Einsamkeit

Das leise Herz…

Tiefe Spuren durch den Schlamm,
war dieser Wunsch dem Herzen viel,
doch ausgelaugt und schwach bedeckt,
durch Kälte sucht den Weg zum Ziel.

Zieht es noch eine Hoffnung her,
und doch, sein Lied summt immerleis‘,
wenn doch kein Licht im Tränenmeer,
den Weg aus dieser Kälte weiß.

Das Licht mit reinster Liebe ruft,
das Herz doch nicht beim Namen nennt,
so scheint es wohl beim lauten Herz,
das leise Herz bald stumm verbrennt.

Das letzte Lied im Stummgesang,
zum Mondlicht seine Augen schließt,
die Fern‘ noch Licht und Herz gehört,
das leise Herz im Schlamm zerfließt.

© Amy Herzog

 

Wärme in kaltem Wasser…

In meinem Nebel,
suchte ich nur Halt…
Halt am Wasser,
Wasser so glänzend
und doch bitterkalt.

Im fremden Wasser,
fürchtete ich dem Halt…
Halt am Bitterkalt,
kalt und doch reißend
machte es mich alt.

Alt in Eiseskälte,
so hoffe ich auf Halt…
Halt in der Einsamkeit,
einsam in der Dunkelheit
hoffe ich auf Leben bald.

Lebe ich im Nebel,
in Einsamkeit neben dir…
Und suche ich weiter,
mit schlagendem Herzen
die Wärme im Wasser hier.

 

© Amy Herzog

Allein…

Allein bin ich hier und allein will ich sein,
allein unter Wolken und Bäumen so klein,
Geborgenheit suchend im Schatten daheim,
und leichter noch schwebend im Winde allein.

Allein will ich sein und allein bleib ich hier,
die Einsamkeit haltend an leiser Begier,
doch schreibe ich all das nur auf ein Papier,
denn ich bleibe allein und ganz ohne ein wir.

Allein bleib ich hier und allein halt ich fest,
suche ich darin doch mein wärmendes Nest,
und wenn mich die Wolke dort oben nur lässt,
dann weine ich still und allein mit dem Rest.

Der Rest soll es sein und die Seele zerbricht,
verendet im Schatten der Bäume mein Licht,
zum Ende da denke ich nochmal an dich,
allein bleib ich hier, bis die Einsamkeit sticht.

 

© Amy Herzog

Ablaufende Zeit…


Sie harrt verschwiegen Wort um Wort,

und tropft die Sehnsucht nur blass,

mit jedem Ticken quietscht es zu laut,

die Zeiger der Zeit sind schon nass.

 

Sie läuft die Schritte durch die Nacht,

die Hoffnung, der Weg scheint zu weit,

doch tropft und tickt sie sehnsuchtsvoll,

durch die Zeiten warmer Zweisamkeit.

 

Doch schläft sie bald schon unterm Rost,

wo nur noch Erinnerungen Gähnen,

wenn diese Zeit bleibt müde stehen,

dann wird sie auch mein Herz lähmen.



© Amy Herzog

Einsamkeitsgesang…

Erklang tief in meiner Seele,
sanft der Einsamkeitsgesang,
doch zu ängstlich vor der Macht,
so dass ich in die Tiefe sprang.

Rannte vor dem süßen Schmerz,
der mich am bunten Leben sang,
ohne Spur der Einsamkeit,
so dass immer tiefer sprang.

Doch in der Tiefe bin ich jetzt,
so schwarz dunkel ohne Liebe,
was mich trifft ins blutend Herz,
nur Schmerz und Peitschenhiebe.

Denkend an den Song zurück,
voll tränenreicher Liedsehnsucht,
hätt‘ ich bloß das Lied geliebt,
dann wäre ich nicht auf der Flucht.

Diese Angst hat’s mir entrissen,
alles Bunte weilt zu fort,
hier der kalten Tiefe Schmerz,
der mich kettet an diesen Ort.

