Worte

jungfrauenherz

Du ewiges Einerlei
was weiß ich
wohin Sehnsucht treibt
der Kopf ist Alt
das Herz bleibt Kind
aus halbem Wunsch
die andere blind

Du unsich’re Stadt
ich bleibe beim Hafen
dort, wo wir uns trafen
mein Bauch ist voll
das Blatt ist leer
doch lebe ich
was will ich mehr

Du kleines Kind
gar jungfräuliches Herz
sieh her, du kannst
Sehnsucht nicht mal schreiben
so hör auf zu leiden
und sei dir gewiss
dass alles was du weißt
am Ende anders ist

© Amy Herzog

Warten!

Kein Wort!
Kein Atem!
Kein Schrei!
Durchdringt meine trockene Kehle,
gefangen bleibt der Sinn,
meine von Maden zerfressene,
kleine Melancholieblutende Seele!

Im Aschestaub zerfallen,
regnet vertrocknete Liebe
Reißt Löcher tiefer ins rote Fleisch.
Herz aus Eis,
ohne Seele,
voller Leere,
im Wertlos dunkelroten,
warmen Teich!

Beiklatschen zum Elend
tiefer ins Schwarz!
Ist der Herzschlag
nur einen Tod weit entfernt.
Rase gefangen
Richtung fliegen im Traum,
liegen im Schaum,
warten, auf die Liebe
die mich endlich befreit!

© Amy Herzog

Weg

Wer den einen Weg geht
nimmt bei der Hand
die Melancholie
weil der andere Weg
verwehrt bleibt
die Phantasie
treibt an

© Amy Herzog

Das fünfzigtausend-Teile Puzzle

Sie hat noch nie, ja wirklich in ihrem ganzen Leben noch nie, ausführlich darüber gesprochen. Eine Handvoll Menschen wissen davon, oberflächlich versteht sich. Kleine Puzzlestücke verteilte sie über die Jahre. Eine Handvoll Menschen haben ein fünfzigtausend-Teile Puzzle, wovon ihnen neunundvierzigtausendneunhundert Teile fehlen. Und diese wird sie vermutlich mit ins Grab nehmen. Sie ist eine Frau voller Geheimnisse. Grauenvolle Geheimnisse, getarnt hinter einem Lächeln als gut behüteten Schatz.

Fünfzehn Jahre, und das ist nur eine ungefähre Zeitangabe, hat sie überlebt. Natürlich wird eingeredet, dass das kein Überleben ist. Von jenen, die ein oder zwei Puzzleteile von ihr gezeigt bekommen haben, denn sie hatte ja gar keine schlimme Krankheit. Noch mehrere Teile dieses gut behüteten Schatzes haben diese Menschen dann auch nicht verdient. Denn sie haben nicht mal die Rechnung für diese ein oder zwei Teile begleichen können.

Nach außen war sie das, was von ihr erwartet wurde, nahezu Oscarreif. Im Innern, hinter unüberwindbaren Mauern, hat sie überlebt. Sie ist eine überlebende. Am Ende bekam sie zwar keinen Oscar dafür. Nur ihren gut behüteten Schatz. Und nicht, dass sie es gebraucht hätte, denn wer braucht das schon, aber sie bekam noch eine weitere wertvolle Sache für ihr Leben. Viel wertvoller als es ein Preis je sein könnte. Nämlich die absolute Gewissheit, dass sie nie wieder überleben muss.

Dieses Puzzle hat einen Wert, den niemand je bezahlen könnte. So glaubt sie jedenfalls zu wissen. Man sagt das wohl so: „ich vertraue dir zu 100%“, aber der Wert dieses Puzzles entspricht tatsächlich diesen „bis in alle Ewigkeit 100%“. Und sind wir mal ehrlich, diese 100% sind entweder vorgetäuscht, oder nur von kurzer Dauer. Es ist das wertvollste, das sie sich vorstellen kann. Und deshalb hat es diesen, im Grunde nicht bezahlbaren Preis.

