Schreiben

Ein Bild…

Dunkel war die Nacht, zu dunkel,
verlor ich langsam dein Gesicht,
ein Bild, vergilbt an allen Ecken,
verlor ich dich, mein helles Licht.

Kalt war die Nacht, so zitternd kalt,
zu laut die Stimmen schallten dort,
die Gassen nass, die Pfützen schwarz,
selbst noch am Tag die Sonne fort.

Allein die Nacht, in Einsamkeit,
als fraß ein Schatten jedes Licht,
ein Bild, vergilbt an allen Ecken,
doch lebt es hier, in dem Gedicht.

© Amy Herzog

Das nennt sich dann ‚Frei‘..

Zerfrisst kein Wort mein fades Gesicht,
als fehlte uns dort jegliches Gewicht,
schaut doch der Wahnsinn nach rechts,
und lässt mich allein, nur ohne ein Licht.

So zwingen mich die Tage zum trinken,
kann ich nur in deinem Bild ertrinken,
giftig wohl – doch fügt sich Nähe ein –
nur am Tage trink‘ ich mich nicht rein.

Wo selbst mit jedem Tag ein jeder Wein,
fühlt sich mein gefüllter Magen nur allein,
Zitronenduft erfüllt – nur niemals genug,
brennt Leidenschaft den letzten Betrug.

Als rauchte mein Herz nicht mit Hirn,
sondern trank stets das wortloses Gift,
aus Wolkentänzen und Dämmerkrug,
bleibt Sonne, kein Wein, und nichts genug.

Und das nennt sich am Ende dann ‚frei‘.

© Amy Herzog

 

An Zeiten drehen…

Die Welt dreht müßig vor sich hin,
oh, wo mich noch der Wind vermisst,
ergibt doch weder Scham noch Sinn,
wenn alles doch die Zeit vergisst.

So ziehen Wolken mir vorbei,
gar schwebend vor Gelassenheit,
doch scheint es kurz darunter frei,
nur leise klopft die böse Zeit.

Und dreht die Welt doch immerfort,
den Abschied sich ein Jeder gönnt,
die Wünsche wehen letztlich dort,
wo ich an Zeiten drehen könnt‘.

© Amy Herzog

Das ungeplante Gedicht.

Es lässt sich hier und da nicht lenken,
selbst dort, wo ich beginn‘ zu denken,
und vielleicht sogar besonders dann,
verselbstständigt’s sich irgendwann.

Verirrt sich durch den tiefen Wald,
das Hirn und Herz sucht dennoch Halt,
und findet sich das Wort dann wieder,
so kniet es vor dem Nächsten nieder.

Ein Fall in alle schwarze Schluchten,
da hilft nicht mal ein leises schluchzen,
doch eh‘ ich seh‘, wie’s fliegen kann,
kommt es schon auf den Wolken an.

Das Wort, es wurde nie geplant,
doch das Gedicht hat’s früh geahnt,
zwar hat es sich dort nie gesehen,
und doch ist dieses Glück geschehen.

© Amy Herzog

Unendlichkeit…

Die Augenblicke fliegen weiter,
schneller als dem Herzen lieb,
zu vieles bleibt im Eis vergessen,
und irgendwann beklaut ein Dieb.

Doch die Worte wehen dennoch,
mit den Winden durch die Zeit,
niemals könnte sie zu spät sein,
denn ein Weg ist nie zu weit.

Diese Zeit, sie bleibt unendlich,
mag sie noch zu schnell erschein‘,
die Augenblicke werden siegen,
und kein Herz bleibt je allein.

© Amy Herzog

Deine Kunst lebt ewig…

Nur deine Kunst überlebt ewig,
schaltet mein düst’res Denken ein,
umschmeichelt meine Seele,
und erhellt die Schatten der Welt.
Und du? Schicke du nur deine
Wortmalerei vom Himmel,
deine Kunst findet einen Weg.
Wie sie ihn immer zu mir fand.
Ich kann sie noch sehen, dich,
wie du malst, schreibst, lachst,
in der unendlichen Sternenkunst
heute und in jeder weit’ren Nacht.

Niemals wirst du mir verstorben sein…

© Amy Herzog

Beinahe…

Gerade eben noch
schien die heiße Sonne
in mein Gesicht,
brannte auf meiner Haut,
blendete meine Augen
und trieb die Tränen
in meine Seele,
sperrte sie darin ein
und drückte mir die Luft
im Halse ab.

Doch wie aus dem Nichts
platzt das Rauschen
des kühlen Regens
auf mich hinunter,
reinigt meine Seele
von eingesperrten Tränen,
zeichnet im Herzen ein Lächeln
aus strahlenden Regenbögen
und schimmert im sanft
streichelnden Nebel
die wundervollsten
Erinnerungen.

