Auf und davon

Nun…

Nun…
törichtes Denken
durch Wasser und stumm,
und wenn ich’s noch könnt‘,
würd‘ ich fragen warum.

Nun…
ich schlafe, esse, fühle,
wachse im Regen wohin,
kalt und warm wo ich sterbe,
doch irgendwie macht’s Sinn.

Nun…
das Stück ward geschrieben,
mit der Hälfte vertont,
ich bin gleich der Erde,
doch es hat sich gelohnt.

 

© Amy Herzog

Ohne dich…

Ich trenne mich von meinem Geist,
und reise weiter ohne mich,
lebe in Freiheit ohne Grenzen,
und verlasse dann auch dich.

Ich nehme nichts was wichtig ist,
und lasse Altes nur zurück,
all das zieht mich in die Tiefe,
wo ich finde nicht das Glück.

Ich suche weiter ohne Geist,
und finde irgendwann auch mich,
und alles was mal wichtig war,
das finde ich nur ohne dich.

 

© Amy Herzog

Zimmer…


Und wird es uns einmal zu kalt,

Die Sicht dort draußen viel zu klar,

Wir nicht mehr sehen, wer wir sind,

Und nur noch das, was gestern war.

 

Dann suchen wir ein warmes Zimmer,

Wo wir uns immer wieder finden,

Die Kälte, sie wird draußen sein,

Während wir uns an Träume binden.

 

Und wird es uns hier drin zu heiß,

Dann ist das hier kein ’nur für immer‘,

Es ist ein Traum, ein Zufluchtsort,

Nur unser kleines warmes Zimmer.





© Amy Herzog

Lebenszeit…


 

Was ist schon Leben und was ist die Zeit,

Wenn das Grün uns viel zu weit fern liegt,

Wenn die schreiende Sehnsucht hier auf der Welt,

Für unsere Herzen noch zu schwer wiegt.

 

Wo sind denn hier nur unsere Träume,

Sie sind viel zu weit weg in den Sternen,

Sag, was muss passieren, damit wir ihnen nah sind,

Sag, müssen wir zwei zuerst sterben.

 

Als sei unsere Lebenszeit ewiges warten,

Und irgendwann kommen wir oben an,

Irgendwann werden die Wolken uns tragen,

In die Sterne, wo der Traum im Garten begann.

 

Und wenn unsere Lebenszeit aufgebraucht ist,

Dann zeigt sich uns der geheime Garten,

Der Garten, der nicht existiert auf der Welt,

Darauf müssen wir dann nicht mehr warten.

 



© Amy Herzog

Licht aus…

Warum versuche ich den Tag festzuhalten,
hier sind wir nur eine kleine Karikatur,
nur unsichtbare Reisende durch die Gedanken,
sind machtlos gegen die tickende Uhr.

Doch irgendwie habe ich wieder versucht,
viel zu spät habe ich wieder kapiert,
dass die träumende Leichtigkeit an jedem Tag,
mit der Sonne in Wirklichkeit stets kollidiert.

Der Nacht habe ich beim sterben zugesehen,
und das Licht tut mir in den Augen weh,
ich rauche einfach die letzte Zigarette,
damit ich die Sonne nur durch Rauch seh.

Mache für uns doch kurz das Licht aus,
lass die Nacht nur ein paar Minuten leben,
lass uns den Moment in Träumen verweilen,
vielleicht kann ich mit ihnen davon schweben.

 

© Amy Herzog

Zum Hafen…


Ich möchte meinem Herzen folgen,

Denn es weiß, was Wahrheit ist,

Nur allein mein Herz hat Klarheit,

Was die Seele so vermisst.

 

Zu selten bin ich ihm gefolgt,

Doch ist es nie zu spät dafür,

Was mit ganzer Seele begehrt,

Dort öffnet mir mein Herz die Tür.

