Gedichte

Schlussendlich..

Ewigkeiten sind vergangen,

Nebelschwaden ziehen vorbei,

und die Seele liegt in Ketten,

wann nur bin ich endlich frei?

Ist die Kehle fast vertrocknet,

und ich sah ein Leben zieh‘n,

welches ich nie leben würde,

also begann ich zu flieh‘n.

Auf der Suche nach der Sonne,

war ich fast schon endlich da?

doch das Leben rannte hinten,

und schlussendlich ist es nah.

(C) Amy Herzog

Wenn fremde etwas besser wissen..?

Und ich vermisse dieses Leben,
welches Fremde mir einst nahm,
hämisch lachend über Herzen,
die fortan gebrochen warn.

Was mir bleibt ist eine Lehre,
und ein Weg entlang dem Fluss,
weg vom Bösen nur zur Liebe,
weil mein Herz dort leben muss.

Ohne Takt kann es nicht singen,
übertönt die Fremden nicht,
doch lachen sie nur ewig einsam,
und ich wandere zum Licht.

© Amy Herzog

Selbsterfüllende Prophezeiung

Ich suche nach der Prophezeiung,
in der sich noch mein Wunsch erfüllt,
doch all die Masken der Gesichter,
sie lassen meinen Wunsch verhüllt.

So treibe ich nur immer weiter,
bis tief in meine Einsamkeit,
und wird es dunkel und auch kälter,
dann merke ich die wahre Zeit.

Am Ende steht ein großer Spiegel,
und darin seh ich mein Gesicht,
ganz unverhüllt sind meine Wünsche,
weil es zu mir die Wahrheit spricht.

Und so find‘ ich die Prophezeiung,
die mir mein Blick niemals verschweigt,
und mit der Zeit, die ich noch habe,
mein Herz den Weg sich selber zeigt.

 

© Amy Herzog

Steine gegen Kerzen

Die Steine sind in meiner Wohnung,
doch Stück für Stück trägst du sie fort,
und immer wenn das Licht dann heller,
so lässt du noch ’ne Kerze dort.

Und leuchtest du mir meine Wege,
(die schönsten sind nie wirklich weit),
denn wenn am Ende eines fehlt dann,
bleibt da höchstens nur die Zeit.

Doch all die Zeiten voller Wärme,
bleibst du mit deinem Licht bei mir,
die Steine werden mehr zu Kerzen,
(das schönste sind am Ende wir).

 

 

© Amy Herzog

Fremd (2/2)

keine Wände, keine Strände
unter Schutt begrabn’e Hände
Schmutz der Seele immer blind
dunkel-leer die Lichterketten
wohin kann ich mich nur retten
ohne Wort und ohne Wind

doch leb‘ ich weiter leiser
so küsst mich hier das Glück?
die Lippen blass und trocken
wollen doch mein Herz nur locken
leb‘ ich erst in tausend Wüsten
führt kein Weg zurück…

 

© Amy Herzog

Verschwinden…

Niemand kann mich hier noch halten,
ich flüchte mich ins Labyrinth,
die Klauen nehmen mich gefangen,
dort wo wir fest zusammen sind.

Bestimmst du über die Gefühle,
so sollt ich bloß ein Kunstwerk sein,
auch die Gedanken sind nicht sicher,
und bald schon sind wir ganz allein.

Und niemand kann mich hier noch halten,
so leg ich mich in deine Hand,
ich stehe kraftlos vor dem Abgrund,
bis ich in dir restlos verschwand.

 

 

 

© Amy Herzog

Kirmes

Auf der Kirmes – buntes Treiben,
all die Sorgen sind kurz fort,
könnt es doch nur stets so bleiben,
hilft doch nur ein wahres Wort.

Nur ein Wort wie tausend Lichter,
lachen, Glück und Liebe sind,
so nimmst du sie doch auch mal öfter,
voller Macht wie Eis und Wind.

Wie die Wärme vieler Menschen,
reicht das Licht des Einen nun,
sei’s wie ein Leben auf der Kirmes,
doch nur mit wahrer Liebe tun.

 

© Amy Herzog

Was ich sollte, was ich will.

Wer denn sagt mir was ich sollte,
wenn ich doch was anderes wollte,
bleibt’s letztendlich doch mein Leben,
kann bloß ich mein bestes geben.