All die Wünsche,
mitsamt meiner Träume,
beginnen sich schäumend
am Boden zu wälzen,
noch hilflos versuchend
sich verblassend zu schützen,
an deinen Schultern zu stützen,
die nur noch in den Erinnerungen
wärmstens zwischen Tränen
und reinigendem
Regen warten.

Die Hoffnung,
die dort unter mir lag,
die mich trug und hielt,
mich lächelnd bei dir hielt,
sie ward zerschlagen,
unachtsam erstickt
unter dem Nebel,
der doch einst so wundervoll
mit seinen Erinnerungen schimmerte,
doch nun immer schwerer
lastet und selbst Wünsche
unter sich begräbt,
tief in der fruchtlosen Erde
vergeht mein Traum.

Was bleibt steht obenauf,
die dicke Wolkenbank
der so siegreichen Angst,
sie kämpft gegen mich,
und hat keine Angst,
schlägt all die Erinnerungen
härter auf mich ein,
bis ich an meinem Lächeln
meinen Wünschen
ohne Hoffnung
doch noch ersticke.

Und sogar bis ich mir
die Sonne zurück wünsche,
mit der ich mit Tränen
im Halse immer nur
beinahe ertrank…

© Amy Herzog

 

übersehen, übergehen…

Die Worte kann ich nicht verstehen,
wie sie dort nur schweigend stehen,
so kann mein Herz ein letztes sehen,
während die Übrigen schon gehen.

Kurz noch um haltend Hände flehen,
und Tränenreich im Wind verwehen,
wo keines wird sich Wiedersehen,
und all das nur um das Geschehen.

Eines Gefühls schnell zu umgehen,
sie könnten wohl einfach gestehen,
doch leichter scheint, verlorengehen,
dabei den Schmerz zu übersehen.

 

© Amy Herzog

Wenn ich sehe…

Wenn ich Kindergartenkinder sehe,
dann sehe ich Hoffnung.
Wenn ich den kalten Regen sehe,
dann sehe ich Tränen.
Wenn ich die größten Berge sehe,
dann sehe ich Stärke.
Wenn ich den Wasserfall sehe,
dann sehe ich Macht.
Wenn ich zu schnelle Autos sehe,
dann sehe ich Leichtsinn.
Wenn ich einen Marienkäfer sehe,
dann sehe ich Achtsamkeit.
Wenn ich wilde Blumenfelder sehe,
dann sehe ich Vielfalt.
Wenn ich Nachts die Sterne sehe,
dann sehe ich Möglichkeiten.
Wenn ich eine große Eiche sehe,
dann sehe ich Ewigkeit.
Wenn ich den weißen Schnee sehe,
dann sehe ich Zukunft.
Wenn ich eine Umarmung sehe,
dann sehe ich Zuneigung.
Wenn ich die strahlende Sonne sehe,
dann sehe ich Wärme.
Wenn ich ein großes Erdbeereis sehe,
dann sehe ich Sorglosigkeit.
Wenn ich einen Straßenkünstler sehe,
dann sehe ich Hingabe.
Wenn ich ein buntes Theaterstück sehe,
dann sehe ich Phantasie.
Wenn ich die Wolken vorbeiziehen sehe,
dann sehe ich Leichtigkeit.
Wenn ich einen Krankenwagen sehe,
dann sehe ich Hilfe.
Wenn ich Trauer auf einem Friedhof sehe,
dann sehe ich Schmerz.
Wenn ich den eingeschalteten Fernseher sehe,
dann sehe ich Blödsinn.
Wenn ich die Vögel zwitschern sehe,
dann sehe ich Zusammenhalt.
Wenn ich den tiefen schwarzen Wald sehe,
dann sehe ich Mystisches.
Wenn ich eine große Spinne sehe,
dann sehe ich Angst.
Wenn ich ein strahlendes Lächeln sehe,
dann sehe ich Aufmerksamkeit.
Wenn ich beim Sport den Sieger sehe,
dann sehe ich Kampfgeist.
Wenn ich zwei sich küssende sehe,
dann sehe ich Liebe.
Und wenn ich nach all dem dich sehe,
dann sehe ich alles. Und mehr.

© Amy Herzog

 

Begehren…

atme leise, beinah fauchend
schreibe nur in dunkler Trance
getrieben vom schmerzlich
unersättlich Durst
gib dich brennend heiß
in meine Hände
lass dich führen
in mich – in meine Welt
und gib am ende dein Blut
die treibende kraft…

 

© Amy Herzog

Das Stück…

Das Stück schreibt sich selbst.
Die Worte, die ich habe, sind nutzlos.
Sie führen mich nur durch das Labyrinth.
Aber nicht heraus aus der Dunkelheit.

