Verzweiflung

Gefürchteter Halt.

Und suche ich noch einen Halt,
so drückt die Furcht im Sinn.
Nur flüstere ich immer leiser,
weil ich doch längst zu Ende bin.

Und kam der Tod nicht zu Besuch,
war ich’s ihm niemals Wert?
Doch lächle ich am Ententeich,
bis sich mein Geist verwehrt.

Und suche ich noch einen Halt,
so schreibt mein Füller Licht.
Obwohl ich längst zu Ende bin,
so endet die Furcht nicht.

Und wenn ich mich nicht finde,
der Tod dann mich besucht?
Nur beißen meine Zähne mich,
der Halt doch nur verflucht.

© Amy Herzog

Wärme in kaltem Wasser…

In meinem Nebel,
suchte ich nur Halt…
Halt am Wasser,
Wasser so glänzend
und doch bitterkalt.

Im fremden Wasser,
fürchtete ich dem Halt…
Halt am Bitterkalt,
kalt und doch reißend
machte es mich alt.

Alt in Eiseskälte,
so hoffe ich auf Halt…
Halt in der Einsamkeit,
einsam in der Dunkelheit
hoffe ich auf Leben bald.

Lebe ich im Nebel,
in Einsamkeit neben dir…
Und suche ich weiter,
mit schlagendem Herzen
die Wärme im Wasser hier.

 

© Amy Herzog

An der Wand…

An der Wand, dort malt ein Herz,
die Wärme gar den Raum umschließt,
es trägt in sich den nackten Schmerz,
der an der Wand im Blut zerfließt.

In Nacktheit meine Seele steht,
inmitten schlingt der warme Raum,
der kalte Wind der dort noch weht,
wirft mich aus meinem kleinen Traum.

Das Blut an meinem Körper tropft,
letztendlich auch das Herz ertrinkt,
der Schmerz an kalter Wand noch hofft,
und doch im schwarzen Loch versinkt.

 

© Amy Herzog

So endet das Theaterstück…

Der Mund nicht mehr zu sprechen wagt,
welch Schmerz an meiner Seele nagt,
versinkt die Hoffnung tief im Meer,
so kalt, verlassen, einsam und leer.

Das Herz, das in der Mitte bricht,
die Scherben löschen leis‘ das Licht,
am Grund des Meeres ganz allein,
schlafen die Tränen einfach ein.

Kein Atemzug, kein letztes Wort,
die Liebe treibt an diesem Ort,
mein Herz, es bleibt verstummt zurück,
so endet das Theaterstück.

 

© Amy Herzog

Stechendes Herz…

Ich spüre, wie es sticht…
Mein Herz weint bitterlich
süße Tränen, und wie sie rinnen
über mein Gesicht – und beginnen
dröhnend, kreischend zu schreien
willens sich aus dieser Gruft zu befreien
in ferne Gezeiten zu reisen, flüchten
fern, nur fern von deinen Gerüchen
vom Herz aus abertausend Brüchen
doch es sticht, und versperrt jede Sicht
weint bitterlich – ganz ohne ein Licht
einsam im Nebel… ohne Gewicht…

© Amy Herzog

Roter Fluss…


Ein roter Fluss rinnt warm bergab,

fließt darin glänzend mein Gefühl,

so lieblich, sanft, bedingungslos,

aus meinem Herzen, niemals kühl.

 

Der Fluss tropft bis zur Dunkelheit,

und mein Gefühl fließt leise mit,

zurück bleibt mir die Einsamkeit,

und in dem Herz ein tiefer Schnitt.



© Amy Herzog

Luft…

Mein glasiger Blick
in starren Ketten gefangen
leblos sinkt der Geist in seine Gruft
und Ohnmacht hüllt mich ein im falschen Hass
der Schmerz doch riecht noch deinen Duft
küsst noch, kratzt und weint, schreit,
verwelkt mein leeres Herz
und ringt um Luft..

© Amy Herzog

Wunden…

Tränenbedeckte Ecken und Kanten,
niemals perfekte beflecke Fassaden,
Seelenschmerzen mit Fehlern verbunden,
unsichtbar schweigen voll innerer Wunden..

© Amy Herzog

Nur ein leerer Schrei…

Und könnt ich die Sekunden füllen,
mich in deine Wärme hüllen,
in deinen Worten immerzu,
dort wo ich finde Seelenruh‘.