Wahrhaft in mein Herze sehen,
Tränen dort vor Sehnsucht flehen,
was mich einsperrt hier auf Erden,
muss am Schluss auch ich nur sterben.

Und wer sagt dann was ich sollte,
wenn ich nur glücklich sterben wollte,
doch bin ich heut‘ gewiss am Leben,
sollt‘ ich nur mein Glück mir geben.

 

 

© Amy Herzog

Leere Lehre.

Ein jedes Wort bleibt eine Lehre,
das eine Tat wohl nach sich zieht,
und wenn das Wort nur eine Leere,
ja selbst dann noch die Lehre sieht.

 

© Amy Herzog

wende.punkt.

deine sonne will nicht zählen
bin vom rauch umzäunt
wendet sich mein heißes fleisch
doch nur von links gebräunt

eine seel‘ aus purem gold
nur bleibt die haut aus grauem blei
schwitzt mein herze blut
so tausendfach wie’s leiden sei

meine blümchen längst verkümmert
trottet leis der regen
kann nichts hören kann nichts sehen
und das nur deinetwegen

gab’s die suppe letzte woche
sei sie eingebrockt
trotz des welkens steigt der nebel
ist’s die sonne die mich lockt

wendet sich der wind zum rechten
wird die haut zu gold
und glänzt ein neuentdecktes leben
wenn’s nicht sterben sollt

 

 

© Amy Herzog

Die Liebe als Opfer..

Ich bin es leid daran zu denken,
so wenn mein Herz nur immer friert,
ergeben sich zwar falsche Worte,
während das richtige verliert.

Ich bin es leid mich so zu fühlen,
so klein gedrückt zerbrech‘ ich gleich,
sie stellen sich vor schönste Türen,
und öffnen’s Tor zum Höllenreich.

Ich bin es leid noch so zu lieben,
wo niemand mehr die Liebe kennt,
wenn die Verachtung jeden Glückes,
nur Einsamkeit zum Namen nennt.

Ich bin es leid in diesem Leben,
kann nicht mehr kämpfen für ein wir,
das Monster hat mein Herz zertreten,
und ich lieg nun im Sterben hier.

 

 

© Amy Herzog

Wieviele Tage..?

Hundertneununddreißig Tage ziehen
doch sie fliehen nicht
schaukeln sich nur höher
immer
höher
immer
schneller
bis zum schönsten lauten Knall

Doch ein leiser über Schultern
nur ein Lächeln
und ein Sog

Wie ein unentdecktes Meer
bindet sich das Blau zusammen
immer enger
immer
näher
und am Ende wartet Glück

Fünfhundertsechsundsechzig Tage
sollen lachen, sollen lieben
wie ein Schiff an’s Land getrieben
zahlen kommen
zahlen
gehen

Nur welche soll am Ende stehen?

 

© Amy Herzog

Stark, Schwach, tot..?

Aus Liebe würd‘ ich alles machen,
ein Kampf durch Wasser, Wüste, Wind,
selbst tausend Reisen durch die Hölle,
wenn nur am Schluss das Glück gewinnt.

Und bin ich wohl nicht unbewaffnet,
nein, meine Lieb‘ die stärkste ist,
doch frier ich weiter durch die Hölle,
weil mein Herz doch das Glück vermisst.

Es sind die Waffen zweier Monster,
und Schwach sind sie wohl eigentlich,
doch töten sie mich in der Hölle,
und mit mir auch die Lieb‘ und dich.

 

© Amy Herzog

Aussicht

Und du lässt mich wieder Lachen,
fängst den meinen Regen auf,
sei’s ein Wort, ein Blick, ein Anruf,
gehst mit mir den Berg hinauf.

Doch ich weiß, der Weg ist müßig,
denn mein Herz noch nicht mit lacht,
nur ein Witz, ein Spaß, ein Lacher,
und ein fester Halt bei Nacht.

Oben wird dann diese Aussicht,
sonnig ist’s, was du versprichst,
auf die wachsend bunten Blumen,
wo du kein Versprechen brichst.

 

© Amy Herzog

An’s sichere Land

Ich fange an es zu vermissen,
dieses Gefühl, das du mir bringst,
wann immer deine Augen strahlen,
so aufrichtig von Wärme singst.

Die Zuflucht liegt in deinen Armen,
so lasse ich sie nicht mehr geh’n,
ich folge nur dem Klang der Stille,
und lasse mich von Wind verweh’n.