Sie führen mich am Glück vorbei.
Immer tiefer verirrt.
Das Glück rennt vor mir weg.
Wir kennen uns nicht.
Aber es will sich nicht verirren.

Es wird immer dunkler.
Aber ich habe keine Angst.
Die Nacht hüllt mich in Sicherheit.
Bis der letzte Vorhang fällt.
Und das Stück beendet ist.

So lange tu ich so, als wäre nichts.

© Amy Herzog

Die Augen…

Die Augen können nicht mehr lachen,
ich seh‘ die Sonne nicht aufgehen,
wie im Meer aus tausend Fragen,
werde ich in der Nacht vergehen.

Die Augen können nicht mehr fühlen,
meine Seele wohnt dahinter nicht,
durch kalten Winter schweigend nur,
seh‘ ich am Ende nicht das Licht.

Die Augen spüren keine Wärme,
du, mein Licht, du bist nicht hier,
beinahe hätte ich gespürt,
wie aus Kälte wird ein wir.

Die Augen können nur noch schreien,
ich schreib es durch die Worte blind,
die deine Sprache sprechend nicht,
ein Schweigen weht zum Schluss im Wind.

 

© Amy Herzog

Von Herzen…

Was von Herzen kommt, muss sich nicht Reimen…

Und was von Herzen kommt, schlägt nicht im perfekten Rhythmus…

© Amy Herzog

Leeres Blatt…

Es wartet nicht auf meine Worte,
mein unbeschriebenes Papier,
vergebens füllen sie kurz die Leere,
die weiter herrscht im Jetzt und Hier.

Papier und Worte schweigen sich an,
aus Tinte formen sich Lügen,
verwelkte Träume beschreiben mir,
wie Worte mich selbst betrügen.

Das leere Blatt zeigt die Wahrheit,
so weiß und rein wie Schnee,
und ohne Tinte schreibt es mir,
in Schönschrift, etwas tut weh.

Das Blatt, so ohne jedes Wort,
es weint und schreit so laut,
das was dem Herzen so sehr fehlt,
wonach kein Wort je schaut.

So lasse ich die Tinte trocknen,
und mein Papier bleibt leer,
wie ein Spiegel blickt es zu mir,
mit Tränen, so weit wie das Meer.

 

© Amy Herzog

Traumwärme…

Dunkelheit klopft an mein Fenster,
die Äste schlagen laut im Wind,
allein liege ich im weichen Bett,
und warte bis ein Traum beginnt.

In mir weint der Wunsch nach Liebe,
weil du in meinem Herzen bist,
ich wünsche dich zuweilen fort,
denn hier wirst du zu sehr vermisst.

Manchmal flimmern kalte Lichter,
an Wänden tun sich Träume auf,
schlafe in erträumter Wärme ein,
und falle tief in deinen Rausch.

Und alle Wünsche sind nun fort,
denn ich schlafe in deinem Arm,
sei es gerade der letzte Traum,
dennoch ist es hier nun warm.

 

© Amy Herzog

Das Gefühl, das bleibt.

Gefühle, die ich niederschreibe,
wenn ich hier im Dunkel verbleibe,
treibt mich tiefer an düstre Orte,
aus tiefen Gefühlen werden Worte.

Mein Herz wandert wie benommen,
du hast es mir im Wort genommen,
Gefühle, die unbeschreiblich sind,
sie machen mich zuweilen blind.

Nur das Wort, das du mir gibst,
das Wort, das du besonders liebst,
es ist auch das, was in mir spricht,
mir zeitgleich doch das Herz zerbricht.

Doch sehe ich entfernt ein Licht,
von Herz zu Herz durch deine Sicht,
entschwindet mit uns an ferne Orte,
übrig bleibt nur das Gefühl im Worte.

 

(c) Amy Herzog

HerzSchreiben…

Schweigen dröhnt in meine Seele,
die Sprache, die das Herz versteht,
es kann nicht hören oder sehen,
doch dafür spüren wie du gehst.

Das Hirn hält große Wünsche klein,
raubt ihnen die Luft schon im Keime,
das Herz wird somit nie enttäuscht,
zuhöchst vielleicht im kleinen Reime.

Doch irgendwo tief in der Brust,
ich weiß nicht, steht es Still,
oder schlägt doch die Liebe laut,
sagt mir, wohin sie gehen will.

Fein zerhackt im dunklen Teil,
des Gehirnes schwarzer Tiefen,
dort leben wir irgendwo gemeinsam,
das Herz, es schreibt das in Briefen.

 

© Amy Herzog

In Gedanken bei dir…

Es ist schon spät am Abend,
und die Laternen leuchten hell,
laufe verirrt durch dunkle Straßen,
nur nicht dahin, wohin ich soll.

