Lyrik

Frieren unter Decken…

*

Liege unter vielen Decken
Heizung steht auf hundert Grad
Doch ich friere zitternd müde
Könnt mich doch nur jemand wecken

Hier schlafe ich so tief und fest
Meine Lider sind zu schwer
Lieg ich einsam in der Schwärze
Blickend nur aufs leere Bett

Könnt nur etwas Wärme Spenden
Mein Herz sich wieder heben lässt
Licht in meine Seele bringen
Doch es regnet schwarze Tränen

© Amy Herzog

Meine Träne…

 

Blicke aus dem Fenster
Und suche den Stern
Doch bist du gegangen
Mir viel zu weit fern

Verschweige die Sehnsucht
Die gedanklich mich treibt
Wär gern nah bei dir
Mein Licht, doch bist weit

Einst heller dein Licht
Mein Herz lebte hoch
Meine Seele war besser
Jetzt blutets nur noch

Ich hege nur Angst
Du könntest mich finden
Mich weiter zerreißen
Mein Herz liegen lassen

Du hast mich verändert
Wo einst nur war Kälte
Du lebst mir im Herzen
Und vergießt meine Träne

© Amy Herzog

Auf einer anderen Welt…

In irgendeinem fernen Universum,
Auf irgendeiner Grünen Welt,
In irgendeiner freien Zeit,
Liegen wir gemeinsam
Unterm glühenden
Himmelszelt

Nur…
Diese Welt
In grauer Farbe
Ist es leider nicht
Sie kann es nicht sein
Hier wachsen unsere Herzen
Nur aus kalten Steinen
Legen uns in Ketten
Auf Ferne fremde
Kontinenten

Nur die
Ansammlung
Von Zufallsgedanken
Lassen uns dann und wann wissen
Dass irgendwo die Farben sind
Die sich bunt vermischen
Und uns das Glück
fühlen lassen

© Amy Herzog

Schmerz!!!

Die Wirklichkeit
schleicht sich von hinten an
und verpasst mir einen Tritt
in den Hintern.
Und niemand kann sie halten,
niemand kann sie hindern!

Ein Schmerz, der über den
normalen Schmerz hinaus geht
über ihm steht, ihn zerdrückt
und unter sich zu Staub zerfallen lässt.

Schmerz, der mein Herz stehen lässt.
Schmerz, der meine Seele in seinen Armen wiegt,
ehe er sie in der Luft zerfetzt.
Schmerz, der alles verdrängt
und der Luft den Weg versperrt,
mich schmerzlos heimlich ersticken lässt,
der Welt die Farben nimmt,
selbst schwarz und weiß in die Flucht schlägt,
und einfach alles verblassen lässt.

Dann nimmt er sich meine Hoffnung,
dass der Schmerz selbst verblassen könnte,
entreißt mir den letzten kleinen Funken,
breitet sich aus und vergiftet mein Fleisch,
verlässt mich, lässt mich leben im Nichts,
im Teich meiner toten Seele,
auf dass ich mich hoffnungslos
in ihr wälze, mich quäle
und nichts mehr bleibt,
bis ich mich irgendwann
einzig an diesen Schmerz
klammern kann.

© Amy Herzog

Beregnete Straßen…

es ist nur ein Wort
doch ich seh‘ Fleisch und Blut
verbrenne an den Sternen dieser Welt
versteinert, blind, lieblos und kalt
meine Hände im Staube zitternd
bin ich letzten Endes verdammt
ist es mein Ende, verdammt?

ich bin der Dreck
der die Straßen verhüllt
sie können lauter schreien
doch die Autos rauschen
und hören mich nicht
nur in der Nacht

begieße die Straßen mit Tränen
dann später muss ich wieder gehen
in meinen kleinen Traum entfliehen
warten, bis unsere Herzen sehen
und das Spiel weiter spielen

erwache mit mir
wein und scheine in der Nacht
sei du das Herz, das die Staßen belacht
und sende deine Stimme mit dem Wind
setzen wir Herzen, verspielen sie
bleiben wir herzlos vereint
in unserem kleinen Spiel

© Amy Herzog

Ungenutzt…

 

Warm und weich
Verführerisches flüstern
Gar engelsgleich
Zart und rein
Lockt mich an
Der einsame Teich
Streichelt sanft
Umhüllt in Schutz
Zeit vergeht, und ich
Ich bleib darin gefangen
Und ewig ungenutzt

 

