Dunkelheit

Regen…

Die Wolken regnen immerfort,
obwohl die Sommersonne scheint,
im Herzen herrscht ein düst’rer Ort,
so bleibt’s der Ort, der ewig weint.

Sie klimpern leis‘ ans Fensterglas,
so trübe, schwach erklingt ein Lied,
geschrieben ward, was längst vergaß,
doch sieht das Herz diesen Abschied.

Und trinkt es Regen immerfort,
wo niemand noch das Herz erhellt,
so dunkel regnen Wolken dort,
bis es in sich zusammenfällt.

© Amy Herzog

Haltender Mond…

Und wie meine Seele in der Dunkelheit,
verzweifelt versucht die Liebe zu finden,
doch trägt mich die Sonne zu kurze Zeit,
und der Mond kann Herzen nicht binden.

Und wie mein Flüstern dein Gehör sucht,
so bleibt meine Stimme längst verstummt,
das Herz noch in jeder Nacht Sterne bucht,
doch jeder Wunsch nur in der Ferne summt.

Und wie meine Hände deinen Halt suchen,
wo doch die Sonne an jedem Tag untergeht,
so könnte ich niemals den Mond verfluchen,
ist er doch der Haltende, der mit mir fleht.

© Amy Herzog

Das nennt sich dann ‚Frei‘..

Zerfrisst kein Wort mein fades Gesicht,
als fehlte uns dort jegliches Gewicht,
schaut doch der Wahnsinn nach rechts,
und lässt mich allein, nur ohne ein Licht.

So zwingen mich die Tage zum trinken,
kann ich nur in deinem Bild ertrinken,
giftig wohl – doch fügt sich Nähe ein –
nur am Tage trink‘ ich mich nicht rein.

Wo selbst mit jedem Tag ein jeder Wein,
fühlt sich mein gefüllter Magen nur allein,
Zitronenduft erfüllt – nur niemals genug,
brennt Leidenschaft den letzten Betrug.

Als rauchte mein Herz nicht mit Hirn,
sondern trank stets das wortloses Gift,
aus Wolkentänzen und Dämmerkrug,
bleibt Sonne, kein Wein, und nichts genug.

Und das nennt sich am Ende dann ‚frei‘.

© Amy Herzog

 

Graue Wolken..

Unter all den allzu grauen Wolken,
die mir am Himmel stetig folgen,
jage ich des frohen Herzens Blut,
das die meine Herzenslast vergolden.

In Brust und Haaren liegend schwer,
das trübe Leben jener grauen Last,
doch jede Liebesmüh darin erstickt,
so hängt allein am müden, fahlen Ast.

Fällt doch Regen auf die Wiese heut‘,
der Hoffnungsschimmer gar verdrängt,
folgt der Wind auf jene grauen Wolken,
der mein Herz zum Gold’nen lenkt.

© Amy Herzog

lieblich kühler Wanderer…

Oh, lieblich kühler Wanderer,
so sei mir nah in finstrer Nacht,
schwebst über blaue Meere hoch,
mit deiner reinen Herzensmacht.

Oh, sinke nicht für mich hinab,
sei meine Herzenslast zu schwer,
nur atme auch mit ferner Brust,
das Salz für mich aus deinem Meer.

Oh, lieblich kühler Wanderer,
traf mich in ferner Zukunft bald,
ereilt uns nur in andrer Nacht,
ein Kuss an deines Meeres Wald.

© Amy Herzog

Ewige Nacht…


Und wir begrüßen diesen Tag,

so schnell er für uns auch vergeht,

und springen wir über den Rand,

der Welt, wo uns der Wind verweht.

 

Der Wind, er weht uns in die Nacht,

und diese auch zu schnell vergeht,

doch liegt für uns der Zauber dort,

wo für uns diese Welt still steht.

 

Und so verbleiben wir bei Nacht,

denn diese Zeit verweht kein Wind,

mein Herz verbleibt in deinem Arm,

dort wo wir zwei zusammen sind.



