Schmerz

Was will das Herz?

Ich lese deine schwarzen Worte,
und frage mich nur noch „warum“,
so unnötig sind all die Wunden,
doch bleibe ich nur weiter stumm.

Ich sehe noch in meinem Herzen,
wie sich das Glück mit uns verband,
die Reise ohne diese Schmerzen,
sie war gemeinsam Hand in Hand.

Ich sehne nur nach diesen Zeiten,
und frage mich noch einmal still,
warum kein Glück, nur Seelenwunden,
was ist es, was das Herz denn will?

© Amy Herzog

Starke Worte..

Niemals wieder Schmerz empfinden,
hast du aus starkem Wort erbaut,
so einfach Glück und Liebe binden,
hab ich auf deinen Blick vertraut.

Aus deinen Augen sprach die Seele,
und ich ein jedes Wort verstand,
so einfach wie das Schicksal wähle,
doch einfacher in Angst verschwand.

Dein Herzschlag ward zur Traurigkeit,
und ich stand ratlos, still zur Wand,
die Sehnsucht nach Unendlichkeit,
mein Herzschlag bleibt in deiner Hand.

Und lausche ich nun meinen Schmerzen,
die Wahrheit doch erkennend noch,
so denk ich fest an’s Glück der Herzen,
bis zum Sturz ins Schwarze Loch.

© Amy Herzog

Sommerschluss…

Müdigkeit weht durch den Sommer,
trägt mich hin zum kühlen Herbst,
liegt das Meer schon unter Wolken,
die du für mich schwarz verfärbst.

Doch ich schlafe ruhig und selig,
bis der Winter bricht herein,
klettere durch tausend Stürme,
und bin doch am Schluss allein.

Gedenke ich noch all der Stunden,
die der Sommer zeichnen lässt,
an das Glück aus meinem Herzen,
ehe mich das Licht verlässt.

© Amy Herzog

Was übrig ist…

Meine Seele zu beschreiben,
wo doch niemand mit ihr singt,
unvollständig muss sie fürchten,
dass sie in der Nacht ertrinkt.

Nur die Maske, undurchdringlich,
lacht so laut – voll Heiterkeit,
doch der Ort der halben Seele,
flüstert von der Einsamkeit.

Mittendrin schlägt die Ruine,
messerscharf die Felsen sind,
fließt das Wasser für die Tränen,
ohne warmen, frischen Wind.

In der Unvollständigkeit gefangen,
leer und kalt verbleibt mein Raum,
draußen spielen fremde Lieder,
hier in mir verstirbt der Traum.

© Amy Herzog

Gedicht von Ferdinand von Saar

Wer einmal einen tiefen Schmerz erlitten,
Ist nicht mehr jung. Bis dahin war er’s,
Und hätte silberweiß sein Haar bereits
Den tiefgebeugten Scheitel ihm umglänzt.

Wer zählt die Jahre, wenn er glücklich ist?
Er lebt und weiß nicht, daß er lebt.
Der Schmerz erst ist die Grenze, wo wir weinend
Zurück und schaudernd vorwärts blicken.

© Ferdinand von Saar

Ich bin nicht sicher…

Ich bin nicht sicher
bin ich noch da?
wo einst das Glück in Strömen floss
ist nichts mehr wie es war

Ich bin nicht sicher
bin ich denn tot?
der Geist meiner lechzenden Seele
schreit noch große Not

Ich bin nicht sicher
bin ich gefallen?
die Kammern meines leeren Herzens
hören lauter Scherben fallen

Ich bin nicht sicher
bin ich am Leben?
wo einst mein Glück in Strömen floss
bin ich betäubt am schweben

© Amy Herzog

Vermissen

Seit du aus meinem Herzen bist,
(doch kann man das so sagen?)
so wird dein Herz zu sehr vermisst,
ich könnt‘ gar um mich schlagen.

Ich denke an die Zweisamkeit,
(es war gewiss kein Traume!)
ein Bad in der Unendlichkeit,
ertrank im schwarzen Schaume.

Doch seit du aus dem Herzen bist,
(du hast dich mir entrissen…)
wird irgendwas noch mehr vermisst,
es schläft mein Herz – zerrissen.

