Schreiben

Nachts

Nachts ist es ruhig,
denn alle Monster schlafen schon
nur ein leises knacken,
surren, rauschen,
flüstert hinter jedem Blatt…

Nachts ist es ruhig,
keine Augen an den Wänden
wann kommt der Schlaf?
der mich auch gestern
erst am Morgen traf…

Nachts ist es ruhig,
wie starren Sie mich an?
Ich schalte alle Lichter aus,
denn ich komm‘ aus meinem
Kopf nicht raus…

Nachts ist es ruhig,
friedlich will ich mich zeigen,
doch zwischen den Zweigen
flüstern die Monster
und wollen mir die Ruhe zeigen…

© Amy Herzog

Wortgetränk

An diesem Abend
ist es nicht mein Lächeln
ich trinke nur dein Wort
von deinen Lippen
jedes Wort

Dein Wort
in meinem Schlund
vertrocknet deine Lippen
ich trinke, ich ertrinke
mehr und mehr von dir – von uns
du trinkst mich wund

Mein Geist ist still
-obgleich ich sprechen will
taumle ich zum Bahnhof
sturzbetrunken

Und werfe keinen Blick zurück

© Amy Herzog

Die Wahrheit

Ich schreibe immer gleich:
zu erst ein Werk in meinen Worten
eine Wahrheit, klar und rein
dann setze ich dem einen Schleier auf
damit niemand genau versteht was ich meine
und trotzdem hoffen kann
dass du es weißt

© Amy Herzog

Bühne hinter Gittern

Meine Bühne hinter Gittern
würde noch zittern
wär‘ ich’s nicht schon längst gewohnt

Der Sommer küsst
und so müsst ich’s erwidern
hinter Lächeln, hinter Liedern
geht mir der Atem aus

Schatten Winter ist allein
stürme, kreische, krieche, Schlaf
wart‘ ich träum dir nach
allein

Meine Bühne hinter Gittern
würde verbittern
wär‘ ich’s nicht schon längst gewohnt

© Amy Herzog

Der unscheinbare Diamant

Du erinnerst dich nicht an den Winter
gewiss nicht (oder doch?)
an den unscheinbaren Diamanten
der vom Himmel fiel

und getauschte Worte waren nichts
reflektionslos

Aber zutiefst inspirierend
warst du, riesig, allgegenwärtig
beinahe einschüchternd
strahlend

nein…

Du erinnerst dich nicht an den Winter
der unter allen anderen versinkt

Doch noch immer hängt der Winter
hängt an deinen Worten, deinem Geist
dem Gestern, dem einen Gestern von vor Jahren
im Gestein unter deinen Füßen

Irgendwann wird es wieder schneien
diesen unscheinbaren Diamanten
mutig zeigt er sich dir
und hofft auf deinen kühlen Blick

© Amy Herzog

Offenbarung

Ich lebe im Wort
nur im Anfang ist Nichts
stört die Stille meinen Schrei
die in der Nacht erstickt

Papier zeichnet lauten Sturm
die Seiten tonnenschwer
mehr, immer mehr
Leer.

Ich lebe zum Ende
blutverkleckst auf Seite zehn
kann ich atmend, schwebend steh’n
die Offenbarung endlich seh’n

© Amy Herzog

Neubelebung meines Blogs :-)

Lange Zeit war es still hier, aber das möchte ich nun gerne ändern! Aber am Anfang direkt mal die Frage: wer von meinen Verfolger:innen ist eigentlich noch da? Gerne ein mal kommentieren oder ein anderes Lebenszeichen hinterlassen. 🙂

In diesem Beitrag möchte ich ein wenig über mich berichten bzw. über das, was so los war, aber auch über die Pläne, die ich zukünftig hier umsetzen möchte.

Mir fällt natürlich auf, dass sich der Editor hier komplett verändert hat. Da werde ich mich neu hineinfinden müssen, weil ich mit der Formatierung unheimlich pingelig bin. 🙂 Aber für diesen Beitrag ist das erst mal nicht allzu wichtig.

