Lyrik

Porzellanpüppchen…

Sie ist schön
So wunderschön
In blassem Porzellan
Duscht sich sanft im Regenwasser
Hält das Leben an

Wunderschön
So klein und zart
Obwohl sie hier zerbricht
Der Film des Lebens abgespielt
Mehr Blut als Wasser schmeckt

Überschwemmt
Von roten Tränen
Liegt sie in Wassers Fluss
Ein Püppchen, das zusammen bricht
Obwohl sie Leben muss

© Amy Herzog

Wartend auf das Paradies…

Liebend kleine Menschen hier
Doch suchen sie die Siege
Erleben zwischen Hass und Liebe
Abertausend rote Kriege

Wann bläst sich aus die Kerze
Steigend auf in Dunkelheit
Wartet´s dort das Paradies
Dort oben in der Ferne

So will ich weiter ferner reisen
Überwinden Berg und Tal
Große Liebe weiter reichen
Inmitten all dem finden

Mit Herz und Seele dich beschenken
Würd ich dich dann endlich finden
Wartend auf das Paradies
In deinen Armen sicher liegen

© Amy Herzog

In Hunger getaucht!

in Hunger getaucht
Leidenschaftlich rauscht
lauter das Blut – schneller!
beheizt im Reiz der Wollust
inmitten hier des warmen August

die Sinne spielen
fangend nach Luft
schreit der Körper lauter
immer lauter! Nach dieser Lust

beraubt aller hohen Vernunft
von heißeren Flammen umfasst
nieder gepresst – immer heißer!
es bleibt hier keine Kraft

entreiße die Lust! Friss sie!
kühle sie mit deinem kalten Kuss
die heiße Leidenschaft, die Lust
nimm sie, liebe, spiele mit den trieben
bis sie berauschter ruhen muss

© Amy Herzog

Seelenmusik…

die hellen sterne
der volle große mond
regenworte summen aus der ferne

der wind
trägt deine worte
flüsternd näher zu mir, mild

summt und rauscht
trommelt sanfte regentropfen
gegen fenster, meine seele lauscht

immer lauter
erklingen deine worte
in meine seele, immer tiefer

werden tiefer
deine worte zur melodie
singend in mir die seelenlieder

langsam schlafen
geborgen in deiner musik
lassen die stürme in mir ruhen

© Amy Herzog

Sternenseele…

lauwarme Nacht
vom grauen Rauch umhüllt
in der Ferne die Sterne
der Mond, der
über mich wacht

ein Stern
funkelt klar
in der dunklen Pracht
fühle ich nah
deine ferne Seele
sie scheint hell
ich bleibe erwacht

bis die Zeit
kühle Morgenluft weht
die Sonne den Stern
verblassen lässt
und deine Seele
unsichtbar macht

© Amy Herzog

Melodie deiner Worte…

immer wenn die nacht einbricht
im mondschein deine stimme spricht
schwebe ich langsam in traumwelten
wartend in weichen schaumwolken

auf die melodie in deiner stimme
streift die musik durch meine seele
beschwingt im sanften geigentraum
tanzen wir ohne zeit und raum

die nacht vergeht von diesem ort
so tanzen wir zum letzten wort
die sonne steigt am himmel auf
der traum, er wandert mit hinauf

© Amy Herzog

Ewige Liebe…

Mein zerbrochenes Herz
Trägt stets in sich den kalten Schmerz
Ertrinkt in meinen eigenen Tränen
Doch kann es sich noch immer
So sehr nach dir sehnen

Solange es noch in mir schlägt
Ja selbst wenn es zum Himmel weht
Wird es weiter für dich schwimmen
Kämpfen, atmen, im Licht verbleiben
Leben und dich ewig lieben

So sollte es am Schluss ersticken
Im tiefen Tränenmeer verschwinden
Wird die Liebe, die es trägt
Niemals vom schwarzen
Nichts verschlungen

© Amy Herzog

Tränennoten!