In mir ist es auch schon dunkel,
doch liegt das nicht an der Nacht,
ich bin im belebten Café gestrandet,
bist du nicht da, der mit mir lacht.

Und so falle ich immer tiefer hinein,
in meine Wolkenwunschgedanken,
frag‘ mich, denkst du auch an mich,
oder hast du das Denken überstanden.

Tja, und so sitze ich seit Stunden hier,
mit meinem Bleistift und dem Papier,
du wohnst zwar längst im Nirgendwo,
doch in Gedanken lebst du in mir.

© Amy Herzog

Unbedachte Worte…

Zu unbedacht herum gemacht,
mit Worten durch die ganze Nacht,
da hinten noch verstohlen lacht,
hier vorn schon steht mit seiner Macht.

Steht stramm gebunden an der Wand,
treibt mich bis an den dunklen Rand,
ich seh‘ zuweilen gar kein Land,
vor allem, weil ich Freude fand!

Das Wort zieht mich von Innen aus,
lässt die Gefühle strömend raus,
bin ich zwar sicher in dem Haus,
doch zucke wie ne kleine Maus.

Und es kann die Ängste sehen,
kann durch sich Gefühle fühlen,
das Wort, es kann im Innern wühlen,
und mich am Ende doch abkühlen.

 

© Amy Herzog

Stürmische Worte…

Wie ein stürmischer Wind im Nebel,
du mein leise schreiendes Wort,
geliebt wirst du in all deinen Facetten,
zu allen Zeiten und an jedem Ort.

Wache, schlafe und träume mir dir,
reise zuweilen bis zu den Sternen,
der Mond küsst mit dir zur guten Nacht,
nichts und niemand kann dich entfernen.

Still und heimlich schleichst du herum,
wanderst durch all meine Gedanken,
wächst in mir, wirst stark und Groß,
ich beginne langsam zu schwanken.

Deine Macht, sie ist gut verhüllt,
in ewig schimmernder Seide,
erst viel zu spät erkenne ich dann,
ich laufe schon auf Messers Schneide.

Doch du, mein Wort in meinem Herzen,
ich kann dich bedingungslos lieben,
treibst mich bis hin zu den Schmerzen,
und dann schließen wir wieder Frieden.

© Amy Herzog

Stimme zum Text: Gelesen – (du)Gedankenblabla.

Hier gibt es dann mal die erste kleine „Lesung“, wenn man so will. Eine kleine Audioaufnahme. Diesen Text [(du)Gedankenblabla.] habe ich gewählt, weil der liebe Autor und Blogger Mic diesen Wunsch als Kommentar geäußert hat.

Seid bitte, bitte, ganz doll feste nachsichtig, wenn euch die kleinen Texthänger auffallen. 😛

Zwei Tage lang habe ich daran schweißtreibend gewerkelt, dachte zuweilen, dass ich weder lesen noch schreiben kann. Ich brauchte verdammt viele Versuche, bis es für mich nicht perfekt, aber akzeptabel war. Ich kann nicht mehr und glaube, dass ich eine Phobie gegen das Lesen entwickelt habe. 😀

Es war echt.. intensiv. 🙂

Schwierig daran war, oder so empfand ich es, den Wechsel der Emotionen. In der einen Sekunde hätte ich weinen müssen, in der nächsten schon wieder schreien vor Wut. Am Ende blieb mir doch nur das kraftlose Hinnehmen all dieser Gedanken.
Ich bin auch noch etwas krank, meine Stimme nach all dem Lesen ist etwas heiser, denke aber, dass es hier echt passend war.

Was man nicht hören kann, sind die Fünftausend Lachanfälle, die ich dazwischen immer und immer wieder hatte. Ich hoffe zumindest, dass man das nicht hören kann. 😉

Was ich aber hervorheben kann, auch wenn das, man glaubt es kaum, echt anstrengend war: es hat mir Riesen Spaß gemacht! Und ich freue mich demnach sehr, wenn in Zukunft öfter mal der Wunsch nach etwas gelesenem geäußert wird. Also nur zu, liebe Leser! Alles was auf meinem Blog zu finden ist, kann auch gelesen werden.

Wie das so ist, gefällt einem die eigene Stimme nie so recht, deshalb überlasse ich euch nun einfach wortlos meinem Werk und hoffe natürlich, es gefällt euch.

Erfordert schon ein wenig Mut, das so zu präsentieren..hui. 🙂

warten auf den Traum…

 

Von tausenden Menschen umgeben,

verweilst nur du in meinen Träumen,

was würde ich noch darum geben,

keinen Traum mehr zu versäumen.

 

Doch ich wache hell durch Nächte,

wünsche kennt nur noch der Mond,

die Sterne zeichnen große Ängste,

der Wunsch nur tief im Traume wohnt.