Dein Herzschmerz…

Nähre dein gebrochenes Herz
zersprenge es, lasse es blutend
am Boden verrotten – beinahe
heile dich, nähre mich an dir
an deinem blutenden Herzen
blicke leidend auf dich hinab
und lasse dich am Ende
in einer dunklen Gosse
vor Schmerzen
krümmen

© Amy Herzog

aufgewacht… 

Zu viel Wein im Zungenkuss
Zu viel Liebe, Leben, Luft
Alles dreht im Karussell
Reißt du mich in deine Gruft?
Nein, am Ende aufgewacht
In deinen Armen, in deinem Bett
Wohl behütet herzberauscht

© Amy Herzog

wortlos geboren…

wortlos geboren
in bittersüßer
melancholie
kann nach dem ende
den anfang sehen
in lebenssymphonie
die musik bleibt
der mund schreit-
still, rennt davon
das recht zu sprechen
bleibt verloren

nur in gedanken
kann ich um verzeihung
bitten…schweigen

© Amy Herzog

in deine Richtung…

sehnsucht
im kopf
wagt mein mund
nie zu denken
würde nie
am bahnhof stehen
und den zug
in deine richtung
wählen…

© Amy Herzog

Illusionierte Photographie…

Finde mich doch
Wo ich mich selbst nie gefunden hab
Bin doch nur das kleine Mädchen
Das die große Liebe sucht
Die Liebe zu sehr hasst

Wir sind passiert
Es ist mehr als nur Phantasie
Denn in meiner Phantasie
Bist du am Ende doch nur ne
Fühllose Photographie

Depressionen sind stark
Ich kann sie nicht tragen
Doch sie steh’n mir so gut
Renne schneller ohne zu rennen
In ne dreckige Bar
Da bin ich gut genug

Ficken unterm Tisch
Berauschte saufen darauf
Den Rest Whiskey kippen wir einfach
Auf unseren Erinnerungsschmutz
Da verbleibt er im Schutz

Der schwarze Treibsand
Zieht mich schon nach unten
Zieht mich weit weg von dir
Wir illusionieren nur im Himmel
Nur auf meiner Photographie

Fühle mich tot, das Brennen fällt
Sehe den Rauch, schwarz, sammelt
Ruß an den Wänden, verdeckt unseren Schmutz
Nur das Blut kann ich noch sehen
Unser Dreck bleibt nicht kleben

Nur das Licht kann ich sehen
Und es brennt!

© Amy Herzog

Lost…

Haut fällt ab wie Rost
Schwer im Wind vergeht die Zeit
Tränen bleiben ewig verborgen
Hinter glänzenden Schatten
Sie reist…

Die Welt dreht
Ich muss schweben
Worte hallen hindurch
Fließen wortlos aus mir heraus
Nur diese bleiben, gebären
Wieder und wieder in meinem Kopf

Sie wachsen, gedeihen
Stehen über großen Reihen
Über Wolken, Vögeln, Greisen
Nur ich bin, regungslos – ohne dich
In kühler Rast

Hallen diese Worte
Immer wieder durch mich hindurch
Fremde Menschen reißen mich
Ich, ich sehe sie nicht
Höre nicht, höre nur mich
In meiner langen Rast

Spricht es immer wieder
Leiser werden alle Lieder
Fällt nur der kühle Rost
In Worten – mit mir
I’m sorry for your lost…

© Amy Herzog

Schwimm im Meer…

Schwimm‘ im Meer
aus Salz und Lust,
doch lieg‘ ich ruhig!
Trinke mehr aus Zeit und Äther
in Wein und tanzend warmen Fischen,
Perlen reizen meine Sinne,
höher schweben mit dem Wind!
Die Brise soll mein Feuer löschen..

© Amy Herzog

Erinnerung an Feuer…

Sind wir blaues Eis
Kalt und grauer Stein
Schlagen wir zusammen
Versinken im warmen Wein

Zartes rot erhitzt
Lodern wir in unserer Lust
Verschmelzen im Feuer
Löschen unseren Durst

Einen kleinen Moment
Der sinnlichen Liebe verfallen
Sind wir nicht mehr hier
Wir sind vergessen

Sprudeln wir über
Bevor wir wieder erkalten
Als Feuerwerk brennend
Zu Steinen verwandelt

Bleiben wir kalt
Erinnerungen leuchten
An die feurige liebe
In kalten Herzen


© Amy Herzog


 

