Lyrik

lieblich kühler Wanderer…

Oh, lieblich kühler Wanderer,
so sei mir nah in finstrer Nacht,
schwebst über blaue Meere hoch,
mit deiner reinen Herzensmacht.

Oh, sinke nicht für mich hinab,
sei meine Herzenslast zu schwer,
nur atme auch mit ferner Brust,
das Salz für mich aus deinem Meer.

Oh, lieblich kühler Wanderer,
traf mich in ferner Zukunft bald,
ereilt uns nur in andrer Nacht,
ein Kuss an deines Meeres Wald.

© Amy Herzog

Sterbend Kusse…

Lebt im sterbend Kusse,
zählend noch, wo nichts beginnt,
nur lächelt tief im Flusse,
so wenn die Müh‘ der Zeit gerinnt.

Und Blicke fallen tief,
in Nächten sich das Herz gewehrt,
erhört was keiner rief,
sodann im Mondenschein begehrt.

Doch niemand hier erlebt,
ein Ufer bleibt im Nichts gewahr,
im Traume leise schwebt,
der Münder Kuss war einst zu nah.

© Amy Herzog

Wohin???

Wer bin ich, und wer bist du,
warum sind wir nicht anderswo,
wo stehen wir jetzt überhaupt,
der Verstand scheint hier geraubt!

Gehen wir denn irgendwo hin,
mit lachenden Herzen als Gewinn,
sind wir einfach undurchsichtig,
ist das alles nicht so wichtig?

Was kann „alles“ hier nur sein,
ist alles in Wirklichkeit zu klein,
wo bin ich denn, und wo bist du,
gehen wir aufeinander zu…?

 

© Amy Herzog

Im Nebel durch Zeit…

Die Augen ruh’n im halben Schlaf,
schon skandalös dein Atem haucht,
ins Meer ich fiel, als ich dich traf,
wo auch der Traum in Küsse taucht.

Der Nebel durch die Augen zieht,
entreißt mich aus der Wirklichkeit,
und wo mein Herz in Träume flieht,
vergisst auch der Moment die Zeit.

So sprich nur keine Fragen mehr,
der Dieb, so lieblich, leis‘ geliebt,
so fällt der Abschied uns zu schwer,
ich denk an dich, im Traum verliebt.

© Amy Herzog

Traumwahn…

Ich lebe im Wahn-
Sinngleich ist Nichts
Versinke im Chaos
Bleibe übrig im Fluss-
Pferde zertrampeln mich
Sichtlich verstört
Lasse alles stehen und
Liegen, nichts läuft rund-
Gedacht in Ecken
Kann mich jemand wecken
Erschrecken, doch mich
Im Traumwahn nicht gleich
Verschrecken.

 

© Amy Herzog

Hoffnung für den Augenblick

Ein Augenblick, der nie vergeht,
im sanften Gleiten jener Zeit,
der in Gedanken nie verweht,
im Herzen weilt in Ewigkeit.

Ein Herzenstraum, der ewig weilt,
so kurz die Zeit in Wahrheit ist,
das Herz nur um so schneller eilt,
der Rest die Wärme doch vermisst.

Die Wärme, die nur im Moment,
verborgen bleibt in einem Raum,
das Leben weiter Kälte kennt,
dort wo sich trennt der Lebenstraum.

Die Kälte, die das Warten kennt,
für diesen einen Augenblick,
den niemand bei dem Namen nennt,
nur wartend auf den Zaubertrick.

Und Hoffnung über allem steht,
dass sich der Zaubertraum erfüllt,
dass der Moment nie mehr verweht,
und Wärme stets das Herz umhüllt.

© Amy Herzog

Sterbende Augenblicke

Die Liebe in Momenten schwebt,
als lebt mein Herz in Ewigkeit,
nur wenn es wieder leiser schlägt,
dann höre ich, es kommt die Zeit.

Mit jedem Augenblick der stirbt,
bricht auch ein Stückchen Herz in mir,
wie lang es dennoch weiter kämpft,
das zeigt die Zeit, wenn ich verlier.

So wartet stets mein krankes Herz,
bis deine Liebe nicht mehr rennt,
und der Moment in Wahrheit weilt,
im lauten Klang die Zeit benennt.

© Amy Herzog

Zwei Schwäne…

Zwei Schwäne tanzen wild umher,
auf Eis, zerbrechlich, dünn und matt,
gesehen hat sie niemand mehr,
den Andern war es wohl zu glatt.

