Gedicht

Melodie deiner Worte…

immer wenn die nacht einbricht
im mondschein deine stimme spricht
schwebe ich langsam in traumwelten
wartend in weichen schaumwolken

auf die melodie in deiner stimme
streift die musik durch meine seele
beschwingt im sanften geigentraum
tanzen wir ohne zeit und raum

die nacht vergeht von diesem ort
so tanzen wir zum letzten wort
die sonne steigt am himmel auf
der traum, er wandert mit hinauf

© Amy Herzog

Ewige Liebe…

Mein zerbrochenes Herz
Trägt stets in sich den kalten Schmerz
Ertrinkt in meinen eigenen Tränen
Doch kann es sich noch immer
So sehr nach dir sehnen

Solange es noch in mir schlägt
Ja selbst wenn es zum Himmel weht
Wird es weiter für dich schwimmen
Kämpfen, atmen, im Licht verbleiben
Leben und dich ewig lieben

So sollte es am Schluss ersticken
Im tiefen Tränenmeer verschwinden
Wird die Liebe, die es trägt
Niemals vom schwarzen
Nichts verschlungen

© Amy Herzog

Tränennoten!

Kalter klarer Regen – ein Traum
Schlägt reinigend auf mich hinab.
Die Hitze vertreiben – soll er!
Die Gedanken, die so leiden,
immer kleiner werden lassen,
im klaren Wasser gar verblassen!

Ist es nur die Melancholie,
die da singt ihre leise Melodie?
Leis ihr Leid auf Noten schreibt,
in Gedanken lauter schreit,
Doch wo ist der Regen? – Nein!
Verlassen, verdammt, die Sonne scheint.

Dieses Lied, so schön es klingt,
voll Tränennoten, Leid und Schmerz –
der Tod, der Schatten, da er winkt!
Wie schön doch dieses Lied erklingt
und in der Sonne glänzend scheint.
Da sieht nur er, dass sie da weint.

Zu schwach um Noten noch zu weinen,
ist doch da der Schattentod – er hilft!
Kommt er näher, mich ummanteln,
schwarz, geschützt, in seinen Fängen,
lauschen wir nun seinen Klängen.

Wird der Regen wieder plätschern?
Mir die Tränen bald verwischen?
Leeren diese Notenblätter – beweint
voll Melancholie, Schmerz und Leid.
Mich neue Noten weinen lassen?

Den Tod im Schatten leben lassen!
Will ich doch seine Hilfe nicht, nein,
schreiben kann ich selbst die Noten!
Dafür brauch ich nicht den Toten,
Doch auch die leeren Notenblätter –
der Regen, er soll sein mein Retter!

© Amy Herzog

Warmer Sommerabend…

IMG_7926

am Sommerabend
sind wir von Ruhe erfüllt
in der Wärme der Sonne
liegend in den Armen
geborgen eingehüllt

hand in Hand
sitzend auf der Bank
schließen die Augen
spüren den Wind
sanft wehen

näher unsere Lippen
im sinnlichen Kuss versinken
im braun deiner Augen
kann ich deine
liebe sehen

© Amy Herzog

Liebe suchend! 

Mein Herz zerbricht getrieben,

Es schreit, es weint, es sucht,

– Es will lieben!

Mit allen Kräften sucht es blind,

Es rennt, es stürzt, es fällt,

– Tiefer gegen jeden Wind!

Sucht es durch die Menschenmassen,

Menschen, die es so sehr hassen,

– Schaden, schneiden und es meiden,

Sucht es dennoch immer weiter!

Wird es kleiner, schwächer müde,

– Stellt sich auf, vor jede Lüge!

Erträgt den tiefersitzend schmerz

Doch weiter sucht es durch den Sturm!

– Mein kleines, schwaches herz!

Voller Hoffnung, voller Lasten,

Will es nichts weiter, nur eines sicher!

– endlich finden!

Den einen Menschen, den zum lieben!

Den Menschen den ich lieben kann,

Von heute an, bis irgendwann!!

Sehnsucht stillen?