Was bleibt ist hin und wieder ein leiser Wunsch danach, dieses Puzzle doch mal jemanden legen zu lassen, denn nicht mal sie selbst hat es bisher vollständig gelegt. Sie hat angefangen und die Teile wieder in die Kiste gepackt. Denn wer hat heute schon die Zeit dafür. Nein. Diese einhundert Teile reichen völlig aus, es ist schnell gelegt und nicht allzu kostspielig. Und gerade genug, um ein wenig Grauen erkennen zu können, gerade ausreichend, um nicht selbst daran zu erblinden. Dennoch trägt sie weiterhin dieses Puzzle mit sich herum und behütet es als ihren wertvollsten Schatz.

Warten

ich möchte nicht träumen
ich will leben!
also bleibe ich wach
und warte 

auf dich
mich

auf nichts 

© Amy Herzog

Ewigkeit und Gold

nass, nass!
gold’ner Regen
fließt mit Kuss und Salz
schimmern, schweben, legend
tief wie abertausend Flüsse
fest um meinen Hals..

im Rausch
hast du die Luft geraubt
so steigt und steigt dein Meer
Pirat! sag ich, komm her
stehle was ich hab
und mehr!

© Amy Herzog

am galgen

wie schwindel, feuer, rauch
durch ungestellte fragen jagen
als wäre es ein buch an mich
so schrei ich laut um hilfe
doch brauche sie doch nicht

kann puls und hirn und brust
dein buch nicht länger tragen
bricht schweigen dein genick
mit schwerem wort am galgen
gewährst den letzten blick

© Amy Herzog

Wahlsonntag

NRW darf wieder wählen,
am Ende ein Ergebnis steht,
ich geh‘ Eure Stimmen zählen,
bis die Sonne untergeht.

© Amy Herzog

Dein inneres Kind

Im Zweifel meiner Neugier
bist du ein Schatten
auf der Suche nach dem Licht
das dich besser sieht
als du dich selbst

So flieht dein Leib
das innere Kind
weil große, starke Männer
nun mal nicht so sind

Und bleibt dir nur ein Wort
keine Schulter, kein Schoß, kein Weib
nein, dein Leib bleibt Schatten
und Sehnsucht, die bis an’s zähe Ende
an deiner wunden Seele reibt

© Amy Herzog

Zensiert

komm zu mir
wenn du wieder besoffen bist
dann machen wir das
was du dich sonst nicht traust
der Rest ist zensiert
und das danach passiert
in Rauch

© Amy Herzog

Widmung im Geist

Mir stockt der Atem
11.05., Jahr egal gefunden
kurz davor zu schreiben
Geist, halt mich davon ab
Atme wieder, atme

Furcht stottert von Durst
zu lange nicht die Lust gekost‘
trinke ich Euch leer
Geist, halt mich davon ab
Ihr schmeckt nach Rost

13.05., Jahr egal gefunden
‚Am Ende des Weges
seid Ihr es – zerbricht
nur Ihr Euch als einziges‘
doch hoffe ich nicht

© Amy Herzog

Seelenleserin

Letzte Nacht gesucht
aber irgendwann getrennt
nur in meinem Kopf
lese ich noch in deiner Seele
(du wüsstest was ich meine)

Dein Feuer brennt
noch immer in den Venen
lese Freude, Frucht und Mond
treibe weiter, Freund
im Nächsten Seelenleben
wirst du mir fehlen

© Amy Herzog

Dreiundzwanzig Tage Regenbogengarten

Regenbogenbilder regnen mir ins Haus
und zieh’n mit Freud die Freude aus
wo weiße Strände ungeküsst
die Küste mit den Krallen kratzen
lebe ich mit schmerzverzerrten Fratzen
laufe doch auf weichen Tatzen
der stummen Akzeptanz

