
als flöge mir dein Abendrot
entgegen, um endlich
meine Haut zu berühren
und schwebt im Wind deine
von mir so lang ersehnte Seele
um auch die meine
zu entführen
© Amy Herzog
Schon wieder Samstagabend. Die Woche neigt sich dem Ende zu und du greifst nach ihrer Hand. Nicht weil du willst, sondern weil du keine andere Wahl hast. Und spätestens am Abend weißt du, diese Nacht wird lang. Also trink, mein Lieber, trink. Immer weiter flussabwärts. Irgendwie musst du ja jene Orte erreichen, die dich nicht nur an deiner Oberfläche kratzen lassen. Diese schöne Oberfläche, die du Woche für Woche auf deine gebrochene Haut spachtelst, damit sie für die Welt funktioniert. Selbst das Licht fällt an diesen Tagen irgendwie anders. Anders als Samstagabend. Und dann sehnst du dich nach der Nacht. Nervös arbeitest du darauf hin, aber mit jedem Schluck fällt die Hemmung. Leise flüstert dir deine Einsamkeit all das oder dieses Eine ins Ohr, was dir fehlt. Dass alles was du hast…nicht reicht. Und du alles was du hast, sofort eintauschen würdest. Also trink mein Lieber, trink. Vielleicht, ja vielleicht, wartet ja heute am Boden der Flasche die Liebe, die ich dir schon zu lange verschweige. Trink, mein Lieber, trink.
© Amy Herzog
Gold fließt aus braunen Augen
und zeigen mir den Herbst
wie trockenes Laub
umherwirbelt, verwoben
tanzend toben durch den Tag
und am Abend vorm Kamin
in zärtlicher Unendlichkeit
ineinander verschmolzen
Und Himmel liegt in blauen Augen
treibend im Gold und Salz
das aus unseren Poren fließt
wird braun und blau zum Mond
so siehst du wie der Regen fällt
auf dem ein suchender Frühling
nach nie enden wollenden Reisen
endlich Glückseligkeit erhält
© Amy Herzog
So blütenjunge Frau
und Sehnsucht blühe auf
duftet zweiter Frühling
deine süße Liebe schweigt
Spiegelbild in grau
und stirbt in meiner Nacht
deine leere Seite weint
zerfällt der Rest zu Staub
Geraubte junge Frau
in handvoll Tränen treibt
gereicht dem Wind den Kuss
und süßer Abschied bleibt
© Amy Herzog
Für den kurzen Weg
meiner dunklen Zeilen
hungernd in deiner Kunst
verweilen, innigst lieben
auf geheime Weisen
reise durch den Äther
zitternd um diesen Moment
Sinke nieder du Wort
und ziehst mich weiter an
magnetisch, pulsierend
zeigt uns Leere sein nein
aber nein schreit lautes ja
diese Zuneigung ist tiefer
wie sie tiefer niemals war
Doch begehre ich den Wind
wie den Kuss aus der Ferne
und brennst du weiter
Kunst, bis Liebe kniet
du merkst es nicht
so klingen Zeilen nur
im schweigend süßen Lied
© Amy Herzog
alles ist anders
ruhiger – ruhe ist gut
das reden wir uns ein
wir haben platz
gefunden
erinnerung
ist ein wertvolles gut
damals brauchten wir mut
und selbst wenn wir’s nicht wussten
wir haben ihn gefunden
nun haben wir platz
unseren ganz persönlichen
der uns ewig erhalten bleibt
schön, ruhig und sicher
der mut kann geh’n
und die sehnsucht
wenn wir tief in der nacht
zu den sternen blicken
und an szenen denken
die nie gedreht wurden
doch warum nicht
warum tauschten wir diesen
aufregend wunderbaren mut
gegen ruhe – damals richtig
heute ist sie zu ruhig
und wir haben gelernt
dass sehnsucht nur noch
wenn verantwortung schläft
ein stern hoch oben trägt
schwebend und ruhig
das schönste auf der welt
in einer kleinen träne
der erinnerung
© Amy Herzog
Du ewiges Einerlei
was weiß ich
wohin Sehnsucht treibt
der Kopf ist Alt
das Herz bleibt Kind
aus halbem Wunsch
die andere blind
Du unsich’re Stadt
ich bleibe beim Hafen
dort, wo wir uns trafen
mein Bauch ist voll
das Blatt ist leer
doch lebe ich
was will ich mehr
Du kleines Kind
gar jungfräuliches Herz
sieh her, du kannst
Sehnsucht nicht mal schreiben
so hör auf zu leiden
und sei dir gewiss
dass alles was du weißt
am Ende anders ist
© Amy Herzog
nass, nass!
