Woanders

Und viel zu kurz der Sinn
für lange Reden
zu gering ist mein Gewicht
nur so klebe ich auf deiner Haut
die Scherben; STILL! sie bröseln laut
doch funkeln tun sie nicht

Jede meiner Tränen schweigt
und bietet neuen Halt
hilflos bin ich, machtlos, ängstlich
wie das Wahre in der Stille
so aufgezwungen sei mein Wille
doch mir ist dort kalt

Nur halte mich doch immer fester
bezahlen tut mein Herz
mit allem was ich habe, gebe
Haut und Haar verschenkt die Rede
schenk ich dir auch meine Liebe
und du mir, Liebster, deinen Schmerz

 

 

© Amy Herzog

Vergessen

Ich habe keine Angst davor
dass du das Licht vergessen wirst
denn ich erinnere dich daran
und dann halte ich fest deine Hand
wenn dich der Schatten jagt

Doch leugnen kann ich es nicht
die Angst – so die Wahrheit
die jagt nun auch mich
was ist nämlich wenn ich
das Licht vergesse
denn wer erinnert dann mich?

Und an was?

 

 

 

 

© Amy Herzog

Verloren

Ich bin noch etwas? hier
und du hältst meine Hand
nur mit dem Blick zur Wand
doch schon bin ich allein
wie es dunkel in mir ist
kann ich noch alles sehen
doch nur nicht mehr verstehen
als wäre ich zu klein

Ich bin noch länger hier
und doch nicht mehr zu lang
doch wird mir nicht bang
nur noch im Dunkel zu sein
das du – das bin nur ich
und das genügt mir nicht
versperrt das ich die Sicht
und noch bin ich allein

Ich warte doch noch hier
nur ohne Ort und Zeit
der Weg ist mir zu weit
und schon verliert das Ziel
mir geht die Luft nicht aus
nur manches wird zu viel
ich wünsche du! wärst hier
und reichtest deine Hände mir

 

 

© Amy Herzog

Kirmes

Auf der Kirmes – buntes Treiben,
all die Sorgen sind kurz fort,
könnt es doch nur stets so bleiben,
hilft doch nur ein wahres Wort.

Nur ein Wort wie tausend Lichter,
lachen, Glück und Liebe sind,
so nimmst du sie doch auch mal öfter,
voller Macht wie Eis und Wind.

Wie die Wärme vieler Menschen,
reicht das Licht des Einen nun,
sei’s wie ein Leben auf der Kirmes,
doch nur mit wahrer Liebe tun.

 

© Amy Herzog

Im Bett ?!

Mal einen Tag im Bett verbringen,
ganz anständig und brav zumeist,
nur eines wird ganz ohne Pausen,
und diese Sache kuscheln heißt.

Kuscheln kann ganz einfach jeder,
ob nur mit Kissen oder doch dir,
so such dir nur das allerwärmste,
und halt es fest im jetzt und hier.

Letztlich nimmt es all die Tränen,
wenn dann auch keine Zeit hier eilt,
so kuschle mit dem was dir wichtig,
wo dann dein Herz auch Liebe teilt.

 

 

 

© Amy Herzog

Was ich sollte, was ich will.

Wer denn sagt mir was ich sollte,
wenn ich doch was anderes wollte,
bleibt’s letztendlich doch mein Leben,
kann bloß ich mein bestes geben.

Wahrhaft in mein Herze sehen,
Tränen dort vor Sehnsucht flehen,
was mich einsperrt hier auf Erden,
muss am Schluss auch ich nur sterben.

Und wer sagt dann was ich sollte,
wenn ich nur glücklich sterben wollte,
doch bin ich heut‘ gewiss am Leben,
sollt‘ ich nur mein Glück mir geben.

 

 

© Amy Herzog

Zitat: glücklich 

„Glücklich, wer mit den Verhältnissen zu brechen versteht, ehe sie ihn gebrochen haben!“
– Franz von Liszt

Warten

Der Albtraum hört nicht auf
sich über mein wundes Herz zu ergießen
und bitte ich und flehe ich
erschreck mich nicht und wecke mich
bevor die Tränen fließen
so wie ich dafür leid‘ und liebe
willst du wohl nur mein Herz verschließen
bis es für immer schweigt

 

 

 

© Amy Herzog

Wenn es nur geschrieben steht.

