gefühle

Nachtdienst (Drabble-Dienstag)

Wieder Drabble-Dienstag von Lyrix. Ein Drabble besteht aus genau einhundert Worten, in denen drei Worte vorkommen müssen. An diesem Drabble-Dienstag sind es die Worte: Balance, Augen, Wohnung

Nachtdienst

Tage verliefen gedanklich kräftezehrend. 

Auf vierundsechzig Kilometern Richtung
Arbeit denke ich an Dinge, die ich lieber
täte, wohin ich lieber fahren würde, ob ich
in meiner Wohnung bliebe, oder in deiner.

Meiner nichtvorhandenen Mimik sieht man’s
an. Die Augen leer. Ich rechtfertige in der
Übergabe mit Kopfschmerzen, dabei verliere
ich innerlich die Balance. Ich erinnere
mich an eine letzte Mail, die mir jemand
geschrieben hat: „eine Enttäuschung ist das
Ende einer Täuschung“.

Meine Phantasie reicht gerade noch, um
darin meine Identität wegzuwerfen und
davonzulaufen. Irgendwohin, nirgendwohin.
Möglicherweise an Orte, an die ich während
der Fahrt dachte.

Ich bin unfassbar müde.

taumelnd

Die tagelange Schlaflosigkeit
macht mich taumelnd im Kreis
und zurück bleibt nur dieses Sehnen
nach zurückgerufenen Gedanken
die sich gegen dich wehren

Und dein Schweigen schlägt
lauter in meiner Brust
als dein Schreien jemals wiegt
und zurück bleibt nur dieses Hoffen
dass du in meinen Träumen liegst

Zu dunkel spüre ich die Anmut
deiner allumkreisenden Anwesenheit
doch zurück bleiben nur bleierne Lider
wieder wartend auf einen Hauch
sinken meine Gedanken nieder

© Amy Herzog

Anfangsmondlicht

Versteck dich nicht mein Liebster
im Mondlicht sehen wir alle gleich aus
und er kommt, er kommt gleich
um uns zu holen, damit wir uns finden

Schäme dich nicht mein Liebster
deine dunklen Narben sind mir Kunst
und im lilafarbenen Schimmer
meiner Hämatome sonnen wir uns

Und fürchte dich nicht mein Liebster
die Klingen zerschneiden Fäden
die wir uns auf unsere Lippen Nähten
doch wir brechen unser Herz nicht

So lasse dich fallen mein Liebster
meine Wunden bedecken nur das Ende
ich zeige dir den Anfang des Mondes
und gleich nimmt er uns mit nach Haus

© Amy Herzog

Dein Bild

Ich sehe dich wieder. Wieder.
Sehen. Noch nie gesehen, spüren?
Doch. Im Grau. Im Kopf sehen. Dich.
Stehen Fragen, tausend. Farben.
Dein perfektes Bild. Zu perfekt.
Zu unwirklich. Unwiderstehlich.
Wieder. Zu unwiderstehlich. Wieder?

So oft. Viel zu oft. Allgegenwärtig!
Mir bleibt die Luft in den Lungen stecken.
Meine Hand umfasst meinen Hals.
Befreien. Ich will mich befreien. Machtlos.
Ich bin machtlos. Du zu perfekt.

Zu groß. Zu machtvoll. Schein.
Ich schnappe nach Luft. Ringe darum.
Und bin verzweifelt. Versuche zu atmen.
Schneller. Immer schneller. Knoten.
Es geht nicht. Nichts geht. Nichts!
Nur sehen. Dich sehen. Wieder.

Meine Augen tränen. Verschwommen.
Dein Bild bleibt klar. Machtvoll bestehen.
Benommen. Meine Lungen voller Lust.
Verbraucht. Ich spüre meinen Puls.
Schneller. Immer schneller. Zu Dir.
Schlägt mein Herz. Wo ist die Luft?

Mein Hals vibriert im Takt des Pulses.
Schmerz. Brustschmerz. Herz.
Mein Herz. Zu voll. Zu leer. Zu schnell.
Zu viel Du. Ich kann nicht atmen.
Ich kann nicht mehr. Schwach.

