Lyrik

Herbstlaub…

vom Himmel
fallen riesige Tropfen
kraftgeballt rund
schlagen auf
bunt Zerbrechliches
Herbstblattlaub
können Hoffnung schöpfen
fortan nicht weiter
allein zu fallen

mitgerissen fliegen
ohne Flügel
die durchnässten Blätter
zu Boden bildend
immer größere Hügel
und Enden taub
im Hauflaub

nur die Sonne
vertreibt die Tropfen
lassen sie ins
Erdreich sickern
und im Winde stumm
verdunsten

so bleibt das Laub
von nun allein
vertrocknet einsam
ganz gemein
wird es einfach
fortgeweht
vom Winde
bis es Tropfen sieht

© Amy Herzog

Umdenken…?

Verstummt es weiter dieses Lied
Alles steht in reih und Glied
Buntes wird zu grau gebaut
Hoffnungsschimmer mehr geraubt

Alles Flache wird zerstört
Menschen bleiben ungehört
Weggefegt wie vom Tornado
Alles hört aufs Geld Kommando

Gefressen werden Artgenossen
Hat es Pfoten oder Flossen
Bunte Vielfalt wird getötet
Und der Mensch nicht mal errötet

Waffen, Klingen, Gift und Viren
Steh’n bereit zum Kriege führen
Um zu töten diese Welt
Damit das Grau bloß nicht erhellt

Eis zu Wasser wird gebaut
Gletscher werden aufgetaut
Nehmen wir uns Luft zum Atmen
Bis wir irgendwann nur lahmen

Der ach so kluge Mensch vergisst
Was in tausend Jahren ist
Wird es eine Vielfalt geben
Nicht wenn wir sie weiter töten

© Amy Herzog

Sein Blut…

sie wollte so sehnlichst
ihn in Stücke zu reißen
das Blut aus seinem Leibe
mitten aus dem Herzen zu beißen
trinken, bis es ihm dunkel wird
kaum mehr Luft in den Lungen weht
der Tod schon an die Türe klopft
bevor das letzte Blut vertropft
nimmt sie ihn noch bei der Hand
streichelt ihn zuletzt ganz sanft
ist ihr Durst endlich gestillt
dankbar ist sie nun gewillt
sein Leben ihm zu lassen
den Tod noch zu fassen
ihn zu verjagen
fort ist er
und sie kann lieben
den Mann der bereit war
ihr zu geben, sein Leben

© Amy Herzog

Tränenlos…

Blutrot unterlaufene Augen
Blicken tränenlos hinunter
Scheinen wie bitterlich beweint
Doch niemand kann den Augen glauben

Sie kennen keine Tränen mehr
Das ist es, was sie traurig macht
Die Traurigkeit nicht auszudrücken
Das Tränenreich scheint gänzlich leer

© Amy Herzog

Im Vakuum…

Die Zeit steht still
wie in einem Vakuum
bekomme ich keine Luft
Die Welt rennt
mit ihr der Duft
der sie erfüllt
Macht was sie will
und ich vergess
hier ist es nur stumm
Nur leise höre ich
die rennende Welt noch summ
wohin ich auch gehe
mit mir das Vakuum

© Amy Herzog

Die Nacht…

Die Nacht ist allein
Die Nacht ist still
Die Nacht offenbart
Sie macht was sie will

Die Nacht will schützen
Die Nacht will begehren
Die Nacht, sie befreit
in ihrer schönen Reinheit

© Amy Herzog

Er…

Er ist immer da
Bei mir, immer nah
Da, wenn ich traurig bin
Gibt mir den fehlenden Sinn

Weiter zu machen
Mit ihm zu lachen
Innerlich umarmt er mich
Denkt dabei nicht an sich

Selbstlos bleibt er
Und ich will mehr
Also raste ich
Und nicht zerbrich

Halte durch
Ohne Furcht
Vertraue ihm
Lebe mit ihm

Liebe mich
Durch sein sich
Die Perfektion
Ist unser Lohn

© Amy Herzog

Emotionen…

Stillstehend am Wegesrand,
dunkelschwarz beängstigend,
unverstanden distanziert,
an der Welt desinteressiert.

In der Leere hoffnungslos,
erstickend schweigsam nutzlos,
unbehaglich nachdenklich,
verschlossen unerschütterlich.

