Alte Gedanken …

Für D.

Seitdem vergeht kein Tag. An jedem Tag denke ich an dich. Und an uns. An die unsterblichen wortvollen Nächte, an deine melodische Stimme. Und an den Glanz in deinen Augen. 

Kein Abend zieht an mir vorüber, an dem ich mir nicht unsere fast zwei Jahre alten Mails durchlese. Als könnte ich nicht ohne ein Wort von dir einschlafen. 

Und kein Morgen beginnt, an dem ich mir nicht wünsche, dass du wieder schreiben würdest. Doch frage ich mich nur… Ob du dir das gleiche wünschst? 

Seelenschnitt…

Ich atme deine Worte ein,
sie rauben mir die Luft,
erdrosselt liegt die Hoffnung hier,
es raucht des Sterbens Duft.

Tränen die vergossen sind,
nur Blut tropft in den Fluss,
Schatten über Glück sich legt,
versperrt den letzten Kuss.

Tief der blutend Seelenschnitt,
doch nichts gegen den Schmerz,
ich bade unter Rauch und Schwarz,
es ruht – mein stummes Herz.

Ich atme deine Worte ein,
sie gaben mir die Scherben,
aßen reich und tranken Wein,
und ließen mich im Sterben.

© Amy Herzog

Engel

Avatar von kommtvorKOMMVORZONE

die augen gebunden du hast
mir du engel aus unbekannt
herkommst wie
träum ich wach ich
du bist der vollkommenheit zwinkern
in lidrand
und wimpern gefasst

© http://www.kommvorzone.com

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Für meinen Liebsten..

Ein jeder Tag mit dir ist wertvoll,
doch heut‘ wo dein besonderer ist,
da singt die Eule noch viel lauter,
weil du in meinem Leben bist.

Ich denke an die deine Freude,
die du heut hast mit mir geteilt,
bis in die Zukunft und noch weiter,
du fest in meinem Herzen weilst.

Doch heute, da ist dein Geburtstag,
die Eule fliegt schnell auf dich zu,
sie singt ein Lied von Glück und Liebe,
und lässt dich damit nie in Ruh.

 

 

© Amy Herzog

Meine Wurzel..

Woran denn klammert sich meine Wurzel,
in dunklen Stunden, in Stürmen, im Sand,
leise getrieben von Furcht in den Flammen,
Gedanken getrieben bis zum Meeresrand.

Wo denn hier finde ich schützende Wände,
in Flammen, im Treiben, im ängstlichen Mut,
stehe mit nichts als den Händen voll Asche,
und warte verloren am Rande auf Flut.

Wo denn noch finde ich blühende Wege,
umgeben von Asche bleibt Hoffnung ergraut,
ich springe in meterhoch schlagende Wellen,
in Hoffnung die Wurzel dann Liebe erbaut.

© Amy Herzog

Besoffen.

Jetzt mal ganz ruhig, wir müssen nicht schreien. Es ist kalt genug. Ich habe dein Handy nicht geklaut. Ich habe in der Nacht geschlafen. Und du hast meinen Wodka gesoffen. Ich kann dein Handy gar nicht geklaut haben. Denn ich habe geschlafen. Du hast es in meine Jackentasche getan. Und dann hast du meinen Wodka gesoffen. Schrei nicht herum! Ich bin kein Eierdieb! Du warst besoffen. Ich habe geschlafen! 

Lebewohl…

Wenn dieser Horizont dich ruft
und du gehst, dann sage Lebewohl.

Schwimme nicht schweigend fort,
halte meine Hand, finde meinen Blick,
ich halte deine und finde dich dort,
und ich finde unser kleines Glück.

Wenn dieser Horizont dich ruft
und du gehst, dann sage Lebewohl.

Dein Duft wird in den Wellen bleiben,
und ich werde nie darin erfrieren,
nur im Sonnenuntergang verweilen,
so niemals deine Hand verlieren.

Wenn dieser Horizont dich ruft
und du gehst, dann sage Lebewohl.

Warte nur solange dort ein Blick,
hier in unsren Zeiten ewig lang,
blicke ich dem Lande bald zurück,
wir singen Lebewohl im Wellenklang.