Sie zieht und zerrt
Die starke Sehnsucht
Zerreisst meine Seele
Tief in’ne dunkle Kluft

Die schmerzende Sehnsucht
Frisst mich gar zerrissen
Meine Seele, mein Leib
In der Leere verbleiben

Die bitterkalte dunkle Leere
Der geheimsten Sehnsucht
Zieht mich tiefer und tiefer
In die kalte dunkle Kluft

Sie bereitet mir Angst
Die schmerzende Sehnsucht
Kann denn je auf der Erde
Ausreichen die Zeit und Luft?

Diese tiefe kalte Kluft
In der Luft einfach auflösen?
Diese schmerzend schwarze Leere
Voll Glück gefüllt bleiben?

© Amy Herzog

Schmerzende Liebe…

Zu heiß brannte das Feuer
Ich stand einst in Flammen
Mein Leben hell strahlend
Die Liebe voll Leben

Doch war es zu heiß
Und rannte ins Verderben
Schnell rannte ich davon
Ich rannte um mein Leben

Es wahr nicht zu ahnen
Das Leben der Flammen
Nur sie konnten auch mich
Am Leben erhalten

Doch das Feuer ist aus
So bleibt es erloschen
Mein Leben erkaltet
Die Seele erfroren

Das Herz ist verdammt
Zu kaltem Stein geworden
Das Blut bleibt erstarrt
Und die Liebe gefangen

Die schmerzende Liebe
Brennt heißer als Feuer
Verdammt zu einem Leben
Mit dem Tod auf der Lauer

© Amy Herzog

letzter schlag…

weine
kleine niemalsmensch
um den steinherzschlag
den du hasst
zähle deine schläge
mädchen
bis du steine
gehen lässt

warte
bis der morgen taut
der himmel
schwarz und blau ergraut
dann wurd gelauscht
der letzte stein
herzkalt er fällt
im sonnenschein

© Amy Herzog

Kraftlos fort!

Immer rammst du mir mit Wucht
das scharfe Messer in die Brust!
Es sticht, es schmerzt, es blutet!
Ich wünschte, dass du gehen musst!

Unaufhörlich, ewig weiter,
sticht das Messer immer tiefer!
Und du? Du merkst es nicht, nein,
nur ich höre mein bitterliches Schreien.

Einst konnte ich das Messer lieben,
deine Schmerzen tiefer spüren,
doch ich habe keine Kraft
so reißt du mich noch in den Tod!

Ich liebe dich und habe Angst,
Angst, weil du nicht um mich bangst,
nein, du spürst die Schmerzen nicht,
die mich werfen aus dem Licht!

Wirst du, oder muss ich gehen,
um deinem Messer zu entfliehen?
Das mir so wichtige verlassen,
gar beginnen es zu hassen?

Nur um dem Messer zu entfliehen
endlich wieder frei zu fliegen?
‚Es‘ aus meinem Leben streichen,
damit auch du wirst gestrichen!

Unter Tränen sage ich
lebe wohl, mein liebes Wort!
Doch das Messer sticht zu sehr,
ich kann nur fort von diesem Ort!

© Amy Herzog

Kleine Zeilen für…

Ich schreibe diese kurzen Zeilen
Denn bei dir, da will ich sein
Mitten aus dem Schlaf gerissen
Will ich nur bei dir verweilen

Mit Traurigkeit seh ich dich an
Und hoffe, dass auch du kurz blickst
Die Hoffnung, sie kommt in mir an
Dass du mir nah bist, irgendwann

Bis dahin herrscht die Eifersucht
Wo kommt die Fiese hier nur her?
Schlägt sie ein mit starker Wucht
Mein schwaches Herz als Opfer sucht

Doch bleibe ich nur weiter still
Während die Gefühle schreien
Vergesse, was die Sehnsucht will
Und schreib nur diese Zeilen

© Amy Herzog

Vergessen…

Vergiss es!
Das Glück, lass es alleine liegen
Allein soll es sich in den Schlaf wiegen
All das Glück sind große Lügen!
Glück? – nein, mach die Augen auf
Und lass den Realismus siegen!

Erinnere dich!
Ja, das Glück ist schnell vergessen
Kurz – vermischt in Regentropfen
Doch kommt es immer wieder nah!
Erinnere dich also an das Vergessen
Die Lüge – das Glück – stets liegenlassen!

© Amy Herzog

Sternenschein!

Sternenstaub
glänzend weich
auf deiner Haut.
– strahlst!

Du Schönheit
in mein Herz,
lässt mich fühlen
meinen Schmerz.

