Lyrik

Schlückchen Mut…

So viele Worte schrieb ich dir,
viel mehr als uns der Duden gab,
nur ein paar Worte schrieb ich nicht,
der Herrgott weiß woran es lag.

Der Wunsch nach diesen Worten bleibt,
doch finde ich sie bei uns nicht,
die Steine, die dort liegen noch,
versperren uns weiter die Sicht.

Vielleicht fehlt nur ein wenig Licht,
oder vielleicht ein Schlückchen Mut,
wir trinken einfach durch die Nacht,
der Rest wird von allein dann gut.

 

© Amy Herzog

’nur‘-Wort…

Die Worte fliegen durch den Raum,
und sie schreiben kein Nein auf die Uhr,
sie leben frei in ihrer eigenen Welt,
doch gibt es das Wort Namens ’nur‘.

Sie meiden auch dieses kleine Wort,
wenn wachsende Gefühle entstehen,
sie bauen sich darum die dickste Wand,
kein Windhauch könnte sie noch verwehen.

Doch bleibt ohne Worte nur das Nichts,
die Gefühle ersticken am ’nur‘-Wort,
das Ende ist stets zu schnell in Sicht,
an diesem kalten wortlosen Ort.

Nur die Träume begleiten bei Nacht,
und hoffen auf ein Gefühl ohne Wort,
zwei Herzen die schweigen in einem Raum,
ohne ’nur‘ weder hier und weder dort.

 

© Amy Herzog

Entfernter Traum..


Wenn der neue Tag anbricht,

Der Mond, er wird vertrieben,

Ist er doch mein einzig Licht,

Worin die Träume sicher liegen.

 

Die Träume, sie sind zu weit weg,

Der eine Wunsch zu schwach,

Der Wunsch, ein Traum wär nahe mir,

Doch lieg ich ohne dich wach.

 

Die Augen offen durch den Tag,

Das Herz ersehnt den Traum,

Nur dass du mir hier nahe bist,

Das glaubt die Sonne kaum.

 

 



© Amy Herzog

Sturmgebraus…

Durch die ruhige dunkle Nacht,
fällt sanft der kühle Regen,
Laternen spiegeln mir den Weg,
der Wind bläst mild entgegen.

Der Wind, er zieht an mir vorbei,
er singt noch viel zu leise,
mein Herz doch übertönt ihn noch,
und schickt ihn auf die Reise.

Aus meinem Herzen tönt es nun,
es schlägt im Sturmgebraus,
es hielt den Wirbelsturm zurück,
doch bricht er nun heraus.

Der Sturm, er wirbelt alles auf,
er raubt mir den Verstand,
begleitet durch die dunkle Nacht,
ein Licht, denn ein Gefühl entstand.

 

© Amy Herzog

Dein Herz…

Blicke auf die kalte Stadt,
so voll, und doch so leer,
ich suche dich und finde nicht,
ich, ich werd‘ zu schwer.

Schlage leise durch die Nacht,
und fließt das weinend Blut,
geheime Sehnsucht flüstert nur,
ertrinkt in Trauerflut.

Flüster ich durch Wind und Stein,
die Hoffnung und den Kampf,
ich, das kleine Herzchen hier,
vergeht nicht mit dem Dampf.

Ich schlage lauter nur für dich,
dass du mich findest hier,
weinend schreit die Sehnsucht bis,
du bist, dein Herz, bei mir.

 

© Amy Herzog

Die Augen…

Die Augen können nicht mehr lachen,
ich seh‘ die Sonne nicht aufgehen,
wie im Meer aus tausend Fragen,
werde ich in der Nacht vergehen.

Die Augen können nicht mehr fühlen,
meine Seele wohnt dahinter nicht,
durch kalten Winter schweigend nur,
seh‘ ich am Ende nicht das Licht.

Die Augen spüren keine Wärme,
du, mein Licht, du bist nicht hier,
beinahe hätte ich gespürt,
wie aus Kälte wird ein wir.

Die Augen können nur noch schreien,
ich schreib es durch die Worte blind,
die deine Sprache sprechend nicht,
ein Schweigen weht zum Schluss im Wind.

 

© Amy Herzog

Mein Ozean…

Und ich blicke in dein Herz,
es funkelt blau und grün so klar,
dein warmer ruhiger Ozean,
ich fühle mich dir gerne nah.

