Suche nichts, mein Liebster was nicht gefunden werden kann kein Kompass ist dein und die Sternbilder blenden mein Herz in der Truhe am Grund des tiefschwarzen schimmert nur an der Oberfläche anmutig salzigblautürkis dein Herz aber muss schweigend still zwischen den Welten verloren gehen, leiden, enden wenn’s mein erkaltetes Herz schlagend finden will
Inmitten seiner, sich behutsam um sie schmiegenden Arme, sank sie jungfräulich nieder, schaute ihn mit ihren großen erwartungsvollen hellblauen Augen an, zierte sich in nebliger Ahnungslosigkeit, wehrte sich gedanklich in aneinanderreihenden Momenten, ihrer immer schneller flach-flatternden Atmung. Mit nur einem einzigen Kuss kitzelten farbenfrohe Schmetterlinge jeden Quadratmillimeter ihrer bröckelnden Fassade, die sich unter glitzerversprühenden Flügelschlägen in glatten Marmor verwandelte. So schloss er sie noch fester in sich ein und sie fühlte sich wie in einem Kokon aus liebevoll gesponnener fliederfarbener Seide, vor Seelenschmerz beschützt, nährend, ewig während, mit zeitlos funkelnden Augenblicken in jeder Masche.
Du aber bleibst meine einzige – die wahre Muse trinkend aus deinem Äther weil dein Herz so lieblich klingt in blutroten Küssen und der Scherbenschnee sanft meine Haut umschließt wenn ich es zerbreche dieses unerbittlich schlagende in abertausend Enden mir doch den Anfang schenkt wenn der große Mond die Erde küsst
So entsandte ich in einer letzten Träne das Fehlgeleitete Stück schnitt es aus meiner Seele lies es ziehen, fließen, treiben und es griff selbst zur See
Ich aber bleibe der Erde nah auf dass es [nie wieder] zurückfindet..
Ein dunkler Raum in zeitloser Zwischenwelt rastet in unendlicher grenzenlos Poren sickernder in hingebungsvollen entblößten Seelenkörpern durch Ewigkeit
Die Außenwelt zeigt wie Farben durcheinander aneinander vorbei verlieren und suchen vermischt in verbrauchten Stunden
Wir liegen darin suchen Liebe, Nähe, Sinn Bedeutung im bedeutungslosen Wahrheit in Lüge und im verschiebenden verschwiegenen die Mitte uns
Wir brauchen nichts in der Dunkelheit wir sind wir wie wir sind sind wir mehr Sterne, Ozean, Mond oder Pfütze
Fragen die hier nicht existieren in der Zwischenwelt wir sind klein wir sind die Mitte wir sind nackt wir sind eins wir sind wir
kalter Nachtwind kippt Fenster, Sehnsucht Lust, Gespenster und Regen klafft zwischen morschem Geäst während Schmetterlinge schlafen den Regen aber innen halte ich zurück
Violettem Sommerflieder gießt Leben und stößt den Duft um meinen liebenden Leib doch schwach, so schwach, so schwach schlägt meines gegen die raue weiße Wand deiner schweigenden Brust
Auf salzigen Lippen küsst ein zarter Schatten meine Wunden endlich blind und taub versinke ich im weichen arktischen Fleisch und ich bilde mir ein letztes mal ein es wär ein liebender Teich
Taumelnd fliegen Träume in seichten Gewässern doch in deinem sticht jede Welle gegen splitternden Fels und wenn ich jetzt für immer falle dann bleibe ich wohlig in dir
Doch nur leise stöhnt der Wind wie ich deinen Körper an meinen Presse spüre ich näher zitterndes Ende der meinen Regen in seiner Hand aus deiner kalten Welt kippt
Die Lust fällt im Sonnenaufgang früher und du, der Kalte, singst dein Lied auf abgenutzten Schallplatten zerkratzt, wie ich wortlos im Rauch des Eises verblieb
