Melancholie

vom Herzchen..


Wie könnte dieses Herzchen noch sterben,

wenn tiefe Liebe dies einfach vergisst,

wie noch könnte das zu leise Klopfen,

in Tönen schwingen wie sehr es vermisst?

 

Wie könnte dieses Herzchen noch atmen,

wenn jedes Gefühl die Meere beweint,

und wie sollten diese zu kleinen Tränen,

noch ausreichend weinen bis ein anders reimt?

 

Wie könnten nun zwei Herzchen noch lieben,

wenn eines der Herzen im Ozean sinkt,

und wie sollte irgendein Herz dabei hören,

wenn unter dem Wasser rein gar nichts erklingt..?


© Amy Herzog

Nun…

Nun…
törichtes Denken
durch Wasser und stumm,
und wenn ich’s noch könnt‘,
würd‘ ich fragen warum.

Nun…
ich schlafe, esse, fühle,
wachse im Regen wohin,
kalt und warm wo ich sterbe,
doch irgendwie macht’s Sinn.

Nun…
das Stück ward geschrieben,
mit der Hälfte vertont,
ich bin gleich der Erde,
doch es hat sich gelohnt.

 

© Amy Herzog

Hoffnungslos..

Wenn Tränen nicht mehr glänzen,
und mein Spiegelbild nichts zeigt,
weil der Tag zu schnell verging,
und jede Wärme sich auch neigt.

Wenn der Duft nach dem Kakao,
mir jede Wirklichkeit verdreht,
doch die Hoffnung in dem Herz,
mit dem Restwind nun verweht.

Wenn die Seele ist vertrocknet,
was wird Liebe dann noch trinken,
wo doch Hoffnung nicht mehr lebt,
muss mein Herz im Staub versinken.

 

© Amy Herzog

Albtraum…

Der Verstand vom Mond geküsst,
und schickt zur guten Nacht,
der Wunsch, der Albtraum sei nicht wahr,
doch hinter mir schon lacht.

Durch mein Herz fließt Nervengift,
im Nebel führt kein Ziel,
ich stecke fest Verzweifelt nun,
die Liebe war zu viel.

Die Seele bricht ein weit’res Stück,
und Hände bleiben kalt,
nichts und niemand hält sie fest,
nur Leere widerhallt.

 

© Amy Herzog

Danach…

Und die Liebe, deine Waffe,
ließ sie mich leben,
in der Stunde voll Sterben, Leid und Tränen.
So müsste ich’s hassen – stumm
den Weg durch deine Augen,
in ungewisse Schattenmassen.

So küsste mich der Hunger
hinter den Ohren,
reich an Leichtigkeit
und zerstörten den Tag.

Doch ließen sie mich leben,
die unzähligen Waffen, sie schwiegen –
die Liebenden – Flatternd,
mein Herz pocht geschwind,
durch Lüfte, wissend dem Aufprall
nach dem Kusse im Wind.

 

© Amy Herzog

Verlockung…

Wo Fluss um jeden Tropfen ringt,
die Sehnsucht schreit nach mehr,
das Gift, das durch die Adern fließt,
verbrennt in deinem Meer.

Verlockend rot wie Unheil singt,
hat’s mich hinein geführt,
die Finsternis, mein Herz bleibt steh’n,
das Feuer hat’s verführt.

Und als ich diesen Mund geküsst,
verschlungen von der Welt,
volltrunken vom Betrug im Schein,
die Seele tiefer fällt.

Der Hagel schlägt auf mich hinab,
verwundet mein Gemüt,
die Seele trank von Gift und Rauch,
wo Liebe nicht erblüht.

 

© Amy Herzog

Gebrochenes Herz. 


‚Mein Herz, es kann nicht länger leiden‘,

Zerbrochen weint ein Herz das so,

Doch dann beschleicht ein warmer Wind,

Und zeigt, das Leid ist anderswo.

 

Doch zieht das Leid den Endloskreis,

Noch war es fort, schon wieder dort,

Das Herz wird dabei endlos brechen,

Denn ein Stück Erde fehlt am Ort.

 

Das Herz, das Fass ohne den Boden,

Ich sehe, wie es Flüsse weint,

Doch wenn die Liebe kommt und bleibt,

Ist Leid viel kleiner als es scheint.

 

 



© Amy Herzog

Glück vom Traum…

 

Mein Traum starb in den Armen der Nacht,

Und ließ mich in der Wirklichkeit zurück,

Er umarmte mich noch kurz doch sanft,

Und entschwand mit seinem reinen Glück.