 

© Amy Herzog

Schwarz…


Wohin ich gehe, seh‘ ich schwarz,

selbst wenn die Sonne scheint,

und über mir schwebt eine Wolke,

die stets leise mit mir weint.

 

In meinem Schwarz, da hängt ein Bild,

ich glaube es ist noch von dir,

der Regen wollte es verwischen,

als seist du nicht im Herzen hier.

 

Doch Pfützen kann ich nicht mehr sehen,

umfassen Tränen doch ein Meer,

aus traurig, Sehnsucht, Einsamkeit,

denn du fehlst mir doch so sehr.

 

 



© Amy Herzog

Unsagbar…

Wie schwierig manche Worte sind,
mein Herz kann sie nicht sagen,
die Sätze die daraus entstehen,
der Mund darf es nicht wagen.

Wie sie sich in der Seele winden,
sie machten mich doch reich,
wenn Schweigen eine Sprache wär,
dann wär’s so leicht zugleich.

Verschlossen bleiben sie zurück,
gerade das ist das schwer,
nur ohne Sinn und ohne Glück,
stattdessen schmerzen sie sehr.

 

© Amy Herzog

Tabak und Kotze…

Das Licht flackert
unter tropfendem Blut
reiße Seite für Seite heraus
doch nichts ist gut genug
– ich bin taub

Die Decke fällt aus dem Bezug
aber mir ist alles egal
das Leben spielt sein Spiel
aber ich spiele nicht mehr mit
– ich verliere

Sitze hier in meiner Pfütze
zu wertlos für Blut und Tränen
trinke ein paar Kurze
und bade in Tabak und Kotze
– versinke

Mein letzter Gedanke
ich wünschte innerlich tot zu sein
doch ich bin es nicht
ich lebe, fühle, liebe

Sterbe

Kotze und ertrinke
in einem Spiel
das nie zu gewinnen war

© Amy Herzog

Im Schloss…

Ich bin im großen Schloss gefangen,
das ich einst erbauen musste,
trinkend die Tränen aus den Wänden,
weil ich es nicht besser wusste.

Nur das Schloss wird immer größer,
weit’re Tränen dringen herein,
er ließ mich darin weiter wachsen,
und ließ mich dann darin allein.

Es poltert, kracht, die Steine fallen,
du klopfst an das schwere Tor,
doch ich bin weiter sicher gefangen,
ich trinke allein, und du davor.

 

© Amy Herzog

Keine Briefe mehr…

Ich schreibe dir keine Briefe mehr,
du wirst sie eh niemals lesen,
ich lasse sie einfach im Herzen liegen,
sie sollen mit mir verwesen.

Nur die Erinnerung trage ich noch,
die Kleidung in kunterbunt,
auf ihr verweilen ein, zwei Tränen,
dahinter ist das Herz schon wund.

Selbst dein Duft fehlt überall,
nur nicht in meinen Gedanken,
die Briefe im Herzen erinnern mich,
dir täglich für’s Brechen zu danken.

 

© Amy Herzog

Verlassen…


Dein Wort, es drang in meine Seele,

Beschenkte mich mit Himmelblau,

Legte sich schützend in mein Herz,

Vertrieb die Wolken, sie waren grau.

 

Doch hast du mir dein reines Wort,

Sogleich viel zu unsanft entrissen,

Du bist irgendwohin weitergezogen,

Und hast mein Herz dabei vergessen.

 

Ohne dein Wort, ist es schrecklich kalt,

Die kleinen Erinnerungen verblassen,

Dein Wort, es sprach von bunter Liebe,

In Wahrheit doch musstest du hassen.

 

Und war dein Wort nur eine Illusion,

So sehne ich mich dennoch danach,

Ich liege hier unter kaltgrauen Wolken,

Und wünschte die Liebe wäre wach.

 

 

 



© Amy Herzog

Von Wahrheiten…

Ich verbleibe nicht mehr im Bett,
denke nicht weiter über dich nach,
frage mich nicht, was wäre wenn,
und liege Nachts nicht mehr wach.

Ich ersticke nicht mehr im Qualm,
meiner längst verglühten Zigarette,
lasse ihn mit Gedanken verziehen,
du bist nicht länger meine Mitte.

