Warm und weich
Verführerisches flüstern
Gar engelsgleich
Zart und rein
Lockt mich an
Der einsame Teich
Streichelt sanft
Umhüllt in Schutz
Zeit vergeht, und ich
Ich bleib darin gefangen
Und ewig ungenutzt
Warm und weich
Verführerisches flüstern
Gar engelsgleich
Zart und rein
Lockt mich an
Der einsame Teich
Streichelt sanft
Umhüllt in Schutz
Zeit vergeht, und ich
Ich bleib darin gefangen
Und ewig ungenutzt
Nähre dein gebrochenes Herz
zersprenge es, lasse es blutend
am Boden verrotten – beinahe
heile dich, nähre mich an dir
an deinem blutenden Herzen
blicke leidend auf dich hinab
und lasse dich am Ende
in einer dunklen Gosse
vor Schmerzen
krümmen
© Amy Herzog
Zu viel Wein im Zungenkuss
Zu viel Liebe, Leben, Luft
Alles dreht im Karussell
Reißt du mich in deine Gruft?
Nein, am Ende aufgewacht
In deinen Armen, in deinem Bett
Wohl behütet herzberauscht
© Amy Herzog
wortlos geboren
in bittersüßer
melancholie
kann nach dem ende
den anfang sehen
in lebenssymphonie
die musik bleibt
der mund schreit-
still, rennt davon
das recht zu sprechen
bleibt verloren
nur in gedanken
kann ich um verzeihung
bitten…schweigen
© Amy Herzog
sehnsucht
im kopf
wagt mein mund
nie zu denken
würde nie
am bahnhof stehen
und den zug
in deine richtung
wählen…
© Amy Herzog
Finde mich doch
Wo ich mich selbst nie gefunden hab
Bin doch nur das kleine Mädchen
Das die große Liebe sucht
Die Liebe zu sehr hasst
Wir sind passiert
Es ist mehr als nur Phantasie
Denn in meiner Phantasie
Bist du am Ende doch nur ne
Fühllose Photographie
Depressionen sind stark
Ich kann sie nicht tragen
Doch sie steh’n mir so gut
Renne schneller ohne zu rennen
In ne dreckige Bar
Da bin ich gut genug
Ficken unterm Tisch
Berauschte saufen darauf
Den Rest Whiskey kippen wir einfach
Auf unseren Erinnerungsschmutz
Da verbleibt er im Schutz
Der schwarze Treibsand
Zieht mich schon nach unten
Zieht mich weit weg von dir
Wir illusionieren nur im Himmel
Nur auf meiner Photographie
Fühle mich tot, das Brennen fällt
Sehe den Rauch, schwarz, sammelt
Ruß an den Wänden, verdeckt unseren Schmutz
Nur das Blut kann ich noch sehen
Unser Dreck bleibt nicht kleben
Nur das Licht kann ich sehen
Und es brennt!
© Amy Herzog
Haut fällt ab wie Rost
Schwer im Wind vergeht die Zeit
Tränen bleiben ewig verborgen
Hinter glänzenden Schatten
Sie reist…
Die Welt dreht
Ich muss schweben
Worte hallen hindurch
Fließen wortlos aus mir heraus
Nur diese bleiben, gebären
Wieder und wieder in meinem Kopf
Sie wachsen, gedeihen
Stehen über großen Reihen
Über Wolken, Vögeln, Greisen
Nur ich bin, regungslos – ohne dich
In kühler Rast
Hallen diese Worte
Immer wieder durch mich hindurch
Fremde Menschen reißen mich
Ich, ich sehe sie nicht
Höre nicht, höre nur mich
In meiner langen Rast
Spricht es immer wieder
Leiser werden alle Lieder
Fällt nur der kühle Rost
In Worten – mit mir
I’m sorry for your lost…
© Amy Herzog
Schwimm‘ im Meer
aus Salz und Lust,
doch lieg‘ ich ruhig!