Und würden meine Tage hell,
als sei’s das Wort, das ich nur will,
unterm Baum im Schatten liegen,
mich in deinen Armen schmiegen.

Und würden Jahre bald vergeh’n,
die Sonne mehrfach untergeh’n
so schau ich doch und sitz mit dir,
in Wirklichkeit, im jetzt und hier.

Und ist mein Herz ein voller Krug,
voll Liebe jeder Atemzug,
dann trinke und seie besoffen,
ich passe auf, wenn dein Herz offen.

Und wär die Wärme viel zu heiß,
dein Kuss beschenket mich mit Eis,
und wär’s das letzte meines Seins,
egal, denn ich wär dennoch deins.

Und könnt ich ewig Zeilen bauen,
weil sie nur nach Sehnsucht schauen,
die in meinem Herzen thront,
dort wo noch leise Hoffnung wohnt.

Und winde mich in Phantasie,
dein Wort, so selten, niemals nie,
die Stunden zieh’n an mir vorbei,
Sekunden, nur ein leerer Schrei..

 

 

© Amy Herzog

Tabak und Kotze…

Das Licht flackert
unter tropfendem Blut
reiße Seite für Seite heraus
doch nichts ist gut genug
– ich bin taub

Die Decke fällt aus dem Bezug
aber mir ist alles egal
das Leben spielt sein Spiel
aber ich spiele nicht mehr mit
– ich verliere

Sitze hier in meiner Pfütze
zu wertlos für Blut und Tränen
trinke ein paar Kurze
und bade in Tabak und Kotze
– versinke

Mein letzter Gedanke
ich wünschte innerlich tot zu sein
doch ich bin es nicht
ich lebe, fühle, liebe

Sterbe

Kotze und ertrinke
in einem Spiel
das nie zu gewinnen war

© Amy Herzog

Glas…


Und ich halte noch mein Glas,

Welches glänzt in meinem Traum,

Betrinkt das Herz im Liebeswein,

Bis es bricht am Wahrheitszaun.

 

Und ich spüre deine Nähe,

Nur die Wärme kommt nicht an,

Denn mein Herz aus kaltem Glas,

Ging zu Bruch bevor’s begann.

 

Und ich spüre diese Scherbe,

Wie sie sticht in meiner Brust,

Die Mauer außen standhaft lebt,

Doch im Innern raubts die Luft.

 

Und ich spüre noch das Wort,

Wie es tropft nur auf die Erde,

Ohne Glas und ohne Schutz,

Dort wo ich ertrinken werde.

 



© Amy Herzog

Resignieren…

Wenn Traurigkeit die Stimme lähmt,
verzweifelt schrei ich doch zu leis,
verschlossen ist das was sich schämt,
als gäbe es nur schwarz und weiß.

Wenn Eifersucht nur Hoffnung ist,
der alle Macht der Welt nicht reicht,
und Rat dabei Vernunft vergisst,
mein Herz macht es damit nicht leicht.

Wenn schwacher Geist woanders weilt,
so dass mein Herz nicht weiter schlägt,
es schlaflos durch die Nächte eilt,
und doch am Ende Tränen trägt.

Wenn Wunsch am Ende resigniert,
und Wirklichkeit mit Messern sticht,
dann hat die Seele auch kapiert,
es ist nun aus, das Lebenslicht.

© Amy Herzog

Gefangen im Dornenwald…

Gefühle tragen durch die Nacht,
und wachsen in dem Sonnenlicht,
schon längst über den Kopf hinaus,
das Herz, es sieht die Tränen nicht.

Zu dicht ist das Gefühlsgewächs,
ich bin verlor’n im Labyrinth,
wo Hoffnung unter Erde liegt,
und Wünsche noch in Wolken sind.

Doch fest verwurzelt liegst du schon,
die Tränen gießen in der Nacht,
damit du in dem Herzen wächst,
wenn Tags darauf die Sonne lacht.

Nur in den Wolken ist es schön,
hier unten ist es schwarz und kalt,
der Schmerz, er sticht von überall,
gefangen in dem Dornenwald.

 

© Amy Herzog

Die Augen…

Die Augen können nicht mehr lachen,
ich seh‘ die Sonne nicht aufgehen,
wie im Meer aus tausend Fragen,
werde ich in der Nacht vergehen.