Wandle nicht mehr in die Kneipe,
und ertränke mein Hirn im zu viel,
die Wahrheit wird verschlossen sein,
denn mein Kopf bleibt stabil.

Welche Worte verließen den Kopf?
Ach, ich denke nicht mehr an dich,
und ich meine es so, du weißt ja,
zu dir war ich stets so ehrlich.

Nun ist es spät, und ich liege wach,
der Alkohol kam mir zugeflogen,
die Wahrheit rutscht gleich heraus,
war nämlich alles nur gelogen.

– Ich denke an dich.

 

© Amy Herzog

In Gedanken bei dir…

Es ist schon spät am Abend,
und die Laternen leuchten hell,
laufe verirrt durch dunkle Straßen,
nur nicht dahin, wohin ich soll.

In mir ist es auch schon dunkel,
doch liegt das nicht an der Nacht,
ich bin im belebten Café gestrandet,
bist du nicht da, der mit mir lacht.

Und so falle ich immer tiefer hinein,
in meine Wolkenwunschgedanken,
frag‘ mich, denkst du auch an mich,
oder hast du das Denken überstanden.

Tja, und so sitze ich seit Stunden hier,
mit meinem Bleistift und dem Papier,
du wohnst zwar längst im Nirgendwo,
doch in Gedanken lebst du in mir.

© Amy Herzog

Anker in der Not…


Sie ist einsam, traurig und leer,

Und fühlt sich innerlich nur tot,

Die Seele lastet viel zu schwer,

Wo ist nur ihr Anker in der Not?

 

Der Anker, der zum Grunde sinkt,

Die Tränen unsichtbar werden lässt,

Ihr im tiefen Meer die Liebe singt,

Und sie nicht wieder verlässt.

 

Dieser Anker, er ist nicht mehr da,

Sie trägt die schwere Last allein,

Sich selbst ist sie schon mehr nah,

Ist sie doch dafür viel zu klein.




© Amy Herzog

Augen aus eisblauem Meer…

In Deinem Herzen
sah ich eine Lücke klaffen,
und ich nahm es in die Hand,
zu unbedacht hat es stets Gefühlt,
stand mit dem Rücken zur Wand.

War es dann sich selbst überlassen,
allein in der verregneten Dunkelheit,
verteilte Worte in Deinem Herzen,
sie linderten Deine Schmerzen,
stärkten Deinen Geist,
tief wurde es berührt,
manchmal gar alle Sinne verführt.

Doch zählte ich die Stunden nicht mehr,
verlor mich selbst mitsamt meines Herzens
tief in Deinen Augen aus eisblauem Meer.

Mein Herz wurde schwach,
immer schwächer von Stunde zu Stunde,
irgendwann mich selbst
an Deiner Wärme gar verbrühte,
nur scheinen konnte ich noch Stark,
wo ich in meiner Brust die Schmerzen spürte.

War schier endlos in der Zeit gefangen,
umklammert von Sehnsucht,
von Träumen und der inneren Flucht.
Fand mich wieder in einem Gewühle,
meiner sprießend wachsenden Gefühle.

War mein Herz doch gleichzeitig leer,
ich fühlte mich nicht mehr, war gefangen,
in Deinen Augen aus eisblauem Meer.

© Amy Herzog

Depression…


Dir fehlt die Kraft zu richtigen Worten,

Lebst nur an den vergangenen Orten,

Schmerz kannst du nicht überwinden,

Dich nicht an schöne Worte binden.

 

Du bist so frustriert, leer und kalt,

Fühlst dich zu jeder Stunde nur alt,

Bringst dein Leben nicht zustande,

Lebst nur an des Abgrunds Rande.

 

Fehlt dir noch die innere Klarheit,

Zum überleben auch jede Freiheit,

Hoffnung hat sich im Wind verloren,

Deine Seele ist nur eingefroren.

