die Luftpolsterfolie zum Frühstück
knallt lauter
wenn wir zu zweit davon essen.
© Amy Herzog
die Luftpolsterfolie zum Frühstück
knallt lauter
wenn wir zu zweit davon essen.
© Amy Herzog
du hast meinen namen
reduziert
so oft
dass ich ihn selbst
nicht mehr erkennen kann
aber du kennst
mein ICH
© Amy Herzog
seitdem die zeilen
magnetisch
sind
bin ich in dir
und
bleibe
bis du es nicht mehr
verbergen
kannst
© Amy Herzog
Die Roadtripromantik war
eiweißreich
und kapselt sich in die Gesichtsmuskulatur ein –
wir lachen uns tot.
© Amy Herzog
auf dem zettel stehen
übriggebliebene gedanken
dopamin und nacht
eine handynummer ohne namen
und positiv ist
fast alles vergessen zu haben
tut am meisten weh
© Amy Herzog
er ist ein nullachtfünfzehnmann
[verweilt in seiner phantasie]
in schwarz, erde und rot
mit einer vorliebe für paprika
blumenkohl und zucchini
zum frühstück deckt er
zwei scheiben pumpernickelbrot
mit sehnsucht belegt
und einem schluck utopie
in seinem kaffee
und dem unberührten wunsch
zwischen einsamkeit und fusseln
in seiner hosentasche
© Amy Herzog
ich bin dann immer zwischen
einer sauerstoff-stickstoff-verbindung
und dem laufen auf zuckerwatte
meine schritte kleben
und mein herz reißt alles umliegende
mit ins verderben
und dann wäre ich gerne leicht
verkleidet
nur für einen moment
denn die echtheit spielt in dieser welt
nur eine kleine nebenrolle
die den lauten knall verschweigt
© Amy Herzog
Dann die Vorstellung
von Nebelschwadenromantik
und Sex im arschkalten Herbstregen
den wir nicht bemerken
weil der Vollmond unsere Sinne
in den Wahnsinn treibt
© Amy Herzog
hab die Nummer gezogen
vertrocknete Tinte
auf Wangen
selbst
Hass
und Risse in der Haut
vom warten
und es geht schon lange nicht mehr
um die Wahl
weil Autobahnrauschen in mir
nachts in der Kälte
sitzt
und zählt
dabei will ich fühlen
immer nur
fühlen
© Amy Herzog
ich trinke
was immer mir die nacht
bringt
und spucke licht-
gelbenflüchtigflüssigenrotz
an die bordsteinkante
und denke
die geschichte hat
substanz
© Amy Herzog
Hach,
immer nur Enden
Adieu
in der Stille
aber
irgendwann
fahre ich aus der Haut
bevor mich
der Himmel zwingt
© Amy Herzog
Das erste, was ich bei Menschen höre, ist ein Dialekt. Mag er noch so unauffällig sein, ich höre ihn heraus. Ich mag Dialekte, deshalb. Ich habe zwar nen Sprachfehler, aber keinen Dialekt…glaube ich. Aber meine Gedanken denke ich im Dialekt, meistens berlinerisch. Irgendwie wird dann alles so lockerflockig. Und wenn ich es witzig brauche, steige ich auf sächsisch um. Find ich einfach total knorke. Darüber komme ich auf das, worauf ich eigentlich hinaus will. Denken. Denken andere Menschen auch so? Denken sie gefühlt tausend Dinge gleichzeitig? In Bildern? In gesprochener Sprache? Und führen sie auch ominöse Selbstgespräche? Man sagte mir, ich müsse mir erst Gedanken machen, wenn ich mir selbst antworte. Na was soll ich da sagen. Ich antworte mir ständig selbst. Wär doch anstrengend, wenn ich allein irgendwelche Menschen analysieren würde. Da mache ich das gedanklich lieber zu zweit. Ich kann da nichts machen, mein Gehirn steht auf analysieren. Es tut das einfach. Machen das andere Menschen auch? Und was ich mich auch frage, denn das habe ich auf irgendeinem Bildchen als Spruch gelesen: denken Menschen an jemanden zurück, wenn man an diesen Menschen sehr viel denkt? Zum Beispiel denke ich an einen Menschen sehr oft, denke aber auch, dass dieser Mensch sich wahrscheinlich nicht mal mehr an mich erinnert. Wäre doch irgendwie schön, wenn dieser Mensch genau das Selbe denkt. Ein bisschen traurig auch, weil es nur Gedanken sind. Kein beisammen sein. Aber wenn ich das auf sächsisch denke, wird’s schon wieder witzig. Ein freudiges Hoch auf unsere Dialekte. Ich find‘ sie alle toll.