Ich lege mich in deinen Arm,
du bist mein Schiff auf hoher See,
die Wellen schlagen höher nun,
doch ich vertrau, es tut nicht weh.

Du schwimmst mit mir zu weit hinaus,
und sagst mir nur, es wird schon gut,
dein Herz, es reißt mich tief hinein,
ich fürchte mich doch vor der Flut.

Ich hoffe, du mein Schiff bist stark,
und bringst mich trocken wieder Heim,
dein Ozean, so groß doch fremd,
ich wollte dir nur nahe sein.

 

© Amy Herzog

Vertrauen…

Ein wenig Fluss den Berg hinab,
der Weg, er scheint zu weit,
doch ist der Traum viel näher als,
das Ende unserer Zeit.

Am Wegrand duftet es nach grün,
im Gras, dort liegt der Mut,
pflücken wir so viel wir brauchen,
der Rest, er wird schon gut.

Wir geben unsere Herzen frei,
so unhandlich sie sind,
vertrauen wir dem Schicksal mit,
dem Glück vom tragend Wind.

 

© Amy Herzog

kalte Wand…

An hohen, dicken, kalten Wänden,
kratzen verstaubte Knochen,
ich kämpfe, leide, weine, doch –
mein Herz ist schon zerbrochen.

Du hängst an meinem Herzen fest,
doch bist längst abgefallen,
der Wunsch, der alle Hoffung trägt,
er kämpft nicht mit den Krallen.

Könnte ich dich einmal greifen,
im Rauch der kalten Zeit,
doch wird sie nie erfroren sein,
der Weg, er ist zu weit.

So bleibst du mir so wie du fehlst,
stehst hinter schwarzer Wand,
und trage ich mein Herz nun fort,
schreite an meinen Rand.

Du fällst in eine Ewigkeit,
in rauchlose Erinnerung,
Hand und Kopf verbleiben leer,
mein Herz weint um Verzeihung.

Das Kratzen hier nun leiser wird,
die Tränen bleiben fort,
der Winter deckt mich sanft noch zu,
mit meinem letzten Wort.

 

© Amy Herzog

Ich suche…

Ich suche noch in meinem Traum,
den Weg aus kalter Einsamkeit,
wo Steine keine Mauern bilden,
und Herzen lieben Zweisamkeit.

Ich suche noch in meinem Traum,
nach deinem Band, wohin es führt,
durch deine Haut, hinein ins Herz,
wo meine Seele wird verführt.

Ich suche noch in meinem Traum,
die Sicherheit in deinem Arm,
den Ort der schönen Wirklichkeit,
in welcher es für uns ist warm.

 

© Amy Herzog

Ohne dich…

Ich trenne mich von meinem Geist,
und reise weiter ohne mich,
lebe in Freiheit ohne Grenzen,
und verlasse dann auch dich.

Ich nehme nichts was wichtig ist,
und lasse Altes nur zurück,
all das zieht mich in die Tiefe,
wo ich finde nicht das Glück.

Ich suche weiter ohne Geist,
und finde irgendwann auch mich,
und alles was mal wichtig war,
das finde ich nur ohne dich.

 

© Amy Herzog

Gebrochenes Herz. 


‚Mein Herz, es kann nicht länger leiden‘,

Zerbrochen weint ein Herz das so,

Doch dann beschleicht ein warmer Wind,

Und zeigt, das Leid ist anderswo.

 

Doch zieht das Leid den Endloskreis,

Noch war es fort, schon wieder dort,

Das Herz wird dabei endlos brechen,

Denn ein Stück Erde fehlt am Ort.

 

Das Herz, das Fass ohne den Boden,

Ich sehe, wie es Flüsse weint,

Doch wenn die Liebe kommt und bleibt,

Ist Leid viel kleiner als es scheint.

 

 



© Amy Herzog

Zimmer…


Und wird es uns einmal zu kalt,

Die Sicht dort draußen viel zu klar,

Wir nicht mehr sehen, wer wir sind,

Und nur noch das, was gestern war.

 

Dann suchen wir ein warmes Zimmer,

Wo wir uns immer wieder finden,

Die Kälte, sie wird draußen sein,

Während wir uns an Träume binden.

