Stiller Schmerz

So leiser Fall ins Nichts
& du berührst den Schmerz
so tief – in deiner Haut
nur Sehnsucht, schreie laut!

Geführt in deine Fänge
treibt die Nacht
& lauschen unserer Klänge.

Wärme, sinnlich nah
& dein Blick zieht mich an
wie nur dein Duft
meinen Schmerz noch stillen kann!

© Amy Herzog

So genau weiß ich das nicht.

So genau weiß ich das nicht. Wer zählt schon dieses X. Es ist immer ein Einschlafen, irgendwann & ein Aufwachen, dann auch irgendwann. So wie er mich festhält, will er dass ich ihn spüre. Aber ich sehe nur seine Arme. Scherzhaft sagt er mir, dass ich so kalt sei – die Oberfläche meiner Haut. Und dann beginne ich, aus Angst er könne auch mein Inneres spüren, zu zittern. Obwohl ich andererseits nicht davon ausgehe, dass ihn meine innere Kälte stören würde. Die Typen ergreifen doch ohnehin erst dann die Flucht, wenn ihnen Gefühle offenbart werden. Und solange da nichts ist, muss auch nichts flüchten. Es ist, was es ist, es kommt nirgends her und will nirgends hin. Nur Blicke, Arme, ruhige Gespräche, der Duft einer erloschenen Kerze, weiße Flecken im Bett, einschlafen & aufwachen. Und das Ganze mal X. So genau weiß ich das nicht. Und wie sollte ich schon einer dieser Menschen werden, bei denen man bleiben möchte. So ein Mensch mit Gefühlen, mit Tränen & anderen Klageliedern. So ein Mensch, der die Angst vor der eigenen Ehrlichkeit verlieren kann und den Ekel vor der empfundenen Liebe. Ein Mensch, der warm wird. So warm wie er. Aber dann ist es doch immer nur ein aber. Aber, aber, aber. Aber es war nett. Aber ich wäre gern ein Stein, der fällt, nicht die Feder, die eine Ewigkeit braucht. Jede Berührung haftet an mir, frisst sich in mich hinein & bleibt, wird ein Teil von mir. Ein hässliches Stück Fleisch aus allen je erfahrenen Berührungen. Ich hasse es. Hasse es ich zu sein, kalt, aber nicht wirklich kalt. Schrödingers Katze – zur Selben Zeit lebendig & tot. So genau weiß ich das nicht.

Delirium

Blindgänger auf deiner wachs-
weichen Haut & ein
Nachdenken verbringt zu viel
Zeit über der ausdruckslosen Verbindung
& doch wird mir Fieber-
Delirium in deinen Schlingen
greifender Äste

© Amy Herzog

Na endlich :-) Bissl trash.

Habe ja schon vor einigen Monaten geschrieben, dass ich gern auf Twitch live gehen würde…denn ich bin ja auch – nebst dem Schreiben ein begeisterter Gamer.in. 😉 Und endlich wird das möglich sein! Denn ich habe nun einen dafür geeigneten PC. Na, das hat sich so ergeben. Erst klemmte die olle Tastatur…da gabs dann eine schicke neue. Daneben sah dann der Rest schäbig aus. Und überhaupt ist der alte PC gefühlt stündlich abgestürzt. Zuletzt bekam er nicht einmal mehr Internet. Weiß der Geier warum. Nichts half. Naja – fast nichts. Ein neuer PC löste das Problem. Und weil dann der Bildschirm schäbig aussehen würde, gabs da auch nen neuen. I freu mir! Zum einen, weil die Klamotte nun technisch in der Lage sein wird, endlich anständig live zu zocken…aber auch, weil das ein oder andere in bunten Farben leuchtet. Na, ich weiß, dass das im Grunde unwichtiger Schnickschnack ist. Aber ich bin halt n Mädchen. Hach…was soll ich nur zu erst zocken. Bin ja Richtung Horror und Simulation unterwegs.

Ach…Pardon, bin hier gerade so abwesend…für meine Verhältnisse. Nicht, dass es jemand gemerkt hätte. Bin aber auf Insta krass unterwegs. (Ich wünsche mir, dass ich jemanden mit dem Wort „krass“ triggern konnte).