Zu erst ein mal zu mir: Das ich (oder die meisten Anderen ^^) ein Alien zu sein scheine, das war mir ja schon immer klar. Seit einiger Zeit habe ich aber sehr viel über mich lernen – und mich akzeptieren können. Ich bin kein Alien, einfach nur Autistin. In den letzten Monaten habe ich es sogar geschafft, auch meine berufliche Umgebung an mich anzupassen. Und so ergibt es sich, dass ich frei genung bin, um diesen Blog wieder aktiv zu betreiben.

Nun zu meinen Plänen für diesen Blog: wieder anknüpfen möchte ich an etwas Kunst (aktuell Epoxidharz, aber das wechselt und macht nur einen kleinen Teil aus). Weiterhin möchte ich meine Lyrik/Prosa/Kurzgeschichten wieder aufleben lassen! Das wird einen größeren Teil ausmachen – also wie gehabt.

Neu wird sein, dass ich über Neurodiversität schreiben möchte. Über meine persönlichen Erfahrungen insbesondere Autismus, selektiven Mutismus und Depressionen. Aber auch über allgemeine Informationen zu diesen Themen. Auch über die Barrierefreiheit und dann und wann evtl. auch über Menschen mit Behinderung in unserem (deutschen) System.

Fragen und Anregungen sind sehr willkommen (sowohl per Mail, als auch per Kommentar)

so.

manchmal fühle ich mich toxisch
will mein letztes geld nehmen
und so weit fahren
bis ich irgendwo im nirgendwo bin

das system ist weg von mir
und ich bin raus aus dem system
löscht mich, ich hasse euch
mehr als ihr mich hasst

lieber fresse ich den müll der gesellschaft
als selbst im abfall zu enden
mit einer maske die mich frisst
nur damit ihr lachen könnt

wie ein schwarzes loch bin ich
aus dem system gefallen
aber meine würde behalte ich
das ist mein einziges recht

© Amy Herzog

Die Vorurteile haben Hunger,
ein „guter“ Koch den Löffel schwingt,
reich eingedeckt mit falschen Infos,
dabei den vielen Schwachsinn singt.

Und mit dem Wissen auf die Menschheit,
zur Hälfte zwar, doch das genügt,
der Andere hat die zweite bei sich,
doch dieser sich dort auch vergnügt.

Der Koch hat viele tolle Namen,
ne Suchmaschine nenn ich ihn,
warum denn auch Betroffene fragen?
der Koch hat leichtere Kalorien.

Fragt doch lieber mal die Menschen,
so altmodisch das klingen mag,
ihr könntet dabei etwas lernen,
was euch der Koch wohl niemals sagt.

© Amy Herzog

Mein Theater

Das Leben ist ein Theater
und ich bin der Schatten im Kostüm
muss ich können, muss ich sollen, muss ich wollen
– wie ein Kind an Mutters Hand
stehe mit dem Rücken an der Wand!

In die Mauern der Gesellschaft
hat der Maurer mich verputzt
– muss ich‘s lassen, muss ich passen
in die vielen Menschenmassen
mich verlassen…

Still und leise weine ich
ein Mäuschen flüstert: „will ich nicht!“
dann knabbert’s Löcher ins Gewand
ich nehm mich selbst kurz an die Hand
und sage euch – ich spiele mit:

Aber nur manchmal, denn ich bin Autist.

© Amy Herzog

Nachts

Nachts ist es ruhig,
denn alle Monster schlafen schon
nur ein leises knacken,
surren, rauschen,
flüstert hinter jedem Blatt..

Nachts ist es ruhig,
keine Augen an den Wänden
wann kommt der Schlaf?
der mich auch gestern
erst am Morgen traf..

Nachts ist es ruhig,
wie starren Sie mich an?
Ich schalte alle Lichter aus,
denn ich kann aus meinem
Kopf nicht raus..