So spür‘ ich unter meinen Flügeln,
die Leichtigkeit von deiner Hand,
sie hält und trägt mich immer weiter,
bis an das sicherst‘ schönste Land.

 

 

© Amy Herzog

Zwei Monster.

Wenn ich nur an die Monster denke,
schnell dann wird mir kotzeschlecht,
und ein Spruch passt hier angegossen,
aus zwei mal Unrecht wird kein Recht.

 

© Amy Herzog

Fehlen…

‚Du fehlst mir‘ ist noch gar kein Ausdruck,
ich fühle mich nur einsam (tot),
und niemand, der mich hier umgibt,
nimmt noch Notiz von meiner Not.

Ich sitze hier nur wie versteinert,
und nichts ergibt hier einen Sinn,
mein Herz schlägt zwar noch ohne Luft,
doch ich weiß nicht mehr noch wohin.

Das was du einst zu Hause nanntest,
ist nun schlichtweg nicht mehr wahr,
und dieses Licht der kleinen Eule,
eigentlich auch nicht mehr da.

Ich würde einfach alles geben,
selbst wenn es nur ein halbes ist,
doch du bist glücklich ohne mich,
und es gibt nichts was du vermisst.

 

 

© Amy Herzog

Die Monster.

Nichts von all dem ist noch richtig,
wie die Schlinge um den Hals,
drängt mich weiter in die Falschheit,
in den Abgrund ebenfalls.

Kann ich meinen Bauch nicht hören,
die Monster lügen viel zu laut,
lachen dreckig durch die Zeiten,
und ein Haus aus Leid erbaut.

Bleiben Nächte dort nur einsam,
bis dann der jüngste Tag erwacht,
trinken Pflanzen falsche Tränen,
wenn das Monster weiter lacht.

Nichts von all dem ist noch richtig,
weit entfernt vom wahren Glück,
das einzige, was ich mir wünsche,
mein monsterloses Heim zurück.

 

 

© Amy Herzog

Beten…

Gebete schreien aus den Augen,
und meine Tränen führ’n zum See,
ein Wasserfall aus Schmerz und Qualen,
gefrier’n im Herz zu Eis und Schnee.

Zersplitt’re ich in tausend Teile,
nur eines bleibt trotzdem noch heil‘,
die Liebe ragt bis in den Weltraum,
und lässt mich knien einfach weil:

Ich bete unaufhörlich weiter,
und hoffe dass der Himmel hört,
bin ich doch vielleicht zu weit unten,
wo sich an Schreien niemand stört.

Und aus den Augen die Gebete,
die Tränen stets die selben sind,
sie schreien hoffnungslos noch lauter,
und schicke jedes mit dem Wind..

 

© Amy Herzog

Das wichtigste…

Wenn das allerwichtigste
aus dem Körper verschwand
(und niemand hat es erkannt)
ist man dann schon unsichtbar?

Wenn man schon unsichtbar ist
(und niemand hat es vermisst)
gibt es dann noch ein Leben?

Wenn es kein Leben mehr gibt
dann gibt es auch keine Angst
(und nichts was du tun kannst)
wenn der Rest dem wichtigsten

Folgt.

 

 

© Amy Herzog

Warten..

Die Hoffnung habe ich verloren,
das leiden einfach nur versteckt,
ich warte mit dem falschen Lächeln,
bis mich die Erde ganz bedeckt.

 

© Amy Herzog

Titellos…

Lange war ich innerlich taub
und verstand meine Zeilen nicht
so war und bin ich auch verstummt
doch heute zeigen meine Tränen
dass jeder Tag den Atem raubt

Und heute bin ich aufgewacht
schon wieder an den Start gestellt
frag mich noch, wer hier zu mir hält
die Hände reicht und reichen kann
bis ich mich wieder schlafen leg

Nur heute bin ich nicht mehr taub
selbst wenn’s mir noch den Atem raubt
bracht der Verstand das Altgespenst
im Garten spukt es seit den Tagen
und nur das schwarz ein Ende kennt

 

© Amy Herzog

Nur ein Teil der Liste..

Steh‘ ich nur auf deiner Liste,
die Jahr um Jahr zu wertlos ist,
zwar ein Zeichen deines Herzens,
was du über die Zeit vermisst?

Doch am Ende stets verschwiegen,
schlaf auch ich nur hinterm Schein,
nur ein Augenblick sei kostbar,
bin auch ich doch letztlich klein.