Doch tanzen sie im Sonnenglanz,
und einer sieht das dünne Eis,
voll Anmut, warm, mit Eleganz,
im Schweigen einfach niemand weiß.

Die Hände halten sich so fest,
doch sticht der Sonnenstrahl noch zu,
ein Riss im Eis und ohne Nest,
kommt dieser Tanz schon bald zur Ruh.

Ein Knacken noch im letzten Kuss,
zwei Schwäne tanzen nicht umher,
der Tanz, der im Meer gehen muss,
im Schwarz, im Tief – sie seh’n nie mehr.

© Amy Herzog

Und wie ich liebe, …

Und wie ich liebe, nicht –
was nie war, doch begehre,
das Licht, das um mich strahlt,
doch nie gewesen, nie geschah.

Und wie ich liebe, nicht –
so laut geschrieen, ungesagt,
die Herzen bis zum Himmel ragt,
doch nie gesehen, ohne Licht.

Und wie ich liebe, nicht –
die flüsternde Leidenschaft,
in Lücken tief im Herzen klafft,
ungesehen, ungesagt, dahingerafft.

Und wie ich liebe, nicht –
ein Fall in Arm, Warm und Sucht,
nur eine Flucht in Phantasie,
doch passiert die Liebe nie.

Und wie ich liebe, nicht –
vom frei sein zu leben, schweben,
schwere Sehnsuchtslasten heben,
ohne Beben, heimlich, stumm.

Und wie ich liebe, nicht –
drum Worte auch verenden,
wird die Liebe sich nicht wenden,
nur schweigend im Kusse enden.

Und wie ich liebe, nicht –
das Wort, im warm, im Kuss,
ungewollt und nie geschah,
wo das Herz verlassen muss.

Und wie ich liebe, nicht –
man merkt, es will nicht enden,
hoffen auf Hoffnung, Zukunft, Licht,
bis zum Schluss dem Himmel senden.

(c) Amy Herzog

Sinnverhext…

Gespeist die Sinne in der Tiefe,
als wenn ich lautstark danach riefe,
doch bleiben Worte mir nicht frei,
weil’s noch verhext im Innern sei.

Vertraut wohl noch im Angesicht,
im Sinnenrausch der Liebe spricht,
verzaubert bloß in weiter Fern,
der fremde glühendheiße Stern.

Ergeb‘ ich mich in dieser Pracht,
gar wundervoll verheißte Nacht,
der Duft des Donners hält zu fest,
und sinnverhext nicht gehen lässt.

© Amy Herzog

Wahre Worte?

In deinen Worten habe ich mich verloren,
wurde gewärmt und wieder eingefroren,
Lügen, Wahres und ein wenig Phantasie,
doch die Realität erreichten sie noch nie.

Nun sind sie fort, ließen mich zurück –
wortlos im Kalten, ganz ohne Glück,
in der Angst, mich wieder zu verlieren,
mich anzulehnen und wieder zu frieren.

Die neuen Worte, die ich so sehr liebe,
sind sie sanft, oder wie Peitschenhiebe?
Beschreiten sie nun einen wahren Weg,
oder werde ich doch wieder auf Eis gelegt.

Sag, deine Worte, sind sie nur warm?
Sind sie reich an Gefühl, oder doch arm?
Zeige mir im Wort den Funken Wahrheit,
oder bleibe mir fern und lasse die Freiheit.

© Amy Herzog

Schönstes Winterweiß…

Oh, wahrlich schönstes Winterweiß,
ersticke nicht an deinem Kleid,
so geh ich doch in Frühlingsnacht,
und lass dir Eifersucht und Neid.

Oh, wahrlich schönstes Winterweiß,
fand ich die Heimat unter Linde,
dort wo mein Kuss auch Liebe fand,
vergehst nur du allein im Winde.

Oh, wahrlich schönstes Winterweiß,
sei’s nicht mein Herzens erste Wahl,
und weine durch den Frühling nicht,
lieg‘ ruhig und schweigsam in der Qual.

© Amy Herzog

Deine Kunst lebt ewig…

Nur deine Kunst überlebt ewig,
schaltet mein düst’res Denken ein,
umschmeichelt meine Seele,
und erhellt die Schatten der Welt.
Und du? Schicke du nur deine
Wortmalerei vom Himmel,
deine Kunst findet einen Weg.
Wie sie ihn immer zu mir fand.
Ich kann sie noch sehen, dich,
wie du malst, schreibst, lachst,
in der unendlichen Sternenkunst
heute und in jeder weit’ren Nacht.