© Amy Herzog

Das Salz auf meinem Herzen…

Das Salz aus einem weiten Meer,
es brennt in meinem Herzen,
ganz ohne Liebe viel zu schwer,
ertrinkt in seinen Schmerzen.

Nur eine Träne fließt durch Rauch,
den Vorhang meiner Seele,
der Schwermut zittert sie heraus,
durch meine schreiend Kehle.

Die Weite doch bleibt ungeweint,
im Schatten meiner Liebe,
sie bleiben hier im Wort gereimt,
worin ich mich noch wiege.

© Amy Herzog

Das Schweigen des Liebsten..

Die Lippen mir zittern,
zum Schweigen verdammt,
so fühlt sich das Herze,
als sei es verbannt.

Ein warten im Wasser,
auf Luft oder Not,
die Worte des Liebsten,
erbauten das Boot.

Doch Schweigend der Liebste,
es gleicht einem Tritt,
das Wort, das dann folgend,
dem tödlichen Schnitt?

© Amy Herzog

Meines Herzens Gift..

Tief in eines schwarzen Traumes
trank ich meines Geistes Gift
mein Herze doch ertrank im Leide
auf dass es auf mein Ende trifft

Gezwungen ward ich zu dem Traume
der Seele Kränklichkeit erdrückt
so bliebe mir in meinem Schmerze
im Gifte noch die Liebe glückt

So lag ich noch in deinem Schoße
doch sah ich darin keinen Grund
ich schlief in meinem Traume sanft
und nahm der Liebe ihre Stund

© Amy Herzog

In der Stille

Ach wenn doch jemand höre
mein Ächzen danach flehe
nicht länger mehr mein Herze
die Hoffnung in sich sehe

Allein im Schrei der Leere
was ich dem Nichts entsenden
der bunten Welt gar zeigen
im Traum sich Blätter wenden

Nur wenn doch niemand höre
was ruft hier laut mein Herz
so bleibt in all der Stille
das Leben tief im Schmerz

© Amy Herzog

Vor dem Sturm…

Die Wolken fliegen immer schneller,
doch Schwebe ich im Wind allein,
und fürchte mich vor dem Gewitter,
wann wird es nur gekommen sein?

Die Wolken wollen mich nicht halten,
sie lassen mich im Nichts zurück,
und wie sie mit den Worten flüchten,
so lassen sie mir nicht mein Glück.

Die Wolken bauen tausend Stürme,
doch noch sind die Gefühle mein,
ich schließe in dem Wind die Augen,
und schlafe ohne Furcht dann ein.

© Amy Herzog

Von der Schneeflocke..

So kann ich in die Zukunft blicken,
der Regen spiegelt schon mein Bild,
am blauen Himmel kann ich sehen,
das Wetter wird ganz langsam mild.

Und glitzert neben mir die Pfütze,
so dicht daneben schmilzt mein Eis,
die Ecken werden immer runder,
sie knistern leise, was ich weiß.

So werde ich im Meer verschwinden,
ganz einfach aus dem Weg geräumt,
und all die kuschelweichen Winter,
sie wurden nur von mir erträumt.

© Amy Herzog

Nur das Meer kennt…

Nur das Meer kennt meine Tränen,
wenn die Flut mich überrollt,
in schwarzer Tiefe liegt die Wahrheit,
wenn ich doch daran glauben sollt.

Nur das Meer kennt meine Stimme,
wie sie zu oft einfach schweigt,
und tief verborgen liegt mein Kämpfer,
wenn die Angst im Innern steigt.

Nur das Meer kennt meine Sehnsucht,
und sie spricht durch diese Flut,
bis sich irgendwann die Schwärze,
glänzend zeigt, so wird es gut.

© Amy Herzog

Eule & Baum… (3/3)

Im weißen Kleid aus leichten Federn,
ist starr mein Blick zum Ziel gericht,
vor lauter Wärme, Glück und Liebe,
verlier ich doch nun meine Sicht.

Der Baum auf dem ich sicher warte,
so bricht der Ast auf dem ich wohn‘,
und plötzlich schlägt ein fester Stoß,
das brechend Herz als letzten Ton.

Im Schmerze hilflos nun am Boden,
verklebt, voll Matsch, mein Federkleid,
die Wärme, einst vom Baum gegeben,
sie endet hoffnungskalt im Leid.

© Amy Herzog

Wo ist der Anfang und wo ist das Ende?