Kalter klarer Regen – ein Traum
Schlägt reinigend auf mich hinab.
Die Hitze vertreiben – soll er!
Die Gedanken, die so leiden,
immer kleiner werden lassen,
im klaren Wasser gar verblassen!

Ist es nur die Melancholie,
die da singt ihre leise Melodie?
Leis ihr Leid auf Noten schreibt,
in Gedanken lauter schreit,
Doch wo ist der Regen? – Nein!
Verlassen, verdammt, die Sonne scheint.

Dieses Lied, so schön es klingt,
voll Tränennoten, Leid und Schmerz –
der Tod, der Schatten, da er winkt!
Wie schön doch dieses Lied erklingt
und in der Sonne glänzend scheint.
Da sieht nur er, dass sie da weint.

Zu schwach um Noten noch zu weinen,
ist doch da der Schattentod – er hilft!
Kommt er näher, mich ummanteln,
schwarz, geschützt, in seinen Fängen,
lauschen wir nun seinen Klängen.

Wird der Regen wieder plätschern?
Mir die Tränen bald verwischen?
Leeren diese Notenblätter – beweint
voll Melancholie, Schmerz und Leid.
Mich neue Noten weinen lassen?

Den Tod im Schatten leben lassen!
Will ich doch seine Hilfe nicht, nein,
schreiben kann ich selbst die Noten!
Dafür brauch ich nicht den Toten,
Doch auch die leeren Notenblätter –
der Regen, er soll sein mein Retter!

© Amy Herzog

Warmer Sommerabend…

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am Sommerabend
sind wir von Ruhe erfüllt
in der Wärme der Sonne
liegend in den Armen
geborgen eingehüllt

hand in Hand
sitzend auf der Bank
schließen die Augen
spüren den Wind
sanft wehen

näher unsere Lippen
im sinnlichen Kuss versinken
im braun deiner Augen
kann ich deine
liebe sehen

© Amy Herzog

Liebe suchend! 

Mein Herz zerbricht getrieben,

Es schreit, es weint, es sucht,

– Es will lieben!

Mit allen Kräften sucht es blind,

Es rennt, es stürzt, es fällt,

– Tiefer gegen jeden Wind!

Sucht es durch die Menschenmassen,

Menschen, die es so sehr hassen,

– Schaden, schneiden und es meiden,

Sucht es dennoch immer weiter!

Wird es kleiner, schwächer müde,

– Stellt sich auf, vor jede Lüge!

Erträgt den tiefersitzend schmerz

Doch weiter sucht es durch den Sturm!

– Mein kleines, schwaches herz!

Voller Hoffnung, voller Lasten,

Will es nichts weiter, nur eines sicher!

– endlich finden!

Den einen Menschen, den zum lieben!

Den Menschen den ich lieben kann,

Von heute an, bis irgendwann!!

Sehnsucht stillen?

Sie zieht und zerrt
Die starke Sehnsucht
Zerreisst meine Seele
Tief in’ne dunkle Kluft

Die schmerzende Sehnsucht
Frisst mich gar zerrissen
Meine Seele, mein Leib
In der Leere verbleiben

Die bitterkalte dunkle Leere
Der geheimsten Sehnsucht
Zieht mich tiefer und tiefer
In die kalte dunkle Kluft

Sie bereitet mir Angst
Die schmerzende Sehnsucht
Kann denn je auf der Erde
Ausreichen die Zeit und Luft?

Diese tiefe kalte Kluft
In der Luft einfach auflösen?
Diese schmerzend schwarze Leere
Voll Glück gefüllt bleiben?