Trinke mehr aus Zeit und Äther
in Wein und tanzend warmen Fischen,
Perlen reizen meine Sinne,
höher schweben mit dem Wind!
Die Brise soll mein Feuer löschen..
© Amy Herzog
Sind wir blaues Eis
Kalt und grauer Stein
Schlagen wir zusammen
Versinken im warmen Wein
Zartes rot erhitzt
Lodern wir in unserer Lust
Verschmelzen im Feuer
Löschen unseren Durst
Einen kleinen Moment
Der sinnlichen Liebe verfallen
Sind wir nicht mehr hier
Wir sind vergessen
Sprudeln wir über
Bevor wir wieder erkalten
Als Feuerwerk brennend
Zu Steinen verwandelt
Bleiben wir kalt
Erinnerungen leuchten
An die feurige liebe
In kalten Herzen
© Amy Herzog
ich bin
ein hauch
auf langem seil
fall tief ins nichts
im grauen qualm
ich war mal hier
mal war ich da
doch ist die welt
längst unsichtbar
© Amy Herzog
ich bin ein relikt
defekt, einfach unperfekt
gehöre nicht länger hier her
als kleines wolkenschwarz
kann ich nicht mehr
oder doch?
kann ich noch schweben
unsichtbar die welt von oben sehen
regenbögen finden – hinunterrutschen
und selbst als kleines relikt
meinen wert zu erkennen
versuchen
werde einfach gehen
durch strömenden regen
(auf gut glück)
seufzend lächeln, rennend
meine farbe annehmen
und abschied nehmen
© Amy Herzog
Falle in eine tiefe Schlucht
wo meine Seele ganz zerbricht
schwimme im Meer aus Traurigkeit
und lebe die innere Zerrissenheit
Gedämpft sind meine lauten Schreie
steigt nur der Spiegel weil ich weine
versinke im Meer und meinen Tränen
könnt ich doch nur davon noch laufen
Schlagen die Wellen in aller Stille
wars am Ende doch mein eigener Wille
zu schwimmen hier in der Einsamkeit
zu fühlen nur noch bitt’re Traurigkeit
Bleibt mir die Liebe ein Fremdwort
reißt die Unwissenheit mich hier fort
verschlungen im Meer von Dunkelheit
das Leidensende ist nicht mehr weit
© Amy Herzog
Fern, im kühlen Raum
Seh ich dich, ersehnten Traum
Tief in mir ist es geschehen
Kann ich in dir liebe sehen
Und in meinem Herzen
Brennen durch dich warme Kerzen
Sehe Geigen, rieche Flieder
Sanft spielen deine Lieder
Deine braunen Augen
Kann ich ihren Mächten glauben
Rauben Leben, saugen Freude
Schenken sie mir dennoch Wärme
Melancholie wärmt mir das Herz
Durchzieht mich dein so kalter Schmerz
Dein kurzer Blick durch meine Glieder
Tränend zwingst du fern mich nieder
Kann ich mich dir nicht entziehen
Lässt du mich dich zu sehr spüren
War es nur dein kurzer Blick
Gabst du mir Wärme, Leben
In diesem kurzen Augenblick
Könnt ich doch nur größer sein
Heller scheinen, lauter schrein
Dann wär ich deiner Liebe nah
Bist du nun einfach (nicht mehr) da
© Amy Herzog
Graue Tränen
Trocknen einsam
Dort wo Regen wartet
Grüne Weidefelder reiben
Kreischen laute Angst
Im stillen Sehnsuchtsleiden
Wein aus meiner Seele
Saufen meine Masken weiter
In diesem dunklen See
Du, du und deine Tür
Verschlossen.
Du, du tust mir weh
Zu.