 

Lasse mich von Sehnsucht tragen,

verweile hier bis zum langen Schlaf,

bis ich dich kann im Traume fragen,

wann ich in deinem Arm liegen darf.


© Amy Herzog

Wächter der Lieder…

Singt die Seele immer lauter frohe Liebeslieder,
Und durch Gläser schimmert Wasser in Flieder,
Was bringt es, wenn all das endet in Schmerzen,
Wenn die Flammen nicht brennen an kalten Kerzen.

Worte, die der Verstand nur gefangen nimmt,
Blut staut, sticht das Herz, wo es Berge erklimmt,
Ein Kampf im Innern wurde brachial entfacht,
Als hätte das Herz über die Liebe nur gelacht.

Aber es lacht nicht, das Herz, es blutet zu sehr,
Es kann weder hier noch dort sehen das Meer,
Der Verstand steht dort, und versperrt die Türen,
Die Liebe dahinter, sie hat sich nicht zu rühren.

Nur diese Worte werden stets eingefangen,
Im Innern, im Dunkel, dort müssen sie bangen,
Drohen gar im Meer aus Blut zu ertrinken,
Um im Fühlen am Ende wortlos zu versinken.

Im Hintergrund spielen nur weiter die Lieder,
Heller und schöner schimmert der Flieder,
In Wahrheit aber, da schreien die Worte,
Bewacht vom Verstand und seiner Eskorte.

© Amy Herzog

Flüchtiger Wind…

Mädchen

Das Mädchen fühlt keinen Sinn im Leid,
nur dauert der Schmerz eine Ewigkeit,
entfernt liegt das Glück, kaum zu fangen,
sie schafft es nicht, dort hin noch zu rennen.

Sie blickt in die Sterne, beneidet den Mond,
um Freiheit, Leben, und wär doch lieber tot,
nur der Wind sei ihr noch ein guter Freund,
mit ihm kann sie sein noch ein wenig verträumt.

Doch auch er wendet sich ab und lässt sie zurück,
lässt sie im dunkeln sitzen im ganzen Stück,
sie wartet vergebens, blickt dem Rauch hinterher,
der Wind, er ist fort, wer kommt jetzt noch, wer?

© Amy Herzog

Schatten meiner Selbst…

Rain

Dort oben war Licht und Liebe,
Kein Regen konnte je das Fühlen,
Zerstören, in sich begraben, fressen,
All das Licht vom Himmel verlassen.

Doch da waren sie, die Zerstörer,
Sie besetzten meine Seele schwer,
Nahmen mich in ihren Besitz, dunkel,
Ganz und gar wurden sie der Herr.

Aus dunklen Wolken bin ich gefallen,
Krallen Geister in mein übriges Sein,
Klein getreten und seelenlos vergessen,
Ergötzen sie sich am letzten Schein.

Nur noch ein Schatten meiner Selbst,
Redet neben verregneten Straßen daher,
Sie, die ich einst mal aus der Ferne,
Verehrte, sie ist weg, wer bin ich, wer?

© Amy Herzog

Tränen im Traum…

Nachts ist da nur scheinbar nichts,
Nur ein Schein gebrochenen Lichts,
Nichts, was mich geschützt behält,
Achtet, dass mein Herz nicht fällt.

Die Zeit schlägt drei Uhr Mitternacht,
Und ein Traum wird mitgebracht,
Ein Kampf um all das falsche fühlen,
Gegen das Herzbetäubende Glühen.

Was gebe ich dann auf für mich,
Denn was ich fühle geht an dich,
Bin verloren und kann nur weinen,
In meinem Traum bettelnd schreien,
Und dann im Leben drüber schreiben.

Hier in diesem schwarzen Loch,
Kann ich nur das schreiben noch,
In dieser Seelenfressenden Kluft,
Wo jeder Traum im Keim verpufft,
Und niemand da noch mit mir hofft.

Dann weine ich in meinem träumen,
Niemand kann mich dann erwachen,
Nichts darin bringt mich zum Lachen,
Aber hier kann ich dich auch küssen,
Und ich weine, weil wir gehen müssen.

Weil mit jedem Kuss die Seele stirbt,
Der Traum stirbt, der Wunsch verdirbt,
Doch jeder Kuss ist Wert zu fühlen,
Falsch des Nachts heimlich glühen.

Ich bin bei dir, in meinem Traum,
Kann mich nicht erwachen – nur kaum,
Ewig brauchts, denn es reißt mich fort,
Entreißt mich von dir, vom Tränenort.

Die Niemalsmensch, so werde ich wach,
Bin wach und klettere hoch aufs Dach,
Blick zu Sternen und kann träumen,
Von dir, vom springen, leise singen.