© Amy Herzog

Schmerzende Liebe…

Zu heiß brannte das Feuer
Ich stand einst in Flammen
Mein Leben hell strahlend
Die Liebe voll Leben

Doch war es zu heiß
Und rannte ins Verderben
Schnell rannte ich davon
Ich rannte um mein Leben

Es wahr nicht zu ahnen
Das Leben der Flammen
Nur sie konnten auch mich
Am Leben erhalten

Doch das Feuer ist aus
So bleibt es erloschen
Mein Leben erkaltet
Die Seele erfroren

Das Herz ist verdammt
Zu kaltem Stein geworden
Das Blut bleibt erstarrt
Und die Liebe gefangen

Die schmerzende Liebe
Brennt heißer als Feuer
Verdammt zu einem Leben
Mit dem Tod auf der Lauer

© Amy Herzog

Kraftlos fort!

Immer rammst du mir mit Wucht
das scharfe Messer in die Brust!
Es sticht, es schmerzt, es blutet!
Ich wünschte, dass du gehen musst!

Unaufhörlich, ewig weiter,
sticht das Messer immer tiefer!
Und du? Du merkst es nicht, nein,
nur ich höre mein bitterliches Schreien.

Einst konnte ich das Messer lieben,
deine Schmerzen tiefer spüren,
doch ich habe keine Kraft
so reißt du mich noch in den Tod!

Ich liebe dich und habe Angst,
Angst, weil du nicht um mich bangst,
nein, du spürst die Schmerzen nicht,
die mich werfen aus dem Licht!

Wirst du, oder muss ich gehen,
um deinem Messer zu entfliehen?
Das mir so wichtige verlassen,
gar beginnen es zu hassen?

Nur um dem Messer zu entfliehen
endlich wieder frei zu fliegen?
‚Es‘ aus meinem Leben streichen,
damit auch du wirst gestrichen!

Unter Tränen sage ich
lebe wohl, mein liebes Wort!
Doch das Messer sticht zu sehr,
ich kann nur fort von diesem Ort!

© Amy Herzog

Kleine Zeilen für…

Ich schreibe diese kurzen Zeilen
Denn bei dir, da will ich sein
Mitten aus dem Schlaf gerissen
Will ich nur bei dir verweilen

Mit Traurigkeit seh ich dich an
Und hoffe, dass auch du kurz blickst
Die Hoffnung, sie kommt in mir an
Dass du mir nah bist, irgendwann

Bis dahin herrscht die Eifersucht
Wo kommt die Fiese hier nur her?
Schlägt sie ein mit starker Wucht
Mein schwaches Herz als Opfer sucht

Doch bleibe ich nur weiter still
Während die Gefühle schreien
Vergesse, was die Sehnsucht will
Und schreib nur diese Zeilen

© Amy Herzog

Vergessen…

Vergiss es!
Das Glück, lass es alleine liegen
Allein soll es sich in den Schlaf wiegen
All das Glück sind große Lügen!
Glück? – nein, mach die Augen auf
Und lass den Realismus siegen!

Erinnere dich!
Ja, das Glück ist schnell vergessen
Kurz – vermischt in Regentropfen
Doch kommt es immer wieder nah!
Erinnere dich also an das Vergessen
Die Lüge – das Glück – stets liegenlassen!

© Amy Herzog

Sternenschein!

Sternenstaub
glänzend weich
auf deiner Haut.
– strahlst!

Du Schönheit
in mein Herz,
lässt mich fühlen
meinen Schmerz.

Hoch im Himmel
– unerreichbar!
Bin ich für dich
zu unscheinbar.

Auf der Erde
blicke ich auf
zu dir, zu den Sternen.
Hier auf Erden
müsste ich sterben!

Um dir nah zu sein.
Du Schönheit – hoch oben,
weit entfernt im
Sternenschein.

© Amy Herzog

Wärst du hier, dann…

Als stünde ich hier vor Gericht
Sagst du, komm nah an mein Gesicht
Fragst mich – und!
Ich soll ehrlich sein
Sag, ist es wahr
Dass du mich willst
Komm sag!

