Nichts

Heute morgen
war’s kein Lächeln
Regen regnet, nichts als Regen
wie viel muss mein schwacher Wald
denn noch in Asche legen

Reicht dir
nicht der Sommer
dann auch nicht der Sand
der mit meinem Feuer
schneller noch nur
stillschweigend
verschwand

Nur der Mund
vollbringt kein Heil
in den schwarzen Nächten, weil
doch der Seelenzucker klammt
tropfend bitterkaltes Blut
zum blassen Nichts
verdammt

 

 

© Amy Herzog

Mehr wert 

Mehr wert ist ein totes Leben, 

ohne Glück und ohne Sinn,

einfach schweigend vegetieren,

bis mein Dasein rafft dahin. 

Ruh mich aus auf diesen Ängsten,

und ein Bad aus Selbstmitleid,

sollen Zweifel schöner glänzen,

wo Heimweh trifft die Einsamkeit. 

Lüge ich dann bis zum Ende,

nur mich selbst belüg ich nicht,

denn die Liebe zieht nun weiter,

und ich sterbe ohne Licht. 

© Amy Herzog

Nur bin ich nur…

Bin ich nur
nur bin ich Glas
das zu oft hinter Gittern saß
nur bin ich nur
zerbrechlich klein
wie ich zu oft die Splitter fraß

Bin ich nur
nur bin ich klein
im Dunkeln sitzend ganz allein
nur bin ich nur
verweint im Schlamm
dem Willen nicht mehr so zu sein

Bin ich nur
nur bin ich stark
wie ich im Schreien einmal wag‘
nur bin ich nur
aus feinstem Glas
mit meiner Stimme alles sag‘

Bin ich nur
nur bin ich bald
sobald es in die Welten schallt
nur bin ich nur
mit meiner Kraft
wie schön ein Vogel frei im Wald

 

© Amy Herzog

Keinen Regen. 

Die Worte mancher Menschen sind so falsch und aufgesetzt, dass mir die Galle hoch kommt. Aber wenn jemand nichts anderes zu bieten hat, dann ist das wohl so. Ein trauriges Leben finde ich, aber keines, was ich noch bemitleide. Denn niemand muss sich und seine innere Schönheit verstecken. Das falsche, das aufgesetzte ist frei gewählt. Jeder könnte seine Schönheit nach außen tragen und die Welt, wenn auch vielleicht nur die eigene, zur schönsten Welt überhaupt machen. Denn sie würde überall und immer frei sein. Dort bekommt die Traurigkeit keine Nahrung und Einsamkeit keinen Regen. 

Lebenswille

Wie’s schwächelt unterm Busen,
so zittert noch der Mund,
die Sonne brennt zum Gipfel,
doch ich verbleibe wund.

Die Kerzen brennen weiter,
dem schmalen Pfad entlang,
nur in der Ecke kauernd,
verzieht mein Leben bang.

So klingeln schon die Uhren,
verschlafe ich mein Grab,
ich renn‘ sogleich zur Sonne,
des Lebenswillens tat.

 

 

© Amy Herzog

Still.

Ich selbst doch bin die Letzte,
die dies hier all noch lesen kann,
nur kälter läuft’s dem Rücken,
wie Geister aus dem Grabgesang.

Bin ich’s, die sich hier wendet,
gar windend unter’m Wortgeröll,
doch schweigend zwischen Zeilen,
nur hörte niemand mein Gebrüll.

So rinnt es Jahr um Wasser,
ertrinke ich im letzten Wort,
wohl Ende sei’s gekommen,
herrscht Stille nun an diesem Ort.

 

© Amy Herzog

Zitat: Liebe

Denn steinerne Grenzen können Liebe nicht fernhalten,und was Liebe kann, das wagt Liebe zu versuchen.

– Shakespeare 

Das Freundschaftsding.

Das Ding mit der Freundschaft, das habe ich schon oft versucht. Bruder kommt vor Luder. Oder so. Nun ja, ganz ehrlich?