Davon, ewig im Traum zu leben,
Zwar zu weinen, aber richtig fühlen,
Viel zu viel zu fühlen, ohne Fehler,
Nicht zu klein sind unsere Bilder.

Doch breche unter diesem geheim-
Gefühl, dass in mir nur randaliert,
Im Traum gibt’s kein ewig leben,
Mein Scherben Herz nur weiter gefriert.

Doch wünsche mir, was anders wär,
Ein Leben, dass nicht ist zu schwer,
Eine Seele voll, nicht vollkommen leer,
Ein Leben im Traum tränenlos nunmehr.

 

© Amy Herzog

Warmer Sommerabend…

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am Sommerabend
sind wir von Ruhe erfüllt
in der Wärme der Sonne
liegend in den Armen
geborgen eingehüllt

hand in Hand
sitzend auf der Bank
schließen die Augen
spüren den Wind
sanft wehen

näher unsere Lippen
im sinnlichen Kuss versinken
im braun deiner Augen
kann ich deine
liebe sehen

© Amy Herzog

Kraftlos fort!

Immer rammst du mir mit Wucht
das scharfe Messer in die Brust!
Es sticht, es schmerzt, es blutet!
Ich wünschte, dass du gehen musst!

Unaufhörlich, ewig weiter,
sticht das Messer immer tiefer!
Und du? Du merkst es nicht, nein,
nur ich höre mein bitterliches Schreien.

Einst konnte ich das Messer lieben,
deine Schmerzen tiefer spüren,
doch ich habe keine Kraft
so reißt du mich noch in den Tod!

Ich liebe dich und habe Angst,
Angst, weil du nicht um mich bangst,
nein, du spürst die Schmerzen nicht,
die mich werfen aus dem Licht!

Wirst du, oder muss ich gehen,
um deinem Messer zu entfliehen?
Das mir so wichtige verlassen,
gar beginnen es zu hassen?

Nur um dem Messer zu entfliehen
endlich wieder frei zu fliegen?
‚Es‘ aus meinem Leben streichen,
damit auch du wirst gestrichen!

Unter Tränen sage ich
lebe wohl, mein liebes Wort!
Doch das Messer sticht zu sehr,
ich kann nur fort von diesem Ort!

© Amy Herzog

Zurück zum Schattensein…

Um mich herum nur kleine Spinnen
Versteckt im dunklen Keller krabbeln
Schau nur leise durch ein Fenster
Bleibe klein bei meinem Schatten

Hier im dunkel lebte ich einst
Fühlte mich nur dort Zuhaus
So gehe ich dorthin zurück
Und schalte mir die Sonne aus

Viel zu grell ist diese Sonne
Bin ich viel zu klein für sie
Liebe ich das kalte dunkel
Die Sonne sehen will ich nie

Dunkel wie mein Schatten ist
So ist auch die Erinnerung
Viel zu lange war ich fort
Dort im hellen Lichterbunt

Geheimnisvolles Déjà-vu
Vielmehr ist der Schatten nicht
Allein im dunkel ist er Zuhaus
Hier verbleibe ich nun immerzu

© Amy Herzog

Schweigen deiner Worte…

An dich

Nur ein Wort
verschwende ich
sinnlos schweigende
Gedanken

Deine Worte
so lauter sie
schweigen erdrücken
meine Sinne

Nur der Schmerz
deines schweigens
durchdringt noch
mein Herz

Du weißt nicht
zu lautes Schweigen
des Dunkel
ohne Licht

© Amy Herzog

Unsichtbares fühlen…

Unter all den Fremden
sind wir fremd
verborgen
in unseren Herzen

In unserem Fühlen
sind wir nah
ohne Worte
scheint nichts verborgen

Unsichtbares
lässt uns fühlen
was verbunden
ist

Bleibt es doch nur
das wortlose
unsichtbare

© Amy Herzog

Dieb…

leise er kam,
ein dieb, charmant,
verkleidet in liebe,
und nahm,
leben..

© Amy Herzog

Abgrund der Liebe…

Wie Honig süß
verkleben Triebe
so lebt in mir
im Traum die Liebe
Doch wünsch ich mir
bald zu erwachen
zu spüren
der wahren Liebe
Peitschen

Bunt zeigt sich mir
der Liebe Reize
die sie mir dann
das Herz zerreiße
aus der schönen Liebesnacht
bin ich doch eben
schon erwacht

Hier und jetzt
im wahren Leben
so sollen
die Gefühle beben
sich in mir die Triebe regen
ehe sie den Abgrund zeigen
das Herz zerbrochen
zurück lassen
und es in den
Abgrund werfen