Hoch im Himmel
– unerreichbar!
Bin ich für dich
zu unscheinbar.

Auf der Erde
blicke ich auf
zu dir, zu den Sternen.
Hier auf Erden
müsste ich sterben!

Um dir nah zu sein.
Du Schönheit – hoch oben,
weit entfernt im
Sternenschein.

© Amy Herzog

Wärst du hier, dann…

Als stünde ich hier vor Gericht
Sagst du, komm nah an mein Gesicht
Fragst mich – und!
Ich soll ehrlich sein
Sag, ist es wahr
Dass du mich willst
Komm sag!

Oder ist es ein Gerücht?
Jetzt bist du nah…
Und ja, verdammt!
Es ist so wahr!
Die blinde Sehnsucht
Zieht mich an!
Nah, so nah an dich heran

Selbst in meiner Phantasie
Zittern meine weichen Knie!
Lass mich weiter ehrlich sein
Ja, verdammt, ich träume nur!

Dein Gesicht so nah bei mir
Entspringt der Gier
aus meinem Wein
Nur lass mich weiter
ehrlich sein…

Wärst du jetzt hier
dann wär ich dein!

Dein Antlitz dicht an meinen Lippen
Würd ich dich so lange küssen
Küssen, bis ich atmen kann
Bis irgendwann – ja
Bis ich die Luft verliere dann.

Bis der Wind das ‚F‘ mir nimmt
Das ‚S‘ so einfach hinterlässt
Und uns’ren sinnlichen Kuss verwandelt
Bis nur noch Lust zu spüren ist!

© Amy Herzog

Zurück zum Schattensein…

Um mich herum nur kleine Spinnen
Versteckt im dunklen Keller krabbeln
Schau nur leise durch ein Fenster
Bleibe klein bei meinem Schatten

Hier im dunkel lebte ich einst
Fühlte mich nur dort Zuhaus
So gehe ich dorthin zurück
Und schalte mir die Sonne aus

Viel zu grell ist diese Sonne
Bin ich viel zu klein für sie
Liebe ich das kalte dunkel
Die Sonne sehen will ich nie

Dunkel wie mein Schatten ist
So ist auch die Erinnerung
Viel zu lange war ich fort
Dort im hellen Lichterbunt

Geheimnisvolles Déjà-vu
Vielmehr ist der Schatten nicht
Allein im dunkel ist er Zuhaus
Hier verbleibe ich nun immerzu

© Amy Herzog

Eisblaue Wahrheit…

So tief lässt es blicken

Das blasse kalte Blaue Meer

Kein Regen fällt vom Himmel

Doch die raue See stürmt umso mehr

Scheint die Sonne doch so hell

Dennoch legt sich nie der Sturm

Zeigt sich die wahre traurig‘ See

Wenn sie scheint in’s blaue grell

Kann ich nur den Sturm bedecken

Weit entfernt vom Sonnenschein

Dicke Wolken drüber legen

Und ganz einsam traurig sein

Schützende äste…

Auf die schlaflose Nacht

Folgen schlaflose Nächte

Von Ästen umschlungen

Deren weiche Blätter

Schützend über mich wachen

 

Sie lachen nicht, nein

Sie warten gebannt

Mit leisen Gesängen

Wann immer auch, wann

Ich dann endlich einschlafen kann

 

Solange und länger

Warten sie bis in Ewigkeit

Schützen, lieben und wärmen

Und schenken Fröhlichkeit

In liebender Aufrichtigkeit

Träumen…

Liege nieder in deinen Armen
Und wärme mich an deinen Träumen
Rücke näher an dich heran
Auf dass ich mit dir träumen kann
Geborgen schließen wir die Augen
Der Traum beginnt ohne zu schlafen
Nehmen wir unsere Träume auf
Und unsere Gefühle nehmen ihren Lauf

Warmes Blut…

dein warmes Blut
bemalt meine Lippen
fließt durch Fleisch
– lauter Explosionen
der Lebensenergie
in bunten Farben
erwachen zum Leben

© Amy Herzog

Warmer Regen

sicherer regen
tropft warm auf mich hinab
entführt meine seele
begleitet sie durch lüfte
in fliegende freiheit

schlagen die perlen
zu hart auf den boden
meine seele zerschellt
und die blutenden scherben
bleiben fern zurück

letzte warme küsse
fließen über meine lippen
die schneidenden flüsse
sie rollen niemals
zu mir zurück

© Amy Herzog

Große Gedanken – kleine Zeichen…

Du machst mich verrückt!
Meinen Kopf lässt du platzen
und das bald nicht mal mehr
im übertragenen Sinne!
Nein, ich glaube wirklich,
dass ich nur noch spinne!