Dich nicht mehr sehen. Breche zusammen.
Mein Körper zu schwach. Aufgeben.
Dein Bild. In meinem Kopf. Hellwach.
Perfekt. Unperfekt. Perfekt. Ich rase.
Innerlich. Kribbeln. Glück. Freude. Liebe?
Blase. Platzt. Keine Liebe. Nichts.

Erdrückt von deiner anwesenden Abwesenheit.
Siehst du das Bild? Meinen Kopf.
Den kranken Kopf. Geschundene Seele.
Wunde Leere. Verstörend. Du bist blind.
Perfekt. Unwahr. Lüge. Unsichtbar.
Nur in meinem Kopf sichtbar.

Unsichtbare Zerstörung. Ahnungslos.
Du. Ich. Beide. Dumm. Dumm. Dumm.
Angst. Ich. Nur ich. Dumm. Naiv.
Sterbend. Auge. Sterbender Glaube.
Unwissend. Jungfräulich. Klein.
Rennend in deine Ahnungslosigkeit.

Stille. Zu still. Die Luft zum Reden fehlt.
Dein Bild. In meinem Kopf. Perfekt. Quält.
Zerstörerisch. Verschwinde. Bild. Verschwinde!
Lass mich wieder sehen. Wieder. Bitte.
Wieder schweben, spüren, atmen, Wind.

© Amy Herzog

tau

erdrückend kleines herz
kontakt zum fleisch tut weh

verbrennst dir nicht die finger
liebes, du wirst erfrieren
da hilft keine schachtel kippen
mit scotch gegen gedanken
an unnahbare lippen

liebes, dir wird nicht heiß
nein, du wirst erfrieren
traum minus gefühl
merkste was?
jetzt wird dir kühl

aber’s sind scherben
so wirf das fleisch weg
liebes, es hebt dich nicht mal auf
es lässt dich sterben, siehste?
da hilft kein wort auf erden
glotzt verträumt gen himmel
erdrückend kleines herz
mach die augen zu
und tau auf

© Amy Herzog

Freisinn


Schlaflos war der Tag
und schlaflos die letzte Nacht
aber Müdigkeit ist ehrlich
und Gedanken frei

Zeit mich dem zu widmen
abzuschweifen und weiter zu ziehen
was bedeutsam für die Seele
aber nichtmal der Traum
zu kennen vermag


© Amy Herzog

Ewigkeit und Gold

nass, nass!
gold’ner Regen
fließt mit Kuss und Salz
schimmern, schweben, legend
tief wie abertausend Flüsse
fest um meinen Hals..

im Rausch
hast du die Luft geraubt
so steigt und steigt dein Meer
Pirat! sag ich, komm her
stehle was ich hab
und mehr!

© Amy Herzog

Dreiundzwanzig Tage Regenbogengarten

Regenbogenbilder regnen mir ins Haus
und zieh’n mit Freud die Freude aus
wo weiße Strände ungeküsst
die Küste mit den Krallen kratzen
lebe ich mit schmerzverzerrten Fratzen
laufe doch auf weichen Tatzen
der stummen Akzeptanz

Wolken legen lauter nieder
als der Tod ans Häuschen klopft
tropft mein Hirn mit jedem seiner Lieder
immer stärker stürmend wieder
bis mein Herze an den Trümmern
mit dem Wind am Abgrund steht

Weht der Wind noch frage ich
und erreicht der Schmerz auch dich
frage ich wo ist die langgezog’ne Zeit
doch längst ist sie mir nicht mehr weit
und doch kann ich mein Blut nur lecken
nicht aus diesem Traum erwecken

Zieh an meinen kalten Kippen
denk‘ im Rauch an bittersüße Lippen
dacht es würd ein Ende auf mich warten
doch schlaf ich fest in meinem
Regenbogengarten…

© Amy Herzog

Verlust…

Flughafenszene…

Wie sehnsuchtsvoll dein Blick

zurück in Menschenmassen

doch keiner hört und keiner sieht

wenn du nur in die Leere fällst

Und hin und her und hin und her

als würdest du ein Kindlein suchen

bringt dir selbst dein Innerst fluchen

deine liebe nicht dort hin

© Amy Herzog

Schlussendlich..

Ewigkeiten sind vergangen,

Nebelschwaden ziehen vorbei,

und die Seele liegt in Ketten,

wann nur bin ich endlich frei?