© Amy Herzog

Ich will nur weg…

Ich will nur weg
Ich weiß nicht wohin
Nur irgendwohin…

Wo Sonne nur scheint
Und’s ewig noch schneit
An den Ort da hin…

Egal wo das ist
Ich komme dort hin
Ich eile geschwind…

Nicht mal lebe wohl
Sag ich hier, egal
Ich bin nun mal so…

Wie könnt ich sein froh
Dem Leben entgegen
Die Erde zu Füßen…

Da würd ich begrüßen
Nach Hause zu fahren
Nie wieder zu müssen…

© Amy Herzog

Träumerisches Glück…

Tag und Nacht
im Wechsel spielen,
während Zeiten
sich verziehen,
liege ich
und schreibe hier,
schier endlos lange Sätze
hier.
Und ich spüre
niemals Bange,
denn so fühle ich sehr lange,
dieses wundervolle Stück,
vom träumerischen Glück.

© Amy Herzog

Geraubte Worte…

Deine Worte,
deine machtvollen Worte
brannten sich mit heißem –
Eisen in meine Seele.

Als stammten sie von mir,
du hast sie geraubt –
mich bestohlen!
Sie mir einfach genommen,
oder hast du begonnen?

Muss ich mich besinnen?
habe ich dir einfach
die deinen genommen?

© Amy Herzog

Wie Bakterien…

Niste mich ein,
wie kleine Bakterien
in deinen Gedanken,
fühle ich mich wohl.
Doch weißt du nicht
was los mit dir ist
beginnst zu schwanken
an dir zu zweifeln
und musst dich
ergeben.

© Amy Herzog

Müde Sehnsucht…

Die Sehnsucht zehrt mich aus,
sie ermüdet und hält mich wach,
lässt mich zu viel denken
und macht mich schwach.

Schrecklich müde bin ich,
doch schlafen kann ich nicht
mit dem Gedankenklang,
ist es nur so, …
dass ich einfach nicht mehr kann.
© Amy Herzog

Submissive…

Lasse sie vor dir niederknien
erwartend der Strafe
bettelnd
um Gnade flehen

Mit einem Tuch
verbinde ihre Augen
gehört sie nur dir
nur dir kann sie vertrauen

Halte sie fest
immer fester ihre Arme
küsse und beiße
und gib ihr den Rest

Umschlinge sie sanft
mit deinen Fesseln
lasse sie im Glauben
sie überall zu verhauen

Küsse, verführe und nehme dir
wehrlos ist sie
nehme dir alles,
was du willst von ihr

Nimmt sie deine Strafen
nach deinem Wille
ficke sie einfach,
bis sie kann nicht mehr laufen

Jetzt gehört sie nur dir
dann befiehlst du ihr
ihre Höhe zu spüren
zu deinem Vergnügen

© Amy Herzog

Freiheiten der Nacht…

Seelenruhig die Nacht genießen,
im ruhigen Ton die Worte fließen,
keine Zeit um Tränen zu vergießen,
gedanklich Glück und Blumen sprießen.

Liegend hier mit einem Blatt,
mein Bleistift hat es niemals satt,
schreibt er über’s Papier so glatt,
im Grauton kurvig-glänzend matt.

Schwung um Schwung die Worte formen,
in Freiheit schreiben die Gedanken,
vom düstern Tod bis Blumenranken,
mit allen Farben stilvoll Tanzen.

Bis das Licht die Nacht vertreibt,
sich jedes Wort ganz frei ergibt,
in freier Nacht ist alles erlaubt,
mein Bleistift alles fein mit schreibt.

© Amy Herzog

Wellenspiel…

Ein letztes spüren kalten Windes,
rhythmisch in des hohen Grases,
fegend durch mein langes Haar,
worunter einst noch Leben war.

Blickend in die weite Ferne,
sehend außer dunkler Leere,
des Nebels Undurchdringlichkeit,
der mir zeigt es ist jetzt Zeit.

An den Rand des Abgrunds schreiten,
die Augen weit geöffnet halten,
dort unten spielt das laute Spiel,
das Wellenspiel das letzte Ziel.

Mit einem Lächeln im Gesicht,
spüren wie das Herz zerbricht,
nur einen Schritt zum letzten Mal,
beendet dieser dann die Qual.

Im Fluge durch den weichen Nebel,
breiten sich die meinen Flügel,
machen sich bereit zu tauchen,
in kalten Wellen zu ertrinken.

Dunkel, kalt und ohne Luft,
Lichter sehend, niemand ruft,
schlafe ich nun langsam ein,
im Wellenspiel so ganz allein.