 

Das Herz kennt nur die eine Antwort,

Ohne Gesetz und ohne Regeln,

Es sieht das Glück, wo Augen blind,

Und wird mit mir zum Hafen segeln.




© Amy Herzog

nie gesagt..

Das Wort, das einst im Herzen lag,
ward nur in meinen Gedanken gesagt,
dein Mund es nicht zu sprechen wagt,
obwohl es aus dem Geiste ragt.

Das Wort, das niemals bei mir war,
war mir nur zwischen den Zeilen nah,
und wenn ich es dann doch mal sah,
wurde der Himmel zu schnell klar.

Könntest du einmal die Welt vergessen,
dann könnten wir gemeinsam essen,
uns trinken, atmen, Worte verfassen,
die uns dann niemals mehr verlassen.

Wo bist du und wo willst du hin,
denn du bist weg, wo liegt der Sinn,
so lasse doch diesen Irrsinn,
denn nur die Leere ist Gewinn.

 

© Amy Herzog

Zu früh und zu weit…

Irgendwo dahinten leise erklingt,
Melancholie auf einsam weinenden Geigen,
wo gerade noch irgendwer dazwischen singt,
bin ich schon zu weit weg gegangen.

Aber schau mal, ich bin wohl viel zu weit,
ins offenstehende Meer geschwommen,
ich dachte ja noch, wir gehen zu zweit,
aber da hat sich mein Gefühl übernommen.

Erst gestern saß ich noch locker im Park,
beobachtete mein Hirn und mein Herz,
beides war ohne dich so leer und ich dacht‘,
„schwimmste doch einfach weg vom Schmerz“.

Doch jetzt wo ich hier gerade ertrinke,
fällt mir ein, gestern warst du doch am singen,
naja, zum Abschied sag‘ ich dir „Winke Winke“,
seh’n uns wieder, und werden zu zweit erklingen.

 

© Amy Herzog

In Gedanken bei dir…

Es ist schon spät am Abend,
und die Laternen leuchten hell,
laufe verirrt durch dunkle Straßen,
nur nicht dahin, wohin ich soll.

In mir ist es auch schon dunkel,
doch liegt das nicht an der Nacht,
ich bin im belebten Café gestrandet,
bist du nicht da, der mit mir lacht.

Und so falle ich immer tiefer hinein,
in meine Wolkenwunschgedanken,
frag‘ mich, denkst du auch an mich,
oder hast du das Denken überstanden.

Tja, und so sitze ich seit Stunden hier,
mit meinem Bleistift und dem Papier,
du wohnst zwar längst im Nirgendwo,
doch in Gedanken lebst du in mir.

© Amy Herzog

Spuren im Sand…

Gemeinsam gehen wir Hand in Hand,
entlang am langen schneeweißen Strand,
hinterlassen leise unsere kleinen Spuren,
nach denen wir beide nie wieder suchen.

Wir blicken lächelnd zum schaumigen Meer,
es stürmt, doch das stört gerade nicht sehr,
der Schwimmring um uns, im knalligen blau,
Wolken verschwinden die einst waren grau.

Gemeinsam fliegen wir mit Wind und Wellen,
zum Himmel und verlieren all unsere Dellen,
jetzt sind wir furchtlos und voller Mut,
in den blau gefärbten Wolken wird alles gut.

Was auch immer nun sei irgendjemandes Wille,
oben in den Wolken gibt es keine Windstille,
erst wenn wir sinken zum staubigen Land,
erst dann erinnern nur noch die Spuren im Sand.

 

© Amy Herzog

‚Was wäre wenn?‘

Ich frage nicht mehr, was wäre wenn,
Du bist schon längst nach Haus gefahren, denn,
Da warten noch tote Fliegen am Fensterbrett,
Und die Eiswürfel schmelzen in deinem Bett.

Du musst in der Sonne nicht bei mir sein,
Denn das Licht ist nicht hell und wir sind zu klein,
Wir liegen viel lieber Nachts wach im Bett,
Unter Eiswürfeln ists nämlich schon ganz nett.