© Amy Herzog

Brief ohne Empfänger…

Jetzt sitze ich hier mit einem Stück Papier,
und schreibe dir meine Worte darauf,
ich blicke noch einmal kurz in die Sterne,
und schicke sie dir sogleich hinauf.

Da flackert hinter mir noch meine Kerze,
und mir wird mit einem Schrecken bewusst,
so viele Worte hab ich dir niemals gesagt,
ich hab’s leider nicht eher gewusst.

Doch zu den Sternen geht nie ein Bote,
meine Worte kommen bei dir nicht mehr an,
und jetzt sitze ich hier mit meinem Papier,
und den Worten, die ich dir nicht sagen kann.

 

© Amy Herzog

Nur wir.

Wir sitzen hier in deiner Wohnung,
und neben uns steht ein Klavier,
ich spiele dir noch ein paar Lieder,
dann trinken wir bis Abends Bier.

Draußen rauschen noch die Autos,
doch wird es Nachts allein bei dir,
in Gedanken entflammen die Kerzen,
hier sind wir nur, hier sind wir nur wir.

Ein Blick hier, und ein Wort dort,
wo nur das ist, was zu uns gehört,
mit kribbelndem Bauch in Sicherheit,
ist nichts mehr hier, was uns noch stört.

Sinnlich duftet es hier nach Verbot,
wir atmen und lieben uns über Stunden,
verdecken einen Moment lang die Herzen,
und die darin so tiefen Wunden.

Keinem werden wir etwas verraten,
wo wir in Luft und Liebe war’n,
wir laben uns an unserem Traum,
und unsere Seelen lachen so warm.

Und wird es uns des Nachts zu heiß,
so machen wie die Fenster auf,
und ist es dann zu schmutzig und laut,
nimmt unser Lied so seinen Lauf.

So schnell wie es begonnen hat,
muss ich zum Morgen wieder Heim,
doch nehme ich das Gefühl mit,
wir zwei sind nie wieder allein.

 

© Amy Herzog

Von der kleinen Blume…

Am Wegesrand zwischen dem Gras,
da war ich einmal viel zu klein,
konnt übers Gras hinweg nicht schauen,
und war zudem auch noch allein.

Ich trank die Sonne und den Regen,
und war im Grün in Sicherheit,
dann kamst du und pflücktest mich,
und nahmst mir diese Einsamkeit.

Du stelltest mich in ein Glas Wasser,
beschützt im Fenster konnt ich blühn,
nun sah ich strahlend über Häuser,
doch sah ich auch kein einzig Grün.

Das Wasser wurde bald schon trübe,
mein Kopf sich welk zum Boden neigt,
du schaust mich längst schon nicht mehr an,
um mich herum nur alles schweigt.

Ich wünscht du hättst mich nie gepflückt,
denn ich war wohl ein wenig klein,
doch zwischen Regen und dem Grün,
war ich, wie hier, nicht so allein.

Nun sterbe ich und niemand sieht,
du kamst nur heute früh nach Haus,
kamst plötzlich unsanft auf mich zu,
und warfst mich mit dem Müll hinaus..

 

© Amy Herzog

Tote Liebe…


Das Herz, es war und verbleibt kalt,

Die Liebe darin ist schon längst alt,

Ein Wunsch, der zwar noch Pinsel hat,

Doch Farben nutzt, vertrocknet matt.

 

Wer könnte hier noch Wasser reichen,

Nicht mehr vom kalten Herzen weichen,

Die Farbe wieder zum strahlen bringen,

Auf Bildern träumend Lieder singen.

 

Die Stimmen, sie erklingen nicht mehr,

Vielleicht wird aus der Pfütze Meer,

Das Herz läge darin kochend warm,

In Farben die nur einst trocken war’n.

 

Doch wagt ein niemand sich auf Eis,

Die Farben bleiben schwarz und weiß,

Das Herz, es liegt im Trockenen rot,

Die Liebe ist inzwischen tot.

© Amy Herzog

Der Wind weht noch…

An einem Tag im schneeweißen Winter,
reichten wir uns sanft unsere Hände,
die Seelen sprachen die Worte für uns,
und wir sahen für uns nie ein Ende.

Wir waren vielleicht ein klein wenig blind,
doch die Liebe hatte unsere Herzen,
die Worte, die flossen, erfüllten uns,
sie nahmen uns all unsere Schmerzen.

Und so vergingen die vielen Stunden,
in unserm wortlosen Seelengerede,
mag sein, dass wir gute Absichten hatten,
doch waren wir nur in der Schwebe.

Lüge und Wahrheit waren beisammen,
als seien wir nie existent gewesen,
die Hoffnung ließ uns blind erscheinen,
doch die Seelen konnten wir nicht mehr lesen.