Was würde ich geben? – alles!
Wenn ich einmal nur wüsste,
wie du meine Gedanken treibst
durch Land und Küste,
– hin und her, rauf und runter,
munter, bis der Schmerz einsetzt,
und mir geheim das Herz zerfetzt.

Sag, ich wüsste nur zu gern,
sind meine Gedanken dir zu fern.
Egal? – ein kleines Zeichen
reichte auch, nur zeige!
Dass du weißt – still,
was ich will
und wie du mich
verrückt werden lässt.

© Amy Herzog

Das Leben geht weiter

Kälter rauschendes Wasser
Umarmt es mich so sanft
Wird es wärmer bis taub
Und ich werde immer blasser

Kann nicht mehr atmen
Doch ringe nicht um Luft
Ist das Moos um mich herum
Dieser frische Waldesduft

Glänzend weiße Porzellanhaut
Über mir schwebend in der Sonne
Erstrahlt mit letzter Schönheit
Alles beruhigt sehe ich voll Wonne

Mein Leben von nun an ruht
Doch das Leben geht weiter
Um mich herum wächst das Moos
Lebt weiter für mich, habt Mut

© Amy Herzog

Verlangen…

Brodelndes Blut
schreit und dampft,
in Gedanken erbeben,
ich verkrampfe – schwach.
Über mich hast nur du
diese magische Macht.

Mein Verlangen nach dir,
dich zärtlich zu berühren
stürzt mich auf die Knie.
Sag, wie soll ich widerstehen
deinem sinnlichen Duft, wie?

Dein heißer Atem
an meinem Hals, tanzen
unsere Lippen gierig
erregt voll Leidenschaft,
Begierde und Lust.

Deinen Wünschen
gehorsam dienen – spielen
mit Gefühlen erzittern.
Haut vibrierend fühlen,
mit warmen Lippen
weich der Liebe folgen.

Alle Sinne verschmolzen
lustvoll ergriffen – fest
gehalten in deinen
starken schützenden Armen.
Schweifend schweben,
nach Erfüllung greifen.

© Amy Herzog

Giftig…

Du, die süße Frucht,
strotzt vor Lebensenergie.
Ich, das schwarze Gift,
zwinge dich in die Knie.

Bin ich dir zu nahe,
wirst du zerfressen.
Bleibe ich dir fern,
verwelkst du verlassen.

Ist es die Frucht,
die dahinsterben muss?
Oder doch das Gift,
das vernichtet werden muss?

© Amy Herzog

Tanzende Gedanken…

 

Plötzlich warst du in meinen Gedanken,
lässt sie seither zur Glücksmusik tanzen,
doch fliegen sie zu schnell auf und dann ab,
bin ich mal farbenfroh und dann wieder matt.

Hast du dich in mir einfach niedergelassen,
diese Gedanken kann ich noch immer nicht fassen,
könnt ich dich hassen, du hättest mich warnen,
konntest und kannst du aber doch nichts ahnen.

Was ist schon dabei ein wenig zu träumen,
mögen die Träume auch manchmal sehr schmerzen,
gelassen und still bleiben meine Gedanken,
auch wenn sie’s sich manchmal anders wünschen.

© Amy Herzog

Dein Feuer

Die glänzend kühle ganze Nacht
Liege ich mit Träumen wach
Zeichne Bilder in die Sterne
Berausche mich an ihrer Pracht

Durch die Sterne kann ich sehen
Fühlen wie du Funken sprühst
Nur alle sehen kleine Flammen
Doch spüre ich das Feuer groß

Lass uns nur durch Nächte reisen
Wein und Leidenschaft verspeisen
Schwimmen durch die schwarzen Meere
In Liebe unser Leid vertreiben

© Amy Herzog

Einmal kosten…

Lass mich von der Sünde trinken
Noch ein Mal kosten deine Lippen
Weicher fallen, kälter schmecken
Den warmen Atem kribbeln spüren