Ein jedes Wort steht nur geschrieben,
und wird dabei noch kaum gesagt,
so weht der Wind in Wahrheit kälter,
weil nach der Nähe niemand fragt.

So bleibt die Lieb‘ noch überlesen,
denn sie ist es, sie will gezeigt,
und liegt man sich dann fest im Arm,
ist es egal, wenn jeder schweigt.

Ein jedes Wort wird stehen gelassen,
und ich häng einfach in der Luft,
doch könnt ich so viel leichter fliegen,
und du fällst einsam in die Kluft.

 

 

 

 

© Amy Herzog

Angst.

Ich habe Angst
Angst
davor zu funktionieren
und dabei meinen Schatten
den so geliebten
zu verlieren

Ich habe weiter Angst
Angst davor
dass mich keiner hält
und dabei noch zu lachen
während mein wahres
Ich langsam fällt

Ich habe Angst
Angst täglich zu leben
wo kein Halt und kein Versteck
noch den Sinn des Lebens
mir vergeben

Ich hab nur Angst
immer Angst
ohne meinen Schatten
gibt er doch die Dunkelheit
die wir nicht wirklich
mit uns hatten

Angst
ich habe Angst
als Licht zu funktionieren
doch ohne eine Quelle
mein Leben lang
zu frieren

 

 

© Amy Herzog

Egal. 

Während ich mich auf die Suche machte, nach einer Steigerung für das Wort „egal“, bin ich über die Ignoranz gestolpert. 

Leere Lehre.

Ein jedes Wort bleibt eine Lehre,
das eine Tat wohl nach sich zieht,
und wenn das Wort nur eine Leere,
ja selbst dann noch die Lehre sieht.

 

© Amy Herzog

Der letzte Satz.

Menschen sterben Tag und täglich,
und alle sind sie irgendwie tot,
vielleicht schon morgen etwas näher,
doch heut‘ das letzte Abendbrot.

Bleibt es immer nur ein warten,
wenn’s am Ende ist zu spät,
doch das längste was wir haben,
bleibt die schönste Realität.

Wo wirst du zum Abend essen,
wer sitzt neben dir am Platz,
lebst du warm wie an der Sonne,
hört die Lieb‘ den letzten Satz?

 

© Amy Herzog

wende.punkt.

deine sonne will nicht zählen
bin vom rauch umzäunt
wendet sich mein heißes fleisch
doch nur von links gebräunt

eine seel‘ aus purem gold
nur bleibt die haut aus grauem blei
schwitzt mein herze blut
so tausendfach wie’s leiden sei

meine blümchen längst verkümmert
trottet leis der regen
kann nichts hören kann nichts sehen
und das nur deinetwegen

gab’s die suppe letzte woche
sei sie eingebrockt
trotz des welkens steigt der nebel
ist’s die sonne die mich lockt

wendet sich der wind zum rechten
wird die haut zu gold
und glänzt ein neuentdecktes leben
wenn’s nicht sterben sollt

 

 

© Amy Herzog

Die Liebe als Opfer..

Ich bin es leid daran zu denken,
so wenn mein Herz nur immer friert,
ergeben sich zwar falsche Worte,
während das richtige verliert.

Ich bin es leid mich so zu fühlen,
so klein gedrückt zerbrech‘ ich gleich,
sie stellen sich vor schönste Türen,
und öffnen’s Tor zum Höllenreich.

Ich bin es leid noch so zu lieben,
wo niemand mehr die Liebe kennt,
wenn die Verachtung jeden Glückes,
nur Einsamkeit zum Namen nennt.

Ich bin es leid in diesem Leben,
kann nicht mehr kämpfen für ein wir,
das Monster hat mein Herz zertreten,
und ich lieg nun im Sterben hier.

 

 

© Amy Herzog

Einsam knien…

Ich knie einfach immer tiefer,
und bin letztendlich doch allein,
denn der, den ich aufrichtig Liebe,
der will nur wenig bei mir sein.

Er kommt und geht nur für das eine,
und ich, ich liebe trotzdem mehr,
dann geht er fort in fremde Arme,
dazwischen friere ich dann sehr.