Und noch was Gutes! Das dumme Rot auf meinem Kopf hat sich auf wundersame Weise in dunkles Lila & Blau geändert. Obwohl das Blau eher Schwarz wirkt. Töne also noch mal drüber, weil ich offenbar heute Abend nichts besseres zu tun habe, als zwei, drei Stunden mit Farbe aufm Kopf aufzupassen, bloß nicht (schon wieder) alles einzusauen, was sich in meiner Umgebung befindet.

So – und nun Pause vom schreiben, morgen kann’s weitergehen. 🙂

Kann Seele

Auf Konflikten schaukeln
& keine Sekunde
mehr allein & wenn Seide nach innen
weint / wer nicht wir wer
kann, wenn die Laternen zünden
& wir nach Hause müssen
kann dann
die Seele als Ganzes betrachtet werden
oder nur unsere Zeit

  • Amy Herzog

nachtzug

kann den menschen nicht
mehr glauben
weil die penner am bahnhof liegen
und der boden
rot ist
während auf leitstreifen
schmetterlinge um die wette weinen

ich habe verloren
aber sind da
noch so viele worte
nebelschwaden aus meinem mund
aber du
ziehst keines davon an

und ich friere
im nachtzug nach berlin
weil der wagon
so viel leerer ist als draußen
der sonnenaufgang
verschläft

© Amy Herzog

Gelesen: von David Wonschewski „Das Seufzen und das Schweben – Der Bipolare: Dunkelste Stunden“

Guten Abend 😊

Leider ist es mir nicht möglich, dieses Video direkt hier hochzuladen. WP tut sich mit längeren Videos irgendwie schwer. Nun, ich hoffe ihr könnt es auch schauen, wenn kein Insta vorhanden ist. 🙂

Wie kurz angemerkt durfte ich lesen, von David Wonschewski (HIER die Website) aus einem seiner Bücher eine Geschichte. „Das seufzen und das schweben – der bipolare: dunkelste Stunden“. Berührende Gedanken mitten aus der Depression, Selbstzerstörung, Selbstzweifel, Selbsthass, Weltschmerz, Misanthropie & Existentialismus.

Und die Schuldfrage.

Dieses Buch & die weiteren Romane kann ich wärmstens empfehlen. Schaut gern auf seiner Website vorbei für weitere Informationen. 😊

Vielen Dank fürs zuhören! Natürlich versuche ich noch mal, das Video auch hier hochzuladen. Gern Bescheid geben, ob das Video dennoch anzuschauen ist, auch wenn kein Instagram vorhanden ist.

weil.

weil gesehenes nicht ungesehen, gehörtes nicht ungehört und gelesenes nicht ungelesen gemacht werden kann. und ja, vielleicht habe ich schon ganz andere dinge ausgehalten, aushalten müssen. und manchmal auch schlicht und ergreifend überlebt. das bedeutet jedoch nicht, dass ich weniger schlimmes sehen, hören oder lesen kann, dass ich es ertragen kann, weil es ja weniger schlimm ist, weniger schlimm sein könnte, vermutlich weniger schlimm sein wird. das bedeutet nur, dass ich schon zu vieles ertragen konnte und nun kaum mehr etwas von mir übrig ist, was noch ertragen kann.

© Amy Herzog

Dies & das, weil ich vom Lesen nicht genug bekomme + kleine Ankündigung

Kleine Ankündigung: Morgen im Verlauf des Tages darf ich von David Wonschewski aus seinem Buch „Das Seufzen und das Schweben“ einen Text lesen, dazu schreibe ich morgen mehr. Thematisch geht es um die Gedankenstränge in einer Depression. Das Video wird etwa 10/12 Minuten lang. Freu mich! Und freue mich, wenn ihr zuschaut. 🙂 Aber, morgen mehr.