Die Zeit ist genau der Punkt. Die Menschen wissen zwar, dass diese nicht unendlich ist, aber ihr Handeln ist verschwenderisch. Sie geben sich mit wenig zufrieden. Mit Quantität, mit Belanglosigkeiten, die doch nur zum ewigen Hunger führen. Und am Ende des Tages bleibt immer ein kleiner Moment für das Gefühl übrig, etwas verpasst zu haben. Dass etwas nicht genug war. Warum? Weil es nicht genug war. Und warum? Weil sich die Menschen mit weniger zufrieden geben, als sie glücklich machen würde. Und warum das? Weil Träume, solange sie Träume sind, nicht zerstört werden können. Aber hey, die Zeit ist nicht endlos. Die Zeit an sich, ja, aber deine Zeit nicht. Ich schaue nicht auf die Uhr, weiß nicht was heute ist und auch nicht was morgen ist. Irgendein Tag wird es schon sein und in mir ist es, wenn ich wach bin, ohnehin immer Nacht. Aber ich fühle sie mit Qualität. Nein, es handelt sich dieses Mal nicht um einen Schreibfehler. Ich fühle. Denn ich habe keine Zeit für weniger.
übrig bleibt schwappendes Blut
in rostigen Rohren
und das zu tief in dir Verborgene
weil ich es nicht mehr kann
bin ich kalt
und findest du mich nahe Nacht
erkennst du mich
nicht
© Amy Herzog
Dieses Salz ist
und würde es mich nicht zerreißen
könnte ich dich nicht atmen
nicht fühlen, oft
und dann die Sehnsucht nach
Kerzen und Zimt
© Amy Herzog
bilder
in deiner berührung
setzen sich
in rippen gerahmt
zusammen
und mein herz
schreibt für einen augenblick
asystolie
© Amy Herzog
bis dahin tauche ich unter Wasser
und schmecke das Paradies
kippe Honig in meinen Verstand
Trauerweiden und Vollmond
wickle mich um den kleinen Finger
in einhundertprozentiger Schokolade
küsse aufgeschäumte Lippen
und verschwende das schönste Fragment
meines gebrochenen Herzens
© Amy Herzog
und jetzt ist alles wortrauschen
und mondsichel
genau zwischen kuss
und dem verschwitzten atemzug
war ich vier minuten
relevant in dir
und die totgeklatschte fliege
am nassen fenster
ist irgendwie trauriger als sonst
© Amy Herzog
Am Ende sind wir nur
Protoplasmen
[biete: frisch gereifte Eizellen
verlange: mikroskopisch kleine Fische]
mit dem Drang zu ficken
und die Sehnsucht
nach mehr Bedeutung darin
© Amy Herzog
Durch die literarische Vollkatastrophe
die ich schreibe
tropft sich langsam Sperma
der verletzte Himmel
denkt an einen
tropfenden Wasserhahn
und meine erloschenen Augen
notiere ich am Rande
einer abgeschlossenen Welt
© Amy Herzog
im verrückten
Geist
eines einsamen Schriftstellers
sind wir
die selbe Figur
© Amy Herzog
Der kurze Moment
davor. Es ist still.
