Leben

Wahrhaftig..

Ich spüre sie, die Straßen,
und doch liege ich im Schlaf,
sanft, wie wir unter Sternen saßen,
und den Himmel auf Erden traf.

So plötzlich doch, es bebte,
und doch bin ich in meiner Welt,
bunt und wunderschön sich webte,
der Traum, der mich am Leben hält.

Im meinem Sein, ich spüre,
die Visionen in meiner Poesie,
wahrhaftig doch im Licht berühre,
als lebte ich im Traume nie.

© Amy Herzog

Blühender Weg…

Und flüsternd atmen all die Worte,
ahnungslos – doch Hand in Hand,
wohin der Weg auch führen mag,
so wage ich den Schritt zum Rand.

Und schweigend wehen laue Winde,
als schwebten sie mich hin zum Glück,
und schlaf‘ ich ruhig in deinem Schutz,
die Hoffnung weht mich nicht zurück.

Und schaltet sich die Welt dann aus,
in Wärme schwimme ich durchs Meer,
saphirblau strahlt dein Liebesblick,
so blüht der Weg in Zukunft sehr.
© Amy Herzog

Regenmacht…

So wird er nicht versickern,
der Regen, den ich trinke,
nur wird er mich auch nähren,
während ich doch versinke?

So scheint er doch zu wichtig,
beginnt in mir schäumen,
nur kann ich mich noch sehen,
durch all das Wasserträumen?

So schwimme ich nur mit ihm,
lass‘ seelenruhig ertrinken,
der Traum, er könnt‘ doch leben,
oder zum Leb‘ wohl winken.

© Amy Herzog

Deine Kunst lebt ewig…

Nur deine Kunst überlebt ewig,
schaltet mein düst’res Denken ein,
umschmeichelt meine Seele,
und erhellt die Schatten der Welt.
Und du? Schicke du nur deine
Wortmalerei vom Himmel,
deine Kunst findet einen Weg.
Wie sie ihn immer zu mir fand.
Ich kann sie noch sehen, dich,
wie du malst, schreibst, lachst,
in der unendlichen Sternenkunst
heute und in jeder weit’ren Nacht.

Niemals wirst du mir verstorben sein…

© Amy Herzog

Beim fahren…


Beim zugfahren bin ich immer ein Sekündchen schneller als die über mir schwebende Gewitterwolke…

© Amy Herzog

Wichtigkeit…

Wenn Liebe tief im Herzen schreit,
die Sehnsucht schon nach Sternen greift,
die Lippen nach dem Kuss sich sehnen,
und Schultern sich an Wärme lehnen.

Wenn Worte aus der Seele schreiben,
die Herzen zu getrennt nur leiden,
verliert die Logik ihren Sinn,
denn Liebe ist nur ein Gewinn.

Verloren ist in Raum und Zeit,
am Boden liegt die Einsamkeit,
die Geschichte bleibt zurück,
heraus kommt dann das große Glück.

Es gibt nur dieses eine Leben,
zu zweit umschifft ein jedes Beben,
was war ist schlicht Vergangenheit,
verliert im Jetzt die Wichtigkeit.

 

© Amy Herzog

Das Glück kommt wieder…

Irgendwann war ich dir mal nahe,
doch jetzt fehlst du und ich weine,
wenn ich wieder ein Bild von dir sehe,
bin ich dunkler als ich scheine.

Das Leben könnte ich verfluchen,
die Sonne scheint nur hin und wieder,
doch kann ich dich nicht weiter suchen,
ich singe stattdessen bunte Lieder.

Jetzt ich muss dann auch mal weiter,
erwachsen sein, vermutlich für immer,
verbleibe dennoch einfach heiter,
denn Tränen machen’s nur schlimmer.

Also höre ich endlich auf zu wein‘
das Schicksal ist nicht immer staubig,
das Glück kommt hier von ganz allein,
und ich bin nun nicht mehr traurig.