& weil ich vom Lesen gerade nicht genug bekomme: Falls du/jemand interessiert daran ist, dass ich einen Text oder Lyrik von dir lese, schreib mir gerne per Mail. Ich veröffentliche hier & auf Insta. Selbstverständlich mit Erwähnung und vorhandenen Verlinkungen. 🙂

Nun zu den unwichtigen Dingen, zu den Sorgen, die andere gern hätten…um 3h ins Bett & um 5h wieder aufgestanden…ich bin tot. Oder sehr erschöpft. Trotzdem ein paar Gedanken.

Seine eigenen Beiträge liken…finde ich merkwürdig. Aber…nun, manche machen das ja & da denke ich, warum eigentlich nicht? Wenn es mir nicht gefällt, warum veröffentliche ich es dann? Macht Sinn dann den eigenen Beitrag zu liken, oder? Aber Eigenlob müffelt doch…hmm. Ich denke weiter in irgendeiner staubigen Ecke meines Hirns darüber nach.

Heute in der Früh hat mich die Technik ein wenig geärgert. Denn ich probierte etwas an der Kamera herum. Nun, damit man viel mehr von mir sieht. Oder viel mehr zum wegschauen hat – je nach dem. Dann fiel die Kamera aus…dann das Mikro…dann wieder die Kamera. Das Ganze zu beheben hat ein paar Stunden gedauert. Ja, ich hab sonst nichts zu tun. Ja, ich mache das total gerne. Ehrlich. Nun, anschließend habe ich ein paar Stunden gelesen – dauerte wieder ewig, bis ich zufrieden war – nicht. Deshalb geht’s morgen weiter. Die Frage ist: Wie kann man nur einen Text auswendig kennen & trotzdem ständig falsch brabbeln?

Dann waren wir gerade einen Weihnachtsbaum aussuchen. Haben nen feinen gefunden & er wird geliefert, weil das neue Auto nicht versaut werden will. Zumindest noch nicht jetzt. 🙂 Der Baum wird nicht so voluminös wie sonst, aber trotzdem fein.

Im gesamten Verlauf kam ich zu dem Schluss, dass ich möglicherweise doch nicht so hässlich bin, wie ich mich zur Zeit fühle. Glaub so hässlich hab ich mich lange nicht gefühlt. Wie mir aber zugetragen wurde, wurde nach mir geschaut. Na, vielleicht haben die nur entgeistert geschaut. Keine Ahnung, ich merke so etwas nicht & kann es auch nicht einschätzen. Ich komme mir jedenfalls sehr hässlich vor zur Zeit & denke gerade mal kurz, dass das möglicherweise nicht so schlimm ist, wie ich denke. Also mein Aussehen. Gott, ich hasse solche oberflächlichen Gedanken. Aber man kann ja schlecht nicht denken. Aber genug Selbsthass. Hat doch so gut angefangen hier. 🙂

Hab jedenfalls große Freude am lesen, gehe gleich aber erst mal aufs Sofa & schlafe höchstwahrscheinlich auch dort ein. 🙂

Ich ziehe mich aus.

Vielleicht liebe ich auf eine verschrobene Art, die dann nur niemand schnallt, und gewiss war ich Menschen zu nahe, die ich nicht geliebt habe, wer war das nicht? Aber die wollen nur, dass man sich auszieht. Na, dann zieh dich aus! Zieh mich aus & zerbrich an meiner geschundenen Oberfläche! Zieh mich aus, bevor ich mich selbst ausziehe! Schicht für Schicht, langsam, bis auf die Tiefe. Ich kann mich gut ausziehen, langsam, bis du mich schön findest. Aber nein, das willst du nicht. Du willst mich ausziehen & dann meine Tiefe messen. Aber auch dein Schwanz kommt nicht tief genug & dann bist du ernüchtert, weil du nichts Schönes gefunden hast. Weil du nie etwas Schönes findest, wenn du nur mit deinem Schwanz misst. Ich aber kann mich ausziehen, langsam, Schicht für Schicht ablösen, kann mich auflösen, unsichtbar werden, schön werden. Irgendwie bin ich dann übrig & nicht zugleich. Und dann wird es überwältigend. Aber du kannst es nicht sehen.