Die Augen können nicht mehr fühlen,
meine Seele wohnt dahinter nicht,
durch kalten Winter schweigend nur,
seh‘ ich am Ende nicht das Licht.

Die Augen spüren keine Wärme,
du, mein Licht, du bist nicht hier,
beinahe hätte ich gespürt,
wie aus Kälte wird ein wir.

Die Augen können nur noch schreien,
ich schreib es durch die Worte blind,
die deine Sprache sprechend nicht,
ein Schweigen weht zum Schluss im Wind.

 

© Amy Herzog

Ehrliche falsche Worte… 


Mein Wort kann dir alles schenken,

Es baut sich selbst die Brücke,

Schleicht wärmstens über Berg und Tal,

Verschließt die kleinste Lücke.

 

Es kann dir beinah alles zeigen,

Denn es ist stets ehrlich gemeint,

Zuweilen hilft es gegen Schmerz,

Wenn dein Herz einmal Tränen weint.

 

Doch eines kann mein Wort noch nicht,

Und ich weiß auch nicht wann,

Was sollt ich dir nun weiter schreiben,

Wenn kein Wort mein Gefühl sagen kann?

 

Mein Herz weint leise kleine Tränen,

Verborgen hinter falschem Wort,

Irgendwann wird es erklingen,

Zur rechten Zeit am rechten Ort..

 

 


© Amy Herzog

Beim fahren…


Beim zugfahren bin ich immer ein Sekündchen schneller als die über mir schwebende Gewitterwolke…

© Amy Herzog

Leeres Blatt…

Es wartet nicht auf meine Worte,
mein unbeschriebenes Papier,
vergebens füllen sie kurz die Leere,
die weiter herrscht im Jetzt und Hier.

Papier und Worte schweigen sich an,
aus Tinte formen sich Lügen,
verwelkte Träume beschreiben mir,
wie Worte mich selbst betrügen.

Das leere Blatt zeigt die Wahrheit,
so weiß und rein wie Schnee,
und ohne Tinte schreibt es mir,
in Schönschrift, etwas tut weh.

Das Blatt, so ohne jedes Wort,
es weint und schreit so laut,
das was dem Herzen so sehr fehlt,
wonach kein Wort je schaut.

So lasse ich die Tinte trocknen,
und mein Papier bleibt leer,
wie ein Spiegel blickt es zu mir,
mit Tränen, so weit wie das Meer.

 

© Amy Herzog

Warum es weh tut…

Ich weiß nicht, was ich empfinde,
was mich in der Nacht wach hält,
zitternd durch den Körper fegt,
und mir die Sterne noch erhellt.

Nur die Wärme kann ich spüren,
wie sie flattert durch den Bauch,
mich zuweilen lächeln lässt,
mir das Glück gedanklich haucht.

All das scheint so unerforscht,
ist es schön, oder doch nur schlecht,
schleicht die Kälte durch ein Fenster,
und ich frage mich, ist es echt.

Worte schleichen durch Gedanken,
weiter an meinem Herz vorbei,
zündet Flammen wo es flattert,
verzweifelt frag‘ ich was das sei.

Und dann spüre ich den Schmerz,
was gerade doch war noch gut,
Sehnsucht drängt sich einfach auf,
und es kocht das kalte Blut.

Zweifel an Gefühl und Wort,
bleiben, wenn der Morgen taut,
Angst und Herzschmerz bleiben,
nur das Flattern schwindet auch.

Das was bleibt ist Unwissenheit,
doch gleichzeitig kommt Erkenntnis,
warum das Herz nun doch weh tut,
bleibt am Tage kühl im Gedächtnis.

© Amy Herzog

Depression…


Dir fehlt die Kraft zu richtigen Worten,

Lebst nur an den vergangenen Orten,

Schmerz kannst du nicht überwinden,

Dich nicht an schöne Worte binden.

 

Du bist so frustriert, leer und kalt,

Fühlst dich zu jeder Stunde nur alt,

Bringst dein Leben nicht zustande,

Lebst nur an des Abgrunds Rande.

 

Fehlt dir noch die innere Klarheit,

Zum überleben auch jede Freiheit,

Hoffnung hat sich im Wind verloren,

Deine Seele ist nur eingefroren.