 

Und wird es uns hier drin zu heiß,

Dann ist das hier kein ’nur für immer‘,

Es ist ein Traum, ein Zufluchtsort,

Nur unser kleines warmes Zimmer.





© Amy Herzog

In die Wirklichkeit…

Die Wellen schlagen meterhoch,
so steige ich von meinem Schiff,
an Land erbaut auf Wirklichkeit,
hat das Reale mich im Griff.

All meine Träume sinken ab,
ich lasse sie im Meer zurück,
und hoffe, dass am Grunde liegt,
ein wenig Staub aus purem Glück.

Nur einen Tropfen nehme ich,
behalte ihn in meinem Herz,
er schreit allein wohl umso lauter,
weit wie das Meer ist dieser Schmerz.

Der Traum, er weint mir hinterher,
doch wenn er weiter Leben sucht,
so komm mit in die Wirklichkeit,
und hör nicht, wenn das Meer dich ruft.

 

 

© Amy Herzog

Ehrliche falsche Worte… 


Mein Wort kann dir alles schenken,

Es baut sich selbst die Brücke,

Schleicht wärmstens über Berg und Tal,

Verschließt die kleinste Lücke.

 

Es kann dir beinah alles zeigen,

Denn es ist stets ehrlich gemeint,

Zuweilen hilft es gegen Schmerz,

Wenn dein Herz einmal Tränen weint.

 

Doch eines kann mein Wort noch nicht,

Und ich weiß auch nicht wann,

Was sollt ich dir nun weiter schreiben,

Wenn kein Wort mein Gefühl sagen kann?

 

Mein Herz weint leise kleine Tränen,

Verborgen hinter falschem Wort,

Irgendwann wird es erklingen,

Zur rechten Zeit am rechten Ort..

 

 


© Amy Herzog

Lange Nacht…


Die Nacht, sie dauerte viel zu lang,

doch fündig wurde ich hier nicht,

fand weder dich noch mich im Zimmer,

kein einzig hell erleuchtetes Licht.

 

Gedanken, Wünsche und auch Träume,

verstarben mir in dieser Nacht,

sie war wohl lang, doch noch zu kurz,

die Sonne nun über mich lacht.

 

Ich hoffe auf die nächste Nacht,

sie soll mir den Weg weisen,

soll mich in deine Arme führen,

wo wir gemeinsam reisen.



© Amy Herzog

Glück vom Traum…

 

Mein Traum starb in den Armen der Nacht,

Und ließ mich in der Wirklichkeit zurück,

Er umarmte mich noch kurz doch sanft,

Und entschwand mit seinem reinen Glück.




© Amy Herzog

Lebenszeit…


 

Was ist schon Leben und was ist die Zeit,

Wenn das Grün uns viel zu weit fern liegt,

Wenn die schreiende Sehnsucht hier auf der Welt,

Für unsere Herzen noch zu schwer wiegt.

 

Wo sind denn hier nur unsere Träume,

Sie sind viel zu weit weg in den Sternen,

Sag, was muss passieren, damit wir ihnen nah sind,

Sag, müssen wir zwei zuerst sterben.

 

Als sei unsere Lebenszeit ewiges warten,

Und irgendwann kommen wir oben an,

Irgendwann werden die Wolken uns tragen,

In die Sterne, wo der Traum im Garten begann.

 

Und wenn unsere Lebenszeit aufgebraucht ist,

Dann zeigt sich uns der geheime Garten,

Der Garten, der nicht existiert auf der Welt,

Darauf müssen wir dann nicht mehr warten.

 



© Amy Herzog

Licht aus…

Warum versuche ich den Tag festzuhalten,
hier sind wir nur eine kleine Karikatur,
nur unsichtbare Reisende durch die Gedanken,
sind machtlos gegen die tickende Uhr.

Doch irgendwie habe ich wieder versucht,
viel zu spät habe ich wieder kapiert,
dass die träumende Leichtigkeit an jedem Tag,
mit der Sonne in Wirklichkeit stets kollidiert.

Der Nacht habe ich beim sterben zugesehen,
und das Licht tut mir in den Augen weh,
ich rauche einfach die letzte Zigarette,
damit ich die Sonne nur durch Rauch seh.