Zum Abschied floss noch eine Träne,
und doch blickten wir niemals zurück,
sie würde mit uns im Winde vertrocknen,
und irgendwann zeigte sich neues Glück.

Was uns bleibt ist die Geschichte,
sie passierte mit der Realität,
zumindest in unserer Erinnerung,
ist’s ein wahrer Wind, der noch weht.

 

© Amy Herzog

Nur in Bildern…


Mein Herz, es will dir nahe sein,

Doch meine Seele kann es nicht,

Vielleicht ist es noch viel zu klein,

Und ließt ein anderes Gedicht.

 

Wohl sehe ich hier bunte Bilder,

Doch hast du sie mir nicht gemalt,

Verlaufe mich in tiefe Wälder,

Und flüchte vor dem was noch fehlt.

 

Es steht im Herzen schon geschrieben,

Das Wort, was fehlt, ist anderswo,

Denn das was Herz und Seele lieben,

Lebt nur in Bildern, schmerzt es so.




© Amy Herzog

Vom Nichts…


Ich laufe durch die nassen Straßen,

Tag ein und auch Tag aus,

Sitze da, wo wir gestern noch saßen,

Gehe heute stur allein geradeaus.

 

Im Schaufenster stehen bunte Blumen,

Sind gehegt und in Reih gepflegt,

Warten auf bewohnte Stuben,

Wo ihnen doch der Sinn vergeht.

 

Sind wir uns ein wenig ähnlich,

Konnten die Farben niemals wählen,

Können nicht sehen, und doch allmählich,

Dürstet es uns danach Freiheit zu sehen.

 

Das Schicksal lässt die Würfel Rollen,

Denn selbst wem alles grau erscheint,

Höre ich hinten die Donnergrollen,

Und wie der Regen mit uns weint.

 

Dann geht der Weg wieder nach Haus,

Die Vorhänge zieh ich zu,

Werfe nur noch die Uhren hinaus,

Und habe vom Nichts meine Ruh.

 



© Amy Herzog

‚Was wäre wenn?‘

Ich frage nicht mehr, was wäre wenn,
Du bist schon längst nach Haus gefahren, denn,
Da warten noch tote Fliegen am Fensterbrett,
Und die Eiswürfel schmelzen in deinem Bett.

Du musst in der Sonne nicht bei mir sein,
Denn das Licht ist nicht hell und wir sind zu klein,
Wir liegen viel lieber Nachts wach im Bett,
Unter Eiswürfeln ists nämlich schon ganz nett.

Der Regen platscht in uns’re Gehirne rein,
Wir trinken Wein, doch er wäscht nichts rein,
Und im durchtrennten Bett sind wir erfroren kalt,
Denn unsere große Liebe wurd‘ gestern schon alt.

Dann stehn wir wieder auf, gehen in die Stadt,
Um Gefühle zu essen und werden doch nie satt,
Zu Hause dann, stelln wir Eimer auf, es nimmt seinen Lauf,
Fangen tote fliegen im Wasser mit Leben auf.

Einmal frage ich dich noch, was wäre wenn,
Würden tote Fliegen schon im All verbrenn,
Würden wir Eiswürfel einfach gemeinsam erhitzen,
Und nur von der Liebe betrunken im Leben sitzen.
© Amy Herzog

Blutendes Herz…

Für dich sind meine Tränen unsichtbar,
denn ich schenke dir nur mein Lächeln,
doch ich schwimme hier im Tränenmeer,
und beginne schon längst zu schwächeln.

Hier verblute ich langsam und schmerzlich,
doch mein Herz, du siehst es nicht bluten,
vor dir klebe ich einfach ein Pflaster darauf,
du kannst die großen Wunden nur vermuten.

Lediglich in meinen Luftschlossträumen,
fühle ich mich dir schmerzlos ganz nah,
doch bin ich hier leider nur meistens wach,
und sehe das, was nicht ist und nicht war.

Und hier schreibe ich diese kleinen Worte,
ich weiß nicht, vielleicht ja für dich,
vielleicht ist es auch nur ein Rettungsversuch,
aus diesen weinenden Tränen für mich.

Doch hier schreibe ich und weine zugleich,
denn in dir bin ich rettungslos verloren,
so sehr bin ich blutend und weinend gefangen,
so sehr, dass ich wünscht nie geboren.

Dieses Gedicht könnte ewig überdauern,
es würde dennoch niemals genügen,
die Tränen fließen doch mit oder ohne,
die Worte bringen auch kein Vergnügen.