Und dann behutsam:
Feuerwerksmagie
fließt in unseren Venen
Wasserfarbenozean
schwimmen
Fußbunte
Spuren auf der Haut
in Diamant
eingefasste Blicke
treffen sich
Lichtdurchflutet
im synchronisierten
Atemzug
© Amy Herzog
so tief in dir
ver
borgen
schwerklar
die Phantasie nur wo
ist dein Leben
und wann kommst du
heraus
sag mir
was passiert ist
hier
und ich sehe
dich an
© Amy Herzog
Ich habe mal wieder, wie so oft, über die Liebe nachgedacht. Liebe soll ein schönes Gefühl sein, aber irgendwie ist sie, wenn sie da ist, einfach nur da. Diese Vertrautheit, Loyalität und im besten Fall auch die Ehrlichkeit. Und was da sonst noch so dazugehört. Aber erst wenn es schmerzt, so sehr, dass du dich wimmernd auf dem Badezimmerboden wiederfindest, den Tod herbei sehnend, dann muss es Liebe gewesen sein. Und dann ist es so, als würdest du den schönen Teil überspringen.
Verliebt war ich nie, nein. Dieses blinde Idealisieren durch die rosarote Brille. Schmetterlinge, weil der Mensch perfekt ist. Würg. Der Mensch ist nicht perfekt. Man blendet lediglich die Fehler aus, während der Andere alles daran setzt, diese zu verbergen. Aber ich bin ein Mensch, der ständig und alles beobachtet, analysiert und aus den kleinen beliebten Lügen eine Wahrheit formt. Eine hübsche Fassade geht mir ehrlich am Arsch vorbei. Ich betrachte das Gruselkabinett im Inneren, den angesammelten Messimüll, der mit einem freundlichen Lächeln überdeckt wird, während die Haustür nur einen Spalt weit geöffnet wird.
Auf dem Badezimmerboden, oder dem nächsten Boden, auf dem ich zusammenbrechen konnte, da lag ich bereits das ein oder andere Mal. Eigentlich lag ich da nur ein Mal so intensiv sterbend, um ehrlich zu sein. Und hätte mich niemand aufgehoben, läge ich da vielleicht noch heute, wartend auf den Tod. Nun, so sehr kann ich offenbar lieben. Fragezeichen. Ich weiß zwar nicht, was das ist, weil es einfach nur da ist, aber als es meinen Körper aufgefressen hat, wusste ich, dass das wohl Liebe gewesen sein muss. Aber das ist doch nicht erstrebenswert. Nicht so. Und niemandem würde es je wieder gelingen, so tief in mich einzudringen, sagte ich mir seinerzeit.
Gleichzeitig ist da die Sehnsucht in mir, dieses Gefühl, genau diese Intensität als das zu empfinden, was die Liebe angeblich sein soll. Schön. Ich würde also gerne schön auf dem Badezimmerboden zusammenbrechen. So, oder so ähnlich. Ob es das gibt, oder ob das nur eine Sehnsucht ist, die immer Sehnsucht bleiben wird, weiß ich nicht. Aber ich werde es irgendwann auf irgendeine Art herausfinden.
diese vehemente erschütterung
in meinem körper
hinterlässt narben im asphalt
immer willst du rein
und wüten
hassen oder lieben
und weißt nicht wie das geht
diese zerstreutheit
in mir
hinterlässt mich seekrank
© Amy Herzog
hinterließ sie
auf kaltgewordenen lippen
spuren einer wahrheit
(über mich)
und den schatten
angst
im spiegelbild
der zu tief verborgenes
aus mir spricht
© Amy Herzog
Wenn ich an dich denke, dann auch an den Wald, die Sehnsucht, an stundenlange Nächte, an den Regen, an schwebendes Fühlen, an unser Schweigen und an die unzähligen Worte dazwischen. Und wenn ich mir deine nächsten Worte aussuchen dürfte, würde ich die wählen, die du mir bisher verschwiegen hast.
Es veränderte den Luftdruck
augenblicklich
wenn wir uns offen lägen
und könnten nicht mehr atmen
ohne Kuss.