Selbst meine Abgründe zeichnen sich in deiner Seele und du machst daraus Gold wenn ich fließe bist du mein Fundament und wenn ich an dich denke dann an ein Leben mit Lachfalten in jedem Winkel selbst im geteilten Leid und wenn Ehrlichkeit duftet dann nach Freiheit nach Zuflucht Sicherheit Erde
Ich bin keine schöne Frau! hashtag: der Charakter zählt, nur der Charakter zählt – such ihn woanders ich kann gerade bis drei zählen: eins, zwei, zweieinhalb, zweidreiviertel
Fernweh will Meer am Strand Zuhause sammeln um’s im Schrank einstauben zu lassen, loszulassen fallenzulassen
Da ist wohl: Bedeutung die schweigt Da ist wohl: eine einzige Nacht die ankommt und nicht Da ist wohl: mein geschundenes Herz adipös
/Wegen Überfüllung geschlossen/
bei drei wählt mein hashtag: Chirurgie für allerlei das limbische System wird entfernt und ich reibe mir den Staub auf die wunde Haut
es häutet mich
von innen
wie von sinnen
haftet in blauen venen
gefrorenes blut
und mein lautes sehnen
ruht nunmehr ohne
punkt und ohne komma
in endlosen sätzen
oh wortlos schlagender stein
so höre ich noch
mein kratzen und ächzen
Ich hatte die Wahl zwischen Kripo und Superschurke. Nur Ihr wisst, welchen Weg ich gewählt habe. Den spannenderen. Und wenn meine Datenbank auf Hochtouren läuft, dann sehe ich sogar selbst das, was Ihr von Anfang an gesehen habt. Und dann finde ich mich selbst einen Moment lang gruselig. Aber nur einen kurzen. Nicht so wie Ihr. Ihr habt noch immer Angst. Ich gebe zu, so wie Ihr zweifelte ich eine Weile. Aber bisher hat es niemand sonst gesehen. Nochmal Glück gehabt. Als unscheinbares braves Mädchen lebt es sich leichter. Und was Euch angeht, wir beide sehen uns in den Sphären.
hunger
hunger
hunger
auf leisen sohlen
das lächeln gestohlen
wohlig durch die eingeweide
in tiefer umarmung
gegen eisblock
innen
außen mehr tot als lebendig
spiegelbild lacht aus
und klatscht nen Filter drauf
lügt von wahrheiten
wo die stimme
schweigt
angst
und hunger immer
hunger
hunger
hunger
Mal Safespace: gesellschaftskonform unverpackt nackt und ehrlich lässt sich Liebe nicht anketten nicht besitzen ob du Pan, Trans, Hetero bist und was es sonst noch alles gibt Hauptsache viel Buntliebe erzähle mir, wenn du neues erfindest oder drauf stehst, dein Stofftier zu knutschen so vieles ist verpönt beim Stockimpopöchen und dann wird von lieblos geredet in der Polyamorie aber: tagtäglich tausendfach Kriegsfotos sensationsgeil bestaunen nachdem man den Partner beschissen hat ist ok
geben wir dem Alkohol die Schuld und schieben den Stock tiefer damit es nach außen hin hübsch glänzt
mein betrunkenes herz aber fühlt, verliebt und zerbricht allein wie das zwitschern eines einsamen vogels der auf dem weg gen süden erfriert weil er zu lang gewartet hat
Drabble-Dienstag mit Lyrix. Ein Drabble besteht aus genau einhundert Worten, in denen drei Worte vorkommen müssen. An diesem Drabble-Dienstag sind es die Worte: Brücke, Spirale, Schmunzeln
Tänzeln
Zwischen Realität und Wahnsinn tänzelt sie, dreht sich in einer Abwärtsspirale, bis es dunkler wird. Äußerlich legt sie einen gusseisernen Kanaldeckel auf ihre innere Kloake und hofft, dass es nicht stinkt, während sie Fremden freundlich schmunzelt und winkt. Auf ihrem langen Weg nach Hause, von dem sie nicht weiß, wo das ist, geht sie bei Sonnenuntergang über eine menschenleere Brücke. Stundenlang balanciert sie über die Brüstung, unter ihr der eklatante Abgrund, der das Ende zeichnet, durch ihr Haar streichelt Wind. Sie liebt ihn hingebungsvoll und weiß, dass er sie irgendwann in eine Richtung mitnehmen würde. Solange tänzelt sie mit ihm.