© Amy Herzog

Tanzende Schatten…

Sanft streichelnde Schatten
Spiegeln sich an der Wand
Wandern hoch und hinab
Scheinen beinah eingebrannt

So stark sie auch sind
So sind sie auch fern
Bleiben einsam geheim
Hinterlassen keinen Lärm

Diese Schatten sind alles
Von Wahrheit zur Illusion
Was sie auch tun die armen
Teufel erhalten keinen Lohn

Erhaben von unendlicher Macht
Tanzen sie Machtvoll so weit
Spielen Schein für Unwissende
Tanzen geheim voll Einsamkeit

Doch ist ihr Sein so begrenzt
Mag ihr tun noch unendlich sein
An Wänden können sie handeln
Alles andere bleibt für immer Schein

© Amy Herzog

Ewige Nacht…

Diese dunkle Nacht dauert ewig an,
sie geht bis zum Hier und jetzt
dauert an, ungewiss bis irgendwann,
bis dass das alles Herz zerfetzt.

In Sanftheit Wesen schwebend schweifen,
dass die Katzen lauernd starren,
ohne Tages Wesen niemals schlafen,
des Katzes starrer Blick ausharrend.

Wesen der Nacht regieren den Tag,
ihren Tag beherrscht von der Nacht,
all die Menschen gleich im Sarg,
und die Nacht im schmerze ewig lacht.

Vergeht die Nacht doch irgendwann,
können Menschen sich wieder erheben,
Wesen vertreiben machtvoll die Sonn,´
bis die Menschen sich wiederbeleben.

© Amy Herzog

Herbstlaub…

vom Himmel
fallen riesige Tropfen
kraftgeballt rund
schlagen auf
bunt Zerbrechliches
Herbstblattlaub
können Hoffnung schöpfen
fortan nicht weiter
allein zu fallen

mitgerissen fliegen
ohne Flügel
die durchnässten Blätter
zu Boden bildend
immer größere Hügel
und Enden taub
im Hauflaub

nur die Sonne
vertreibt die Tropfen
lassen sie ins
Erdreich sickern
und im Winde stumm
verdunsten

so bleibt das Laub
von nun allein
vertrocknet einsam
ganz gemein
wird es einfach
fortgeweht
vom Winde
bis es Tropfen sieht

© Amy Herzog

Umdenken…?

Verstummt es weiter dieses Lied
Alles steht in reih und Glied
Buntes wird zu grau gebaut
Hoffnungsschimmer mehr geraubt

Alles Flache wird zerstört
Menschen bleiben ungehört
Weggefegt wie vom Tornado
Alles hört aufs Geld Kommando

Gefressen werden Artgenossen
Hat es Pfoten oder Flossen
Bunte Vielfalt wird getötet
Und der Mensch nicht mal errötet

Waffen, Klingen, Gift und Viren
Steh’n bereit zum Kriege führen
Um zu töten diese Welt
Damit das Grau bloß nicht erhellt

Eis zu Wasser wird gebaut
Gletscher werden aufgetaut
Nehmen wir uns Luft zum Atmen
Bis wir irgendwann nur lahmen

Der ach so kluge Mensch vergisst
Was in tausend Jahren ist
Wird es eine Vielfalt geben
Nicht wenn wir sie weiter töten

© Amy Herzog

Emotionen…

Stillstehend am Wegesrand,
dunkelschwarz beängstigend,
unverstanden distanziert,
an der Welt desinteressiert.

In der Leere hoffnungslos,
erstickend schweigsam nutzlos,
unbehaglich nachdenklich,
verschlossen unerschütterlich.

Melancholisch sehnsüchtig,
wichtig wandel unwichtig,
im Vakuum zu abwesend,
Zeit nur so dahinrasend.

Gefangen einsam Liebloses,
denkend an zu Sinnloses,
starr wartend eingefroren,
mitten im Nichts verloren.

© Amy Herzog

Lichtfetzen…

Durch Jalousien
beginnen Lichtfetzen
ihre Wege in das Innere
des dunklen Raumes zu suchen
Vögel zwitschern, singen
gemeinsam laute Lieder
um den Mond zu vertreiben
Im Schein der durchdringenden
Lichter schimmert der Dunst
einer letzten Zigarette
und zaubert Kunst
bis die letzte Träne
vergießt im Traum
um die wunderschöne Nacht
ehe der Tag anbricht

© Amy Herzog

Hier am Flusse…

Hier am Flusse
in der Ferne
voll inner Ruhe
zu den weiten Sternen
blicken

Das leise Plätschern
springender Fische
in dies sonst
so ruhigen Gewässern
genießen

Mit nur einem Blatt Papier
wartend auf Gedanken wann
in diesem hier
und stier wie ein Tier
gegen diese Schmerzen an

Lieber Fluss so schenke
einen Moment lenke
meine Seele fort
von diesem Ort
der voller Schmerz
mich zu verzehrt

Reiche Worte
in meine Gedanken
die in Stille heraustragen
diese Schmerzend Seele
in stummen Schreien

© Amy Herzog