Nachts ist es ruhig,
friedlich will sie sich zeigen,
und doch zwischen den Zweigen
flüstern die Monster
und wollen
mir die Ruhe zeigen..

 

© Amy Herzog

Neurodivers

Eine Weile ist vergangen

Brotkrumen liegen am Rand

Nur zurück will ich nicht

Hier ist es doch schön

Wenn das Wasser fließt

Erkenne mich nicht wieder

Ich bin nicht mehr ich

Habe mich verloren

Mein Spiegelbild – eine Maske

Und das bin dann ich

Bin ich noch dahinten

Bin ich in mir verborgen

Ich wäre gerne ich

Nur wer kann verstehen

Fragen über Fragen

Nie wird es enden

Das Feuerwerk im Kopf

Nie wird es verstanden

Meine Sprache ist anders

Aber das bin doch ich

© Amy Herzog

Einmal im Jahr..

Einmal jährlich nur ein Brief,
wo ich doch täglich nach dir rief,
nur im Stillen, nur im Stummen,
hörst auch du mein Schweigen summen?

Wünsche werden überflüssig,
außer die im Traum
und ich glaub es manchmal kaum
(Bilder sinken durch den Raum)
doch es fühlt sich beinah wahr.

Sind es Äpfel, Birnen, Mandarinen,
sind wir, was wir sein zu schienen?
Was ich nur weiß, du siehst den Mond,
der auch bei mir hier drüben wohnt.

Manchmal muss es eben reichen,
irgendwann ein Tag im Jahr
(kein besonderer)
und bis dahin verbleib ich stumm –
nach dem warum zu fragen
wäre dumm…

© Amy Herzog

Verlust…

Impressionen vom Drachenfels

Zum Einstieg mit einem Gedicht von Maccabros:

Drachenfels…

Der Drachenfels, so groß und mächtig,
wie er hoch oben einfach thront,
der Blick geht weit, über die Lande,
mit dem Er Deinen Aufstieg lohnt…
© Maccabros 15.02.2019

Zur Seite und zum Gedicht von Maccabros

 

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Ausblick aus der Drachenfelsbahn.

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Ausblick Siebengebirge

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Der Rhein.

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Der Drachenfels ist ein Berg im Siebengebirge am Rhein, zwischen Königswinter und Bad Honnef.

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Ruine Burg Drachenfels.

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Die Ruine.

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Was es in einem Loch einer alten Mauer zu entdecken gibt 🙂

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Drachenfelsbahn.

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Selbstverständlich gibt es dort auch echte Drachen, was dachtet ihr denn?

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Ich hoffe die Bilder haben euch gefallen. 🙂

Bei Verwendung bitte ich um vorheriges Nachfragen und um eine Verlinkung zu diesem Beitrag. Danke.

 

Flughafenszene…

Wie sehnsuchtsvoll dein Blick

zurück in Menschenmassen

doch keiner hört und keiner sieht

wenn du nur in die Leere fällst

Und hin und her und hin und her

als würdest du ein Kindlein suchen

bringt dir selbst dein Innerst fluchen

deine liebe nicht dort hin

© Amy Herzog

Videolesung: Luft…

 

*KLICKE HIER* zum Text =)

Videolesung: Angst…

*KLICKE HIER* Zum Gedicht 🙂

 

Habe es so lange schon vor gehabt…Lesen per Video…und werde es künftig häufiger tun. 🙂

 

Unwirklich wirklich unauffindbar..

Ein neues Bild fand ich, fand mich
wie ein Moment der Freude
flüsternd in Gedanken – dich
und riss mich doch in Stücke

Atme weder ein noch aus
wie Blut drückt durch die Kehle
und starr‘ ich mich zum Spiegel ein
weil ich dein Herz noch fühle

Fand ich zwischen tausend Welten
eines nur, doch war allein
und war es Freude, wahrhaft Freude
schmecktest du wie süßer Wein

© Amy Herzog

Schlussendlich..