Wo ist der Anfang, wo ist das Ende,
wann erlöst mich die rettende Wende?
Mein Kopf, noch steht er seinen Mann,
und fragt ob mein Bauch kämpfen kann.

Nervös und laut erschlägt mein Herz,
voll Panik, doch woher der Schmerz?
Aus meiner Stirn tropft Schweiß aus Eis,
als stünd‘ darauf, was mein Herz weiß.

Zweifel kitzeln durch die Nerven,
könnt ich nur die Angst verwerfen,
lässt mich all das zu schnell laufen,
und mein Kopf kann nur noch rauchen.

Auf den Bauch soll man vertrauen,
doch kann er auch auf Liebe bauen?
Wann erlöst mich die rettende Wende,
wo ist der Anfang und wo ist das Ende.

© Amy Herzog

Kein Traum…

Mein Albtraum wandert durch die Tage,
die Kirchenglocke stumm zerbricht,
auch die Vögel zwitschern schweigend,
und Sonnenstrahlen blenden nicht.

Alles um mich wirkt verschwommen,
nichts und niemand zeigt den Sinn,
wer küsst mich in den guten Morgen,
wenn ich hier ganz allein nur bin?

Mein Albtraum wandert ohne Pausen,
Tag und Nacht geküsst vom Schmerz,
und langsam muss mein Auge sehen,
es ist kein Traum, gebroch’nes Herz..

© Amy Herzog

Mein Herz im Winter…

Mein Herz erfriert im kalten Winter,
der warme Raum so blau zerbricht,
nur schläft im schwachen Atemzug,
darunter Schnee und Stürme nicht.

Die Risse tief durch Wände ziehen,
und Schutz liegt nur in weiter Fern,
so würde, wenn ich könnte, fliehen,
in Dunkelheit nur schläft der Stern.

Mein Herz erfriert im kalten Winter,
doch eine letzte Kerz‘ noch brennt,
nur wenn die Flamm‘ erloschen ist,
es unterm Schnee ein niemand kennt.

© Amy Herzog

 

 

Mode?

Depression, die Unscheinbare,
die Masken fest im Arm,
ein treuer Freund geblieben ist,
gefälscht zwar hält sie warm.

Depression, so wie sie glänzt,
im Stillen Tränen schweigen,
sie malt ein Lächeln aufs Gesicht,
wo Herz und Seele leiden.

Depression, das neue Schwarz,
die niemals endende Mode,
sie reißt noch in ein tiefes Loch,
begleitet bis zum Tode.

© Amy Herzog

Im Winter..

Wie trägst du doch den Winter,
so einsam singend durch die Nacht,
ertrinkst in deinem Tränentraum,
wenn jener Schmerz sodann erwacht.

Wie trägst du dich in Träumen,
denn laut dein Herze leidend weint,
so fliehst du vor dem Inn’ren Wort,
zu weiß und taub die Hülle scheint.

Wie trägst du noch die Worte,
so schwer und doch verlassen leer,
im Kalten bleibt die Liebe stumm,
das Herz im Winter singt nicht mehr.

© Amy Herzog

Das blaue vom Himmel…

Honigsüßes wortgewandtes Blattwerk,
trägt mich mühelos durch Wind und Zeit,
und schlaf ich töricht tief in grünen Düften,
scheint der Weg auf grauen Steinen weit.

Und tragen Wolken nur ihr weißes Kleid,
schon seit ich dachte, dass ich denken kann,
darunter singen Himmelsworte strahlend,
grau doch, wenn der Regen dann gewann.

So luftig trägt doch manchmal der Moment,
doch wo nur leben Träume wenn sie rennt,
die Zeit, die mich umgarnt mit ihren Worten,
wenn Regen fällt doch niemand mehr erkennt.

© Amy Herzog

Der letzte Abschied.

Die letzte Umarmung:
irgendwie trägt sie alles,
was uns fest verband.
Und doch haben wir uns
in langsam wachsender
Kälte blind verrannt.

Der letzte Augenblick:
ein wenig Wehmut hält
das letzte Bild von uns.
Von unserm warmen Zelt,
doch reicht er nicht mal
für eine kleine Träne.

Der letzte laue Wind:
legt sich sanft zwischen
unsere entfernten Welten.
Traurig – wohl irgendwie,
wo doch keine Gedanken,
lassen mich schwanken.