Der Regen platscht in uns’re Gehirne rein,
Wir trinken Wein, doch er wäscht nichts rein,
Und im durchtrennten Bett sind wir erfroren kalt,
Denn unsere große Liebe wurd‘ gestern schon alt.

Dann stehn wir wieder auf, gehen in die Stadt,
Um Gefühle zu essen und werden doch nie satt,
Zu Hause dann, stelln wir Eimer auf, es nimmt seinen Lauf,
Fangen tote fliegen im Wasser mit Leben auf.

Einmal frage ich dich noch, was wäre wenn,
Würden tote Fliegen schon im All verbrenn,
Würden wir Eiswürfel einfach gemeinsam erhitzen,
Und nur von der Liebe betrunken im Leben sitzen.
© Amy Herzog

Zu den Wolken…

Durchs Leben schreite ich schlafend,
hellwach durchs Menschenbedrängnis,
in Ketten aus Stacheldraht gebunden,
in meinem eigenen kleinen Gefängnis.

Ich sehe, höre und fühle so stark,
denn ich bin ein Mensch aus Blut,
die Augen viel zu weit aufgerissen,
spüre ich auf meiner Seele die Glut.

Einmal ganz und gar wach zu sein,
heraus fließt des Monsters Traum,
die Ketten lösen, der Rauch steigt auf,
mit mir zu den Wolken aus Schaum.

© Amy Herzog

Er…


Höre sein besänftigtes Rauschen,

Und erspüre seine geballte Kraft,

Sehe was er, sein glänzendes Strahlen,

Mit dieser Erde hebt und erschafft.

 

Sehe ich lange Wege, durch Staub,

Durch Stein, Dunkelheit und Schein,

Wie er allem trotzt, den Regen nimmt,

Nicht in ihm ertrinkt, so ganz geheim.

 

Wie er fließt, ohne Gesicht, doch lebt,

Sich farblos aus grauen Massen erhebt,

Verschwindet, erscheint, bleibt, geht,

Bis der Wind ihn zu mir zurück weht.

 

Flüstert, doch schreit, vorbei geheim,

Haftet er täglich an meiner Seele,

Bleibt er doch nichts – und alles dabei,

Bis ich einfach mit ihm davonschwebe.

 

 



© Amy Herzog

Der rote Luftballon…

the_suicidal_optimist_by_schizophrenicsmile

Bildquelle

Ein Luftballon glänzt in der Sonne,
schwebt im Wind und schenkt Wonne,
prallgefüllt mit Luft im zarten Rot,
wünscht ich dennoch, es käme der Tod.

Schaue noch mal hoch zum Himmel,
fort vom Lärm und Menschengewimmel,
kommt denn der Tod hier her jemals,
so binde ich den Faden um den Hals.

Mache schnell ein Schleifchen drum,
bleibe dabei einfach nur stumm,
ein niemand kann den Faden sehen,
niemand bleibt einen Moment stehen.

Ein letztes Mal blicke ich ins Rot,
da vorn kommt zu mir schon der Tod,
hinab senkt sich mein ängstlicher Blick,
der Tod nimmt vom Faden ein Stück.

So nimmt er mich mit ganz nach oben,
den Luftballon kann man nicht loben,
gerade glänzte er noch so fein,
jetzt trägt er mich in Wolken rein.

Eine Träne fällt noch zum Boden,
verregnet all die vollen Straßen,
hätt‘ ich doch nur noch etwas gesagt,
der Luftballon, jetzt trägt er mich ins Grab.

© Amy Herzog

Wartezeit, Richtung Freiheit. 


 

Ich weiß von der meinen Wartezeit,

weiß, wie falsch ich hier doch bin,

sie folgt mir seit der Vergangenheit,

treibt mich weiter in die Zukunft,

und wartet auf die staubige Ewigkeit.