Ewigkeiten sind vergangen,

Nebelschwaden ziehen vorbei,

und die Seele liegt in Ketten,

wann nur bin ich endlich frei?

Ist die Kehle fast vertrocknet,

und ich sah ein Leben zieh‘n,

welches ich nie leben würde,

also begann ich zu flieh‘n.

Auf der Suche nach der Sonne,

war ich fast schon endlich da?

doch das Leben rannte hinten,

und schlussendlich ist es nah.

(C) Amy Herzog

Von allen Seiten

Minuten ziehen sich wie Stunden,

dort wo Momente nie vergehen,

die Ängste laufen dabei schneller,

zudem sie auch von hinten sehen.

(c) Amy Herzog

Steine gegen Kerzen

Die Steine sind in meiner Wohnung,
doch Stück für Stück trägst du sie fort,
und immer wenn das Licht dann heller,
so lässt du noch ’ne Kerze dort.

Und leuchtest du mir meine Wege,
(die schönsten sind nie wirklich weit),
denn wenn am Ende eines fehlt dann,
bleibt da höchstens nur die Zeit.

Doch all die Zeiten voller Wärme,
bleibst du mit deinem Licht bei mir,
die Steine werden mehr zu Kerzen,
(das schönste sind am Ende wir).

 

 

© Amy Herzog

Warten

Der Albtraum hört nicht auf
sich über mein wundes Herz zu ergießen
und bitte ich und flehe ich
erschreck mich nicht und wecke mich
bevor die Tränen fließen
so wie ich dafür leid‘ und liebe
willst du wohl nur mein Herz verschließen
bis es für immer schweigt

 

 

 

© Amy Herzog

Wenn es nur geschrieben steht.

Ein jedes Wort steht nur geschrieben,
und wird dabei noch kaum gesagt,
so weht der Wind in Wahrheit kälter,
weil nach der Nähe niemand fragt.

So bleibt die Lieb‘ noch überlesen,
denn sie ist es, sie will gezeigt,
und liegt man sich dann fest im Arm,
ist es egal, wenn jeder schweigt.

Ein jedes Wort wird stehen gelassen,
und ich häng einfach in der Luft,
doch könnt ich so viel leichter fliegen,
und du fällst einsam in die Kluft.

 

 

 

 

© Amy Herzog

Egal. 

Während ich mich auf die Suche machte, nach einer Steigerung für das Wort „egal“, bin ich über die Ignoranz gestolpert. 

Irgendwann..

Irgendwann hörst du nicht mehr zu
nicht mal mehr dem Wind
obwohl du ihn noch beneidest
wie die Worte um dich
schöner kreisen, Lächeln wecken
bis du dich in Masken kleidest

Irgendwann verstummt die Musik
und mit ihr auch der Blick
doch ihr Schweigen leert dich nicht
nur das fort und dennoch da
weil kein Wort vom Ander’n war
nur sie bleibt dein Licht

Irgendwann ist stark der Wind
und bläst die Kerze aus
so bist du einsam, willst du sinken
tief und tiefer in dich selbst
bleibt kein Atmen in der Stille
wirst du nur ertrinken

Irgendwann zerfällt dein Bett
nur farbenlos zu Staub
was wirst du tun, welch Blut zuletzt
ob Lächeln, Tränen, Liebe, Nichts
wo willst du sein, was wäre wenn
dein irgendwann sei jetzt

 

 

© Amy Herzog

Keinen Regen. 

Die Worte mancher Menschen sind so falsch und aufgesetzt, dass mir die Galle hoch kommt. Aber wenn jemand nichts anderes zu bieten hat, dann ist das wohl so. Ein trauriges Leben finde ich, aber keines, was ich noch bemitleide. Denn niemand muss sich und seine innere Schönheit verstecken. Das falsche, das aufgesetzte ist frei gewählt. Jeder könnte seine Schönheit nach außen tragen und die Welt, wenn auch vielleicht nur die eigene, zur schönsten Welt überhaupt machen. Denn sie würde überall und immer frei sein. Dort bekommt die Traurigkeit keine Nahrung und Einsamkeit keinen Regen. 