Oder ist es ein Gerücht?
Jetzt bist du nah…
Und ja, verdammt!
Es ist so wahr!
Die blinde Sehnsucht
Zieht mich an!
Nah, so nah an dich heran

Selbst in meiner Phantasie
Zittern meine weichen Knie!
Lass mich weiter ehrlich sein
Ja, verdammt, ich träume nur!

Dein Gesicht so nah bei mir
Entspringt der Gier
aus meinem Wein
Nur lass mich weiter
ehrlich sein…

Wärst du jetzt hier
dann wär ich dein!

Dein Antlitz dicht an meinen Lippen
Würd ich dich so lange küssen
Küssen, bis ich atmen kann
Bis irgendwann – ja
Bis ich die Luft verliere dann.

Bis der Wind das ‚F‘ mir nimmt
Das ‚S‘ so einfach hinterlässt
Und uns’ren sinnlichen Kuss verwandelt
Bis nur noch Lust zu spüren ist!

© Amy Herzog

Gute Nacht… (: 

Sanft in schöne träume schweben

Kuschelnd mit den Herzen lächeln

Ein kleiner Kuss zur guten Nacht

Arm in Arm die träume bewacht

Bis zum Morgen ohne Sorgen

Schlafen ruhig, sicher und geborgen

Zurück zum Schattensein…

Um mich herum nur kleine Spinnen
Versteckt im dunklen Keller krabbeln
Schau nur leise durch ein Fenster
Bleibe klein bei meinem Schatten

Hier im dunkel lebte ich einst
Fühlte mich nur dort Zuhaus
So gehe ich dorthin zurück
Und schalte mir die Sonne aus

Viel zu grell ist diese Sonne
Bin ich viel zu klein für sie
Liebe ich das kalte dunkel
Die Sonne sehen will ich nie

Dunkel wie mein Schatten ist
So ist auch die Erinnerung
Viel zu lange war ich fort
Dort im hellen Lichterbunt

Geheimnisvolles Déjà-vu
Vielmehr ist der Schatten nicht
Allein im dunkel ist er Zuhaus
Hier verbleibe ich nun immerzu

© Amy Herzog

Eisblaue Wahrheit…

So tief lässt es blicken

Das blasse kalte Blaue Meer

Kein Regen fällt vom Himmel

Doch die raue See stürmt umso mehr

Scheint die Sonne doch so hell

Dennoch legt sich nie der Sturm

Zeigt sich die wahre traurig‘ See

Wenn sie scheint in’s blaue grell

Kann ich nur den Sturm bedecken

Weit entfernt vom Sonnenschein

Dicke Wolken drüber legen

Und ganz einsam traurig sein

Schützende äste…

Auf die schlaflose Nacht

Folgen schlaflose Nächte

Von Ästen umschlungen

Deren weiche Blätter

Schützend über mich wachen

 

Sie lachen nicht, nein

Sie warten gebannt

Mit leisen Gesängen

Wann immer auch, wann

Ich dann endlich einschlafen kann

 

Solange und länger

Warten sie bis in Ewigkeit

Schützen, lieben und wärmen

Und schenken Fröhlichkeit

In liebender Aufrichtigkeit

Träumen…

Liege nieder in deinen Armen
Und wärme mich an deinen Träumen
Rücke näher an dich heran
Auf dass ich mit dir träumen kann
Geborgen schließen wir die Augen
Der Traum beginnt ohne zu schlafen
Nehmen wir unsere Träume auf
Und unsere Gefühle nehmen ihren Lauf

Warmes Blut…

dein warmes Blut
bemalt meine Lippen
fließt durch Fleisch
– lauter Explosionen
der Lebensenergie
in bunten Farben
erwachen zum Leben

© Amy Herzog

Unterm Sternenhimmel…

Liegend im Gras

Die Sterne funkeln

Doch ich friere, zittere gar

Erst als ich dich

Auf mich zukommen sah

Wurde mir klar

Dass du es bist

Der hier gleich liegt

Mich wärmt

Und Arm in Arm

Mit mir Liebeslieder singt

Warmer Regen

sicherer regen
tropft warm auf mich hinab
entführt meine seele
begleitet sie durch lüfte
in fliegende freiheit

schlagen die perlen
zu hart auf den boden
meine seele zerschellt
und die blutenden scherben
bleiben fern zurück

letzte warme küsse
fließen über meine lippen
die schneidenden flüsse
sie rollen niemals
zu mir zurück

