Seeleneiter fließt aus meinen Poren du garnierst mit Lilien und Salz und schlingst ohne Luft zu holen die Fleischeslust aus deinem warmen Schoß in die zwielichtigen Ecken deiner Haut es graut mir, zittert, flimmert tief durch die Äste meines Lebens und winselt, wimmert dir ein Lächeln ins Ohr trinkst es, wie den ersten Regentropfen nach einer verbrannten Nacht bleibt mir dies ein Albtraum schwitzend, dreht und wendet doch bin ich nicht mehr aufgewacht
– ein paar Tausend Tode gestorben die Gleichgültigkeit schmeckt nach vortäuschen einer Straftat (es hat sich niemand notiert) – einer ist mir geblieben und verschweigt die Wahrheit aber sie duftet nach freudestrahlendem Sprung aus Vierzigtausend Fuß ohne Fallschirm
Manchmal, wenn ich dran denke,
aber nur wenn auch eine Träne
in die Wunde fließt,
kommt’s mir vor, als wäre es erst gestern gewesen
und wünsche mir dann,
es wäre doch das gestern von morgen
Aber sag mal, sagst du Bescheid,
wenn es soweit ist, wenn es morgen ist?
Denn heute lebe ich nicht.
Sind alle meine Figuren schon tot
und ich sehe nur den Staub.
tränen verschweißen meine augen starre in verschwommenes schreibe in fingerspuren auf sandpapier glattgeschmirgeltes gedankengut albträume räumen die nacht und lassen die leiche spurlos verschwinden ich denke an nichts, nichts, nichts.. aber wenn ich wieder klar sehe atme ich tiefblutentkleidete furcht in deine kalte richtung
(furcht sitzt da, wo das herz verblutete) - der platz war noch warm
Handwerkskunst nicht die Fassung zu verlieren hübsch der Stuck am Ende wie eine zauberhafte Lüge ist mein Hirn verziert nähe mir etwas Spitze an die Zunge damit Worte nicht fallen wie die Asche meiner Zigarette bestaune eine Weile mein Kunstwerk schweige und zünde es an mit meinem letzten Streichholz verliere ich wohlerzogen meinen Verstand
Stehe unter Scheinwerfern auf einer Bühne so gigantisch dass mich niemand sehen kann ohrenbetäubende Schreie übertönen meine greifende Hand die Seelenstücke ziehen gebrochen an Gondeln vorbei ins Schlachthaus
Dieser tief verankerte täglich neue Wurzeln schlagende mit Spinnweben fixierte Harz tropfende im Mondlicht schimmernde stumm vibrierende zerfressende alles umgebende
In der Kälte tropft es im Rhythmus meines verschollenen Herzens auf nassen Beton aber ich bin nicht mehr nicht mal mehr Geschichte
Meine Bleiatmung zeichnet Schatten in bodenlose Schlaglöcher schnappt an scharfen Kanten nach Zärtlichkeit blutet aus meinen Fingern doch nur die Last aus meinem Herzen
unter Verschluss den Schlüssel in die Flut
hinter den Fenstern meiner Seele bleibt es schwarz es duftet nach unberührtem Schnee nach Ruhe und Sicherheit wie Illusion nach rosa Zuckerwatte vom Valentinstagsrummelplatz schmeckt
Hitze steigt aus meinem Aderlass in prickelnden Regenbogenblubberblasen und ein Platz ist noch frei steig dazu, solange mein Bad noch warm ist und der Schaum mein Wort bedeckt bis ich in der fernen Endlichkeit koaguliere
Die Zukunft liegt in verstaubten Urnen mein Mittelfinger wiegt den Ringfinger in den Schlaf und gewinnt das Spiel ich kleide mich in Diamant und werfe mein Ende in dein Augenglas das sterbende Lächeln wird in einer dunklen Ecke ein letztes mal Liebkost zum Nachtisch gibt es exquisite Tränen aus Herzblut und Rizin und heute Nacht verstopfen wir die Rohre mit der gottverdammten Liebe
Wenn Singultus klopft denkt jemand an mich und küsst… aber lassen wir das die eingeflößten Tumore füttern mein Gelüst und es hebt und bebt meine Zunge, meine Brust ein wenig Trug ein wenig Schluss dacht‘ ich lerne das laufen und spüre dass ich kriechen muss
Goldgelb, sprühend, sanft ausharren in deiner feinstaubig fahl und stiller Dürre trocknen wehende Dünen Tränen grämen sich nicht vor lauter in der Ferne regnenden sich abkühlenden Pfützen die mich wie Fata Morgana locken nein, stur harre ich aus meine Tränen sind trocken und ich begehre dich, mein Sand streichelst meine Wangen so wie mit deinem warmen Kuss dem unendlich weiten Nichts auch die Zeit verschwand