Wird deine Liste weit bestehen,
mein Herz für deinen Atemzug,
mit deinem Lächeln vor den Tränen,
und dem wicht’gen Selbstbetrug.

 

© Amy Herzog

kennen.

Ein starrer Blick
juckt salzig in den Fingern
vor den Toren meines Himmels
kannte ich den Regen nicht

Wie im Paradies
zuckt es rhythmisch Worte
wie eine neu erlerne Sprache
kannte ich die Tänze nicht

Bleiben kalte Füße
in den Fängen deiner Seele
nun das Hauptgericht des Tages
kannte ich die Sonne nicht

Sättigende Ewigkeit
so fliegend wie ein Luftballon
wandre ich von Mond zu Mond
als kannte ich die Liebe jetzt

 

 

 

© Amy Herzog

Irgendwann..

Irgendwann hörst du nicht mehr zu
nicht mal mehr dem Wind
obwohl du ihn noch beneidest
wie die Worte um dich
schöner kreisen, Lächeln wecken
bis du dich in Masken kleidest

Irgendwann verstummt die Musik
und mit ihr auch der Blick
doch ihr Schweigen leert dich nicht
nur das fort und dennoch da
weil kein Wort vom Ander’n war
nur sie bleibt dein Licht

Irgendwann ist stark der Wind
und bläst die Kerze aus
so bist du einsam, willst du sinken
tief und tiefer in dich selbst
bleibt kein Atmen in der Stille
wirst du nur ertrinken

Irgendwann zerfällt dein Bett
nur farbenlos zu Staub
was wirst du tun, welch Blut zuletzt
ob Lächeln, Tränen, Liebe, Nichts
wo willst du sein, was wäre wenn
dein irgendwann sei jetzt

 

 

© Amy Herzog

Monster

Ich suche nach mir
wie bin ich verschwommen
halte mich an allem fest
an allen Monstern unterm Bett
wenn du mich doch nur gehen lässt
wie kann ich zu mir kommen

Verzweifelt bin ich
länger taub
und um mich sind sie alle laut
es zerrt mich rechts
dann leise noch von links
von oben niemand, nur von unten
bin ich im Meer von tausend
Monstern versunken

Ich suche mich
wie kann ich mich finden
gestreckte Hände bleiben kalt
der Winter kommt
im Sommer alt
bis sich das letzte Monster krallt
die Seele nur ins Nichts

 

 

© Amy Herzog

Schlaf.

von weiß zu weiß
und doch im schwarz
im flüchten aus dem ich
der Ekel atmet Wunden ein
in Menschenmengen doch allein
kein Sterben in der tauben Nacht
noch besser ‚lebt‘ es sich

von taub zu taub
beschmiert mit Staub
so schreit doch heißes Wort
noch mittendrin im nirgendwo
der Traum ertrinkt doch sowieso
wozu die Zeit, worin der Sinn
warum noch dieser Ort

von Zeit zu Zeit
kommt niemals weit
so klein der Engel schreit
zurückgerissen, tiefe Küsse
der Wecker schießt zu laute Schüsse
tiefer Fall ins ich / ins schwarz
ein Schlaf in Ewigkeit

 

© Amy Herzog

Unter Steinen..

Und täglich lauern tausend Steine,
nur oftmals falle ich doch hin,
dann dreh‘ ich mich kurz an die Seite,
und plötzlich hat der Stein den Sinn.

Denn schaue ich nur stetig drunter,
was sich dann unterm Stein verbirgt,
es zaubert bunt ins graue lachen,
weil dieser auf mein Leben wirkt.

So falle ich dann in die Zukunft,
die ich zuvor noch nie geahnt,
ich steck‘ ihn einfach in die Tasche,
denn hier war Glück als Stein getarnt.

 

 

 

© Amy Herzog

Ich glaube noch

Ich glaube noch an kleine Worte,
sie reichen gleich schon zu Beginn,
schon wissen Herzen wo sie wohnen,
für Zweie wird dies ein Gewinn.

Ich glaube noch an diese Fälle,
dort wo der Zufall trifft den Plan,
und plötzlich malen sich die Bilder,
ganz unverhofft und nur spontan.

Ich glaube noch an diese Liebe,
sie wartet schweigsam und gespannt,
und bald schon wird sie hell erblühen,
wo alle Last dem Herz entschwand.