Ich bin so schnell genervt, dass sich Freundschaft gar nicht erst entwickeln kann. Und ja, oft habe ich gegrübelt, was denn bei mir nicht ganz richtig läuft. Denn Hass spüre ich auch nicht. Es ist Ekel. Obwohl ich mich recht loyal beschreibe.

Aber dafür genügt mir ein Mensch. Nicht irgendeiner. Sondern einen, den ich aufrichtig und mit voller Hingabe Liebe. Dieser Mensch ist mein Freund.

Und sollte er mich nerven, so bleibe ich dabei – Luder kommt vor Bruder.

© Amy Herzog

Hin- und her (ge)Drabble mit Maccabros, mit den Worten: Liebe, Hass, Freundschaft.

Reichtum. 

Ich bin arm. Vielleicht habe ich deshalb instinktiv keinen Hunger? Es ist zwar nicht so, dass ich mir nichts zu essen kaufen könnte, aber ich habe eben keinen Hunger. Und es scheint mir eine einfache Erklärung zu sein. Ich bin nicht reich. 

Welche Wege führen zum Reichtum? Gute Noten in der Schule. Eine gute Ausbildung. Etwas Glück vielleicht? Ein paar tote Verwandte. Über Leichen gehen. Zur Richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Stets hart arbeiten. Vielleicht auch etwas hochschlafen? Ich weiß nicht. 

Ich brauche kein Geld. Ich möchte reich sein. Geld spielt dabei keine Rolle. Liebe geht durch den Magen.

© Amy Herzog  

Hin- und her (ge)Drabble mit Maccabros, mit den Worten ‚Reich, Ausbildung, Wege‘

Ein Geheimnis. 

Ich bin krank. Aber darf ich Ihnen etwas dazu verraten? Ein Geheimnis. Pssst! Leise, schön leise weiter lesen. Denn Ruhe ist das wichtigste. Sie bietet dem Sturm einen Grund. Aber nein, keine Sorge, keine Angst. Fürchten Sie sich nicht, ziehen Sie keine Kapuze auf, Ihre Frisur wird erhalten bleiben. Sie begeben sich lediglich in die engen Gassen meiner Selbst. Aber – eine gewisse Vorsicht sei geboten. Stolpern Sie nicht. Und was das wichtigste ist, die wichtigste Regel, oder sagen wir, das korrekte Verhalten, denn Regeln gibt es hier nicht: bleiben Sie unter keinen Umständen liegen. Denn ich habe es getan. Ich bin liegen geblieben. Und ich muss sagen – es ist ein arschgeiler Ritt. Gelächter und böse Augen treiben mich durch die Nacht, die Fenster liegen in zerschlagenen Scherben auf der Erde. Und das nur, damit ich wieder auf den Boden der Tatsachen falle, mich schneide und mich genüsslich in mir selbst baden kann. Aber hey, wenn die Dunkelheit wieder einbricht, dann stehe ich wieder auf. Die Stimmen der Monster, sie treiben mich an. Und mittlerweile muss ich sagen, ich warte auf die Monster. Ich lade diese sogar herzlich ein. Nach und nach lernte ich sie kennen, verlor meine Angst. Und mittlerweile sind sie meine besten Freunde. Und sie sind immer da. Den ganzen Tag lassen Sie zur Nacht werden. Nur für mich. Und dann flüstert es. Mal hier, mal da. So lange, bis ich weine. Bis ich aufgebe. Bis ich mich unterwerfe. Bis ich gehorche. Wie eine Sklavin. Eine Sklavin meiner Selbst. Zwar liege ich, aber wenn ich doch mal hinaus in die Welt gehe, dann in meinen Ketten. Sie lassen sich tragen wie Schmuck. Klatschen Sie sich ruhig den kitschigen Modeschmuck an den Körper. Unter meinem Schmuck würden Sie zerbrechen. Und nun bitte ich Sie wieder zu gehen. Aber bitte leise. Meine Monster schlafen noch. Und ich möchte, dass sie ausgeruht sind, wenn sie mich wieder auf eine Fahrt durch die Hölle schicken. Doch bevor Sie gehen, denn ich möchte nicht unhöflich erscheinen, dürfen sie noch wie versprochen mein Geheimnis erfahren. Ich bin krank. Ja. Und ich finds toll. Auf Wiedersehen. Und stolpern Sie nicht beim hinausgehen. 