 

Die Angst vor Wärme begleitet dich,

Du zerfrisst dich selbst nur innerlich,

Von außen wahrst du guten Schein,

Erst im Dunkel beginnst du zu Schrein,

 

Doch täglich kochst du etwas mehr,

Du sehnst dich nur nach weitem Meer,

Nach Leben, Glück, einem anderen Ich,

Das alt-kalte ich, von dannen Schlich.

 

Verliere vor der Nähe deine Angst,

Es ist nichts, wovor du dich bangst,

Reiche deine Hand einem Herzen,

Es wird mit tragen deine Schmerzen.


© Amy Herzog

 

Albtraum…

Reime geformt aus einem Traum
Kein Mond, keine Sterne, kein Licht
Nur Tränen, Leid und der Seelentot
Mir die Knochen bis zum Halse bricht

Erwacht am Morgen in kalten Pfützen
Selbsthass, Angst – verstummtes Leben
Bin festgefroren und kann nicht brennen
Leben, Welten nur ohne mich rennen

Wache auf und trockne die Tränen
Es war nur erträumt, nicht das wahre Leben
Der Traum tut bald schon nicht mehr so weh
Spiele mit Feuer und trink einen Kaffee

© Amy Herzog

Narben…

Und dann beginne ich zu zählen
Die Narben, die mich immer quälen
Suche ihren Sinn und Zweck
Wünsche mir den Weg zurück

Zählen macht mich immer müde
Die Narben nicht mal alle finde
Kann mich nur darin verlieren
Gedanken wagen einzufrieren

Der Sinn verschwand einst mit der Zeit
Die kleine Träne noch verweilt
Wo war nur meine Menschlichkeit
Die Wunden gingen viel zu weit

Die Klinge, sie war nicht mein Freund
Die Freiheit hat sie mir geraubt
Doch werd‘ ich stark auch mit den Tränen
Sie mich am Ende nicht verletzen

Schreite weiter durch mein Leben
Viel hat es mir doch noch zu geben
Die Narben erfüllen keinen Zweck
Ich tanz‘ mit Tränen, aber nicht zurück

© Amy Herzog

Inspiriert von ‚Zerbrochene Spiegel‘

Überleben…

In eigenen Tränen ertrinken…

Keine Luft, keine Freude, kein Licht,

Keine Wärme, keine Menschen,

Einfach Nichts, nur der Wunsch

Nach Hoffnung auf ein Leben,

Versuchend in den Tränen

Zu überleben.

Dafür gibt es kein Wort…

Schreibe ein Gedicht..

Wie denn,
wenn es dafür kein Wort gibt?
Wie soll ich aufschreiben,
was soll mich in diese Richtung treiben,
was in mir wütet, wenn es dafür
einfach keine Bezeichnung gibt?

Kratze mit letzten Kräften
Fragmente auf längst verbrauchte Zettel
und versuche sie zusammenzusetzen,
versuche ein Bildnis zu schaffen,
dieses Innere zu visualisieren,
es ans Licht zu bringen.

Es geht nicht.
Es lässt kein Licht
in meine Seele.
Es will, es liebt, es ehrt,
wie ich mich am Boden wälze
und quäle.
Und währenddessen
wütet es heiter immer weiter.

Greift mit scharfen Klauen
brachial durch meine Seele,
reißt sie in tausende Fetzen,
lässt mich links liegen,
nicht mal mehr im Dunkel,
einfach nur im Nichts.

Lässt mich Schwäche kotzen,
lässt mich Sehnsucht hungern,
nimmt mir die Identität,
das Leben lässt es mich nicht verdienen
nur in Luftschloss Phantasien
gibt es mir die unverdiente Realität.

Hier im Nichts.
Nur Leid soll mich noch treiben,
damit lässt mich dieses Monster zurück,
damit lässt es mich leben.

Dafür gibt es kein Gedicht,
dieses Monster, es hat kein Gesicht,
es frisst nur, frisst mich,
und ich, ich kann nur warten und hoffen,
dass es mich am Ende
doch nicht mehr im Stich lässt.

Ungenutzt…

 

Warm und weich
Verführerisches flüstern
Gar engelsgleich
Zart und rein
Lockt mich an
Der einsame Teich
Streichelt sanft
Umhüllt in Schutz
Zeit vergeht, und ich
Ich bleib darin gefangen
Und ewig ungenutzt

 

Verlorenes Mädchen…

Bäume, starke, dicke, große, Bäume,
lange knöcherige Äste, dicht an dicht,
schlagen laut im nächtlichen Wind.
Schwarzgekleidete Nebelschwaden,
und mittendrin ein verlorenes Kind.

