Schreiben

Verwelkt…

Einst lebend Fleisch
jämmerlich verwelkt
zärtlichst Schrei im Traum
wie wäre es –
springe in deinen Teich
mein Herr, egal
in deine Nicht-Welt

© Amy Herzog

Leer…

bin leer
kann nicht schreiben
nicht denken
wo wer
die seele ist fort
wo bin ich
es ist dunkel
wie ein mord
bin ich weg
mein körper vergeht
seht
macht was er will
lässt sich nicht lenken
nicht steuern
die glieder senken
schwanken schreien
groß
klein
was ist los
wein
lebe in dir
mir
sehe
es geht nicht
vergehe

© Amy Herzog

Ausgehungerte Lust…

Tief der der Nacht
erweckt er sie aus mitten
ihres wunderschönen Traumes
zieht sie mit einem sanften Kuss
auf ihren weichzarten Lippen
in seine Welt der Leidenschaft
und erhitzender Lust

Zwischen ihren Schenkeln
spürt sie ihn nah und warm
spürt wie an ihr seine Lust
sich steigert und wächst

Wie ein ausgehungertes Tier
entreißt sie ihm die Kleidung
umschlingt seine Hüften
und hegt Hoffnungslust
mit ihren Beinen

Gleich würde sie ihn spüren
seine harte Lust gleitet langsam
und sanft, doch immer in sie hinein
wildgeworden wird sie verrückt
kratzt und beißt sie braucht
es härter jetzt gleich
will sie ganz Sein

So stößt er immer tiefer
immer fester schneller und härter
in diese nasswilden Lüste
und knabbert und küsst
dabei sanft ihre Brüste

Spürt seine Gier
wie sie steigert sich an
noch schneller stößt er sie
zieht sie nah an sich ran
und bleibt still

Am Schlusse fühlt sie
sein zuckendes Zittern
im Saft dieser Liebe
sind sie verbunden
und schlafen ein
mit letztem Kuss

© Amy Herzog

Sehnsucht nach dir…

schau die Sehnsucht
zeigt voller Lust
sie saugt mich aus
ich kann nicht mehr
und auch nicht raus
im Dunkeln warte
bis das du kommst
und endlich nimmst
mich hier erweckst
aus dieser kraftlos
stillen Müdigkeit
für einen Moment
nimmst mein Leid
die Sterne zeigst
mir Leben reichst
lass mich spüren
wo bist du hier
ich will mit dir
verführt sein
bis ich war
dein

© Amy Herzog

Sinnlose Worte…

Mehr und mehr
verlerne ich es zu reden,
mich normal auszudrücken,
normale Sätze zu formulieren,
meine Gefühle zu beschreiben.

Jedes solcher Worte,
gesprochen, geschrieben
erscheint mir so sinnlos,
wertlos und unverständlich,
oder zu verständlich.

Gefühle versteckt
hinter fremden Worten,
wartend, dass sie jemand versteht,
wirklich versteht.

Fühlt.

Mich fühlt.

© Amy Herzog

Grinsen…

Weit über das ganze Gesicht
grinse ich bei jedem Gedicht
ob schön, grausam oder traurig
grinsen muss ich dennoch glücklich

Mag es heut am Wetter liegen
nein, ich seh‘ nur Wolken oben
nur in mir da scheint sie grell
die Sonne lacht für heute hell

Glück wird es ganz sicher sein
was ich fühle in mir fein
ich weiß nicht, woher es kommt
doch die Gefühle niemand nimmt

Vielleicht ja eine Vorahnung
auf eine kleine Überraschung
dauert es vielleicht nicht lang,
bis ich echtes Glück fühlen kann

Ich hoffe nur ich sehe bald
das Glück in diesem vollen Wald
ich hoffe nur es zeigt sich dann
zum Glück teilen irgendwann

Bis dahin genieße ich
das Grinsen auf meinem Gesicht
das kleine Glücksgefühl zuvor
mit dem strahlenden Humor

© Amy Herzog

Liebesspiel im Mondschein…

Wenn der Mond den Himmel küsst,
helle Sterne glänzen lässt,
steigt in uns die heiße Lust,
des Feuers kochendes Gelüst.

Enger rücken uns´re Schatten,
ihrer Sehnsucht überlassen,
nichts und niemand wird uns halten,
niemand kann uns noch abhalten.