Ist die Kehle fast vertrocknet,

und ich sah ein Leben zieh‘n,

welches ich nie leben würde,

also begann ich zu flieh‘n.

Auf der Suche nach der Sonne,

war ich fast schon endlich da?

doch das Leben rannte hinten,

und schlussendlich ist es nah.

(C) Amy Herzog

kennen.

Ein starrer Blick
juckt salzig in den Fingern
vor den Toren meines Himmels
kannte ich den Regen nicht

Wie im Paradies
zuckt es rhythmisch Worte
wie eine neu erlerne Sprache
kannte ich die Tänze nicht

Bleiben kalte Füße
in den Fängen deiner Seele
nun das Hauptgericht des Tages
kannte ich die Sonne nicht

Sättigende Ewigkeit
so fliegend wie ein Luftballon
wandre ich von Mond zu Mond
als kannte ich die Liebe jetzt

 

 

 

© Amy Herzog

Nichts

Heute morgen
war’s kein Lächeln
Regen regnet, nichts als Regen
wie viel muss mein schwacher Wald
denn noch in Asche legen

Reicht dir
nicht der Sommer
dann auch nicht der Sand
der mit meinem Feuer
schneller noch nur
stillschweigend
verschwand

Nur der Mund
vollbringt kein Heil
in den schwarzen Nächten, weil
doch der Seelenzucker klammt
tropfend bitterkaltes Blut
zum blassen Nichts
verdammt

 

 

© Amy Herzog

Schlaf.

von weiß zu weiß
und doch im schwarz
im flüchten aus dem ich
der Ekel atmet Wunden ein
in Menschenmengen doch allein
kein Sterben in der tauben Nacht
noch besser ‚lebt‘ es sich

von taub zu taub
beschmiert mit Staub
so schreit doch heißes Wort
noch mittendrin im nirgendwo
der Traum ertrinkt doch sowieso
wozu die Zeit, worin der Sinn
warum noch dieser Ort

von Zeit zu Zeit
kommt niemals weit
so klein der Engel schreit
zurückgerissen, tiefe Küsse
der Wecker schießt zu laute Schüsse
tiefer Fall ins ich / ins schwarz
ein Schlaf in Ewigkeit

 

© Amy Herzog

Verdampfen…

Schmerzen – die verdampfen
wie der Qualm nach oben zieht
mit den Stürmen – in den Wolken
schneller, immer schneller flieht
bis zur Sternenklaren Nacht.

(dann leiser, immer leiser)

Bis es regnet, an den Tagen
keiner mehr die Wolken sieht
kann ich mich zum Wort
schon lange nicht mehr wagen
wo mein Herz am Boden kniet.

 

 

© Amy Herzog

Leises Sehnen…

Oh, spürst du nicht mein Sehnen
mein Liebster, und mein leises Flehen
verborgen hinter tausend Sternen
so hoch oben zwischen Wolken
wie könnt ich dich nicht begehren
Liebster, spürst du nicht mein Sehnen

Strahlt ein Lied, ein Licht in Tränen
spiegelt mich in allen Pfützen
sag bloß, kannst du Bilder sehen
durch dein Haar die Stürme wehen
kann dich wärmend sanft beschützen
Spürst du nur mein leises Sehnen

 

 

© Amy Herzog

Leblos..

Farbenlos versinkt die Welt,
und ringt um kein Gefühl,
die Seele ward herausgerissen,
das Herz ist alt und kühl.

Taub und stumm erstarrt das Herz,
der Feind ist nicht die Zeit,
doch als das Blatt vom Baume fiel,
versank die Welt im Leid.

Leblos schweigt der Regen noch,
die Wolken tragen schwer,
und meine Welt ertrinkt im Schnee,
die Seele stirbt noch mehr.

© Amy Herzog

Meine Liebe..

So weit du mir entfernt bist…
Wächst mein Herz in die Ewigkeit
An jedem Tag und in jeder Nacht
Damit dich in allen Träumen
Und in den Tränen der Zeit
Meine aufrichtige Liebe
Wärmt und bewacht

© Amy Herzog

Furcht…

Ich fürchte mich vor deiner Stimme,
denn dort hab ich mich einst verirrt,
verstecke mich vor deinen Worten,
wo mein Herz doch nur fallen wird.