© Amy Herzog

Nicht allein…

Mit dem letzten Wind getanzt,
in lauer Frühlingsnacht,
so ward mir noch der Hof gemacht,
doch bin ich aufgewacht.

Verlies mich doch die Träumerei,
ließ mir die Stille da,
das Haar doch noch im Winde weht,
der Traum, er lebte wahr.

Entgegen blicke ich dem Mond,
ein Lächeln sei noch sein,
und fühle ich fortan bei Nacht,
im Mondlicht nicht allein.

 

© Amy Herzog

Wunschgedanken…


Der Morgen brachte die Gedanken,

mit Wünschen die nur keiner sieht,

die Wahrheit liegt darin verborgen,

wovor mein Herz allein nur flieht.

 

Die Flucht begleitet durch den Tag,

der anderen das Lächeln schenkt,

doch innerlich dort wütet noch,

der Sturm, der mich durch Nächte lenkt.

 

Die Nacht brachte mir die Gedanken,

die außer mir doch jemand sieht,

und sei’s jemand, der Wahrheit mag,

so dass der Wunsch wahrhaft geschieht.

 


© Amy Herzog

Nie…

Für uns schien doch nie der Mond,
wir irrten nur – es war,
die eine Nacht im Kerzenschein,
da waren wir uns nah.

Die Kerze nur längst ausgebrannt,
ich irrte nur – ich sah,
schon dunkel als der Tag begann,
der Traum ward nicht gewahr.

Der Tag rennt seither pausenlos,
wir irrten nie – es ist,
die Zeit verdrängt uns ohne Ziel,
was Herz und Hirn vermisst.

Dem Herzen sei hier keine Wahl,
wir irren – bloß allein,
die Türen zu, das Licht erlischt,
der Mond war uns zu klein.

 

© Amy Herzog

Unsichtbar…

Die Tropfen fallen auf’s Papier,
dort wo das Wort verlassen ist,
sie lassen stumme Bilder hier,
wo mein Herz die Farbe vermisst.

Die Farben bleiben unsichtbar,
weil dieser Krug nur Leere weint,
die Sonne, die das Licht gebracht,
fortan in meiner Welt nicht scheint.

In Dunkelheit sind Farben schwarz,
die Bilder werden nicht geschehen,
und was dort auf dem Blatte weilt,
wird von den Herzen nicht gesehen.

 

© Amy Herzog

Friedhofsbäume…

Inmitten der Kälte der leblosen Gräber,
stehen die fragenden Bäume weit offen,
die Winde des Wissens, sie ziehen vorbei,
mit ihnen das ewiglich leidende Hoffen.

Sie biegen und brechen in düsterer Nacht,
doch hören die Geister der Stunde das nicht,
an Tagen wenn jemand verstohlen dort lacht,
als sähen die Bäume im Fragen kurz Licht.

Verwurzelt verweilen sie Lebenslang dort,
wo niemand die Winde in Wärme verhüllt,
so ziehen sie Wissen aus schweigsamer Ruhe,
und warten bis sich dieser Traum noch erfüllt.

 

© Amy Herzog

Unbezahlbar…

Müde von dem Rest des Lebens,
träume ich durch diese Nacht,
nur der Tag zählt zähe Stunden,
denn nur dort wird nachgedacht.

Wenn der Wind die Asche weht,
die am Tag auf Träumen liegt,
reise ich durch tausend Sterne,
worin auch das Herz dann siegt.

In der Nacht weht freier Wind,
sodann zähl ich das letzte Schaf,
und in dem Traum so hell erwacht,
singt Reichtum in den tiefen Schlaf.

Unbezahlbar scheint die Nacht,
ein Wert der Freudentränen weint,
in Liebe warm ein sanfter Kuss,
ein Leben, das im Traum erscheint

 

 

© Amy Herzog

Im falschen Film…

Ein Lächeln für den falschen Film,
dort wo es richtig scheint,
nur aufgeführt ein einsam‘ Stück,
worin die Seele weint.