 

© Amy Herzog

Liebe..?

Woher ich weiß und das gewiss,

so wer mich sieht und deshalb liebt,

das seh‘ ich selbst in tiefster Nacht,

wer mir die Zeit und’s Herze gibt. 

© Amy Herzog  

In deiner Seele…

Wie ich verschlungen war,
von deinen Worten, wie sie fraßen,
doch zeitgleich nur stumm
neben mir saßen.

Wie ich ertrunken war,
in deinen Augen, um Luft rang,
und doch vor Liebesglück
drei Worte sang.

Wie ich gefangen war,
in deiner Hand, sanft und warm,
entrissen dem hier und jetzt
in deinem Arm.

Wie ich versunken war,
in deinem Herz, deiner Seele,
und wie ich umhüllt von dir
in Geborgenheit lebe.

 

© Amy Herzog

Viel zu tun…

Viel zu tun und das wichtigste vergessen…

© Amy Herzog  

Blind…

Tränen brennen auf der Wange,
Scherben fallen viel zu laut,
weiß und starr sind meine Wände,
kalter Staub liegt auf der Haut.

Niemand kann das winseln hören,
jeder flieht in seine Welt,
bunte Lichter wahren Scheine,
nur nicht den der wirklich zählt.

Drückt der Staub zur Erde nieder,
überhört den lauten Knall,
Regen nährt das falsche Leben,
und ich reise ins Sternenall.

 

 

© Amy Herzog

Gelesen: Braune Augen

Braune Augen

Es macht einfach zu viel Freude zwischendurch etwas zu lesen. Dankeschön für Euer anhören. (-:

Brennen…

Deine Hand brennt auf meiner Haut
wie der Sonnenuntergang
Flammen auf das Wasser spuckt
und rote Steine leuchten Wege
wenn ich mich in deine Fesseln lege
wo mein Herze schneller zuckt

Reicher macht mich nur dein Gold
wenn ich bade, wenn ich trinke
in den Blicken deiner Liebe
schneller atmen summend sinke
bin ich deine – du der mein
still nur sollen diese Stürme sein

 

 

© Amy Herzog

Wunsch..

Tränen fließen niemals grundlos,
wenn ein Wunsch am schwimmen ist,
reiche ihm dein Schiff des Herzens,
und er zeigt was du vermisst.

Lebt er dann in deinem Herzen,
weist er dir den Weg zum Glück,
halt ihn fest in deinen Händen,
geh mit ihm ein weites Stück.

Habe Angst in dunklen Gassen,
doch sei dir sicher – nie allein,
ein Wunsch ist bei dir ohne Zweifel,
und wird dir Schutz und Sonne sein.

 

 

© Amy Herzog

Richtung…

Schreien in die selbe Richtung,
schlagen unsere Herzen gleich,
graben selbst die tiefsten Löcher,
schweigen wie ein Fisch im Teich.

Worte fliegen um Gesichter,
Fetzen bleiben stumm bedeckt,
schlafen mit den hellen Augen,
wünschen, dass uns einer weckt.

Irren lautlos durch die Straßen,
winken trüb dem richtigen Weg,
fügen uns den eigenen Löchern,
schleichen einsam dem Abweg.

Schreien in die selbe Richtung,
sind es tausend Löcher wert?
Unsere Seele schläft in Fetzen,
wo sich unser Herz noch wehrt.

 

© Amy Herzog

Kleine Eule..

Kleine Eule in dem Herzen,
so verspielt und noch so klein,
rosa flauschig strahlen Bäckchen,
grün und zart die Flügelein.

Flattert sie durch die Gedanken,
warm das Nest in meinem Traum,
kleine Lieder zwischen Stürmen,
sicher in dem stärksten Baum.

Kleine Eule in dem Herzen,
doch der hellste Sonnenschein,
und in tiefen schwarzen Nächten,
zaubert sie ein Herzensheim.

 

© Amy Herzog

 

Einsames Einhorn…

Ein Einhorn stand im Wald allein,
so schaut es nach den Vögelein,
sie flogen zweisam wild umher,
und kurz darauf wurden es mehr.