 

 

© Amy Herzog

Die Stimme in meinem Kopf…

Sie baut sich leis‘ und fest ihr Nest,
aus meinen Schmerzen und dem Leid,
und plötzlich bleibt die Zahl ein Test,
bis in? – sie sagt mir nicht wie weit.

Doch ich, ich möchte ihr Vertrauen,
weil sie mir sagt, der Mensch, der lügt,
„statt essen sollst du Gummi kauen“,
ich frage mich, wer hier betrügt.

Die Stimme – sie – beginnt zu klagen,
wird lauter, schimpft, gar bis sie schreit,
„wie kannst du es denn nur noch wagen,
als wär sie schlicht Notwendigkeit.

Ich denke nächtelang nur schwach,
sie nimmt das Leid, sie hat wohl recht,
hinfort ist Welt- und Lebenskrach,
mit ihr bin ich niemals geschwächt.

Doch bald schon bin ich ganz allein,
zu spät – ich wollte wohl nicht sehen,
sie macht nicht stark, sie macht nur klein,
doch jetzt wird sie so bald nicht gehen.

Jetzt sehne ich nur nach dem Menschen,
der vor ihr auch schon nicht bei mir,
im Büchlein kann ich leise wünschen,
mit ihr bin ich bald nicht mehr hier.

Was bleibt ist nur die stumme Leere,
mein falsches Lächeln und die Angst,
ein kaltes Nest und Knochenschwere,
„nur bis du nicht mehr zählen kannst“..

 

© Amy Herzog

Ratlos.

Manchmal weiß ich meiner Worte,
nicht was eins bedeuten kann,
Sätze schreiben sich von selber,
und ergeben sich nur dann.

Irgendjemand wird was finden,
fühlt gar einiges wohl gleich,
ich hingegen bleib‘ nur ratlos,
warte hier – wann werd ich reich?

 

 

© Amy Herzog

Nein! JA!

Nein: zu denen, die mir schaden,
nein wenn jemand liebt mich nicht,
auch die Lügen und die Masken,
versperren nur die schöne Sicht.

Nein: wo jemand schlecht behandelt,
nein auch wenn mein Herze weint,
denn so jemand kann nicht meinen,
es ist doch nicht so wie es scheint.

Nein: zum gleichen bösen handeln,
einfach nein zum falschen Glück,
befreie mich vom Tränenleben,
und hole mir mein JA zurück.

 

 

© Amy Herzog

Wie auch du…

Für D.

 

Aus der Ferne, aus dem Schweigen,
ohne Kenntnis deiner Schritte,
hast du mich im Wind zerrissen,
wie auch du zerrissen bist.

Mit den Worten für die Menschheit,
und dem Zweifel an dir selbst,
hast du mich ins Herz getroffen,
wie auch du getroffen bist.

Meine Liebe fischt im Trüben,
wie du durch dein Leben fischt,
trinkst zum schreiben deine Tränen,
wie auch ich ertrunken bin.

 

 

© Amy Herzog

Mein Sein..

Lese ich die alten Worte,
weiß ich nicht, ob ich je war,
nur erdacht im Universum,
unsichtbar und niemals wahr.

Zu unendlich für die Nähe,
und doch zauberhaft und klar,
doch dann wieder in den Sternen,
sterbe ich und war nie da.

Meine Spuren in den Worten,
wie ein Korn die Wüste sah,
bleibt vergraben in der Menge,
zerbrechlich, unberechenbar.

 

 

© Amy Herzog

Zucken…

Du zuckst mit deiner Schulter
stößt grob meinen Kopf
weit weg von dir…
wollte mich nur anlehnen
lehne jetzt an der Luft
und schenke dir den Regen,
dessen Duft du so
liebst…

 

 

© Amy Herzog

Heute oder irgendwann.

Wenn nicht heut der Tag der Liebe,
wann soll er denn kommen dann,
schieb statt gestern doch auf morgen,
oder auch auf irgendwann.

Zeit bleibt eine feine Sache,
viel zu kurz klagt Herz und Leid,
doch die Liebe spielt mit Mächten,
bis in die Unendlichkeit.

Auf der Erde sind wir menschlich,
und zu gern auf bald verschiebt,
wirklich glücklich wird man dann nur,
wenn man heut statt morgen liebt.

