Kafka

Kafkas: „Von wo also ich es auch ansehe, immer wieder zeigt sich und dabei bleibe ich, dass, wenn ich mit der Hand auch nur ganz leicht diese kleine Sache verdeckt halte, ich noch sehr lange, ungestört von der Welt, mein bisheriges Leben ruhig werde fortsetzen dürfen, trotz allen Tobens der Frau.“ kommt einem kurzen Schulterzucken gleich, welches am Ende einer Geschichte statt des Weinens vollzogen wird. Nur ein Schulterzucken. Und all die Gedanken davor, so lange sie dir auch vorgekommen sein mögen, weil sie sich Wochen, ja sogar Monate hingezogen haben, machen nur einen Sekundenbruchteil vor seinem Schulterzucken aus. Man könnte auch sagen, dass ihr schon vor dem ersten Atemzug gestorben seid, weshalb du jetzt so um Luft ringst wie ein ertrinkender auf hoher See. Sie ist eben zu viel, während sie gleichzeitig zu wenig ist und würde sie die Mitte finden, wäre sie nicht mehr sie selbst und du könntest sie nicht mehr anschauen. Aber sie ist auch ein Mensch, was immer schwer einzugestehen ist, diese Menschlichkeit, diese Menschlichkeit, die zu viel liebt, viel mehr, als sie es je beschreiben könnte. Und dann ist es leicht sich einzureden, dass sie all das, oder zumindest einen Teil davon, nur vortäuscht. Denn wer zum Teufel, wer, könnte dich so sehr lieben und weshalb? Es ist nicht so, dass du nicht liebenswert wärest, das bist du, das weißt du, aber so sehr? Nein. Das hat dich dein bisheriges Leben nicht gelehrt und deshalb weißt du nicht zu weinen, nicht mehr zu denken und folglich auch nicht mehr zu reden. Und deshalb zuckst du mit den Schultern, während du den Anblick ihrer Tränen, in jeder glänzt diese überwältigende Liebe, schweigend so sehr genießt.

*Zitat aus: die kleine Frau

abschließen

es darf niemand
außer dir
wirklich in mich eintreten
deshalb gehe ich
jetzt und
schließe mich
wieder
ab

© Amy Herzog

Mein Mantra hinkt.

bewegt sich seit der ersten/
weiß nicht wer das
wir
ist deine Begierde frisst, kippt
mich über den
Teppichboden befleckt

es regnet/Schatten liegt
ich sitze auf
deinem
in dir weinen
und ineinander übergehen
wie die Klarheit
in sinkenden Augenlidern

hab mich nicht
zu Ende
gedacht/lies mich nicht!
Sind nur kranke
Gedanken
auf der Suche nach Poesie

Schlürfe mich zum
Frühstück
kalt
aus Stoffresten
Gefühle verhalten mich still
nichts weil
ich
weiß und nicht
zugleich

Mein Mantra hinkt.

© Amy Herzog

„Blinder Fleck“

Du siehst mich
mit dem Teil deines Auges
auf dem sich keine
Lichtrezeptoren befinden.

Eh nicht.

© Amy Herzog

Hauch von Sinn

die Leerzeichen
in deiner Stimme zeichnen
uns den Weg in die Dunkelheit
mit Glas aus meinem Bauch
in den Asphalt

ich sehe die Risse
du bedeckst sie mit deiner Haut
während uns die Nacht
die Kleider ablegt

Und dann multiplizieren
wir die Wunden
der vergangenen Jahre
und geben den Leerzeichen
einen Hauch von
Sinn

© Amy Herzog

wenn du schreibst

wenn du mir schreibst
beiße ich mir auf die Unterlippe
und meine Gedanken
wippen
im Rhythmus
meines überkochenden Blutes
und wie du in mir brennst
reiße ich die Augen
weit auf
und kühle aus
ehe ich dir antworten kann

© Amy Herzog

Videolesung

Freitagmorgen 6h: (Gedankenblase) „Hey, es ist noch dunkel, ich mach ne Kerze und die Kamera an und lese etwas, das macht Spaß!“

Nun, zwei Stunden später, inzwischen ist es hell geworden, lese ich nach unzähligen Aufnahmen noch immer. Und bin natürlich, wie soll’s auch anders sein, immer noch hochgradig unzufrieden! Und warum sieht mein Gesicht eigentlich so Gargamel (Gurgelhals) aus? Und von der inzwischen geflohenen Mimik und der Betonung mag ich gar nicht erst anfangen. Aber ich kann nicht mehr und das wird jetzt hochgeladen, ob ich will oder nicht.

Hach, aber wäre man nicht selbstkritisch, würde man sich nicht mehr bewegen, verbessern, gell?