Sieg. 

Ich möchte Ihnen nicht meine Meinung aufzwingen, aber ich denke, dass es so einfach nicht ist. Denn allem liegt eine Bewegung zu Grunde. Für einen Gewinn muss ich mich bewegen, sehr schwer bewegen. Aber es führt mich stets voran. 

Und für den Verlust? Dafür muss ich einfach meine bisherigen Wege, diese schweren Wege zurück gehen, mich verstecken und mein Spiegelbild zerschlagen. Wenn die Scherben nicht wären, dann wäre es leicht. 

Und meine Erkenntnis? Ich möchte Ihnen nicht meine Meinung aufzwingen, aber den Sieg, den habe ich selbst in der Hand. Meinen persönlichen Sieg. Und mein Preis wird sein: Glücklich sterben. 

© Amy Herzog  

Hin- und her (ge)Drabble mit Maccabros, mit den Worten Gewinn, Verlust, Erkenntnis.

Sünde..

Die Liebe, sie ist manchmal Sünde,
nur wenn sie nicht ganz ehrlich ist,
sie zeigt den Weg in eine Zukunft,
wo du nur warm und sicher bist.

Die Liebe, sie ist keine Sünde,
ich glaube so spricht Gott zu mir,
wohin sie mich auch leiten mag,
sie schenkt das Leben jetzt und hier.

Die Liebe, sie ist niemals Sünde,
sie zeigt den Weg zu Glück und Licht,
letztendlich bleibt die Sünde nur,
wenn du vertraust den Worten nicht.

 

© Amy Herzog

Die richtige Welt. 

Eigentlich läutet die Kirchenglocke. Wie ein neuer Morgen, wie ein neuer Frühling. Draußen ist es ruhig, die saftigen Wiesen tanzen im lauen Wind mit den frischen Farben. Warum aber sehe ich nur grau? Ist die Welt falsch, oder bin ich nur in der falschen Welt? 

Der Sturm in mir breitet sich hinter den verschlossenen Jalousien aus, wütet, zerstört. Und die Stimme, die noch fragen stellt, wird immer leiser. Gelegentlich finde ich in meiner Dunkelheit noch die Sicherheit. Sie flüchtet. 

Draußen weiß ich, da wartet es. Die Farben, die Musik, der neue Tag, die Chance, ein neues Leben. 

Die richtige Welt. 

© Amy Herzog  

Hin- und her (ge)Drabble mit Maccabros, mit den Worten ‚Sturm, Frühling, Sicherheit‘.

Mein Spiel. (Drabble-Parade)

Die von Tuschelpuschel ins Leben gerufene Drabble-Parade hat mich heute morgen durch eine Nominierung von Jo vom Klapperhorn erreicht. Darüber freute ich mich sehr, aber die Herausforderung ist nicht zu unterschätzen. 100 Worte. Nur 100 Worte in einer ganzen Geschichte.

Meine dafür von Jo vorgegebenen Worte waren – Blitz, Gelächter und Altar.

Nun, das ist dabei herausgekommen.

Mein Spiel. 

Es ist beinahe wie ein zweites Leben. Und so bleibt es. Durchfuhr mich doch einst dieser Blitz deiner Furcht, tanzend mit deinem Schweiß. Und du? Hörst du noch immer unser Gelächter hinter verschlossenen Türen? Türen, die dir niemand öffnen wird. Macht es dich verrückt?

Im Traum sah ich deinen Altar und die schmutzigen Rituale. Um zu töten, was du liebst. Mich. Uns alle. Und die Macht, die dich gefangen hält. Doch sei dir sicher. Du kannst nicht entkommen. Ich warte, lauere im Schatten und greife an, sobald du deinen Blick wendest.