Und so höre ich einfach auf zu schreiben,
und weine mich sanft in den Schlaf,
hoffe auf einen Luftschlosstraum mit dir,
in dem ich dir dann nahe sein darf…

© Amy Herzog

Rostig‘ Dichter…

Tief innerlich zerfressen, kahl,
als stünde man im großen Saal,
dem Saal der Qual, dem ohne Wahl,
ummantelt vom Gefühlskaltstahl.

Prasseln hier die Regentropfen,
wie viel kann schon die Seele kosten,
im Regen kann sie doch nur rosten,
ertränkt vom Überreizungspfropfen.

Niemand kommt durch diesen Stahl,
null Menschen sind es an der Zahl,
man müsste mein‘ es sei fatal,
doch hier ist es nicht mal banal.

Der Regen nicht nach außen dringt,
bloß hier noch leise Lieder singt,
sie schallen durch zerstörte Lichter,
inmitten klein, ein rostig‘ Dichter.

© Amy Herzog

Müde Geister…

Die Hüllen der Geister werden schlichter,
die Dämmerung malt die müden Gesichter,
trinken sich zu und beginnen zu lachen,
hoffnungslos am Boden ohne Erwachen.

Irgendwer grinst in den Ecken verstohlen,
trappeln umher auf verschlissenen Sohlen,
versuchen die kleinen Flammen zu betören,
als könnten sie fröhliche Geister beschwören.

Die großen Laternen sind längst erloschen,
und wenn sie erhellen werden Tränen vergossen,
dahinten werden noch Erinnerungen getauscht,
solange sie sind noch ein wenig berauscht.

So fristen sie ihr Dasein im blassen Nass,
suchen weiter den Grund im bodenlosen Fass,
ummantelt in warmen Decken beisammen,
trinken sie, bis sie in Gefühlen ankommen.

© Amy Herzog

Anker in der Not…


Sie ist einsam, traurig und leer,

Und fühlt sich innerlich nur tot,

Die Seele lastet viel zu schwer,

Wo ist nur ihr Anker in der Not?

 

Der Anker, der zum Grunde sinkt,

Die Tränen unsichtbar werden lässt,

Ihr im tiefen Meer die Liebe singt,

Und sie nicht wieder verlässt.

 

Dieser Anker, er ist nicht mehr da,

Sie trägt die schwere Last allein,

Sich selbst ist sie schon mehr nah,

Ist sie doch dafür viel zu klein.




© Amy Herzog

Spiegelblick…


Trübe Blicke in glänzende Spiegel,

Beschlagen ziehen sie vorbei,

Ein kleines Herz schweigt dabei still,

Als sei es auf ewig nur aus Blei.

 

Langsam malen Tropfen dunkel,

Zeichnen müde Erinnerungen an,

Wie zerbrechlich, einsam und klein,

Eine verlassene Seele sein kann.

 

Mit aller Kraft versucht das Herz,

Die Augen immer weiter zu öffnen,

Federleicht vermag es zu schlagen,

Und im Spiegel etwas zu hoffen.


© Amy Herzog

 

Träume der Nacht…

Tief gefangen in Träumen der Nacht,

Reichst du mir an dein warmes Herz,

Meines schlägt wie wild und es lacht,

Vergessen ist kurz all dieser Schmerz.

 

Mit einem weinenden Auge genieße ich,

Bade in einem roten Meer aus Wärme,

Gleich klingelt der Wecker, weckt mich,

Vorbei sind all diese HerzensTräume.

 

Dann werde ich wach und du bist fort,

Verborgen bleibst du leider in der Nacht,

Hier am hellen Tage gibt es keinen Ort,

An dem mit dir mein Herz auch lacht.

 

Mit jedem morgen erinnere ich mich,

An den Traum von der letzten Nacht,

Eigentlich ist das Wecken lächerlich,

Denn ich bin mit Schmerzen erwacht.

 

Könnte ich doch nur ewig schlafen,

Auf ewig mit dir im Traumland Leben,

Malen Bilder aus verrückten Visionen,

Und werden einfach nur darin wohnen.



© Amy Herzog

Warte auf die Hand…

Ich werde nicht mehr denken,
das Schicksal nicht mehr lenken,
denn nach all diesem Sterben,
laufe ich nur noch auf Scherben.

Nur dich kann ich noch sehen,
du strahlst, scheinst, weinst,
in der Sonne konnte ich fühlen,
wie auch du gestorben warst.

In dir sehe ich Lust, Leben,
das streben nach Glückseligkeit,
wie konntest du nur entfliehen,
dieser schwarzen Schattenewigkeit.

Eine Hand wurde dir gereicht,
mehr kann ich nicht hören,
doch hat dir das schon gereicht,
um wieder ins Leben zu gehen.

Doch warum du nun weinst,
das kann ich nicht sehen,
du warst doch nur einst,
nicht mehr in diesem Leben.