Ich fürchte mich vor deinen Worten,
wo eines mir die Hoffnung spricht,
wenn du doch niemals dazu stehst,
erlischt zugleich mein kleines Licht.

Ich fürchte mich vor deiner Sonne,
vielleicht erscheint sie nicht für mich,
ich bleibe ängstlich in den Schatten,
und warte letztlich dort auf dich.

© Amy Herzog

Meine Asche…

Wie Regenbogenfarben in den Augen brennen,
so rennen sie doch schnell an mir vorbei,
ungesehen, in meinem schwarzen Kämmerlein,
wünsch ich mir nicht mal mehr den Trost herbei.

Nur die Träume senden meine Asche noch dem Himmel,
und treiben meine Tränen durch die Nacht,
vermissen sie im Sonnenschein wohl noch das Gold,
erliegen letztlich lieber dieser größten Macht.

Und wenn die letzte Farbe schon verschluckt ist,
was nützt mir dann noch dieses letzte Wort,
ich bleibe schweigend sitzen, während du nie warst,
und sehne mich so kraftlos nach dem warmen Hort.

© Amy Herzog

Erdrückend.

Eingesperrt bin ich. In mir, in dir. Du kommst mir näher. Kälte kitzelt meine Nerven. Erdrückst mich. Heiß wird es. Suggerierst Sicherheit. Wärme. Schutz und Zuflucht. Ich genieße. Schließe meine Augen. Und falle in mein sicheres Schwarz.

Du lachst. Stumm. Aber du lachst. In meinem Kopf. Du zeigst mit dem Finger auf mich. Die Kranke nennst du mich hinter den Türen.

Dann wieder fängst du mich auf. Schenkst mir deine Liebe. Deine Ruhe. Lässt mich Freiheit spüren. Während ich eingesperrt bin. Und niemand kann mich hören. Ich bin stumm. Kalt. Ich genieße.

Schließe meine Augen. Und falle in mein ewiges Schwarz.

Wolkenschlaf..

Wenn ich in den Wolken schlafe,
zeichne ich die Zukunft auf,
und am Abend in den Sternen,
blicke nur, mein Schatz, hinauf.

Tausend Sterne formen Bilder,
wie sie unser Leben zeigt,
die zwei Herzen in der Mitte,
mit dem Traum zum Himmel steigt.

Unser Traum, er bleibt unendlich,
wie die Liebe uns einst traf,
und am Abend in den Sternen,
wiegen wir uns in den Schlaf.

© Amy Herzog

Am Felsen im Meer..

Als die Sonne den Sand küsste,
glaubte ich zu träumen.
Mein Blick vom Meere zur Küste,
konnte nichts versäumen.

Wie ich am starken Felsen lehnte,
sog mich der deine Kuss.
Wonach mein ganzes Leben sehnte,
dem ich nun folgen muss.

Sanft lag ich auf deinem Grunde,
gar leer und dunkel-kalt.
Doch küsste ich die Herzenswunde,
und gab dem Felsen Halt.

Als der Mond das Wasser küsste,
tauchten wir dann auf.
Unser Kuss doch brannte Lüste,
und nahmen ihren Lauf.

Doch der Mond wollt schlafen geh’n,
so trieben wir dahin.
Mein Traum, er würd im Wind verweh’n,
doch gab er uns den Sinn.

Und als die Lichter wieder küssten,
wir würden weiter Träumen.
So wie wir von der Zukunft wüssten,
am Strand gab’s kein versäumen.

© Amy Herzog

Was will das Herz?

Ich lese deine schwarzen Worte,
und frage mich nur noch „warum“,
so unnötig sind all die Wunden,
doch bleibe ich nur weiter stumm.

Ich sehe noch in meinem Herzen,
wie sich das Glück mit uns verband,
die Reise ohne diese Schmerzen,
sie war gemeinsam Hand in Hand.

Ich sehne nur nach diesen Zeiten,
und frage mich noch einmal still,
warum kein Glück, nur Seelenwunden,
was ist es, was das Herz denn will?

© Amy Herzog

Starke Worte..

Niemals wieder Schmerz empfinden,
hast du aus starkem Wort erbaut,
so einfach Glück und Liebe binden,
hab ich auf deinen Blick vertraut.