Ein Lächeln für den langen Tag,
weil hier die Sonne lacht,
doch ward die Maske aufgesetzt,
bis in die schwarze Nacht.

Ein Lächeln für den bunten Ort,
es spielt Geborgenheit,
nur wird in dieser schwarzen Nacht,
all das zur Flüchtigkeit.

Die Träne fließt im falschen Bett,
in unsichtbarer Nacht,
damit der falsche Film nachher,
am Tage wieder lacht.

 

© Amy Herzog

Wenn Meer entsteht…

Die Tränen fließen dort heraus,
wo die Gedanken zerrend quälen,
immer dann, wenn Uhren schlafen,
und die Zeiten nicht mehr zählen.

Die Zeiten zählen niemals mehr,
wo dann ein Herz am Boden liegt,
dort wo im Dunkel niemand fühlt,
wenn ein Gefühl zum Himmel fliegt.

Und kommt es erst im Himmel an,
dann füllen sich die Wolken gleich,
die Tränen, die ein Herz mal weinte,
beregnen fortan Meer und Teich.

 

© Amy Herzog

Im Nebel…

Stehe im trüben dichten Nebel,
und sehe trist ins kalte Grau,
höre nur ein paar Vögel singen,
verzerrt hinter dem Grau in blau.

Schau‘ hinauf hoch in den Himmel,
auf der Suche nach etwas Licht,
blicke nur in beschlagene Spiegel,
mich selbst seh‘ ich darin doch nicht.

Im Nebel scheine ich ganz allein,
eingeschlossen, zu tief in ihm,
nicht mal ich schein‘ dort zu sein,
bis all die Schwaden sich verzieh’n.

Aus dem Nebel kann nichts flieh’n,
der Nebel lässt auch mich nie frei,
doch werde ich verzeihen ihm,
denn dort lebt es sich sorgenfrei.

 

© Amy Herzog

Was?

Würde sich der Nebel verziehen,
und bricht aus Wolken Sonnenlicht,
dann würd‘ so manches klarer sein,
doch warmes Licht, das gibt es nicht.

Dann gäbe es da noch den Wind,
der könnt‘ in meine Richtung wehen,
doch würd‘ dann die Gedankenwelt,
ein kleines bisschen klarer sehen.

Da bleiben Wolken über mir,
sie regnen, doch sind tonnenschwer,
das Herz gefüllt mit kaltem Nass,
und doch verbleibt es dunkel-leer.

Nur ein Gedanke dringt hervor,
die Flammen aus dem trüben Nass,
und diese Frage, die sich drängt,
was wär das Feuer ohne…, was?

Was wäre, wenn die Sonne scheint,
und sich der Nebel bald verzieht,
der Wind in meine Richtung weht,
und der Gedanke klarer sieht?

 

© Amy Herzog

Gedankengarten…

Ich springe über die Gedanken,
und stellt mir einer stets ein Bein,
so fall‘ ich tief in diesen Garten,
und verirr‘ mich tief hinein.

In diesem Garten ist es dunkel,
ein Irrweg, weder fern noch weit,
so wünsche ich mir dort ein Licht,
das mich von diesem Weg befreit.

Der Weg scheint nicht mal allzu weit,
doch kann ich ohne Licht nicht seh’n,
und hoffe ich im Garten hier,
nur etwas Land in Sicht zu seh’n.

 

© Amy Herzog

Gemeinsam…

Ein Schluchzen hinter schwarzer Tür,
verzweifelt schließt die Wahrheit ab,
doch hält die Sehnsucht bei der Hand,
und stürzt die Freiheit stumm hinab.

Verführend greifen Küsse stumm,
wer in der Schlucht nach Reimen sucht,
und hält die Sehnsucht weiter fest,
die Seelen seien nicht verflucht.