 

Begleitet von stechender Einsamkeit,

atme ich genüsslich die Naivität ein,

ersticke an meiner Anwesenheit,

die Welt lacht sich schamlos kaputt,

und bleibt in ihrer Beschaffenheit.

 

Ich kürze diese ewige Reisezeit,

das Leben funktioniert ohne mich,

die Welt ist dafür zwar nicht bereit,

aber nur, weil sie mich nicht kennt,

sie genießt lieber die wenige Freizeit.

 

Lassen wir die Rückfahrmöglichkeit,

ich fahre lieber schneller geradeaus,

ich danke für die Gastfreundlichkeit,

die nur die Gutmenschen verdienen,

das bin ich dann in der Zwischenzeit.

 

Ich sage es mit ‚etwas‘ Sicherheit,

ich weiß, wie falsch ich hier doch bin,

sollt von Beginn an nur sein befreit,

von mir, ich, ertrage mich am wenigsten,

bin dann mal weg, und suche Freiheit.

 



© Amy Herzog

Träume der Nacht…

Tief gefangen in Träumen der Nacht,

Reichst du mir an dein warmes Herz,

Meines schlägt wie wild und es lacht,

Vergessen ist kurz all dieser Schmerz.

 

Mit einem weinenden Auge genieße ich,

Bade in einem roten Meer aus Wärme,

Gleich klingelt der Wecker, weckt mich,

Vorbei sind all diese HerzensTräume.

 

Dann werde ich wach und du bist fort,

Verborgen bleibst du leider in der Nacht,

Hier am hellen Tage gibt es keinen Ort,

An dem mit dir mein Herz auch lacht.

 

Mit jedem morgen erinnere ich mich,

An den Traum von der letzten Nacht,

Eigentlich ist das Wecken lächerlich,

Denn ich bin mit Schmerzen erwacht.

 

Könnte ich doch nur ewig schlafen,

Auf ewig mit dir im Traumland Leben,

Malen Bilder aus verrückten Visionen,

Und werden einfach nur darin wohnen.



© Amy Herzog

Vergangen…

Traurig liege ich im Bett,
und ich warte auf das eine,
auf ein Zeichen des Lebens,
oder darauf, dass ich weine.

Ich frage, was du machst,
wo du wohl bist, ob du lebst,
und ob du glücklich lachst,
kommst, dann wieder gehst.

Du zogst mich einst mir dir,
in eine ganz andere Welt,
voll Leidenschaft und Wir,
unter unserem Wolkenzelt.

Doch jetzt liege ich hier,
und sehne mich nur noch,
denke an das Vergangene,
und falle tiefer in ein Loch.

Ich hoffe es geht dir gut,
denn böse bin ich dir nicht,
der Rest wird schon gut,
denn du lebst im Licht.

© Amy Herzog

Wanderweg….


– wanderweg

 

staubgraubraun

hier und da ein zaun

ein stein – manchmal fein

der schutz, das warten

 

kühl im schatten unterm baum

liegen, verharren im grün

blickend in zukunft –

zeit, glück und raum
ein vogel zwitschert aus dem schlaf

plötzlich klopft ein wanderer

fragt, ob er bleiben darf

reicht ein warmes glas

 

mit flüssigem glück

 

fragt, sag: willst du jetzt

zurück? oder fort?

bleib doch hier, wir klettern

über den zaun – gemeinsam

an den nächsten ort

© Amy Herzog

Verschlossen…


bleichesleere seele

hätts müde bleiben sollen

die türe wär ins schloss

gefallen

trinkt sie darauf ein

schluck wein

greift zum horizont

schreit noch einmal an die welt

trocknet ihre kehle

und

geht ins bett…


© Amy Herzog

In den Wellen…

Sitze am Rande des Ozeans
und schreie laut:
Halte diese Wellen an!
Lasse mich nicht zu nah an sie heran,
wenn ich falle, dann fang,
doch niemand hört..
Ich habe keine Wahl,
schwimme hinaus in die Wellen,
vorbei an leuchtend grüßenden Quallen,
sie lachen, ich bin zu weit geschwommen,
zurück muss ich allein,
hier in den Wellen,
bringt es nichts zu schreien.