Melancholisch sehnsüchtig,
wichtig wandel unwichtig,
im Vakuum zu abwesend,
Zeit nur so dahinrasend.

Gefangen einsam Liebloses,
denkend an zu Sinnloses,
starr wartend eingefroren,
mitten im Nichts verloren.

© Amy Herzog

Lichtfetzen…

Durch Jalousien
beginnen Lichtfetzen
ihre Wege in das Innere
des dunklen Raumes zu suchen
Vögel zwitschern, singen
gemeinsam laute Lieder
um den Mond zu vertreiben
Im Schein der durchdringenden
Lichter schimmert der Dunst
einer letzten Zigarette
und zaubert Kunst
bis die letzte Träne
vergießt im Traum
um die wunderschöne Nacht
ehe der Tag anbricht

© Amy Herzog

Hier am Flusse…

Hier am Flusse
in der Ferne
voll inner Ruhe
zu den weiten Sternen
blicken

Das leise Plätschern
springender Fische
in dies sonst
so ruhigen Gewässern
genießen

Mit nur einem Blatt Papier
wartend auf Gedanken wann
in diesem hier
und stier wie ein Tier
gegen diese Schmerzen an

Lieber Fluss so schenke
einen Moment lenke
meine Seele fort
von diesem Ort
der voller Schmerz
mich zu verzehrt

Reiche Worte
in meine Gedanken
die in Stille heraustragen
diese Schmerzend Seele
in stummen Schreien

© Amy Herzog

Verwelkt…

Einst lebend Fleisch
jämmerlich verwelkt
zärtlichst Schrei im Traum
wie wäre es –
springe in deinen Teich
mein Herr, egal
in deine Nicht-Welt

© Amy Herzog

Dein Blut…

So müde, so schwach
die ganze Nacht
liege ich wach
sehnsüchtig denkend
an deinen Duft
den schlagenden Puls
im starken Impuls
jage ich dich
bis ins Licht
dein Blut wird mein
warm getrunken sein

© Amy Herzog

Freies Blut…

Aus knochentiefen
Schnitten fließt Blut,
es will nicht gerinnen,
nein, es will flüchtend
frei Leben im Tod.

© Amy Herzog

Suche nach Worten…

Verzweifelt versuche ich
in Worte zu fassen
wie meine Gefühle
in Massen schmerzen

Es geht nicht
ich finde keine Worte
keine passenden Orte
die Worte zeigen

Diesen Schmerz
will ihn nicht mehr
ich kann einfach nicht
zerbreche so sehr

So halte mich jemand
und schenke mir Worte
die lassen den Schmerz
endlich verblassen

Worte die kommen
aus tiefster Seele
schreiend suchende
Seele nach Worten

© Amy Herzog

Lass mein Herz hier liegen…

Unter Tränen sage ich,
bitte komm und halte mich,
küsse mich so fest du kannst,
eine Nacht dich in mich rammst.

Lasse uns nur einmal fliegen,
sehnlichst will ich bei dir liegen,
einmal spüren deine Nähe,
eh ich dich nie wieder sehe.

Geh nicht ohne mich zu lieben,
zeig es mir in deinen Trieben,
am Ende darfst du einfach gehen,
nur bitte lass mein Herz hier stehen.

© Amy Herzog

Leer…

bin leer
kann nicht schreiben
nicht denken
wo wer
die seele ist fort
wo bin ich
es ist dunkel
wie ein mord
bin ich weg
mein körper vergeht
seht
macht was er will
lässt sich nicht lenken
nicht steuern
die glieder senken
schwanken schreien
groß
klein
was ist los
wein
lebe in dir
mir
sehe
es geht nicht
vergehe

© Amy Herzog

Meine Seele…

meine Seele zerfetzt
gefickt durch den Dreck
gehetzt – gejagt geschunden rot
verwundet liegen gelassen
in Sicherheit wiegen
geschlagen belehrt
beraubt verbraucht
nichts mehr wert
verliebt

© Amy Herzog

Ausgehungerte Lust…

Tief der der Nacht
erweckt er sie aus mitten
ihres wunderschönen Traumes
zieht sie mit einem sanften Kuss
auf ihren weichzarten Lippen
in seine Welt der Leidenschaft
und erhitzender Lust