Das Freundschaftsding.

Das Ding mit der Freundschaft, das habe ich schon oft versucht. Bruder kommt vor Luder. Oder so. Nun ja, ganz ehrlich?

Ich bin so schnell genervt, dass sich Freundschaft gar nicht erst entwickeln kann. Und ja, oft habe ich gegrübelt, was denn bei mir nicht ganz richtig läuft. Denn Hass spüre ich auch nicht. Es ist Ekel. Obwohl ich mich recht loyal beschreibe.

Aber dafür genügt mir ein Mensch. Nicht irgendeiner. Sondern einen, den ich aufrichtig und mit voller Hingabe Liebe. Dieser Mensch ist mein Freund.

Und sollte er mich nerven, so bleibe ich dabei – Luder kommt vor Bruder.

© Amy Herzog

Hin- und her (ge)Drabble mit Maccabros, mit den Worten: Liebe, Hass, Freundschaft.

Reichtum. 

Ich bin arm. Vielleicht habe ich deshalb instinktiv keinen Hunger? Es ist zwar nicht so, dass ich mir nichts zu essen kaufen könnte, aber ich habe eben keinen Hunger. Und es scheint mir eine einfache Erklärung zu sein. Ich bin nicht reich. 

Welche Wege führen zum Reichtum? Gute Noten in der Schule. Eine gute Ausbildung. Etwas Glück vielleicht? Ein paar tote Verwandte. Über Leichen gehen. Zur Richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Stets hart arbeiten. Vielleicht auch etwas hochschlafen? Ich weiß nicht. 

Ich brauche kein Geld. Ich möchte reich sein. Geld spielt dabei keine Rolle. Liebe geht durch den Magen.

© Amy Herzog  

Hin- und her (ge)Drabble mit Maccabros, mit den Worten ‚Reich, Ausbildung, Wege‘

Sieg. 

Ich möchte Ihnen nicht meine Meinung aufzwingen, aber ich denke, dass es so einfach nicht ist. Denn allem liegt eine Bewegung zu Grunde. Für einen Gewinn muss ich mich bewegen, sehr schwer bewegen. Aber es führt mich stets voran. 

Und für den Verlust? Dafür muss ich einfach meine bisherigen Wege, diese schweren Wege zurück gehen, mich verstecken und mein Spiegelbild zerschlagen. Wenn die Scherben nicht wären, dann wäre es leicht. 

Und meine Erkenntnis? Ich möchte Ihnen nicht meine Meinung aufzwingen, aber den Sieg, den habe ich selbst in der Hand. Meinen persönlichen Sieg. Und mein Preis wird sein: Glücklich sterben. 

© Amy Herzog  

Hin- und her (ge)Drabble mit Maccabros, mit den Worten Gewinn, Verlust, Erkenntnis.

Die richtige Welt. 

Eigentlich läutet die Kirchenglocke. Wie ein neuer Morgen, wie ein neuer Frühling. Draußen ist es ruhig, die saftigen Wiesen tanzen im lauen Wind mit den frischen Farben. Warum aber sehe ich nur grau? Ist die Welt falsch, oder bin ich nur in der falschen Welt? 

Der Sturm in mir breitet sich hinter den verschlossenen Jalousien aus, wütet, zerstört. Und die Stimme, die noch fragen stellt, wird immer leiser. Gelegentlich finde ich in meiner Dunkelheit noch die Sicherheit. Sie flüchtet. 

Draußen weiß ich, da wartet es. Die Farben, die Musik, der neue Tag, die Chance, ein neues Leben. 

Die richtige Welt. 

© Amy Herzog  

Hin- und her (ge)Drabble mit Maccabros, mit den Worten ‚Sturm, Frühling, Sicherheit‘.