© Amy Herzog
*
Es geht und geht nicht weg
Doch der Augenblick vernichtet
Verbleibende Gedanken drehen sich
Zu schnell, im Kreis – um dich
*
Reißt sich tiefer durch meine Seele
Schmerzen hast du hinterlassen
Ich, ich kann mich nicht mehr fangen
Und breche innerlich zusammen
*
Du, dein bitterkaltes Wesen
Hast mich so fest in deinen Fängen
Das du ein warmes Herz hättest
(das wünsche ich…)
Und mich vor deiner Kälte rettest
*
© Amy Herzog
*
Tief im Herzen getrieben
Von schwerer Melancholie
Steht ihr die Verletzlichkeit
Ins blasse Gesicht geschrieben
Aber ihre Seele ist zäh!
Selbst wenn blaue Augen weinen
Lässt sie sich nicht vergraben
Trotz dieser bittersüßen geliebten
Doch so schweren Melancholie
*
Amy Herzog
In Zukunft will ich die Welt bereisen
wie Könige und Arme speisen
bis zum Mond nach Sternen greifen
in Spanien mit Quallen singen
Will ich Berge hoch erklimmen
kreuz und quer durch Meere schwimmen
in Zukunft will ich das und mehr
wünsch‘ ich’s mir wohl nur allzu sehr
Doch könnt ich einfach schlafen gehen
durchs Leben einfach träumend schweben
mich in weichen Betten schmiegen
oder auf dem Sofa lümmeln
Im Traum da wär‘ ich federleicht
wo Zeit und Raum auf ewig reicht
für immer nur in Armen liegen
würden Zeiten einfach ohne uns vergehen
Doch bin ich hier
und weder dort, noch bin ich da
im irgendwas wo niemand war
dazwischen hier im Ungewiss
mich etwas aus der Zukunft riss
Und mich hier nicht mehr träumen lässt
mich nicht mal leben lässt den Rest
als wartete ich auf den Bus
der aber niemals kommen muss
© Amy Herzog
Ich bin,
ich weiß nicht,
nichts.
Verloren
in allem,
vor allem
im Nichts.
Zeichne schwarze Striche auf mein Blatt
und wird daraus auch nichts.
Schreibe Worte aus dem Herzen,
doch auch sie verenden ratlos in Schmerzen.
Tickt mich leise an, die Melancholie,
nicht die meine, nein sie kommt von Dir.
Bin ich kein Ich, ohne Dich? Sind wir
nur zusammen ein Ich?
Ich bin,
ich weiß es,
Nichts.
Verloren
sitze fest
im Nichts,
im Rest.
Schimmert Sonne durch den Vorhang,
doch dein Leben hat dahinter Vorrang.
Renne durch die Stadt und suche,
finde keine Sonne, keine Menschen,
ich bin im Nichts, ich fluche.
Suche weiter durch die Meere,
schwimme, lebe, lauter, schweigen,
höre ich nur meine Geigen,
ist das alles ’nur‘ (im schweigen).
Ich bin,
ich weiß nicht,
nicht im
Nichts.
Nur mitten
in der Sonne,
im schwarzen
Lichts.
Im Meer schwimme ich, mehr von Menschen,
rennen, jagen, sagen, laute Schreie, laute Worte,
doch höre ich nichts. Nur die kleinen Laute,
kleiner Menschen rasen durch mich durch,
durchs Nichts.
Sehe ich die anderen nicht,
sind auch sie, wie ich, im Nichts?
Sehe ich nur dich, spüre dich,
ersehne dich.
Ich bin,
ich schreie,
laute Worte,
nichts.
Bist auch du dahinten fort?
Einfach nur im Nichts?
Komm doch einfach rüber, ich, das Nichts,
kann nicht schlimmer sein mein Ort.
Schwimmen, tanzen, singen, wagen,
ist das alles wertlos, nichts?
Ich ertrinke hier im Nichts,
kann ich auch nicht sagen,
trinken nur den Wein.
Einfach sein.
Warten.
Ich bin,
ich.
Nichts.
Nur ich.