© Amy Herzog

Maskenball..

Auf dem Maskenball des Tages,
schläft im Herz die Dunkelheit,
reißt mich in die tiefsten Nächte,
zurück bleibt kalte Einsamkeit.

In der Kälte schlägt es weiter,
sucht das Herz sein kleines Glück,
doch der Einbruch jeden Tages,
wirft mich aus dem Traum zurück.

Bleibt mir in der Eiseskälte,
nur der Wunsch nach Sonnenlicht,
doch im Schutze meiner Maske,
fand ich dieses Glück noch nicht.

© Amy Herzog

Eine Träne..

Tausend Gründe für die Tränen,
doch fließt nur eine zart und klein,
übrig bleibt ein falsches Lächeln,
und dieses Herz, es liebt allein.

© Amy Herzog

Nur der Traum..

Die Schmerzen lähmen die Sekunden,
mit jedem Herzschlag der vergeht,
und wo die Scherbe in den Wunden,
mit Tränen vor dem Ende steht.

Die Tränen lassen mich ertrinken,
wie könnt‘ ich dort noch sehen – klar,
so kann ich nur noch tiefer sinken,
gar rückwärts träumend, wie es war.

Wie kann die Zeit hier weiter gehen,
wenn doch die Dunkelheit zerfrisst,
kein Wind kann in die Zukunft wehen,
bleibt nur ein Traum der noch vermisst.

© Amy Herzog

Schweigendes Wort

Ich spüre diesen bitt’ren Schmerz,
und flüstern Worte durch die Luft,
so rinnt das Blut aus meinem Herz,
entfacht des Rosenblütens Duft.

Doch hielt ich sie gefangen hier,
so gleich kommt jeder Dorn zu nah,
und sticht erneut ins Herze mir,
den Duft im Worte, was einst war.

Nun fließt das Blut ins blaue Meer,
und trägt die duftend Blüten mit,
ich ruhe hier, und denk‘ zu schwer,
was mein verschwiegen’s Wort erlitt.

© Amy Herzog

Wie ein Kind

Wie ein Kind in deinen Augen,
versinke ich im Schein und Meer,
kann ich nicht der Liebe glauben,
glaubst den kleinen Zweifeln mehr.

Wie ein Kind in deinem Herzen,
erblinde ich im Rauch und Schaum,
helfen Träume gegen Schmerzen,
spüre ich dort die Liebe kaum.

Wie ein Kind in deinen Worten,
trinkt mein Herz die Verliebtheit,
bleibt doch klein an deinen Orten,
fehlt in Wahrheit doch die Zeit.

© Amy Herzog

Das nennt sich dann ‚Frei‘..

Zerfrisst kein Wort mein fades Gesicht,
als fehlte uns dort jegliches Gewicht,
schaut doch der Wahnsinn nach rechts,
und lässt mich allein, nur ohne ein Licht.

So zwingen mich die Tage zum trinken,
kann ich nur in deinem Bild ertrinken,
giftig wohl – doch fügt sich Nähe ein –
nur am Tage trink‘ ich mich nicht rein.

Wo selbst mit jedem Tag ein jeder Wein,
fühlt sich mein gefüllter Magen nur allein,
Zitronenduft erfüllt – nur niemals genug,
brennt Leidenschaft den letzten Betrug.

Als rauchte mein Herz nicht mit Hirn,
sondern trank stets das wortloses Gift,
aus Wolkentänzen und Dämmerkrug,
bleibt Sonne, kein Wein, und nichts genug.

Und das nennt sich am Ende dann ‚frei‘.

© Amy Herzog

 

Warmes Ende..

Wie brennend mein Verlangen küsst,
zwischen samtig schwarzen Feldern,
so fesselt deine Sinnlichkeit und Lust,
den zarten Schmerz in meinen Adern.

Und schmiege ich in deinem Moment,
bleibt die Antwort stets ein Schweigen,
und doch unter festkettenden Decken,
erklingen mit Vorfreude Herzensgeigen.

Überkommt mich kalt der Windeszug,
und stürzt mich sicher in deinen Arm,
doch fordernd ahnt ein strenger Blick,
wird kalter Schmerz am Ende warm.