heute ruft stille in mir offen und verwundet die nackte liebe begreifen schweifen, beben, irgendwo stranden nicht mehr und nicht weniger als leben und landen wiederfinden in weit entfernten sternen von lust trinken tiefer sinkend liebe finden die stille sterben lassen
in der schwebe glühender sonne einer seele verbrannte ihre haut mit ein paar krümeln tabak und dem sperma unbedeutender männer vor denen sie davonrannte
danach immer danach
der kadaver aber kann noch rotzen gar dem azrael trotzen während ausgehungerte nekrophagen im sturzflug die messer wetzen
zu lieben im brachland aber gleicht ihren zurückgehaltenen tränen sie schweigen von wahrheit tänzeln mit müden knochen um exsikkose
wo losgelassene nur ihren durst bezwingen und geigen von verlogenen illusionen singen
Auf meinem Rücken
lasten die Spuren deiner und meiner
Lust wie warmes Gestein
gefesselt von deinem
Willen – gefangen
beschützt
in deinem Arm
ergebe ich mich, errege
im Bewusstsein unserer Bindung
befreite Seele
besitzt du meine Haut, mein Fleisch
in tiefer Berührung
wie ich durch deinen Augenblick
schwebe
mit einem einzigen Winter gefriert das Herz und zerbricht wohl brechen Scherben zauberhaftes Licht berühren jedoch, kannst du es nicht und so schnell der Winter auch von dannen zieht ist es dein blutend warmes Herz das kein Heim und kein Licht mehr sieht wenn die gleißende Sonne den Meeresspiegel ins Ende küsst
Autobahnrauschen klingt nach Meer in der Ferne heult ein Hund und gibt meiner Seele eine Stimme Mondlicht schimmert sanft durch den dichten Kastanienbaum Grillen singen ihr Nachtlied wie ein traurig blaues Liebeslied das mich lächeln lässt
Der Lack hat seine glanzvollen besten Jahre hinter sich und nur ein Sternzeichen erinnert noch an die naive zarte Jungfräulichkeit, während das gnadenlose Friedhofsblond im Spiegelbild einen Platz in der Gruft reserviert. Der Kadaver ist keine zwanzig mehr, aber die Haut schnallt an einer kleinen Stelle noch zurück wie ein Gummiband, der Rest imitiert bei Wind ein Flatterbandgeräusch. Aber was ist schon Zeit, wenn ein erstes Mal nur wenige Sekunden andauert und der hektische Weg vom ‚müssen‘ gemütlich Richtung ‚wollen‘ schlendert. Schlimmer als schön kann es nicht werden, tiefer der Sturz nicht fallen. Und falls doch, ist der Platz reserviert.