© Amy Herzog
in den netzen deiner blicke
bin ich wie von dir gefangen
geborgen wohl in deinen armen
lasse ich mich langsam fallen
sehe ich in braunen augen
nur scheinende unendlichkeit
doch lasse mich nur weiter fangen
vergesse einfach alle zeit
kannst du meine sehnsucht stillen
mich tiefer in den strudel führen
bis uns’re seelen sich vereinen
samtweich meine lippen küssen
© Amy Herzog
*
Weiße leichte Federn
Tanzen durch die Nacht
Kühl der sanfte Wind und klar
Singt ein Uhu sein Lied
Und die Sterne glänzen
Funkelnd auf mich hinab
*
Genieße ich die Ruhe
Das menschenleere schwarz
Lausche nur in diese Stille
Trägt mein Lied der Wind
In dein schlagend warmes Herz
Wo wir zwei zusammen sind
*
Unter blauem Mond
Träumen meine Schreie laut
Im See der grell erwachten Liebe
Voller Sehnsucht nach
Deinem Haupt
Doch fing ein Dieb meine Seele
Und ich wurde stumm
Drum hoff ich leise
Nacht für Nacht, dass du
Mein Dieb, die Schreie
Nicht überhörst
Zurück zu mir kommst
Wenn der Mond wieder scheint
Mein Herz noch stumm weint
Und du vom herzlosen Dieb
Zu meinem Retter wirst
© Amy Herzog
Bäume, starke, dicke, große, Bäume,
lange knöcherige Äste, dicht an dicht,
schlagen laut im nächtlichen Wind.
Schwarzgekleidete Nebelschwaden,
und mittendrin ein verlorenes Kind.
Rennt entlang dem verregneten Weg,
nasses Laub, das kleine Mädchen fällt,
in Erde und Matsch, in Kälte gehüllt.
Blutige Knie und weinende Augen,
ängstliche Schreie, nur Bäume hören.
Wispert im Nebel geheimnisvoll zu,
„Kleine, renn weiter, gib keine Ruh!“
Rennt und fällt sie, Stunden vergehen,
bis dann am Ende der Nebel verzieht,
und in warmer Sonne die Tränen glänzen.
© Amy Herzog
Mein Herz zerbricht
Ich laufe auf Scherben
Am Tage, im hellen Licht
Spüre ich deine Lügen
Sie lassen mich sterben
Wenn die Dunkelheit spricht
Wird mein Körper ermüden
Eine Träne tropft vom Gesicht
Dann schlafe ich langsam ein
Und vergesse all die Lügen
Erfüllt ein Lächeln mein Gesicht
Sind meine Augen geschlossen
Fort ist der Weltschmerz
Noch bis zum hellen Morgen
Spüre ich kein Scherbenherz
Abseits der grausamen Welt
Ist mein zerbrochenes Herz
In meiner glücklichen Traumwelt
Bis der Morgen wieder erhellt
© Amy Herzog
In herrlich herbstlicher Abendluft
Zieht sanft vorbei beflügelnder Duft
Trägt flüsternd meinen warmen Gesang
In deine Arme, wärmt dich mein Klang
Aus der Ferne unter den Sternen
In dieser klaren kühlen Nacht
Wärmen dich die singenden Gedanken
Die mit dem Wind leis‘ zu dir schweben
Hören wir gemeinsam Lieder
Lassen uns in grünen Wiesen nieder
Blickend zu dem hellsten Stern
Sind wir uns nicht mehr allzu fern
Spüren wir die Herzenswärme
Hier unterm leuchtend roten Bäume
Spüren keinen schmerzend Stich
Sei nur gewiss, ich denk an dich
© Amy Herzog
Trüber Regen rinnt
Weiße Wolken schweben fort
Schlagen spitze Äste
Graues Schwarz in meine Seele
Vögel zwitschern noch im Wind
Doch wird auch sie der Regen treiben
Und ich, ich stehe hier durchnässt
Im kalten Regen weinend sehen –
Schutzlos ohne Herbstblatt
Verschwommen ohne Farbe
Bis auch die Vögel mich verlassen
© Amy Herzog
Meine lauten Schreie nach Hoffnung,
können nicht mehr gehört werden.