© Amy Herzog

Verstorbene Teil

Kalt ist der längst verstorbene Teil,
weil er doch längst verstorben war,
nah war wohl irgendjemand dort,
fort verschwand am Schluss Licht.

Nicht etwa, weil der Tod dort ist,
vermisst ein Irgendjemand dort,
bohrt dann aber noch lieber nach,
brach zu gewiss ein kleines Herz.

Schmerz verspürt sogar der Tod,
Not könnte schreien im Geschweig,
zeig einmal nur, ist dort das Licht,
nicht zu verwechseln mit Gefühl.

Wühl nicht in dieser Liebe rum,
drum war der Teil im Tode hier,
wir konnten nur nicht leben da,
nah war sich dieser Kuss zu kurz.

Sturz welcher beider Herz ereilt,
weilt dieser längst verstorbene Teil,
weil Jemand dort verstorben war,
nah kommt das Licht dem Tode nicht.

© Amy Herzog

Sterbende Augenblicke

Die Liebe in Momenten schwebt,
als lebt mein Herz in Ewigkeit,
nur wenn es wieder leiser schlägt,
dann höre ich, es kommt die Zeit.

Mit jedem Augenblick der stirbt,
bricht auch ein Stückchen Herz in mir,
wie lang es dennoch weiter kämpft,
das zeigt die Zeit, wenn ich verlier.

So wartet stets mein krankes Herz,
bis deine Liebe nicht mehr rennt,
und der Moment in Wahrheit weilt,
im lauten Klang die Zeit benennt.

© Amy Herzog

Und wie ich liebe, …

Und wie ich liebe, nicht –
was nie war, doch begehre,
das Licht, das um mich strahlt,
doch nie gewesen, nie geschah.

Und wie ich liebe, nicht –
so laut geschrieen, ungesagt,
die Herzen bis zum Himmel ragt,
doch nie gesehen, ohne Licht.

Und wie ich liebe, nicht –
die flüsternde Leidenschaft,
in Lücken tief im Herzen klafft,
ungesehen, ungesagt, dahingerafft.

Und wie ich liebe, nicht –
ein Fall in Arm, Warm und Sucht,
nur eine Flucht in Phantasie,
doch passiert die Liebe nie.

Und wie ich liebe, nicht –
vom frei sein zu leben, schweben,
schwere Sehnsuchtslasten heben,
ohne Beben, heimlich, stumm.

Und wie ich liebe, nicht –
drum Worte auch verenden,
wird die Liebe sich nicht wenden,
nur schweigend im Kusse enden.

Und wie ich liebe, nicht –
das Wort, im warm, im Kuss,
ungewollt und nie geschah,
wo das Herz verlassen muss.

Und wie ich liebe, nicht –
man merkt, es will nicht enden,
hoffen auf Hoffnung, Zukunft, Licht,
bis zum Schluss dem Himmel senden.

(c) Amy Herzog

Sinnverhext…

Gespeist die Sinne in der Tiefe,
als wenn ich lautstark danach riefe,
doch bleiben Worte mir nicht frei,
weil’s noch verhext im Innern sei.

Vertraut wohl noch im Angesicht,
im Sinnenrausch der Liebe spricht,
verzaubert bloß in weiter Fern,
der fremde glühendheiße Stern.

Ergeb‘ ich mich in dieser Pracht,
gar wundervoll verheißte Nacht,
der Duft des Donners hält zu fest,
und sinnverhext nicht gehen lässt.

© Amy Herzog

Nimm…!

Sieh her!
Ich bin nicht
zittern rasend Bienenflügel,
fliegen kann ich nicht.
Nackt, verdreckt
mit Schlamm bedeckt.
Gib sie mir!
Die Maske, die mein Alt bedeckt.

Alt!
Bin ich…
Verbraucht wo Falten
Narben sind.
Die zeigen nur
– keine Angst.
Verlauf dich nur auf den
Spuren
des rot gemalten
Labyrinths des Lebens.

Leben!
Was Leben,
ist das sinnvoll?
Mitten im tun,
des Sein im nichtstun.
Am Ende geht’s dahin,
der Tod kommt, lauf!
Er mag’s qualvoll.

Warte!
Ich bin noch nackt.
Demaskiert.
Sieh her, mein Alt und nimm
wonach dir dein verstaubter Sinn
steht.
Dein Sinn.
Nimm.