Zart und heftig um mich schlagen
Tragen schwebend fort die Wellen
Einst von deiner Lust betrunken
Stöhnend tief in Trance gefallen

Lässt du mich zu lange warten
Spür doch deinen warmen Atem
Könnt mein Herz nur weiter schlagen
In unseren rauschend Gedanken

Lass mich von dem Brunnen trinken
In Leidenschaft und Sünde beben
Weich und schneller, hart und zart
Tanzen küssend durch die Nacht

© Amy Herzog

Dein Atem…

 

Sehne mich nach deinem Atem
Deiner Kälte, deiner Nähe
Deinen warmen Worten

Flüsternd spüre ich
Deine laute Seele schreit
Hasst, weint, schwach liebt
Siebt durch mein Herz

Geteilt dort unser Schmerz
Fühle ich dein Leiden
Hier, dunkel allein
Kann ich mit dir weinen
Tränen in Wellen tanzen lassen

Nur sehne ich mich noch
Nach deinem Atem
Der unsere Tränen
Trocknen lässt

© Amy Herzog

Du, meine Muse…

Der Moment,
in dem du durch
meinen Körper fegst,
wie ein Tumor in mir wächst,
küsst, leckst,
mein Schreien
mit Haut und Haaren frisst,
und rote Orgasmusfäden ziehst,
schließe ich die Augen
fühle dich, du mein Schmerz
du meine Muse
werde ich dich töten,
du, mein Herz,
bis wir werden eins
und meine Seele trübe Tränen
auf’s Papier fließen lässt.

© Amy Herzog

Schwach-Stark…

Stechende Schmerzen
Jagen durch meinen Körper
Mein Herz pulsiert
– noch, noch..
Doch die Kälte in mir
Lässt mein Blut gefrieren
Bis mein Herz für immer
Bleibt still stehen

Verloren in der Ferne
Der funkelnden Sterne
Erfriere ich so bitterkalt
Mein Durst nach deinem Blut
– nach deiner Wärme
Frisst und steigt
Bitte warte nicht darauf
Dass ich sterbe

So kalt, zu leer
Wer bin ich, wer?
Nur alt, verbraucht
Und schwer meine Seele
Tragen kann ich kaum mehr
– zu schwer die Lasten
Zu schwach bin ich
Fürs lange Leben
Doch auch zu stark
Um endlich zu
Sterben

© Amy Herzog

Nur ein Traum…

Wir waren verliebte
Unsere Ängste schwanden
Fort über alle Berge
Nur unsere Liebe siegte

Wir redeten lange
Lagen uns in den Armen
Waren uns so nah
Konnte mich an dir Wärmen

Doch ich erschrak
Wachte auf in der Leere
Alles war nur ein Traum
Und wieder rücktest du
In weite Ferne

Da war sie wieder
Die Kälte ohne deine Wärme
Schwarz schimmernde Scherben
Die mir im Herzen schmerzen

Die erstickende Leere
Warten kann ich nur
Bis du im Traum
Wieder schützt meine Seele

© Amy Herzog

Zweifel…

Zweifel in mir
– an allem!
Was ist wahr,
wem kann ich glauben,
kann ich mir noch trauen?

Wird das klare
Wissen nur noch
geraubt..
– und ersetzt!
Durch konfuse Gedanken!

Lassen sie
mich nicht mehr atmen..
– nicht leben!
Klare Gedanken
gibt es nur in Träumen

Wahre Gedanken
scheinen hingegen
ausgerottet..
– beinah!
Dauert es nicht mehr
bis sie gar ausgestorben
sind

© Amy Herzog

In der Nacht…

In der Nacht
bricht der Nebel herein

Die Flüsse rauschen
und springende Frösche
quellen leise empor
im weißen Nebelschein

Weiße Glückseelen singen
lieblich klingende Lieder
und tanzen sanft
in uns herein

Sterne glitzern
wie Saphire
klimpern für uns
in unseren Herzen
die hohen Töne
der Klaviere

Unterm großen Mond
halten wir uns fest
im Schein, in der Nacht
im Traum bis der Tag
uns erwacht

© Amy Herzog

Dein Feuer…

Konnte nie dein Feuer berühren
Doch konnte ich es Brennen spüren
Chancenlos bin ich gerannt
Am Ende bin ich doch verbrannt