Ergeben wir uns der Sehnsucht,
wagen wir auch keine Flucht,
berühren, lieben in der Nacht,
Schatten über uns nun wacht.

© Amy Herzog

Wundervoller Fehler…

Der Blick dezent zu Boden geneigt.
Immer wieder kurz schüchtern hochblickend,
um einen Blick von seinem Körper zu erhaschen,
und um einen Blick zu zeigen, voll Lust, der zeigt,
ich will am liebsten gleich hier an dir naschen.
Ein leichtes Grinsen ist nicht zu verachten.
Leise flach-zitternder Atem schleicht über die Lippen,
mit großer Mühe versuchend, diesen so scheinen zu lassen,
als solle er verborgen bleiben.
Wahrlich rundet dieser Atem nur das Bild ab,
welches zeigt, wie viel Lust entsteht im Inneren.
Und wieder nach unten blickend, knabbern weiße Zähne
sanft an der Unterlippe.
Nur dieser Gedanke,

„So nimm endlich, wonach es dir verlangt“,

bleibt im Kopf so hartnäckig bestehen.
Kaum noch ist es möglich, gerade aufrecht zu stehen.

So stellt sich nur noch die eine Frage,..
wo können wir es tun, wo nur, wo?
Gleich hier auf dem Tisch,
auf dass sich unsere Körper schnellstmöglich vereinen.
Nein, nicht in dieser Öffentlichkeit,
nicht in dieser Lage.

Immer weiter zurückhaltend an der Unterlippe knabbernd
suchen wir nach einem lauschigen Plätzchen.

Stehlen wir uns ein, zwei Küsse,
bevor wir uns nicht mehr zurückhalten können.

Ein wundervoller Fehler geschieht.

© Amy Herzog

Mein Herz…

Mein Herz…
es weint bitterlich
es schreit sehnsüchtig
es zerreißt schmerzlich
es will dich aufrichtig
es will dich schmerzlos
es will dich bedingungslos
lieben…

© Amy Herzog

Qualvoll Sehnsucht…

Sie schläft nicht, nein
zu keiner Zeit,
mach das es aufhört,
das es in mir
nicht mehr weilt.
Zeige mir den Mond,
den du erblickst
in der Nacht,
lasse ihn auch mich sehn
mitten in schöner
Sternenpracht.
Zeige dich hier,
reiche mir deine Hand,
halte mich so fest,
wie du nur kannst.
Schenke mir dein
schönstes lächeln,
auch deine Worte
lässt sie schwinden.
Kurz nur, bitte,
lass mich strahlen
ich bin die, die
nach dir sucht.
Die, die leidet
große Qualen,
oh, qualvoll suche
in Sehnsucht.

© Amy Herzog

Nähe…

zarte arme
sanft ihn umfangen
liegend auf ihm
die lippen berühren
augen geschlossen
entfesselte träume
bewegungen sinnlich
auf und ab gehen
in geöffneten beinen
seine nähe
spüren

© Amy Herzog

Mondesnacht…

Abends, wenn die Sonne lacht,
noch kurze Zeit in schöner Pracht,
genug gesehn das Licht die Welt,
die Seiten wechselt’s Lichterzelt.

Zur Seite schreitet für die Nacht,
so lachend Sonne drüben wacht,
die Strahlen sich im Rauch verziehn,
erwachen Sterne im Mondschein.

Dämmerung so dunkler wird,
Glühwürmchen umher geschwirrt,
Rauschens Wasser funkelt bunt,
um Mitternacht zur Geisterstund.

Keine Angst vorm Glitzerstern,
glänzt auf uns doch all zu fern,
Mond und Sterne welche Pracht,
schöner Tag – die schönste Nacht.

© Amy Herzog

Entführung…

Wenn du es willst,
dann sage jetzt nichts,
sei dir nur bewusst,
des totalen Verzichts.
Küsse mich ein Mal,
und komm in die Welt,
wo kurz du verlierst,
dein eigenes Wort.

Bist du gegangen,
wirst du dann entführt,
verbinde die Augen,
und seie vergnügt.
Mit Haut und Haaren,
gibst du dich mir hin,
dein eigener Wille,
er schwindet dahin.

Deine Lust wird bebend,
bis zum Ende getragen,
zu stöhnen beginnend,
wirst du es ertragen.
Als könntest du nun,
die Sterne berühren,
darfst du dich ausruhn,
nach heißen Gefühlen.