Aus deinen Augen sprach die Seele,
und ich ein jedes Wort verstand,
so einfach wie das Schicksal wähle,
doch einfacher in Angst verschwand.

Dein Herzschlag ward zur Traurigkeit,
und ich stand ratlos, still zur Wand,
die Sehnsucht nach Unendlichkeit,
mein Herzschlag bleibt in deiner Hand.

Und lausche ich nun meinen Schmerzen,
die Wahrheit doch erkennend noch,
so denk ich fest an’s Glück der Herzen,
bis zum Sturz ins Schwarze Loch.

© Amy Herzog

Was übrig ist…

Meine Seele zu beschreiben,
wo doch niemand mit ihr singt,
unvollständig muss sie fürchten,
dass sie in der Nacht ertrinkt.

Nur die Maske, undurchdringlich,
lacht so laut – voll Heiterkeit,
doch der Ort der halben Seele,
flüstert von der Einsamkeit.

Mittendrin schlägt die Ruine,
messerscharf die Felsen sind,
fließt das Wasser für die Tränen,
ohne warmen, frischen Wind.

In der Unvollständigkeit gefangen,
leer und kalt verbleibt mein Raum,
draußen spielen fremde Lieder,
hier in mir verstirbt der Traum.

© Amy Herzog

Das Salz auf meinem Herzen…

Das Salz aus einem weiten Meer,
es brennt in meinem Herzen,
ganz ohne Liebe viel zu schwer,
ertrinkt in seinen Schmerzen.

Nur eine Träne fließt durch Rauch,
den Vorhang meiner Seele,
der Schwermut zittert sie heraus,
durch meine schreiend Kehle.

Die Weite doch bleibt ungeweint,
im Schatten meiner Liebe,
sie bleiben hier im Wort gereimt,
worin ich mich noch wiege.

© Amy Herzog

Das Schweigen des Liebsten..

Die Lippen mir zittern,
zum Schweigen verdammt,
so fühlt sich das Herze,
als sei es verbannt.

Ein warten im Wasser,
auf Luft oder Not,
die Worte des Liebsten,
erbauten das Boot.

Doch Schweigend der Liebste,
es gleicht einem Tritt,
das Wort, das dann folgend,
dem tödlichen Schnitt?

© Amy Herzog

Meines Herzens Gift..

Tief in eines schwarzen Traumes
trank ich meines Geistes Gift
mein Herze doch ertrank im Leide
auf dass es auf mein Ende trifft

Gezwungen ward ich zu dem Traume
der Seele Kränklichkeit erdrückt
so bliebe mir in meinem Schmerze
im Gifte noch die Liebe glückt

So lag ich noch in deinem Schoße
doch sah ich darin keinen Grund
ich schlief in meinem Traume sanft
und nahm der Liebe ihre Stund

© Amy Herzog

Mein Licht

Du bist das Licht in meiner Seele,
die Sonne, die mir Hoffnung bringt,
das Schlaflied klingt aus deinem Herz,
wo auch mein Herz in Liebe singt.

© Amy Herzog

 

Was verraten die Gefühle?

Was verraten die Gefühle,
wenn ein Lächeln Tränen weint,
nur ein Wirrwarr der Gedanken,
wo doch alles Nichts gemeint?

Was verraten die Gefühle,
wenn sie all‘ auf einmal sind,
nur die Spuren alter Seelen,
die verflogen mit dem Wind?

Was verraten die Gefühle,
wenn der Ausdruck dann verblasst,
waren die Gedanken wertlos,
oder einfach nur verhasst?

Was verraten die Gefühle,
wenn Gedanken darum dreh’n,
bleiben sie mir nur vergangen,
und ich muss im Regen steh’n?

© Amy Herzog

Verstorbene Teil

Kalt ist der längst verstorbene Teil,
weil er doch längst verstorben war,
nah war wohl irgendjemand dort,
fort verschwand am Schluss Licht.

Nicht etwa, weil der Tod dort ist,
vermisst ein Irgendjemand dort,
bohrt dann aber noch lieber nach,
brach zu gewiss ein kleines Herz.

Schmerz verspürt sogar der Tod,
Not könnte schreien im Geschweig,
zeig einmal nur, ist dort das Licht,
nicht zu verwechseln mit Gefühl.