Niemals wirst du mir verstorben sein…

© Amy Herzog

Im Dunkel leuchtet das Licht!

Die Melodie summt –
rauscht leise durchs
Leben, bis sie sich
allmählich dimmt und
ein langes Leben nimmt.

Es trommelt leis –
pocht im Rhythmus,
dumpfe Klänge, die
erinnern, dass ich lange
zu Leben weiß.

Pulsiert im Geheim –
mein Blut, schwarz
das Leben im Dunkel,
tief im Innern, nur
im Licht zu Wein.

Bleibe im Dunkeln –
bitte, rausche in mir
immer weiter leise
die Lebensmelodie,
lasse mich funkeln.

Summe weiter nur leis –
mein langes Leben,
soll außen strahlen,
jeden Tag lachen,
bis zum alten Greis.

Erst dann werde hell –
im Innern, wenn die
Melodie verstummt, dann
schicke mich weiter,
wo ich körperlos
hell erblühen soll.

© Amy Herzog

Das leise Herz…

Tiefe Spuren durch den Schlamm,
war dieser Wunsch dem Herzen viel,
doch ausgelaugt und schwach bedeckt,
durch Kälte sucht den Weg zum Ziel.

Zieht es noch eine Hoffnung her,
und doch, sein Lied summt immerleis‘,
wenn doch kein Licht im Tränenmeer,
den Weg aus dieser Kälte weiß.

Das Licht mit reinster Liebe ruft,
das Herz doch nicht beim Namen nennt,
so scheint es wohl beim lauten Herz,
das leise Herz bald stumm verbrennt.

Das letzte Lied im Stummgesang,
zum Mondlicht seine Augen schließt,
die Fern‘ noch Licht und Herz gehört,
das leise Herz im Schlamm zerfließt.

© Amy Herzog

 

Nimm…!

Sieh her!
Ich bin nicht
zittern rasend Bienenflügel,
fliegen kann ich nicht.
Nackt, verdreckt
mit Schlamm bedeckt.
Gib sie mir!
Die Maske, die mein Alt bedeckt.

Alt!
Bin ich…
Verbraucht wo Falten
Narben sind.
Die zeigen nur
– keine Angst.
Verlauf dich nur auf den
Spuren
des rot gemalten
Labyrinths des Lebens.

Leben!
Was Leben,
ist das sinnvoll?
Mitten im tun,
des Sein im nichtstun.
Am Ende geht’s dahin,
der Tod kommt, lauf!
Er mag’s qualvoll.

Warte!
Ich bin noch nackt.
Demaskiert.
Sieh her, mein Alt und nimm
wonach dir dein verstaubter Sinn
steht.
Dein Sinn.
Nimm.

© Amy Herzog

Verlangen nach dir…

Gar brodelt schon sein Blut zu heiß,
im Sturm, es stöhnt ein wildes Tier,
verzehrt sich windend lauter schreit,
in Leidenschaft verlangt’s nach dir.

So lege dich ganz leis‘ und sanft,
in Lust, die bis zum Himmel steigt,
hab keine Angst in diesem Arm,
in dieser Nacht die Liebe zeigt.

Und fühle durch die heiße Nacht,
im Kusse durch des Kerzenscheins,
ein Biss des Tiers im Nacken sacht,
zum Sonnenaufgang ward zu eins.

© Amy Herzog

Wildgeworden…

Schwarzbunt gemischte Farben
schenken sich Wildgewordene Lust
Durch die ewigen Nächte…

© Amy Herzog

Verlorene Schlüssel…


Der Tag, er reicht mir keine Gnade,

als hätt‘ er gestern noch gelacht,

nur heute wohnt in meinem Herz,

die schwarze gar zerstechend Nacht.

 

Verbleibt mein Herz dennoch bewohnt,

den Schlüssel nur verlor ich dann,

und dacht‘ ich kurz, ich seh ein Licht,

doch Fenster ich nicht sehen kann.

 

So reißt der Tag sein Loch ins Herz,

und steh ich machtlos neben mir,

der Schlüssel, der den Schmerz befreit,

lag gestern lachend noch bei dir..