Schlaf, Schlaf, Schlaf

Schlaf, Schlaf immer
nur Schlaf & Traum & Meer
weil dir die Nacht
so viel mehr gibt, als das Leben
ist immer zu leer &
Momente fressen Schokolade
& dann dich
zum Frühstück gibt’s Dynamit,
damit der Tag dich
überrascht
& nicht

© Amy Herzog

Gelesen: Antarktis | Trink

als ich unsere
Nacht
aus deinen Augen trank
glänzte die Trauer
darin
Jahrzehnte
drückten sich
aus deinen müden Poren
und dein Atem
schmeckte mir wie ein warmer Kakao
nach dem durchqueren
der Antarktis

© Amy Herzog

Komm,
und trink dich taumelnd
in mein Weltmeer
so komm,
und trink aus Lenden,
Lust und uns
mein ganzes Herz
leer

© Amy Herzog

Insta: @amy_darklyrik

Gelesen: ich bin eine schlampe

Ziemlich am Anfang der Aufnahme knackt es kurzzeitig, Pardon. war dann aber doch froh, als ich es endlich eingelesen hatte, ohne bei den SCH-Worten lachen zu müssen 😁

Sollbruchstellenwelt

Du stirbst –
Sollbruchstellenwelt
und drehst dich auf dunklen Pfaden
im Kreis & denkst
zu schnell – vergisst dabei
dein Herz

Was willst du auch geben
fliegst im Wort & Ätherwind & Salz
Magie küsst deine klaffenden
Wunden blind

Wie Regen rinnt
auf deinen Wangen nur
dann stehst du
verloren am Wegesrand & wartest
dass dich Myrrhe salbt

Nur dein Herz
ist tot

© Amy Herzog

der rest von dir

der Rest von dir
liegt in meinem Schatten
& deine Silhouette im Asphalt
aus dem Himmelblau
meiner gefesselten Flügel
löse ich mich auf
und bin grau

©  Amy Herzog

ach, …

streife das Wolkenkleid ab
& flüstere dein Land
– ach, ich ertrinke
so blaue Augen und Blick
gen Horizont & Meer
– ach, wenigstens liebst du
meine Sonne
wenn nicht mich…

© Amy Herzog

Gelesen:

Ich hatte mal wieder die verrückte Idee etwas zu lesen. Dieses Mal hat es nur zwei Aufnahmen gebraucht. Also habe ich mir schnell eingestanden, keine Kontrolle über Mimik und Ton zu gewinnen. 😁

Nun, hier drei meiner Gedichte, welche thematisch gut zusammenpassen, finde ich.

wie lange hast du schon keine
glatten Konturen
mehr gesehen? Nur schemenhafte
Geister, kommen und gehen
und brechen stets

ein Stück aus dir heraus

irgendwie nah
und fern
etwas will und
und das andere stellen wir
in den weg
und haben angst
davor
nicht so hoch klettern zu können
und die aussicht zu
verpassen und uns

Komm nahe
jetzt!
Funkenmoment,
dann zerbirst du in den
Einkerbungen
meiner
Leiser Schatten
streut
wie die glimmende Asche
dem ausgedrückten
danach
Und zeichnet mich
ohne Kontur
in deinem letzten Hauch
ein ausgekühltes
Ich

Insta: amy_darklyrik

Trauernde Jungfrau

Ich bin niemand…
nur eine trauernde Jungfrau
die den sterbenden
Kosmos
hinter deinen Augen sah
die das noch glimmende Feuer
in verregneten Nächten
so all.ver.zehrend sehnsüchtig wach.küssen will
weil du doch einstmals Sonne warst

wenn ich nur wüsste
wie das geht, verdammt!

© Amy Herzog

Jäger.

das absurde Kapitel
in deinem Buch
nur halbseitig
von der Jagdkanzel aus
gesichtet
gibst du mich zum Abschuss frei

so ahnungsloses Reh
auf engstem Raum im: Ich
so weiß ich nicht
steht neben mir noch Wald
und hohes Gras
Gevatter Tod?

dein Schlusssatz war noch nie
der längste Weg
doch bitte ich dich, bleib!
und iss mit mir
die Äpfel im Paradies

© Amy Herzog

Von Innereien, nem Büchlein und den Katakomben.