Mache für uns doch kurz das Licht aus,
lass die Nacht nur ein paar Minuten leben,
lass uns den Moment in Träumen verweilen,
vielleicht kann ich mit ihnen davon schweben.

 

© Amy Herzog

Wunschdenken…


Die größten Wünsche in den Sternen,

Können keine Berge versetzen,

Und wenn sie in der Sehnsucht baden,

Können sie sich schwer verletzen.

 

Sie können die Gedanken teilen,

Und manchmal kommen sie auch an,

Sie können kurz darin verweilen,

Erinnern sich dann doch daran:

 

Nichtmal größte Wunschgedanken,

Kann den Wind gezielter lenken,

All die Steine im Wasser versenken,

Denn es bleibt nur ein Wunschdenken…

 





© Amy Herzog

Wortlos…

Die Worte, die am Tage fliegen,
sie fehlen mir in jeder Nacht,
doch viel mehr fehlt in jeder Stund,
das was noch nie zu Wort gebracht.

Ich hülle mich im weichen Weiß,
Papier, aus lautem Schweigen,
und alles was dort wortlos bleibt,
verklingt in lauten Geigen.

Solange du hier existierst,
bleibt diese Sehnsucht mein,
und habe ich genügend Papier,
bin ich nie wieder allein.

 

© Amy Herzog

Wunschbrunnen…

Ich schaue hoch und frage mich,
wo kommen wir eigentlich her,
doch die Sterne schweigen und meinen es so,
als suchte ich nichts im weiten Meer.

Also gehe ich los auf die Reise,
und komme vorbei an dem Brunnen,
es ist schwarz und glitzert wie Wunschzauberei,
als hätte mein Traum dort begonnen.

Ich werfe eine Münze, doch nichts passiert,
also lasse ich mich hinein fallen,
ich dachte, wenn es wirklich mein Traum ist,
dann wird es mir dort gefallen.

Und ich fliege durch Luft und Liebe,
als hätte ich nur das gebraucht,
doch ich sehe, hier unten wartest du nicht,
und mein Leben ist aufgebraucht.

 

© Amy Herzog

Fahrtwind…

Was tief in meiner Seele ruht,
das bleibt auch dort verborgen,
mein Schweigen lässt es länger leben,
und stets in Wärme geborgen.

Zuweilen nährt es sich am Herz,
doch bleibt der Traum mein Traum,
ich spüre ihn noch durch den Schmerz,
grenzenlos in Zeit und Raum.

Selten wagt mein Mund zu sagen,
was tief die Seele spürt,
und wenn das Glück nach Hause kommt,
mich all das zu dir führt.

Und fahre ich dir immer näher,
dann wage ich doch nicht zu sagen,
nur das Gefühl, was so tief ruht,
ist im Fahrtwind leichter zu tragen.

 

© Amy Herzog

Wichtigkeit…

Wenn Liebe tief im Herzen schreit,
die Sehnsucht schon nach Sternen greift,
die Lippen nach dem Kuss sich sehnen,
und Schultern sich an Wärme lehnen.

Wenn Worte aus der Seele schreiben,
die Herzen zu getrennt nur leiden,
verliert die Logik ihren Sinn,
denn Liebe ist nur ein Gewinn.

Verloren ist in Raum und Zeit,
am Boden liegt die Einsamkeit,
die Geschichte bleibt zurück,
heraus kommt dann das große Glück.

Es gibt nur dieses eine Leben,
zu zweit umschifft ein jedes Beben,
was war ist schlicht Vergangenheit,
verliert im Jetzt die Wichtigkeit.

 

© Amy Herzog

Vermissen…

Sie lag so sanft in meinem Ohr,
und drang tief in die Seele ein,
bestückt mit Liebe und noch mehr,
fühlte ich mich nicht mehr allein.

Sie nahm mein Herz in ihre Macht,
und sprang als Lächeln stets heraus,
die Menschen fragten sich nur: Hä?
Doch bautest du das warme Haus.

Sie war ein mal die ganze Hoffnung,
ließ mich aber im Schweigen zurück,
behalten hab ich die Verzweiflung,
und auch das Herz zerbrach ein Stück.

Sie fehlt mir nun zu jeder Zeit,
bei Sonne, Mond, an jedem Ort,
verliebte Tränen regnen hier,
und warten auf ein kleines Wort.