© Amy Herzog

relikt.

ich bin ein relikt
defekt, einfach unperfekt
gehöre nicht länger hier her
als kleines wolkenschwarz
kann ich nicht mehr

oder doch?

kann ich noch schweben
unsichtbar die welt von oben sehen
regenbögen finden – hinunterrutschen
und selbst als kleines relikt
meinen wert zu erkennen
versuchen

werde einfach gehen
durch strömenden regen
(auf gut glück)
seufzend lächeln, rennend
meine farbe annehmen
und abschied nehmen

© Amy Herzog

Dazwischen warten auf den Bus…

In Zukunft will ich die Welt bereisen
wie Könige und Arme speisen
bis zum Mond nach Sternen greifen
in Spanien mit Quallen singen
Will ich Berge hoch erklimmen
kreuz und quer durch Meere schwimmen
in Zukunft will ich das und mehr
wünsch‘ ich’s mir wohl nur allzu sehr

Doch könnt ich einfach schlafen gehen
durchs Leben einfach träumend schweben
mich in weichen Betten schmiegen
oder auf dem Sofa lümmeln
Im Traum da wär‘ ich federleicht
wo Zeit und Raum auf ewig reicht
für immer nur in Armen liegen
würden Zeiten einfach ohne uns vergehen

Doch bin ich hier
und weder dort, noch bin ich da
im irgendwas wo niemand war
dazwischen hier im Ungewiss
mich etwas aus der Zukunft riss
Und mich hier nicht mehr träumen lässt
mich nicht mal leben lässt den Rest
als wartete ich auf den Bus
der aber niemals kommen muss

© Amy Herzog

letzter schlag…

weine
kleine niemalsmensch
um den steinherzschlag
den du hasst
zähle deine schläge
mädchen
bis du steine
gehen lässt

warte
bis der morgen taut
der himmel
schwarz und blau ergraut
dann wurd gelauscht
der letzte stein
herzkalt er fällt
im sonnenschein

© Amy Herzog

Rotes sehen

Rotes sehen – grell
fließen im sanften Spüren.
Mit deiner nackten Haut
auf klammheimliche
Streifzüge gehen.
Verkochen wir das Essen,
genießbar von früh bis spät,
lassen wir uns flehen
gegen diese Hitze,
die uns innerlich
die Flammen beschert.
Und wie wir diese Zeilen schreiben:
Nein. Stop! Halt den Mund!
Wir würden doch nur
errötet bleiben.

© Amy Herzog

Ich will nur weg…

Ich will nur weg
Ich weiß nicht wohin
Nur irgendwohin…

Wo Sonne nur scheint
Und’s ewig noch schneit
An den Ort da hin…

Egal wo das ist
Ich komme dort hin
Ich eile geschwind…

Nicht mal lebe wohl
Sag ich hier, egal
Ich bin nun mal so…

Wie könnt ich sein froh
Dem Leben entgegen
Die Erde zu Füßen…

Da würd ich begrüßen
Nach Hause zu fahren
Nie wieder zu müssen…

© Amy Herzog

Zeichen…

Wartend auf ein Zeichen
vom Universum.

Doch ist auch kein Zeichen,
ein Zeichen.

Wenn hier nichts mehr hält,
das Zeichen, das zeigt,
dass das Zelt
längst woanders
steht.

© Amy Herzog

Die letzte Musik…

Im Dunkel meine Augen
sie bleiben verschlossen
lasse letzte traurige Klänge
durch den Korridor hallen.

Es rauscht und pfeift
noch ganz leise der Wind
durch kleine Spalten am Fenster
und wird stärker geschwind.