Und du sagtest zum Schluss,
warte nur auf eine Hand,
auf den kleinen Lebenskuss,
und du treibst nicht im Sand.

© Amy Herzog

Austauschbar…

Das Innerste nur rebelliert,
kaum mehr ist es zumutbar,
meistens schütteln Köpfe sich,
das ist einzig sonnenklar.

Manchmal spuckt es Liebe aus,
wie Feuer, zu unkontrollierbar,
dafür aber, und sei’s nur stumm,
doch ehrlich, öfter verletzbar.

Eines war es doch noch nie,
und das ist wirklich wunderbar,
das Innere verirrt sich stets,
es ist nichts, nur verlegbar.

Was ihm bleibt ist dieser Schmerz,
dieser wütet stets furchtbar,
und wurd‘ es gerade erst verlegt,
ist auch schon der nächste da.

Es bleibt nichts, nur unsichtbar,
höchstens vielleicht sonderbar,
wär es etwas, dann vielleicht,
nein ganz bestimmt: dann austauschbar.

© Amy Herzog

Wächter der Lieder…

Singt die Seele immer lauter frohe Liebeslieder,
Und durch Gläser schimmert Wasser in Flieder,
Was bringt es, wenn all das endet in Schmerzen,
Wenn die Flammen nicht brennen an kalten Kerzen.

Worte, die der Verstand nur gefangen nimmt,
Blut staut, sticht das Herz, wo es Berge erklimmt,
Ein Kampf im Innern wurde brachial entfacht,
Als hätte das Herz über die Liebe nur gelacht.

Aber es lacht nicht, das Herz, es blutet zu sehr,
Es kann weder hier noch dort sehen das Meer,
Der Verstand steht dort, und versperrt die Türen,
Die Liebe dahinter, sie hat sich nicht zu rühren.

Nur diese Worte werden stets eingefangen,
Im Innern, im Dunkel, dort müssen sie bangen,
Drohen gar im Meer aus Blut zu ertrinken,
Um im Fühlen am Ende wortlos zu versinken.

Im Hintergrund spielen nur weiter die Lieder,
Heller und schöner schimmert der Flieder,
In Wahrheit aber, da schreien die Worte,
Bewacht vom Verstand und seiner Eskorte.

© Amy Herzog

müde Augen…


Die müden Augen zeichnen,

Mit Bier am Bahnhofsplatz,

Die letzten Farben scheinen,

Noch Mühe im kleinen Satz.

 

Der Mut zeigt kalte Schulter,

Wo Angst nur um sich schlägt,

Der Geist schreibt trübe Zeilen,

Im Schnee die Hoffnung schläft.


Und Sonnenlicht schon wartet,

Bis endlich ein Schatten fliegt,

Der blauwarme Tinte bunkert,

Und das Nest der Herzen siegt.

 

Und so wandeln müde Augen,

Nur wieder in dröhnende Stadt,

Verborgen ein Traum auf Papier,

Und die Träne tanzt auf dem Blatt.


© Amy Herzog

Die Seelenlose…

Reichte dir mein Hirn, mein Herz,
Und legte mich in deinen Arm,
Fühlte mich mit dir so sicher,
Geborgen, angekommen, warm.

Die Seele hab ich dir geschenkt,
Als du ein Seelenloser warst,
Hast sie kurz gepflegt, gehegt,
Bis du sie dann zerbrochen hast.

Jetzt bin ich die Seelenlose,
Verloren hier im Schein des Lichts,
Du bist fort mit meiner Seele,
Und ich verbleibe hier im Nichts.

Nur die Sehnsucht hab ich noch,
Mit ihr die dunkle Erinnerung,
An dich, an uns, und an ein ich,
Das weiterlebt hier ohne Grund.

Ein letzter Wunsch, der bleibt mir noch,
Das du im Glück lebst mit der Seele,
Wenn ich dann hier verschwunden bin,
Und als Nichts nach oben Schwebe.

© Amy Herzog

inspiriert von Maccabros

mit jedem wort

rinnt es nach unten

singt mich lieblich an

und zieht an meinen wunden

die landschaft um mich lauter hebt

die sonne dabei singend küsst

zur stummen guten nacht

nur dein herz dabei bebt

deines länger lacht

Verschlossen…


bleichesleere seele

hätts müde bleiben sollen

die türe wär ins schloss

gefallen

trinkt sie darauf ein

schluck wein

greift zum horizont

schreit noch einmal an die welt

trocknet ihre kehle

und

geht ins bett…


© Amy Herzog

Sie flattern nur…

Sie wissen nicht warum,
und sie wissen nicht wo hin,
sie flattern einfach nur,
doch ohne jeden Sinn.