 

 

© Amy Herzog

Dachschrägenfenster

Während ich mein Dachschrägenfenster
nur zur Hälfte von außen putze
denke ich an die Nacht, die mir wieder
ihre Lieder nur in flüsternder Angst
bis in den Morgen singt.

Klingt als bräuchte ich nur eine Leiter,
als wäre ich dann wieder heiter.

Wenn’s so einfach wäre, ( – was es
in der Tiefe meiner Gedanken ist)
dann kämest du an den Rest des Fensters
und nichts bleibt in der Nacht vermisst.

 

 

© Amy Herzog

Die Hälfte…

Die Hälfte warf ich weg von mir,
sie war nicht mehr so wichtig.
Nur alte Lasten, tief vergraben,
könnt‘ ich dir nur wahrlich sagen,
was du aber für mich bist.

Freude unter Angst geschlafen
und doch ist’s hier hell und wach!
Ich mache Platz und räume auf,
den Staub, den nehme ich in Kauf,
das ist es, was du wirklich bist.

Morgen ist die Angst vertrieben,
morgen werden wir uns lieben…
Zwischen Düften und der Hitze,
während ich noch schweigend sitze
und dein Platz auf Fülle fühlt.

Die Hälfte warf ich weg von mir,
sie stand uns doch im Weg.
Denn daraus wird ein großes wir,
aus uns, schon lange Tränen hier,
doch das ist dann vorbei.

 

 

© Amy Herzog

Ich zähle nur die letzten Tage..

Versprochen sagst du, wirklich sicher,
bis du dann endlich bei mir bist,
ich zähl‘ nur noch die letzten Tage,
bis nichts mehr dieses Herz vermisst.

Und ich vertraue deinen Worten,
der Tag, der schnell vorüber zieht,
ich zähl‘ nur leise an fünf Fingern,
bis niemand vor der Zukunft flieht.

Versprochen sag ich, wirklich sicher,
mein Herze sei dir stets ein Heim,
ich zähl‘ nur noch die letzten Tage,
und wir zwei sind nie mehr allein.

 

© Amy Herzog

Flüchten…

Flüchten schweigend in Gedanken
lassen deine Schiffe schwanken
Tanz mich wund an deinem Mund
laut sein will ich, schreien gar
wo Sicherheit zugegen war
in deinen Händen leiser fallen
höre ich den Herzschlag schallen
halt mich nur, so halt mich fest
und flüchte mit ins warme Nest

 

 

© Amy Herzog

Vertrauen auf die Liebe..

Ich vertraue auf die Liebe,
die mich täglich weiter lenkt,
durch die Stürme und den Hagel,
bis sie uns die Sonne schenkt.

Ich vertraue auf die Liebe,
wie sie mich zum Glücke trug,
schweben wir gemeinsam weiter,
nur dein Herz ist mir genug.

Ich vertraue auf die Liebe,
wo die Zukunft mit uns bleibt,
nichts werde ich je vermissen,
wenn sie uns durchs Leben treibt.

 

 

© Amy Herzog

Leises Sehnen…

Oh, spürst du nicht mein Sehnen
mein Liebster, und mein leises Flehen
verborgen hinter tausend Sternen
so hoch oben zwischen Wolken
wie könnt ich dich nicht begehren
Liebster, spürst du nicht mein Sehnen

Strahlt ein Lied, ein Licht in Tränen
spiegelt mich in allen Pfützen
sag bloß, kannst du Bilder sehen
durch dein Haar die Stürme wehen
kann dich wärmend sanft beschützen
Spürst du nur mein leises Sehnen

 

 

© Amy Herzog

Ewig.

Du kannst mich vermeiden,
ignorieren, hassen und verachten.
Und vielleicht ist dir mein Leiden
zwischen deinem ewigen schweigen
gekrönt von kalten Worten egal.

Vielleicht.

Aber ich werde immer da sein,
nah bei dir, an deiner Seite,
haltend deine Hand, unsichtbar
und doch vom Himmel,
über Wasser und Land und bis weit
über den letzten trockenen Rand.

Versprochen.