Zwar sagt er, ich sei nur die eine,
und mache stets sein Leben bunt,
doch ich, ich knie hier alleine,
und er schlägt meine Seele wund.

Und knie ich hier immer tiefer,
mein Lachen bleibt dabei nur still,
so voller Angst vor einer Zukunft,
in der er mich dann gar nicht will.

 

 

© Amy Herzog

Wieviele Tage..?

Hundertneununddreißig Tage ziehen
doch sie fliehen nicht
schaukeln sich nur höher
immer
höher
immer
schneller
bis zum schönsten lauten Knall

Doch ein leiser über Schultern
nur ein Lächeln
und ein Sog

Wie ein unentdecktes Meer
bindet sich das Blau zusammen
immer enger
immer
näher
und am Ende wartet Glück

Fünfhundertsechsundsechzig Tage
sollen lachen, sollen lieben
wie ein Schiff an’s Land getrieben
zahlen kommen
zahlen
gehen

Nur welche soll am Ende stehen?

 

© Amy Herzog

Er dachte nur..

Ich denke immerzu an Euch. Dachte er, ohne sie zu kennen.

Mein Gefühl kennt Euch bereits. Dachte er, ohne zu wissen, dass sie ihn kennt. 

Nach Euch suchte ich so viele Jahre. Dachte er, ohne zu wissen, dass sie sein Verlangen spürt.

Ich will Euch nahe sein. Dachte er, ohne zu wissen, dass sie ihm nahe ist.

Ich will Euch lieben. Dachte er, ohne es ihr zu sagen. 

Wie kann ich Euch lieben? Dachte er, verzweifelte und sah keine Hoffnung. 

Ich bin Eurer nicht würdig. Dachte er und schlief ein.

 

Ich spüre Euch my Lord, ich weiß was Ihr fühlt, schämet Euch nicht, gehet nicht fort. …dachte sie und hoffte, dass er sich eines Tages würdig fühlt. 

© Amy H.

Stark, Schwach, tot..?

Aus Liebe würd‘ ich alles machen,
ein Kampf durch Wasser, Wüste, Wind,
selbst tausend Reisen durch die Hölle,
wenn nur am Schluss das Glück gewinnt.

Und bin ich wohl nicht unbewaffnet,
nein, meine Lieb‘ die stärkste ist,
doch frier ich weiter durch die Hölle,
weil mein Herz doch das Glück vermisst.

Es sind die Waffen zweier Monster,
und Schwach sind sie wohl eigentlich,
doch töten sie mich in der Hölle,
und mit mir auch die Lieb‘ und dich.

 

© Amy Herzog

Aussicht

Und du lässt mich wieder Lachen,
fängst den meinen Regen auf,
sei’s ein Wort, ein Blick, ein Anruf,
gehst mit mir den Berg hinauf.

Doch ich weiß, der Weg ist müßig,
denn mein Herz noch nicht mit lacht,
nur ein Witz, ein Spaß, ein Lacher,
und ein fester Halt bei Nacht.

Oben wird dann diese Aussicht,
sonnig ist’s, was du versprichst,
auf die wachsend bunten Blumen,
wo du kein Versprechen brichst.

 

© Amy Herzog

An’s sichere Land

Ich fange an es zu vermissen,
dieses Gefühl, das du mir bringst,
wann immer deine Augen strahlen,
so aufrichtig von Wärme singst.

Die Zuflucht liegt in deinen Armen,
so lasse ich sie nicht mehr geh’n,
ich folge nur dem Klang der Stille,
und lasse mich von Wind verweh’n.

So spür‘ ich unter meinen Flügeln,
die Leichtigkeit von deiner Hand,
sie hält und trägt mich immer weiter,
bis an das sicherst‘ schönste Land.

 

 

© Amy Herzog

Morgenkuss

Mein Kuss für den Tag
wie auch tiefer liegt der Blick
geht zwar manchmal weg
doch geht niemals mehr zurück

Bist zart in der Nacht
wie ein Flug über’s blaue Meer
tropft ganz nasse Bilder
doch gibt sie trocken wieder her

Hältst durch kalten Winter
und wenn die Sonne wieder scheint
liegt in meinem Abendkuss
ein Liebeslied, das Wärme meint

 

© Amy Herzog

Zwei Monster.