Flattern durch mein Hirn,
vorbei an meinem Herz,
hinterlassen ein Lächeln,
stets bereit für den Schmerz.

Heute sind sie bunt,
schon morgen wieder schwarz,
sie haften nur in mir,
wie zähflüssiges Harz.

Meist warten sie im Bauch,
schlafen tief und fest,
erweckt durch die Begegnung,
geben sie mir den Rest.

Dann sind es wilde Wesen,
die einst so zahmen Tierchen,
die bunten Schmetterlinge,
sie bringen mich zum lachen.

Bis wie wieder schlafen,
dann sind sie wieder schwarz,
dann suchen sie die Tränen,
und brechen mir das Herz.

Wartend auf den Menschen,
die einzige Begegnung,
die ihnen Farbe bringt,
und mit ihm eine Hoffnung.

Es kommt der Tag an dem,
sie ewig bleiben bunt,
und wenn es so weit ist,
dann kennen sie den Grund.

© Amy Herzog

Lachen & Weinen…


Ein Auge lacht, das andere weint,

Bin dir so nah, dann wieder weit,

Im Traum sind wir so eng vereint,

In echt, da fehlt es uns an Zeit.

 

Gibst mir halt, dann wieder Luft,

Mein Herz dann nur im Traume ruft,

Und bin ich aus dem Traum erwacht,

Du hörst mich, dann mein Auge lacht.

 

Doch meist bleibt alles nur betäubt,

Du mich dann nicht mal kurz beäugst,

Kannst du mich nur lachen sehen,

Weil Sehnsuchtstränen vorbei ziehen.

 

© Amy Herzog

Mutierte Gefühle…

 

Das Monster

Entspringt der eisigen Kälte

Fällt aus Windungen

In den See

Heraus

Schleichen mutierte

Gefühle schlagen Metastasen

Und wenn sie entschwinden

Tun sie noch weh

© Amy Herzog

Narben…

Und dann beginne ich zu zählen
Die Narben, die mich immer quälen
Suche ihren Sinn und Zweck
Wünsche mir den Weg zurück

Zählen macht mich immer müde
Die Narben nicht mal alle finde
Kann mich nur darin verlieren
Gedanken wagen einzufrieren

Der Sinn verschwand einst mit der Zeit
Die kleine Träne noch verweilt
Wo war nur meine Menschlichkeit
Die Wunden gingen viel zu weit

Die Klinge, sie war nicht mein Freund
Die Freiheit hat sie mir geraubt
Doch werd‘ ich stark auch mit den Tränen
Sie mich am Ende nicht verletzen

Schreite weiter durch mein Leben
Viel hat es mir doch noch zu geben
Die Narben erfüllen keinen Zweck
Ich tanz‘ mit Tränen, aber nicht zurück

© Amy Herzog

Inspiriert von ‚Zerbrochene Spiegel‘

Liebe bleibt…

*

Blicke in dein Herz

Fühle deine reine Seele

Spreche ohne Worte

Ohne Schmerz

Nur sanft

*

Zum erkalteten Herz

*

Deine Antworten

Sind so voller leere, giftig

Ich schwebe, bin süchtig

In deinen Gedanken

Nur noch flüchtig

Lebendig

*

Löse mich auf

Deine Seele wird dunkel

Träume, wünsche, liebe bleiben

Nur in meinen Gedanken

In meinem Herzen

*

Während Schmerzen leben

*

Überleben…

In eigenen Tränen ertrinken…

Keine Luft, keine Freude, kein Licht,

Keine Wärme, keine Menschen,

Einfach Nichts, nur der Wunsch

Nach Hoffnung auf ein Leben,

Versuchend in den Tränen

Zu überleben.

Kalte Seelen…

 

Die kalte Seele

Schwebt sinnlos umher

Trinkt Herzblut aus Gläsern

Und fällt der Verdammnis hinterher

– Wartend auf wahre Wärme

Menschlichkeit, Küsse und Nähe

Unter tausend kaltkristallen Seelen

Doch so schnell sie alle fallen

(Und keine Wärme fängt)

Warten am Ende nur kalte Krallen

Welche die Seelen in Einsamkeit

Auf Ewigkeit gefangen halten

© Amy Herzog

glänzender Regenbogen
im Springbrunnen strahlt
hell über den großen See
wartet der kühle Wind
in den kleinen Wellen
auf winterlichen Schnee

© Amy Herzog

Dafür gibt es kein Wort…

Schreibe ein Gedicht..