Meine Furcht ist eine Lüge, und deine mein Spiel.

© Amy Herzog

Somit komme ich nun zum Ende und nominiere gern weitere Blogger und hoffe, dass ihr es auch ausprobieren möchtet. Ich bin gespannt. Drei neue Worte, die ich dafür vorgebe lauten – Regen, Zeit und Mut. 

Nominiert sind:

Ich gebe zurück an Jo

reiche weiter an Dornenlicht

an kommvorzone

an Leitmotivation

und an Maccabros 

 

 

Heute…

Heute, wenn ich schwach bin,
dann spüre ich dich.
Ich dachte wirklich, du hättest
aufgegeben, einfach so,
doch das hast du nicht.
Heute spüre ich dein Lächeln,
heute auch deine Furcht,
doch auch dein Feuer, dein brodeln,
doch sehe ich dich nicht.
Heute wage ich zu schreiben,
heute lasse ich es zu,
konntest du auch nie verstehen,
doch erspüren konntest du…

 

 

© Amy Herzog

Schlaf.

von weiß zu weiß
und doch im schwarz
im flüchten aus dem ich
der Ekel atmet Wunden ein
in Menschenmengen doch allein
kein Sterben in der tauben Nacht
noch besser ‚lebt‘ es sich

von taub zu taub
beschmiert mit Staub
so schreit doch heißes Wort
noch mittendrin im nirgendwo
der Traum ertrinkt doch sowieso
wozu die Zeit, worin der Sinn
warum noch dieser Ort

von Zeit zu Zeit
kommt niemals weit
so klein der Engel schreit
zurückgerissen, tiefe Küsse
der Wecker schießt zu laute Schüsse
tiefer Fall ins ich / ins schwarz
ein Schlaf in Ewigkeit

 

© Amy Herzog

Du könntest…

Du könntest mich verkleiden
könntest schützen, könntest leiden
wo andere sich am Schmerze weiden
Worte Stricken, Worte häkeln
dich mit mir im Atem räkeln

Du könntest mich tragen
nicht mit Muskeln, nicht mit sagen
einfach schreiben, schweigend wagen
im Dunkeln zehn Zigarren rauchen
um mit mir ins Meer zu tauchen

Du könntest mich fühlen
nur berühren, tief, gar tiefer wühlen
vor dem Winde, vor dem kühlen
mit den Lippen leise klopfen
Wärme in die Leere stopfen

Du könntest mich begreifen
langsam wachsen, schneller reifen
mich vom Rand des Lebens greifen
einfach Worte schweigend halten
lässt die Ruh der Liebe walten

 

 

 

© Amy Herzog

„Dame seines Herzens“

Ich bin die Dame seines Herzens,
dort wo er fühlt das Herz und Heim,
wie schön es aussieht in der Zukunft,
ein Bild, dort sind wir nicht allein.

Ich bin die Frau mit leeren Fingern,
so nackt, die starrt er ständig an,
in seinen Blicken steht dann weiter,
dass Ewigkeit beginnen kann.

Er ist es, der sich hier ganz richtig,
mit ganzen Leib und Herzen sieht,
der Ort, an dem er glücklich sein will,
falls er nicht heut mal wieder flieht.

Dann bin ich wieder diese eine,
die Schlampe, die ich gar nicht bin,
und doch lässt er mich hier alleine,
und beide leiden ohne Sinn.

Dann stellt sich wieder eine Frage,
wie lange bleibt das hin und her,
die Dame seines Herzens leidet,
und irgendwann verbleibt sie leer.

 

 

 

© Amy Herzog

Unter Steinen..

Und täglich lauern tausend Steine,
nur oftmals falle ich doch hin,
dann dreh‘ ich mich kurz an die Seite,
und plötzlich hat der Stein den Sinn.