War…

ich bin
ein hauch
auf langem seil
fall tief ins nichts
im grauen qualm
ich war mal hier
mal war ich da
doch ist die welt
längst unsichtbar

© Amy Herzog

relikt.

ich bin ein relikt
defekt, einfach unperfekt
gehöre nicht länger hier her
als kleines wolkenschwarz
kann ich nicht mehr

oder doch?

kann ich noch schweben
unsichtbar die welt von oben sehen
regenbögen finden – hinunterrutschen
und selbst als kleines relikt
meinen wert zu erkennen
versuchen

werde einfach gehen
durch strömenden regen
(auf gut glück)
seufzend lächeln, rennend
meine farbe annehmen
und abschied nehmen

© Amy Herzog

Leidensende…

Falle in eine tiefe Schlucht
wo meine Seele ganz zerbricht
schwimme im Meer aus Traurigkeit
und lebe die innere Zerrissenheit

Gedämpft sind meine lauten Schreie
steigt nur der Spiegel weil ich weine
versinke im Meer und meinen Tränen
könnt ich doch nur davon noch laufen

Schlagen die Wellen in aller Stille
wars am Ende doch mein eigener Wille
zu schwimmen hier in der Einsamkeit
zu fühlen nur noch bitt’re Traurigkeit

Bleibt mir die Liebe ein Fremdwort
reißt die Unwissenheit mich hier fort
verschlungen im Meer von Dunkelheit
das Leidensende ist nicht mehr weit

© Amy Herzog

(nicht) da…

Fern, im kühlen Raum
Seh ich dich, ersehnten Traum
Tief in mir ist es geschehen
Kann ich in dir liebe sehen

Und in meinem Herzen
Brennen durch dich warme Kerzen
Sehe Geigen, rieche Flieder
Sanft spielen deine Lieder

Deine braunen Augen
Kann ich ihren Mächten glauben
Rauben Leben, saugen Freude
Schenken sie mir dennoch Wärme

Melancholie wärmt mir das Herz
Durchzieht mich dein so kalter Schmerz
Dein kurzer Blick durch meine Glieder
Tränend zwingst du fern mich nieder

Kann ich mich dir nicht entziehen
Lässt du mich dich zu sehr spüren
War es nur dein kurzer Blick
Gabst du mir Wärme, Leben
In diesem kurzen Augenblick

Könnt ich doch nur größer sein
Heller scheinen, lauter schrein
Dann wär ich deiner Liebe nah
Bist du nun einfach (nicht mehr) da

© Amy Herzog

Du…

Graue Tränen
Trocknen einsam
Dort wo Regen wartet
Grüne Weidefelder reiben
Kreischen laute Angst
Im stillen Sehnsuchtsleiden
Wein aus meiner Seele
Saufen meine Masken weiter
In diesem dunklen See

Du, du und deine Tür

Verschlossen.

Du, du tust mir weh

Zu.

© Amy Herzog

kaltes Herz…

*
Es geht und geht nicht weg
Doch der Augenblick vernichtet
Verbleibende Gedanken drehen sich
Zu schnell, im Kreis – um dich
*
Reißt sich tiefer durch meine Seele
Schmerzen hast du hinterlassen
Ich, ich kann mich nicht mehr fangen
Und breche innerlich zusammen
*
Du, dein bitterkaltes Wesen
Hast mich so fest in deinen Fängen
Das du ein warmes Herz hättest
(das wünsche ich…)
Und mich vor deiner Kälte rettest
*
© Amy Herzog

Schwere Melancholie…

*

Tief im Herzen getrieben

Von schwerer Melancholie

Steht ihr die Verletzlichkeit

Ins blasse Gesicht geschrieben

 

Aber ihre Seele ist zäh!

 

Selbst wenn blaue Augen weinen

Lässt sie sich nicht vergraben

Trotz dieser bittersüßen geliebten

Doch so schweren Melancholie

*

Amy Herzog

Dazwischen warten auf den Bus…

In Zukunft will ich die Welt bereisen
wie Könige und Arme speisen
bis zum Mond nach Sternen greifen
in Spanien mit Quallen singen
Will ich Berge hoch erklimmen
kreuz und quer durch Meere schwimmen
in Zukunft will ich das und mehr
wünsch‘ ich’s mir wohl nur allzu sehr