 

Die Angst vor Wärme begleitet dich,

Du zerfrisst dich selbst nur innerlich,

Von außen wahrst du guten Schein,

Erst im Dunkel beginnst du zu Schrein,

 

Doch täglich kochst du etwas mehr,

Du sehnst dich nur nach weitem Meer,

Nach Leben, Glück, einem anderen Ich,

Das alt-kalte ich, von dannen Schlich.

 

Verliere vor der Nähe deine Angst,

Es ist nichts, wovor du dich bangst,

Reiche deine Hand einem Herzen,

Es wird mit tragen deine Schmerzen.


© Amy Herzog

 

Träume der Nacht…

Tief gefangen in Träumen der Nacht,

Reichst du mir an dein warmes Herz,

Meines schlägt wie wild und es lacht,

Vergessen ist kurz all dieser Schmerz.

 

Mit einem weinenden Auge genieße ich,

Bade in einem roten Meer aus Wärme,

Gleich klingelt der Wecker, weckt mich,

Vorbei sind all diese HerzensTräume.

 

Dann werde ich wach und du bist fort,

Verborgen bleibst du leider in der Nacht,

Hier am hellen Tage gibt es keinen Ort,

An dem mit dir mein Herz auch lacht.

 

Mit jedem morgen erinnere ich mich,

An den Traum von der letzten Nacht,

Eigentlich ist das Wecken lächerlich,

Denn ich bin mit Schmerzen erwacht.

 

Könnte ich doch nur ewig schlafen,

Auf ewig mit dir im Traumland Leben,

Malen Bilder aus verrückten Visionen,

Und werden einfach nur darin wohnen.



© Amy Herzog

Vergangen…

Traurig liege ich im Bett,
und ich warte auf das eine,
auf ein Zeichen des Lebens,
oder darauf, dass ich weine.

Ich frage, was du machst,
wo du wohl bist, ob du lebst,
und ob du glücklich lachst,
kommst, dann wieder gehst.

Du zogst mich einst mir dir,
in eine ganz andere Welt,
voll Leidenschaft und Wir,
unter unserem Wolkenzelt.

Doch jetzt liege ich hier,
und sehne mich nur noch,
denke an das Vergangene,
und falle tiefer in ein Loch.

Ich hoffe es geht dir gut,
denn böse bin ich dir nicht,
der Rest wird schon gut,
denn du lebst im Licht.

© Amy Herzog

Wächter der Lieder…

Singt die Seele immer lauter frohe Liebeslieder,
Und durch Gläser schimmert Wasser in Flieder,
Was bringt es, wenn all das endet in Schmerzen,
Wenn die Flammen nicht brennen an kalten Kerzen.

Worte, die der Verstand nur gefangen nimmt,
Blut staut, sticht das Herz, wo es Berge erklimmt,
Ein Kampf im Innern wurde brachial entfacht,
Als hätte das Herz über die Liebe nur gelacht.

Aber es lacht nicht, das Herz, es blutet zu sehr,
Es kann weder hier noch dort sehen das Meer,
Der Verstand steht dort, und versperrt die Türen,
Die Liebe dahinter, sie hat sich nicht zu rühren.

Nur diese Worte werden stets eingefangen,
Im Innern, im Dunkel, dort müssen sie bangen,
Drohen gar im Meer aus Blut zu ertrinken,
Um im Fühlen am Ende wortlos zu versinken.

Im Hintergrund spielen nur weiter die Lieder,
Heller und schöner schimmert der Flieder,
In Wahrheit aber, da schreien die Worte,
Bewacht vom Verstand und seiner Eskorte.

© Amy Herzog

Flüchtiger Wind…

Mädchen

Das Mädchen fühlt keinen Sinn im Leid,
nur dauert der Schmerz eine Ewigkeit,
entfernt liegt das Glück, kaum zu fangen,
sie schafft es nicht, dort hin noch zu rennen.

Sie blickt in die Sterne, beneidet den Mond,
um Freiheit, Leben, und wär doch lieber tot,
nur der Wind sei ihr noch ein guter Freund,
mit ihm kann sie sein noch ein wenig verträumt.