© Amy Herzog

Große Gedanken – kleine Zeichen…

Du machst mich verrückt!
Meinen Kopf lässt du platzen
und das bald nicht mal mehr
im übertragenen Sinne!
Nein, ich glaube wirklich,
dass ich nur noch spinne!

Was würde ich geben? – alles!
Wenn ich einmal nur wüsste,
wie du meine Gedanken treibst
durch Land und Küste,
– hin und her, rauf und runter,
munter, bis der Schmerz einsetzt,
und mir geheim das Herz zerfetzt.

Sag, ich wüsste nur zu gern,
sind meine Gedanken dir zu fern.
Egal? – ein kleines Zeichen
reichte auch, nur zeige!
Dass du weißt – still,
was ich will
und wie du mich
verrückt werden lässt.

© Amy Herzog

Das Leben geht weiter

Kälter rauschendes Wasser
Umarmt es mich so sanft
Wird es wärmer bis taub
Und ich werde immer blasser

Kann nicht mehr atmen
Doch ringe nicht um Luft
Ist das Moos um mich herum
Dieser frische Waldesduft

Glänzend weiße Porzellanhaut
Über mir schwebend in der Sonne
Erstrahlt mit letzter Schönheit
Alles beruhigt sehe ich voll Wonne

Mein Leben von nun an ruht
Doch das Leben geht weiter
Um mich herum wächst das Moos
Lebt weiter für mich, habt Mut

© Amy Herzog

Verlangen…

Brodelndes Blut
schreit und dampft,
in Gedanken erbeben,
ich verkrampfe – schwach.
Über mich hast nur du
diese magische Macht.

Mein Verlangen nach dir,
dich zärtlich zu berühren
stürzt mich auf die Knie.
Sag, wie soll ich widerstehen
deinem sinnlichen Duft, wie?

Dein heißer Atem
an meinem Hals, tanzen
unsere Lippen gierig
erregt voll Leidenschaft,
Begierde und Lust.

Deinen Wünschen
gehorsam dienen – spielen
mit Gefühlen erzittern.
Haut vibrierend fühlen,
mit warmen Lippen
weich der Liebe folgen.

Alle Sinne verschmolzen
lustvoll ergriffen – fest
gehalten in deinen
starken schützenden Armen.
Schweifend schweben,
nach Erfüllung greifen.

© Amy Herzog

Giftig…

Du, die süße Frucht,
strotzt vor Lebensenergie.
Ich, das schwarze Gift,
zwinge dich in die Knie.

Bin ich dir zu nahe,
wirst du zerfressen.
Bleibe ich dir fern,
verwelkst du verlassen.

Ist es die Frucht,
die dahinsterben muss?
Oder doch das Gift,
das vernichtet werden muss?

© Amy Herzog

Tanzende Gedanken…

 

Plötzlich warst du in meinen Gedanken,
lässt sie seither zur Glücksmusik tanzen,
doch fliegen sie zu schnell auf und dann ab,
bin ich mal farbenfroh und dann wieder matt.

Hast du dich in mir einfach niedergelassen,
diese Gedanken kann ich noch immer nicht fassen,
könnt ich dich hassen, du hättest mich warnen,
konntest und kannst du aber doch nichts ahnen.

Was ist schon dabei ein wenig zu träumen,
mögen die Träume auch manchmal sehr schmerzen,
gelassen und still bleiben meine Gedanken,
auch wenn sie’s sich manchmal anders wünschen.

© Amy Herzog

Wo finde ich Leben?