© Amy Herzog

Des Sumpfes Liebe…

Wie Gold sich hin dem Sumpfe gibt,
des Kusses Wohltat ihn entzückt,
doch schweres Herzgestein noch schiebt,
mit Seelenschmerz fortan geschmückt.

So zögert dieser Regen doch,
wo Seelenschmerz die Liebe fand,
der Stein, er schlägt das Leben noch,
im Sumpfe kriechend an den Rand.

Könnt‘ fliegen gar ins Wolkenreich,
das Gold des Lichts im Himmel harrt,
im Träumen ohne Lückenteich,
ein Rückblick zum Verhängnis ward.

Im blauen Spiegel dieses Steins,
fällt dennoch Liebe sanft hinein,
so zeigt sich aus dem Sumpfe eins,
die Liebe galt nur ihm allein.

 

© Amy Herzog

Leise…

Leise kann ich lieben,
unter frühlingsblühend Ast,
mit den Winden Küsse schicken,
kommend an – so fast.

Leise kann ich leiden,
durch des Winters Kleid,
mit dem Schnee zu Regen weinen,
liegt ein Herz zu weit.

Leise kann ich sterben,
in tief – gar dunkler Nacht,
im Kuss noch durch das tiefe Meer,
erstickt an Liebesmacht.

 

© Amy Herzog

Liebende Scherben…

Wie ein kaputtes, kaltes Herz,
zerbrochen in der Dunkelheit liegt,
und doch mit jeder Scherbe,
noch aufrichtig liebt.

Und wie doch dieses Herz,
immer darauf vertrauen kann,
dass wenn es jemanden
an sich heranlässt…

Am Ende alles schlecht
ausgehen wird.

Und wie sich der Kreislauf,
bis zum Lebensende
wiederholen kann.

Wann auch immer
das sein wird…

Solange werden Scherben
in Vertrauen und Sicherheit
wiegen, lieben, weinen
und damit leben.

Längst gestorben zu sein.

© Amy Herzog

Ich wünschte…

Ich wünschte sie immerzu spüren zu können,
die Sterne, die wärmend mir schenken ihr Licht,
bei Tag und bei Nacht zu kurz konnt‘ ich sehen,
denn Augen, die funkeln, bei mir scheinen nicht.

Ich wünschte sie immerzu spüren zu können,
die blühenden Äste, die zärtlichst berühren,
sie schenken geborgen und sicher den Winter,
umarmen so fest, um im Sommer zu glühen.

Ich wünschte sie immerzu spüren zu können,
die Seele des Waldes, den Schatz ich verlor,
die Karte, die mir diesen Pfad noch erhellt,
sie wohnt nur noch leise im Herzen und Ohr.

Ich wünschte sie immerzu spüren zu können,
doch müde vom Hunger der Sehnsucht erlag,
mein Herz dieser Suche nach Ästen und Licht,
zu tief in den Wäldern der Stern sich verbarg.

 

© Amy Herzog

Wolkenschwere Nacht…


Der Himmel war zu Wolkenschwer,

er zeigte Mond und Sterne nicht,

die Träume waren dort gefangen,

wo ohne Licht mein Herz zerbricht.

 

Die Wolken fallen mit dem Morgen,

der Traum im Regen nun entwich,

denn Sterne sind im Tag verborgen,

mein Herz weint darum bitterlich.

 

Und Stunden rennen mit dem Tag,

wo jeder Tropf in Hoffnung weint,

so hält mein Herz nun daran fest,

dass dieser Traum heut Nacht erscheint.



© Amy Herzog

In schmutzigen Momenten…

In dreckigen Momenten
küssen meine Sinne dein Wort
die hinter glänzendem Wasser
kaum mehr vernommen werden
können gespreizte Knochen
noch mit Leichtsinnigkeit
Blut und Lust kotzen.

Nur das Lächeln – sagst du
nicht vergessen, vergesse nicht
du in deinem Nichts gefangene
Brust von leblosem Gold.

Ja, du schmutziger Wimpernschlag
sag, sag nichts, nur nichts im Atem
halte nur den Wind von lautem
Gestöhne fern, er könnte die
Blätter um die Welt schicken
und jeder könnte das Wasser
hinterm Lächeln sehen.

 

© Amy Herzog

Beinahe…

Gerade eben noch
schien die heiße Sonne
in mein Gesicht,
brannte auf meiner Haut,
blendete meine Augen
und trieb die Tränen
in meine Seele,
sperrte sie darin ein
und drückte mir die Luft
im Halse ab.