Gerade ist alles etwas unstrukturiert. Sowohl im Leben, viel mehr aber im Kopf. Vielleicht habe ich dahingehend einfach zu viel Zeit.

Auf Insta bin ich nun seit einem Monat mit meiner Lyrik unterwegs und da passieren einige Dinge. Hauptsächlich sehr viele Kontakte, selten persönlicher, meist weniger persönlich. Oftmals bin ich überfordert, jeder Interaktion gerecht zu werden. Menschen an mich heranzulassen fällt mir derzeit extrem schwer. Und ich fühle mich eben auch nur sehr selten angezogen.

Zumal ich immer noch nicht begreife, wie das eine oder andere funktioniert. Aber ich bin schon glücklich, wenn mein PC nicht in Flammen aufgeht, von daher… Aber ich räume dort fleißig auf.

Ich hatte Gelegenheit, all meine Texte/Lyrik durchzugehen und muss sagen, manchmal bin ich selbst erschrocken, was ich so vor Jahren geschrieben habe. Auf dieser Seite habe ich mich jedoch dazu entschlossen, nichts zu löschen. Denn irgendwie gehört das ja alles zu mir. Selbst das Meiste, bei dem ich denke…was für’n Scheiß.

Menschen werden mir gerade zu viel, gleichzeitig zu wenig. Oder es sind nicht die richtigen. Für meine autistischen Verhältnisse ist gerade viel los, vor allem in mir. Viel Spontanität…dementsprechend viel Masking. Ich suche Nähe, die ich brauche, obwohl meine Batterie komplett leer ist. Dazu bin ich in mir sehr verschlossen…ich glaube nicht, dass irgendwer noch durchblickt, was ich wirklich denke/fühle. Irgendwie finde ich das gut, andererseits wär’s wie immer leichter, wenn jemand einfach alles sehen könnte.

Immer wieder an meine Grenzen in Sachen Kommunikation zu stoßen, ist frustrierend.

Eine schöne Entwicklung ist die, dass ich an meinem Büchlein arbeite und wenn ich nur ein klein Wenig strukturierter vorgehe, könnte das 2023 endlich mal etwas werden. Nach zahlreichen Kontakten, Gesprächen und Überlegungen habe ich mich da definitiv für’s Self Publishing entschieden. Alles Andere macht da keinen Sinn.

Ich kann nicht behaupten, mich selbst finden zu müssen. Ich weiß genau, was ich will. Gleichzeitig bin ich irgendwie verloren und manche Tage sind unsagbar schwer. Aber ich halte den Kopf hoch und bemühe mich um Struktur in allen Bereichen. Natürlich könnte ich mit Menschen reden und der ein oder andere Mensch fragt auch ehrlich danach, wie es mir geht. Aber diese Frage kann ich einfach nicht mehr beantworten. So verschlossen zu sein tut weh, andererseits schützt es mich gerade auch. Ich weiß nicht was nötig ist, damit ich mich jemandem anvertraue, mich jemandem öffne und im Moment will ich das auch gar nicht herausfinden. Ich denke, wenn Zeit, Ort und Mensch richtig ist, werde ich das erfahren.

Das Schreiben bereitet mir natürlich weiterhin Freude und trotz aller Überforderung, finde ich es auch schön, wenn ich andere Menschen erreiche. Ich bin sehr dankbar und freue mich tatsächlich über jeden einzelnen Menschen, der hier oder auf Insta liest wie ein Honigkuchenpferd!

Nun, das wollte ich einfach mal abtippen, nur so für mich und die Katakomben hier. Obwohl das Meiste zwischen den Zeilen steht.

Verspätet.