Rennt entlang dem verregneten Weg,
nasses Laub, das kleine Mädchen fällt,
in Erde und Matsch, in Kälte gehüllt.
Blutige Knie und weinende Augen,
ängstliche Schreie, nur Bäume hören.

Wispert im Nebel geheimnisvoll zu,
„Kleine, renn weiter, gib keine Ruh!“
Rennt und fällt sie, Stunden vergehen,
bis dann am Ende der Nebel verzieht,
und in warmer Sonne die Tränen glänzen.

© Amy Herzog

Durch weinende Augen…

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Trüber Regen rinnt
Weiße Wolken schweben fort
Schlagen spitze Äste
Graues Schwarz in meine Seele
Vögel zwitschern noch im Wind
Doch wird auch sie der Regen treiben
Und ich, ich stehe hier durchnässt
Im kalten Regen weinend sehen –
Schutzlos ohne Herbstblatt
Verschwommen ohne Farbe
Bis auch die Vögel mich verlassen

© Amy Herzog

Flüchtige Momente bleiben…

Meine lauten Schreie nach Hoffnung,
können nicht mehr gehört werden.
Zu leise sind sie – ich schlafe, leer, taub,
als sei mein Leben aufgebraucht.
Verletzt und voll starker Schmerzen,
bleibt fort der kleine Funken Hoffnung
auf eine kleine letzte Rettung.

Die Luft um mich wird dünner,
während die Erinnerungen an den letzten Kuss
restlos verblassen, mich allein hier lassen.
Im Nichts gefangen.
Mein warmes Blut fließt in Strömen,
und die Schmerzen muss ich nicht mehr spüren.
Am Ende hört es endlich auf,
nichts wird mehr fließen.

Flüchtige Momente bleiben
in Momenten, die sich nicht mehr reimen,
nicht mehr färben, nur grell leise lärmen.
Doch das Leben geht für euch weiter,
dreht sich bunt um Illusionen.
Bin ich doch dort und hier verschwunden.
Ihr Menschen, ihr bleibt bitte heiter
und lebt immer glücklich weiter.

Auch ich werde sein,
nur nicht hier, nicht dort,
Bin ich fort? Ich weiß es nicht – ich schlafe.
Und mag’s sich nicht mehr reimen,
der Rhythmus in mir nicht mehr pochen,
so hab ich mich noch nicht verloren,
bin ich nur für euch verschwunden.

Irgendwann, wenn auch ihr müde seid,
schreit, und nach letzten Lüften greift,
dann werde ich warten,
mit wolkenweicher, warmer Luft,
leise warten und empfangen, flüstern:
Ein Gedicht wird am Ende, selbst hier im Nichts
niemals enden können.

 

© Amy Herzog

liebende Messerstiche…

worte verirrten sich in luft
zurück bleibt nur der süße duft
umgibt mich sinnlich diese sucht
reißt mich tiefer in die kluft

wenn ich dich nur hassen könnte
mir den seelenschmerz nicht gönnte
dein duft, dein klang würde schwinden
die tiefen wunden endlich heilen

diese liebe kann ich nicht hassen
führt sie mich beschwingt durch gassen
lässt mich dich spüren durch den schmerz
wie sanfte stiche in mein herz

© Amy Herzog

Überfordert das Leben, selbst im aufgeben

Überfordert
Auf brüchigen Ästen wandern
Klammern an den letzten Wind
Auf der Suche nach dem Honigbaum
Im Mantel schützend vor dem Nebel
Vor dem Sturm
Doch bleibt es weiter
Schwarz im Raum

Im Traum
Noch nach den Fliegen fischen
Sollen sie mich tragen
Weit fort in warme Länder
In Glück und Freiheit
Bis an alle Meeresränder
Schlendern unterm Sonnenschein
Doch halt! Das ist der falsche Sender

Kein Freund greift nach
Müden Ästen
Kleiden sich in warme Westen
Lasten – lass sie liegen
Am Boden im Eis erfrieren
Siegen werden die, die fliegen

Herz und Seele war’n versetzt
Zerbrochen bekam ich beides zurück
Am Boden liege ich, zu kalt, zu schwach
Um weiter noch zu stehen
Zu hören, zu schreiben
Diese Worte
Sollen leise für mich
Schreien