Zu leise sind sie – ich schlafe, leer, taub,
als sei mein Leben aufgebraucht.
Verletzt und voll starker Schmerzen,
bleibt fort der kleine Funken Hoffnung
auf eine kleine letzte Rettung.
Die Luft um mich wird dünner,
während die Erinnerungen an den letzten Kuss
restlos verblassen, mich allein hier lassen.
Im Nichts gefangen.
Mein warmes Blut fließt in Strömen,
und die Schmerzen muss ich nicht mehr spüren.
Am Ende hört es endlich auf,
nichts wird mehr fließen.
Flüchtige Momente bleiben
in Momenten, die sich nicht mehr reimen,
nicht mehr färben, nur grell leise lärmen.
Doch das Leben geht für euch weiter,
dreht sich bunt um Illusionen.
Bin ich doch dort und hier verschwunden.
Ihr Menschen, ihr bleibt bitte heiter
und lebt immer glücklich weiter.
Auch ich werde sein,
nur nicht hier, nicht dort,
Bin ich fort? Ich weiß es nicht – ich schlafe.
Und mag’s sich nicht mehr reimen,
der Rhythmus in mir nicht mehr pochen,
so hab ich mich noch nicht verloren,
bin ich nur für euch verschwunden.
Irgendwann, wenn auch ihr müde seid,
schreit, und nach letzten Lüften greift,
dann werde ich warten,
mit wolkenweicher, warmer Luft,
leise warten und empfangen, flüstern:
Ein Gedicht wird am Ende, selbst hier im Nichts
niemals enden können.
© Amy Herzog
kälte reißt durch meine venen
reines blut gefriert zu stein
sanfter schein in weißer seide
deckt das wahre teufelssein
täglich stirbt ein teil in mir
rastet nur mein herz verlassen
breitet sich die kälte mehr
könnt ich sie doch nur verachten
treibt das kalte tier das böse
in dunkelheit jagt seelen fort
hämisch lachen glutend blicke
bis zum traurigfeierlichen mord
© Amy Herzog
worte verirrten sich in luft
zurück bleibt nur der süße duft
umgibt mich sinnlich diese sucht
reißt mich tiefer in die kluft
wenn ich dich nur hassen könnte
mir den seelenschmerz nicht gönnte
dein duft, dein klang würde schwinden
die tiefen wunden endlich heilen
diese liebe kann ich nicht hassen
führt sie mich beschwingt durch gassen
lässt mich dich spüren durch den schmerz
wie sanfte stiche in mein herz
© Amy Herzog
Überfordert
Auf brüchigen Ästen wandern
Klammern an den letzten Wind
Auf der Suche nach dem Honigbaum
Im Mantel schützend vor dem Nebel
Vor dem Sturm
Doch bleibt es weiter
Schwarz im Raum
Im Traum
Noch nach den Fliegen fischen
Sollen sie mich tragen
Weit fort in warme Länder
In Glück und Freiheit
Bis an alle Meeresränder
Schlendern unterm Sonnenschein
Doch halt! Das ist der falsche Sender
Kein Freund greift nach
Müden Ästen
Kleiden sich in warme Westen
Lasten – lass sie liegen
Am Boden im Eis erfrieren
Siegen werden die, die fliegen
Herz und Seele war’n versetzt
Zerbrochen bekam ich beides zurück
Am Boden liege ich, zu kalt, zu schwach
Um weiter noch zu stehen
Zu hören, zu schreiben
Diese Worte
Sollen leise für mich
Schreien
Die Monster –
Ich habe Angst
Sie halten mich gefangen
Fern dem Traum, verschlossen
Vor Licht, der Welt, von allem verstoßen
Zu schwach zum rennen
Allein muss ich nachgeben
Aufgeben, die anderen siegen
Und ich kann loslassen
Wo sind meine Tränen?