Wühl nicht in dieser Liebe rum,
drum war der Teil im Tode hier,
wir konnten nur nicht leben da,
nah war sich dieser Kuss zu kurz.

Sturz welcher beider Herz ereilt,
weilt dieser längst verstorbene Teil,
weil Jemand dort verstorben war,
nah kommt das Licht dem Tode nicht.

© Amy Herzog

übersehen, übergehen…

Die Worte kann ich nicht verstehen,
wie sie dort nur schweigend stehen,
so kann mein Herz ein letztes sehen,
während die Übrigen schon gehen.

Kurz noch um haltend Hände flehen,
und Tränenreich im Wind verwehen,
wo keines wird sich Wiedersehen,
und all das nur um das Geschehen.

Eines Gefühls schnell zu umgehen,
sie könnten wohl einfach gestehen,
doch leichter scheint, verlorengehen,
dabei den Schmerz zu übersehen.

 

© Amy Herzog

Eine Erinnerung…

Eine Erinnerung an die Wärme,
welche mich im Tag umfängt,
in der liebenden Umarmung,
wo das Glück den Anfang kennt.

Eine Erinnerung an die Nähe,
die mich in den Abend küsst,
und die lebenden Gefühle,
alle Zweifel schwinden lässt.

Eine Erinnerung an den Morgen,
der mir eine Nacht geschenkt,
durch Gedanken weiter treiben,
wo die Abschiedsträne lenkt.

Eine Erinnerung an die Zukunft,
die in Sehnsucht bleibt getaucht,
wo meine Seele nur erinnert,
und das Herz weiß, was es braucht.

 

© Amy Herzog

Wenn Meer entsteht…

Die Tränen fließen dort heraus,
wo die Gedanken zerrend quälen,
immer dann, wenn Uhren schlafen,
und die Zeiten nicht mehr zählen.

Die Zeiten zählen niemals mehr,
wo dann ein Herz am Boden liegt,
dort wo im Dunkel niemand fühlt,
wenn ein Gefühl zum Himmel fliegt.

Und kommt es erst im Himmel an,
dann füllen sich die Wolken gleich,
die Tränen, die ein Herz mal weinte,
beregnen fortan Meer und Teich.

 

© Amy Herzog

Traurig…

In wirren Gedanken
bin ich wortlos betrübt
doch wie immer geheim
fast könnte ich schreien
dieses falsche Gefühle
das nicht sollte sein

© Amy Herzog

Fahrtwind…

Was tief in meiner Seele ruht,
das bleibt auch dort verborgen,
mein Schweigen lässt es länger leben,
und stets in Wärme geborgen.

Zuweilen nährt es sich am Herz,
doch bleibt der Traum mein Traum,
ich spüre ihn noch durch den Schmerz,
grenzenlos in Zeit und Raum.

Selten wagt mein Mund zu sagen,
was tief die Seele spürt,
und wenn das Glück nach Hause kommt,
mich all das zu dir führt.

Und fahre ich dir immer näher,
dann wage ich doch nicht zu sagen,
nur das Gefühl, was so tief ruht,
ist im Fahrtwind leichter zu tragen.

 

© Amy Herzog

Hoffnungslos verloren…

Hoffnungslos habe ich mich verloren,
ging vom Herbst in den schneeweißen Winter,
von bunten Bäumen fallen Gefühlsblätter,
und ich stehe ohne Schirm darunter.

Inzwischen liege ich fast am Boden,
vom Schneeblatt bedeckt ist mir kalt,
ich liege hier mit nichts mehr zu sagen,
die Gefühle sind zu groß in dem Wald.

Mit letzten Kräften krieche ich voran,
die Gefühle sind leichter zu ertragen,
bis der Sommer die Blätter verweht,
und sie nur in der Geschichte auf mir lagen.

© Amy Herzog

Das Gefühl, das bleibt.

Gefühle, die ich niederschreibe,
wenn ich hier im Dunkel verbleibe,
treibt mich tiefer an düstre Orte,
aus tiefen Gefühlen werden Worte.

Mein Herz wandert wie benommen,
du hast es mir im Wort genommen,
Gefühle, die unbeschreiblich sind,
sie machen mich zuweilen blind.

Nur das Wort, das du mir gibst,
das Wort, das du besonders liebst,
es ist auch das, was in mir spricht,
mir zeitgleich doch das Herz zerbricht.