Die Monster –
Ich habe Angst
Sie halten mich gefangen
Fern dem Traum, verschlossen
Vor Licht, der Welt, von allem verstoßen
Zu schwach zum rennen
Allein muss ich nachgeben
Aufgeben, die anderen siegen
Und ich kann loslassen

Wo sind meine Tränen?
Sie haben mich verlassen
Sie hassen mich und meine Taten
Das Weinen, das Leben bleiben unerreicht
Glück, fühlen, sehen im Sand
Sind in Wüsten verloren

Bleiben Schmerzen und Klingen
Die von Liebe singen, drum ringen
Wer das Leben bekommt
Mich fern halten vom Baum
Von Licht, in Schatten gestellt
Vergessen, zerrissen, fallen gelassen
Im freien Fall, würfeln sie aus
Wer den Honig gewinnt

© Amy Herzog

Überflüssig…

tränen haben sie verlassen
und ihre seele, sie ging auch
bleibt hier nur ein kleines mädchen
bis auch sie verschwind‘ im rauch

anders, komisch, abgelehnt
so bleibt sie überall allein
ein kleines aufgesetztes lächeln
damit wahrt sie letzten schein

im dunkeln tiefer isoliert
wird ihre seele bald zerrissen
unsichtbar und überflüssig
würd sie keiner mehr vermissen

wozu noch suchen nach dem sinn
in ihrem bitterkalten leben
was einst zusammen hielt ihr band
das hat die einsamkeit zerschnitten

© Amy Herzog

Könnt ich’s wagen…

 

Blut fließt dick
aus meinen Augen.
– schreit der Tod!
So könnt ich’s doch nur wagen,
wahre Worte hier im Atem zu entlassen.

Fall ich nur hinauf,
um tiefer noch zu fallen.
Schwarze Klauen, die mich greifen,
fester! Und Gebete muss ich weinend
auf den Knien zurücklassen.

© Amy Herzog

Porzellanpüppchen…

Sie ist schön
So wunderschön
In blassem Porzellan
Duscht sich sanft im Regenwasser
Hält das Leben an

Wunderschön
So klein und zart
Obwohl sie hier zerbricht
Der Film des Lebens abgespielt
Mehr Blut als Wasser schmeckt

Überschwemmt
Von roten Tränen
Liegt sie in Wassers Fluss
Ein Püppchen, das zusammen bricht
Obwohl sie Leben muss

© Amy Herzog

Schwach-Stark…

Stechende Schmerzen
Jagen durch meinen Körper
Mein Herz pulsiert
– noch, noch..
Doch die Kälte in mir
Lässt mein Blut gefrieren
Bis mein Herz für immer
Bleibt still stehen

Verloren in der Ferne
Der funkelnden Sterne
Erfriere ich so bitterkalt
Mein Durst nach deinem Blut
– nach deiner Wärme
Frisst und steigt
Bitte warte nicht darauf
Dass ich sterbe

So kalt, zu leer
Wer bin ich, wer?
Nur alt, verbraucht
Und schwer meine Seele
Tragen kann ich kaum mehr
– zu schwer die Lasten
Zu schwach bin ich
Fürs lange Leben
Doch auch zu stark
Um endlich zu
Sterben

© Amy Herzog

Worte der Verzweiflung…

Mit Tränen in den Augen
Greift sie zur Feder
Und schreibt auf ihrem Arm
Die Worte der Verzweiflung

Schreit ihre Seele
Aus der Tinte ihres Herzens
Tropft sie zu Boden
So weich und warm
Und gefriert..

© Amy Herzog

Rotes sehen

Rotes sehen – grell
fließen im sanften Spüren.
Mit deiner nackten Haut
auf klammheimliche
Streifzüge gehen.
Verkochen wir das Essen,
genießbar von früh bis spät,
lassen wir uns flehen
gegen diese Hitze,
die uns innerlich
die Flammen beschert.
Und wie wir diese Zeilen schreiben:
Nein. Stop! Halt den Mund!
Wir würden doch nur
errötet bleiben.

© Amy Herzog

Ersticken…

In mir die Gedanken
und so weiter..

Reiche bitte eine Leiter!..

Hier im trüben Wasser
sehe ich nichts.

Da oben!
mitten im Erstickungstod
sehe ich das Ende des Lichts!