gold’ner Regen
fließt mit Kuss und Salz
schimmern, schweben, legend
tief wie abertausend Flüsse
fest um meinen Hals..
im Rausch
hast du die Luft geraubt
so steigt und steigt dein Meer
Pirat! sag ich, komm her
stehle was ich hab
und mehr!
© Amy Herzog
Leise Musik
die uns fallen lässt
– sanft im Tanz
der tiefen roten
Leidenschaft
Drehen wir uns
– hin und her
Gefühle pulsieren
durch unseren Raum
Kreuz und quer.
Körper umwickelt
in goldenen Locken
– streicheln uns
in weiche Wolken
weiße Flocken
Wortlos vertieft
in unserer Welt
alles andere schwarz
– allein, nur wir
im Mondschein
erhellt
Küsse
die uns eng
verschweißen
unwichtig die Luft
das Leben – alles
nichts kann uns
aus unserer Welt
herausreißen
– jetzt
© Amy Herzog
Im Zweifel meiner Neugier
bist du ein Schatten
auf der Suche nach dem Licht
das dich besser sieht
als du dich selbst
So flieht dein Leib
das innere Kind
weil große, starke Männer
nun mal nicht so sind
Und bleibt dir nur ein Wort
keine Schulter, kein Schoß, kein Weib
nein, dein Leib bleibt Schatten
und Sehnsucht, die bis an’s zähe Ende
an deiner wunden Seele reibt
© Amy Herzog
Immer einmal noch
folge auf leisen Schritten
von Freude bis Gelitten
durch die Nacht
Amnesiegetränkte Worte
zeichnen deinen Schatten
im Vollmondlicht
Windig ist die Nacht
trägt Flüstern in Orte
denen ich glaubte
doch sie hielten mich nicht
Verloren an der Gabelung
dunkellinks, dunkelrechts
renne wieder zurück
und ende
(wieder)
im Nichts
© Amy Herzog
An diesem Abend
ist es nicht mein Lächeln
ich trinke nur dein Wort
von deinen Lippen
jedes Wort
Dein Wort
in meinem Schlund
vertrocknet deine Lippen
ich trinke, ich ertrinke
mehr und mehr von dir – von uns
du trinkst mich wund
Mein Geist ist still
-obgleich ich sprechen will
taumle ich zum Bahnhof
sturzbetrunken
Und werfe keinen Blick zurück
© Amy Herzog
Ich schreibe immer gleich:
zu erst ein Werk in meinen Worten
eine Wahrheit, klar und rein
dann setze ich dem einen Schleier auf
damit niemand genau versteht was ich meine
und trotzdem hoffen kann
dass du es weißt
© Amy Herzog
Du erinnerst dich nicht an den Winter
gewiss nicht (oder doch?)
an den unscheinbaren Diamanten
der vom Himmel fiel
und getauschte Worte waren nichts
reflektionslos
Aber zutiefst inspirierend
warst du, riesig, allgegenwärtig
beinahe einschüchternd
strahlend
nein…
Du erinnerst dich nicht an den Winter
der unter allen anderen versinkt
Doch noch immer hängt der Winter
hängt an deinen Worten, deinem Geist
dem Gestern, dem einen Gestern von vor Jahren
im Gestein unter deinen Füßen
Irgendwann wird es wieder schneien
diesen unscheinbaren Diamanten
mutig zeigt er sich dir
und hofft auf deinen kühlen Blick
© Amy Herzog
Ein neues Bild fand ich, fand mich
wie ein Moment der Freude
flüsternd in Gedanken – dich
und riss mich doch in Stücke
Atme weder ein noch aus
wie Blut drückt durch die Kehle
und starr‘ ich mich zum Spiegel ein
weil ich dein Herz noch fühle
Fand ich zwischen tausend Welten
eines nur, doch war allein
und war es Freude, wahrhaft Freude
schmecktest du wie süßer Wein
© Amy Herzog
Ewigkeiten sind vergangen,
Nebelschwaden ziehen vorbei,
und die Seele liegt in Ketten,
wann nur bin ich endlich frei?