Doch könnt ich einfach schlafen gehen
durchs Leben einfach träumend schweben
mich in weichen Betten schmiegen
oder auf dem Sofa lümmeln
Im Traum da wär‘ ich federleicht
wo Zeit und Raum auf ewig reicht
für immer nur in Armen liegen
würden Zeiten einfach ohne uns vergehen

Doch bin ich hier
und weder dort, noch bin ich da
im irgendwas wo niemand war
dazwischen hier im Ungewiss
mich etwas aus der Zukunft riss
Und mich hier nicht mehr träumen lässt
mich nicht mal leben lässt den Rest
als wartete ich auf den Bus
der aber niemals kommen muss

© Amy Herzog

Ich, im Nichts…

Ich bin,
ich weiß nicht,
nichts.
Verloren
in allem,
vor allem
im Nichts.

Zeichne schwarze Striche auf mein Blatt
und wird daraus auch nichts.
Schreibe Worte aus dem Herzen,
doch auch sie verenden ratlos in Schmerzen.

Tickt mich leise an, die Melancholie,
nicht die meine, nein sie kommt von Dir.
Bin ich kein Ich, ohne Dich? Sind wir
nur zusammen ein Ich?

Ich bin,
ich weiß es,
Nichts.
Verloren
sitze fest
im Nichts,
im Rest.

Schimmert Sonne durch den Vorhang,
doch dein Leben hat dahinter Vorrang.
Renne durch die Stadt und suche,
finde keine Sonne, keine Menschen,
ich bin im Nichts, ich fluche.

Suche weiter durch die Meere,
schwimme, lebe, lauter, schweigen,
höre ich nur meine Geigen,
ist das alles ’nur‘ (im schweigen).

Ich bin,
ich weiß nicht,
nicht im
Nichts.
Nur mitten
in der Sonne,
im schwarzen
Lichts.

Im Meer schwimme ich, mehr von Menschen,
rennen, jagen, sagen, laute Schreie, laute Worte,
doch höre ich nichts. Nur die kleinen Laute,
kleiner Menschen rasen durch mich durch,
durchs Nichts.

Sehe ich die anderen nicht,
sind auch sie, wie ich, im Nichts?
Sehe ich nur dich, spüre dich,
ersehne dich.

Ich bin,
ich schreie,
laute Worte,
nichts.

Bist auch du dahinten fort?
Einfach nur im Nichts?
Komm doch einfach rüber, ich, das Nichts,
kann nicht schlimmer sein mein Ort.

Schwimmen, tanzen, singen, wagen,
ist das alles wertlos, nichts?
Ich ertrinke hier im Nichts,
kann ich auch nicht sagen,
trinken nur den Wein.

Einfach sein.

Warten.

Ich bin,
ich.
Nichts.

Nur ich.

© Amy Herzog

in Blicken gefangen…

in den netzen deiner blicke
bin ich wie von dir gefangen
geborgen wohl in deinen armen
lasse ich mich langsam fallen

sehe ich in braunen augen
nur scheinende unendlichkeit
doch lasse mich nur weiter fangen
vergesse einfach alle zeit

kannst du meine sehnsucht stillen
mich tiefer in den strudel führen
bis uns’re seelen sich vereinen
samtweich meine lippen küssen

© Amy Herzog

ruhige Nacht…

*

Weiße leichte Federn

Tanzen durch die Nacht

Kühl der sanfte Wind und klar

Singt ein Uhu sein Lied

Und die Sterne glänzen

Funkelnd auf mich hinab

*

Genieße ich die Ruhe

Das menschenleere schwarz

Lausche nur in diese Stille

Trägt mein Lied der Wind

In dein schlagend warmes Herz

Wo wir zwei zusammen sind

*

Seelendieb…

Unter blauem Mond
Träumen meine Schreie laut
Im See der grell erwachten Liebe
Voller Sehnsucht nach
Deinem Haupt

Doch fing ein Dieb meine Seele
Und ich wurde stumm
Drum hoff ich leise
Nacht für Nacht, dass du
Mein Dieb, die Schreie
Nicht überhörst

Zurück zu mir kommst
Wenn der Mond wieder scheint
Mein Herz noch stumm weint
Und du vom herzlosen Dieb
Zu meinem Retter wirst

© Amy Herzog

Verlorenes Mädchen…

Bäume, starke, dicke, große, Bäume,
lange knöcherige Äste, dicht an dicht,
schlagen laut im nächtlichen Wind.
Schwarzgekleidete Nebelschwaden,
und mittendrin ein verlorenes Kind.