Wenn ich nur an die Monster denke,
schnell dann wird mir kotzeschlecht,
und ein Spruch passt hier angegossen,
aus zwei mal Unrecht wird kein Recht.

 

© Amy Herzog

Fehlen…

‚Du fehlst mir‘ ist noch gar kein Ausdruck,
ich fühle mich nur einsam (tot),
und niemand, der mich hier umgibt,
nimmt noch Notiz von meiner Not.

Ich sitze hier nur wie versteinert,
und nichts ergibt hier einen Sinn,
mein Herz schlägt zwar noch ohne Luft,
doch ich weiß nicht mehr noch wohin.

Das was du einst zu Hause nanntest,
ist nun schlichtweg nicht mehr wahr,
und dieses Licht der kleinen Eule,
eigentlich auch nicht mehr da.

Ich würde einfach alles geben,
selbst wenn es nur ein halbes ist,
doch du bist glücklich ohne mich,
und es gibt nichts was du vermisst.

 

 

© Amy Herzog

Die Monster.

Nichts von all dem ist noch richtig,
wie die Schlinge um den Hals,
drängt mich weiter in die Falschheit,
in den Abgrund ebenfalls.

Kann ich meinen Bauch nicht hören,
die Monster lügen viel zu laut,
lachen dreckig durch die Zeiten,
und ein Haus aus Leid erbaut.

Bleiben Nächte dort nur einsam,
bis dann der jüngste Tag erwacht,
trinken Pflanzen falsche Tränen,
wenn das Monster weiter lacht.

Nichts von all dem ist noch richtig,
weit entfernt vom wahren Glück,
das einzige, was ich mir wünsche,
mein monsterloses Heim zurück.

 

 

© Amy Herzog

Beten…

Gebete schreien aus den Augen,
und meine Tränen führ’n zum See,
ein Wasserfall aus Schmerz und Qualen,
gefrier’n im Herz zu Eis und Schnee.

Zersplitt’re ich in tausend Teile,
nur eines bleibt trotzdem noch heil‘,
die Liebe ragt bis in den Weltraum,
und lässt mich knien einfach weil:

Ich bete unaufhörlich weiter,
und hoffe dass der Himmel hört,
bin ich doch vielleicht zu weit unten,
wo sich an Schreien niemand stört.

Und aus den Augen die Gebete,
die Tränen stets die selben sind,
sie schreien hoffnungslos noch lauter,
und schicke jedes mit dem Wind..

 

© Amy Herzog

Das wichtigste…

Wenn das allerwichtigste
aus dem Körper verschwand
(und niemand hat es erkannt)
ist man dann schon unsichtbar?

Wenn man schon unsichtbar ist
(und niemand hat es vermisst)
gibt es dann noch ein Leben?

Wenn es kein Leben mehr gibt
dann gibt es auch keine Angst
(und nichts was du tun kannst)
wenn der Rest dem wichtigsten

Folgt.

 

 

© Amy Herzog

Warten..

Die Hoffnung habe ich verloren,
das leiden einfach nur versteckt,
ich warte mit dem falschen Lächeln,
bis mich die Erde ganz bedeckt.

 

© Amy Herzog

Richtung Ruhe…

Ich fühle mich unendlich einsam,
auch wenn ich nicht alleine bin,
ich möchte einfach nur nach Hause,
nur weiß ich nicht, wo soll ich hin.

Zwar bin ich dankbar für den Menschen,
doch wenn was wirklich ehrlich ist,
so hält mich hier ganz schlicht der falsche,
und nicht das was mein Herz vermisst.

So schlucke ich einfach die Tränen,
und lache falsch dem Ende zu,
vielleicht ist oben mein zu Hause,
vielleicht komme ich dort zur Ruh‘.

 

 

© Amy Herzog

 

 

Ein klopfen…

Abgewiesen bist du
und du, du klopfst doch an
nimmst wärmstens meine Hände
und ziehst mich an dich ran

Zeigst du mir die Wege
und ich, ich bin zu schwach
doch hältst mich etwas fester
und baust für uns ein Dach

Lässt du mir den Regen
so reichst mir deinen Schirm
und du, du hältst mich fester
im Kuss auf meine Stirn

 

 

© Amy Herzog 

Beim Liebenden verbleiben..