es ist schon sehr toll eine unbekannte, anonyme ja, so gestehe ich mir ein auch irrelevante unsichtbare, namenlose unterbezahlte (ah, moment mal…) gar nicht bezahlte geschundene, alte, kranke abschreckende in sich aufblühende, träumende dann wieder dahinsickernde, aufschlagende weinende, ertrinkende, schweigende aus leibeskräften schreiende unverständlich bleibend schreibende aus tiefstem herzen leidende fühlende, sehnende immerzu liebende dichterseele zu sein
hab mir die lippen blutig gebissen und hab’s nicht mal gemerkt stoß mich runter, liebster na los, festfest, mit einem ruck ich verspreche, ich schaue nicht zurück und bitte versprich du es mir auch mit letztem kuss von der klippe dann ist es vorbei, endlich
ich sage, dass ich mir die sonne wünsche doch sie brennt wie eine lüge auf meiner haut
die wahrheit ist ich ersehne den regenfall stark, fegend, den sturm wie hinter dem rauschen und pfeifen leise tropfen auf fensterbänken tanzen leere straßen, freiheit atmen
ich will triefende haare nasse wangen blaue lippen geschlossene augen kreuzende hände suchende perlen finden die sich ineinander winden
kalte kleidung, warme körper rennen, schutz suchend sich selbst im einander findend finden lachen, blicke, abschweifen wortlos enden lieben schlafen trocknen
Meine blasse Haut schmeckt nach Tränen einer sehnenden Jungfrau zaghaft, leicht, stark, schwach leckt jede feine Pore eine Sinnlichkeit die sich in meinen zerbrechlichen Augengläsern paralysiert
Meine blasse Haut erzählt eine lange Geschichte die niemand je zu lesen wagt wie ein Geist der Verderbnis, des Endens gelegentlich an meinen Ohren nagt und die Leidenschaft weckt
Meine blasse Haut ruft wie geschlüpfte Spatzen aus ihrem Nest ich aber bin ihm entfallen schutzlos und einsam in eurer lauten Welt und halte mich am Hunger fest
Zugegeben, hier wird wohl kaum jemand sein, der seine Werke im originalen oder mindestens in beliebiger Übersetzung nicht kennt, trotzdem wollte ich dies mal teilen. Dieses Buch wird nächstes Jahr vierzig Jahre alt, natürlich ist es nicht das älteste, das ich besitze, aber eines, in das ich immer mal wieder reinlese, obwohl ich es auswendig kenne. Dieses Buch erschien zum 30. Todestag. Ich bin jedes mal ein wenig traurig darüber, dass ich zu spät geboren wurde.
Ich bin da unfassbar wählerisch, wenn es hochkommt, kann ich höchstens eine Top 10 Liste erstellen, mit Lyriker:innen, die mich wirklich berühren und zum Teil auch inspirieren oder beeinflussen. Von einflussreich und extrem bekannt, bis hin zu kaum jemand kennt diese Genialität.
Nun, dieses Buch fand ich vor einigen Jahren in einem sehr staubigen, sehr kleinen und sehr vollgestopften Buchladen, in dem eine Frau gebrauchte Bücher verkaufte. Unscheinbar stand es in den oberen Reihen. Am liebsten mochte ich den Geruch in diesem Buchladen, eben nach alten Büchern. Für den Rest lasse ich Fotos sprechen:
Wann immer meine Finger bluten mein Liebster, lege ich sanft jedes totgefahrene Wort in dein leergetrunkenes kaltzerkratztes Gefäß schwerwiegendvolltrunken
Badend lege ich die Kleider nieder und mein Herz knistert dich gleichmäßig tief in meinen dunkelsten Traum aus Wahrheit, Lügen, Lachen, Gold und Rot
Und wann immer ich meine kleine Welt so achtlos und naiv in deine lege bist du mir Atlas, stark vom Sonnenschein geblendet und von meiner Sehnsucht betrogen
Dann mein Liebster, dann beginnen wahrhaftig meine Finger für dich zu bluten
bitte weck mich auf aus diesem elendsehnenden traum droge paralysiert herz krepiert und ich bin laufend high die gesittete welt lacht mich aus wie roter lippenstift an deinen rippen nagt aus mir krächzt nur der leise leidende hurenschrei
dem äther regnet’s glut brennt aus deinen totgesandten klauen auf blanker haut und könnt ich kleine liebe draus erbauen so weck mich endlich auf aus diesem elendsehnenden traum