Sind dann die Gedanken fort?
Bin ich erstickt daran?
Bin ich dann tot?

Ach…

Reiche eine kleine Leiter,
helfe mir nur kurz doch weiter..

Die Gedanken, die ersticken,
einfach mal herauszulassen
und am Ende nicht ersticken.

© Amy Herzog

Tränen des Schmerzes…

Tränen ziehen über ihr Gesicht
zu verzweifelt ist die Suche
nach diesem Licht
das einem Jeden
noch zu dunkel scheint

Spürt sie wie er
durch ihre Adern fährt
doch immer mit einem Lächeln
erträgt sie diesen Schmerz

Sehnsüchtig der Schmerz
so fließt er durch die Adern
hart wie Stein
durchstößt er ihr Herz
beim durchwandern

Lang hat sie ihre Tränen
zurück gehalten
doch sie kann nicht stehen
nicht atmen
lässt doch niemand
Gnade walten

Ihr Herz
der kalte Stein
spitz und scharf
schneidet er täglich tiefer
in ihr Fleisch

Hinterlässt sie die Spuren
ihrer blutenden Wunden
dies sind die Spuren
der verzweifelten Suchen

© Amy Herzog

Suche nach Worten…

Verzweifelt versuche ich
in Worte zu fassen
wie meine Gefühle
in Massen schmerzen

Es geht nicht
ich finde keine Worte
keine passenden Orte
die Worte zeigen

Diesen Schmerz
will ihn nicht mehr
ich kann einfach nicht
zerbreche so sehr

So halte mich jemand
und schenke mir Worte
die lassen den Schmerz
endlich verblassen

Worte die kommen
aus tiefster Seele
schreiend suchende
Seele nach Worten

© Amy Herzog

Wartend ertrinken…

Während die Zeit
weiter fliegt,
hoch oben sich dreht
und die Wolken überholt,
stehe ich nur still
und sehe die Richtung nicht
in die es gehen soll.
Bin der Gefangene
meiner Beine,
die nicht mehr rennen können
und nur noch warten,
bis sie mich hinabziehen,
bis tief in den Boden.
Wartend stehen
vor schwarzer Wand,
suche nach der rettenden Hand,
die mich zieht
bevor ich versinke
und in ew’ger Dunkelheit
ertrinke.

© Amy Herzog

Woher kommen diese Schreie?

Woher kommen diese lauten Schreie?
Nur ich vermag sie zu hören.
Doch woher kommen sie?
Kann sie nicht fühlen.
Nichts ist mehr da,
was schreien könnte.
Ich sehe nichts,
da ist nichts.
Nur woher,
woher,
kommen diese Schreie?

© Amy Herzog

Kann’s nicht einfach einfach sein?

kein verletzen
kein entsetzen
kein schweigen
kein schüchtern
kein scheinen
kein ändern
kein weinen
kein einsam
kein lügen

immer ehrlich
immer einfach

nie sinnlos
nie nutzlos

ich liebe mich
mich liebe ich

wenn’s so wär
wär’s nicht schwer

© Amy Herzog

Manchmal ist es 

einfach richtig schlimm.

Liege da, im Dunkel,

warte.

Dann denke ich

die Seele ist dein, nimm

Behalte sie, ich will

sie nicht mehr. 

© Amy Herzog

Gefangen…

Im Körper gefangene Seele,
Auf ewig sie sich quäle,
Vom Leben stets bewacht,
Nur der Tod hat die Macht.

Das Gefängnis zu brechen,
Und die Seele kann entfliehen,
Sich dem Raster entziehen.

In ein freifliegendes Leben,
Das Glück pur erleben…

© Amy Herzog

Aufgeben…

Die Hände zittern,
Die Augen sind schwer.
Meine Seele, sie schreit,

Es ist der Schrei,
Nach Sicherheit.
Schrei nach Ehrlichkeit,
Schrei nach etwas…
Freundschaft.

Schrei, lauter Schrei,
Nach irgendwas.
Mut und Angst,
Viel zu viel Angst.
Angst zu kämpfen,

Nimm die Angst,
Diese schlimmste Angst.
Gib Sicherheit.
Etwas…

© Amy Herzog

Verzweiflung…

Kann sie nicht genommen werden,

tief, so tief sitzt sie,

diese Verzweiflung,

zu fest bin ich noch immer verbunden.

© Amy Herzog