Brenne ich nun lichterloh
Schmerzt dein Feuer in mir so
Könnt ich es doch wieder löschen
Dein heißes Feuer nur vergessen

Immer wenn sie gleich erlischt
Die Flamme nur noch leise zischt
Schleichst du ganz geheim daher
Entfachst erneut das große Feuer

Könnte nur das Meer mich sehen
Und mir eine Wolke schenken
Die Wolke, die nicht von mir weicht
Und gegen deines Feuer kämpft

© Amy Herzog

Maske…

Perfekt geformte
Langeweile
In grau
Betrunken
Monoton
Kinderlachen
Masken basteln
Warten auf
Den schwarzen
Sieg

© Amy Herzog

Vergangene Worte…

Wärmende Worte
die liebevoll schienen
schenkten reich Hoffnung
und linderten die Schmerzen

Was ist geblieben
die bittere Erkenntnis
die Worte waren
nicht weiter
als Leere

Kalte Stille
vermissen der Worte
waren sie noch so leer
sie linderten Schmerzen
die nun stärker scheinen
als je zuvor

© Amy Herzog

Schattenwellen…

Schattenwellen
spiegeln sanfte Küsse
musizierend durch tiefe Täler

Fliegend durch Lüfte
zum goldtrinkenden Mond
tieftauchend in Flüsse

Rasten in Sonnen
tanzen langsam zur Musik
voll Wonne in Liebe

© Amy Herzog

Sonnenschein und Regenschauer…

Wo Sonnenstrahlen Wolken verjagen
Und Regenschauer woanders fallen
Steht irgendwo in Menschenmassen
Ein strahlend schönes lautes Lachen
Welches zurück hält tausend Tränen
Die sich ängstlich erst befreien
Wenn Sonnenstrahlen später scheinen
Und Regentropfen gemeinsam fallen

© Amy Herzog

Kuss…

Warmer Regen
Nieselt auf uns hinab
Hand in Hand gehen wir lachend
Die hellgrüne Wiese bergab

Suchend nach Schutz
Unterm blühend großen Apfelbaum
Fallen wir hinein in Gefühle
Als seien wir in unserem Traum

Verbunden tiefe Augenblicke
Verlieren wir uns hier im Sommer
Berühren, zärtlich, sinnlich, liebend
Der Kuss währt ewig miteinander

© Amy Herzog

Loyal…

Ich werde nicht gehen

Wohin das Leben auch führen mag
Werde ich loyal an deiner Seite stehen
Wohin dein Weg auch gehen will
Werde ich wartend bleiben

Nichts wird passieren können
Was mich zum Gehen bewegt
Du kannst auf mich zählen

Was auch immer
Ich werde da sein
Einmal wichtig
Wirst du immer wichtig sein

© Amy Herzog

Unsichtbar…

Schweigen
ich bin stillschweigend
doch ist es zu laut
meine Stille
schreit sie noch zu laut
meine Stimme
sie soll schweigen

Größe
bin ich zu groß
nein, ich bin klein
doch nicht klein genug
die Größe soll schwinden
sie ist nur ein Trug
bin nicht genug
für die Größe

Unsichtbar
bin ich auffallend
doch unwichtig genug
will ich nicht erscheinen
einfach alles meiden
klein, schweigend
unsichtbar bleiben

© Amy Herzog

Waldtraum…

Durch den Herbstwald
mit dem Duft in der Nase
erfüllt mich das Moos
in leichte Ekstase

Blätter wehen ins Gesicht
rot, grün, gelb und braun
ich schwebe im Einklang
gleich mit in ihren Traum

Im Traum der Freiheit
so frei durch die Lüfte
tanzen wir gemeinsam
durch nasse Walddüfte

© Amy Herzog

Braune Augen…

Braune Farben tanzen wild
Auf weich-weißem Sand
Treiben mich in den Wahnsinn
Bis nah an den Rand

Dein Braun
So glänzend, lieblich, sanft
Doch manchmal auch
Ganz wutentbrannt

Freudenstrahlen
Sind hell erleuchtet
Seh ich darin
Was Liebe bedeutet

Nachts, taucht ein
Das Schwarz ins Braun
Und Leidenschaft
Beginnt zu schau’n

Am Ende ist dein Schwarz bedeckt
Der Weiße Sand vom Wind verweht
Träumend leuchtet nun dein Braun
Schlafend, bis die Nacht vergeht