Doch wie aus dem Nichts
platzt das Rauschen
des kühlen Regens
auf mich hinunter,
reinigt meine Seele
von eingesperrten Tränen,
zeichnet im Herzen ein Lächeln
aus strahlenden Regenbögen
und schimmert im sanft
streichelnden Nebel
die wundervollsten
Erinnerungen.

All die Wünsche,
mitsamt meiner Träume,
beginnen sich schäumend
am Boden zu wälzen,
noch hilflos versuchend
sich verblassend zu schützen,
an deinen Schultern zu stützen,
die nur noch in den Erinnerungen
wärmstens zwischen Tränen
und reinigendem
Regen warten.

Die Hoffnung,
die dort unter mir lag,
die mich trug und hielt,
mich lächelnd bei dir hielt,
sie ward zerschlagen,
unachtsam erstickt
unter dem Nebel,
der doch einst so wundervoll
mit seinen Erinnerungen schimmerte,
doch nun immer schwerer
lastet und selbst Wünsche
unter sich begräbt,
tief in der fruchtlosen Erde
vergeht mein Traum.

Was bleibt steht obenauf,
die dicke Wolkenbank
der so siegreichen Angst,
sie kämpft gegen mich,
und hat keine Angst,
schlägt all die Erinnerungen
härter auf mich ein,
bis ich an meinem Lächeln
meinen Wünschen
ohne Hoffnung
doch noch ersticke.

Und sogar bis ich mir
die Sonne zurück wünsche,
mit der ich mit Tränen
im Halse immer nur
beinahe ertrank…

© Amy Herzog

 

zersägtes Herz…

Es wohnt zu fest in meinem Kopf,
das Wort, welches du täglich schreibst,
und doch fürchtet sich jeder Satz,
vor Hoffnung, dass du ewig bleibst.

Sie wohnt zu laut in meinem Ohr,
die Stimme, die so sanft erklingt,
und dann flüsterst du wieder leis‘,
tief in der Nacht ein Schlaflied singt.

Es wohnt zu tief in meinem Herz,
dein leises Herz, das emsig schlägt,
doch schlägt kein Wort und kein Gesang,
für mich, denn mein Herz wird zersägt.

 

© Amy Herzog

Aus dem Liebesleid…


Ungepflegt gar schon zerfranst,

wie bloß hier könnt‘ es heilen?

Der Weg aus diesem Tränenmeer,

schenkt kein Licht zum verweilen.

 

Nur kann und will die Liebe nicht,

ein Leben in Leid und Schmerz!

Und bald schon treiben Tränen fort,

wo’s atmen kann, mein Herz.

 

Es atmet noch die Sehnsucht ein,

der Traumwelt’s falsches Glück..

Und schwimmt heraus dem Liebesleid,

suchend sein wahres Stück.


© Amy Herzog

Ich wünschte an der Zeit zu drehen…

Ich wünschte an der Zeit zu drehen,
als gestern noch kurz vor mir lag,
und würde ich dann langsam gehen,
wo sich am Weg mein Herz verbarg.

Ich wünschte an der Zeit zu drehen,
ein kleiner Sturz in diese Zeit,
der Traum war wirklich dort zu sehen,
des Herzens Liebe war nicht weit.

Ich wünschte an der Zeit zu drehen,
als ich noch fest in Träumen hing,
und würde mit dem Wind verwehen,
wo ich an deinen Händen ging.

Ich wünschte an der Zeit zu drehen,
wo dieser Traum auf ewig schreibt,
und ihm das Leben zugestehen,
damit das Herz beim lieben bleibt.

 

© Amy Herzog

Mätresse…

Nur die Herzen der Nacht,
die morgen um diese Zeit tanzen,
schreiten Hände über brennende Brücken,
erkennen beschämt die klaffenden Lücken,
und tanzen so unnahbar mit Füßen aus Blei,
und noch schwereren Herzen daran vorbei.

Nur die Herzen der Nacht,
die sich dem Hauch von Elend,
ergeben im stillen Fick verliebt küssen,
obwohl die Augen morgen gehen müssen,
lassen sie doch geschehen und schauen,
genervt, denn keiner kann Brücken bauen.

Nur die Herzen der Nacht,
ergossen über die billige Mätresse,
im stetigen Wettbewerb ums verletzen,
hetzen die Herzen Sekunden bis zum letzten,
Blick in die andere Richtung warm umarmt,
wo der Kopf noch immer zu still warnt.