Wolken legen lauter nieder
als der Tod ans Häuschen klopft
tropft mein Hirn mit jedem seiner Lieder
immer stärker stürmend wieder
bis mein Herze an den Trümmern
mit dem Wind am Abgrund steht

Weht der Wind noch frage ich
und erreicht der Schmerz auch dich
frage ich wo ist die langgezog’ne Zeit
doch längst ist sie mir nicht mehr weit
und doch kann ich mein Blut nur lecken
nicht aus diesem Traum erwecken

Zieh an meinen kalten Kippen
denk‘ im Rauch an bittersüße Lippen
dacht es würd ein Ende auf mich warten
doch schlaf ich fest in meinem
Regenbogengarten…

© Amy Herzog

Dein Ende

Wolke, sei mein Anfang
trage mich durch den Wind
lass dich atmen, tasten, schmecken
auf dir räkeln, in dir strecken

Mach mich frei

Oh, schließe deine Augen, Wolke
und ich öffne dir mein Heim
kannst mich atmen, tasten, schmecken
und ich verspreche dir
es wird dein süßes

Ende sein

© Amy Herzog

Einmal noch (immer)

Immer einmal noch
folge auf leisen Schritten
von Freude bis Gelitten
durch die Nacht

Amnesiegetränkte Worte
zeichnen deinen Schatten
im Vollmondlicht
Windig ist die Nacht
trägt Flüstern in Orte
denen ich glaubte
doch sie hielten mich nicht

Verloren an der Gabelung
dunkellinks, dunkelrechts
renne wieder zurück
und ende
(wieder)
im Nichts

© Amy Herzog

Geheimnislast

Geheimnisse
habe ich viele
und mein Kopf ist
Fluch und Segen

–RAUS, ICH WILL RAUS!

Nein, halt den Rand
(du schwere Last)
bevor dich jemand
in mir fand

Kopf bleib aus
trinke Wein, ein Glas
zwei, drei, vier
halt den Rand
und schlaf mit mir

Kopflicht aus
–(ICH BIN WACH!)
nein, bleib liegen
ich bin schwach

© Amy Herzog

Halb

Vom Wind, der mich verlassen
hat, so wollt ich ihn nur lassen
doch, wie könnt ich nunmehr atmen
weil, ich brauch ihn für mein Seelenheil.

So marmorgleich die Wangen
sind, muss ich im Dunkeln bangen
denn, der Regen über Seen schwimmt,
so wie der Nebel Freude nimmt.

Die Sehnsucht nach der Sonne gleicht,
durch Gassen nur ein Schweigen schleicht,
dem Blick gen Himmel – Wind bleib hier,
das Seelenherz schlägt halb nur hier.

© Amy Herzog

Verlust

Nur ein Zettel
an der Außenseite meiner Tür
erinnert mich noch daran
was ich verlor

Kann meinen Schlaf
nicht halten
(wieder einmal nur zu viel)
so taste ich durch deine Venen
Bilder sinken, Worte hinken
als sei das alles nur
ein fades Spiel

Doch ich schweige
und im Innern wird es kühl
was ich einst verlor
es war zu viel

© Amy Herzog

Nachts

Nachts ist es ruhig,
denn alle Monster schlafen schon
nur ein leises knacken,
surren, rauschen,
flüstert hinter jedem Blatt…

Nachts ist es ruhig,
keine Augen an den Wänden
wann kommt der Schlaf?
der mich auch gestern
erst am Morgen traf…

Nachts ist es ruhig,
wie starren Sie mich an?
Ich schalte alle Lichter aus,
denn ich komm‘ aus meinem
Kopf nicht raus…

Nachts ist es ruhig,
friedlich will ich mich zeigen,
doch zwischen den Zweigen
flüstern die Monster
und wollen mir die Ruhe zeigen…

© Amy Herzog

Wortgetränk

An diesem Abend
ist es nicht mein Lächeln
ich trinke nur dein Wort
von deinen Lippen
jedes Wort