melancholisch heiser singende stimme wiegt heut schwerer kratzt aus letztem loch geschlossene augen singen lauter vielleicht in deine wohung nur wie lange noch singe ich ein ganzes lied bloß erlaube ich mir danach trinke ich selbst die stimme klar und glaube mir das letzte nein, das so schwer wie tiefreißend in mir war
das ungesagte schwillt rasend an, gärt dringt nicht durch meine kehle und trägt ein gewicht aus tausenden regenwolken – es trinkt und nährt sich selbst
Sinkendes Schiff – ich habe mein Rettungsboot an Land gelassen und Felsen, ich schmecke Salz in meiner Seelenwunde Schotten Dicht!!! geschwind und verhülle die Wahrheit im Schweigen
Manchmal ist dein Untergang nur ein Hintergang ein schwerer Stein, mein Liebster – eine kleine Flucht die aus deinem Hinterkopf flüstert und wenn du dich traust dein Spiegelbild zu betrachten wirst du darin auch die Wahrheit über dich finden und eine erleichternde tiefe Umarmung
Suche nichts, mein Liebster was nicht gefunden werden kann kein Kompass ist dein und die Sternbilder blenden mein Herz in der Truhe am Grund des tiefschwarzen schimmert nur an der Oberfläche anmutig salzigblautürkis dein Herz aber muss schweigend still zwischen den Welten verloren gehen, leiden, enden wenn’s mein erkaltetes Herz schlagend finden will
Du aber bleibst meine einzige – die wahre Muse trinkend aus deinem Äther weil dein Herz so lieblich klingt in blutroten Küssen und der Scherbenschnee sanft meine Haut umschließt wenn ich es zerbreche dieses unerbittlich schlagende in abertausend Enden mir doch den Anfang schenkt wenn der große Mond die Erde küsst
So entsandte ich in einer letzten Träne das Fehlgeleitete Stück schnitt es aus meiner Seele lies es ziehen, fließen, treiben und es griff selbst zur See
Ich aber bleibe der Erde nah auf dass es [nie wieder] zurückfindet..
Ein dunkler Raum in zeitloser Zwischenwelt rastet in unendlicher grenzenlos Poren sickernder in hingebungsvollen entblößten Seelenkörpern durch Ewigkeit
Die Außenwelt zeigt wie Farben durcheinander aneinander vorbei verlieren und suchen vermischt in verbrauchten Stunden
Wir liegen darin suchen Liebe, Nähe, Sinn Bedeutung im bedeutungslosen Wahrheit in Lüge und im verschiebenden verschwiegenen die Mitte uns
Wir brauchen nichts in der Dunkelheit wir sind wir wie wir sind sind wir mehr Sterne, Ozean, Mond oder Pfütze
Fragen die hier nicht existieren in der Zwischenwelt wir sind klein wir sind die Mitte wir sind nackt wir sind eins wir sind wir
kalter Nachtwind kippt Fenster, Sehnsucht Lust, Gespenster und Regen klafft zwischen morschem Geäst während Schmetterlinge schlafen den Regen aber innen halte ich zurück
Violettem Sommerflieder gießt Leben und stößt den Duft um meinen liebenden Leib doch schwach, so schwach, so schwach schlägt meines gegen die raue weiße Wand deiner schweigenden Brust
Auf salzigen Lippen küsst ein zarter Schatten meine Wunden endlich blind und taub versinke ich im weichen arktischen Fleisch und ich bilde mir ein letztes mal ein es wär ein liebender Teich
Taumelnd fliegen Träume in seichten Gewässern doch in deinem sticht jede Welle gegen splitternden Fels und wenn ich jetzt für immer falle dann bleibe ich wohlig in dir
Doch nur leise stöhnt der Wind wie ich deinen Körper an meinen Presse spüre ich näher zitterndes Ende der meinen Regen in seiner Hand aus deiner kalten Welt kippt
Die Lust fällt im Sonnenaufgang früher und du, der Kalte, singst dein Lied auf abgenutzten Schallplatten zerkratzt, wie ich wortlos im Rauch des Eises verblieb
Selbst meine Abgründe zeichnen sich in deiner Seele und du machst daraus Gold wenn ich fließe bist du mein Fundament und wenn ich an dich denke dann an ein Leben mit Lachfalten in jedem Winkel selbst im geteilten Leid und wenn Ehrlichkeit duftet dann nach Freiheit nach Zuflucht Sicherheit Erde