Dann fassen Worte dies Gefühl,
im Dunkel könnt es niemand sehen,
doch eine Seele sieht gewiss,
mit dieser kann’s gemeinsam gehen.

 

© Amy Herzog

Roter Fluss…


Ein roter Fluss rinnt warm bergab,

fließt darin glänzend mein Gefühl,

so lieblich, sanft, bedingungslos,

aus meinem Herzen, niemals kühl.

 

Der Fluss tropft bis zur Dunkelheit,

und mein Gefühl fließt leise mit,

zurück bleibt mir die Einsamkeit,

und in dem Herz ein tiefer Schnitt.



© Amy Herzog

Furcht…


Die Furcht, sie liegt in meinem Herz,

Und frisst sich durch mein Körperreich,

Wer sagt mir was nun kommen wird,

In diesem dunklen Lebensteich?



© Amy Herzog

Mittag..

Der Mittag scheint mir wie die Nacht,
dort wo mein Herz noch leise lacht,
ein Traum, die Hoffnung überwacht,
dass Schmerz und Leid hat keine Macht.

Doch grell der Himmel wie ich seh,
und das was fehlt tut hier zu weh,
wär’n Tränen nicht so kalt wie Schnee,
dann würden sie zu Meer und See.

Die Seele hier noch zitternd fleht,
dass Hoffnung nicht zu weit weg geht,
doch Rauch und Asche um mich steht,
das Gold’ne Herz vom Wind verweht.

Und Stunden sich in Schwärze färben,
wo Angst und Sehnsucht um mich werben,
lieg‘ liebend, starr und leer auf Scherben,
wartend im letzten Seelensterben.

 

© Amy Herzog

Zurück bleiben…

Mit deinen Liedern aufgewacht,
die Saiten waren nur nie warm,
ziehen bis zum Ende der Welt,
und fliehen doch in deinem Arm.

Geklammert an die Melancholie,
der Kopf vom Dampf gefroren ist,
verbleibt da nur der graue Nebel,
der hin und wieder Sonne vermisst.

Nun küsst ihr Teufelslippen nah,
vor Augen hängen schwere Ketten,
und weil ich Worte niemals sah,
muss jetzt das Eis die Wunden lecken.

Letzte Lebensstunden rauben,
die im Nebel noch verweilen,
Seelen, die nach Wärme zehren,
nie in stummen Liedern heilen.

Bleiben an dem Ort zurück,
wo kein Lied jemals Sonne traf,
ich bitte nur zuletzt und leis‘,
wecke nicht, wenn ich dann schlaf.

 

© Amy Herzog

Das Stück…

Das Stück schreibt sich selbst.
Die Worte, die ich habe, sind nutzlos.
Sie führen mich nur durch das Labyrinth.
Aber nicht heraus aus der Dunkelheit.

Sie führen mich am Glück vorbei.
Immer tiefer verirrt.
Das Glück rennt vor mir weg.
Wir kennen uns nicht.
Aber es will sich nicht verirren.

Es wird immer dunkler.
Aber ich habe keine Angst.
Die Nacht hüllt mich in Sicherheit.
Bis der letzte Vorhang fällt.
Und das Stück beendet ist.

So lange tu ich so, als wäre nichts.

© Amy Herzog

Zwei Herzen… 

 

Zwei Herzen summen durch die Nacht,

singt eines viel zu leis,

es schlägt zu weit vom and’ren weg,

wovon es gar nichts weiß.

 

Allein durch schwarze Winternacht,

schlägt laut das bittend Herz,

wenn singen fleht zu weinen wird,

bleibt einem nur der Schmerz.

 

Das laute Herz, es hofft und bangt,

legt sich in Schicksals Arm,

und falls dort singt das leise Herz,

wird zweien Herzen warm.