 

 

© Amy Herzog

fehlen.

man könnt‘ fast sagen
es fehlt mir
doch dann bin ich erstarrt
mit jedem wort und jeder luft
in mir nur stumm
verharrt

so fehlt es mir dann
keiner zeigt
das wort nur weiter
heiter schweigt

verdreht die welt in meinem kopf
verbinde ich den tränenzopf

ganz stramm im winkel
zu dem munde
deckt sodann die seelenwunde
stets mein lächeln ab

 

© Amy Herzog

Preis…

Wie mich die Sehnsucht
in deine Arme treibt
und ich doch schweigend
stehen bleib
so wünscht ich nur
und Träume still
wie ich doch nicht
mehr weinen will
nur warte ich
erfriere leis‘
und zahl‘ mit
Einsamkeit den Preis

 

 

© Amy Herzog

Blind…

Tränen brennen auf der Wange,
Scherben fallen viel zu laut,
weiß und starr sind meine Wände,
kalter Staub liegt auf der Haut.

Niemand kann das winseln hören,
jeder flieht in seine Welt,
bunte Lichter wahren Scheine,
nur nicht den der wirklich zählt.

Drückt der Staub zur Erde nieder,
überhört den lauten Knall,
Regen nährt das falsche Leben,
und ich reise ins Sternenall.

 

 

© Amy Herzog

Wunsch..

Tränen fließen niemals grundlos,
wenn ein Wunsch am schwimmen ist,
reiche ihm dein Schiff des Herzens,
und er zeigt was du vermisst.

Lebt er dann in deinem Herzen,
weist er dir den Weg zum Glück,
halt ihn fest in deinen Händen,
geh mit ihm ein weites Stück.

Habe Angst in dunklen Gassen,
doch sei dir sicher – nie allein,
ein Wunsch ist bei dir ohne Zweifel,
und wird dir Schutz und Sonne sein.

 

 

© Amy Herzog

Richtung…

Schreien in die selbe Richtung,
schlagen unsere Herzen gleich,
graben selbst die tiefsten Löcher,
schweigen wie ein Fisch im Teich.

Worte fliegen um Gesichter,
Fetzen bleiben stumm bedeckt,
schlafen mit den hellen Augen,
wünschen, dass uns einer weckt.

Irren lautlos durch die Straßen,
winken trüb dem richtigen Weg,
fügen uns den eigenen Löchern,
schleichen einsam dem Abweg.

Schreien in die selbe Richtung,
sind es tausend Löcher wert?
Unsere Seele schläft in Fetzen,
wo sich unser Herz noch wehrt.

 

© Amy Herzog

Einsames Einhorn…

Ein Einhorn stand im Wald allein,
so schaut es nach den Vögelein,
sie flogen zweisam wild umher,
und kurz darauf wurden es mehr.

Es hörte Tag für Tag das Lied,
und sah dabei das Glück, es fliegt,
so wünschte sich das Einhorn bald,
auch Flügelein für diesen Wald.

Nur wuchsen mit den Jahren nicht,
die Flügel blieben fern in Sicht,
das Einhorn weinte um sein Glück,
und zog sich immer mehr zurück.

Doch eines fernen Tages dann,
das Lied der Vögel stets erklang,
ein trappeln auch im Hintergrund,
als tat sich eine Botschaft kund.

Die Vögel flogen schneller fort,
ganz ängstlich zu dem fernen Ort,
das trappeln immer lauter hallt,
am Boden groß und schön Gestalt.

Ein Einhorn war es, dieses Lied,
die Einsamkeit noch schneller fliegt,
zwei Einhörner in Zweisamkeit,
vertrappeln sie sich nun die Zeit.

Das Glück der Vögel kehrte nicht,
so lang es da war, nicht in Sicht,
das Einhorn doch erinnert kalt,
es war nicht stets allein im Wald.

Doch nun ist dieses Einhorn da,
das Glück in nun tatsächlich nah,
ganz ohne Flügel nicht allein,
zwei Einhörner im trauten Heim.

 

 

© Amy Herzog

Frisch aus dem Eisfach.

Als würden sich Worte länger halten,
nur weil sie aus dem Eisfach kommen.
Sind sie doch benommen, benebelt,
fühlen sich wie frisch geknebelt
und lächeln emsig weiter.

Steif sind sie im eisigen Wind,
und heulen heimlich wie ein Kind.
Was nützen Tränen, die nicht stützen,
bildet sich aus vielen Pfützen
doch ein großes Meer?

Was ist schon Meer in diesem Eis,
wenn keiner was vom ander’n weiß?
Und Eis zerbricht, selbst unterm Licht,
im Eisfach halten Ewigkeiten nicht.
Wird’s so ums Herze warm?

 

© Amy Herzog