Zwischen ihren Schenkeln
spürt sie ihn nah und warm
spürt wie an ihr seine Lust
sich steigert und wächst

Wie ein ausgehungertes Tier
entreißt sie ihm die Kleidung
umschlingt seine Hüften
und hegt Hoffnungslust
mit ihren Beinen

Gleich würde sie ihn spüren
seine harte Lust gleitet langsam
und sanft, doch immer in sie hinein
wildgeworden wird sie verrückt
kratzt und beißt sie braucht
es härter jetzt gleich
will sie ganz Sein

So stößt er immer tiefer
immer fester schneller und härter
in diese nasswilden Lüste
und knabbert und küsst
dabei sanft ihre Brüste

Spürt seine Gier
wie sie steigert sich an
noch schneller stößt er sie
zieht sie nah an sich ran
und bleibt still

Am Schlusse fühlt sie
sein zuckendes Zittern
im Saft dieser Liebe
sind sie verbunden
und schlafen ein
mit letztem Kuss

© Amy Herzog

Nah, so nah..

oh, fange mich auf…
vor augen wird mir schwarz
ich will dich fest, will dich spüren
in schwebender ohnmacht
lasse ich mich blind verführen
drücke mich an dich nah
so nah, so nah
falle ich

© Amy Herzog

Nehme dir…

mein verlangen nach dir
wird tiefer und tiefer
knabbernd an der lippe
kann ich nicht mehr
lasse mich nicht warten
und ich flehe dich an
ziehe mich zu dir
umklammere ich dich
küsse mich fest
nehme dir
was du willst
die ganze nacht

© Amy Herzog

Sehnsucht nach dir…

schau die Sehnsucht
zeigt voller Lust
sie saugt mich aus
ich kann nicht mehr
und auch nicht raus
im Dunkeln warte
bis das du kommst
und endlich nimmst
mich hier erweckst
aus dieser kraftlos
stillen Müdigkeit
für einen Moment
nimmst mein Leid
die Sterne zeigst
mir Leben reichst
lass mich spüren
wo bist du hier
ich will mit dir
verführt sein
bis ich war
dein

© Amy Herzog

Sinnlose Worte…

Mehr und mehr
verlerne ich es zu reden,
mich normal auszudrücken,
normale Sätze zu formulieren,
meine Gefühle zu beschreiben.

Jedes solcher Worte,
gesprochen, geschrieben
erscheint mir so sinnlos,
wertlos und unverständlich,
oder zu verständlich.

Gefühle versteckt
hinter fremden Worten,
wartend, dass sie jemand versteht,
wirklich versteht.

Fühlt.

Mich fühlt.

© Amy Herzog

Fühlen…

diese Seele
intensiv zu spüren
lächeln und wirklich
glücklich fühlen

von dieser Seele
gespürt zu werden
die nun alles weiß
will dennoch bleiben

machtlose Worte
können nicht reden
diese Seele kann fühlen
und verstehen

die Worte bleiben am Ende machtlos

© Amy H.

Dein zu mein…

So sehr begehre
ich dein Blut
kann kaum klar denken
in mir brennt es
heiß wie Glut

In Gedanken
zerfleische deine Brust
reisse dein Herz
heraus und trinke
mit Lust

Trage ich dich
solang auf Händen
wenn du es mir gibst
und es zu meinem wird
spüre ich dein Leben

© Amy Herzog

Ehrlich in mir…

Die sternenklare Nacht genießen,
mit Klaviermusik fühlen,
Worte vergessen, übertönen,
Leben und den Wein beenden.

In mir, für den Moment
ehrlich, wahrhaftig, liebend
fühlend Klänge für mich
sprechen lassen…

© Amy Herzog

Worte (5)

Wer soll verstehen
und versteht nicht
nein…
blind, taub, Stunden
vergehen
gefickt bleibe ich
im Regen stehen
Worte in ihrer
Sinnlosigkeit
überleben geworfen
in Massen falscher Orte

© Amy H.