Irgendwann
kam ich dort an
im Nichtangekommensein

Dunkelheit
erstrahlt im Schein
der Spiegel
zeigt die Leere
und ich begann zu Wein‘

Sah ich nur
mich so verdreckt
bin ich so heimlich
doch verreckt

Jetzt steh ich hier
so dreckig leer
und sehne mich
nach Leben mehr

© Amy Herzog

Dein Feuer

Die glänzend kühle ganze Nacht
Liege ich mit Träumen wach
Zeichne Bilder in die Sterne
Berausche mich an ihrer Pracht

Durch die Sterne kann ich sehen
Fühlen wie du Funken sprühst
Nur alle sehen kleine Flammen
Doch spüre ich das Feuer groß

Lass uns nur durch Nächte reisen
Wein und Leidenschaft verspeisen
Schwimmen durch die schwarzen Meere
In Liebe unser Leid vertreiben

© Amy Herzog

Einmal kosten…

Lass mich von der Sünde trinken
Noch ein Mal kosten deine Lippen
Weicher fallen, kälter schmecken
Den warmen Atem kribbeln spüren

Zart und heftig um mich schlagen
Tragen schwebend fort die Wellen
Einst von deiner Lust betrunken
Stöhnend tief in Trance gefallen

Lässt du mich zu lange warten
Spür doch deinen warmen Atem
Könnt mein Herz nur weiter schlagen
In unseren rauschend Gedanken

Lass mich von dem Brunnen trinken
In Leidenschaft und Sünde beben
Weich und schneller, hart und zart
Tanzen küssend durch die Nacht

© Amy Herzog

Dein Atem…

 

Sehne mich nach deinem Atem
Deiner Kälte, deiner Nähe
Deinen warmen Worten

Flüsternd spüre ich
Deine laute Seele schreit
Hasst, weint, schwach liebt
Siebt durch mein Herz

Geteilt dort unser Schmerz
Fühle ich dein Leiden
Hier, dunkel allein
Kann ich mit dir weinen
Tränen in Wellen tanzen lassen

Nur sehne ich mich noch
Nach deinem Atem
Der unsere Tränen
Trocknen lässt

© Amy Herzog

Du, meine Muse…

Der Moment,
in dem du durch
meinen Körper fegst,
wie ein Tumor in mir wächst,
küsst, leckst,
mein Schreien
mit Haut und Haaren frisst,
und rote Orgasmusfäden ziehst,
schließe ich die Augen
fühle dich, du mein Schmerz
du meine Muse
werde ich dich töten,
du, mein Herz,
bis wir werden eins
und meine Seele trübe Tränen
auf’s Papier fließen lässt.

© Amy Herzog

Schwach-Stark…

Stechende Schmerzen
Jagen durch meinen Körper
Mein Herz pulsiert
– noch, noch..
Doch die Kälte in mir
Lässt mein Blut gefrieren
Bis mein Herz für immer
Bleibt still stehen

Verloren in der Ferne
Der funkelnden Sterne
Erfriere ich so bitterkalt
Mein Durst nach deinem Blut
– nach deiner Wärme
Frisst und steigt
Bitte warte nicht darauf
Dass ich sterbe

So kalt, zu leer
Wer bin ich, wer?
Nur alt, verbraucht
Und schwer meine Seele
Tragen kann ich kaum mehr
– zu schwer die Lasten
Zu schwach bin ich
Fürs lange Leben
Doch auch zu stark
Um endlich zu
Sterben

© Amy Herzog

Nur ein Traum…

Wir waren verliebte
Unsere Ängste schwanden
Fort über alle Berge
Nur unsere Liebe siegte

Wir redeten lange
Lagen uns in den Armen
Waren uns so nah
Konnte mich an dir Wärmen

Doch ich erschrak
Wachte auf in der Leere
Alles war nur ein Traum
Und wieder rücktest du
In weite Ferne

Da war sie wieder
Die Kälte ohne deine Wärme
Schwarz schimmernde Scherben
Die mir im Herzen schmerzen

Die erstickende Leere
Warten kann ich nur
Bis du im Traum
Wieder schützt meine Seele

© Amy Herzog

Zweifel…

Zweifel in mir
– an allem!
Was ist wahr,
wem kann ich glauben,
kann ich mir noch trauen?