Ein Wort, das sich im Ohr verirrt,
und sich ganz sanft im Herzen wiegt,
die Stimme, die in mir erklingt,
und sich an meine Seele schmiegt.

 

© Amy Herzog

Zu spät…

Zur falschen Zeit, mitten im Herbst,
verschlug es mich zum falschen Ort,
nun frag ich mich, wieso, weshalb,
war ich nicht schon viel früher dort.

Hab ich die Jahre wohl verpasst,
und ließ den Sommer lange leiden,
nun kann ich mich darüber ärgern,
oder sogar in Tränen kleiden.

Doch was nützt das alles schon,
wo mich der Wind nun richtig trägt,
wo ich nun bin, da bin ich nun,
traurig, nur leider viel zu spät.

 

© Amy Herzog

Auf hoher See…

Ich summe für uns ein Lied im Wind,
sag, kannst du es in der Seele fühlen,
wir sind uns nahe bei den Sternen,
wie sie dort oben nur für uns glühen.

Wir treffen uns bei Nacht auf See,
spürst du, unsere Seelen sind verbunden,
du baust ein Schiff aus Unendlichkeit,
und wir drehen damit die Lebensrunden.

Hier strahlen deine Augen nach Liebe,
so weit und unendlich wie das Meer,
wir verlassen die Zeit und die Realität,
all die Sorgen begleiten uns nicht mehr.

Auf unserem Schiff sind wir allein,
nur das Summen liegt noch im Stern,
wie lang wird uns das Schiff nun tragen,
wie lang bleiben wir uns nicht fern.

Die Wellen des Meeres, sie schlagen,
als ob es unser Geheimnis nun kennt,
nur im Traume können wir schwimmen,
doch genießen wir hier jeden Moment.

 

© Amy Herzog

Brief ohne Empfänger…

Jetzt sitze ich hier mit einem Stück Papier,
und schreibe dir meine Worte darauf,
ich blicke noch einmal kurz in die Sterne,
und schicke sie dir sogleich hinauf.

Da flackert hinter mir noch meine Kerze,
und mir wird mit einem Schrecken bewusst,
so viele Worte hab ich dir niemals gesagt,
ich hab’s leider nicht eher gewusst.

Doch zu den Sternen geht nie ein Bote,
meine Worte kommen bei dir nicht mehr an,
und jetzt sitze ich hier mit meinem Papier,
und den Worten, die ich dir nicht sagen kann.

 

© Amy Herzog

Von der ängstlichen Maus…

Du sagtest mal, du hättest Angst,
doch ist es da, wie mit der Maus,
die Maus, die so viel kleiner ist,
zieht noch viel größere Angst heraus.

Und hat die Maus so große Angst,
so hat sie doch ein großes Herz,
das Herz, das du gebrochen hast,
und liegen ließt in seinem Schmerz.

Wolltest du der Maus nichts böses,
und hast es ihr doch angetan,
wolltest Rache für dein Herzchen,
und hast der Maus so weh getan.

Nun siehst du hier, die kleine Maus,
die Angst doch hier viel größer ist,
und seis drum, ihr Herz ist groß,
so groß, dass sie dich doch vermisst.

 

© Amy Herzog

Nur wir.

Wir sitzen hier in deiner Wohnung,
und neben uns steht ein Klavier,
ich spiele dir noch ein paar Lieder,
dann trinken wir bis Abends Bier.

Draußen rauschen noch die Autos,
doch wird es Nachts allein bei dir,
in Gedanken entflammen die Kerzen,
hier sind wir nur, hier sind wir nur wir.

Ein Blick hier, und ein Wort dort,
wo nur das ist, was zu uns gehört,
mit kribbelndem Bauch in Sicherheit,
ist nichts mehr hier, was uns noch stört.

Sinnlich duftet es hier nach Verbot,
wir atmen und lieben uns über Stunden,
verdecken einen Moment lang die Herzen,
und die darin so tiefen Wunden.

Keinem werden wir etwas verraten,
wo wir in Luft und Liebe war’n,
wir laben uns an unserem Traum,
und unsere Seelen lachen so warm.

Und wird es uns des Nachts zu heiß,
so machen wie die Fenster auf,
und ist es dann zu schmutzig und laut,
nimmt unser Lied so seinen Lauf.