Dein Wort
in meinem Schlund
vertrocknet deine Lippen
ich trinke, ich ertrinke
mehr und mehr von dir – von uns
du trinkst mich wund

Mein Geist ist still
-obgleich ich sprechen will
taumle ich zum Bahnhof
sturzbetrunken

Und werfe keinen Blick zurück

© Amy Herzog

Die Wahrheit

Ich schreibe immer gleich:
zu erst ein Werk in meinen Worten
eine Wahrheit, klar und rein
dann setze ich dem einen Schleier auf
damit niemand genau versteht was ich meine
und trotzdem hoffen kann
dass du es weißt

© Amy Herzog

Bühne hinter Gittern

Meine Bühne hinter Gittern
würde noch zittern
wär‘ ich’s nicht schon längst gewohnt

Der Sommer küsst
und so müsst ich’s erwidern
hinter Lächeln, hinter Liedern
geht mir der Atem aus

Schatten Winter ist allein
stürme, kreische, krieche, Schlaf
wart‘ ich träum dir nach
allein

Meine Bühne hinter Gittern
würde verbittern
wär‘ ich’s nicht schon längst gewohnt

© Amy Herzog

Der unscheinbare Diamant

Du erinnerst dich nicht an den Winter
gewiss nicht (oder doch?)
an den unscheinbaren Diamanten
der vom Himmel fiel

und getauschte Worte waren nichts
reflektionslos

Aber zutiefst inspirierend
warst du, riesig, allgegenwärtig
beinahe einschüchternd
strahlend

nein…

Du erinnerst dich nicht an den Winter
der unter allen anderen versinkt

Doch noch immer hängt der Winter
hängt an deinen Worten, deinem Geist
dem Gestern, dem einen Gestern von vor Jahren
im Gestein unter deinen Füßen

Irgendwann wird es wieder schneien
diesen unscheinbaren Diamanten
mutig zeigt er sich dir
und hofft auf deinen kühlen Blick

© Amy Herzog

Offenbarung

Ich lebe im Wort
nur im Anfang ist Nichts
stört die Stille meinen Schrei
die in der Nacht erstickt

Papier zeichnet lauten Sturm
die Seiten tonnenschwer
mehr, immer mehr
Leer.

Ich lebe zum Ende
blutverkleckst auf Seite zehn
kann ich atmend, schwebend steh’n
die Offenbarung endlich seh’n

© Amy Herzog

Neurodivers

Eine Weile ist vergangen

Brotkrumen liegen am Rand

Nur zurück will ich nicht

Hier ist es doch schön

Wenn das Wasser fließt

Erkenne mich nicht wieder

Ich bin nicht mehr ich

Habe mich verloren

Mein Spiegelbild – eine Maske

Und das bin dann ich

Bin ich noch dahinten

Bin ich in mir verborgen

Ich wäre gerne ich

Nur wer kann verstehen

Fragen über Fragen

Nie wird es enden

Das Feuerwerk im Kopf

Nie wird es verstanden

Meine Sprache ist anders

Aber das bin doch ich

© Amy Herzog

Verlust…

Flughafenszene…

Wie sehnsuchtsvoll dein Blick

zurück in Menschenmassen

doch keiner hört und keiner sieht

wenn du nur in die Leere fällst

Und hin und her und hin und her

als würdest du ein Kindlein suchen

bringt dir selbst dein Innerst fluchen

deine liebe nicht dort hin

© Amy Herzog

Du hörst es nicht…

Leise wird es nur bei Nacht
wenn mein Schweigen spricht
weiße Haare, blaue Lippen
die am letzten Tropfen nippen
doch du hörst es nicht

Regen fällt nur in der Nacht
auch wenn kein Wort entspringt
lautes Klirren, tausend Scherben
die am Boden einsam Sterben
doch du siehst sie nicht

Träume reisen nur bei Nacht
der Schweiß gen Himmel steigt
leere Räume, eng die Schlinge
wie ich um mein Leben ringe
doch mein Mund verschweigt

© Amy Herzog

Schlussendlich..