Denn schaue ich nur stetig drunter,
was sich dann unterm Stein verbirgt,
es zaubert bunt ins graue lachen,
weil dieser auf mein Leben wirkt.

So falle ich dann in die Zukunft,
die ich zuvor noch nie geahnt,
ich steck‘ ihn einfach in die Tasche,
denn hier war Glück als Stein getarnt.

 

 

 

© Amy Herzog

Ich glaube noch

Ich glaube noch an kleine Worte,
sie reichen gleich schon zu Beginn,
schon wissen Herzen wo sie wohnen,
für Zweie wird dies ein Gewinn.

Ich glaube noch an diese Fälle,
dort wo der Zufall trifft den Plan,
und plötzlich malen sich die Bilder,
ganz unverhofft und nur spontan.

Ich glaube noch an diese Liebe,
sie wartet schweigsam und gespannt,
und bald schon wird sie hell erblühen,
wo alle Last dem Herz entschwand.

 

 

© Amy Herzog

Die Stimme in meinem Kopf…

Sie baut sich leis‘ und fest ihr Nest,
aus meinen Schmerzen und dem Leid,
und plötzlich bleibt die Zahl ein Test,
bis in? – sie sagt mir nicht wie weit.

Doch ich, ich möchte ihr Vertrauen,
weil sie mir sagt, der Mensch, der lügt,
„statt essen sollst du Gummi kauen“,
ich frage mich, wer hier betrügt.

Die Stimme – sie – beginnt zu klagen,
wird lauter, schimpft, gar bis sie schreit,
„wie kannst du es denn nur noch wagen,
als wär sie schlicht Notwendigkeit.

Ich denke nächtelang nur schwach,
sie nimmt das Leid, sie hat wohl recht,
hinfort ist Welt- und Lebenskrach,
mit ihr bin ich niemals geschwächt.

Doch bald schon bin ich ganz allein,
zu spät – ich wollte wohl nicht sehen,
sie macht nicht stark, sie macht nur klein,
doch jetzt wird sie so bald nicht gehen.

Jetzt sehne ich nur nach dem Menschen,
der vor ihr auch schon nicht bei mir,
im Büchlein kann ich leise wünschen,
mit ihr bin ich bald nicht mehr hier.

Was bleibt ist nur die stumme Leere,
mein falsches Lächeln und die Angst,
ein kaltes Nest und Knochenschwere,
„nur bis du nicht mehr zählen kannst“..

 

© Amy Herzog

Ratlos.

Manchmal weiß ich meiner Worte,
nicht was eins bedeuten kann,
Sätze schreiben sich von selber,
und ergeben sich nur dann.

Irgendjemand wird was finden,
fühlt gar einiges wohl gleich,
ich hingegen bleib‘ nur ratlos,
warte hier – wann werd ich reich?

 

 

© Amy Herzog

Unter der Fassade.

Unter der Fassade,
naja unter der Fassade,
was zu sprechen, könnte, sollte,
was ich gestern doch schon wollte.
Bleibt doch unter der Fassade,
zeige nur die Maskerade,
was ich gestern doch schon könnte,
mir auch morgen vielleicht gönnte.

Zeige heute meine Maske,
nur im Spiegel, ja da lachste,
schaue unter die Fassade,
was ich sehe, das ist schade.
Denn dort sehnen sich die Tränen,
nach dem Leben mit den Plänen,
was ich gestern doch schon wollte,
doch vielleicht noch heute sollte.

 

 

© Amy Herzog

Der stumme Wunsch…


© Amy Herzog   

Nein! JA!

Nein: zu denen, die mir schaden,
nein wenn jemand liebt mich nicht,
auch die Lügen und die Masken,
versperren nur die schöne Sicht.

Nein: wo jemand schlecht behandelt,
nein auch wenn mein Herze weint,
denn so jemand kann nicht meinen,
es ist doch nicht so wie es scheint.

Nein: zum gleichen bösen handeln,
einfach nein zum falschen Glück,
befreie mich vom Tränenleben,
und hole mir mein JA zurück.

