Auf Konflikten schaukeln
& keine Sekunde
mehr allein & wenn Seide nach innen
weint / wer nicht wir wer
kann, wenn die Laternen zünden
& wir nach Hause müssen
kann dann
die Seele als Ganzes betrachtet werden
oder nur unsere Zeit
- Amy Herzog
Auf Konflikten schaukeln
& keine Sekunde
mehr allein & wenn Seide nach innen
weint / wer nicht wir wer
kann, wenn die Laternen zünden
& wir nach Hause müssen
kann dann
die Seele als Ganzes betrachtet werden
oder nur unsere Zeit
So entsandte ich
in einer letzten Träne
das Fehlgeleitete Stück
schnitt es aus meiner Seele
lies es ziehen, fließen, treiben
und es griff selbst zur See
Ich aber bleibe der Erde nah
auf dass es [nie wieder]
zurückfindet..
© Amy Herzog
So leise bist du
beinahe schweigend betrübt
tropft aus deiner Seele
dieser Schmerz allen Lebens
und wenn’s genügt
zu reden, zu schreiben
dann würdest du nicht mehr
so laut in dich hinein schweigen
Doch wenn die Nacht
über aller Köpfe hereinbricht
dann horche ich dir nach
und ziehe Wolken in meinen Bann
bis der Regen mich ertränkt
und deine Seele schweben kann
© Amy Herzog
könnt stunden damit zubringen
gedanken in deine richtung zu lenken
und die zeit vergeht wie im flug
all die jahre sind vergangen
so nah und doch vorbei, verrückt oder
weite wege sind wir gegangen
und landen doch hier, immer hier
lausche abends dem wind
der durch mein fenster pfeift
und dein gute nacht kuss
meine seele streift
© Amy Herzog
Im Zweifel meiner Neugier
bist du ein Schatten
auf der Suche nach dem Licht
das dich besser sieht
als du dich selbst
So flieht dein Leib
das innere Kind
weil große, starke Männer
nun mal nicht so sind
Und bleibt dir nur ein Wort
keine Schulter, kein Schoß, kein Weib
nein, dein Leib bleibt Schatten
und Sehnsucht, die bis an’s zähe Ende
an deiner wunden Seele reibt
© Amy Herzog
Letzte Nacht gesucht
aber irgendwann getrennt
nur in meinem Kopf
lese ich noch in deiner Seele
(du wüsstest was ich meine)
Dein Feuer brennt
noch immer in den Venen
lese Freude, Frucht und Mond
treibe weiter, Freund
im Nächsten Seelenleben
wirst du mir fehlen
© Amy Herzog
Ein neues Bild fand ich, fand mich
wie ein Moment der Freude
flüsternd in Gedanken – dich
und riss mich doch in Stücke
Atme weder ein noch aus
wie Blut drückt durch die Kehle
und starr‘ ich mich zum Spiegel ein
weil ich dein Herz noch fühle
Fand ich zwischen tausend Welten
eines nur, doch war allein
und war es Freude, wahrhaft Freude
schmecktest du wie süßer Wein
© Amy Herzog
kein Schreien und kein Schmerz!
nur alles bleibt mir fremd…
hinter glänzend großen Mauern
wo sich nur der Maurer kennt
und auf sein Schweigen leise flennt
nur wo kann ich noch lauern?
blut fließt aus dem wunden Herzen
kann es gar ein Leben dauern…
alles älter, alles weiser?
beißt der Regen weiter heiser
bis er mich beendet bleib‘ ich
leb‘ ich immer leiser…
© Amy Herzog
Wollte nie diesem Leben entkommen,
wie benommen, doch entrissen,
hörte ich mit deinem Wissen – bald
das Schärfen der Klingen
im dunklen Wald.
Wollte nie diesem Leben entkommen,
so zerronnen, in den Träumen,
zwischen den Bäumen – die Hasen
konnten auch nicht schneller
um ihr Leben rasen.
Wollte nie diesem Leben entkommen,
doch genommen, meine Seele,
wolltest du, dass ich lebe? – in bunt
gemaltes Bild in Flaschenpost
blieb mein Leben wund.
© Amy Herzog
Meine Seele zu beschreiben,
wo doch niemand mit ihr singt,
unvollständig muss sie fürchten,
dass sie in der Nacht ertrinkt.
Nur die Maske, undurchdringlich,
lacht so laut – voll Heiterkeit,
doch der Ort der halben Seele,
flüstert von der Einsamkeit.
Mittendrin schlägt die Ruine,
messerscharf die Felsen sind,
fließt das Wasser für die Tränen,
ohne warmen, frischen Wind.
In der Unvollständigkeit gefangen,
leer und kalt verbleibt mein Raum,
draußen spielen fremde Lieder,
hier in mir verstirbt der Traum.
© Amy Herzog
Ich bin die Eule, tief im Winter,
die Flügel, bitterkalt und schwer,
am Schnabel glitzert eine Träne,
so einsam bleibt die Seele leer.
Ich bin die Eule, auf der Suche,
für den Kampf um Lebenssinn,
in der Schwärze aller Träume,
weiß ich kaum noch mehr wohin.
Ich bin die Eule, finde Wege,
hoch am Hügel steht ein Baum,
Wärme duftet um die Flocken,
tut sich auf für mich ein Traum.
© Amy Herzog
So wie das triste Schwarz der meinen Seele,
so lauscht die Träne noch dem Lied im Wind,
nur müde blickt mein Schweigen in die Leere,
gar hoffnungsvoll, dass er die Schmerzen lind‘.
So wünschte ich, der Wind er könnte tragen,
so schreiend doch mein Herz zu leis‘ erklingt,
die Beine viel zu schwach um einst zu wagen,
was längst in meiner Brust im Fluss versinkt.
So weckt mich doch das Eis in jeder Nacht,
so trinke ich der Wärme ihre Sehnsucht,
doch krank bleib ich am Tage stets erwacht,
und doch gedenkt mein Herz an keine Flucht.
© Amy Herzog