Ich bin keine schöne Frau! hashtag: der Charakter zählt, nur der Charakter zählt – such ihn woanders ich kann gerade bis drei zählen: eins, zwei, zweieinhalb, zweidreiviertel
Fernweh will Meer am Strand Zuhause sammeln um’s im Schrank einstauben zu lassen, loszulassen fallenzulassen
Da ist wohl: Bedeutung die schweigt Da ist wohl: eine einzige Nacht die ankommt und nicht Da ist wohl: mein geschundenes Herz adipös
/Wegen Überfüllung geschlossen/
bei drei wählt mein hashtag: Chirurgie für allerlei das limbische System wird entfernt und ich reibe mir den Staub auf die wunde Haut
es häutet mich
von innen
wie von sinnen
haftet in blauen venen
gefrorenes blut
und mein lautes sehnen
ruht nunmehr ohne
punkt und ohne komma
in endlosen sätzen
oh wortlos schlagender stein
so höre ich noch
mein kratzen und ächzen
hunger
hunger
hunger
auf leisen sohlen
das lächeln gestohlen
wohlig durch die eingeweide
in tiefer umarmung
gegen eisblock
innen
außen mehr tot als lebendig
spiegelbild lacht aus
und klatscht nen Filter drauf
lügt von wahrheiten
wo die stimme
schweigt
angst
und hunger immer
hunger
hunger
hunger
Mal Safespace: gesellschaftskonform unverpackt nackt und ehrlich lässt sich Liebe nicht anketten nicht besitzen ob du Pan, Trans, Hetero bist und was es sonst noch alles gibt Hauptsache viel Buntliebe erzähle mir, wenn du neues erfindest oder drauf stehst, dein Stofftier zu knutschen so vieles ist verpönt beim Stockimpopöchen und dann wird von lieblos geredet in der Polyamorie aber: tagtäglich tausendfach Kriegsfotos sensationsgeil bestaunen nachdem man den Partner beschissen hat ist ok
geben wir dem Alkohol die Schuld und schieben den Stock tiefer damit es nach außen hin hübsch glänzt
mein betrunkenes herz aber fühlt, verliebt und zerbricht allein wie das zwitschern eines einsamen vogels der auf dem weg gen süden erfriert weil er zu lang gewartet hat
heute ruft stille in mir offen und verwundet die nackte liebe begreifen schweifen, beben, irgendwo stranden nicht mehr und nicht weniger als leben und landen wiederfinden in weit entfernten sternen von lust trinken tiefer sinkend liebe finden die stille sterben lassen
in der schwebe glühender sonne einer seele verbrannte ihre haut mit ein paar krümeln tabak und dem sperma unbedeutender männer vor denen sie davonrannte
danach immer danach
der kadaver aber kann noch rotzen gar dem azrael trotzen während ausgehungerte nekrophagen im sturzflug die messer wetzen
zu lieben im brachland aber gleicht ihren zurückgehaltenen tränen sie schweigen von wahrheit tänzeln mit müden knochen um exsikkose
wo losgelassene nur ihren durst bezwingen und geigen von verlogenen illusionen singen
Auf meinem Rücken
lasten die Spuren deiner und meiner
Lust wie warmes Gestein
gefesselt von deinem
Willen – gefangen
beschützt
in deinem Arm
ergebe ich mich, errege
im Bewusstsein unserer Bindung
befreite Seele
besitzt du meine Haut, mein Fleisch
in tiefer Berührung
wie ich durch deinen Augenblick
schwebe
mit einem einzigen Winter gefriert das Herz und zerbricht wohl brechen Scherben zauberhaftes Licht berühren jedoch, kannst du es nicht und so schnell der Winter auch von dannen zieht ist es dein blutend warmes Herz das kein Heim und kein Licht mehr sieht wenn die gleißende Sonne den Meeresspiegel ins Ende küsst
Autobahnrauschen klingt nach Meer in der Ferne heult ein Hund und gibt meiner Seele eine Stimme Mondlicht schimmert sanft durch den dichten Kastanienbaum Grillen singen ihr Nachtlied wie ein traurig blaues Liebeslied das mich lächeln lässt
deine Beine fühlen schwerstes Blei
so höre ich wohl deinen Schrei
scheuern tiefer sinkend scharfe Ketten
auf ausgezehrten Knochen
hängen, ziehen goldverzierte Truhen
all meine Geheimnisse
lasse ich tief und tiefer in dir ruhen
und du willst
doch kannst sie nicht
erreichen, brechen, lesen, bleichen
meine Sickergrunbenseele
unergründlich
Kopf verdreht, die Glieder taub
so schwer dein Herz
verendet zehrend, liebend, leidend
in meiner Handvoll Staub