© Amy Herzog
im Spiegel sehe ich immer nur gelangweiltes vorhersehbares Gähnen an der Oberfläche statt meiner Kinnlade die auf den Boden knallt (weil es so überraschend sprachlos überschwappend mitreißend und so vollkommen unbeschreiblich bekloppt ist) und dann immer nur im Ofen aufgewärmte Gefühle und mein Glaube an die Liebe (stärker als jeder je empfundene Schmerz) geht allmählich verloren weil ich sie noch nie gesehen habe und selbst der Todeswunsch trinkt nur noch Kamillentee und träufelt künstliche Sehnsucht hinein
Der Rhythmus fällt
aus verblühten Gedichten
Sonnenseufzen
schlägt jede Nacht tot
deinen ausgetrunkenen Vollmond
übergieße ich mit frisch aufgebrühtem Sex
und wenn mein Herz noch taumelnd fragt
atme ich Träume in deinen Nacken
die mein Mund nicht mehr
zu spüren wagt
© Amy Herzog
diese unbegreifliche Macht
über dich
weil es tief geht
nicht langsam, behutsam
nein
wie ein Pfeil
aus einem gespannten Bogen
und die Angst
weil dieser Pfeil töten kann
stillschweigend
wie die Macht selbst
© Amy Herzog
Am Ende des Tages
sind wir wieder wie Kinder
laut in uns und bunt
und das, was wir uns verbieten
zerrt unsere Gedanken.
Und dann erinnern wir uns zurück
an Stubenarrest
und an das tolle Gefühl,
wenn wir das, was uns verboten wurde
trotzdem gemacht haben.
© Amy Herzog
wie frisch gemähtes Gras
Sommerregen
und Vollmondwinterblau
liegt dir meine Seele
kristallklar
offen
Tiefe tauchen
atmen und hoffen
weil ich viel zu nackt
meine Sinne
ad absurdum führe
so wie ich deine schwere
raue Haut berühre
© Amy Herzog
aufbruch
in meinen augen
seelenschwere schwebt
und mein herz
es leidet, lacht und liebt
nur immer schwer
es wandert und es lebt
und wenn du es berührst
so hab nur keine angst
wie du verbrennst
es dehnt sich
zeigt dir weltenfarben
die du noch nicht kennst
© Amy Herzog
Ich bin nicht das Wasser
das den Weg in den Fluss findet
wenn der Regen ihn belebt
und deinen Weg streift
immer wieder
schwebt
Ich bin das Wasser
das in der Erde versickert
wenn ich sie berühre
und ich fühle sie
die Erde
nah
© Amy Herzog
Kerzen
weiche Haut
erzählt Geschichten
schweigend
im Duft weißer Lilien
und Poren aus stöhnender
Lust die Kehle tropft
Seelenatmen
wie ruhig im Wind
der Wellengang
bewegt
auf deine Brust
sanft und
den zehrenden Klang
deiner Sehnsucht
im Kusse stillt
der Duft
aus
uns
© Amy Herzog
Meine Haut
dünn
wie Papier
entzündet mit jedem Funken
Hoffnung
doch
nur ein Ölbrand
aus Lügen
egal
und etwas Charme
ich vergesse zu denken
aber zucke noch
gelassen mit den Schultern
dabei lache ich
mein Ende
ein
bevor es begonnen hat
– ich weiß.