Frieren…

Wohin mein Weg auch gehen mag
folgen mir kalte Winde
durchwandern wärmende Kleider
und stimmen frierend müde

Meine Augen weit geöffnet
suchend nach deiner Wärme
halte mich fest in deinen Armen
nimm mich unter deine Decke

Lasse mich nicht mehr los
ich will nicht mehr frieren
geben wir uns küssend hin
in Wärme wir uns lieben

© Amy Herzog

Worte (4)

Die warmen Worte
die wir heute teilten
deine sanfte Stimme
dein Geschluchze
deine Reime
und dein Schreien

Deine Worte
zogen die meinen aus
Stück für Stück
heimlich
bis wir beide
waren nackt
uns begehrten
beinah fraßen

Deine Sehnsucht
deiner Worte
mich berühren
verführen
greifen
packen
zwingen
und küssend
lieben

Meine Sehnsucht
deiner Worte
kein bedarf
deine Wärme
deine Hände
deine Nähe

Dein Sein.
In mein.

© Amy Herzog

Seelenschmerz…

Gegangen bist du
und hinterließt Seelenschmerz
der frisst sich durch mein Leib,
der Schmerz, hinterlässt Leid
und trinkt all die Tränen
des Trauern und Weinens
wird Fluss zu Meer
und ertrinkt
in warmen Gewässern.

© Amy Herzog

Grinsen…

Weit über das ganze Gesicht
grinse ich bei jedem Gedicht
ob schön, grausam oder traurig
grinsen muss ich dennoch glücklich

Mag es heut am Wetter liegen
nein, ich seh‘ nur Wolken oben
nur in mir da scheint sie grell
die Sonne lacht für heute hell

Glück wird es ganz sicher sein
was ich fühle in mir fein
ich weiß nicht, woher es kommt
doch die Gefühle niemand nimmt

Vielleicht ja eine Vorahnung
auf eine kleine Überraschung
dauert es vielleicht nicht lang,
bis ich echtes Glück fühlen kann

Ich hoffe nur ich sehe bald
das Glück in diesem vollen Wald
ich hoffe nur es zeigt sich dann
zum Glück teilen irgendwann

Bis dahin genieße ich
das Grinsen auf meinem Gesicht
das kleine Glücksgefühl zuvor
mit dem strahlenden Humor

© Amy Herzog

Sanguine…

Sanft legst du dich nieder
in meine Arme
streiche über dein Haar
und nähere mich langsam
deinen Lippen

Berühre sie sinnlich
und küssen uns lang
sicher und geborgen
kannst du dich
fühlen

Ein Blick
in deine Augen
rauben mir den verstand
wir lächeln uns an
und du wartest
gebannt

Du sollst nicht mehr warten
und ich kann es nicht mehr
so streife ich sanft
deinen Pullover
beiseite

Deine Haut berühren
mit der Klinge
streicheln
durchschneiden
und sehe in deinen Augen
die beruhigte Aufregung

Schneide
wieder und wieder
tropfen Blut bilden sich
sie schließen sich zusammen
zum fließenden Fluss

Dein Duft erfüllt mich
nicht länger kann ich
mich halten
so nähern sich
meine Lippen
dem roten Fluss

Beginne zu küssen
dein warmes Blut
dieses hohe Geschenk
ich nehme und trink
halte dich
werde stärker
geschwind

Die Kehle hinunter
löscht es diesen Durst
lässt Schwäche verschwinden
das Verlangen langsam
und stetig gelöst

Bis dein Blut gerinnt
und die Nacht erhellt
liegen wir gemeinsam
sind frei
und verbunden

© Amy Herzog

Gefangene Liebe…

Die ganze Nacht
im Schein einer
einsamen Kerze
liegend und wartend
denken

Denken an
die Worte an Seine
und daran
sie zu vergessen
endlich
niemals wieder
an sie zu denken

Frage mich
wann
wann werde ich
diese Worte
endlich vergessen
wie könnte ich
niemals
niemals

Sie hinter mir lassen
und nie wieder
daran denken
ein Traum
schmerzhaft ein Traum

Die Liebe
sterben lassen
und sie nicht mehr
voller Schmerzen
am Leben erhalten

Jede Nacht
bitte und bettle
ich
lasse diese Gedanken
endlich gedacht sein
und nie wieder
denken

Weinen kann ich
schon lange nicht mehr
konnte ich nie
aber Hoffnung
Hoffnung tragen
jedoch sehr

Wann frage ich
wann
wird diese Hoffnung
endlich verschwinden
wann lässt sie
mich
endlich ruhen