Ewigkeiten sind vergangen,

Nebelschwaden ziehen vorbei,

und die Seele liegt in Ketten,

wann nur bin ich endlich frei?

Ist die Kehle fast vertrocknet,

und ich sah ein Leben zieh‘n,

welches ich nie leben würde,

also begann ich zu flieh‘n.

Auf der Suche nach der Sonne,

war ich fast schon endlich da?

doch das Leben rannte hinten,

und schlussendlich ist es nah.

(C) Amy Herzog

Träume beweinen.

Wolltest du einmal meine Sprache lesen,
dann würdest du meine Träume verstehen,
und würden dann meine Worte verstanden,
würden sie nicht mit dem Restwind verwehen.

Wolltest du einmal zu den Sternen blicken,
könntest du meine Fragen dort sehen,
sie strahlen und schreien bei Tag und Nacht,
doch möchtest du an ihnen nur vorbei gehen.

Wolltest du einmal meine Liebe hören,
und dich nicht verhüllen im Schweigen,
dann könnten wir mit den Träumen reisen,
und ich müsste sie nicht weiter beweinen.

 

© Amy Herzog (17.12.2015)

Steine gegen Kerzen

Die Steine sind in meiner Wohnung,
doch Stück für Stück trägst du sie fort,
und immer wenn das Licht dann heller,
so lässt du noch ’ne Kerze dort.

Und leuchtest du mir meine Wege,
(die schönsten sind nie wirklich weit),
denn wenn am Ende eines fehlt dann,
bleibt da höchstens nur die Zeit.

Doch all die Zeiten voller Wärme,
bleibst du mit deinem Licht bei mir,
die Steine werden mehr zu Kerzen,
(das schönste sind am Ende wir).

 

 

© Amy Herzog

Wenn es nur geschrieben steht.

Ein jedes Wort steht nur geschrieben,
und wird dabei noch kaum gesagt,
so weht der Wind in Wahrheit kälter,
weil nach der Nähe niemand fragt.

So bleibt die Lieb‘ noch überlesen,
denn sie ist es, sie will gezeigt,
und liegt man sich dann fest im Arm,
ist es egal, wenn jeder schweigt.

Ein jedes Wort wird stehen gelassen,
und ich häng einfach in der Luft,
doch könnt ich so viel leichter fliegen,
und du fällst einsam in die Kluft.

 

 

 

 

© Amy Herzog

Egal. 

Während ich mich auf die Suche machte, nach einer Steigerung für das Wort „egal“, bin ich über die Ignoranz gestolpert. 

Leere Lehre.

Ein jedes Wort bleibt eine Lehre,
das eine Tat wohl nach sich zieht,
und wenn das Wort nur eine Leere,
ja selbst dann noch die Lehre sieht.

 

© Amy Herzog

Beängstigende Worte …

*

Manchmal
Suche ich nach Worten
Verzweiflung spricht vom Herzen
Und schrecke dann zusammen
Wenn ich sie gar gefunden
Habe…

*

Worte
Die beschreiben
So klar durch Scherben spiegeln
Was tief in meiner Seele
Verursacht diese
Schmerzen…

*

Finden
Will ich sie immer
Doch machen Sie mir Angst
So kann ich sie nur löschen
Vertreiben aus Gedanken
Dass du sie niemals
Hören kannst…

*

© Amy Herzog

Ratlos.

Manchmal weiß ich meiner Worte,
nicht was eins bedeuten kann,
Sätze schreiben sich von selber,
und ergeben sich nur dann.

Irgendjemand wird was finden,
fühlt gar einiges wohl gleich,
ich hingegen bleib‘ nur ratlos,
warte hier – wann werd ich reich?

 

 

© Amy Herzog

Wie auch du…

Für D.

 

Aus der Ferne, aus dem Schweigen,
ohne Kenntnis deiner Schritte,
hast du mich im Wind zerrissen,
wie auch du zerrissen bist.