© Amy Herzog
Hungrige Tränen
schnitzen mich zu einem
fremden Menschen
Schleifen meine Haut glatt
steif und stumm
Fleischeslust
macht niemals satt
Stolpere blutend
über verlorene Freude
Dein Egal
eitert
aus wunden Augen
Reiche dir die bunten Lose
wie Liebe
du reißt sie ab
wie meinen Atem
Nur Nieten
verteilt deine Hand
wie Brotkrumen auf der
Machtlosigkeit
ich esse sie
© Amy Herzog
schmerz ist still
geworden
in mir
viel zu groß
die rissigen Erinnerungen
auf der Haut
das Loch im Herzen
so tief wie der Marianengraben
ich stehe am Rand
und genieße den Wind
in meinem Haar
nur ratlos
bereit zu springen
oder warten
auf den
Fall
© Amy Herzog
Ich brauchte dich nie
mein Liebster
doch dein sein
wollte ich
berührtes Fleisch
wie meine graue Asche
verstreut in deinem Land
veränderte Farben
ergriffen
trägt der Wind
Leichtigkeit hin und her
Wildblumen, Strand
und Meer
in deinem Lächeln
verloren
in meiner Nacht
und meine Seele in dir
© Amy Herzog
die sind doch alle so
verweichlicht
da: heiß noch viel zu kalt
huste ich ein bisschen Delirium
atme Sehnsucht
und fresse meine Liebe
wie viel wirklich
(hab den Überblick verloren)
aber schwer ins Bett
zu fesseln
wenn keine Hand ausrutscht
und ein wilderes Tier
mich zähmt
© Amy Herzog
sternensplitter rieseln
nachtmusik
aus unseren augen
federberührung
bei weit aufgerissenen blicken
hellwache sehnsucht
müdes schweigen
streift
über körper
die nicht wissen
wohin der weg sie führt
die fragen stehen auf dem nachttisch
und erhellen den moment
der gefehlt hat
immer zu verlockend
dieses gift
in verklebten ohren
die immer nur dem klang folgen
nie dem ganzen lied
und unzählige geschichten schreiben
bevor sie vergangen sind
irgendwie hier
halb da ganz davon
mittelleben
und am ende verloren
im sternenschnee
© Amy Herzog
schreibe in ein Poesiealbum
Sommerbilder
und wildgewachsene Wiesen
in denen wir leben-
sein und
was wir könnten
nur immer kurz vor Winter
wirst du mich nicht
finden
weil ich mich selbst
darin verliere
© Amy Herzog
Liege dir wieder viel zu offen
für eine Nacht
verbindest alte Narben
wie Punkte
damit du mich lesen kannst
säst frische Wunden
mit dem selben Bleistift
und radierst den Tagesanbruch aus
Mit bloßer Hand
die rote Haut
und lässt ein Kribbeln in mir
wie Hämatome
die ich zählen kann
wenn du die nasskalte Sehnsucht
meinem Schmerz überlässt
© Amy Herzog
Ich schwitze Zeit
aus Haut
tätowierten Leitstreifen
Gewitter schlägt blaue Flecken
tropft aus Lila Lidern
ein Loch
in meinen dichten Wald
Lungenäste
duften nach verbranntem Holz
staubiger Erde
und hohes Gras flüstert
nach lang ersehntem Regenfall
aus deinen Poren
Halte mich
an meiner linken Hand
und verteile
rechts
die Brotkrumen
aus den Resten meiner Kruste
damit der letzte
Farbton
mein Auge nicht verliert
© Amy Herzog
Sterbe schnell ein
paar
tausend Tode
dann schmeckt das
egal
wieder nach einer Kugel
blauer Engel
für zwanzig Pfennig
im Hörnchen
nach Gummitwist
Murmeln
und dem Schweinchen in der Mitte
Und Hoffnung schimmert
wie eine Fata Morgana am Horizont
mit gefühllosen Sternen
in der Nacht
Treibe weiter aus
und ab
aus dieser Welt
ein klein wenig Kuss
Sex
und eine Lüge
auf der Rückseite von glücklichen
Urlaubsbildern
© Amy Herzog
Moos wächst
auf meinen Worten
und Schwalben nisten sich ein
die Hoffnung sitzt mit gelassen baumelnden
Beinen auf der morschen Planke
ich höre auf durch dich durchzuschauen
– diese ausdruckslosen Blicke
weil es da draußen
nur noch leichte Fingerspuren
glattgeriebene Gedanken
und Nebelschwaden
für mich gibt
© Amy Herzog
Fühlst du fließend Liebe
wie ein ganzes Meer
nur kannst du sie nicht sprechen
weinen Zweifel, Angst
und Kummer in Anadiplosen.
Bricht dein großes Herz
auf halber Strecke
wird es klein
und du sagst dir leise
„na, es wird schon reichen“
dieses Meer ist mein.
© Amy Herzog
Ich trug dich
einstmals in meine Welt
– stark wie Atlas
damit ich dich nicht vergebens
in deinen dichten Wäldern
ewig suchen will
Liebster
© Amy Herzog