Ist die Kehle fast vertrocknet,
und ich sah ein Leben zieh‘n,
welches ich nie leben würde,
also begann ich zu flieh‘n.
Auf der Suche nach der Sonne,
war ich fast schon endlich da?
doch das Leben rannte hinten,
und schlussendlich ist es nah.
(C) Amy Herzog
Deine Berührung ist wie
die Vollendung meines Körpers
wie die Haut die mir fehlt
und das Ablegen meiner Maske
Pfeifender Wind aus meinem Mund
säuselt um deine Ohren
wie tausend Stimmen Hunger schreien
und dein Kuss meine Seele kühlt
Doch mein Fall in die tiefe Schwärze
Hände warten, Haare zittern
Tropfen vergehen, das Meer bleibt uns
und fällt in Wahrheit vertraut
Deine Berührung ist viel mehr
die Vollendung meiner ganzen Seele
und wie ich mit dir schwebe
so baden wir am Schluss vereint
© Amy Herzog
Zwischen Tränen und den Träumen,
steht das Glück mit einem Schild,
hat für mich mit Müh‘ gezeichnet,
wie der Weg die Sehnsucht stillt.
Klar und deutlich steht geschrieben,
nur ein Wort, das alles kennt,
diesen Weg des Traums zu gehen,
wo das Wort sich handeln nennt.
Und mein Traum vom Glück bleibt übrig,
wie die Sehnsucht oben schwimmt,
treiben wir zwei Richtung Sonne,
die am Schluss die Tränen nimmt.
© Amy Herzog
Auf der Kirmes – buntes Treiben,
all die Sorgen sind kurz fort,
könnt es doch nur stets so bleiben,
hilft doch nur ein wahres Wort.
Nur ein Wort wie tausend Lichter,
lachen, Glück und Liebe sind,
so nimmst du sie doch auch mal öfter,
voller Macht wie Eis und Wind.
Wie die Wärme vieler Menschen,
reicht das Licht des Einen nun,
sei’s wie ein Leben auf der Kirmes,
doch nur mit wahrer Liebe tun.
© Amy Herzog
Wer denn sagt mir was ich sollte,
wenn ich doch was anderes wollte,
bleibt’s letztendlich doch mein Leben,
kann bloß ich mein bestes geben.
Wahrhaft in mein Herze sehen,
Tränen dort vor Sehnsucht flehen,
was mich einsperrt hier auf Erden,
muss am Schluss auch ich nur sterben.
Und wer sagt dann was ich sollte,
wenn ich nur glücklich sterben wollte,
doch bin ich heut‘ gewiss am Leben,
sollt‘ ich nur mein Glück mir geben.
© Amy Herzog
deine sonne will nicht zählen
bin vom rauch umzäunt
wendet sich mein heißes fleisch
doch nur von links gebräunt
eine seel‘ aus purem gold
nur bleibt die haut aus grauem blei
schwitzt mein herze blut
so tausendfach wie’s leiden sei
meine blümchen längst verkümmert
trottet leis der regen
kann nichts hören kann nichts sehen
und das nur deinetwegen
gab’s die suppe letzte woche
sei sie eingebrockt
trotz des welkens steigt der nebel
ist’s die sonne die mich lockt
wendet sich der wind zum rechten
wird die haut zu gold
und glänzt ein neuentdecktes leben
wenn’s nicht sterben sollt
© Amy Herzog
Und du lässt mich wieder Lachen,
fängst den meinen Regen auf,
sei’s ein Wort, ein Blick, ein Anruf,
gehst mit mir den Berg hinauf.