Wird das klare
Wissen nur noch
geraubt..
– und ersetzt!
Durch konfuse Gedanken!

Lassen sie
mich nicht mehr atmen..
– nicht leben!
Klare Gedanken
gibt es nur in Träumen

Wahre Gedanken
scheinen hingegen
ausgerottet..
– beinah!
Dauert es nicht mehr
bis sie gar ausgestorben
sind

© Amy Herzog

Geheimer Schmerz…

Geheime Schmerzen
in glänzenden Flüssen
sie bleiben verborgen
in meinem Herzen

Dunkelrot die Flüsse
zeichnen warme Bilder
versteckter Schmerzen
auf zarte Leichenblässe

Suchend nach Wegen
schreiend still
verzweifelt
im Regen

© Amy Herzog

Wärs mein Wille…

Wollt ich den Stift
doch eben weglegen
tritt der Schmerz wieder zu
treibt mich an
schreib, du dumme Kuh
nicht gut genug
für nichts

Wollt ich doch nur
meine Ruh!
lass mich blass
ich will doch nur
allein sein
kein Wein trinken
betäubt nach meinem
Weinen lauschen

Lass die Tage
endlich verstreichen
lass sie weiter
Tränen tauchend
schreiend
von mir weichen

Gib mir Lachen
nimm die Stille
nimm mein Rot
wärs nur mein Wille
würd ich längst
Wärme zulassen

© Amy Herzog

Alle Gedichte ruh’n in mir…

alle gedichte ruh’n in mir
dreihundertfünfunddreißig tage
fließt das blut von hier
bis zu dir
wird mir schlecht
und werde schwächer
menschenlose massen werden blasser
werden wage
werden träge
werden lüge

bin ich sein
betrunken vom wein
tränen weinen lauter
spülen blutend wunden
weit davon
quer durch wörter
falsch gehöhrt
gesagt
waren nie da
ich bin im wahn
und unscheinbar

träume die noch ruhn in mir
genommen, zerrissen
in tausend stücke
raste
warte
auf den bus
verspätet sinkt er in den fluss
worin dein lächeln
spiegelt sich
scheint es mir gerad
besser als sex

seele halb zerschlagen
kann sie’s sich nicht leisten
sich zu wehren
lässt sich treiben
lässt sich lähmen
lässt sich ficken
lässt sich töten
bis ihr blut gefriert
und kaum mehr jemand kommt
um sie zu retten

© Amy Herzog

Bist da, bist fort..

Kann ich?
Einfach davon fliegen
und im All auf Monden liegen
wenn du mich wieder liegen lässt
bevor mich ein Stück
meiner Seele verlässt

Kann ich?
Kurz zur Seite treten
ehe du mein Herz zerreißt
verspeist und Reste
in die Ecke schmeißt

Kann ich?
Mich verstecken, mich vergraben
irgendwo im Nichts ausharren
warten bis dir langweilig ist
und andere Narren du dir wählst

Darf ich..
aufhören dich so zu lieben
dir mein Herz naiv nicht geben
leben, ohne Schmerz zu fühlen
als ganze Seele voller Herz
nur noch Freiheit
nur noch Glück.

Nie wieder
ohne deinen Schmerz
der meine Liebe mehr antreibt
gib mich frei, ein kleines Stück..