Rennt entlang dem verregneten Weg,
nasses Laub, das kleine Mädchen fällt,
in Erde und Matsch, in Kälte gehüllt.
Blutige Knie und weinende Augen,
ängstliche Schreie, nur Bäume hören.

Wispert im Nebel geheimnisvoll zu,
„Kleine, renn weiter, gib keine Ruh!“
Rennt und fällt sie, Stunden vergehen,
bis dann am Ende der Nebel verzieht,
und in warmer Sonne die Tränen glänzen.

© Amy Herzog

Traumwelt…

Mein Herz zerbricht
Ich laufe auf Scherben
Am Tage, im hellen Licht
Spüre ich deine Lügen
Sie lassen mich sterben

Wenn die Dunkelheit spricht
Wird mein Körper ermüden
Eine Träne tropft vom Gesicht
Dann schlafe ich langsam ein
Und vergesse all die Lügen

Erfüllt ein Lächeln mein Gesicht
Sind meine Augen geschlossen
Fort ist der Weltschmerz
Noch bis zum hellen Morgen
Spüre ich kein Scherbenherz

Abseits der grausamen Welt
Ist mein zerbrochenes Herz
In meiner glücklichen Traumwelt
Bis der Morgen wieder erhellt

© Amy Herzog

Herbstliche Herzenswärme…

In herrlich herbstlicher Abendluft
Zieht sanft vorbei beflügelnder Duft
Trägt flüsternd meinen warmen Gesang
In deine Arme, wärmt dich mein Klang

Aus der Ferne unter den Sternen
In dieser klaren kühlen Nacht
Wärmen dich die singenden Gedanken
Die mit dem Wind leis‘ zu dir schweben

Hören wir gemeinsam Lieder
Lassen uns in grünen Wiesen nieder
Blickend zu dem hellsten Stern
Sind wir uns nicht mehr allzu fern

Spüren wir die Herzenswärme
Hier unterm leuchtend roten Bäume
Spüren keinen schmerzend Stich
Sei nur gewiss, ich denk an dich

© Amy Herzog

Durch weinende Augen…

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Trüber Regen rinnt
Weiße Wolken schweben fort
Schlagen spitze Äste
Graues Schwarz in meine Seele
Vögel zwitschern noch im Wind
Doch wird auch sie der Regen treiben
Und ich, ich stehe hier durchnässt
Im kalten Regen weinend sehen –
Schutzlos ohne Herbstblatt
Verschwommen ohne Farbe
Bis auch die Vögel mich verlassen

© Amy Herzog

Flüchtige Momente bleiben…

Meine lauten Schreie nach Hoffnung,
können nicht mehr gehört werden.
Zu leise sind sie – ich schlafe, leer, taub,
als sei mein Leben aufgebraucht.
Verletzt und voll starker Schmerzen,
bleibt fort der kleine Funken Hoffnung
auf eine kleine letzte Rettung.

Die Luft um mich wird dünner,
während die Erinnerungen an den letzten Kuss
restlos verblassen, mich allein hier lassen.
Im Nichts gefangen.
Mein warmes Blut fließt in Strömen,
und die Schmerzen muss ich nicht mehr spüren.
Am Ende hört es endlich auf,
nichts wird mehr fließen.

Flüchtige Momente bleiben
in Momenten, die sich nicht mehr reimen,
nicht mehr färben, nur grell leise lärmen.
Doch das Leben geht für euch weiter,
dreht sich bunt um Illusionen.
Bin ich doch dort und hier verschwunden.
Ihr Menschen, ihr bleibt bitte heiter
und lebt immer glücklich weiter.

Auch ich werde sein,
nur nicht hier, nicht dort,
Bin ich fort? Ich weiß es nicht – ich schlafe.
Und mag’s sich nicht mehr reimen,
der Rhythmus in mir nicht mehr pochen,
so hab ich mich noch nicht verloren,
bin ich nur für euch verschwunden.

Irgendwann, wenn auch ihr müde seid,
schreit, und nach letzten Lüften greift,
dann werde ich warten,
mit wolkenweicher, warmer Luft,
leise warten und empfangen, flüstern:
Ein Gedicht wird am Ende, selbst hier im Nichts
niemals enden können.