Doch sehe ich entfernt ein Licht,
von Herz zu Herz durch deine Sicht,
entschwindet mit uns an ferne Orte,
übrig bleibt nur das Gefühl im Worte.

 

(c) Amy Herzog

Unbedachte Worte…

Zu unbedacht herum gemacht,
mit Worten durch die ganze Nacht,
da hinten noch verstohlen lacht,
hier vorn schon steht mit seiner Macht.

Steht stramm gebunden an der Wand,
treibt mich bis an den dunklen Rand,
ich seh‘ zuweilen gar kein Land,
vor allem, weil ich Freude fand!

Das Wort zieht mich von Innen aus,
lässt die Gefühle strömend raus,
bin ich zwar sicher in dem Haus,
doch zucke wie ne kleine Maus.

Und es kann die Ängste sehen,
kann durch sich Gefühle fühlen,
das Wort, es kann im Innern wühlen,
und mich am Ende doch abkühlen.

 

© Amy Herzog

Lenkende Gefühle…


Am Abend, wenn die Nacht einbricht,

Die Sterne schicken Träume und Licht,

Die Seele nur noch Wahrheit spricht,

Ein großes Gefühl verbleibt im Gedicht.

 

Worte kommen aus meinen Gedanken,

Nachts, da kennen sie keine Schranken,

Sie können nur dem Herzen danken,

Das wahre Gefühle die Worte lenken.

 

Und wenn der Tag die Sonne bringt,

Musik dann nur viel leiser erklingt,

Das wahre Gefühl zum Abschied winkt,

Auf dass ihnen einst das Leben gelingt.




© Amy Herzog

Gefühlsmusik…

Sitz die Nacht still am Klavier,
und denke mich im Klang zu dir,
tanze schweigend über Tasten,
lasse Noten für mich sprechen.

Verbinde schreiende Gefühle,
bis ich keine Stunden zähle,
forme sie in Liebesworte,
schwinge mit an ferne Orte.

Der Ort ist nur erfüllt vom Glück,
als gäbe es dort kein Zurück,
schreiben Worte bis hin zu dir,
was ich wirklich für dich fühl.

Die Musik spricht Wahrheiten,
kein blabla, kein Rätselraten,
sie spricht nur das, was ich fühle,
das du sie hörst, ist was ich hoffe.

© Amy Herzog

Kampflos…

Mein Herz, es lastet viel zu schwer,
kann es kaum noch weiter tragen,
Gefühle breiten sich zu sehr,
den Widerstand kann es nicht wagen.

Viel zu schwach ringt es nach Luft,
doch versperren Lasten den Weg,
aus dem Wind reist noch dein Duft,
der aus meinen Gedanken nicht geht.

Verschließe meine müden Augen,
das Tor verschlossen, die Seele ertrinkt,
die Gefühle, du kannst die rauben,
ehe mein Herz nicht mehr erklingt.

Doch du nimmst sie mir nicht,
du lebst im gebrochenen Herzen,
breitest dich aus, ohne ein Licht,
und ich erliege den Schmerzen.

Den Kampf gegen diese Gefühle,
du hast gewonnen, ich gebe auf,
schwach kann ich sehen, ich glühe,
und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Dein Herz, ich behüte es in mir,
obwohl du bereitest den Schmerz,
reiche Kampflos meine Hand zu dir,
und warte auf dein schlagendes Herz.

© Amy Herzog

Schlag deines Herzens…

Ich spüre den Schlag deines Herzens,
durch meine Brust schlägt er so wild,
sehe dein Lächeln und deine Trauer,
vor mir dein so wunderschönes Bild.

Der Wind weht sanft durch dein Haar,
und auf meiner Haut streichelt er warm,
trägt unsere Seelen näher beisammen,
lässt uns behutsam fallen, Arm in Arm.

Spüre deine Seele und all deine Gefühle,
als seien wir ein Körper im selben Blut,
verbundene Herzen schweben im Wind,
und trinken die Liebe in kochender Glut.

© Amy Herzog

Warum es weh tut…

Ich weiß nicht, was ich empfinde,
was mich in der Nacht wach hält,
zitternd durch den Körper fegt,
und mir die Sterne noch erhellt.