Auch kein totes Herz
(sei’s noch so kalt und leer)
kann mir meine Liebe vertreiben.
Sie wird sich nur entfernen
(nur vom Monster, das nicht liebt)
und beim Liebenden verbleiben.

 

© Amy Herzog

Ertragen

Ertrage ich den Schmerz
du stolperndes in meiner Brust
so springt mein Herz in einer Handvoll
zwischen Tränen zwischen Lust

Zeichne Punkte auf ein Glas
wirkt der Frühlingswind fortwährend klar
doch auf Regen folgen dicke Steine
bis ich nur noch Scherben sah

Lebe ich mit diesem Drang
nur jeden Abend zu ersehnen
selbst wenn er mich zu Boden zwang
kann ich mich an die Stille lehnen

 

© Amy Herzog

Seelische Misshandlung…

An seelischer Misshandlung
habe ich mein lachen verloren
was bleibt ist meine Angst
und selbst die Tränen waschen
keine Scherben mehr heil
was bleibt ist meine Angst
wie ein mit Schnee bedecktes
Dach zum Einsturz verdammt
was bleibt ist meine Angst
und noch ein leises betteln um
Liebe, die stets entzogen ist
was bleibt ist meine Angst
und ein Lachen von früher
auf längst verblassten Bildern
schlafend unter den ängstlichen
Seelenscherben aus Herz…

 

 

© Amy Herzog

Titellos…

Lange war ich innerlich taub
und verstand meine Zeilen nicht
so war und bin ich auch verstummt
doch heute zeigen meine Tränen
dass jeder Tag den Atem raubt

Und heute bin ich aufgewacht
schon wieder an den Start gestellt
frag mich noch, wer hier zu mir hält
die Hände reicht und reichen kann
bis ich mich wieder schlafen leg

Nur heute bin ich nicht mehr taub
selbst wenn’s mir noch den Atem raubt
bracht der Verstand das Altgespenst
im Garten spukt es seit den Tagen
und nur das schwarz ein Ende kennt

 

© Amy Herzog

Nur ein Teil der Liste..

Steh‘ ich nur auf deiner Liste,
die Jahr um Jahr zu wertlos ist,
zwar ein Zeichen deines Herzens,
was du über die Zeit vermisst?

Doch am Ende stets verschwiegen,
schlaf auch ich nur hinterm Schein,
nur ein Augenblick sei kostbar,
bin auch ich doch letztlich klein.

Wird deine Liste weit bestehen,
mein Herz für deinen Atemzug,
mit deinem Lächeln vor den Tränen,
und dem wicht’gen Selbstbetrug.

 

© Amy Herzog

Beängstigende Worte …

*

Manchmal
Suche ich nach Worten
Verzweiflung spricht vom Herzen
Und schrecke dann zusammen
Wenn ich sie gar gefunden
Habe…

*

Worte
Die beschreiben
So klar durch Scherben spiegeln
Was tief in meiner Seele
Verursacht diese
Schmerzen…

*

Finden
Will ich sie immer
Doch machen Sie mir Angst
So kann ich sie nur löschen
Vertreiben aus Gedanken
Dass du sie niemals
Hören kannst…

*

© Amy Herzog

Glockenläuten

Einsam klingt das Glockenläuten,
durch verregnete Straßen,
in der Pfütze, in der wir trafen,
bleibt eine Träne zurück.

Einsam klingt der Regentropfen,
mit seiner tausend Liebe,
sind Straßen doch die Diebe,
verschlucken mein Herz.

Einsam klingt das schlagend Herz,
in den glänzenden Morgen,
und machte es sich noch Sorgen,
wäre es hier nicht allein.

Allein aber in abertausend Tränen,
ertrinkt in Einsamkeit,
bleibt mir noch die kurze Zeit,
lausche dem Glockenspiel.

© Amy Herzog

Wen interessiert es, wenn nicht mich (oder dich)?