Es.hat.Spaß.gemacht. 😀

Vielen Dank für Euer Dasein, lesen und in diesem Fall zuhören! Herzenswärme geht raus! ♥️

warte

Warte nur
auf jede Nacht
damit mich deine Haut
wieder bedeckt

©  Amy Herzog

Dornenhecken

Irgendwo
in den zerschnittenen Rosen
meines erkalteten
Herzens
weine ich die Märchen
der Vergangenheit und blicke
durch übriggebliebene
Dornenhecken
auf meine eigene
Grausamkeit
herab

© Amy Herzog

WO BIST DU?

Seit Jahren wandelnder Tod
was hast du nur getan
dass du dich nicht mehr tragen kannst
was ist dir passiert

So erloschenes
und pocht nur im Rhythmus
um des Körpers willen
kleines Herz
WO BIST DU jetzt

In den Wäldern
so verirrt
– frei
(in deinen Ketten)
doch ich küsse dich sanft
vom Vollmond aus
auf die Stirn

© Amy Herzog

blickdicht

Der Abend zerfällt
unter dem üblen Nachgeschmack
schlecht gewordener Lügen
statt von dir zu Träumen
atme ich den Durst
in den nächsten kalten Winter
und ziehe den Vorhang
meiner Augenfenster blickdicht

© Amy Herzog

schlaf.

Alleine schlafen ist das Beste. Keiner da der warm ist, schwitzt, schnarcht, atmet und andere diverse Geräusche von sich gibt. Keiner da der stört. Und ist man irgendwann endlich eingeschlafen, kommt mitten in der Nacht irgendwer an und fummelt. Meinetwegen hängt man abends noch vor der Glotze, unterhält sich oder nicht und geht dann ins Bett. Dann hat man vielleicht noch den besten Sex mit dem Menschen, dem man sein Leben anvertraut. Und dann schläft man in diesen warmen Armen ein, lauscht in der Nacht immer mal wieder nach, ob dieser Mensch noch atmet oder drückt ihm ein Kissen aufs Gesicht, weil er schnarcht. Oder man bekommt den Lachflash des Todes, weil dieser Mensch den lautesten Furz ever abgelassen hat. Dieses gemeinsame schlafen ist besser, so viel besser.

Heim

[…]
seitdem ist dein Heim
leer, so schwer
dein Geist
ich spüre ihn und
ein Minenfeld aus Sehnsucht
und Einsamkeit
eingenäht in jeden
Gedanken

© Amy Herzog

(Gelesen) BUNTE LOSE

Sehr spontan entstanden. 🙂 Ich übe noch immer an der Monotonie. Trotzdem macht es mir Spaß, weshalb ich das demnächst, etwas weniger spontan, vielleicht öfter mache. Danke fürs zuhören und auch fürs lesen ♥️

LINK zum Gedicht

Zwei cl

blättere
durch deine Knochen
– suche
unverhüllte Zeilen
Fleisch
und zwei cl zu viel

offen!

als wären wir
für eine nie endende Sekunde
tiefgründig

© Amy Herzog

Merkwürdiges.

Die Vorstellung war schon merkwürdig, die Realität setzte einen drauf. Und nun kribbelt sie wieder, diese Never ending Story. Ich müsste nur kurz atmen, bevor ich mir meine Schwäche für das Unerwartete eingestehe.

siphon

So viel Angst in deinen Augen
Zwiespalt zwischen Fingern
und den Tod über Hände gestülpt
wie Handschuhe im Winter
nur was spürst du noch, was?

Die Leidenschaft im Licht berührt
auch nur kochende Kotze
aus Whiskey, Regen und Zeit
und all die kühlen Herzen
sickern durch dein verdrecktes
Siphon, nur was bleibt dir
noch, was? Was?

© Amy Herzog

regung

noch irgendwie tot
regung
auferstanden
schwer zu gestehen
und einsamkeit
spricht im rausch lauter
über träume als
zuvor

© Amy Herzog

oberfläche

und von der Lebenszeit
ist zu wenig übrig
um dir Gedichte zu schreiben
die du nicht trägst
weil deine Oberfläche kühl
meine jedoch glühende
Vulkane erklimmt

© Amy Herzog

wimpernkranz

bunte schleifen um mein hirn
die augen verbunden
du hast
wie bist du und
woher sind all die träume
schlaf und wach
und bist du zwischen allem und
nichts blinzelndes ich
du allein
in meinen wimpernkranz
und warme tränen
eingefasst

© Amy Herzog

deine Strömung

springe in den tiefen Ozean
deiner Seele
(dem hilflosem Kind)
zähle die Narben
wie Ringe auf totem Holz
küsse jede davon
und halte dich ganz fest
bis du an Land schwimmen kannst
oder uns die Strömung deiner Sehnsucht
(Hand in Hand)
ins Sternenmeer entführt