Sie haben mich verlassen
Sie hassen mich und meine Taten
Das Weinen, das Leben bleiben unerreicht
Glück, fühlen, sehen im Sand
Sind in Wüsten verloren
Bleiben Schmerzen und Klingen
Die von Liebe singen, drum ringen
Wer das Leben bekommt
Mich fern halten vom Baum
Von Licht, in Schatten gestellt
Vergessen, zerrissen, fallen gelassen
Im freien Fall, würfeln sie aus
Wer den Honig gewinnt
© Amy Herzog
in Windstille
scheinen zwei Sterne
auf schlafende Tannen
fern singen Katzen
ihr Nachtlied
für uns
treibt
uns zusammen
sehnsüchtiges jaulen
unterm Nachthimmel tanzen
enden wir im Kuss
© Amy Herzog
regen nieselt kühl und sanft
laub, orange, gelb, gold, grün
flattert leicht am körper hinab
so klar und frisch die abendluft
der mond beleuchtet den see
die sonne wird gleich schlafen
im nassen laub ruhig wartend
auf samtweich weißen schnee
© Amy Herzog
tränen haben sie verlassen
und ihre seele, sie ging auch
bleibt hier nur ein kleines mädchen
bis auch sie verschwind‘ im rauch
anders, komisch, abgelehnt
so bleibt sie überall allein
ein kleines aufgesetztes lächeln
damit wahrt sie letzten schein
im dunkeln tiefer isoliert
wird ihre seele bald zerrissen
unsichtbar und überflüssig
würd sie keiner mehr vermissen
wozu noch suchen nach dem sinn
in ihrem bitterkalten leben
was einst zusammen hielt ihr band
das hat die einsamkeit zerschnitten
© Amy Herzog
mein Herz sitzt Schiwa
die Uhr tickt langsam, leise
wie können Wunden heilen
wenn das Leben die Reise
längst beendet hat
der Rauch bleibt stehen
raubt Luft und Sehen, fühlt
mein Körper keine Zeit
die Wunden bleiben, Tage
Wochen, im Blut eingehüllt
weckt mich dann die Sonne
wann, ich sehe sie nicht
die Schatten um mich herum
Menschen hören nicht mich
nur das schwarze Blickdicht
© Amy Herzog
im Ballsaal der Finsternis
starre ich von Wolken
von Welten getrennt
sehe Regen, leidend
fremde rote Lippen
heuchlerisches Gelächter
von Tränen zerflossen
erstickt in eigenen Fluten
vom Leben getrennt
im freien Fall des Zerfalls
zerrissen, tot
ins Licht gestellt
lecke ich an diesen Lippen
schmecken sie nach
Nichts
© Amy Herzog
Mein Herz gefüllt
Voll leerer Einsamkeit
Zerfressen schlaflos
Traurig, lächelnd
Durch dunkle Nächte
Spür ich in mir
Nur das Leid
Wach, betäubt
Da ist kein Lied
Kein warmer Klang
Hört mein Herz
Nichts weiter als
Den Einsamkeitsgesang
Im nächtlichen Schmerz
© Amy Herzog
Sehe nur den Rauch
durch Milchglas schwimmen
– ohne klare Worte
bleiben die Gefühle
stumm
Unsichtbare Worte
lassen sich nicht formen
zerbrechlich kleine Sätze
bleiben winzig klein
geheim
Höre ich kein Lied
die Geigen schreien
doch mein Herz scheint taub
in seinem Schweigen
Ohne Farben
können keine Bilder wachsen
wilder, weiter Kleckse spritzen
kann ich sie nicht sehen
…nur in schwarz
Schwarz auf schwarz
sind all die Gedanken
was können sie schon
außer dieses blinde
laute Schweigen
© Amy Herzog
morgenglänze
trifft mein herz
trägt fort der tau
den dunklen schmerz
wolken laden ein
zum eisblauen see
im herbstlaub badend
auf süßlich warmen tee
© Amy Herzog
Blut fließt dick
aus meinen Augen.