Beruhigt mich der Gedanke
wenn ich falle, renne oder schwanke
läuft das Leben immer schneller
mal zu dunkel, mal doch um so heller
viel zu kurz doch stets am Ende
doch das längste, was ich hab

Wenn ich doch in hundert Jahren
wo vor langer Zeit wir waren
neue Leben – wenn ich tot bin
frag ich nicht mehr wann, wohin
nur dann habe ich gelebt
so wie ich es will

Also stell ich heut die Frage
bin ich glücklich, wenn ich’s sage
wen zum Teufel kümmert’s schon
denn nur ich erhalt den Lohn
für die Tat die ich begehe
wenn ich durch mein Leben gehe

Beruhigt mich also der Gedanke
ob ich falle, renne oder schwanke
Ziel sollt nur für mich jetzt sein
glücklich sein nicht nur zum Schein
denn in hundert Jahren bricht
doch eh die Nacht hinein

 

 

© Amy Herzog

wegen…

Was ich suchte
fand ich in keinem Wort
und zwischen keiner Zeile
nur jetzt, wo ich leise hier verweile
hinter fest verschlossenen Augen
beginnt es stumm zu regnen
mit einem Lächeln
wegen…

Ich kann nur schreiben
dass der Himmel hier blau ist
obwohl es seit einem Jahr regnet
und die Vögel sich bewegen
in lautesten Gesängen
nur ohne Luft
wegen…

Hinter verschlossenen Augen
liegt kein unbeschriebenes Papier
nur Händchenhaltend jetzt und hier
und alles was ihr draußen seht
ist Zeit, die niemals steht

Doch hier im Käfig
kann ich fliegend länger leben
wie an die Zeit den Sinn vergeben
und das alles wegen Regen
und noch mehr nur
wegen…

 

 

 

© Amy Herzog

kennen.

Ein starrer Blick
juckt salzig in den Fingern
vor den Toren meines Himmels
kannte ich den Regen nicht

Wie im Paradies
zuckt es rhythmisch Worte
wie eine neu erlerne Sprache
kannte ich die Tänze nicht

Bleiben kalte Füße
in den Fängen deiner Seele
nun das Hauptgericht des Tages
kannte ich die Sonne nicht

Sättigende Ewigkeit
so fliegend wie ein Luftballon
wandre ich von Mond zu Mond
als kannte ich die Liebe jetzt

 

 

 

© Amy Herzog

Mein Tanz

Ich lebe heute, tanze jetzt,
wo du dich nur durchs Leben hetzt,
wo kommst du an, wo willst du hin,
und worin findest du den Sinn?

Ach weißt du was, ist mir egal,
denn weißt du, auch du hast die Wahl,
komm sei bei mir, und tanze jetzt,
und ich versprech‘ dir, bis zuletzt.

Ich tanze heute bis zum Morgen,
leichtfüßig über Angst und Sorgen,
denn was auch immer gestern war,
der Tanz soll werden wunderbar.

 

 

© Amy Herzog

Wasser

Deine Augen sind wie Wasser
wie der Nebel um die Abendsonne tanzt
schweigend mit den Fischen schwimmt
und neben Freiheit neue Wege
reißend jeden Berg erklimmt

Deine Augen sind die Stürme
in der Mitte stellst du höchste Türme
noch viel weiter als der Horizont
ist mein Herz die wärmste Quelle
weil es sich unter deinem sonnt

Deine Augen sind die Klarheit
wie der Schnee im letzten Winter
sprühen Funken in die Weiten
und dann ist’s mir plötzlich
als könnt ich in die Ewigkeit gleiten

Deine Augen sind wie Wege
mit den Strömen, selbst gewählte
durch die Wüst‘ ein halbes Leben
mit der Macht zu Brot und Luft
dein Wasser noch zu geben

 

 

© Amy Herzog

Blatt…

Beneidest du den Baum
und jedes Blatt
wie es tanzt, Hand in Hand
fällt und schwebend
noch den Glanz des Regens hat

Geworfen in die Luft
bleibt ein lautes Lachen zurück
wie der Ruf zum Essen
fliegst du weiter
fliehst du schneller Richtung Glück

Den Weg kennt nur der Wind
lässt dich tragen
und während dir die Zeit vergeht
wie der Wind auch weiter weht
so stellst du keine Fragen

