
seine nähe
spüren

© Amy Herzog

Verlangen nach dir…

unbeschreiblich
ist mein, verlangen
nach dein, bei dir sein
ich will, nein muss
sei ganz mein.
spüren will ich dich
nah bei mir
haut auf haut
ganz tief in mir.
zittern vor lust
schreien so laut
bändige mich, du musst
stillen diese lust.

© Amy Herzog

Seelenmusik…

höret was die musik
euch bereitet
lasst sie in euch
gebühren geleitet
nehmt auf
stück um stück
lasst es wirken
in euch lodern
auch riskieren
es wird
nicht dauern
und ihr spürt
dass dieser klang
die seele berührt

© Amy H.

Vereinigung…

Ein Blick genügt, schon ist es geschehen,
in meine Gedanken dich eingeschlichen.
Tag sowie Nacht nur Sehnsüchtgiges denken,
so denk ich, könnt ich dich doch einfach packen.

Eine Berührung, ist einmal vergangen,
steigert in uns sogleich das Verlangen.
Spüren, berühren, mich zerrt es zu dir,
du und ich näher, wir werden zu wir.

Einen Kuss später, entfacht sind die flammen,
liegen wir da, ganz eng nun beisammen.
Die Körper umfasst und sinnlich geküsst,
stillen die Sehnsucht in tiefer Lust.

© Amy Herzog

Einmal kurz leben…

Innerlich nichts als Leere,
berühre ich tot die Tasten.
Suche nach spürbarer Nähe,
wo nur, ich kann nicht sehen.

Voll Nöten bitte und bettle,
klangvoll ertönen die Noten.
Kommen ein paar Gefühle?
Ich gehöre nicht zu den Toten!

Schließe fest die Augen,
meine Hände tanzen allein.
Sie müssen Gefühlen folgen,
seien sie noch so klein.

Ich bin wie erstarrt!
Kann mich nicht rühren!
Sagen kann ich kein Wort,
die Emotionen kann ich spüren.

Wild umher schiessen sie,
quer durch meinen Körper.
Im Rhythmus zur Melodie,
werden wunderschön hörbar.

Immer mehr, viel zu viel!
Gemisch aus Leid und Liebe,
höre ich auf und werde still.
Kurz spürte ich, das ich noch lebe.

© Amy Herzog

Ewig grau…

Schüchtern tanzen sie gemeinsam,
und beide sind ein wenig einsam,
doch keiner spürt die Müdigkeit,
immer weiter tanzen sie verträumt.

Immerzu enger tanzen sie,
zur allerschönsten Melodie,
und merken dabei aber nicht,
unermesslich wächst die Sucht.

Stunden um Stunden vergehen so,
monatelang sind beide froh,
bis sie merken, was sie sind,
die Farbe ändert sich geschwind.

Einst waren sie nur schwarz und weiß,
doch drehten sie zu schnell im Kreis,
so wurde nach der kurzen Zeit,
ein grau, das nahm die Heiterkeit.

Beendet haben sie den Tanz,
einsam sind sie wieder ganz,
das grau wird keinesfalls vergehn,
obwohl sie sich nie wieder sehn.

Auf ewig sind sie nun verdammt,
kein Tanz sich jemals neu entflammt,
verbleiben grau so gerade eben,
der Einsamkeit doch überlassen.

© Amy Herzog