 

© Amy Herzog

hellwach 

wäre nur schön, jetzt zu kuscheln.

mich bei jemandem anzukuscheln, in jemandes arme zu liegen, vielleicht einem leisen schnarchen zu lauschen.

die wärme zu spüren, den herzschlag zu spüren.

einfach gemeinsam unter einer decke zu vergraben und geborgen fühlen…

 

 

Warte auf die Hand…

Ich werde nicht mehr denken,
das Schicksal nicht mehr lenken,
denn nach all diesem Sterben,
laufe ich nur noch auf Scherben.

Nur dich kann ich noch sehen,
du strahlst, scheinst, weinst,
in der Sonne konnte ich fühlen,
wie auch du gestorben warst.

In dir sehe ich Lust, Leben,
das streben nach Glückseligkeit,
wie konntest du nur entfliehen,
dieser schwarzen Schattenewigkeit.

Eine Hand wurde dir gereicht,
mehr kann ich nicht hören,
doch hat dir das schon gereicht,
um wieder ins Leben zu gehen.

Doch warum du nun weinst,
das kann ich nicht sehen,
du warst doch nur einst,
nicht mehr in diesem Leben.

Und du sagtest zum Schluss,
warte nur auf eine Hand,
auf den kleinen Lebenskuss,
und du treibst nicht im Sand.

© Amy Herzog

Ein kleiner Geist…

large

Ich bin ein kleiner Geist,
eine immer tanzende Seele,
schwarze Augen gefangen,
in ewig drückender Leere.

Ich schreie zwar laut,
Tag ein und Tag aus,
doch hört, ich bin still,
mir gehen die Worte aus.

Und doch tanze ich weiter,
um einen Körper zu weben,
denn als kalte leere Seele,
ist es kein schönes Leben.

© Amy Herzog.

Bildquelle

Das Leben geht weiter

Kälter rauschendes Wasser
Umarmt es mich so sanft
Wird es wärmer bis taub
Und ich werde immer blasser

Kann nicht mehr atmen
Doch ringe nicht um Luft
Ist das Moos um mich herum
Dieser frische Waldesduft

Glänzend weiße Porzellanhaut
Über mir schwebend in der Sonne
Erstrahlt mit letzter Schönheit
Alles beruhigt sehe ich voll Wonne

Mein Leben von nun an ruht
Doch das Leben geht weiter
Um mich herum wächst das Moos
Lebt weiter für mich, habt Mut

© Amy Herzog

Ich will nur weg…

Ich will nur weg
Ich weiß nicht wohin
Nur irgendwohin…

Wo Sonne nur scheint
Und’s ewig noch schneit
An den Ort da hin…

Egal wo das ist
Ich komme dort hin
Ich eile geschwind…

Nicht mal lebe wohl
Sag ich hier, egal
Ich bin nun mal so…

Wie könnt ich sein froh
Dem Leben entgegen
Die Erde zu Füßen…

Da würd ich begrüßen
Nach Hause zu fahren
Nie wieder zu müssen…

© Amy Herzog

Begehren…

In jeder langen finsteren Nacht,
bin ich schreckhaft aufgewacht.

Spürte ich noch was ich war,
doch zugleich auch was geschah.

Jede Nacht starb ein Stück Seele,
zurück blieb nur die leere Hülle.

Schon lange nicht mehr das was war,
bin nicht mehr warm, nur Kälte starr.

Mein warmes Blut, es ist gefroren,
nur deines spüre ich noch glühen.

Niemand sieht, niemand versteht,
was auf der Welt noch vor sich geht.

Doch sind die Menschen mir willkommen,
sofern ihr Blut noch nicht geronnen.

Blind wie sie sind zieh ich sie an,
zieh sie direkt in meinen Bann.

Spiele etwas und lass sie liegen,
wenn ich bekam, was mein Begehren.

Der toten Seele ist egal,
was der Mensch hat für ne Qual.

Ich will nur an ihr glühends Leben,
allein nur das ist mein Begehren.