© Amy Herzog

Regennacht und Wüstensand…

Manchmal, wenn der Himmel weint
im Kampf ein jeder Sonnenstrahl schreit
in meinem Leben sind fort die Tage
viel mehr, als ich noch zu Leben habe

Der Sand, der Sanduhr schnell verschwand
längst steh ich nicht mehr im Wüstensand
zu viel hab ich im Leben verpasst
zu oft hab ich mein Leben gehasst

Ein Mädchen dort im Regen steht
in meinen Gedanken ihr Haar noch weht
um sie herum liegt noch Wüstensand
sie dennoch nicht durchs Leben rennt

In Regennächten lieg ich wach
immer an dieses Mädchen gedacht
was wäre wenn sie bei mir weilt
und ihren Sand noch mit mir teilt

Könnt sie in meinen Armen weinen
und sie den Sand noch mit mir teilen
gemeinsam könnten wir noch rennen
den Sonnenstrahl zum brennen bringen

Ob sie wohl noch im Regen steht
ihr Haar noch immer schweigend weht
sie nicht in meinen Gedanken bleibt
sondern sich zu mir ins Leben reiht

© Amy Herzog

Blutesmacht…

Dunkel die Nacht und du warst da – nah!
Als sei es ein Traum kamst du näher
– näher, näher, unendlich nah!
konnt ich deine Lippen schmecken
doch meinen Augen kaum trauen

Sanft ein Schnitt in deine Lippen
– süß, dein Blut
konnt ich dein Wesen entdecken

Und sie war da – wie ein Blitz!
die Leidenschaft die entfacht
mit deiner Blutesmacht

Wie im Traum
ein Rausch – wollt ich mehr
beißen, schneiden, trinken
mehr und mehr im Feuer versinken

Als sei ich ein wildes Tier
über dich herfallen!
Bis dein Blut in mir
die Flammen ersticken

© Amy Herzog

Identitätsverwirrung…

Bin ich fremd, hier und da
ohne Sinn, war ich nah
jeder kennt, wo jeder war
Identität ist unsichtbar

Im sinnlos sein, bin ich klein
wo ich mal war
, war kein Sein
und niemand sah, ist alles Schein
hier und da, bleib ich allein

Irgendwo, mein Name brennt
du und ich, was niemand kennt
niemand hier, beim Namen nennt
Identität bleibt fort gerannt

© Amy Herzog

Scherben…

Die Scherben
die heimlich schmerzen
zerschneiden meine Seele
jeden Tag ein bisschen tiefer
so lassen sie mich sterben.

Die Schmerzen
niemand kann sie sehen
lassen mich innerlich Bluten
– so lang
bis ich irgendwann
nur noch aufgeben kann

© Amy Herzog

Reisen…

Komm, lass uns träumen
Durch weiche Nebelschwaden
Bis in die zeitlosen Räume
Immer weiter reisen

Die Gedanken zurück lassen
Und die Wärme spüren
Lass sie uns teilen
In unseren Umarmungen

Gehen wir gemeinsam
Und lassen uns fallen
Bis wir dort ankommen
In unseren Küssen

© Amy Herzog

Lust trinken…

DURST! HUNGER!

Ja, trinken, ja!

Heiß schwach liegen,
bettelnd, winseln niederknien.
Schreiend weinen. Kreischen.
Einsam lieben – dich ertragen.
Lust durch meine Lenden schlagen.

SCHLAG!

Den Schmerz mit Zucker fressen.

STOP! Den Guss
verzogen ruhen lassen.

© Amy Herzog

Dieb…

leise er kam,
ein dieb, charmant,
verkleidet in liebe,
und nahm,
leben..

© Amy Herzog

Sie…

Kann ich sie schon von weitem sehen
wie ihre Locken im Winde wehen
die blasse Haut blendet mein Auge
strahlt sie heller als die Sonne

Komme ich nah an sie heran
so das ich sie berühren kann
ihr zarter Duft der mich erfüllt
meine Arme sie gleich umhüllt

Ihr Lächeln will ich immer sehen
stundenlang ihre Geschichten hören
einfach nur nah bei ihr sein
das wäre doch nur allzu fein

© Amy Herzog