 

© Amy Herzog

Teufelswesen…

kälte reißt durch meine venen
reines blut gefriert zu stein
sanfter schein in weißer seide
deckt das wahre teufelssein

täglich stirbt ein teil in mir
rastet nur mein herz verlassen
breitet sich die kälte mehr
könnt ich sie doch nur verachten

treibt das kalte tier das böse
in dunkelheit jagt seelen fort
hämisch lachen glutend blicke
bis zum traurigfeierlichen mord

© Amy Herzog

Alles und nichts

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nur weiß und schwarz
alles und nichts
darauf ich
bin ich fremd
in ketten
nicht zu blühen
blind im innern
taub
verwelken

© Amy Herzog

liebende Messerstiche…

worte verirrten sich in luft
zurück bleibt nur der süße duft
umgibt mich sinnlich diese sucht
reißt mich tiefer in die kluft

wenn ich dich nur hassen könnte
mir den seelenschmerz nicht gönnte
dein duft, dein klang würde schwinden
die tiefen wunden endlich heilen

diese liebe kann ich nicht hassen
führt sie mich beschwingt durch gassen
lässt mich dich spüren durch den schmerz
wie sanfte stiche in mein herz

© Amy Herzog

Überfordert das Leben, selbst im aufgeben

Überfordert
Auf brüchigen Ästen wandern
Klammern an den letzten Wind
Auf der Suche nach dem Honigbaum
Im Mantel schützend vor dem Nebel
Vor dem Sturm
Doch bleibt es weiter
Schwarz im Raum

Im Traum
Noch nach den Fliegen fischen
Sollen sie mich tragen
Weit fort in warme Länder
In Glück und Freiheit
Bis an alle Meeresränder
Schlendern unterm Sonnenschein
Doch halt! Das ist der falsche Sender

Kein Freund greift nach
Müden Ästen
Kleiden sich in warme Westen
Lasten – lass sie liegen
Am Boden im Eis erfrieren
Siegen werden die, die fliegen

Herz und Seele war’n versetzt
Zerbrochen bekam ich beides zurück
Am Boden liege ich, zu kalt, zu schwach
Um weiter noch zu stehen
Zu hören, zu schreiben
Diese Worte
Sollen leise für mich
Schreien

Die Monster –
Ich habe Angst
Sie halten mich gefangen
Fern dem Traum, verschlossen
Vor Licht, der Welt, von allem verstoßen
Zu schwach zum rennen
Allein muss ich nachgeben
Aufgeben, die anderen siegen
Und ich kann loslassen

Wo sind meine Tränen?
Sie haben mich verlassen
Sie hassen mich und meine Taten
Das Weinen, das Leben bleiben unerreicht
Glück, fühlen, sehen im Sand
Sind in Wüsten verloren

Bleiben Schmerzen und Klingen
Die von Liebe singen, drum ringen
Wer das Leben bekommt
Mich fern halten vom Baum
Von Licht, in Schatten gestellt
Vergessen, zerrissen, fallen gelassen
Im freien Fall, würfeln sie aus
Wer den Honig gewinnt

© Amy Herzog

Unterm Nachthimmel…

in Windstille
scheinen zwei Sterne
auf schlafende Tannen
fern singen Katzen
ihr Nachtlied
für uns
treibt
uns zusammen
sehnsüchtiges jaulen
unterm Nachthimmel tanzen
enden wir im Kuss

© Amy Herzog

Warten auf den Schnee…

regen nieselt kühl und sanft
laub, orange, gelb, gold, grün
flattert leicht am körper hinab
so klar und frisch die abendluft

der mond beleuchtet den see
die sonne wird gleich schlafen
im nassen laub ruhig wartend
auf samtweich weißen schnee

© Amy Herzog

Überflüssig…

tränen haben sie verlassen
und ihre seele, sie ging auch
bleibt hier nur ein kleines mädchen
bis auch sie verschwind‘ im rauch

anders, komisch, abgelehnt
so bleibt sie überall allein
ein kleines aufgesetztes lächeln
damit wahrt sie letzten schein

im dunkeln tiefer isoliert
wird ihre seele bald zerrissen
unsichtbar und überflüssig
würd sie keiner mehr vermissen

wozu noch suchen nach dem sinn
in ihrem bitterkalten leben
was einst zusammen hielt ihr band
das hat die einsamkeit zerschnitten

© Amy Herzog

Die Zeit heilt Wunden?