© Amy Herzog

Liebesangst…

Angst mich weiter zu verlieben,
Ehrfurcht vor der großen Macht,
könnt‘ ich mich darin verlieren,
und feststecken in der Nacht.

Könnte ich mich dafür hassen,
für mein furchtlos Liebesherz,
was es hat passieren lassen,
reicht mir hin den kalten Schmerz.

Doch das Herz liebt heiter weiter,
Rücksicht sei ihm unbekannt,
wählt es sich den Herzbegleiter,
den es dann beim Namen nennt.

 

© Amy Herzog

Sternentraum…

Ein Flug zum Himmel hoch hinauf,
die Wolken küssen im Sonnenlicht,
dort schmiege ich mich sanft hinein,
mein Herz sieht dort nur dein Gesicht.

Doch bricht die tiefe Nacht hinein,
und Wolkenlos fall‘ ich samt Herz,
so kalt und dunkel mich umwirbt,
der tiefe dunklere Seelenschmerz.

Ein Schweben zu den Sternen bleibt,
dort wo meine Erinnerungen liegen,
der Schmerz der Nacht nun innewohnt,
werd‘ ich mit Sternenträumen fliegen.

 

© Amy Herzog

Schwarzes Herz

Kämpfend im Fluss
bin ich im Herzen schwarz
Sehnsucht nach Leben
Schmerz und Haut und Kuss

Ertrinke ich im Fluss
wie staubiges Land

– und suche ich dich…

Denn ich bin ewig
zur Liebe verdammt

© Amy Herzog

Stechendes Herz…

Ich spüre, wie es sticht…
Mein Herz weint bitterlich
süße Tränen, und wie sie rinnen
über mein Gesicht – und beginnen
dröhnend, kreischend zu schreien
willens sich aus dieser Gruft zu befreien
in ferne Gezeiten zu reisen, flüchten
fern, nur fern von deinen Gerüchen
vom Herz aus abertausend Brüchen
doch es sticht, und versperrt jede Sicht
weint bitterlich – ganz ohne ein Licht
einsam im Nebel… ohne Gewicht…

© Amy Herzog

Verschenkte Herzhälfte…

Meine Seele ertränkt
im silbern glänzenden Blut
ertrinkt das halbe Herz
anders, kalt verbleibt
der schmale Rest

Vermag ich kaum
ein helles Licht zu fühlen
nur den Schmerz zerrissen
einsam in meiner engen
Brust ertragen

In Sehnsucht
schwer an dich zu denken
mein Herz weiterhin zu schenken
wortlos, ruhig verbleibe ich
ertrinkend, leise, einsam
geht die Reise weiter

© Amy Herzog

Einsamkeitsgesang…

Erklang tief in meiner Seele,
sanft der Einsamkeitsgesang,
doch zu ängstlich vor der Macht,
so dass ich in die Tiefe sprang.

Rannte vor dem süßen Schmerz,
der mich am bunten Leben sang,
ohne Spur der Einsamkeit,
so dass immer tiefer sprang.

Doch in der Tiefe bin ich jetzt,
so schwarz dunkel ohne Liebe,
was mich trifft ins blutend Herz,
nur Schmerz und Peitschenhiebe.

Denkend an den Song zurück,
voll tränenreicher Liedsehnsucht,
hätt‘ ich bloß das Lied geliebt,
dann wäre ich nicht auf der Flucht.

Diese Angst hat’s mir entrissen,
alles Bunte weilt zu fort,
hier der kalten Tiefe Schmerz,
der mich kettet an diesen Ort.

 

© Amy Herzog

Luft…

Mein glasiger Blick
in starren Ketten gefangen
leblos sinkt der Geist in seine Gruft
und Ohnmacht hüllt mich ein im falschen Hass
der Schmerz doch riecht noch deinen Duft
küsst noch, kratzt und weint, schreit,
verwelkt mein leeres Herz
und ringt um Luft..

© Amy Herzog

Wunden…

Tränenbedeckte Ecken und Kanten,
niemals perfekte beflecke Fassaden,
Seelenschmerzen mit Fehlern verbunden,
unsichtbar schweigen voll innerer Wunden..

© Amy Herzog

Sei still! 

 

Ich wünsche mir zu dieser Zeit,

mein Herz dürft einmal sprechen,

doch wird es mit „sei still“ gestraft,

und muss am Wunsch zerbrechen.