Mein Spiel. (Drabble-Parade)

Die von Tuschelpuschel ins Leben gerufene Drabble-Parade hat mich heute morgen durch eine Nominierung von Jo vom Klapperhorn erreicht. Darüber freute ich mich sehr, aber die Herausforderung ist nicht zu unterschätzen. 100 Worte. Nur 100 Worte in einer ganzen Geschichte.

Meine dafür von Jo vorgegebenen Worte waren – Blitz, Gelächter und Altar.

Nun, das ist dabei herausgekommen.

Mein Spiel. 

Es ist beinahe wie ein zweites Leben. Und so bleibt es. Durchfuhr mich doch einst dieser Blitz deiner Furcht, tanzend mit deinem Schweiß. Und du? Hörst du noch immer unser Gelächter hinter verschlossenen Türen? Türen, die dir niemand öffnen wird. Macht es dich verrückt?

Im Traum sah ich deinen Altar und die schmutzigen Rituale. Um zu töten, was du liebst. Mich. Uns alle. Und die Macht, die dich gefangen hält. Doch sei dir sicher. Du kannst nicht entkommen. Ich warte, lauere im Schatten und greife an, sobald du deinen Blick wendest.

Meine Furcht ist eine Lüge, und deine mein Spiel.

© Amy Herzog

Somit komme ich nun zum Ende und nominiere gern weitere Blogger und hoffe, dass ihr es auch ausprobieren möchtet. Ich bin gespannt. Drei neue Worte, die ich dafür vorgebe lauten – Regen, Zeit und Mut. 

Nominiert sind:

Ich gebe zurück an Jo

reiche weiter an Dornenlicht

an kommvorzone

an Leitmotivation

und an Maccabros 

 

 

Flüchten…

Flüchten schweigend in Gedanken
lassen deine Schiffe schwanken
Tanz mich wund an deinem Mund
laut sein will ich, schreien gar
wo Sicherheit zugegen war
in deinen Händen leiser fallen
höre ich den Herzschlag schallen
halt mich nur, so halt mich fest
und flüchte mit ins warme Nest

 

 

© Amy Herzog

Alte Gedanken …

Für D.

Seitdem vergeht kein Tag. An jedem Tag denke ich an dich. Und an uns. An die unsterblichen wortvollen Nächte, an deine melodische Stimme. Und an den Glanz in deinen Augen. 

Kein Abend zieht an mir vorüber, an dem ich mir nicht unsere fast zwei Jahre alten Mails durchlese. Als könnte ich nicht ohne ein Wort von dir einschlafen. 

Und kein Morgen beginnt, an dem ich mir nicht wünsche, dass du wieder schreiben würdest. Doch frage ich mich nur… Ob du dir das gleiche wünschst? 

Lebewohl…

Wenn dieser Horizont dich ruft
und du gehst, dann sage Lebewohl.

Schwimme nicht schweigend fort,
halte meine Hand, finde meinen Blick,
ich halte deine und finde dich dort,
und ich finde unser kleines Glück.

Wenn dieser Horizont dich ruft
und du gehst, dann sage Lebewohl.

Dein Duft wird in den Wellen bleiben,
und ich werde nie darin erfrieren,
nur im Sonnenuntergang verweilen,
so niemals deine Hand verlieren.

Wenn dieser Horizont dich ruft
und du gehst, dann sage Lebewohl.

Warte nur solange dort ein Blick,
hier in unsren Zeiten ewig lang,
blicke ich dem Lande bald zurück,
wir singen Lebewohl im Wellenklang.

 

© Amy Herzog

Viel zu tun…

Viel zu tun und das wichtigste vergessen…

© Amy Herzog  

Wunsch..

Tränen fließen niemals grundlos,
wenn ein Wunsch am schwimmen ist,
reiche ihm dein Schiff des Herzens,
und er zeigt was du vermisst.

Lebt er dann in deinem Herzen,
weist er dir den Weg zum Glück,
halt ihn fest in deinen Händen,
geh mit ihm ein weites Stück.