– schreit der Tod!
So könnt ich’s doch nur wagen,
wahre Worte hier im Atem zu entlassen.
Fall ich nur hinauf,
um tiefer noch zu fallen.
Schwarze Klauen, die mich greifen,
fester! Und Gebete muss ich weinend
auf den Knien zurücklassen.
© Amy Herzog
bäume biegen
winde wehen
regen schlägt auf
stille blüten
bäche steigen
fische schweigen
im grase liegen
tote krähen
ohne richter
feiern menschen
unterm zelt
lautlos weinen
schwarze leichen
augen, die sich
nicht mehr sehen
menschen lachen
ist die welt
am untergehen
schützt mich nicht
mein regenschirm
vor den hinabfallenden
fröschen
und schützt mich
meine hülle nicht
vor schmerzenden
gefühlen
© Amy Herzog
Durch Menschenmassen
Ersticken an all den Farben
Lauter reden, lachen
Schreien, dröhnen
Verschwinden Worte
Hinter gesichtslosen
Masken…
© Amy Herzog
Laues Lüftchen
Golden wehende Locken
Tränen glänzend leiden
Feiner lächeln rote Lippen
Schweigen lauter
Durch himmelblaue
Sommersonnenstrahlen
© Amy Herzog
Sie ist schön
So wunderschön
In blassem Porzellan
Duscht sich sanft im Regenwasser
Hält das Leben an
Wunderschön
So klein und zart
Obwohl sie hier zerbricht
Der Film des Lebens abgespielt
Mehr Blut als Wasser schmeckt
Überschwemmt
Von roten Tränen
Liegt sie in Wassers Fluss
Ein Püppchen, das zusammen bricht
Obwohl sie Leben muss
© Amy Herzog
Liebend kleine Menschen hier
Doch suchen sie die Siege
Erleben zwischen Hass und Liebe
Abertausend rote Kriege
Wann bläst sich aus die Kerze
Steigend auf in Dunkelheit
Wartet´s dort das Paradies
Dort oben in der Ferne
So will ich weiter ferner reisen
Überwinden Berg und Tal
Große Liebe weiter reichen
Inmitten all dem finden
Mit Herz und Seele dich beschenken
Würd ich dich dann endlich finden
Wartend auf das Paradies
In deinen Armen sicher liegen
© Amy Herzog
in Hunger getaucht
Leidenschaftlich rauscht
lauter das Blut – schneller!
beheizt im Reiz der Wollust
inmitten hier des warmen August
die Sinne spielen
fangend nach Luft
schreit der Körper lauter
immer lauter! Nach dieser Lust
beraubt aller hohen Vernunft
von heißeren Flammen umfasst
nieder gepresst – immer heißer!
es bleibt hier keine Kraft
entreiße die Lust! Friss sie!
kühle sie mit deinem kalten Kuss
die heiße Leidenschaft, die Lust
nimm sie, liebe, spiele mit den trieben
bis sie berauschter ruhen muss
© Amy Herzog
die hellen sterne
der volle große mond
regenworte summen aus der ferne
der wind
trägt deine worte
flüsternd näher zu mir, mild
summt und rauscht
trommelt sanfte regentropfen
gegen fenster, meine seele lauscht
immer lauter
erklingen deine worte
in meine seele, immer tiefer
werden tiefer
deine worte zur melodie
singend in mir die seelenlieder
langsam schlafen
geborgen in deiner musik
lassen die stürme in mir ruhen
© Amy Herzog
lauwarme Nacht
vom grauen Rauch umhüllt
in der Ferne die Sterne
der Mond, der
über mich wacht
ein Stern
funkelt klar
in der dunklen Pracht
fühle ich nah
deine ferne Seele
sie scheint hell
ich bleibe erwacht
bis die Zeit
kühle Morgenluft weht
die Sonne den Stern
verblassen lässt
und deine Seele
unsichtbar macht
© Amy Herzog