Es hörte Tag für Tag das Lied,
und sah dabei das Glück, es fliegt,
so wünschte sich das Einhorn bald,
auch Flügelein für diesen Wald.

Nur wuchsen mit den Jahren nicht,
die Flügel blieben fern in Sicht,
das Einhorn weinte um sein Glück,
und zog sich immer mehr zurück.

Doch eines fernen Tages dann,
das Lied der Vögel stets erklang,
ein trappeln auch im Hintergrund,
als tat sich eine Botschaft kund.

Die Vögel flogen schneller fort,
ganz ängstlich zu dem fernen Ort,
das trappeln immer lauter hallt,
am Boden groß und schön Gestalt.

Ein Einhorn war es, dieses Lied,
die Einsamkeit noch schneller fliegt,
zwei Einhörner in Zweisamkeit,
vertrappeln sie sich nun die Zeit.

Das Glück der Vögel kehrte nicht,
so lang es da war, nicht in Sicht,
das Einhorn doch erinnert kalt,
es war nicht stets allein im Wald.

Doch nun ist dieses Einhorn da,
das Glück in nun tatsächlich nah,
ganz ohne Flügel nicht allein,
zwei Einhörner im trauten Heim.

 

 

© Amy Herzog

Flucht…

Ich fürchte mich vor diesen Nächten,
dort wo kein Licht über mich wacht,
wenn nur der Mond hinter den Wolken,
am schwarzen Himmel lauter lacht.

Ich fürchte mich vor all den Worten,
wie als Gespenster in dem Wind,
mit roten Augen durch Gedanken,
und ich als das verlorene Kind.

Ich fürchte mich vor tausend Tränen,
am Tag versteckt in einer Schlucht,
doch in der Dunkelheit ertrinkend,
verbleibt als Hoffnung nur die Flucht.

 

 

© Amy Herzog

Frisch aus dem Eisfach.

Als würden sich Worte länger halten,
nur weil sie aus dem Eisfach kommen.
Sind sie doch benommen, benebelt,
fühlen sich wie frisch geknebelt
und lächeln emsig weiter.

Steif sind sie im eisigen Wind,
und heulen heimlich wie ein Kind.
Was nützen Tränen, die nicht stützen,
bildet sich aus vielen Pfützen
doch ein großes Meer?

Was ist schon Meer in diesem Eis,
wenn keiner was vom ander’n weiß?
Und Eis zerbricht, selbst unterm Licht,
im Eisfach halten Ewigkeiten nicht.
Wird’s so ums Herze warm?

 

© Amy Herzog

Herzblut..

Aus Liebe lieblos lieben lassen,
ein Schweigen dreht sich fort,
in Herzenswunden Blut vergossen,
bleib‘ ich vereinsamt dort.

Aus Liebe einsam Leid ertragen,
gestorben wird dann stumm,
die Tränen können auch nichts sagen,
doch keiner weiß warum.

Aus Liebe lachen bis zum Schluss,
und sei’s auch ohne Sinn,
bin glücklich mit dem kalten Kuss,
bis ich verblutet bin.

 

© Amy Herzog

Maske…

Wie kann eine Maske lächeln,
wenn sie aus dem Schmerz erbaut,
wo die Schreie brennend flehen,
doch das Lächeln lacht zu laut.

Wie kann eine Maske lächeln,
schweigend wie ein Grab bei Nacht,
funktionieren wie ein Uhrwerk,
gar zerbrechend noch gelacht.

Wie kann eine Maske lächeln,
wenn das Herz doch einsam weint,
wenn der Sinn in allen Stunden,
nur noch lacht, damit es scheint.

 

© Amy Herzog

Lückenlied….

Der Hagel schlägt an meine Seele,
und klopft dort laut sein Lückenlied,
ein Prasseln bis in die Erkenntnis,
dort wo der Himmel Klarheit sieht.

Der Hagel tanzt in wilden Winden,
und klingt nach kurzen Zeiten ab,
ein ruhiges Lied aus Regentropfen,
sie rieseln bald als Schnee hinab.