Wieder steige ich an irgendeinem Bahnhof aus, nur um auf den Nächsten Zug zu warten. Dann gleich, eine halbe Stunde später, fahre ich weiter zu dir und behaupte, der Zug habe sich verspätet. Dabei sind es die Gespräche zwischen den anderen Rauchern die warten. Ich aber warte nicht. Richtig. Ich warte nicht, obwohl ich auf den Nächsten Zug warte. Zwischen unverständlichen Durchsagen, langgezogenen Gesichtern und leeren Blicken kommt es mir nur in diesem Augenblick so vor, als würde ich auf nichts und niemanden warten, keine Sehnsucht verspüren, niemanden verlassen, niemanden besuchen und nichts vermissen. Ich sitze einfach nur da, lasse die Zeit Zeit sein und lausche den mal oberflächlichen, selten tiefsinnigen Gesprächen. Dann bin ich kurz glücklich, weil ich nicht selbst gerade so ein oberflächliches Gespräch führen muss. Die einfahrenden Züge und die Hetzerei um mich herum erinnern mich daran, dass ich selbst so oft ein Mensch bin, der rennt. Aber jetzt nicht. Jetzt sitze ich nur hier, schreibe und denke an nichts. An niemanden und nichts.

Starr

Ich kann nicht. Ich kann nicht mehr ehrlich schreiben. Ich bin gerade so … überlagert. Starre liegt auf verpassten Anrufen. Wen soll ich beeindrucken, bin ja doch nicht schön. WhatsApp Nachrichten als Ranking für Wichtigkeit. Dein Chat ist immer nur Nachts an oberster Stelle. Dann willst du mich wieder, obwohl mir die Mischung aus Nähe und Distanz unerträglich ist. Aber unter dir sind die meisten Nachrichten. Ich lese, durchaus, aber erkenne mich nicht darin wieder, weil ich verändert bin. Zuerst hatte ich es nicht gemerkt, aber nun ist da so ein Brennen zwischen meinen Eingeweiden. Natürlich könnte ich den Strom abstellen und damit auch die Frage, wie ich denn beeindrucken kann, wenn ich es doch offenkundig so dringend soll. Ich kann ignorieren. Oder so tun als ob. Stundenlang, Wochenlang, Jahrelang. Ich kann auch einfach nicht existieren. Existiere ich noch, wenn ich den Strom abstelle? Es ist mir zu kalt geworden in dieser Welt. Der Spruch „ein Mann sollte nicht schön sein, sondern einen großen Schw.. ein großes Herz haben!“ amüsiert mich inzwischen. Meine Temperatur habe ich angepasst, an diese kalte Welt. Jetzt, wo ich nicht mehr ehrlich schreiben kann. Wenn ich das täte, würde sie verbrennen. Dann würde ich verbrennen. Würde dich das beeindrucken? Verdammt, ich finde keine Worte. Ich kann nicht. Ich bin starr.

Küchenreste

Küchenreste
krümeln Schatten kleben
Fetzen aus
pressen die Gedanken
ach, so tief in dir
nur füllen meine deine staubigen
Ecken lecken
verkleben Zeit und Lust
wie den heiß verschluckten
Saft und Luft
als ich dich, Limette
an mir rieb
der Boden ist betrunken
Bett und leer
was seither still in dir
so ungeahnt, so schwer und all
verzehrend in dir ruht

© Amy Herzog

einfach so.

Musik, schreiben, Alleinsein, und ein mich-normal-machendes-Getränk. Was will man mehr?

Hab zwar irgendwie immer Wochenende, wünsch euch trotzdem ein schönes!

So wie ich hier liege
& nur noch schweigen kann
wärst du einen
Augenblick
lang neben mir?
& überdauerte er uns
zu weit
in eine ganze Welt
sag, würdest du sie mit mir
verbrennen &

© Amy Herzog

dazwischen

ich sehe uns
denken
in die Dunkelheit
wir sind so unglaublich Mensch
sind alleine
eins
es zerspringt dann
zwischen
Berührung und Haut
und alles andere verliert sich
in uns

©  Amy Herzog

ofenkäse

Langgezogener Körper
schreit nach Gott
oder Wolken und Regen
weil er in den Himmel soll
Glänzende Schritte
Augenblick
und Ofenkäse
die Oberfläche schwitzt
ich schmelze darunter und die Worte
ficken sich inzwischen selbst
weil sie so nass sind
Hintergrundmusik schreit
ich atme lauter
hinter meinen Augen
beschlagen die Scheiben