Nur die Herzen der Nacht,
zwischen leeren Umzugskartons,
die nie gefüllt waren, nie gefüllt werden,
bis Fremde vorbeischauen und Herzen bergen,
müssen, denn sie sind am Morgen voll Dreck,
und dann, dann sind sie ungesehen wieder weg.

Nur die Herzen der Nacht,
wie sie tanzten, gestern um diese Zeit,
schön war die Fotografie für den Moment,
der am Ende zur ersten wichtigen Frau rennt,
wo niemand die Gedanken der zweiten kennt,
weil niemand eine billige Mätresse benennt.

 

© Amy Herzog

Denken versus Traum…

Ein jedes Denken wird sortiert,
bevor der Traum darin kapiert,
dass beides lautstark kollidiert,
während das Denken still passiert.

Und der Gedanke explodiert,
wird dieser Traum so still zensiert,
wo die Vernunft so reich regiert,
und nichts und niemand phantasiert.

Bevor das Denken dann passiert,
wie wäre es, wenn man’s blockiert,
damit in Wirklichkeit passiert,
der Traum das Denken bombadiert.

Das Leben so niemals verliert,
das Glück, den Sinn, sei garantiert,
der Traum, der Herzen repariert,
vom Schicksal gut organisiert.

 

© Amy Herzog

Wärme in kaltem Wasser…

In meinem Nebel,
suchte ich nur Halt…
Halt am Wasser,
Wasser so glänzend
und doch bitterkalt.

Im fremden Wasser,
fürchtete ich dem Halt…
Halt am Bitterkalt,
kalt und doch reißend
machte es mich alt.

Alt in Eiseskälte,
so hoffe ich auf Halt…
Halt in der Einsamkeit,
einsam in der Dunkelheit
hoffe ich auf Leben bald.

Lebe ich im Nebel,
in Einsamkeit neben dir…
Und suche ich weiter,
mit schlagendem Herzen
die Wärme im Wasser hier.

 

© Amy Herzog

Bangen um den Kuss…

Leise küssen meine Lippen,
bangen um den nächsten Kuss,
reisen über Meer und Stürme,
bis mein Herz dann gehen muss.

Heimlich schleichen sanfte Hände,
über Liebe, Berg durch’s Tal,
wie ein Herbstblatt durch die Winde,
fliege ich mit dir ohne Wahl.

Und flieg ich höher, fall ich tief,
zu viel doch nur im Traume bleibt,
zitternd Herzen in Ruinen,
bis meine Haut an deiner reibt.

Zeigt sich irgendwann der Sommer,
wo der Wind in Ziele weht,
hält mein Herz solange deines,
bis der Kuss zum Ende geht.

 

© Amy Herzog

Zwei Herzen…

Im Schnee zwei reine Herzen lagen,
hat diese Kälte doch genommen,
so konnten sie’s im Kusse wagen,
dem Winter scheinbar zu entkommen.

So blühte hell das grüne Gras,
im Schein der Herzen Schnee befreit,
die Liebe von den Lippen las,
schritt doch voran die kalte Zeit.

Und fiel am nächsten Morgen Schnee,
die Herzen schliefen Arm in Arm,
die Kälte tat von neuem weh,
ward ihnen Schneebedeckt nie warm.

So brach der Sommer bald herein,
verloren sich die Herzen doch,
im Liebesregen ganz allein,
getrennt ein Fall ins schwarze Loch.

 

© Amy Herzog

Allein…

Allein bin ich hier und allein will ich sein,
allein unter Wolken und Bäumen so klein,
Geborgenheit suchend im Schatten daheim,
und leichter noch schwebend im Winde allein.

Allein will ich sein und allein bleib ich hier,
die Einsamkeit haltend an leiser Begier,
doch schreibe ich all das nur auf ein Papier,
denn ich bleibe allein und ganz ohne ein wir.

Allein bleib ich hier und allein halt ich fest,
suche ich darin doch mein wärmendes Nest,
und wenn mich die Wolke dort oben nur lässt,
dann weine ich still und allein mit dem Rest.

Der Rest soll es sein und die Seele zerbricht,
verendet im Schatten der Bäume mein Licht,
zum Ende da denke ich nochmal an dich,
allein bleib ich hier, bis die Einsamkeit sticht.