Doch ich weiß, der Weg ist müßig,
denn mein Herz noch nicht mit lacht,
nur ein Witz, ein Spaß, ein Lacher,
und ein fester Halt bei Nacht.
Oben wird dann diese Aussicht,
sonnig ist’s, was du versprichst,
auf die wachsend bunten Blumen,
wo du kein Versprechen brichst.
© Amy Herzog
Ertrage ich den Schmerz
du stolperndes in meiner Brust
so springt mein Herz in einer Handvoll
zwischen Tränen zwischen Lust
Zeichne Punkte auf ein Glas
wirkt der Frühlingswind fortwährend klar
doch auf Regen folgen dicke Steine
bis ich nur noch Scherben sah
Lebe ich mit diesem Drang
nur jeden Abend zu ersehnen
selbst wenn er mich zu Boden zwang
kann ich mich an die Stille lehnen
© Amy Herzog
Beneidest du den Baum
und jedes Blatt
wie es tanzt, Hand in Hand
fällt und schwebend
noch den Glanz des Regens hat
Geworfen in die Luft
bleibt ein lautes Lachen zurück
wie der Ruf zum Essen
fliegst du weiter
fliehst du schneller Richtung Glück
Den Weg kennt nur der Wind
lässt dich tragen
und während dir die Zeit vergeht
wie der Wind auch weiter weht
so stellst du keine Fragen
Nur der Baum trägt neue Blätter
folgen sie dir bald
und selbst im Leichtsinn
mit der Freiheit
wirst auch du noch alt
© Amy Herzog
ich bestehe aus Erinnerungen
doch damit kann ich nicht bestehen
kann mit ihnen nicht weiter gehen
wohin mich auch die Sehnsucht trägt
wie sie in meinem Körper sitzen
nur mein Herz will morgen schlagen
kann ich wohl über gestern klagen
doch nach morgen bringt’s mich nicht
gleich schon wird es dunkel werden
und mein Herz spricht allzu laut
es malt ein Bild woraus sich baut
mein Leben will ich hier und jetzt
© Amy Herzog
Irgendwann hörst du nicht mehr zu
nicht mal mehr dem Wind
obwohl du ihn noch beneidest
wie die Worte um dich
schöner kreisen, Lächeln wecken
bis du dich in Masken kleidest
Irgendwann verstummt die Musik
und mit ihr auch der Blick
doch ihr Schweigen leert dich nicht
nur das fort und dennoch da
weil kein Wort vom Ander’n war
nur sie bleibt dein Licht
Irgendwann ist stark der Wind
und bläst die Kerze aus
so bist du einsam, willst du sinken
tief und tiefer in dich selbst
bleibt kein Atmen in der Stille
wirst du nur ertrinken
Irgendwann zerfällt dein Bett
nur farbenlos zu Staub
was wirst du tun, welch Blut zuletzt
ob Lächeln, Tränen, Liebe, Nichts
wo willst du sein, was wäre wenn
dein irgendwann sei jetzt
© Amy Herzog
Du könntest mich verkleiden
könntest schützen, könntest leiden
wo andere sich am Schmerze weiden
Worte Stricken, Worte häkeln
dich mit mir im Atem räkeln
Du könntest mich tragen
nicht mit Muskeln, nicht mit sagen
einfach schreiben, schweigend wagen
im Dunkeln zehn Zigarren rauchen
um mit mir ins Meer zu tauchen
Du könntest mich fühlen
nur berühren, tief, gar tiefer wühlen
vor dem Winde, vor dem kühlen
mit den Lippen leise klopfen
Wärme in die Leere stopfen
Du könntest mich begreifen
langsam wachsen, schneller reifen
mich vom Rand des Lebens greifen
einfach Worte schweigend halten
lässt die Ruh der Liebe walten
© Amy Herzog
Unter der Fassade,
naja unter der Fassade,
was zu sprechen, könnte, sollte,
was ich gestern doch schon wollte.
Bleibt doch unter der Fassade,
zeige nur die Maskerade,
was ich gestern doch schon könnte,
mir auch morgen vielleicht gönnte.
Zeige heute meine Maske,
nur im Spiegel, ja da lachste,
schaue unter die Fassade,
was ich sehe, das ist schade.