Nur die Wärme kann ich spüren,
wie sie flattert durch den Bauch,
mich zuweilen lächeln lässt,
mir das Glück gedanklich haucht.

All das scheint so unerforscht,
ist es schön, oder doch nur schlecht,
schleicht die Kälte durch ein Fenster,
und ich frage mich, ist es echt.

Worte schleichen durch Gedanken,
weiter an meinem Herz vorbei,
zündet Flammen wo es flattert,
verzweifelt frag‘ ich was das sei.

Und dann spüre ich den Schmerz,
was gerade doch war noch gut,
Sehnsucht drängt sich einfach auf,
und es kocht das kalte Blut.

Zweifel an Gefühl und Wort,
bleiben, wenn der Morgen taut,
Angst und Herzschmerz bleiben,
nur das Flattern schwindet auch.

Das was bleibt ist Unwissenheit,
doch gleichzeitig kommt Erkenntnis,
warum das Herz nun doch weh tut,
bleibt am Tage kühl im Gedächtnis.

© Amy Herzog

Feuer…


in mir lodert ein feuer,

und mich begleitet die angst,

ganz so, als seis ein ungeheuer…

dabei bin ich es selbst die brennt,

sich in der liebe blind verrennt,

den ausweg nicht kennt,

nicht kennen will…

© Amy Herzog

Kein Traum wird genommen!


Das fürchten lehrt mich keine Nacht,

Die Sterne erhellen dunkle Straßen,

Deine Stimme in meinem Herzen wacht,

Als wir uns in Träumereien trafen.

 

Dann Blicke ich zum silbernen Mond,

Und weiß, auch du kannst ihn sehen,

Die Wärme tief im Herzen thront,

Nur du kannst die Worte verstehen.

 

Erst der Tag durchdringt den Traum,

Durchs Fenster schlurft die Realität,

Sie nimmt all wärmende Gefühle,

Und mit ihnen die träumende Naivität.

 

Nur die Hoffnung verbleibt in mir,

Die Nacht, sie wird wieder kommen,

Trägt mich im Traum ganz nah zu dir,

Nur er wird mir niemals genommen.



© Amy Herzog

Gemeinsam schämen…

Für meine Gefühle schäme ich mich,
Sie schlagen kreuz und quer, verkehrt,
Aus meinem Hirn zum Herzen an dich,
Doch habe mich noch stark gewehrt.

Sie fließen weiter, blind und unbedacht,
Schreiben über Block, Blatt und Papier,
Die Worte strömen hinaus bis zur Nacht,
Und selbst jetzt stehen sie weiter hier.

Eines nur haben Hirn und Herz gemein,
Sind sie sonst so verschiedener Meinung,
In Angst versteckt beginnen sie zu wein‘,
Fürchten sich vor der unsanften Landung.

Sie tragen stets eine gute Verkleidung,
Ein Lächeln überdeckt große Scham,
Versperren jedem Herzen den Zugang,
Und überleben im Schmerz mühsam.

© Amy Herzog

Augen aus eisblauem Meer…

In Deinem Herzen
sah ich eine Lücke klaffen,
und ich nahm es in die Hand,
zu unbedacht hat es stets Gefühlt,
stand mit dem Rücken zur Wand.

War es dann sich selbst überlassen,
allein in der verregneten Dunkelheit,
verteilte Worte in Deinem Herzen,
sie linderten Deine Schmerzen,
stärkten Deinen Geist,
tief wurde es berührt,
manchmal gar alle Sinne verführt.

Doch zählte ich die Stunden nicht mehr,
verlor mich selbst mitsamt meines Herzens
tief in Deinen Augen aus eisblauem Meer.

Mein Herz wurde schwach,
immer schwächer von Stunde zu Stunde,
irgendwann mich selbst
an Deiner Wärme gar verbrühte,
nur scheinen konnte ich noch Stark,
wo ich in meiner Brust die Schmerzen spürte.

War schier endlos in der Zeit gefangen,
umklammert von Sehnsucht,
von Träumen und der inneren Flucht.
Fand mich wieder in einem Gewühle,
meiner sprießend wachsenden Gefühle.

War mein Herz doch gleichzeitig leer,
ich fühlte mich nicht mehr, war gefangen,
in Deinen Augen aus eisblauem Meer.

© Amy Herzog