© Amy Herzog

sehnsucht

Sehnsucht nach
vollgeschriebener Unzulänglichkeit
Autobahnrauschen
per Anhalter Richtung blindes
Vertrauen und Liebe
ohne Grund nach Vollmond
Matratze auf dem Boden
Mitternacht
und nach liebevoll streicheln
ohne Kommentar

© Amy Herzog

Augen glänzen
wie nasse Kirschen im Juli
aber der Geist spricht
mit den Worten eines Kindes
das die Liebe
noch nie verloren hat

© Amy Herzog

Pfeil & Bogen

schreibe dir meine
Wahrheit
auf Raststättentoilettenpapier
und inhaliere beim
scheißen
den Rest vergangener Tage
wische die Unschuld
gegen den Strich
und trage dir in nassen Ärmeln
tropfend mein Blut
ans Messer
damit du diese kranke Haut
zu Pfeil und Bogen
schnitzt

© Amy Herzog

Heiß!

Da ist er: der kurze Moment, in dem sie denkt: „Nein, sei vernünftig, lass die Hände davon, das hast du als Kind schon gelernt. Die Herdplatte ist heiß, sie ist es! Du musst das nicht näher prüfen!“ Und trotzdem legte sie ihre kleine Kinderhand immer wieder darauf. Na, und nun legt sie eben ihre inzwischen größer gewordenen Hände darauf. Nicht mehr auf die Herdplatte. Aber auf andere…Dinge. Vielleicht ein wenig töricht, das verwachsene, ähm, erwachsene Kind, aber doch ist es voller Reinheit und Gefühl, ihr unbelehrbares Herz. Und einer dicken Hautschicht an den Handinnenflächen.

© Amy Herzog

Kann nicht

kann nicht sprechen
weil meine Gedanken wild
umhertanzen
mich nicht bewegen
weil mein Körper unkontrolliert
erzittert und bebt
und ich kann nicht atmen
weil mein um sich schlagendes Herz
so viel Raum einfordert

© Amy Herzog

irgendwie.

irgendwie nah
und fern
etwas will und
und das andere stellen wir
in den weg
und haben angst
davor
nicht so hoch klettern zu können
und die aussicht zu
verpassen und
uns

© Amy Herzog

Zeitumstellung

© Amy Herzog

Bereit.

diese Sorte Mann.

Es liegt gewiss an der Schreiberei, weil es am Aussehen nicht liegen kann, welches sich irgendwo unterm unteren Durchschnitt befindet. Und dann ist es immer die selbe Sorte Mann, die selbstverständlich, realistisch gesehen, viel zu heiß ist. Irgendwie zwielichtig, vermutlich ein oder zwei Morde vollzogen oder in Planung, charismatisch, oh ja, zum verlieben, kaputt und verlogen bis in die Haarspitzen. Und der selbe Wahnsinn, der besagt, dieses Mal nicht verletzt zu werden, weil dieser, der nächste Mann ganz anders ist. Aber es ist immer die selbe Sorte Mann und dann immer ein wirklich letztes Wort, welches dieses heruntergekommene Herz schreibt.

Ein Drabble.

schrei!

treffen deine Lippen
die meinen
und gebären Sehnsucht
nach Tiefe, Sturm und Meer
so hinke ich gen Lust
und schreiendes Verlangen
wiegt mein Herz
doch viel zu schwer

© Amy Herzog

nur ’n sandwich

schon klar
’n sandwich ist ’n sandwich
schmeckt aber besser
wenn’s jemand für dich zubereitet

die ränder abgeschnitten
mit liebe gemacht

© Amy Herzog

ich ahne die Liebe

Oh Furcht!
Ich ahne die Liebe
so groß vor dir
und mir
die Furcht, oh!
Vor Wissen und Sturm
und blind
so ganz und gar die Liebe!
Oh, würde doch
ein Ende
mich zerrissen
im Rinnstein nach dir
zehren lassen!

© Amy Herzog

Funkenmoment

Komm nahe
jetzt!
Funkenmoment,
dann zerbirst du in den
Einkerbungen
meiner

Leiser Schatten
streut
wie die glimmende Asche
dem ausgedrückten
danach

Und zeichnet mich
ohne Kontur
in deinem letzten Hauch
ein ausgekühltes
Ich

© Amy Herzog

Weiße Leinwand

da sitzt du
starrend in deine Innerste
weiße Leinwand

wo sind all die Kratz-
und Bissspuren
die durch die Liebe eines Künstlers
in ebenso tiefer Leidenschaft
die Beschaffenheit
deiner Haut verändern, wo?

da sitzt du
weiße Leinwand
suchend

© Amy Herzog

Verlieben

mein Schatten
so sag
weiß ich noch immer nicht
wie könnte ich mich nicht verlieben
schlägt mein Herz
schon lang
in einer fremden Brust
ich hab es bloß verschwiegen
doch lies
in diesen düsteren Hallen
mein belegendes
Wort
im Zeitstempel geschrieben

© Amy Herzog

Eine Angst und ein Gefühl.