So schnell wie es begonnen hat,
muss ich zum Morgen wieder Heim,
doch nehme ich das Gefühl mit,
wir zwei sind nie wieder allein.

 

© Amy Herzog

Zum Hafen…


Ich möchte meinem Herzen folgen,

Denn es weiß, was Wahrheit ist,

Nur allein mein Herz hat Klarheit,

Was die Seele so vermisst.

 

Zu selten bin ich ihm gefolgt,

Doch ist es nie zu spät dafür,

Was mit ganzer Seele begehrt,

Dort öffnet mir mein Herz die Tür.

 

Das Herz kennt nur die eine Antwort,

Ohne Gesetz und ohne Regeln,

Es sieht das Glück, wo Augen blind,

Und wird mit mir zum Hafen segeln.




© Amy Herzog

Geheime Träume…

Draußen wird es langsam dunkel,
der Mond bald hoch am Himmel steht,
der Winter bringt die kühle Nacht,
der Wind durch unser Haar kurz weht.

Wir blicken zu den Sternen auf,
der Traum fließt in die Herzen rein,
und liegen in getrennten Betten,
doch fühlen uns nicht mehr allein.

Die Stunden zieh’n an uns vorbei,
und heller scheint der Mondenschein,
von was wir nun beginn‘ zu Träum‘,
das bleibt im Herzen nur geheim.

 

© Amy Herzog

Von der kleinen Blume…

Am Wegesrand zwischen dem Gras,
da war ich einmal viel zu klein,
konnt übers Gras hinweg nicht schauen,
und war zudem auch noch allein.

Ich trank die Sonne und den Regen,
und war im Grün in Sicherheit,
dann kamst du und pflücktest mich,
und nahmst mir diese Einsamkeit.

Du stelltest mich in ein Glas Wasser,
beschützt im Fenster konnt ich blühn,
nun sah ich strahlend über Häuser,
doch sah ich auch kein einzig Grün.

Das Wasser wurde bald schon trübe,
mein Kopf sich welk zum Boden neigt,
du schaust mich längst schon nicht mehr an,
um mich herum nur alles schweigt.

Ich wünscht du hättst mich nie gepflückt,
denn ich war wohl ein wenig klein,
doch zwischen Regen und dem Grün,
war ich, wie hier, nicht so allein.

Nun sterbe ich und niemand sieht,
du kamst nur heute früh nach Haus,
kamst plötzlich unsanft auf mich zu,
und warfst mich mit dem Müll hinaus..

 

© Amy Herzog

Nur ein Traum…

In meinem Traum sitze ich allein,
in meiner Wohnung, es ist kalt,
und hinter mir hängt noch ein Bild,
von dir, doch es ist längst alt.

Über mir schwebt eine Wolke,
aus weißem Rauch, voll traurig sein,
sie ist viel größer, als ich dachte,
und ich sammle Worte dazu ein.

Ich schreibe dir, dass du mir fehlst,
obwohl ich vorhin noch lachte,
doch die Worte sind mir nicht geheuer,
die Liebe ist größer, als ich dachte.

Doch hier bin ich in meinem Traum,
und werfe die Worte in den Kamin,
sie verbrennen heimlich und leise,
nun sind sie kleiner, als es schien.

All das hier, das weiß nur ich,
und wenn ich später dann erwache,
dann wünsche ich dir guten Morgen,
und zeige dir, dass ich nun lache.

 

© Amy Herzog

Seelenlieder…

Wenn unsere Lippen sich berühren,
das Herz, es pocht und springt,
wir atmen Glück und Liebe ein,
ein Vöglein Liebeslieder singt.

Es ruht in mir der kleine Wunsch,
der Kuss nach Wärme schmeckt,
und wenn ich meine Augen schließe,
die Sehnsucht mehr und mehr erweckt.

Der Herzschlag durch die Luft vibriert,
die Mauern stürzen nieder,
ein Kuss, der alle Türen öffnet,
wir hören Seelenlieder.

 

© Amy Herzog

Im Schloss…

Ich bin im großen Schloss gefangen,
das ich einst erbauen musste,
trinkend die Tränen aus den Wänden,
weil ich es nicht besser wusste.