©  Amy Herzog

behutsam nur

behutsam lausche
schatten
fließe dir entgegen
so kocht der dampf und dunst
des morgens
zitternd weiche lippen nahe deinem
wald aus wort und
regnend bebendbleicher haut
umschließen langsam
und gehen ineinander über
in die abwesenheit unserer venen
und reiße meine brust
für dich ein

© Amy Herzog

weg

weiß auch nicht die melden sich ich bin nicht da nirgendwo die sagen nette dinge ich sage nichts weil die etwas in mir sehen was ich selbst nicht mehr sehe scheiße den ganzen tag eiswürfel und die fühlen sich warm die erwarten gefühle ich fühle nichts ich bin nicht da.

Nacht & Wein

Will dich nicht suchen
nicht finden
nur tief, so immer tiefer
ineinander verlieren
Vollmondatmen
kratzend, beißend zähmen
Nacht und Wein und
ein wenig lieben
durch ein Nadelöhr und Ende
ein überschwappendes
Meer vibrieren

©  Amy Herzog

Lösch mich aus.

ich bleibe in deinem […]
und dein Geist wie zerrend nagt
das Blut, so kalt
nur niemand danach fragt
du atmest ein
atmest aus
Nebelgrauenkälte
fühlst du dich
nicht mehr zu Haus

wo ist der Mensch
echt +
wenn nicht ich
und dann um Zehn besoffen
(hoffen)
fällt nicht auf
nur schnell geduscht
und Sex
weil Unterleib doch höllisch brennt
nur ach, schon viel zu lang

© Amy Herzog

Wein um 21:00h

Oh ja, der ist trocken. Nun, laut Internet ist es in Perth gerade 21:00h, was, wie ich finde, die perfekte Uhrzeit für das größte Weinglas ist, das ich finden konnte, randvoll. Die Farben habe ich vorher gesehen. Erst lila, dann rot, orange durch die aufgequollenen Lider schleicht etwas Sonne auf mein nasses Gesicht. Ich fühle nichts, denke an nichts. Es tut einfach weh, irgendwas, nicht lokalisierbar, nicht näher definiert. Phantomschmerz. Vielleicht auch hormonell, bin ja ne Frau. Allein. Stundenlange peinliche Chats, in denen wir uns gegenseitig verarschen. Vielleicht verarsche auch nur ich. Was ist denn schon noch wahr. Mein Leben ist großartig. Na, sogar allabendlich ficken, damit ich einschlafen kann, kann ich. Hach, schlafen. Ist wie sterben, nur nicht lange genug. Oder einfach mal sein, spüren, existieren. Ich kann das. Leben. Ich habe keine Gefühle. Und wo liegt schon der Unterschied zwischen einem und zwei Gläsern Wein? Nur ein paar ausgetauschte Buchstaben, welche aber durchaus oft verwendet wurden. Recycling! Also gut für die Umwelt, ha! Ich frage einen der random Typen, weshalb er und die Anderen auf die kaputten, zerbrochenen Weiber stehen. Weil die leicht rumzukriegen sind, antwortet er. Klingt ehrlich. Und auch einleuchtend. Obwohl ich gerade auch bloß zu Zweien, naja sind wir ehrlich, zu Dreien ja sagen würde. Aber nur wenn sie nicht reden. Einer von ihnen hält mich für ne Schlampe. Das Wort ist so negativ behaftet, verstehe nicht warum. Nun, es stimmt auch nicht. In der heutigen Welt sowohl gut, als auch schlecht. Kalte, schnelle Fickereien sind die Norm und erinnert mehr an nen Porno, als an irgendwas Liebevolles, an Gefühle. Hab das Gefühl an dieser Stelle ne Definition für die beiden Worte einfügen zu müssen, weil das schließlich schon Fremdworte sind. Nun, ich bin da vollkommen unfähig. Ich frag mich, was aus der Zeit geworden ist, in der man sich noch wirklich für einen Menschen interessiert hat, nicht für den Pimmel, nicht für die Fotze. Und wie wäre es mit statt nem Dick-Pic mal ne MRT Aufnahme vom Hirn? Bin ja nur neugierig. Wann war man zuletzt „geil“ auf das Wesen eines Menschen, auf die Seele, auf das Herz? Nun, ich war noch nie aus einem anderen Grund „geil“, sofern ein Mindestmaß an Grips dabei ist. Aber…das ist schon lange nicht mehr die Norm. Und da soll man nicht bekloppt werden. Da soll man nicht schon um 15:00h das erste Weinglas weggekippt haben. Wie, frag ich rhetorisch, wie.