© Amy Herzog

Sternschnuppenmacht…

Schlaflos flossen die salzigen Tränen,
bis halb zwei in die Tiefen der Nacht,
sie tanzten im Schein von Sternen und Mond,
und wünschten sich die Sternschnuppenmacht.

Die Tränen glitzerten heller und heller,
und es wurden alle Himmelslichter berührt,
der Wunsch dieser Seele so unendlich stark,
dass jede kleinste Sternschnuppe spürt.

So schossen am Himmel die Lichter umher,
und ich, ich schlief langsam ein,
der Wunsch hat die endlose Reise begonnen,
und wird irgendwann Erfüllung sein.

 

© Amy Herzog

Zum Abschied dein Klang…

Müde und nass
klafft meine Seele dahin
der zitternden Zeit
als sei’s dir der Weg
der viel zu weit
aber nein, nein
es ist nur der Stein
tief in meiner Brust
der mich noch erinnert
an deinen wärmenden Duft

Und ich stehe neben mir
als stünde ich gleich vor dir
mit trockenen Lippen
hieltest mich an Arm und Rippen
würdest meine Seele trocknen, küssen
mich fort von diesem Abgrund locken
schlafen, trinken, lachen, lieben
stundenlang den Gefühlsschaum genießen
als sei’s mir doch nur der böse Traum gewesen

Doch meine Rippen sind kalt
und die Arme noch steif
die Seele schreit noch „wecke mich auf!“
ziehe mich aus dieser Dunkelheit hinaus
bergauf ins Grün
wo wir Vögel lächeln seh’n
aber das wird nicht passieren

Oder?
Oder..?

Schrei ich gegen die Monster
vorm letzten Gang
den schwarzen Abgrund entlang
falle durch Sehnsucht, Begierde
rückwärts durch schattige Liebe
mit flehend kniendem Gesang
und auf einem Bild winkt
zum Abschied
dein Klang

 

© Amy Herzog

Schlaflied…

Ein Schlaflied summt leise in meinem Ohr,
wenn der Mond diese Erde bescheint,
und ehe die Träume funkeln so fern,
bin ich es, die um einen Traum weint.

Doch sinke ich zeitig im Traum hinab,
ehe Nachtwind die Erinnerung vergisst,
denn wenn Wolken nicht finden, ziehen sie fort,
dorthin wo der Traum nicht zu Ende ist.

Und wenn dieses Lied nicht länger erklingt,
kann mein Wunsch die Uhren nicht sehen,
mit den Tränen der Hoffnung schlafe ich ein,
mit dem Wind in dem Träume verwehen.

 

© Amy Herzog

Verhasstes Herz…

Du sperrtest mich in einen Raum,
er ist dunkel, und ich fürchte mich,
die Worte, die du einst so warm sangst,
sie gaben dem Herzen den Stich.

Ich wollte nur, ich könnte noch,
das Gefühl, was meine Seele umfasst,
herausreißen und so tief begraben,
wie es dir ist so sehr verhasst.

Doch nun sitze ich in diesem Raum,
er ist wortlos, und ich bin zu klein,
du hast mich in ein Schweigen gehüllt,
und ließt mich darin ganz allein.

Jetzt siehst du nicht, auch ich hasse es,
das Gefühl, was mein Herz versprüht,
siehst nicht, wie ich so lange weine,
bis mein Herz nicht länger glüht.

© Amy Herzog

Resignieren…

Wenn Traurigkeit die Stimme lähmt,
verzweifelt schrei ich doch zu leis,
verschlossen ist das was sich schämt,
als gäbe es nur schwarz und weiß.

Wenn Eifersucht nur Hoffnung ist,
der alle Macht der Welt nicht reicht,
und Rat dabei Vernunft vergisst,
mein Herz macht es damit nicht leicht.

Wenn schwacher Geist woanders weilt,
so dass mein Herz nicht weiter schlägt,
es schlaflos durch die Nächte eilt,
und doch am Ende Tränen trägt.