Der Hagel, der mich einst geschlagen,
zu weichem Schnee verwandelt taut,
das Lückenlied verschwand im Sturm,
die Schneebrücke sich selbst erbaut.

 

© Amy Herzog

Grau..

Einsam bleibt der Untergang,
wie Staub auf meiner Haut,
der Schmerz verweilet ewig lang,
selbst wenn man ihn umbaut.

Der Wind mir keinen Schrei ertönt,
im Halse rinnt der Sand,
ein Lächeln bleibet ungekrönt,
wie Regen an der Wand.

Trüber wird es nur im grau,
selbst wenn’s von außen glänzt,
fester hält mich nur ein Tau,
so wie’s am Schweigen grenzt.

 

© Amy Herzog

Bis zum Ozean..

Und so liege ich im Dunkeln ganz alleine,
trage Hoffnungslosigkeiten vor mir her,
atme immer schwerer wenn ich sie verteile,
sehe zwischen Staub und Steinen gar kein Meer.

Und so atme ich im Dunkeln ganz alleine,
höre nur noch Schweigen und den leisen Wind,
doch was wäre wenn ich sie einfach vereine,
baue Steine bis das Meer wieder erklingt.

Und so baue ich im Dunkeln ganz alleine,
bis ein jeder Seelenriss verschlossen ist,
vielleicht fände ich mit jedem dieser Steine,
einen Ozean, den noch mein Herz vermisst.

 

© Amy Herzog

Ende..

 

die ganze Welt wirkt plötzlich starr
wo selbst der Wind verweht kein Ton
und auch kein Haar als wenn nichts ist
bin ich mir fremd und niemals wahr
die Reise hier das Ende findet
und nichts mehr vermisst..

 

© Amy Herzog

Zitat: Veränderung 

Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es gut werden soll.

– Georg Christoph Lichtenberg 

Man soll die Dinge so nehmen, wie sie kommen. Aber man sollte auch dafür sorgen, dass die Dinge so kommen, wie man sie nehmen möchte.

– Curt Goetz 

Halte mich…

Wir kennen uns nicht,
doch das ist egal…

nehme mich
wärme mich
halte mich fest

und gib mir das Gefühl,
dass die letzte Nacht
unsterblich ist…

© Amy Herzog

Zitat: Was Liebe ist…

Auch ist das vielleicht nicht eigentlich Liebe, wenn ich sage, daß Du mir das Liebste bist; 

Liebe ist, daß Du mir das Messer bist, mit dem ich in mir wühle.

– Franz Kafka  

In Gedanken..

Still bist du schwer mir im Herze verkeilt,
du Windhauch im Schweigen vorbei,
und wie du auch ewiglich schwerer verweilst,
bist irgendwann du an der Reih‘.

Nach Pfützen die Meere, so schwimmend dahin,
die Beine noch schwerer doch leicht,
gemeinsam wir suchen und denkend den Sinn,
die Seele daneben verbleicht.

Mein Herze zum Uhrwerk, es lahmet schon sehr,
die Zeiger den Abgrund im Blick,
das Herze mag schwimmen, doch all dieses Meer,
sinkt tiefer und schweigend zurück.

 

© Amy Herzog

Zitat: Tatsachen 

Tatsachen lassen sich verdrehen, bemänteln und verleugnen. Das alles verändert die Tatsachen nicht. 

– Emil Baschnonga

Genügend.

Stille Steine an den Scheiben,
wie sie sich in Schreien kleiden,
noch dazu am Leiden weiden,
doch die Worte letztlich meiden.

Tränen aus den Wolken weinen,
eigentlich ein Klopfen meinen,
dieses letztlich falsch verneinen,
hält der Stille Stein sein Leiden.

Glücklich könnte er nicht seien,
schreiend in der Stille bleiben,
glücklich reicht es ihm zu scheinen,
in den Tränen schweigend kleiden.

 

© Amy Herzog

Von Steinen…

Nur so bin ich Tag um Tag für mich alleine,
gar erstickt von dem was endlos um mich ist,
stürzen nur auf mich hinab die großen Steine,
und darunter liegt das was mein Herz vermisst.