Habe Angst in dunklen Gassen,
doch sei dir sicher – nie allein,
ein Wunsch ist bei dir ohne Zweifel,
und wird dir Schutz und Sonne sein.

 

 

© Amy Herzog

Grau..

Einsam bleibt der Untergang,
wie Staub auf meiner Haut,
der Schmerz verweilet ewig lang,
selbst wenn man ihn umbaut.

Der Wind mir keinen Schrei ertönt,
im Halse rinnt der Sand,
ein Lächeln bleibet ungekrönt,
wie Regen an der Wand.

Trüber wird es nur im grau,
selbst wenn’s von außen glänzt,
fester hält mich nur ein Tau,
so wie’s am Schweigen grenzt.

 

© Amy Herzog

Hinter Stein und Wasser…

Fiel das Wasser vor die Füße,
schlug es auf wie harter Stein,
dacht‘ es perlt an mir herunter,
sollt‘ es doch nur Regen sein.

Wird ein Lachen immer dumpfer,
scheint es nicht in’s Herz hinein,
singt die Luft um Stein und Wasser,
lässt mich doch darin allein.

Doch immerwährend scheint die Sonne,
die eine Seit‘ mit Moos bedeckt,
das große Leben wie ein Kunstwerk,
verbleibt mein Herz im Stein versteckt.

 

 © Amy Herzog

Kalter stummer Wind..

Ein letzter sanfter Kuss
zum Schluss, der Atemzug
weht der Wind an mir vorbei
meine Hand auf deiner Brust
wonach du gehen musst.

Die duftende Erinnerung
bleibt mir nur erhalten, immer
wird sie schlimmer, sehe nicht
sehe nur durch Nebelschimmer
dich mein allzu fernes Licht.

Hat es mir noch weh getan
einst, wenn so stumm du weinst
weint mein Auge keine Tränen
mehr, schwimme längst im
bittersüßen Tränenmeer.

So ward ich in die Knie
gezwungen, hast dich nur nie
umgedreht, dann – wenn du
und dieser kalte stumme Wind
in die falsche Richtung weht.

 

© Amy Herzog

Leblos..

Farbenlos versinkt die Welt,
und ringt um kein Gefühl,
die Seele ward herausgerissen,
das Herz ist alt und kühl.

Taub und stumm erstarrt das Herz,
der Feind ist nicht die Zeit,
doch als das Blatt vom Baume fiel,
versank die Welt im Leid.

Leblos schweigt der Regen noch,
die Wolken tragen schwer,
und meine Welt ertrinkt im Schnee,
die Seele stirbt noch mehr.

© Amy Herzog

Meine Asche…

Wie Regenbogenfarben in den Augen brennen,
so rennen sie doch schnell an mir vorbei,
ungesehen, in meinem schwarzen Kämmerlein,
wünsch ich mir nicht mal mehr den Trost herbei.

Nur die Träume senden meine Asche noch dem Himmel,
und treiben meine Tränen durch die Nacht,
vermissen sie im Sonnenschein wohl noch das Gold,
erliegen letztlich lieber dieser größten Macht.

Und wenn die letzte Farbe schon verschluckt ist,
was nützt mir dann noch dieses letzte Wort,
ich bleibe schweigend sitzen, während du nie warst,
und sehne mich so kraftlos nach dem warmen Hort.

© Amy Herzog

Erdrückend.

Eingesperrt bin ich. In mir, in dir. Du kommst mir näher. Kälte kitzelt meine Nerven. Erdrückst mich. Heiß wird es. Suggerierst Sicherheit. Wärme. Schutz und Zuflucht. Ich genieße. Schließe meine Augen. Und falle in mein sicheres Schwarz.

Du lachst. Stumm. Aber du lachst. In meinem Kopf. Du zeigst mit dem Finger auf mich. Die Kranke nennst du mich hinter den Türen.

Dann wieder fängst du mich auf. Schenkst mir deine Liebe. Deine Ruhe. Lässt mich Freiheit spüren. Während ich eingesperrt bin. Und niemand kann mich hören. Ich bin stumm. Kalt. Ich genieße.