© Amy Herzog

Liebendes Auf und Ab…

Im Wechsel zwischen Trauer und Glück,
wünsche ich mir mein Leben zurück,
Gedanken, die mein Herz verschlingen,
verwelktes Leben – um Luft muss ich ringen.

Doch kann ich diesen Schmerz nur lieben,
kann er mich noch am Leben erhalten,
zu oft kann ich nur kraftlos liegen,
wenn die Gedanken an dich siegen.

So hört doch endlich damit auf,
Gedanken, die ihr seid zu Hauf,
gib mir mein schmerzend Herz zurück,
und lass mich spüren etwas Glück…

 

© Amy Herzog

Kerze…

Das lauter Nichts
einer brennenden Kerze
die dort auf einer Stelle tanzt
und nach Verbundenheit sucht..
Um sie herum zertrümmertes Herz
das niemals mit dem Feuer zerrinnt
denn sie badet schon im Schmerz..

 

© Amy Herzog

Wärme ohne Schmerz..?

Die Wärme brachte das Gefühl,
der Wind wehte die Liebe mit,
dein Wort am Ende setzte dann,
dem Herzen einen tiefen Schnitt.

Die Kälte fror das Herzchen ein,
es setzte ein der kalte Schmerz,
und als ich dann zu wein‘ begann,
spürte ich gebrochen mein Herz.

Der Schnee rieselte sanft hinab,
und legte sich so schützend auf,
unter der Decke fühle ich nicht,
nehme den Schnitt leblos in kauf.

Das tote Herz, es spürt dich noch,
denn du hängst weiter tief darin,
doch fühlt es diese Schmerzen nicht,
als schenkte Schnee mir einen Sinn.

Schwelgend in der Erinnerung,
sehnt sich nun mein kaltes Herz,
nach deiner Wärme, die es taut,
doch gibt es diese ohne Schmerz?

 

© Amy Herzog

Das kleine Herz…

Die Seele brennt im alten Schnee,
zwei Namen im Sonnenschein,
das kleine Herz, es ruft und springt,
doch funkelt es ganz allein.

Es fallen die neue Flocken schon,
dem eisigen Sonnenuntergang,
es knistert, rauscht im Nebelschein,
aus der Ferne dein Gesang.

Das kleine Herz im Scherbenmeer,
als täte die Erinnerung weh,
doch legt sich samt und weich dazu,
über allem der neue Schnee.

 

© Amy Herzog

Hier, mein Herz…

Grafik

Ich werfe dir mein Herz,
hier gleich auf die Erde,
und gebe was du liebst,
nämlich nur diese Scherbe.

Du musst nicht mehr bleiben,
dein Werk ist vollbracht,
du hast mich zerbrochen,
und am Ende gelacht.

© Amy Herzog

Fahrtwind…

Was tief in meiner Seele ruht,
das bleibt auch dort verborgen,
mein Schweigen lässt es länger leben,
und stets in Wärme geborgen.

Zuweilen nährt es sich am Herz,
doch bleibt der Traum mein Traum,
ich spüre ihn noch durch den Schmerz,
grenzenlos in Zeit und Raum.

Selten wagt mein Mund zu sagen,
was tief die Seele spürt,
und wenn das Glück nach Hause kommt,
mich all das zu dir führt.

Und fahre ich dir immer näher,
dann wage ich doch nicht zu sagen,
nur das Gefühl, was so tief ruht,
ist im Fahrtwind leichter zu tragen.

 

© Amy Herzog

Von der ängstlichen Maus…

Du sagtest mal, du hättest Angst,
doch ist es da, wie mit der Maus,
die Maus, die so viel kleiner ist,
zieht noch viel größere Angst heraus.

Und hat die Maus so große Angst,
so hat sie doch ein großes Herz,
das Herz, das du gebrochen hast,
und liegen ließt in seinem Schmerz.

Wolltest du der Maus nichts böses,
und hast es ihr doch angetan,
wolltest Rache für dein Herzchen,
und hast der Maus so weh getan.

Nun siehst du hier, die kleine Maus,
die Angst doch hier viel größer ist,
und seis drum, ihr Herz ist groß,
so groß, dass sie dich doch vermisst.

 

© Amy Herzog