Und so wandeln sich die Straßen stetig weiter,
während ich im Keller still und aufrecht bin,
doch die Steine um mich lachen immer heiter,
nur ich weine, denn mir fehlt hier nun der Sinn.

Nur so bleibe ich hier weiter nicht alleine,
nein ich trage Stein um Stein mit meiner Kraft,
und wenn ich dabei auch noch weiter weine,
weiß ich, dass mein Herz es bis zur Liebe schafft.

 

 

© Amy Herzog

Fremd? (1/2)

kein Schreien und kein Schmerz!
nur alles bleibt mir fremd…
hinter glänzend großen Mauern
wo sich nur der Maurer kennt
und auf sein Schweigen leise flennt
nur wo kann ich noch lauern?

blut fließt aus dem wunden Herzen
kann es gar ein Leben dauern…
alles älter, alles weiser?
beißt der Regen weiter heiser
bis er mich beendet bleib‘ ich
leb‘ ich immer leiser…

 

 

© Amy Herzog

Letzte Schrift..

In den Stunden trüber Blicke,
zitternd um den Atemzug,
ward gefüllt die schwere Lücke,
wie ein Licht zur Küste trug.

Schlagen falsche Worte nieder,
aus den Augen fließt das Blut,
mit des Herzenswunden Lieder,
ertrinkend an der letzten Flut.

Aus der Seele schwimmen Schreie,
auf die Wand die letzte Schrift,
ob ein starkes Wort befreie,
bevor mein Herz das Jenseits trifft.

 

© Amy Herzog

Vom Herbstblatt…

Wie schwankend doch ein Herbstblatt ist,
so zweisam dort am Ast,
den Sommer doch schon bald vermisst,
im ankommen – nur fast.

Wie treibend doch die Winde sind,
so trägt das Herbstblatt fort,
gar freut es sich noch wie ein Kind,
auf einen neuen Ort.

Im Winterstraßen glänzend Frost,
das Blatt doch wartet fein,
ein Lächeln noch verbirgt den Rost,
wenn es zerbricht allein.

 

© Amy Herzog

Todeskuss..

Um den Herzschlag die Verwesung,
beißt sich durch der Klippen kalt,
nass geküsst von roten Lippen,
wie vom Tode selbst gemalt.

Was am Ende noch verblieb,
der Glockenklang der Ewigkeit,
verschwindend zeitlos in der Schleife,
frisst mich die Unendlichkeit.

Um den Herzschlag schwarze Dürre,
ward genommen Luft und Wind,
wie des Todes rote Lippen,
küsse ich in Liebe blind.

© Amy Herzog

Zitat: Zeit…

Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.

– Lucius Annaeus Seneca

Gewöhnliche Menschen überlegen nur, wie sie ihre Zeit verbringen. Ein intelligenter Mensch versucht, sie auszunutzen.

– Schopenhauer 

Zeit die wir uns nehmen, ist Zeit, die uns etwas gibt.

An Zeit fehlt es uns vor allem dort, wo es uns am Wollen fehlt.

– Ernst Ferstl

Hinter Stein und Wasser…

Fiel das Wasser vor die Füße,
schlug es auf wie harter Stein,
dacht‘ es perlt an mir herunter,
sollt‘ es doch nur Regen sein.

Wird ein Lachen immer dumpfer,
scheint es nicht in’s Herz hinein,
singt die Luft um Stein und Wasser,
lässt mich doch darin allein.

Doch immerwährend scheint die Sonne,
die eine Seit‘ mit Moos bedeckt,
das große Leben wie ein Kunstwerk,
verbleibt mein Herz im Stein versteckt.

 

 © Amy Herzog

Zu früh im Paradies..

Manchmal frag ich, wie es mir erginge,

wenn ich tanze und dann einfach springe, 

dann der Rest des Lebens mir verginge,

und ob ein Lied im Paradies erklinge. 

Würden fehlen mir die größten Dinge,

wenn ich einfach früher dorthin ginge,

und das Paradies mir schnell erzwinge,

fehlten vielleicht dort die Schmetterlinge. 

Zuweilen ist’s als ob ich schneller schwinge,

mit dem Kopf in eine nächste Schlinge,

doch höre ich auf Erden Schmetterlinge,

im Paradies, dort fehlten mir die Dinge. 