In Freiheit
gefangen
gefangen im Selbst
gefangen in Gedanken
in Liebe
vergehen

Jetzt kann
ich nur noch denken
wie schön es ist
niemand versteht
meine Worte

Niemand weiß

Niemand

© Amy Herzog

Schwarze Augen…

Ein Blick in ihre Augen
lässt Menschen erstarren
sie können sich kaum trauen
sich verführen zu lassen

Diese Augen sind finster
und rauben jede Hoffnung
in ihnen schweben Geister
sie schreien um Vergeltung

Das Rauben der Seelen
hat ihre Augen verfärbt
was die Geister erleiden
dass niemand sie liebt


In dieser Finsternis
sind ihre Augen schwarz
es bleibt ihr Geheimnis
die Seelen frisst Nachts

© Amy Herzog

Kaputt. Geschwächt. Allein. Zerfetzt.

Der Körper zerfällt
nichts kann man tun
er bellt und schreit
zerfällt weiter
und weint.

Die Glieder geschwächt
sinken tiefer hinab
schlafen allein
langsam und müde
es fehlt jede Kraft.

Die Augen sind schwer
der Blick längst getrübt
gerichtet nach unten
wartend auf Sonne
und ein klein wenig Grün.

Der Kopf noch denkend
an Tage wie schöne
sind sie dahin
für immer geschieden.

Stumm und schwach
frierend allein
wartet der Körper
auf Leben in ihm.

© Amy Herzog

Ausgeträumtes Chaos…

Die Träume zerreißen
vereinsamen und blicken
durch trübe Welten
wie letzte Seifenblasen
in Regenbogenfarben
einfach zerplatzen
und wie Geschosse
den Körper durchlöchern
die letzten Gefühle
gnadenlos durchsickern
und für immer verloren
sind in Leere betäubt

© Amy Herzog

Unstillbares Verlangen…

Im unstillbaren Verlangen
zittern Lippen vor Lust
die verzehrende Sehnsucht
sitzt tief in der Brust

Die Gedanken kreisen
wild durch die Räume
wie umschlingende Körper
sich liebend vereinen

Mit geschlossenen Augen
lenken Gedanken an dich
fliegen hoch hinauf
und werden verrückt

So nehme dir einfach
was eins werden will
lasse sie schreien
bis alles wird still

© Amy Herzog

Zwinge mich zum Glück…

Viel zu lange schon
suche ich das Glück
doch meine Seele ist zerrissen
und ich sehe es nicht…

Immer, immer wieder
will man es mir geben
doch denke ich dann
das kann es doch nicht sein
warum sollte ich es nehmen…

Ist es jetzt geschehen
die Hoffnung ist gestorben
meine Seele bleibt zerrissen
und die Hoffnung entnommen…

Die Träume sind verschwunden
nur mal ein schlechter ruft
mich in den tiefen Nächten
und kratzt an meiner Haut…

Nur einen Wunsch habe ich
und dieser ist wahr
auch wenn ich nicht glaube
verbürge ich mich dafür…

Bitte komme näher
verschrecke mich nicht
sei nur ein Mal stark genug
und zwinge mich zum Glück…

© Amy Herzog

Trinken…

Verfallen in des Blutes Rausch
lustvoll schmachtend jagen
löschend warm hinab der Kehle
des Verlangen willens wagen

Schleichend nah behutsams Kuss
hoch geachtet dich verführen
sanft schneidend fließen lassen
Lippen Blut und dich berühren

Rausch erleben Herzberasend
leben rasend durch mich fließt
lebendig lieben leiden hassen
bis das nächste Blut vergießt

© Amy Herzog

Deine Bilder…

Geschickt gemachte Bilder
zitternd zerrend in meinem Kopf,
riesig verzerren zertreten
sie immer wilder
eigene Bilder
,
drehen sich im Kreis,
ruhend langsam glänzend
bunt, dunkel schwarz
gehen
schlafend
geschlossen Milder
und lassen mich allein.

© Amy Herzog

Siehst du sie, die Melancholie…

Die Sehnsucht wächst,
rauscht, laut,
zerrt, frisst
jede Faser
und verzehrt
frisst sich zu dir
komm und fass,
friss,
bevor sie frisst.

Siehst du sie
den Kampf
der Melancholie
komm, nimm,
vertreibe
und verbleibe
in einer Nacht
schenke den Stern,
der von nun an wacht.