Wie denn,
wenn es dafür kein Wort gibt?
Wie soll ich aufschreiben,
was soll mich in diese Richtung treiben,
was in mir wütet, wenn es dafür
einfach keine Bezeichnung gibt?

Kratze mit letzten Kräften
Fragmente auf längst verbrauchte Zettel
und versuche sie zusammenzusetzen,
versuche ein Bildnis zu schaffen,
dieses Innere zu visualisieren,
es ans Licht zu bringen.

Es geht nicht.
Es lässt kein Licht
in meine Seele.
Es will, es liebt, es ehrt,
wie ich mich am Boden wälze
und quäle.
Und währenddessen
wütet es heiter immer weiter.

Greift mit scharfen Klauen
brachial durch meine Seele,
reißt sie in tausende Fetzen,
lässt mich links liegen,
nicht mal mehr im Dunkel,
einfach nur im Nichts.

Lässt mich Schwäche kotzen,
lässt mich Sehnsucht hungern,
nimmt mir die Identität,
das Leben lässt es mich nicht verdienen
nur in Luftschloss Phantasien
gibt es mir die unverdiente Realität.

Hier im Nichts.
Nur Leid soll mich noch treiben,
damit lässt mich dieses Monster zurück,
damit lässt es mich leben.

Dafür gibt es kein Gedicht,
dieses Monster, es hat kein Gesicht,
es frisst nur, frisst mich,
und ich, ich kann nur warten und hoffen,
dass es mich am Ende
doch nicht mehr im Stich lässt.

wortlos geboren…

wortlos geboren
in bittersüßer
melancholie
kann nach dem ende
den anfang sehen
in lebenssymphonie
die musik bleibt
der mund schreit-
still, rennt davon
das recht zu sprechen
bleibt verloren

nur in gedanken
kann ich um verzeihung
bitten…schweigen

© Amy Herzog

Lost…

Haut fällt ab wie Rost
Schwer im Wind vergeht die Zeit
Tränen bleiben ewig verborgen
Hinter glänzenden Schatten
Sie reist…

Die Welt dreht
Ich muss schweben
Worte hallen hindurch
Fließen wortlos aus mir heraus
Nur diese bleiben, gebären
Wieder und wieder in meinem Kopf

Sie wachsen, gedeihen
Stehen über großen Reihen
Über Wolken, Vögeln, Greisen
Nur ich bin, regungslos – ohne dich
In kühler Rast

Hallen diese Worte
Immer wieder durch mich hindurch
Fremde Menschen reißen mich
Ich, ich sehe sie nicht
Höre nicht, höre nur mich
In meiner langen Rast

Spricht es immer wieder
Leiser werden alle Lieder
Fällt nur der kühle Rost
In Worten – mit mir
I’m sorry for your lost…

© Amy Herzog

kaltes Herz…

*
Es geht und geht nicht weg
Doch der Augenblick vernichtet
Verbleibende Gedanken drehen sich
Zu schnell, im Kreis – um dich
*
Reißt sich tiefer durch meine Seele
Schmerzen hast du hinterlassen
Ich, ich kann mich nicht mehr fangen
Und breche innerlich zusammen
*
Du, dein bitterkaltes Wesen
Hast mich so fest in deinen Fängen
Das du ein warmes Herz hättest
(das wünsche ich…)
Und mich vor deiner Kälte rettest
*
© Amy Herzog

Schwere Melancholie…

*

Tief im Herzen getrieben

Von schwerer Melancholie

Steht ihr die Verletzlichkeit

Ins blasse Gesicht geschrieben

 

Aber ihre Seele ist zäh!

 

Selbst wenn blaue Augen weinen

Lässt sie sich nicht vergraben

Trotz dieser bittersüßen geliebten

Doch so schweren Melancholie

*

Amy Herzog

Dazwischen warten auf den Bus…

In Zukunft will ich die Welt bereisen
wie Könige und Arme speisen
bis zum Mond nach Sternen greifen
in Spanien mit Quallen singen
Will ich Berge hoch erklimmen
kreuz und quer durch Meere schwimmen
in Zukunft will ich das und mehr
wünsch‘ ich’s mir wohl nur allzu sehr

Doch könnt ich einfach schlafen gehen
durchs Leben einfach träumend schweben
mich in weichen Betten schmiegen
oder auf dem Sofa lümmeln
Im Traum da wär‘ ich federleicht
wo Zeit und Raum auf ewig reicht
für immer nur in Armen liegen
würden Zeiten einfach ohne uns vergehen

Doch bin ich hier
und weder dort, noch bin ich da
im irgendwas wo niemand war
dazwischen hier im Ungewiss
mich etwas aus der Zukunft riss
Und mich hier nicht mehr träumen lässt
mich nicht mal leben lässt den Rest
als wartete ich auf den Bus
der aber niemals kommen muss

© Amy Herzog

Ich, im Nichts…

Ich bin,
ich weiß nicht,
nichts.
Verloren
in allem,
vor allem
im Nichts.