 

© Amy Herzog

Letzter Blick…


Beruhigt mich leise deine Stimme,

die doch nur Fragen wirft zu mir,

und kämpfe ich mit meinen Tränen,

sind doch die Antworten nicht hier.

 

Hört deine Stimme meine Schreie,

die jede Träne wirft hinaus,

doch stehe ich hinter der Mauer,

bis sich dann schaltet das Licht aus.

 

So bleiben meine Wünsche stumm,

verliert den Wert das meine Herz,

inmitten meiner Trän‘ und Kuss,

endet dein letzter Blick im Schmerz.



© Amy Herzog

Ewige Nacht…


Und wir begrüßen diesen Tag,

so schnell er für uns auch vergeht,

und springen wir über den Rand,

der Welt, wo uns der Wind verweht.

 

Der Wind, er weht uns in die Nacht,

und diese auch zu schnell vergeht,

doch liegt für uns der Zauber dort,

wo für uns diese Welt still steht.

 

Und so verbleiben wir bei Nacht,

denn diese Zeit verweht kein Wind,

mein Herz verbleibt in deinem Arm,

dort wo wir zwei zusammen sind.



© Amy Herzog

Eine Phantasie…

 

Der Augenblick steht neben mir,
von dort aus kann ich alles sehen,
wie meine Phantasie mir dir,
wo wir an alle Grenzen gehen.

Die Grenzen schweben über mir,
doch drücken sie mich hier nicht ein,
dort oben kann ich sehen – wir,
sind auf den Wolken nicht allein.

Dort in den Wolken seh‘ ich dich,
uns schauen nur die Sterne zu,
die Phantasie begleitet mich,
und gibt in deinen Armen Ruh‘.

Ein Kuss beendet unser Stück,
ein Blick in deine Augen reicht,
zwei Lippen fallen schon zurück,
dort wo der Traum mit dir entweicht.

 

© Amy Herzog

Unerwiderte Liebe…

Wird eine Liebe nicht erkannt,
weil niemand wollte sie je sehen,
so kann sie nur im Rauch der Zeit,
allein mit diesen Schmerzen gehen.

Wird eine Liebe nicht erwidert,
weil niemand diese Worte ließt,
und wie das Herz zu Bette geht,
wo kaltes Blut nach außen fließt.

Wird eine Liebe nicht gewollt,
das Herz schlägt dort nur abgelehnt,
so weint es leise, bis es schläft,
was bleibt ist das, wonach es sehnt.

© Amy Herzog

Wenn unsichtbares sichtbar wird…

Das Unsichtbare fällt vom Himmel,
und plötzlich sind die Herzen warm,
inmitten Regen, Schnee und Sonne,
sind all die Herzen niemals arm.

Das Unsichtbare fällt vom Himmel,
es ist das was uns menschlich macht,
denn zwischen Leid und Regentagen,
zeigt stets die Sonne, wo sie lacht.

Das Unsichtbare fällt vom Himmel,
mal schwindet es, mal immerdar,
durch Jahreszeiten sehen Herzen,
was sonst für uns bleibt unsichtbar.

 

© Amy Herzog

Die Zeit…

Die Zeit, sie brachte Liebe ein,
und jedes Wort brach Einsamkeit,
so glücklich, stark und nicht allein,
doch ich war nicht in Sicherheit.

Denn diese Zeit, sie zog aufs Land,
und ich schrieb Worte vor mich hin,
dort sah ich wie dein Herz verschwand,
die Zeit, das Wort, nichts ergab Sinn.

Die Zeit, sie ließ mein Herz zurück,
aus meinen Tränen floss die Schrift,
sie packte Koffer, griff zum Glück,
im Schlusswort trank ich pures Gift.

 

© Amy Herzog

An der Wand…

An der Wand, dort malt ein Herz,
die Wärme gar den Raum umschließt,
es trägt in sich den nackten Schmerz,
der an der Wand im Blut zerfließt.

In Nacktheit meine Seele steht,
inmitten schlingt der warme Raum,
der kalte Wind der dort noch weht,
wirft mich aus meinem kleinen Traum.

Das Blut an meinem Körper tropft,
letztendlich auch das Herz ertrinkt,
der Schmerz an kalter Wand noch hofft,
und doch im schwarzen Loch versinkt.

 

© Amy Herzog

Sterbendes Gefühl…

Die Worte werden immer schmaler,
und schon bald fehlt ihnen Kraft,
sind sie schwach und so zerbrochen,
ein niemand mehr über sie wacht.