deine Beine fühlen schwerstes Blei
so höre ich wohl deinen Schrei
scheuern tiefer sinkend scharfe Ketten
auf ausgezehrten Knochen
hängen, ziehen goldverzierte Truhen
all meine Geheimnisse
lasse ich tief und tiefer in dir ruhen
und du willst
doch kannst sie nicht
erreichen, brechen, lesen, bleichen
meine Sickergrunbenseele
unergründlich
Kopf verdreht, die Glieder taub
so schwer dein Herz
verendet zehrend, liebend, leidend
in meiner Handvoll Staub
Im großen Bett allein reisend durch die Nacht schmiegt sich Sehnsucht an nicht nach längst vergessenen Nutten nach Leben, Zuflucht, Vertrauen, Nähe, Zukunft und einem Kampf um die Decke samt dem Kuss
Die kalte Einsamkeit die eine extra Ausladung braucht soll mich allein lassen sie überschreitet das zugelassene Höchstgewicht
In der See werde ich ertrinken
wenn der Tag
meine Haut vom Knochen löst
und dem weiten Schatten
den der Mond wirft
werde ich unter der Oberfläche
entblößt offenbaren
was so lang darunter brennt
und die See
wird darüber ein Lied
komponieren
das dir sanft bei Vollmond
die Stirn küsst
schlaflos ist die Nacht
doch nicht der Traum bleibt mir fern
als mich der große Mond im Licht verschließt
nur das Irdische verirrt sich dahin
und wird vom Gift zu Wein
zwei tanzende Körper
mit dem Schicksal halber Seelen
trunken summen mehr, als dass sie singen
sind doch nicht mehr allein
und lassen Körper, Körper sein
wie's gipfelt in entblößter Lust
verschmilzt das Seelenlicht zu blau
trinkt der eins-gewordene Mond
am Grund des Ozeans Eden
bis der Tag zerbricht
im matten grau
ich erinnere dem Klang im Winter schallt er durch Schneebedeckte menschenleere Städte und hinterlässt die ersten Fußabdrücke die einzigen in mir
dumpfes Knacken rinnt durch meine Finger und ich schlafe unter dickem Eis streichle deine Wurzeln die mich wie Seelensplitter an dich binden
ich erinnere der Wahrheit wie Stürme deine Äste brachen und Kinder ein Baumhaus bauten sie sind inzwischen erwachsen und haben es vergessen
aber ich erinnere dem Klang und streichle Einsamkeit von deinen Wurzeln trinke, lebe, atme, friere wenn ich nur aufwachen würde endlich aufwachen sehen, fühlen
In der Morgendämmerung küsst mich eine leere Bettseite und streichelt den wiederkehrenden Traum holt mich sanft in einem Geheimnis ab und ich falle in die Welt zurück
Ist eigentlich alles ein Geheimnis wirklich unaussprechlich oder hat nur nie jemand gefragt?
In der Abenddämmerung suche ich dich unterm Kopfkissen und finde meinen geliebten ein liebliches Betthupferl meinen ersehnten Traum
Kein Abschied
nur ein ewiges Ende
ward in mir zu Treibsand
fraß mein Fleisch
und ließ nur die Fassade zurück
Fassade lebt nicht
liebt nicht
sie atmet nur
hält eisern Stand
bis Eure Lanzette mein
Innerstes im nächsten Leben
am offenen Herzen
ernährt
(Z.d.N)
Triggerwarnung: hier gibt’s keine Blümchen und keine Sonne.
Ich mag den grauen Himmel, könnte mich stundenlang von den Wolken führen lassen und vom grellen Licht in die Irre. Stattdessen höre ich alte Musik und lese in alten Büchern. Man merkt es den Künstlern an, wenn sie glücklich geworden sind und es sei jedem von Herzen gegönnt. Aber selbst wenn ihre Texte weiterhin meinen Geschmack treffen, das Gefühl ist weg. Auch ich kann mich davon nicht freisprechen, obwohl ich das mit dem Glück nicht lange aushalte. Es ist mir zu langweilig. Ich mag meine Leichen im Keller und mag Menschen, die ebenfalls ein paar Leichen hegen und pflegen. Ich kann also sagen, dass ich nicht glücklich, aber ruhiger geworden bin, rein äußerlich.