© Amy Herzog

Erhaltungsschmerz…

Kraftlos sitze ich nur da
Und ertrage die Schmerzen
In tief gehegter Hoffnung
Dass sie nie verblassen

Wie könnte ich Leben
Ohne den süßen Schmerz
Was hätte es dann noch
Mein blutkrankes Herz

Reiße die Wunden
Tag für Tag auf
Denke an alles
Im großen Hauf

Verdammt zu wandeln
Auf dem schmalen Grat
Zwischen Leben und Tod
Ohne jede Tat

© Amy Herzog

Dunkler Schatten…

Sanft schwebende Schatten
Dunkel schwerelos wachen
Schimmernder Rauch in zart
Sich dieses Gefühl bewahrt

Herabstoßend schlagende Blitze
Hinterlassen schmerzende Hitze
Schmerzen die kaum zu ertragen
Nichts kann dagegen helfen

Doch sind es die Schmerzen
Die an ein Leben erinnern
Es gar am Leben erhalten
So soll der Schmerz bleiben

Das Gefühl aber will bleiben
Durchzogen im dunklen Schatten
Es darunter muss fühlen
Das es könnte bald sterben

© Amy Herzog

Freies Blut…

Aus knochentiefen
Schnitten fließt Blut,
es will nicht gerinnen,
nein, es will flüchtend
frei Leben im Tod.

© Amy Herzog

Dein zu mein…

So sehr begehre
ich dein Blut
kann kaum klar denken
in mir brennt es
heiß wie Glut

In Gedanken
zerfleische deine Brust
reisse dein Herz
heraus und trinke
mit Lust

Trage ich dich
solang auf Händen
wenn du es mir gibst
und es zu meinem wird
spüre ich dein Leben

© Amy Herzog

Im dunkel schreibend verbleiben,
bis die letzte Zigarette verglüht
und das Leben schmerzlich vergeht.

© Amy Herzog

atemlos, zitternd,
lustvoll und lodernd
hast du in mir
das feuer entfacht
lege mich nieder
und schenke mich dir
denn, du hast mich so
unglaublich hungrig gemacht

© Amy Herzog

Wirklichkeit…

Die Muttersprache,
Manipulation,
die man lebt,
in Diskretion.

Die Lügen,
der Dialekt,
wird gesprochen,
so perfekt.

Fremdsprechen,
das Schweigen,
das man spricht,
um nicht zu zeigen..

Wie es ist,
ein Wesen zu sein,
das Seelen frisst.

© Amy Herzog

Die Seiltänzerin…

Hoch in den Lüften tanzt sie federleicht,
spielt ein Theater, fingiert das Lächeln.
Sie spürt es nicht, doch die Zeit verrinnt,
zu lang schon lässt sie die Augen verschlossen.

Das hauchdünne Seil ist bestimmt nur für nie,
wo sie auch sucht, sie verweilt dort allein.
Doch schlimm ist das nicht, sie lebt Harmonie,
fragend ist nur wer würd hörn, würd sie schrein?

Manchmal lässt sie ja die Neugier nicht los,
schaut hinunter zur Erde, tief in den Abgrund.
Von so weit hoch oben, scheint’s hoffnungslos,
wenn sie käme, hinab, was wär dann der Grund?

Plötzlich ein Windstoß hoch über den Wolken,
das erste mal, das sie so schwebt in Gefahr.
Kann sie sich gerade mit einem Arm halten,
verziehen schon Bilder, wie ihr Leben dort war.

Die Panik verfliegt, als sie einladend sieht,
ein schwarzes Wesen den Arm nach ihr streckt.
Der Tod stellt sich vor, sie hat keine Furcht,
er sagt, er schenkt ihr freie Erlösung direkt.

Gerade als sie den Arm greifen will, den,
welchen sie sich so lang hat ersehnt.
Hört sie ganz leise von links irgendwen,
sagt der, dass sich dieses Geschenk nicht lohnt.

Ein letztes mal riskiert sie hinüber, den Blick
zu der Stimme, die nun sagt, bleib am Seil.
Das schwarze Wesen, es ist nur ein Trick,
will treiben zwischen dich und das Leben den Keil.

Steig wieder auf, und versprechen werd ich dir,
es gibt ein Ende und du kannst gehen, für immer.
Balanciere am Seil, nur immer weiter so hier,
und ich schenke dir Leben und manchmal auch Kummer.