© Amy Herzog

Die Frau im dämmergrau…

Im Abendlichen dämmergrau,
sieht in der Ferne ungenau,
eine wunderschöne Frau,
diese Gestalt in Dunkelblau.

Auf dem Weg ins traute Heim,
umher lustwandelt sie allein,
die Gestalt steht nah im Schein,
ein großer Mann, wer mag das sein?

Er steht da und schaut sie an,
dieser wunderschöne Mann,
geht auf sie zu und begann,
zu sprechen, oh welch ein Klang.

Begleitet er sie noch ein Stück,
höflich mit betörendem Blick,
denkt sie noch, was für ein Glück,
nicht zu ahnen, das Unglück.

Er schmeichelt ihr ein letztes Mal,
sucht einen Platz der ideal,
im Dunkel ist für seine Qual,
die Uhr schlägt 12, gerad an der Zahl.

Hat er einen Platz gefunden,
beißt und trinkt er in Sekunden,
bis kein Tropfen mehr vorhanden,
die Frau im Jenseits ist verschwunden.

Der einst so höflich schöne Mann,
durch sie er neue Kraft gewann,
wartet er bis irgendwann,
bis er wieder spürt, den Drang.

Im Park er wieder warten wird,
bis eine Frau erneut rumirrt,
und sie sich in ihm verliert,
er ihr Blut nimmt und sie auch stirbt.

© Amy Herzog

Geweckt…

sanft verschlafen
wach ist sie
die augen noch verschlossen
ein kuss am hals
erregt wie nie
gefühle überschlagen
ist das erste was sie spürt
die eure lust so stählern
zwischen ihren beinen rasch
ihr immer näher rückt

© Amy Herzog

Manchmal ist es 

einfach richtig schlimm.

Liege da, im Dunkel,

warte.

Dann denke ich

die Seele ist dein, nimm

Behalte sie, ich will

sie nicht mehr. 

© Amy Herzog

Bilder…

sanfte bilder
in meinen gedanken
nah seid ihr
so tief in mir
ich muss euch danken
mich fühlen lasst
lebendig scheinen
im herzen weinen
traurig scheint ihr
aufrichtige schreie
so lasst euch fallen
und seid bei mir

© Amy Herzog

Das letzte Sehen…

Im Regen stehen,
lassen es geschehen,
den langen Kuss,
bevor wir gehen.

Ein Wiedersehen,
wird nicht geschehen,
ein letztes mal,
in Liebe gesehen.

Ich würde flehen,
euch nicht zu verlieren,
es wäre vergebens,
ihr seid entschlossen.

Euer letztes Lächeln,
werde ich sehen,
in tiefer Sehnsucht,
in meinen Träumen.

© Amy Herzog

Einmal kurz leben…

Innerlich nichts als Leere,
berühre ich tot die Tasten.
Suche nach spürbarer Nähe,
wo nur, ich kann nicht sehen.

Voll Nöten bitte und bettle,
klangvoll ertönen die Noten.
Kommen ein paar Gefühle?
Ich gehöre nicht zu den Toten!

Schließe fest die Augen,
meine Hände tanzen allein.
Sie müssen Gefühlen folgen,
seien sie noch so klein.

Ich bin wie erstarrt!
Kann mich nicht rühren!
Sagen kann ich kein Wort,
die Emotionen kann ich spüren.

Wild umher schiessen sie,
quer durch meinen Körper.
Im Rhythmus zur Melodie,
werden wunderschön hörbar.

Immer mehr, viel zu viel!
Gemisch aus Leid und Liebe,
höre ich auf und werde still.
Kurz spürte ich, das ich noch lebe.

© Amy Herzog

Seele…

Seele in matten
Farben, getrieben
verfolgt vom
Todesschatten.
Funkenhelles Gut
des dunkelbösen,
verbleibt verdammt,
ewig vom venösen
Blut.

© Amy Herzog

Ewig grau…

Schüchtern tanzen sie gemeinsam,
und beide sind ein wenig einsam,
doch keiner spürt die Müdigkeit,
immer weiter tanzen sie verträumt.

Immerzu enger tanzen sie,
zur allerschönsten Melodie,
und merken dabei aber nicht,
unermesslich wächst die Sucht.