Doch auch er wendet sich ab und lässt sie zurück,
lässt sie im dunkeln sitzen im ganzen Stück,
sie wartet vergebens, blickt dem Rauch hinterher,
der Wind, er ist fort, wer kommt jetzt noch, wer?

© Amy Herzog

Eine Seele im Nebelwald…

Eine Seele, die den Abstand sucht,
Gleichzeitig um etwas Liebe ruft,
Sich nachts im Bett nur ewig quält,
Und dann nur falsche Wege wählt.

Eine Seele, lägst zu Eis gefroren,
Hat sich im Irrgarten verloren,
Einsam sucht sie etwas Wärme,
Sieht nur lauter schwarzer Bäume.

Eine Seele, sinkt in Einsamkeit,
Zum sterben ist sie nicht bereit,
Sucht sie nur ein warmes Leben,
Doch in Kälte muss sie schweben.

Eine Seele, sehnt sich nach Wärme,
Liegt diese nur in weiter Ferne,
Hofft, dass sie ohne Leben kann,
Bis irgendwann, nur wann, nur wann.

Eine Seele, sie kann immer hoffen,
Doch hat sie diese nie getroffen,
Erkenntnis hier nur widerhallt,
Im einsam, kalten Nebelwald.

© Amy Herzog

Gedanken an den Winter…

denke an den Winter
kalt und hinter der Stadt
höre ich deine Stimme
noch immer ist es glatt

ich wache nicht auf
liege hinter der Mauer
kauer dort im Schnee
deine Stimme tut weh

wie mit einem Splitter
zitter ich in der Nacht
du bist noch so laut
doch niemand wacht

nur noch der Klang
kann mich wärmen
denn mitten im Winter
bist du einfach gegangen

© Amy Herzog

Ich, im Nichts…

Ich bin,
ich weiß nicht,
nichts.
Verloren
in allem,
vor allem
im Nichts.

Zeichne schwarze Striche auf mein Blatt
und wird daraus auch nichts.
Schreibe Worte aus dem Herzen,
doch auch sie verenden ratlos in Schmerzen.

Tickt mich leise an, die Melancholie,
nicht die meine, nein sie kommt von Dir.
Bin ich kein Ich, ohne Dich? Sind wir
nur zusammen ein Ich?

Ich bin,
ich weiß es,
Nichts.
Verloren
sitze fest
im Nichts,
im Rest.

Schimmert Sonne durch den Vorhang,
doch dein Leben hat dahinter Vorrang.
Renne durch die Stadt und suche,
finde keine Sonne, keine Menschen,
ich bin im Nichts, ich fluche.

Suche weiter durch die Meere,
schwimme, lebe, lauter, schweigen,
höre ich nur meine Geigen,
ist das alles ’nur‘ (im schweigen).

Ich bin,
ich weiß nicht,
nicht im
Nichts.
Nur mitten
in der Sonne,
im schwarzen
Lichts.

Im Meer schwimme ich, mehr von Menschen,
rennen, jagen, sagen, laute Schreie, laute Worte,
doch höre ich nichts. Nur die kleinen Laute,
kleiner Menschen rasen durch mich durch,
durchs Nichts.

Sehe ich die anderen nicht,
sind auch sie, wie ich, im Nichts?
Sehe ich nur dich, spüre dich,
ersehne dich.

Ich bin,
ich schreie,
laute Worte,
nichts.

Bist auch du dahinten fort?
Einfach nur im Nichts?
Komm doch einfach rüber, ich, das Nichts,
kann nicht schlimmer sein mein Ort.

Schwimmen, tanzen, singen, wagen,
ist das alles wertlos, nichts?
Ich ertrinke hier im Nichts,
kann ich auch nicht sagen,
trinken nur den Wein.

Einfach sein.

Warten.

Ich bin,
ich.
Nichts.

Nur ich.