Jetzt liegt es an ihr, wem will sie nun folgen,
Tod oder Leben, welchen Preis will sie zahlen.
Eine Entscheidung werden wohl wir nie erfahren,
entweder oder, sie wird es ertragen haben.

© Amy Herzog

Bilder…

sanfte bilder
in meinen gedanken
nah seid ihr
so tief in mir
ich muss euch danken
mich fühlen lasst
lebendig scheinen
im herzen weinen
traurig scheint ihr
aufrichtige schreie
so lasst euch fallen
und seid bei mir

© Amy Herzog

Weiß nicht weiter…

zu vieles verborgen
gedanken verworren
niemand sieht
niemand spürt
keine worte
ohne orte
wortlos
atemlos
erkannt
verdammt
allein
sein

Niemand versteht
Niemand will verstehen
Niemand will sehen

Ich verschließe mich
Ich weiß es
Spüre es
Bin es

© Amy Herzog

Gefangen…

Im Körper gefangene Seele,
Auf ewig sie sich quäle,
Vom Leben stets bewacht,
Nur der Tod hat die Macht.

Das Gefängnis zu brechen,
Und die Seele kann entfliehen,
Sich dem Raster entziehen.

In ein freifliegendes Leben,
Das Glück pur erleben…

© Amy Herzog

Kalt…

Mir ist kalt.
Kälte gegen das Einschlafen.
Mein Körper reagiert schon gar nicht mehr.
Kein zittern, nichts. Nur Kälte.
Ich schlafe nicht.

© Amy Herzog

Längst geronnen…

leere
bis ich lebe
aus tiefster seele
aufrichtige liebe
gerinnt

© Amy Herzog

Verzweiflung…

Kann sie nicht genommen werden,

tief, so tief sitzt sie,

diese Verzweiflung,

zu fest bin ich noch immer verbunden.

© Amy Herzog

Das Leben des einsamen Mannes…

Morgens früh, da steht er auf,
wälzt sich aus dem Bette raus,
wankt verschlafen durch das Haus,
macht sich fertig und geht raus.

Schleicht die Wege bis zum Bus,
hier und da ein flüchtig Gruß,
in Gedanken setzt er sich,
der Morgenhimmel schön rötlich.

Ein paar Minuten sitzt er da,
so wie’s auch schon gestern war,
morgen wird es auch so sein,
immer früh zum Sonnenschein.

Gleich von rechts da kommt er schon,
der Bus, da an der Bahnstation,
inspiriert vom Morgenhimmel,
steigt er ein in das Gewimmel.

Weiter geht er ganz gelassen,
ignoriert die Menschenmassen,
setzt sich hin und starrt hinaus,
die Inspiration ist aber raus.

So geht er weiter bis zur Arbeit,
tut jeden Tag zu dieser Zeit,
die Aufgaben schnell und präzise,
denkt an nichts, absurderweise.

Nach Stunden ist es endlich rum,
fährt er dann Heim und fragt warum,
das Leben ist so Monoton,
seit 20 Jahren ja nun schon.

Zu Hause dann da setzt er sich,
isst liebloses Fertiggericht,
sitzt noch etwas auf dem Sessel,
schaut fern und füttert noch die Vögel.

Immer später sieht er dann,
schnell noch duschen, nicht so lang,
dann ins Bett, so ganz allein,
schlafen, bis zum Morgenschein.

Morgens dann wieder von vorn,
es geht weiter ohne Zorn,
Eintönig, voll Einsamkeit,
schläft er in der Dunkelheit.

Viel zu bieten hat es nicht,
das Leben aus des Mannes Sicht,
wär nur schön nicht ganz allein,
zu bestaunen den Morgenschein.

© Amy Herzog

So schrecklich ruhig (2)

Gefallen auf die Seite des Todes.
Der Kampf, er ist vorbei.
Kann nicht weiter.
Bitte sei vorbei.
Saugt mir alles Leben aus.
Was Ihr wolltet, das habt Ihr erreicht.
Seid zu kraftvoll, so scheide dahin.
Gratulation. Ich schlafe. Ruhe.
Denke ein letztes mal.
Fühle ein letztes mal.
In Liebe, die Liebe.
Verloren…

© Amy H.