Ich kann mich nicht mal mehr daran erinnern, wann ich das letzte mal die langen Ärmel meines Pullovers über meine frisch geschnittenen Wunden gezogen habe, welche dann selbstverständlich nach und nach mit diesem verklebten. An das Gefühl, wenn ich den Pullover wieder auszog, kann ich mich aber erinnern. Je nach Tagesform geschah das langsam oder ganz schnell. Heute müsste ich theoretisch, wenn ich kurze Ärmel trage, ne „Triggerwarnung-Kette“ um den Hals tragen, ganz wichtig: mit integriertem Warnsignal, damit die Ignoranten, welche die Narben durchaus mit verächtlichem Blick beäugen, auch die davor warnende Kette wahrnehmen. Nur zur Absicherung. So als kleinen humoristischen Rand. (Ist halt wirklich mein Humor)
Während ich mich also an meinen Leichen erfreue: in dem Zusammenhang: die weltweite Tötungsrate beträgt 6,2 je 100.000 Einwohner. Das nenne ich einen Gesprächseinstieg! „Hast du eine deiner Leichen selbst getötet?“ Wenn die Antwort lautet: „ich habe keine Leichen“, dann bitte, bitte lass mich in Ruhe. Heute hat mich auf Insta so ein glatt-gebügelter Mustersohn angeschrieben mit „Hallo, wie geht’s?“ Diese Frage hat mich irgendwann mal überfordert, inzwischen knallt mein Kopf reflexartig auf die Tastatur, eine Haarsträhne löst sich aus meinem Gammeldutt, bewegt die Maus, klickt auf „blockieren“ und dann werde ich wieder wach. Zumindest denke ich, dass es so abläuft, während ich vor lauter Ödnis mit dem Kopf auf die Tastatur knalle.
Aber ich kann ja auch angepasst höflich sein, also antwortete ich diesem ominösen Fake-Profil (keine Ahnung, ob das ein Fake war, ist ja auch egal) mit „kann nicht klagen“, als würde es ihn wirklich interessieren und hing die Frage an, wo er denn mein Profil gefunden hätte. Die Antwort, die ich darauf erhielt, beantwortete zwar nicht meine Frage, löste aber meinen üblichen Reflex aus. „Blablabla, schleimschmierglibbersülzkotz, du siehst so charmant aus, blablabla.“ Bei „charmant“ war ich raus, den Rest habe ich nicht mehr wahrgenommen. Ich bin nicht charmant, nur damit das klar ist. Mit solchen Leuten bin ich wirklich nicht kompatibel.
Um aber zurückzukommen, während ich mich an meinen Leichen erfreue, und den grauen Himmel so viel schöner als den sonnigen finde, höre ich alte Musik und lese alte Texte. Und dann erlebe ich das, was ich eben schon sehr oft erlebt habe, ich schaue nach Neuem und stelle fest: ah, die sind glücklich. Wirklich nichts für ungut, ich mag, also ich finde, also sie sollen glücklich sein, ich mag, ähm also, es hat definitiv ne Daseinsberechtigung, ja. So. Ich finde das Glückliche einfach unheimlich unheimlich und es kommt mir ziemlich suspekt vor. (Gibts eigentlich auch Sonne und Menschenhassende Paare, die sich gemeinsam in ihrem Depressionsmüll suhlen? Oder was auch immer die Psyche so hergibt.)
Ich muss es halt fühlen, mal so ganz allgemein, nicht nur bei Künstlern. Und ich fühle es nur, wenn die Menschen, entschuldigt diese Direktheit, echt gestört sind (das ist sehr wertschätzend und liebevoll gemeint). Je kaputter die Person, desto intensiver das Gefühl. Die Leidenschaft. – In eine Person konnte ich mich so gut hineinfühlen, dass sie dachte, ich läge seit Wochen unter ihrem Bett und ich spüre diese Person nach vielen Jahren immer noch so intensiv, trotz diverser Barrieren. – Aber das soll nichts zur Sache tun (um welche Zeitverschwendung es in diesem Text auch immer gehen mag).
Unterm Strich: zeig mir deine Leichen, dann zeige ich dir meine. Dieses System könnte funktionieren. Und nun höre ich weiter meine alte Musik und lese alte Texte.
Nicht alt, aber in diesem Sinne etwas Gänsehaut (bei dieser Stimme)
Mit leise stöhnender Stimme
zittert zärtlich schwach
und flehend
wie der Hunger wilder Wölfe
den Duft von Lavendel und Limone
getragen vom Wind
und legt sich wie ein weicher Schal
im Winter um deinen Hals
„bitte...“
...