Denn dort sehnen sich die Tränen,
nach dem Leben mit den Plänen,
was ich gestern doch schon wollte,
doch vielleicht noch heute sollte.
© Amy Herzog
Oh, spürst du nicht mein Sehnen
mein Liebster, und mein leises Flehen
verborgen hinter tausend Sternen
so hoch oben zwischen Wolken
wie könnt ich dich nicht begehren
Liebster, spürst du nicht mein Sehnen
Strahlt ein Lied, ein Licht in Tränen
spiegelt mich in allen Pfützen
sag bloß, kannst du Bilder sehen
durch dein Haar die Stürme wehen
kann dich wärmend sanft beschützen
Spürst du nur mein leises Sehnen
© Amy Herzog
Tränen fließen niemals grundlos,
wenn ein Wunsch am schwimmen ist,
reiche ihm dein Schiff des Herzens,
und er zeigt was du vermisst.
Lebt er dann in deinem Herzen,
weist er dir den Weg zum Glück,
halt ihn fest in deinen Händen,
geh mit ihm ein weites Stück.
Habe Angst in dunklen Gassen,
doch sei dir sicher – nie allein,
ein Wunsch ist bei dir ohne Zweifel,
und wird dir Schutz und Sonne sein.
© Amy Herzog
Und ich warte auf ein Wunder,
wo der Kampf sich ein mal lohnt,
auf ein Leben nach den Stürmen,
wie das Licht im Herzen wohnt.
Und ich warte auf ein Wunder,
an der Hand so fest mein Glück,
wo die Blicke Richtung Zukunft,
nicht mehr blicken nur zurück.
Und ich Blicke auf ein Wunder,
nah dem Meer und doch zu fern,
doch ich hoffe auf das Wunder,
tränenlos mit Blick zum Stern.
© Amy Herzog
Einsam ging ich durch die Wüste,
schrieb im Sand „ich liebe dich“,
hoffnungslos verging die Nacht,
doch unerwartet fand ich mich.
Einsam ging ich durch die Wüste,
und fand darin dein blaues Meer,
traf dein Blitz in meinem Herzen,
Liebe – doch sie trägt sich schwer.
Einsam ging in durch die Wüste,
wenn das Schweigen mich geleit,
genügt ein Blick in deine Sterne,
wo Zweisamkeit mein Herz befreit.
© Amy Herzog
Als die Sonne den Sand küsste,
glaubte ich zu träumen.
Mein Blick vom Meere zur Küste,
konnte nichts versäumen.
Wie ich am starken Felsen lehnte,
sog mich der deine Kuss.
Wonach mein ganzes Leben sehnte,
dem ich nun folgen muss.
Sanft lag ich auf deinem Grunde,
gar leer und dunkel-kalt.
Doch küsste ich die Herzenswunde,
und gab dem Felsen Halt.
Als der Mond das Wasser küsste,
tauchten wir dann auf.
Unser Kuss doch brannte Lüste,
und nahmen ihren Lauf.
Doch der Mond wollt schlafen geh’n,
so trieben wir dahin.
Mein Traum, er würd im Wind verweh’n,
doch gab er uns den Sinn.
Und als die Lichter wieder küssten,
wir würden weiter Träumen.
So wie wir von der Zukunft wüssten,
am Strand gab’s kein versäumen.
© Amy Herzog
Ich lese deine schwarzen Worte,
und frage mich nur noch „warum“,
so unnötig sind all die Wunden,
doch bleibe ich nur weiter stumm.
Ich sehe noch in meinem Herzen,
wie sich das Glück mit uns verband,
die Reise ohne diese Schmerzen,
sie war gemeinsam Hand in Hand.
Ich sehne nur nach diesen Zeiten,
und frage mich noch einmal still,
warum kein Glück, nur Seelenwunden,
was ist es, was das Herz denn will?
© Amy Herzog
Niemals wieder Schmerz empfinden,
hast du aus starkem Wort erbaut,
so einfach Glück und Liebe binden,
hab ich auf deinen Blick vertraut.