Stunden um Stunden vergehen so,
monatelang sind beide froh,
bis sie merken, was sie sind,
die Farbe ändert sich geschwind.

Einst waren sie nur schwarz und weiß,
doch drehten sie zu schnell im Kreis,
so wurde nach der kurzen Zeit,
ein grau, das nahm die Heiterkeit.

Beendet haben sie den Tanz,
einsam sind sie wieder ganz,
das grau wird keinesfalls vergehn,
obwohl sie sich nie wieder sehn.

Auf ewig sind sie nun verdammt,
kein Tanz sich jemals neu entflammt,
verbleiben grau so gerade eben,
der Einsamkeit doch überlassen.

© Amy Herzog

Verführung…

schnelle verführung
sanfte berührung
irritiertes gespür
ich mich verlier
gedanken
wanken
ungewiss
ein genuss
gefühle beben
herzen schweben
augen schließen
dich sehen
verführen
fühlen
glühen

© Amy Herzog

Aufgeben…

Die Hände zittern,
Die Augen sind schwer.
Meine Seele, sie schreit,

Es ist der Schrei,
Nach Sicherheit.
Schrei nach Ehrlichkeit,
Schrei nach etwas…
Freundschaft.

Schrei, lauter Schrei,
Nach irgendwas.
Mut und Angst,
Viel zu viel Angst.
Angst zu kämpfen,

Nimm die Angst,
Diese schlimmste Angst.
Gib Sicherheit.
Etwas…

© Amy Herzog

Schenket die Freiheit

Lasset mich einfach endlich geh’n,
so lasset mich nass im Regen steh’n.
Macht dass es aufhört, das Rauschen der Wellen,
werfet mich aus diesen düstren Zellen.

Schenkt Ihr die Freiheit, verneige ich mich,
lasset mich ziehen, im Kusse mit Euch.
Nie wieder werdet Ihr an mich denken,
ganz so als sei ich nie da gewesen.

Es schmerzt, es reißt, Ihr seid so nah,
genießt es doch immer noch so wahr.
So gebt es doch einfach endlich auf,
dann findet Ihr andere Seelen auch.

© Amy Herzog

Durst…

Grelles Licht
Umgeben von Dunkelheit
Kälte und Wind ohne Ton
Zittern am ganzen Körper
Innerliche Verbrennung
Starrer glasiger Blick

Suche dich!
Leise fauchender Atem
Trockene Lippen
Das Herz immer schneller
Schmerz überall
Beginnend zu rennen

Sehe dich!
Tausend Gedanken ohne zu denken
Auf der Suche nach Blut.
Habe dich!

© Amy Herzog

 

Fühle Dich…!

innerlich
ich suche dich
bist du wo
spüre ich nicht
fest du reisst
das spüre ich
länger dann
zerfalle ich
distanziert
blicke ich dich
in tiefer trance
spüre ich dich
fest verschlungen
halte mich
tränenlos
nun weine ich
hassen kann
dich liebe ich
bin da wenn du
verlangest mich
immer weiter
weine ich
tränenlos
vergess ich nicht

© Amy Herzog

Melancholie…

Von Schmerzen geleitet,
zu lange gewartet,
die Seele zerrissen,
versickert in Massen.

Für immer verloren,
rasend in Jahren,
sucht die Melodie,
inmitten der Melancholie.

© Amy Herzog

Mädchen vom See…

Der See bedeckt mit glänzend Eis,
kraftvoll, stark und zum Beweis,
tanzt ein Mädchen leicht und sanft,
sie verspürt auch keine Angst.

Schwarzes dunkel um sie herum,
doch sie merkt es gar nicht drum,
tanzt sie weiter so wunderschön,
der See erhellt man kann sie sehn.

Ein Haus gebaut aus Lehm und Stein,
steht da gleich am See allein,
Lampen scheinen dort wohl keine,
die Hausherrin braucht keine Feinde.

Allein lebt sie dort an dem See,
erfreut sich an Natur und Schnee,
freundlich zu den Tieren ist,
niemals sie die Tiere isst.

Im Schatten sie doch dennoch lebt,
warum? sie über Seelen schwebt,
getrieben wie ein wildes Tier,
Blut braucht sie, so jagt sie hier.

Manchmal kommt ein Mensch vorbei,
denkt er noch, er wäre frei,
doch schon bald bemerkt er schnell,
dass das Mädchen dort Blut will.