© Amy H.

Worte (3)

Worte,

die ich auswendig

lernte kennen,

lese ich sie dennoch

wieder wie besessen,

kann ich einfach nicht

genug davon bekommen.

Werden sie auch immer blasser,

dass zwischen den Zeilen

umso stärker.

Wieder frag ich,

sag,

wie könnte ich 

mein herz behalten,

wie könnte ich es

nicht an dich verlieren. 

Sag.

© Amy H.

Ich liebe es, wenn du träumst…

Wenn du schläfst und fällst
sanft in einen Traum,
scheint mir als seist du
in meinem Raum.

Eröffnen sich Welten
mal Nahe, mal Ferne,
reise ich gemeinsam
in wohlige Wärme.

Sind bunt und schwarz
zu gleicher Zeit,
sind laut und stark
und immer befreit.

Du weißt es, ich spüre
dich so nah bei mir,
lässt uns in deinen
Träumen werden zu Wir.

Ich weiß, dass du spürst
und lade dich ein,
beim nächsten Traum
bei mir mal zu sein.

Gemeinsames träumen
schreiben wir täglich,
in Freiheit und Liebe,
bis der Traum wird tödlich.

© Amy Herzog

Wartend ertrinken…

Während die Zeit
weiter fliegt,
hoch oben sich dreht
und die Wolken überholt,
stehe ich nur still
und sehe die Richtung nicht
in die es gehen soll.
Bin der Gefangene
meiner Beine,
die nicht mehr rennen können
und nur noch warten,
bis sie mich hinabziehen,
bis tief in den Boden.
Wartend stehen
vor schwarzer Wand,
suche nach der rettenden Hand,
die mich zieht
bevor ich versinke
und in ew’ger Dunkelheit
ertrinke.

© Amy Herzog

Freie Phantasie…

Mein Bette
werde ich heute
nicht verlassen
lasse Erinnerungen
verblassen
und tauche ein
in eine freie
Phantasie
in der das deine
bei mir ist
uns wir uns
leidenschaftlich lieben
bis wir aus dem Bette fallen
und uns woanders weiter lieben

© Amy Herzog

Worte (2)

Deine Worte sind es wieder
lassen sie sich in mir nieder
zeichnen, malen, schreien Bilder
immer größer, immer wilder
zaubern sie in dunkler Stund
ein kleines Lächeln auf den Mund

© Amy Herzog

Im dunkel schreibend verbleiben,
bis die letzte Zigarette verglüht
und das Leben schmerzlich vergeht.

© Amy Herzog

Das letzte Licht…

Das allerletzte Licht erlischt
gemeinsam mit dem Sonnenlicht
und ziehen dichte Wolken auf
bleibt das Licht für immer aus

Wird es dunkel sein auf ewig
bleibt gefangen hier im Käfig
niemals wieder Lichter sehen
irgendwann daran zerbrechen

Ist das Leben erst zerbrochen
wird es nicht mehr wieder kommen
gefangen dunkel langsam sterben
Lichter die für immer gehen

© Amy Herzog

Sehnsüchtig träume ich…

Sehnsüchtig warte ich den ganzen Tag,
bis endlich hereinbricht die so klare Nacht,
und ich dich so tief in meinem Herzen spüre,
deine Hand auf mich legst und über mich wachst.

Sehnsüchtig träume ich und wollt es sei wahr,
das du immer bei mir bist nah, so nah,
doch mag es gerade nur ein kleiner Traum sein,
deine Hand sie liegt immer auf des Körper mein.

© Amy Herzog

Woher kommen diese Schreie?

Woher kommen diese lauten Schreie?
Nur ich vermag sie zu hören.
Doch woher kommen sie?
Kann sie nicht fühlen.
Nichts ist mehr da,
was schreien könnte.
Ich sehe nichts,
da ist nichts.
Nur woher,
woher,
kommen diese Schreie?

© Amy Herzog

Auf Wärme wartend…

Tötende Erinnerungsfetzen
zerstören letzte Gefühle,
die nie da gewesen waren
und hinterlassen nur Kühle.

Auf wärmendes Feuer wartend,
den Moment, der es entfacht,
gekommen am trocken Ufer
und erhellt diese Nacht.

© Amy Herzog