Aus deinen Augen sprach die Seele,
und ich ein jedes Wort verstand,
so einfach wie das Schicksal wähle,
doch einfacher in Angst verschwand.
Dein Herzschlag ward zur Traurigkeit,
und ich stand ratlos, still zur Wand,
die Sehnsucht nach Unendlichkeit,
mein Herzschlag bleibt in deiner Hand.
Und lausche ich nun meinen Schmerzen,
die Wahrheit doch erkennend noch,
so denk ich fest an’s Glück der Herzen,
bis zum Sturz ins Schwarze Loch.
© Amy Herzog
Nur das Meer kennt meine Tränen,
wenn die Flut mich überrollt,
in schwarzer Tiefe liegt die Wahrheit,
wenn ich doch daran glauben sollt.
Nur das Meer kennt meine Stimme,
wie sie zu oft einfach schweigt,
und tief verborgen liegt mein Kämpfer,
wenn die Angst im Innern steigt.
Nur das Meer kennt meine Sehnsucht,
und sie spricht durch diese Flut,
bis sich irgendwann die Schwärze,
glänzend zeigt, so wird es gut.
© Amy Herzog
Blaue Augen funkeln nicht im Schwarzen,
wenn der Stern des Himmels mit mir litt,
durch die Schleifen meiner tiefen Liebe,
doch mein Herze pocht mit jedem Schritt.
Und fortan kennt auch nur der graue Nebel,
streichelt sanft im Walde mein Gesicht,
Blicke schweifen schweigend über Berge,
wie an deinem Blatt mein Traum zerbricht.
Nur der Winter weiß um meine Sehnsucht,
wie der schwere Schnee im Fluss versinkt,
fahre leise durch des Glaubens Nächte,
bis mein Herz von deinen Tränen trinkt.
© Amy Herzog
Blicke fallen durch den Nebel,
in der sehnsuchtskranken Nacht,
Sterne leuchten tausend Bilder,
doch der Mond hat keine Macht.
Dieses Mädchen, voller Hoffnung,
kämpft noch für den ew’gen Kuss,
mit aller Liebe für die Farben,
bis sie sich letztlich sehen muss:
Durch die Seele tausend Nägel,
rostig stechend durch die Wand,
nur am Boden glänzt die Pfütze,
niemand sah und niemand fand.
Dieses längst erstarrte Mädchen,
kämpfend ward sie stumm und alt,
glanzlos sind schon all die Tränen,
und die Farben – brüchig kalt.
© Amy Herzog
Wo ist der Anfang, wo ist das Ende,
wann erlöst mich die rettende Wende?
Mein Kopf, noch steht er seinen Mann,
und fragt ob mein Bauch kämpfen kann.
Nervös und laut erschlägt mein Herz,
voll Panik, doch woher der Schmerz?
Aus meiner Stirn tropft Schweiß aus Eis,
als stünd‘ darauf, was mein Herz weiß.
Zweifel kitzeln durch die Nerven,
könnt ich nur die Angst verwerfen,
lässt mich all das zu schnell laufen,
und mein Kopf kann nur noch rauchen.
Auf den Bauch soll man vertrauen,
doch kann er auch auf Liebe bauen?
Wann erlöst mich die rettende Wende,
wo ist der Anfang und wo ist das Ende.
© Amy Herzog
Sind es die kleinen Augenblicke,
die mein Leben heiß begehrt,
doch wenn die Knochen müde sind,
was ward dem Leben dann gelehrt?
Wo sind die kleinen Augenblicke,
wenn meine Hände sind zu alt,
wenn außerhalb nur Atmen ist,
zu schnell dort wird die Seele kalt.
Wann kommt der große Augenblick,
so zeig mir, wo der Sommer liegt,
des Winters Luft zu oft gefriert,
wo ist der Weg, der mein Herz liebt?
© Amy Herzog
Schlaflos singen Stunden durch die Nacht,
wie sanft die Hand des Mondes mich begleitet,
er kämpft und hält mich fest mit aller Macht,
bis sich mein Herze auch dem Tage weitet.
So sind die Wolken gleich der aller andern,
wenn sie so zaghaft doch von dannen ziehen,
und könnte ich mit einer sicher wandern,
ich würde niemals mehr dem Tag entfliehen.