Sie bleiben in dem Herz gefangen,
denn ein Gefühl aus ihnen spricht,
sie warten auf den Tränentod,
der ihnen löscht das Liebeslicht.

Einmal mehr wird Herz zu Stein,
so langsam, schmerzvoll, leidend, kühl,
und wo die Sprache dann erstickt,
stirbt mit dem Wort das Herzgefühl.

 

© Amy Herzog

übersehen, übergehen…

Die Worte kann ich nicht verstehen,
wie sie dort nur schweigend stehen,
so kann mein Herz ein letztes sehen,
während die Übrigen schon gehen.

Kurz noch um haltend Hände flehen,
und Tränenreich im Wind verwehen,
wo keines wird sich Wiedersehen,
und all das nur um das Geschehen.

Eines Gefühls schnell zu umgehen,
sie könnten wohl einfach gestehen,
doch leichter scheint, verlorengehen,
dabei den Schmerz zu übersehen.

 

© Amy Herzog

Liebesangst…

Angst mich weiter zu verlieben,
Ehrfurcht vor der großen Macht,
könnt‘ ich mich darin verlieren,
und feststecken in der Nacht.

Könnte ich mich dafür hassen,
für mein furchtlos Liebesherz,
was es hat passieren lassen,
reicht mir hin den kalten Schmerz.

Doch das Herz liebt heiter weiter,
Rücksicht sei ihm unbekannt,
wählt es sich den Herzbegleiter,
den es dann beim Namen nennt.

 

© Amy Herzog

Nicht allein…

Mit dem letzten Wind getanzt,
in lauer Frühlingsnacht,
so ward mir noch der Hof gemacht,
doch bin ich aufgewacht.

Verlies mich doch die Träumerei,
ließ mir die Stille da,
das Haar doch noch im Winde weht,
der Traum, er lebte wahr.

Entgegen blicke ich dem Mond,
ein Lächeln sei noch sein,
und fühle ich fortan bei Nacht,
im Mondlicht nicht allein.

 

© Amy Herzog

Siegfried…

Siegfried, wie dein Klang entzückt,
und wo nur lässt du Raum und Zeit?
Umfasst die Seele gar dein Stück,
wie warmer Tanz im Sommerkleid.

Siegfried, wie dein Klang befreit,
ein Licht aus tiefstem Labyrinth,
der Takt in unser’m Blut gefriert,
und Schneeflocken treiben im Wind.

Siegfried, wie dein Klang beheizt,
die Körper kochen, wenn wir nah,
dem Irrweg raus in dein Gesicht,
wo alles nichts und doch so wahr.

 

© Amy Herzog

Wunschgedanken…


Der Morgen brachte die Gedanken,

mit Wünschen die nur keiner sieht,

die Wahrheit liegt darin verborgen,

wovor mein Herz allein nur flieht.

 

Die Flucht begleitet durch den Tag,

der anderen das Lächeln schenkt,

doch innerlich dort wütet noch,

der Sturm, der mich durch Nächte lenkt.

 

Die Nacht brachte mir die Gedanken,

die außer mir doch jemand sieht,

und sei’s jemand, der Wahrheit mag,

so dass der Wunsch wahrhaft geschieht.

 


© Amy Herzog

Dein Kuss…

Wie dein Kuss in Herz und Seele,
der mich ganz und gar ergreift,
mit den Schmetterlingen reisend,
dort wo die meine Liebe reift.

Wie dein Kuss in meinem Nacken,
wo tiefe Leidenschaft erwacht,
mit den Flügelschlägen tanzend,
durch die für mich helle Nacht.

Wie dein Kuss auf meinen Lippen,
dort wo sich der Traum erbaut,
erwache ich in trockenen Küssen,
und Schmetterlinge sterben laut.

 

© Amy Herzog

Sternentraum…

Ein Flug zum Himmel hoch hinauf,
die Wolken küssen im Sonnenlicht,
dort schmiege ich mich sanft hinein,
mein Herz sieht dort nur dein Gesicht.

Doch bricht die tiefe Nacht hinein,
und Wolkenlos fall‘ ich samt Herz,
so kalt und dunkel mich umwirbt,
der tiefe dunklere Seelenschmerz.

Ein Schweben zu den Sternen bleibt,
dort wo meine Erinnerungen liegen,
der Schmerz der Nacht nun innewohnt,
werd‘ ich mit Sternenträumen fliegen.

 

© Amy Herzog