Nur der Baum trägt neue Blätter
folgen sie dir bald
und selbst im Leichtsinn
mit der Freiheit
wirst auch du noch alt

 

 

© Amy Herzog

Morgen..

ich bestehe aus Erinnerungen
doch damit kann ich nicht bestehen
kann mit ihnen nicht weiter gehen
wohin mich auch die Sehnsucht trägt

wie sie in meinem Körper sitzen
nur mein Herz will morgen schlagen
kann ich wohl über gestern klagen
doch nach morgen bringt’s mich nicht

gleich schon wird es dunkel werden
und mein Herz spricht allzu laut
es malt ein Bild woraus sich baut
mein Leben will ich hier und jetzt

 

© Amy Herzog

Symphonie

Von der Erde zum Licht
nur ein mal, ein mal spür‘ ich’s nicht
höre ich, nur höre ich
aus qualmenden Rädern gezählt
die Lieder hab ich ausgewält
aus hausgemachter Melancholie
das Glück, das Glück, das seh‘ ich nie
doch bleibt mir meine Symphonie
versickert auch das Licht
sowie ich noch zur Sonne Blick‘
der letzte Spiegel fällt – zerbricht
und Asche deckt mich zu

 

 

© Amy Herzog

Irgendwann..

Irgendwann hörst du nicht mehr zu
nicht mal mehr dem Wind
obwohl du ihn noch beneidest
wie die Worte um dich
schöner kreisen, Lächeln wecken
bis du dich in Masken kleidest

Irgendwann verstummt die Musik
und mit ihr auch der Blick
doch ihr Schweigen leert dich nicht
nur das fort und dennoch da
weil kein Wort vom Ander’n war
nur sie bleibt dein Licht

Irgendwann ist stark der Wind
und bläst die Kerze aus
so bist du einsam, willst du sinken
tief und tiefer in dich selbst
bleibt kein Atmen in der Stille
wirst du nur ertrinken

Irgendwann zerfällt dein Bett
nur farbenlos zu Staub
was wirst du tun, welch Blut zuletzt
ob Lächeln, Tränen, Liebe, Nichts
wo willst du sein, was wäre wenn
dein irgendwann sei jetzt

 

 

© Amy Herzog

Monster

Ich suche nach mir
wie bin ich verschwommen
halte mich an allem fest
an allen Monstern unterm Bett
wenn du mich doch nur gehen lässt
wie kann ich zu mir kommen

Verzweifelt bin ich
länger taub
und um mich sind sie alle laut
es zerrt mich rechts
dann leise noch von links
von oben niemand, nur von unten
bin ich im Meer von tausend
Monstern versunken

Ich suche mich
wie kann ich mich finden
gestreckte Hände bleiben kalt
der Winter kommt
im Sommer alt
bis sich das letzte Monster krallt
die Seele nur ins Nichts

 

 

© Amy Herzog

Keller ohne Farben

dreht ein buntes Karussell
immer weiter, immer schneller
denk‘ ich, wann nur wird es heller
plötzlich wie im falschen Film
in meinem kalten Bunkerkeller

kalt sind Zäune, kälter Wände
weiß und heller, dreht es schneller
halten mich denn keine Hände
fühl ich bloß noch eine Leere
in den Augen dieser Fremde

wände nähern, lachend starren
wart‘ ich nur auf’s laute Knallen
einsam in mein Grab gefallen
bin ich machtlos, stehe grade
schweigend flehe ich um Gnade

in dem Albtraum kein erwachen
oben hör ich’s leise lachen
würdigt mich nur keines Blickes
bin ich ärmer, bin ich leblos
welchen Nutzen, wenn so wertlos

liebe stechen, liebe lassen
lächelnd nirgends niederlassen
krallen tiefer, schneller drehen
auch die Sehnsucht in mir hassen
hör nur ich’s im Keller flehen

grab ist einsam, wie ich falle
selbstmitleid im Licht der Halle
leb ich noch, doch sterb‘ ich auch
was ich habe, was ich brauch‘
nur ein Keller ohne Farben

nur ein Grab, wie meine Flucht.

 

© Amy Herzog