© Amy Herzog

Ertrinken…

Der Augenblick, der mich zerbricht,
der mit dem Sturm entgegenweht,
dort ringt mein Herze um kein Licht,
wenn’s Liebe ganz und gar versteht.

Verbleibst dem Traume spiegelgleich,
doch werde ich dort niemals satt,
im Winde schmeckt das Wasser süß,
im Tränenmeer doch wirkt es matt.

Wenn mir mein Herze dort ertrinkt,
zu schal sind Stunden des Gewichts,
von einem Sein zum andern Schein,
ertrinkt mein Herze bald im Nichts.

© Amy Herzog

Kalter stummer Wind..

Ein letzter sanfter Kuss
zum Schluss, der Atemzug
weht der Wind an mir vorbei
meine Hand auf deiner Brust
wonach du gehen musst.

Die duftende Erinnerung
bleibt mir nur erhalten, immer
wird sie schlimmer, sehe nicht
sehe nur durch Nebelschimmer
dich mein allzu fernes Licht.

Hat es mir noch weh getan
einst, wenn so stumm du weinst
weint mein Auge keine Tränen
mehr, schwimme längst im
bittersüßen Tränenmeer.

So ward ich in die Knie
gezwungen, hast dich nur nie
umgedreht, dann – wenn du
und dieser kalte stumme Wind
in die falsche Richtung weht.

 

© Amy Herzog

Meine Wurzeln..

Ich schlage Wurzeln in die Seele,
bis mein Herz für immer bleibt,
wo weder Sturm noch stärkster Regen,
die Liebe für dich je vertreibt.

Dein Herz bedeutet mir ein Leben,
es zieht in die Unendlichkeit,
die Reise hat mich einst geboren,
und zeigt es mir in dieser Zeit.

Doch halte ich mich fest im Regen,
und lebe mit dem kalten Wind,
so wird er mich niemals zerstören,
solang die Wurzeln stärker sind.

 

© Amy Herzog

Fort..

Wollte nie diesem Leben entkommen,
wie benommen, doch entrissen,
hörte ich mit deinem Wissen – bald
das Schärfen der Klingen
im dunklen Wald.

Wollte nie diesem Leben entkommen,
so zerronnen, in den Träumen,
zwischen den Bäumen – die Hasen
konnten auch nicht schneller
um ihr Leben rasen.

Wollte nie diesem Leben entkommen,
doch genommen, meine Seele,
wolltest du, dass ich lebe? – in bunt
gemaltes Bild in Flaschenpost
blieb mein Leben wund.

 

© Amy Herzog

Rettung…

„Du warst meine ersehnte Rettung. Du hast mich vor dem ertrinken bewahrt..“

Zitat aus Grey’s Anatomy 

Kalter Kuss..

Wie der Schnee auf meinen Poren,
so der Rauch um Hirn und Kuss,
auch das Herz in meinem Magen,
der noch schwer verdauen muss.

Wie das Eis in meinen Welten,
blau zersplittert schläft das Glas,
nur der ferne Sturm lässt hören,
wie mein Geist erstickt im Gas.

Wie die Wärme in den Bergen,
doch mein Schritt versinkt im Blei,
muss ich stumm im Hier verharren,
doch der Regen tönt den Schrei.

© Amy Herzog

Leblos..

Farbenlos versinkt die Welt,
und ringt um kein Gefühl,
die Seele ward herausgerissen,
das Herz ist alt und kühl.

Taub und stumm erstarrt das Herz,
der Feind ist nicht die Zeit,
doch als das Blatt vom Baume fiel,
versank die Welt im Leid.

Leblos schweigt der Regen noch,
die Wolken tragen schwer,
und meine Welt ertrinkt im Schnee,
die Seele stirbt noch mehr.

© Amy Herzog

Nachthimmel…

sterne blicken
hinter zarten Wolken hervor
im kühlen Wind tanzen kleine Regentropfen
klopfen sanft an mein Fenster
bevor ich am hektischen Tage ihre Lieder
nicht mehr spielen hören kann…

© Amy Herzog