Zeichne schwarze Striche auf mein Blatt
und wird daraus auch nichts.
Schreibe Worte aus dem Herzen,
doch auch sie verenden ratlos in Schmerzen.

Tickt mich leise an, die Melancholie,
nicht die meine, nein sie kommt von Dir.
Bin ich kein Ich, ohne Dich? Sind wir
nur zusammen ein Ich?

Ich bin,
ich weiß es,
Nichts.
Verloren
sitze fest
im Nichts,
im Rest.

Schimmert Sonne durch den Vorhang,
doch dein Leben hat dahinter Vorrang.
Renne durch die Stadt und suche,
finde keine Sonne, keine Menschen,
ich bin im Nichts, ich fluche.

Suche weiter durch die Meere,
schwimme, lebe, lauter, schweigen,
höre ich nur meine Geigen,
ist das alles ’nur‘ (im schweigen).

Ich bin,
ich weiß nicht,
nicht im
Nichts.
Nur mitten
in der Sonne,
im schwarzen
Lichts.

Im Meer schwimme ich, mehr von Menschen,
rennen, jagen, sagen, laute Schreie, laute Worte,
doch höre ich nichts. Nur die kleinen Laute,
kleiner Menschen rasen durch mich durch,
durchs Nichts.

Sehe ich die anderen nicht,
sind auch sie, wie ich, im Nichts?
Sehe ich nur dich, spüre dich,
ersehne dich.

Ich bin,
ich schreie,
laute Worte,
nichts.

Bist auch du dahinten fort?
Einfach nur im Nichts?
Komm doch einfach rüber, ich, das Nichts,
kann nicht schlimmer sein mein Ort.

Schwimmen, tanzen, singen, wagen,
ist das alles wertlos, nichts?
Ich ertrinke hier im Nichts,
kann ich auch nicht sagen,
trinken nur den Wein.

Einfach sein.

Warten.

Ich bin,
ich.
Nichts.

Nur ich.

© Amy Herzog

Durch weinende Augen…

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Trüber Regen rinnt
Weiße Wolken schweben fort
Schlagen spitze Äste
Graues Schwarz in meine Seele
Vögel zwitschern noch im Wind
Doch wird auch sie der Regen treiben
Und ich, ich stehe hier durchnässt
Im kalten Regen weinend sehen –
Schutzlos ohne Herbstblatt
Verschwommen ohne Farbe
Bis auch die Vögel mich verlassen

© Amy Herzog

Alles und nichts

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nur weiß und schwarz
alles und nichts
darauf ich
bin ich fremd
in ketten
nicht zu blühen
blind im innern
taub
verwelken

© Amy Herzog

Rote Lippen…

im Ballsaal der Finsternis
starre ich von Wolken
von Welten getrennt
sehe Regen, leidend
fremde rote Lippen

heuchlerisches Gelächter
von Tränen zerflossen
erstickt in eigenen Fluten
vom Leben getrennt

im freien Fall des Zerfalls
zerrissen, tot
ins Licht gestellt
lecke ich an diesen Lippen

schmecken sie nach
Nichts

© Amy Herzog

Sonnige Melancholie…

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die sonne scheint hell
der himmel ist klar
sollt’s auch in mir scheinen
wo einst nur schatten war
doch fällt dort nur regen
in blutigen tropfen
aus lilafarbenen wolken
im tiefen magenta

© Amy Herzog

Blindes Schweigen…

Sehe nur den Rauch
durch Milchglas schwimmen
– ohne klare Worte
bleiben die Gefühle
stumm

Unsichtbare Worte
lassen sich nicht formen
zerbrechlich kleine Sätze
bleiben winzig klein
geheim

Höre ich kein Lied
die Geigen schreien
doch mein Herz scheint taub
in seinem Schweigen

Ohne Farben
können keine Bilder wachsen
wilder, weiter Kleckse spritzen
kann ich sie nicht sehen
…nur in schwarz

Schwarz auf schwarz
sind all die Gedanken
was können sie schon
außer dieses blinde
laute Schweigen

© Amy Herzog

Wellentanzen der Gefühle…

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Klänge die ich lauter höre
können Worte Farben sehen
wenn ich tanzend an dich denke
fühle ich nur bunte Wellen

Tanzen Worte mit Gefühlen
Farben fliegen durch die Lüfte
könnten niemals wirklich zeigen
was ich fühle wenn ich denke

© Amy Herzog