Mit den Worten für die Menschheit,
und dem Zweifel an dir selbst,
hast du mich ins Herz getroffen,
wie auch du getroffen bist.

Meine Liebe fischt im Trüben,
wie du durch dein Leben fischt,
trinkst zum schreiben deine Tränen,
wie auch ich ertrunken bin.

 

 

© Amy Herzog

Mein Sein..

Lese ich die alten Worte,
weiß ich nicht, ob ich je war,
nur erdacht im Universum,
unsichtbar und niemals wahr.

Zu unendlich für die Nähe,
und doch zauberhaft und klar,
doch dann wieder in den Sternen,
sterbe ich und war nie da.

Meine Spuren in den Worten,
wie ein Korn die Wüste sah,
bleibt vergraben in der Menge,
zerbrechlich, unberechenbar.

 

 

© Amy Herzog

Alte Gedanken …

Für D.

Seitdem vergeht kein Tag. An jedem Tag denke ich an dich. Und an uns. An die unsterblichen wortvollen Nächte, an deine melodische Stimme. Und an den Glanz in deinen Augen. 

Kein Abend zieht an mir vorüber, an dem ich mir nicht unsere fast zwei Jahre alten Mails durchlese. Als könnte ich nicht ohne ein Wort von dir einschlafen. 

Und kein Morgen beginnt, an dem ich mir nicht wünsche, dass du wieder schreiben würdest. Doch frage ich mich nur… Ob du dir das gleiche wünschst? 

Seelenschnitt…

Ich atme deine Worte ein,
sie rauben mir die Luft,
erdrosselt liegt die Hoffnung hier,
es raucht des Sterbens Duft.

Tränen die vergossen sind,
nur Blut tropft in den Fluss,
Schatten über Glück sich legt,
versperrt den letzten Kuss.

Tief der blutend Seelenschnitt,
doch nichts gegen den Schmerz,
ich bade unter Rauch und Schwarz,
es ruht – mein stummes Herz.

Ich atme deine Worte ein,
sie gaben mir die Scherben,
aßen reich und tranken Wein,
und ließen mich im Sterben.

© Amy Herzog

Kalter stummer Wind..

Ein letzter sanfter Kuss
zum Schluss, der Atemzug
weht der Wind an mir vorbei
meine Hand auf deiner Brust
wonach du gehen musst.

Die duftende Erinnerung
bleibt mir nur erhalten, immer
wird sie schlimmer, sehe nicht
sehe nur durch Nebelschimmer
dich mein allzu fernes Licht.

Hat es mir noch weh getan
einst, wenn so stumm du weinst
weint mein Auge keine Tränen
mehr, schwimme längst im
bittersüßen Tränenmeer.

So ward ich in die Knie
gezwungen, hast dich nur nie
umgedreht, dann – wenn du
und dieser kalte stumme Wind
in die falsche Richtung weht.

 

© Amy Herzog

Furcht…

Ich fürchte mich vor deiner Stimme,
denn dort hab ich mich einst verirrt,
verstecke mich vor deinen Worten,
wo mein Herz doch nur fallen wird.

Ich fürchte mich vor deinen Worten,
wo eines mir die Hoffnung spricht,
wenn du doch niemals dazu stehst,
erlischt zugleich mein kleines Licht.

Ich fürchte mich vor deiner Sonne,
vielleicht erscheint sie nicht für mich,
ich bleibe ängstlich in den Schatten,
und warte letztlich dort auf dich.

© Amy Herzog

Ankommen?

Ich dachte einst vor langer Zeit,
dass ich schon angekommen wär,
doch jagt mich hier die Traurigkeit,
umhüllt von Sehnsucht immer mehr.

Der Weg, ist er denn endlos lang,
so sag, wohin wird er mich führen?
Zuweilen wird mein schwerer Gang,
in Sackgassen das grau berühren.

Ich dachte einst vor langer Zeit,
dass ich längst angekommen wär,
und wird der Weg auch endlos weit,
die Hauptsache, er bleibt nicht leer.