Nur das Schloss wird immer größer,
weit’re Tränen dringen herein,
er ließ mich darin weiter wachsen,
und ließ mich dann darin allein.

Es poltert, kracht, die Steine fallen,
du klopfst an das schwere Tor,
doch ich bin weiter sicher gefangen,
ich trinke allein, und du davor.

 

© Amy Herzog

Tote Liebe…


Das Herz, es war und verbleibt kalt,

Die Liebe darin ist schon längst alt,

Ein Wunsch, der zwar noch Pinsel hat,

Doch Farben nutzt, vertrocknet matt.

 

Wer könnte hier noch Wasser reichen,

Nicht mehr vom kalten Herzen weichen,

Die Farbe wieder zum strahlen bringen,

Auf Bildern träumend Lieder singen.

 

Die Stimmen, sie erklingen nicht mehr,

Vielleicht wird aus der Pfütze Meer,

Das Herz läge darin kochend warm,

In Farben die nur einst trocken war’n.

 

Doch wagt ein niemand sich auf Eis,

Die Farben bleiben schwarz und weiß,

Das Herz, es liegt im Trockenen rot,

Die Liebe ist inzwischen tot.

© Amy Herzog

Kleine Tänzerin…

Ich bin eine kleine Tänzerin,
und tanze durch den Raum,
geschmückt mit Perlen und Pailletten,
glitzert so bunt mein Traum.

Zuweilen führt mich die Musik,
durch Räume, die Schleifen gedreht,
und lande auf dem harten Boden,
der steinig kalten Realität.

So tanze ich mal hin mal her,
mit einem Lächeln im Gesicht,
und zwischendurch, da tanze ich,
über all das ein Gedicht.

Ich frage mich so Wort um Wort,
wann wird die Realität zum Traum,
Magie und Zauber in jedem Tanz,
noch glitzert der Boden kaum.

 

© Amy Herzog

Lügen…

Vor dem Träumen denke ich,
heute darfst du nicht lügen,
doch kann dieser Gedanke nur,
mich jede Nacht neu trügen.

Denn wenn der Himmel wartet auf,
den sanften Kuss vom Mond,
dann sehe ich in jedem Stern,
dass du in meinem Herzen wohnst.

Und vor dem letzten Wimpernschlag,
sag ich, und niemand kann hören,
du fehlst mir nicht, zu keiner Zeit,
so beginnt und endet das Lügen.

 

© Amy Herzog

Alles endet…

Wir können einfach alles sein,
vom Gutmensch, bis zum zu viel Wein,
ganz offen durch die Stunden tanzen,
uns im Schwarz und Weiß verschanzen.

Ein Jeder kann durch Tage fallen,
wo Hilfeschreie nur leise hallen,
vorwärts, rückwärts, seitwärts gehen,
irgendwann bleiben wir einfach stehen.

Wir können alle Fehler machen,
und hinterher gemeinsam lachen,
sie werden später richtig sein,
das alte Leben bleibt nur klein.

So mache töten, kriegen, lieben,
auch wenn wir nur das Leben besiegen,
jeder Tag kann das Leben verändern,
wir tanzen gemeinsam auf erbauten rändern.

Denn alles endet irgendwann,
wir bleiben mit dem Herzen dran,
tragen das für uns schönste Gesicht,
denn alles endet, nur nicht das Gedicht.

 

© Amy Herzog

Leeres Blatt…

Es wartet nicht auf meine Worte,
mein unbeschriebenes Papier,
vergebens füllen sie kurz die Leere,
die weiter herrscht im Jetzt und Hier.

Papier und Worte schweigen sich an,
aus Tinte formen sich Lügen,
verwelkte Träume beschreiben mir,
wie Worte mich selbst betrügen.

Das leere Blatt zeigt die Wahrheit,
so weiß und rein wie Schnee,
und ohne Tinte schreibt es mir,
in Schönschrift, etwas tut weh.

Das Blatt, so ohne jedes Wort,
es weint und schreit so laut,
das was dem Herzen so sehr fehlt,
wonach kein Wort je schaut.

So lasse ich die Tinte trocknen,
und mein Papier bleibt leer,
wie ein Spiegel blickt es zu mir,
mit Tränen, so weit wie das Meer.

 

© Amy Herzog