 

 

© Amy Herzog

Schmerz verbindet…

Ist der Schmerz nur eine Summe,
nur verteilt der Köpfe gleich,
werde ich, ehe ich verstumme,
doch noch an der Liebe reich?

Wie das Laub in allen Straßen,
selbst die Stadt nicht sicher ist,
in der Zweie sich einst trafen,
trennt der Dämon, nun vermisst?

Flüchten in das blumig-schöne,
nur ein Reich der Phantasie,
denn erklingen Schmerzenstöne,
ohne Herzen niemals nie.

Ist die Welt ein Teil der Schmerzen,
finden Tränen sich wie Fluss,
leiden kühl gar manche Herzen,
bis die Liebe schwimmt im Kuss.

 

 

© Amy Herzog

Unsere Dämonen…

Und du kennst sie
die, die auch ich kenne
möglicherweise besser als ich
und deshalb wünsche ich
wenn sie an meine Tür
hämmern
dich

Doch du bist
mir ferner denn je
schweigsam und vertieft
in deinen Besuch
in dich

Wärst du hier
dann wären Träume
verschwunden und sie
die, die du auch kennst
und sie beim Namen nennst
unser Untergang

Wären wir allein
mit unseren Dämonen
wären wir zu klein

Deshalb bleibe ich
denke an dich – allein
bleibe versteckt wie du
vertieft und klein

Lausche nur
deinen Worten
die längst geschrieben
und doch immer blieben
und mein Herz übertönen
schweigsam und starr
für dich

 

 

© Amy Herzog

Bis in den Tot…

Heute ging ich raus
obwohl ich Angst hatte
und hoffte auf einen Menschen
der mir in die Augen sieht
und handelt

Meistens schreiben
sich die Worte von selbst
doch heute fallen leise Tränen
aufs Papier und schreiben
stumm für mich

Unsichtbar bleiben
oder unsichtbar werden
sollte die eine Zahl auf null
ist meine Hoffnung für
immer gestorben

Und doch kämpfe ich
kämpfe für das was mir blieb
habe Hoffnung in Tränen
im steinernen Herz
bis in den Tot

 

 

© Amy Herzog

Wie auch du…

Für D.

 

Aus der Ferne, aus dem Schweigen,
ohne Kenntnis deiner Schritte,
hast du mich im Wind zerrissen,
wie auch du zerrissen bist.

Mit den Worten für die Menschheit,
und dem Zweifel an dir selbst,
hast du mich ins Herz getroffen,
wie auch du getroffen bist.

Meine Liebe fischt im Trüben,
wie du durch dein Leben fischt,
trinkst zum schreiben deine Tränen,
wie auch ich ertrunken bin.

 

 

© Amy Herzog

Verdampfen…

Schmerzen – die verdampfen
wie der Qualm nach oben zieht
mit den Stürmen – in den Wolken
schneller, immer schneller flieht
bis zur Sternenklaren Nacht.

(dann leiser, immer leiser)

Bis es regnet, an den Tagen
keiner mehr die Wolken sieht
kann ich mich zum Wort
schon lange nicht mehr wagen
wo mein Herz am Boden kniet.

 

 

© Amy Herzog

Gar. Nichts.

Ich denke, ich muss nichts machen,
die Zeit dreht sich langsam voran.
Keine Stunde am Herd, keine Wärme,
kein Duft und kein erwarten.
Putzen geht auch morgen noch.
Vielleicht eine Tütensuppe?
Aber hey, nichtmal wach muss ich sein.
Nichts muss ich machen allein.
Gar. Nichts.

Gar. Nichts.

 

 

 

© Amy Herzog

Mein Sein..

Lese ich die alten Worte,
weiß ich nicht, ob ich je war,
nur erdacht im Universum,
unsichtbar und niemals wahr.

Zu unendlich für die Nähe,
und doch zauberhaft und klar,
doch dann wieder in den Sternen,
sterbe ich und war nie da.