© Amy Herzog

Meine Asche…

Wie Regenbogenfarben in den Augen brennen,
so rennen sie doch schnell an mir vorbei,
ungesehen, in meinem schwarzen Kämmerlein,
wünsch ich mir nicht mal mehr den Trost herbei.

Nur die Träume senden meine Asche noch dem Himmel,
und treiben meine Tränen durch die Nacht,
vermissen sie im Sonnenschein wohl noch das Gold,
erliegen letztlich lieber dieser größten Macht.

Und wenn die letzte Farbe schon verschluckt ist,
was nützt mir dann noch dieses letzte Wort,
ich bleibe schweigend sitzen, während du nie warst,
und sehne mich so kraftlos nach dem warmen Hort.

© Amy Herzog

Wolkenschlaf..

Wenn ich in den Wolken schlafe,
zeichne ich die Zukunft auf,
und am Abend in den Sternen,
blicke nur, mein Schatz, hinauf.

Tausend Sterne formen Bilder,
wie sie unser Leben zeigt,
die zwei Herzen in der Mitte,
mit dem Traum zum Himmel steigt.

Unser Traum, er bleibt unendlich,
wie die Liebe uns einst traf,
und am Abend in den Sternen,
wiegen wir uns in den Schlaf.

© Amy Herzog

In der Wüste…

Einsam ging ich durch die Wüste,
schrieb im Sand „ich liebe dich“,
hoffnungslos verging die Nacht,
doch unerwartet fand ich mich.

Einsam ging ich durch die Wüste,
und fand darin dein blaues Meer,
traf dein Blitz in meinem Herzen,
Liebe – doch sie trägt sich schwer.

Einsam ging in durch die Wüste,
wenn das Schweigen mich geleit,
genügt ein Blick in deine Sterne,
wo Zweisamkeit mein Herz befreit.

© Amy Herzog

Die Träne..

Tränen spiegeln keine Worte,
leer im Staub und ausgeräumt,
allein im kalten Nichts der Hoffnung,
blickt der Geist, der weiter träumt.

Tränen spiegeln keine Nähe,
weisen ins Alaska fort,
unterm Eis die schwache Seele,
flüstert eine Liebe dort.

Tränen spiegeln keine Zukunft,
heiße Steine trocknen still,
niemand nimmt sie in der Wahrheit,
was die Träne wirklich will.

© Amy Herzog

Liebe..

Ich liebe dich, mit allen Seiten,
das Wort, das in der Seele steht,
ich bleib bei dir für alle Zeiten,
wo dieser Wind niemals verweht.

Ich liebe dich, kaum zu beschreiben,
in Ecken, Kanten mich verrannt,
doch Hand in Hand möchte ich bleiben,
dein Blick letztendlich so charmant.

Ich liebe dich, dein ganzes Wesen,
mal lustig, zickig, wie ein Kind,
doch bis zum Ende will ich lesen,
wenn wir im Glück zusammen sind.

Ich liebe dich, so wenn ich lache,
das größte Glück, das du mir gibst,
selbst wenn das Herze ist das schwache,
so zeigst du stets, dass du mich liebst.

Ich liebe dich, Fels in der Brandung,
mein Leuchtturm in der Dunkelheit,
in deinem Arm für mich die Landung,
so sanft und warm in Ewigkeit.

© Amy Herzog

Was will das Herz?

Ich lese deine schwarzen Worte,
und frage mich nur noch „warum“,
so unnötig sind all die Wunden,
doch bleibe ich nur weiter stumm.

Ich sehe noch in meinem Herzen,
wie sich das Glück mit uns verband,
die Reise ohne diese Schmerzen,
sie war gemeinsam Hand in Hand.

Ich sehne nur nach diesen Zeiten,
und frage mich noch einmal still,
warum kein Glück, nur Seelenwunden,
was ist es, was das Herz denn will?

© Amy Herzog