© Amy Herzog

Überflüssig…

tränen haben sie verlassen
und ihre seele, sie ging auch
bleibt hier nur ein kleines mädchen
bis auch sie verschwind‘ im rauch

anders, komisch, abgelehnt
so bleibt sie überall allein
ein kleines aufgesetztes lächeln
damit wahrt sie letzten schein

im dunkeln tiefer isoliert
wird ihre seele bald zerrissen
unsichtbar und überflüssig
würd sie keiner mehr vermissen

wozu noch suchen nach dem sinn
in ihrem bitterkalten leben
was einst zusammen hielt ihr band
das hat die einsamkeit zerschnitten

© Amy Herzog

Nächtliche Einsamkeit …


Mein Herz gefüllt

Voll leerer Einsamkeit

Zerfressen schlaflos

Traurig, lächelnd

Durch dunkle Nächte

Spür ich in mir

Nur das Leid

Wach, betäubt

Da ist kein Lied

Kein warmer Klang

Hört mein Herz

Nichts weiter als

Den Einsamkeitsgesang

Im nächtlichen Schmerz


© Amy Herzog

Alle Gedichte ruh’n in mir…

alle gedichte ruh’n in mir
dreihundertfünfunddreißig tage
fließt das blut von hier
bis zu dir
wird mir schlecht
und werde schwächer
menschenlose massen werden blasser
werden wage
werden träge
werden lüge

bin ich sein
betrunken vom wein
tränen weinen lauter
spülen blutend wunden
weit davon
quer durch wörter
falsch gehöhrt
gesagt
waren nie da
ich bin im wahn
und unscheinbar

träume die noch ruhn in mir
genommen, zerrissen
in tausend stücke
raste
warte
auf den bus
verspätet sinkt er in den fluss
worin dein lächeln
spiegelt sich
scheint es mir gerad
besser als sex

seele halb zerschlagen
kann sie’s sich nicht leisten
sich zu wehren
lässt sich treiben
lässt sich lähmen
lässt sich ficken
lässt sich töten
bis ihr blut gefriert
und kaum mehr jemand kommt
um sie zu retten

© Amy Herzog

Zu klein…

Zu groß bist du für mich
Nur eingeschüchtert bin ich
Zu viel bist du für mich
Viel zu klein bin ich

© Amy Herzog

Starke Frau…

Das einschüchternde Mädchen
Was klein geworden war
Innerlich klein, allein
Und zerbrochen starr

Das überlegene Mädchen
Was stillschweigend war
Wandelte es leer
Durch längst vergessene
Dunkle Gassen.

Die Starke Frau
Die außen stark war
Die niemand retten wollte
Niemand retten musste
Sich niemand zu retten traute

© Amy Herzog

Schreiend einsam…

Umgeben von Menschen-
massen,
die einen nie
allein ruhen lassen.
Schweigsam
schreiend stehe ich
inmitten der Menschen,
die nicht hören
mein einsam
sein.

© Amy Herzog

Emotionen…

Stillstehend am Wegesrand,
dunkelschwarz beängstigend,
unverstanden distanziert,
an der Welt desinteressiert.

In der Leere hoffnungslos,
erstickend schweigsam nutzlos,
unbehaglich nachdenklich,
verschlossen unerschütterlich.

Melancholisch sehnsüchtig,
wichtig wandel unwichtig,
im Vakuum zu abwesend,
Zeit nur so dahinrasend.

Gefangen einsam Liebloses,
denkend an zu Sinnloses,
starr wartend eingefroren,
mitten im Nichts verloren.

© Amy Herzog

Bleibe allein…

Ich fühle mich so verloren
als würde ich fortlaufend
nur über mir schweben.
Niemand sieht mich,
ich bin unsichtbar
in stiller Stimme,
die keiner hört.

Bin hier allein,
bleibe einsam
und verliere
im Leben
niemals
jemanden..

© Amy Herzog

Weiß nicht weiter…

zu vieles verborgen
gedanken verworren
niemand sieht
niemand spürt
keine worte
ohne orte
wortlos
atemlos
erkannt
verdammt
allein
sein

Niemand versteht
Niemand will verstehen
Niemand will sehen

Ich verschließe mich
Ich weiß es
Spüre es
Bin es

© Amy Herzog