Wenn Wunsch am Ende resigniert,
und Wirklichkeit mit Messern sticht,
dann hat die Seele auch kapiert,
es ist nun aus, das Lebenslicht.

© Amy Herzog

Gefangen im Dornenwald…

Gefühle tragen durch die Nacht,
und wachsen in dem Sonnenlicht,
schon längst über den Kopf hinaus,
das Herz, es sieht die Tränen nicht.

Zu dicht ist das Gefühlsgewächs,
ich bin verlor’n im Labyrinth,
wo Hoffnung unter Erde liegt,
und Wünsche noch in Wolken sind.

Doch fest verwurzelt liegst du schon,
die Tränen gießen in der Nacht,
damit du in dem Herzen wächst,
wenn Tags darauf die Sonne lacht.

Nur in den Wolken ist es schön,
hier unten ist es schwarz und kalt,
der Schmerz, er sticht von überall,
gefangen in dem Dornenwald.

 

© Amy Herzog

Das ’nur‘-Wort, der Schatten…

Das ’nur‘-Wort bildet den dunklen Schatten,
der in unserem Kopf so breitgemacht wohnt,
er zeigt uns zu oft diese kalte Realität,
kein einziges Herz bleibt je davon verschont.

Er zeigt uns wie klein unsere Worte doch sind,
und wie machtlos wir mit ihnen überleben,
nur wenige Herzen können sich davon befreien,
werden auch wir in der Zukunft mal schweben?

Die Grenzen, die uns dieser Schatten aufstellt,
lässt er mich bis zum Ende nur weinen?
Oder wird dieses ’nur‘-Wort baldig vernichtet,
auf dass wir in unseren Worten verweilen?…

 

© Amy Herzog

Entfernter Traum..


Wenn der neue Tag anbricht,

Der Mond, er wird vertrieben,

Ist er doch mein einzig Licht,

Worin die Träume sicher liegen.

 

Die Träume, sie sind zu weit weg,

Der eine Wunsch zu schwach,

Der Wunsch, ein Traum wär nahe mir,

Doch lieg ich ohne dich wach.

 

Die Augen offen durch den Tag,

Das Herz ersehnt den Traum,

Nur dass du mir hier nahe bist,

Das glaubt die Sonne kaum.

 

 



© Amy Herzog

Dein Herz…

Blicke auf die kalte Stadt,
so voll, und doch so leer,
ich suche dich und finde nicht,
ich, ich werd‘ zu schwer.

Schlage leise durch die Nacht,
und fließt das weinend Blut,
geheime Sehnsucht flüstert nur,
ertrinkt in Trauerflut.

Flüster ich durch Wind und Stein,
die Hoffnung und den Kampf,
ich, das kleine Herzchen hier,
vergeht nicht mit dem Dampf.

Ich schlage lauter nur für dich,
dass du mich findest hier,
weinend schreit die Sehnsucht bis,
du bist, dein Herz, bei mir.

 

© Amy Herzog

Lange Nacht…


Die Nacht, sie dauerte viel zu lang,

doch fündig wurde ich hier nicht,

fand weder dich noch mich im Zimmer,

kein einzig hell erleuchtetes Licht.

 

Gedanken, Wünsche und auch Träume,

verstarben mir in dieser Nacht,

sie war wohl lang, doch noch zu kurz,

die Sonne nun über mich lacht.

 

Ich hoffe auf die nächste Nacht,

sie soll mir den Weg weisen,

soll mich in deine Arme führen,

wo wir gemeinsam reisen.



© Amy Herzog

Glück vom Traum…

 

Mein Traum starb in den Armen der Nacht,

Und ließ mich in der Wirklichkeit zurück,

Er umarmte mich noch kurz doch sanft,

Und entschwand mit seinem reinen Glück.




© Amy Herzog

Licht aus…

Warum versuche ich den Tag festzuhalten,
hier sind wir nur eine kleine Karikatur,
nur unsichtbare Reisende durch die Gedanken,
sind machtlos gegen die tickende Uhr.