© Amy Herzog

Leere…

Zeitlos dunkler Raum
Wirft Licht und Schatten
Umgeben von qualmender Hitze
Sitze ich zitternd in einer Ecke
Klare Gedanken mitten im Traum
Schwebe fühllos im grauen Dunst
In mir alles leer und alt
Das stillgelegte Herz
Ohne Blut ist kalt

© Amy Herzog

Wieder und wieder…

wieder und wieder
spürt er sie
beruhigende Wärme
der klingenden Lieder
ziehen sie ihn nah
näher an sich heran
in leichenblasse Klauen
zart greifen sie nach ihm
und streicheln ihn sanft
er wiegt sich in Sicherheit
doch spürt er auch Angst
denn immer aus dem Hinterhalt
tropft ihr brodelndes Blut
wieder und wieder
verbrennt sie ihn
und sie lässt es kalt

© Amy Herzog

Worte der Verzweiflung…

Mit Tränen in den Augen
Greift sie zur Feder
Und schreibt auf ihrem Arm
Die Worte der Verzweiflung

Schreit ihre Seele
Aus der Tinte ihres Herzens
Tropft sie zu Boden
So weich und warm
Und gefriert..

© Amy Herzog

Rotes sehen

Rotes sehen – grell
fließen im sanften Spüren.
Mit deiner nackten Haut
auf klammheimliche
Streifzüge gehen.
Verkochen wir das Essen,
genießbar von früh bis spät,
lassen wir uns flehen
gegen diese Hitze,
die uns innerlich
die Flammen beschert.
Und wie wir diese Zeilen schreiben:
Nein. Stop! Halt den Mund!
Wir würden doch nur
errötet bleiben.

© Amy Herzog

In der Nacht…

In der Nacht
bricht der Nebel herein

Die Flüsse rauschen
und springende Frösche
quellen leise empor
im weißen Nebelschein

Weiße Glückseelen singen
lieblich klingende Lieder
und tanzen sanft
in uns herein

Sterne glitzern
wie Saphire
klimpern für uns
in unseren Herzen
die hohen Töne
der Klaviere

Unterm großen Mond
halten wir uns fest
im Schein, in der Nacht
im Traum bis der Tag
uns erwacht

© Amy Herzog

Dein Feuer…

Konnte nie dein Feuer berühren
Doch konnte ich es Brennen spüren
Chancenlos bin ich gerannt
Am Ende bin ich doch verbrannt

Brenne ich nun lichterloh
Schmerzt dein Feuer in mir so
Könnt ich es doch wieder löschen
Dein heißes Feuer nur vergessen

Immer wenn sie gleich erlischt
Die Flamme nur noch leise zischt
Schleichst du ganz geheim daher
Entfachst erneut das große Feuer

Könnte nur das Meer mich sehen
Und mir eine Wolke schenken
Die Wolke, die nicht von mir weicht
Und gegen deines Feuer kämpft

© Amy Herzog

Angst vorm Monster…

Siehst du nicht?
Nur des Monsters Maske
blutet still und schwimmt
frisst tausend Seelen
ehe es zu dir kommt

Hast du Angst?
Durch Fenster zu sehen
hast du Angst?
Könntest du sehen
wie Seelenwunden dahinter
kaum mehr allein stehen

Ich habe Angst!
Das Monster bin ich nicht
sehe dich verschwinden
im äußeren Licht

Nur warten…
kann ich kuschelnd
mit dem Bösen
warten auf den Angstlosen
der in Freiheit begleitet
und Liebe einschenkt
an mich unbetrunkenen
Obdachlosen

Kalt!
ist es hier hinter
frierend warte ich im Sterben
wartend auf dein
warmes Leben

© Amy Herzog

Fort…

Fort …
weit im grün
betrunken weiß
im Traum geheilt
von Überhand
Fort …

Vom Scheisse-kotzend
grau gewachsen
Geld beregnet
Menschenmund

Schön
verwelkt
Atome glänzen
mich umschmeichelnd
in den Tod
gelegt

Fort …
stöhnend Lustvoll
unterm Baum
Leben schaffen
bleiben
Fort …

© Amy Herzog

Dazu würde ich zu gern etwas sagen.

Mit der Nase tief in einem Buch, begannen Seiten zu baden.

Aber die Worte sollten reichen.