Doch bleibt in allen Nächten dieser Wind,
der durch die Tage auf der Freiheit reitet,
und wenn wir dann des Nachts alleine sind,
dann weine ich dem Mond, der mich begleitet.
© Amy Herzog
Oh, sag mir müder Wind,
in welchen Zeiten schlagen Wellen?
Wenn du wanderst durch die Wolken,
werde ich daran zerschellen?
Oh, sag mir trübes Licht,
wirst auch du die meine Welt erhellen?
Wenn ich blicke in die Zukunft,
bleiben es Gedankenzellen?
Oh, sag mir kleiner Stern,
der du einsam mein Gesichte trägst.
Wirst du heller strahlend lächeln,
während du die Wellen schlägst?
© Amy Herzog
Gefangen in der Kälte meines Herzens,
gebe ich mich dieser machtlos hin,
frage noch im Regen durch den Sturm,
schläft in dieser Ferne noch ein Sinn?
Trinke jede Nacht von dieser Sehnsucht,
als führte mich der Traum in einen Arm,
und doch erfriert im Sonnenlicht das Herz,
war’s in jener Nacht kalt oder warm?
So treibt mich eine Träne durch den Tag,
im Regen blickt der Nebel Einsamkeit,
fragt sich weiter nur mein kaltes Herz,
wohin führt jener Weg zu welcher Zeit?
© Amy Herzog
So wie das triste Schwarz der meinen Seele,
so lauscht die Träne noch dem Lied im Wind,
nur müde blickt mein Schweigen in die Leere,
gar hoffnungsvoll, dass er die Schmerzen lind‘.
So wünschte ich, der Wind er könnte tragen,
so schreiend doch mein Herz zu leis‘ erklingt,
die Beine viel zu schwach um einst zu wagen,
was längst in meiner Brust im Fluss versinkt.
So weckt mich doch das Eis in jeder Nacht,
so trinke ich der Wärme ihre Sehnsucht,
doch krank bleib ich am Tage stets erwacht,
und doch gedenkt mein Herz an keine Flucht.
© Amy Herzog
So lausche ich dem grellen Lärm,
und sehne mir den Wind herbei,
er könnt mich tragen wie ein Kind,
doch fegt er nur zu schnell vorbei.
Die Sehnsucht immer schneller treibt,
sind meine Beine schwer wie Blei,
erdrückt von Masken dieser Welt,
so wünscht ich nur, ich wäre frei.
Und Blicke ich der Straßen trist,
so scheint der Wind noch allzu fern,
doch trägt die Zeit die Freiheit mit,
in Hoffnung endet bald der Lärm.
© Amy Herzog
Die Wünsche die im Herzen leben,
scheinen vielleicht etwas klein,
doch ein Kuss am frühen Morgen,
ließe mein Herz glücklich sein.
Auch ein Kuss am späten Abend,
kurz bevor die Nacht einbricht,
schenkte mir in dunklen Stunden,
Wärme und dein Herzenslicht.
© Amy Herzog
Raschele mit den leuchtenden Blättern,
schrie ich mit Leibeskräften dem Wald.
Hoffte doch auf warm wehende Winde,
so brächten sie blühende Gefühle bald.
Und zeige mir den wolkenlosen Himmel,
dachte ich stumm im nassen Schlamm.
Nur fliege mit in die tiefschwarze Nacht,
in der ich den Fluss der Träume besang.
Oh wärmende Sonne so tanze im Wind,
reiche die Hand in die singende Nacht.
Tanzen auch Sterne im lebenden Traum,
bleibt es mein Herz, das im Walde lacht.
© Amy Herzog
Des Sehnsucht’s heißer Duft,
zieht mir so fest am Leibe,
tief in die schwarze Kluft,
in Tränen mich gar kleide.
Und wär‘ es nicht vergebens,
so schickte ich den Brief,
mit meinem Herzen Lebens,
wonach ich ewig rief.
Nur stehe ich im Schnee,
am Himmel Sonne scheint,
der brennend Sehnsuchtssee,
für mich im Stillen weint.
© Amy Herzog