Doch irgendwie habe ich wieder versucht,
viel zu spät habe ich wieder kapiert,
dass die träumende Leichtigkeit an jedem Tag,
mit der Sonne in Wirklichkeit stets kollidiert.

Der Nacht habe ich beim sterben zugesehen,
und das Licht tut mir in den Augen weh,
ich rauche einfach die letzte Zigarette,
damit ich die Sonne nur durch Rauch seh.

Mache für uns doch kurz das Licht aus,
lass die Nacht nur ein paar Minuten leben,
lass uns den Moment in Träumen verweilen,
vielleicht kann ich mit ihnen davon schweben.

 

© Amy Herzog

Geheime Träume…

Draußen wird es langsam dunkel,
der Mond bald hoch am Himmel steht,
der Winter bringt die kühle Nacht,
der Wind durch unser Haar kurz weht.

Wir blicken zu den Sternen auf,
der Traum fließt in die Herzen rein,
und liegen in getrennten Betten,
doch fühlen uns nicht mehr allein.

Die Stunden zieh’n an uns vorbei,
und heller scheint der Mondenschein,
von was wir nun beginn‘ zu Träum‘,
das bleibt im Herzen nur geheim.

 

© Amy Herzog

Lügen…

Vor dem Träumen denke ich,
heute darfst du nicht lügen,
doch kann dieser Gedanke nur,
mich jede Nacht neu trügen.

Denn wenn der Himmel wartet auf,
den sanften Kuss vom Mond,
dann sehe ich in jedem Stern,
dass du in meinem Herzen wohnst.

Und vor dem letzten Wimpernschlag,
sag ich, und niemand kann hören,
du fehlst mir nicht, zu keiner Zeit,
so beginnt und endet das Lügen.

 

© Amy Herzog

Verlorene Schlüssel…

Abends, wenn es dunkel wird,
und ich leise in mein Bett schleiche,
rundherum hängen die Bilder von dir,
sobald ich die Traumtüre eröffne.

Wie ich da draußen funktioniere,
davon gibt’s hier im Traumland nichts,
nur das was ich will ist hier wichtig,
steh in der Mitte der Welt und des Lichts.

Doch heute Morgen ist es passiert,
ich habe meine Schlüssel verloren,
jetzt starre ich auf die Zeiger der Uhr,
und spüre wie Gefühle im Herz bohren.

Die Nacht ohne Traum ist kalt und leer,
selbst die Zeiger der Uhr sind erfroren,
und was am Tage so funktioniert,
scheint jetzt mit den Schlüsseln verloren.

Die Tränen laufen mir über die Wange,
was das Herz gerade alles vermisst,
hier draußen ist es in Sehnsucht gekleidet,
sieht wie kalt diese Welt doch ist.

Verliert hier alles seine Bedeutung,
in der Nacht friert die Zeitlosigkeit,
die Regierung hat sich zwar schlafen gelegt,
doch regiert hier jetzt die Einsamkeit.

Übrig bleiben nur kleine Wünsche,
die Phantasie, wie du wärst jetzt bei mir,
doch die Tränen des Kummers fließen weiter,
du bist nur im Nirgendwo bei dir.

 

© Amy Herzog

Verschlossene Träume…

Meine Augen sind verschlossen,
und ich werde von Angst erfüllt,
denn wenn sie verschlossen sind,
bin ich in Träumen verhüllt.

Die Dunkelheit wartet nicht,
in mir leuchten helle Kerzen,
der Traum raubt mir den Atem,
sie erfüllen mich mit Schmerzen.

Denn es bleibt nur ein Traum,
diesen kann ich nicht greifen,
und je mehr ich es vermag,
desto öfter muss ich mich kneifen.