Neige langsam den Kopf
und blicke gebannt
während der letzte Klang
des Klaviers verstummt.

Versuche zu sehen
das tönende Geschehen
nur ein letztes Mal noch
aus dem Fenster zu blicken.

Es stürmt und blitzt
der kalte Regen rinnt
die Wolken sinken tiefer
in Trauer die Welt versinkt.

Mit aller Naturgewalt
drängt das Wasser herein
stürmt der Monsun überflutend die Welt
findet er Wege bergauf und talein.

Kein Weg bleibt bestehen
kein Fluss der sich hält
ein einziges Meer
wurde aus dieser Welt.

Die Ernte verdorben
die Welt bald gestorben
überflutet von Wasser
die Tränen vergossen.

Meine Stimme verstummt
die Musik bleibt still
das Klavier in meinem Herzen
bleibt für immer ertränkt.

Die freudenstrahlende Erde
werde nie wieder strahlen
bei solch Wassermassen
ist die Sonne vergangen.

© Amy Herzog

Wellenrauschen…

Lautes rauschen tönt das Meer,
fühlt es sich doch noch so leer,
prachtvoll winkend Wellen schlagen,
niemand würd die Nähe wagen.

Wirkt es doch so faszinierend,
im Rhythmus starr hypnotisierend,
lädt es gleich zum Baden ein,
erweckt den Schein sicher zu sein.

Die Leere, die das Meer wach hält,
zum Ruhen jede Seele zählt,
mit Leid und Liebe frisst es Seelen,
die Seelen, die das Leid hinzehren.

Der Körper wird vom Meer erdrückt,
je fester, desto mehr entzückt,
streicheln kalte Messerstiche,
unter Wasser letzte Blicke.

Langsam wird die Seele still,
hat sie endlich was sie will,
den Wellen setzt sich nicht zur Wehr,
im Leid gefangen nun nicht mehr.

© Amy Herzog

Wellenspiel…

Ein letztes spüren kalten Windes,
rhythmisch in des hohen Grases,
fegend durch mein langes Haar,
worunter einst noch Leben war.

Blickend in die weite Ferne,
sehend außer dunkler Leere,
des Nebels Undurchdringlichkeit,
der mir zeigt es ist jetzt Zeit.

An den Rand des Abgrunds schreiten,
die Augen weit geöffnet halten,
dort unten spielt das laute Spiel,
das Wellenspiel das letzte Ziel.

Mit einem Lächeln im Gesicht,
spüren wie das Herz zerbricht,
nur einen Schritt zum letzten Mal,
beendet dieser dann die Qual.

Im Fluge durch den weichen Nebel,
breiten sich die meinen Flügel,
machen sich bereit zu tauchen,
in kalten Wellen zu ertrinken.

Dunkel, kalt und ohne Luft,
Lichter sehend, niemand ruft,
schlafe ich nun langsam ein,
im Wellenspiel so ganz allein.

© Amy Herzog

Im dunkel schreibend verbleiben,
bis die letzte Zigarette verglüht
und das Leben schmerzlich vergeht.

© Amy Herzog

Das letzte Licht…

Das allerletzte Licht erlischt
gemeinsam mit dem Sonnenlicht
und ziehen dichte Wolken auf
bleibt das Licht für immer aus

Wird es dunkel sein auf ewig
bleibt gefangen hier im Käfig
niemals wieder Lichter sehen
irgendwann daran zerbrechen

Ist das Leben erst zerbrochen
wird es nicht mehr wieder kommen
gefangen dunkel langsam sterben
Lichter die für immer gehen

© Amy Herzog

Versunken…

Da stehe ich klein,
allein, während Regen
auf mich fällt.
Meine Haare durchnässt
und meine Kleidung entstellt.
Die Schuhe in Pfützen,
die immer tiefer werden.
Doch stehe ich nur da,
Gedankenverlassen allein
und versinke vergessen
für immer im Wasser.

© Amy Herzog