Meine Spuren in den Worten,
wie ein Korn die Wüste sah,
bleibt vergraben in der Menge,
zerbrechlich, unberechenbar.

 

 

© Amy Herzog

Zucken…

Du zuckst mit deiner Schulter
stößt grob meinen Kopf
weit weg von dir…
wollte mich nur anlehnen
lehne jetzt an der Luft
und schenke dir den Regen,
dessen Duft du so
liebst…

 

 

© Amy Herzog

Zitat: Lügen

Hüte dich vor den Menschen, die sagen, sie könnten nicht lügen. Denn das ist nur die erste Lüge. 

Heute oder irgendwann.

Wenn nicht heut der Tag der Liebe,
wann soll er denn kommen dann,
schieb statt gestern doch auf morgen,
oder auch auf irgendwann.

Zeit bleibt eine feine Sache,
viel zu kurz klagt Herz und Leid,
doch die Liebe spielt mit Mächten,
bis in die Unendlichkeit.

Auf der Erde sind wir menschlich,
und zu gern auf bald verschiebt,
wirklich glücklich wird man dann nur,
wenn man heut statt morgen liebt.

 

 

© Amy Herzog

Dachschrägenfenster

Während ich mein Dachschrägenfenster
nur zur Hälfte von außen putze
denke ich an die Nacht, die mir wieder
ihre Lieder nur in flüsternder Angst
bis in den Morgen singt.

Klingt als bräuchte ich nur eine Leiter,
als wäre ich dann wieder heiter.

Wenn’s so einfach wäre, ( – was es
in der Tiefe meiner Gedanken ist)
dann kämest du an den Rest des Fensters
und nichts bleibt in der Nacht vermisst.

 

 

© Amy Herzog

Ohne…

bleiben leere Räume
niemand schleicht sich leis‘ heran
spendet Licht in dunklen Ecken
kann mein Lächeln wecken
(keiner – außer dir)
rasten Tränen wartend
quälen sich zu einsam hier
bleibt in meinem Herzen nur
der Stolz aus deinen Schlüsseln
sinkend an der dünnen Schnur
(halt mich – fleht der Geist)
wie es den schwachen Körper
in der Kälte, in der Leere
aus dem Glück des Lebens reist
bitte komme heute Heim
denn ohne dich
sind
Räume
leer

und ich allein…

Die Hälfte…

Die Hälfte warf ich weg von mir,
sie war nicht mehr so wichtig.
Nur alte Lasten, tief vergraben,
könnt‘ ich dir nur wahrlich sagen,
was du aber für mich bist.

Freude unter Angst geschlafen
und doch ist’s hier hell und wach!
Ich mache Platz und räume auf,
den Staub, den nehme ich in Kauf,
das ist es, was du wirklich bist.

Morgen ist die Angst vertrieben,
morgen werden wir uns lieben…
Zwischen Düften und der Hitze,
während ich noch schweigend sitze
und dein Platz auf Fülle fühlt.

Die Hälfte warf ich weg von mir,
sie stand uns doch im Weg.
Denn daraus wird ein großes wir,
aus uns, schon lange Tränen hier,
doch das ist dann vorbei.

 

 

© Amy Herzog

Ich zähle nur die letzten Tage..

Versprochen sagst du, wirklich sicher,
bis du dann endlich bei mir bist,
ich zähl‘ nur noch die letzten Tage,
bis nichts mehr dieses Herz vermisst.

Und ich vertraue deinen Worten,
der Tag, der schnell vorüber zieht,
ich zähl‘ nur leise an fünf Fingern,
bis niemand vor der Zukunft flieht.

Versprochen sag ich, wirklich sicher,
mein Herze sei dir stets ein Heim,
ich zähl‘ nur noch die letzten Tage,
und wir zwei sind nie mehr allein.