Meine Augen bleiben geöffnet,
und ich spüre die Melancholie,
ein Hauch Sehnsucht und Trauer,
nur in der Ferne die Phantasie.

 

© Amy Herzog

langer Weg…

Tränen fließen im Rhythmus des Regens,
und sie leiden so weinend zu zweit,
sie fließen über die Straßen des Lebens,
der Weg scheint noch viel zu weit.

Der Weg wird nur vom Wort begleitet,
das Strahlen der Sonne versinkt,
die Erde färbt sich in großen Schatten,
der keine kleine Freude mehr bringt.

Wenn der Nebel von allen Seiten drückt,
fällt selbst das Atmen schon schwer,
das Wort klingt aus den Ecken verrückt,
etwas Glück auf dem Weg fehlt zu sehr.

Nur die Musik des Regens erklingt,
hält warm im verschlingenden schwarz,
die Seele in falschen Gefühlen singt,
als sei all das ein schlechter Scherz.

© Amy Herzog

Kein Traum wird genommen!


Das fürchten lehrt mich keine Nacht,

Die Sterne erhellen dunkle Straßen,

Deine Stimme in meinem Herzen wacht,

Als wir uns in Träumereien trafen.

 

Dann Blicke ich zum silbernen Mond,

Und weiß, auch du kannst ihn sehen,

Die Wärme tief im Herzen thront,

Nur du kannst die Worte verstehen.

 

Erst der Tag durchdringt den Traum,

Durchs Fenster schlurft die Realität,

Sie nimmt all wärmende Gefühle,

Und mit ihnen die träumende Naivität.

 

Nur die Hoffnung verbleibt in mir,

Die Nacht, sie wird wieder kommen,

Trägt mich im Traum ganz nah zu dir,

Nur er wird mir niemals genommen.



© Amy Herzog

Wach…


Wach –

Die ganze Nacht

Gedankenloses schaukeln

Mit dem Herzen starrend trinken

Näher – du zu mir, ich zu dir

Küssend durch die Brunnen

Im Schlafsack durch die Wand

Summen wir im Stillstand

Bis an den Rand – darüber

In den Wahnsinn

– schlafen



© Amy Herzog

Suche die Seelen…



Ein Tanz in weißer Seide zur Nacht

Die Sehnsucht spielt leise im Wind

Auf dass die Erkenntnis weiter ruht

Und Gedanken in Freiheit sind

 

Tanzen die Klänge bis zum Mond

Kühle Freiheit weht durch das Haar

Führt kurz ein in eine ferne Welt

In welcher Geborenheit geschah

 

Hier ist man unter Seelenlosen

In Freiheit, wo nie welche war

In jener Nacht sind die kalten Schatten

Mit dem ganzen Herzen so nah

 

Zum Morgen steigt die Sonne hinauf

SchattenNacht verdrängt von Lichtern

Zum Abschied sagen sie nur noch sanft

„Tanz im Lichte wo Seelen lauern“

 

© Amy Herzog


Im Freien Fall…

Ein kleiner Fehler schon genügt,
Der gute Schein dann nur noch trügt,
Die Luft, die sie zum Leben braucht,
Im Nebel schleichend schon verbraucht.

Wenn sie dann die Tränen senkt,
Durchs Leben nur noch schwankend wankt,
Um sie herum spielt das bunte Spiel,
Doch in ihrem Innern ist das zu viel.

Ganz plötzlich geht es steil bergab,
Sie steigt vom Lebensast hinab,
Befindet sich im freien Fallen,
Und niemand kann sie jetzt noch Krallen.

Für sie war der Fall vorhersehbar,
Doch um sie herum nahm es niemand wahr,
Es wird versucht, ganz bis zum Schluss,
Doch ist klar, dass sie gleich gehen muss.

So war es schon vorherbestimmt,
Seit diesem kleinen Fehler rinnt,
Das Leben heraus aus ihrer Seele,
Seitdem war sie nur in der Schwebe.

© Amy Herzog