Wie es aber immer war,
so ist es auch dieses mal,
gibt es niemals ein entkommen,
das letzte fühlen ist ein brennen.

Und das Mädchen tanzt so weiter,
wartet einfach immer weiter,
bis das nächste Opfer kommt,
welches sie auch nicht verschont.

© Amy Herzog

Schwarz in Bunt…

Wolken wie Zuckerwatte
schweben sanft
durch warme Sommerluft.

Sattgrün trockene Wiese
sonnt sich
inmitten luftigem Duft.

Vögel so farbenfroh bunt
flattern fröhlich
singen klangvoll umher.

Seele so schwarz
denkt nach
melancholisch an früher.

© Amy Herzog

Mein…

Im Park am warmen Sonnenabend,
sitzt du klein und unbedeutend,
unschuldig und unerfahren,
will ich alles doch erfahren.

Komme näher, grüße sanft,
habe bitte keine Angst,
verführerischer leichter Duft,
liegt gerade in der Luft.

Spüre deine Leidenschaft,
schläft sie noch mit aller Kraft,
locke dich aus dem Versteck,
kommst du mit ein kleines Stück.

Komme mit in meine Welt,
führe dich wie’s mir gefällt,
schaue dich hypnotisch an,
bald darauf bist du mein Mann.

Mit jeder Faser bist du mein,
für immer bleibt er weiter klein,
besitze dich mit Haut und Haaren,
von mir wirst du alles erfahren.

Geborgen darfst du dich jetzt fühl’n,
verneige dich jetzt will ich spühr’n,
was auch kommt, du wirst mir folgen,
verbinden werd‘ ich deine Augen.

Langsam heb‘ ich deine Arme,
führe dich hin auf mein Bette,
werfe leicht gewaltsam hin,
bleibe ruhig, nur das macht Sinn.

Seil für Seil umschmeichelt dich,
gefesselt wirst du sein reichlich,
wehrlos, blind und ausgeliefert,
um dich wird sich nun gut gekümmert.

Schneide sachte in den Arm,
küsse, trinke, Blut so warm,
löse schnell noch deine fesseln,
worauf ich dich dann nur verlasse.

Sehen wirst du mich sehr bald,
wenn die Zeit reif ist, dann sobald,
führe ich dich wieder ein,
in meine Welt, mein Mann so klein.

© Amy Herzog

Körpergefühl…

Leise rauschende Wellen
durchfluten den Körper
und verbleiben in Tropfen
hinterlassen keine Bilder.

© Amy Herzog

Das Leben des einsamen Mannes…

Morgens früh, da steht er auf,
wälzt sich aus dem Bette raus,
wankt verschlafen durch das Haus,
macht sich fertig und geht raus.

Schleicht die Wege bis zum Bus,
hier und da ein flüchtig Gruß,
in Gedanken setzt er sich,
der Morgenhimmel schön rötlich.

Ein paar Minuten sitzt er da,
so wie’s auch schon gestern war,
morgen wird es auch so sein,
immer früh zum Sonnenschein.

Gleich von rechts da kommt er schon,
der Bus, da an der Bahnstation,
inspiriert vom Morgenhimmel,
steigt er ein in das Gewimmel.

Weiter geht er ganz gelassen,
ignoriert die Menschenmassen,
setzt sich hin und starrt hinaus,
die Inspiration ist aber raus.

So geht er weiter bis zur Arbeit,
tut jeden Tag zu dieser Zeit,
die Aufgaben schnell und präzise,
denkt an nichts, absurderweise.

Nach Stunden ist es endlich rum,
fährt er dann Heim und fragt warum,
das Leben ist so Monoton,
seit 20 Jahren ja nun schon.

Zu Hause dann da setzt er sich,
isst liebloses Fertiggericht,
sitzt noch etwas auf dem Sessel,
schaut fern und füttert noch die Vögel.

Immer später sieht er dann,
schnell noch duschen, nicht so lang,
dann ins Bett, so ganz allein,
schlafen, bis zum Morgenschein.

Morgens dann wieder von vorn,
es geht weiter ohne Zorn,
Eintönig, voll Einsamkeit,
schläft er in der Dunkelheit.

Viel zu bieten hat es nicht,
das Leben aus des Mannes Sicht,
wär nur schön nicht ganz allein,
zu bestaunen den Morgenschein.

© Amy Herzog