mein Herz sitzt Schiwa
die Uhr tickt langsam, leise
wie können Wunden heilen
wenn das Leben die Reise
längst beendet hat

der Rauch bleibt stehen
raubt Luft und Sehen, fühlt
mein Körper keine Zeit
die Wunden bleiben, Tage
Wochen, im Blut eingehüllt

weckt mich dann die Sonne
wann, ich sehe sie nicht
die Schatten um mich herum
Menschen hören nicht mich
nur das schwarze Blickdicht

© Amy Herzog

Rote Lippen…

im Ballsaal der Finsternis
starre ich von Wolken
von Welten getrennt
sehe Regen, leidend
fremde rote Lippen

heuchlerisches Gelächter
von Tränen zerflossen
erstickt in eigenen Fluten
vom Leben getrennt

im freien Fall des Zerfalls
zerrissen, tot
ins Licht gestellt
lecke ich an diesen Lippen

schmecken sie nach
Nichts

© Amy Herzog

Nächtliche Einsamkeit …


Mein Herz gefüllt

Voll leerer Einsamkeit

Zerfressen schlaflos

Traurig, lächelnd

Durch dunkle Nächte

Spür ich in mir

Nur das Leid

Wach, betäubt

Da ist kein Lied

Kein warmer Klang

Hört mein Herz

Nichts weiter als

Den Einsamkeitsgesang

Im nächtlichen Schmerz


© Amy Herzog

Sonnige Melancholie…

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die sonne scheint hell
der himmel ist klar
sollt’s auch in mir scheinen
wo einst nur schatten war
doch fällt dort nur regen
in blutigen tropfen
aus lilafarbenen wolken
im tiefen magenta

© Amy Herzog

Blindes Schweigen…

Sehe nur den Rauch
durch Milchglas schwimmen
– ohne klare Worte
bleiben die Gefühle
stumm

Unsichtbare Worte
lassen sich nicht formen
zerbrechlich kleine Sätze
bleiben winzig klein
geheim

Höre ich kein Lied
die Geigen schreien
doch mein Herz scheint taub
in seinem Schweigen

Ohne Farben
können keine Bilder wachsen
wilder, weiter Kleckse spritzen
kann ich sie nicht sehen
…nur in schwarz

Schwarz auf schwarz
sind all die Gedanken
was können sie schon
außer dieses blinde
laute Schweigen

© Amy Herzog

Schwarzes Blut!

Foto(3)

schwarzes Blut
durch meine Adern
lebe ich von deinem Wein
meine Kraft, sie fließt in dir
und in der Nacht
hol ich sie mir!

© Amy Herzog

Wellentanzen der Gefühle…

Foto

Klänge die ich lauter höre
können Worte Farben sehen
wenn ich tanzend an dich denke
fühle ich nur bunte Wellen

Tanzen Worte mit Gefühlen
Farben fliegen durch die Lüfte
könnten niemals wirklich zeigen
was ich fühle wenn ich denke

© Amy Herzog

Morgen am See…

morgenglänze
trifft mein herz
trägt fort der tau
den dunklen schmerz

wolken laden ein
zum eisblauen see
im herbstlaub badend
auf süßlich warmen tee

© Amy Herzog

Könnt ich’s wagen…

 

Blut fließt dick
aus meinen Augen.
– schreit der Tod!
So könnt ich’s doch nur wagen,
wahre Worte hier im Atem zu entlassen.

Fall ich nur hinauf,
um tiefer noch zu fallen.
Schwarze Klauen, die mich greifen,
fester! Und Gebete muss ich weinend
auf den Knien zurücklassen.

© Amy Herzog

lautlos schreit die welt…

bäume biegen
winde wehen
regen schlägt auf
stille blüten
bäche steigen
fische schweigen
im grase liegen
tote krähen

ohne richter
feiern menschen
unterm zelt
lautlos weinen
schwarze leichen
augen, die sich
nicht mehr sehen
menschen lachen

ist die welt
am untergehen
schützt mich nicht
mein regenschirm
vor den hinabfallenden
fröschen

und schützt mich
meine hülle nicht
vor schmerzenden
gefühlen

© Amy Herzog

Gesichtslose Masken…

Durch Menschenmassen
Ersticken an all den Farben
Lauter reden, lachen
Schreien, dröhnen
Verschwinden Worte
Hinter gesichtslosen
Masken…

© Amy Herzog

Schweigen…

Laues Lüftchen
Golden wehende Locken
Tränen glänzend leiden
Feiner lächeln rote Lippen
Schweigen lauter
Durch himmelblaue
Sommersonnenstrahlen

© Amy Herzog