„bitte....“
...
flüstert die Nacht
in ihren dunkelsten Stunden
sanft in dein Ohr
und legt sich wie eine Decke
über den nackten Leib
Wie die Frauen mittleren Alters ihre Höschen auf deine Bühne werfen – gefällt dir talentiert und unverschämt gut aussehend ganz offensichtlich zählen wir nur die Slips unter deinem Bett
und ich wäre mit dabei mit meinen ewigen neunundzwanzig Jahren *hust* gibt es angetackert zum Slip den passenden BH eine vollständige Bewerbung ne beglaubigte Geburtsurkunde und die Referenzen verflossener Liebhaber
nur lad‘ mich bloß nicht ein ich verfalle keinem Lügner mehr
Ein Uhr Nachts mit befleckter Jungfräulichkeit die Nachbarn geweckt Empörung dringt aus ihren Poren aus unseren die Lust
deine Haut schmeckt nach Mondlicht das hinter den Wolken schimmert vergrabe mich in Brusthaaren die mich in einem Netz aus Wolkenstoff auffangen atme Stöhnen aus der feuchten Luft ein und stoße Glühwürmchen in kühle die Nacht zurück sie zeichnen mir ein Bild aus dem was ich drum geben würde in dir zu ertrinken um in unerforschte Tiefen zu sinken und in deiner wohligen Wärme zu verenden
vier Uhr Nachts die Dusche stellt sie wieder her und die Zigarette danach besiegelt mein Schweigen
Wie viel hochprozentiger Müll muss sich noch durch deinen wunden Hals brennen bevor er deinem Nucleus accumbens den Garaus macht? Am Boden der Flasche wartet keine Belohnung.
Dein Hochgefühl startet mit fahler Ernüchterung in den neuen Tag selbst wenn es gerade schön ist, mit Leichtigkeit zu fliegen und die bleierne Einsamkeit zu vergessen
Am Ende des Tages beißt sich deine Katze in den Schwanz.
Den Schmerz trägst du, solange er es dir wert ist.
Regen ist nüchtern und hält die Hand vor den Mund starrt auf weiße Wände einerlei ist was und wie ich etwas fände wie bei einem unbarmherzigen Carcinoma liege ich im Koma und schaue den falschen Film während der Werbepause schlafe ich ein und träume mich in eine ‚richtige‘ Welt
Regen ist noch nüchtern hält sich zurück solange der Schock gesoffen wird und ich besoffen die Hemmung verliere dann will die Welt tragen konservieren meine Sehnsucht darin einkochen jede Nacht in sie verlieben (in dich) selbst wenn es schmerzt und sie am Ende im Regen ertrinkt
Ich bevorzuge deine klammernden Wurzeln deine Wiedergeburt schmeckt nach abgestandenem Mineralwasser ja ich wär‘ dann nicht mehr durstig ja du füllst den Magen aber wo bleibt die Hingabe verdammt?
Trinke dann erinnernd deinen Saft aus weichem Moos schmeckt nach Traurigkeit, die ich an dir liebe nach Sex aus purer Verzweiflung und das Ende war schon da während hinkende Gefühle entgleisen reise ich durch fahle Wüsten was mir von dir bleibt leckt auf meinen trockenen Lippen den Geschmack von oxidiertem Eisen
Erzeugte Parodie
Ich suche noch nach deinem Witz
während sich im nackten Hirn
Laufmaschen bilden
aber Hauptsache es amüsiert
köstlich verschlungen
und wieder ausgewürgt
wie die Katze den Haarballen
Parodie ist ohne wahr zu sein, wahr
wie das so ist im Leben
nach und nach brechen die Lungenäste
irgendwann ist man das Atmen leid
Hauptsache es hat gemundet
für einen Seelenblick
Die Pointe lässt auf sich warten
Wieder Drabble-Dienstag von Lyrix. Ein Drabble besteht aus genau einhundert Worten, in denen drei Worte vorkommen müssen. An diesem Drabble-Dienstag sind es die Worte: Balance, Augen, Wohnung
Nachtdienst
Tage verliefen gedanklich kräftezehrend.