Schließe meine Augen. Und falle in mein ewiges Schwarz.

Was übrig ist…

Meine Seele zu beschreiben,
wo doch niemand mit ihr singt,
unvollständig muss sie fürchten,
dass sie in der Nacht ertrinkt.

Nur die Maske, undurchdringlich,
lacht so laut – voll Heiterkeit,
doch der Ort der halben Seele,
flüstert von der Einsamkeit.

Mittendrin schlägt die Ruine,
messerscharf die Felsen sind,
fließt das Wasser für die Tränen,
ohne warmen, frischen Wind.

In der Unvollständigkeit gefangen,
leer und kalt verbleibt mein Raum,
draußen spielen fremde Lieder,
hier in mir verstirbt der Traum.

© Amy Herzog

Das Schweigen des Liebsten..

Die Lippen mir zittern,
zum Schweigen verdammt,
so fühlt sich das Herze,
als sei es verbannt.

Ein warten im Wasser,
auf Luft oder Not,
die Worte des Liebsten,
erbauten das Boot.

Doch Schweigend der Liebste,
es gleicht einem Tritt,
das Wort, das dann folgend,
dem tödlichen Schnitt?

© Amy Herzog

Nur der Winter weiß um meine Sehnsucht…

Blaue Augen funkeln nicht im Schwarzen,
wenn der Stern des Himmels mit mir litt,
durch die Schleifen meiner tiefen Liebe,
doch mein Herze pocht mit jedem Schritt.

Und fortan kennt auch nur der graue Nebel,
streichelt sanft im Walde mein Gesicht,
Blicke schweifen schweigend über Berge,
wie an deinem Blatt mein Traum zerbricht.

Nur der Winter weiß um meine Sehnsucht,
wie der schwere Schnee im Fluss versinkt,
fahre leise durch des Glaubens Nächte,
bis mein Herz von deinen Tränen trinkt.

© Amy Herzog

 

Gelogen!

Eine Lüge habe ich aufgeschrieben. Unwissentlich zwar, aber das ist lediglich ein Grund, keine Entschuldigung. 

Wenns mir schlecht geht, kann ich schreiben, und wenn ich schreiben kann, gehts mir gut. 

Und eine Lüge ist es, weil ich erkannt habe, dass kein Wort der Welt dem Glück das Wasser reichen könnte. 

Die Wahrheit ist… 

Wenn ich so glücklich bin, dass es mir die Worte raubt, weil dieses Glück schlichtweg unbeschreiblich ist, dann geht’s mir gut. Wirklich gut. 

Vertrauen..

So was der Heiligtümer droht,
beschütze ich mit meinen Lungen,
wo selbst noch lauert höchst der meine Tod,
noch kann ich mit den Wellen summen.

So was die Meerestiefen schreiben,
sind Worte die ich selbst durchschwamm,
und könnt ich, aber muss noch lang nicht schweigen,
solang ich neue Liebeslieder sang.

So wie die meinen Augen strahlen,
wenn ich die meine Luft mit wem geteilt,
selbst wenn wir unser Herzen gegenseitig stahlen,
so wundervoll vertraut es doch verweilt.

© Amy Herzog

Sommerfrost

Sommerfrost auf meinem Herzen,
blühen doch die Wälder ihren Duft,
als brannten lichterloh die Kerzen,
und ruften nur nach ihrer Liebesluft.

Wie rein und klar der Wind doch weht,
so sehne ich die Wärme mir herbei,
wohin der Weg des Herzens dann auch geht,
wartet nur ein Bild auf seine Malerei.

Und blühet bald der Wald in Farbenpracht,
so spüre ich, der einst so frostig Schnee,
die Pinsel malen durch die eine Nacht,
den uns’ren allerwärmsten Liebessee.

© Amy Herzog

Glück.

Erdbeereis
in der Sonne
auf den Lippen
teilt ein Kuss
unser Glück

© Amy Herzog