 

© Amy Herzog

Flüchten…

Flüchten schweigend in Gedanken
lassen deine Schiffe schwanken
Tanz mich wund an deinem Mund
laut sein will ich, schreien gar
wo Sicherheit zugegen war
in deinen Händen leiser fallen
höre ich den Herzschlag schallen
halt mich nur, so halt mich fest
und flüchte mit ins warme Nest

 

 

© Amy Herzog

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Die erste Nacht (nach dem Umzug)…

Ein einziges drehen und ein wälzen
durch die langsame Zeit
zwischen begreifen und träumen
in gefühlter Endlosigkeit
doch immer blieb noch lange Zeit
noch weitere zehn Minuten
der Weg war kurz und dennoch weit
jetzt steh ich auf und gehe weiter
müde zwar und doch wahrhaftig heiter
blicke um mich, tausend Kisten
kommen heut an ihren Platz
und später komm ich dann hier an
zuhaus, gemütlich und –
auch glücklich dann und wann.

 

 

© Amy Herzog

Herz an Herz..

Du bist nicht meine erste Liebe,
doch ist es wirklich das was zählt?
Wirklich wichtig bleibt am Ende,
das mein Herz fortan deines wählt.

Denn darin höre ich die Zukunft,
und nichts wird jemals dort vermisst,
ein neues Leben für zwei Herzen,
das ist es, was noch wichtig ist.

Ich bin nicht deine erste Liebe,
doch ist auch das nicht, was hier zählt,
hörst du in meinem Herz die Zukunft,
dann deines einfach meines wählt.

So wählen wir für uns das Leben,
was wir uns bald ein Jahr ersehnt,
und hören bis zum Schluss die Lieder,
während wir Herz an Herz gelehnt.

 

 

© Amy Herzog

Vertrauen auf die Liebe..

Ich vertraue auf die Liebe,
die mich täglich weiter lenkt,
durch die Stürme und den Hagel,
bis sie uns die Sonne schenkt.

Ich vertraue auf die Liebe,
wie sie mich zum Glücke trug,
schweben wir gemeinsam weiter,
nur dein Herz ist mir genug.

Ich vertraue auf die Liebe,
wo die Zukunft mit uns bleibt,
nichts werde ich je vermissen,
wenn sie uns durchs Leben treibt.

 

 

© Amy Herzog

Leises Sehnen…

Oh, spürst du nicht mein Sehnen
mein Liebster, und mein leises Flehen
verborgen hinter tausend Sternen
so hoch oben zwischen Wolken
wie könnt ich dich nicht begehren
Liebster, spürst du nicht mein Sehnen

Strahlt ein Lied, ein Licht in Tränen
spiegelt mich in allen Pfützen
sag bloß, kannst du Bilder sehen
durch dein Haar die Stürme wehen
kann dich wärmend sanft beschützen
Spürst du nur mein leises Sehnen

 

 

© Amy Herzog

Ewig.

Du kannst mich vermeiden,
ignorieren, hassen und verachten.
Und vielleicht ist dir mein Leiden
zwischen deinem ewigen schweigen
gekrönt von kalten Worten egal.

Vielleicht.

Aber ich werde immer da sein,
nah bei dir, an deiner Seite,
haltend deine Hand, unsichtbar
und doch vom Himmel,
über Wasser und Land und bis weit
über den letzten trockenen Rand.

Versprochen.

 

 

© Amy Herzog

fehlen.

man könnt‘ fast sagen
es fehlt mir
doch dann bin ich erstarrt
mit jedem wort und jeder luft
in mir nur stumm
verharrt

so fehlt es mir dann
keiner zeigt
das wort nur weiter
heiter schweigt

verdreht die welt in meinem kopf
verbinde ich den tränenzopf

ganz stramm im winkel
zu dem munde
deckt sodann die seelenwunde
stets mein lächeln ab

 

© Amy Herzog

Preis…

Wie mich die Sehnsucht
in deine Arme treibt
und ich doch schweigend
stehen bleib
so wünscht ich nur
und Träume still
wie ich doch nicht
mehr weinen will
nur warte ich
erfriere leis‘
und zahl‘ mit
Einsamkeit den Preis

 

 

© Amy Herzog