Auf vierundsechzig Kilometern Richtung Arbeit denke ich an Dinge, die ich lieber täte, wohin ich lieber fahren würde, ob ich in meiner Wohnung bliebe, oder in deiner.
Meiner nichtvorhandenen Mimik sieht man’s an. Die Augen leer. Ich rechtfertige in der Übergabe mit Kopfschmerzen, dabei verliere ich innerlich die Balance. Ich erinnere mich an eine letzte Mail, die mir jemand geschrieben hat: „eine Enttäuschung ist das Ende einer Täuschung“.
Meine Phantasie reicht gerade noch, um darin meine Identität wegzuwerfen und davonzulaufen. Irgendwohin, nirgendwohin. Möglicherweise an Orte, an die ich während der Fahrt dachte.
Mit morschem Herzschlag verliebte ich mich ins Feuer. Dieses einsam knisternde, das mystisch in sich tanzende, das Unberechenbar ausbrechende und wieder in sich zusammenfallende. Nicht nur, um meine Fingerspitzen daran zu erwärmen, so wie es alle Anderen taten, ehe sie für immer verschwanden. Ich wollte hineinspringen, gemeinsam mit diesem Feuer brennen, dieses Feuer sollte mich besitzen, damit ich es, wenn auch ich brenne, selbst zur größten Feuersbrunst werde, sie selbst besitze, uns besitze.
Der Gedanke, selbst wie alle Anderen zu verschwinden, zog schmerzhafter durch meine Gefäße, löste eine noch größere Furcht aus, als vor dem Feuer selbst. Und während ich dieses Feuer über Jahre hinweg beobachtete, versuchte es zu studieren, damit sein Ausbrechen berechenbar für mich würde, meinen Blick also vom tiefsten Kern nie abwandte, aber immer nur den Abschied empfand, entschied ich, mich dem Feuer zu nähern. Als meine Sicht, je näher ich dem Feuer kam, immer klarer wurde, bemerkte ich, dass ich diese wunderschöne Leidenschaft des Feuers, welche mich auf unerklärliche Weise von Beginn an magnetisch anzog, bereits vor langer Zeit auf ewig in sich zusammengefallen war. Was blieb ist das Gefühl von Abschied in einer Hand voll kalter Asche.
Mit morschem Herzschlag tat ich aber nicht etwa das, was all die Anderen taten, denn ich verliebte mich nicht nur in die Wärme. Ich verliebte mich in das nicht sichtbare, aber alles erfüllende Wesen des Feuers und ich wusste, dass selbst aus der kalten Asche, irgendwann ein Phönix emporsteigen kann. Also sank ich nieder, schenkte der Asche meine einzige Träne, grub mich darin ein, schlief und ersehnte die Feuersbrunst.
siebenundsechzig Briefe schreibe ich dir
nicht einer kommt zurück
nur quält mich nicht das Gewicht
dein Schweigen erzählt alles
was ich wissen muss
bleibe ich unwissend leer
keinen Namen kein Gesicht
dem achtundsechzigsten Brief
werde ich mein Wissen beifügen
und im Gedanken einen Kuss
fleisch lebt einsam, fleisch wird staub und rauch bedeckt den vater tod bin ich noch hier, bist du es du in mir und ich in dir eins geworden, eins geblieben wohin uns Weltenmeere trieben ohne es zu spüren uns
tief im Grunde schweben wir still seekrank plus verrückt bin ich einsam doch entzückt hinter rauch ist alles taub letztes atmen, kuss und staub fleisch tropft rot, fleisch lebt nur einen augenblick, vater tod und liebt bevor’s vergeht