Ich finde über diese Dinge wird oft geschwiegen, vielleicht aus Scham, oder weil man niemanden verletzen oder belasten möchte. Und manchmal auch, weil man nicht weiß, was passiert, wenn man sich offenbart. Ich möchte zwei Dinge teilen, ein Gefühl und eine Angst. Nur teilen.

Ich kenne das Gefühl von „Zuhause“ nicht. Und bin gedanklich eigentlich immer am suchen, sortieren und auf Reisen.

Ich habe Wahnsinns Verlustängste. Warum weiß ich nicht, weil ich noch nie etwas (aus meinem Herzen) verloren habe. Deshalb versuche ich stets Sicherheit zu vermitteln, Beständigkeit und Loyalität. Weil ich weiß, wie zehrend diese Angst sein kann. Und ich möchte nicht, dass Menschen, die mir wichtig sind, sowas (wegen mir) Fühlen oder befürchten müssen. Ich weiß, dass man darauf keine Garantie geben kann. Ich mache das trotzdem, weil das eben doch geht. Gleichzeitig bemühe ich mich, mir einzureden, dass mir alles und jeder furzegal ist…meine Verlustangst eben. Oder ich falle in einen Gedanken, nicht gut genug zu sein, für alles mögliche eben. Obwohl ich das nur noch selten denke.

Wer mag kann sich einreihen. Manchmal tut es auch gut, wenn auch nur kurz, sowas mal rauszulassen.

innerlich

innerlich
weinst du so laut
und du hast
angst
dass es jemand
hören kann
und noch mehr
dass es
niemand hört

© Amy Herzog

Liebesschnipsel

[…] „Weil Liebe nicht einschränken, sondern wachsen will.“ „Würdest du dich bitte in mich verlieben?“ „Ich weiß nicht, ich habe gerade Angst.“ „Warum? Sind es Menschen, denen du egal bist?“ „Nun, warum ist überhaupt irgendwas?“ „Traurig.“ „Ja.“ „Und warum?“ „Weil Liebe nicht perfekt sein muss, sondern aufrichtig, weil sie eine Sicherheit bietet, die man sich nicht erst verdienen muss.“ „Du verwendest Liebe und Sicherheit im Selben Satz?“ „Ja.“ „Das ist naiv.“ „Vielleicht, aber meine Liebe ist auch eine Entscheidung zu bleiben, selbst wenn ich gehen muss.“ „Warum musst du gehen?“ „Hmm“ „Wie kann man zeitgleich so offen und verschlossen sein?“ „Jahrelange Übung.“ „Hm, würdest du dich bitte in mich verlieben?“ […]

hinter dunkelbraunen Augen

hinter deinen
dunkelbraunen Augen
liegt mir der
Herbstwald zu Füßen
und Laubhaufen
die ich mit meinen Stiefeln
aufwirble
um in dir durch jede
Vollmondnacht
zu tanzen

© Amy Herzog

WARUM

WARUM
hören.wir.nicht
auf uns gegenseitig
zu verletzen
hören
auf zu schweigen
hören.auf.uns
fühlen uns
und hören.endlich.auf
uns zu verletzen
WARUM??
nicht

© Amy Herzog

Insta 2.0

Hab’s noch mal versucht mit dem Lyrik Instaaccount. In zwei Tagen zwei mal gesperrt worden. Diesmal mit Widerspruch. Beim dritten mal würd ich den Support nerven. 😉 Ich glaube das wird nicht mal geprüft, irgendwelchen Leuten ist stinklangweilig und sie melden. Nun, um die unnötige Schleichwerbung zu vervollständigen: @amy_dark_lyrik

Gibt Neues (was es auch hier gibt) und grabe auch mal Altes aus.

die schlimmste Angst

von allen ängsten ist die angst vor der liebe die schlimmste denn sie zittert nicht mehr sie ist blass und stellt dich kalt sie tötet dich ohne dass du es merkst vielleicht fühlst du dich leicht vielleicht schwebst du und bist glücklich ja. tot zu sein ist erlösend ist frei und das ist die tücke

[Den Preis hier einfügen]

und vielleicht tut die liebe weh gewiss ist das meistens so aber der schmerz erinnert dich daran dass du lebst erinnert dich daran dass du dich wahrhaftig sehnst und leidenschaft in dir brennt diesen todeswunsch den die liebe auslösen kann lässt dich spüren dass du lebst

Erwartung

Rotzitterndbeflügelte Lippen,
duftendweiches Haar,
scharfgefeilte blassrosalackierte
Nägel, glänzendblaue Augen
und glattrasierte Beine
mit einem Funken freudiger
Erwartung, die ich abschließend
auf meiner Haut verteile

© Amy Herzog