grau

Das Fremde kommt dir so warm vor, dass du den Winter im Beton nicht mehr sehen kannst. Glatt geschmirgeltes Grau aus deiner Sehnsucht in dein Bett. Ist nur nie genug und du wunderst dich warum. Milchglasaugen zum Abendbrot und Träume geben dir den letzten Halt. Die Liebe ist allenfalls ein Déjà-vu und irgendein Lächeln lebt in deiner Erinnerung. Was davon ist noch wahr? Und ist das noch ein Leben? Auch du bist schon lange nicht mehr offen, vielleicht warst du es auch nie wirklich. Offen sein bedeutet Scherben fressen und Blut scheißen. Das Fremde jedoch leckt sich wie ein Eis im Sommer, schmeckt nach Plastik, erfrischt trotzdem mal kurz. Vielleicht ein bisschen Hirnfrost für’s Gefühl, aber bitte nicht zu tief.

Treibsand

Verbindung in den un.
möglich.sten sehen müssen / wollen
werden oder küssen und
jedes mal davor
noch ficken, weil ich sonst
nicht atemlos bin

Wie ein Kissen auf’s Gesicht
oder untertauchen
und Sehnsucht, die sich löst
oder Fresszellen tanzen im Gehirn
und dann gedehnte Nacht
und löschen : Ich

Weil ich Treibsand bin.

© Amy Herzog

nur noch mehlstaub

fremde finger bluten
stunden
schreiben ich und du
und schweige zwischen den zeilen
weil die wahrheit
dunkle flecken über mein hirn kippt
und nippt dein kalter kuss
seither den kleinen hauch verwesung
auf meiner zunge
so sind auch meine worte
nur noch mehlstaub
in der lunge

© Amy Herzog

starre

viel Gerede
war dann noch zu wenig
leer das letzte Glas
und Torso
liege frierend starr
wie Blut aus meinen Winkeln
lächeln kalte Leichen
den knitternden Atem aus meiner Haut
und schneebedecktes Bett
mit uns befleckt
ich suche durch die Nacht
nach deinem Traum
und heißem Tee

© Amy Herzog

zu viel mensch

zu viel Mensch
der kann inzwischen frieren
Wahrheit, dein Gesicht
und Leben zieht
den Sommer auf die äußerste Kante
beziehe den Tag neu
trägt Trauer Drinks und Glycerin
wie Waldbrand
in meinen Beinen brannte

© Amy Herzog

taumelig

so taumelig
unter nacktem Mond
und wolkenloser Himmel
weint in meinen Ohren
Äste brechen unter deinen Augen
während du nach Sternen
greifst und schleicht mein fahler Wind
auch leise noch um deinen Hals
so drehst du dich im Kreis
und ich, ich falle ab

© Amy Herzog

Fremder

Dein warmes Wort
Fremder, Kuss in meiner Kehle
bestickte Flügel
und ein Schwur unter den trockenen Augen
des Sommers
schon viel zu lange schleppend,
schnappend nach Luft
zehrende Blicke in Bernstein eingefasst
Fremder, komm, wir schließen
endlich unsere Nacht

© Amy Herzog

Eng umschlungen
und wie wir
ineinander Flüsse finden
fließen, atmen, stöhnen, schreien
wo münden wir
ins Meer?
und wo fängst du mich ein
so nackter Körper, sag
wann schwitzen wir uns aus
atmen uns‘re eigene Welt
und Seelennähe tief?

© Amy Herzog

Tief!