Sehnsucht

Eine jahrelange Geschichte

Am Ende liegt ein schweres Buch
eine große, unendliche Geschichte
die ich dir niemals zeigen kann
über die eine verlorene Jungfrau
und einen weit reisenden Mann

Ein suchend weinendes Herz ist er
ein Aufgebender, der nie aufgibt
und tausende am Wegesrand küsst
doch das, was er hat – reicht nicht
während er die Jungfrau vermisst

© Amy Herzog

unsichtbar

Dann ist es wie damals
in der hinterletzten Reihe
schreibe täglich deinen Namen
inzwischen ist die Tinte rot
du sitzt da vorn, atmest, lachst und lebst
und ich sitze da mit ner Flinte
und warte auf Bruder Tod

© Amy Herzog

Zu alt

Da bleib ich lieber
bei diesem Misanthropen –
Dings – und schenk dir deine Worte
viel zu menschlich Auge zuckt
stell‘ die Gefühle schon mal kalt
bin zu alt dafür geworden
fuck auf Liebe – wenn ich frage:
„Mami, warum tropft der aus den Augen“
werde ich dieses mal die Antwort
nicht in hundert Jahren glauben

© Amy Herzog

Abschied

So blütenjunge Frau
und Sehnsucht blühe auf
duftet zweiter Frühling
deine süße Liebe schweigt

Spiegelbild in grau
und stirbt in meiner Nacht
deine leere Seite weint
zerfällt der Rest zu Staub

Geraubte junge Frau
in handvoll Tränen treibt
gereicht dem Wind den Kuss
und süßer Abschied bleibt

© Amy Herzog

Ungezähmt

Gedanken nass
im Wellengang pulsierende
Brust atmet leise,
dann schneller, lauter
ringt gar um Luft

Vibriert das Herz
durch Mark und Blut
erwärmte Seelen im
zweisamen Gleichklang

Kocht und kippt
das Fleisch reflexartig,
bebend, gelähmte Gier
zu schwach, um noch um Luft zu ringen
dringen beißend, kratzend
stoßen ungezähmte violette Flecken
von drei Wochen
nicht mehr laufen können
bis in uns’re eigene
Unendlichkeit

Im Ende fließt das Herz
und stillt den Durst

© Amy Herzog

Geheim

Für den kurzen Weg
meiner dunklen Zeilen
hungernd in deiner Kunst
verweilen, innigst lieben
auf geheime Weisen
reise durch den Äther
zitternd um diesen Moment

Sinke nieder du Wort
und ziehst mich weiter an
magnetisch, pulsierend
zeigt uns Leere sein nein
aber nein schreit lautes ja
diese Zuneigung ist tiefer
wie sie tiefer niemals war

Doch begehre ich den Wind
wie den Kuss aus der Ferne
und brennst du weiter
Kunst, bis Liebe kniet
du merkst es nicht
so klingen Zeilen nur
im schweigend süßen Lied

© Amy Herzog

Freisinn


Schlaflos war der Tag
und schlaflos die letzte Nacht
aber Müdigkeit ist ehrlich
und Gedanken frei

Zeit mich dem zu widmen
abzuschweifen und weiter zu ziehen
was bedeutsam für die Seele
aber nichtmal der Traum
zu kennen vermag


© Amy Herzog

eine träne der erinnerung

alles ist anders
ruhiger – ruhe ist gut
das reden wir uns ein
wir haben platz
gefunden

erinnerung
ist ein wertvolles gut
damals brauchten wir mut
und selbst wenn wir’s nicht wussten
wir haben ihn gefunden

nun haben wir platz
unseren ganz persönlichen
der uns ewig erhalten bleibt
schön, ruhig und sicher
der mut kann geh’n

und die sehnsucht
wenn wir tief in der nacht
zu den sternen blicken
und an szenen denken
die nie gedreht wurden

doch warum nicht
warum tauschten wir diesen
aufregend wunderbaren mut
gegen ruhe – damals richtig
heute ist sie zu ruhig

und wir haben gelernt
dass sehnsucht nur noch
wenn verantwortung schläft
ein stern hoch oben trägt
schwebend und ruhig

das schönste auf der welt
in einer kleinen träne
der erinnerung

© Amy Herzog

jungfrauenherz

Du ewiges Einerlei
was weiß ich
wohin Sehnsucht treibt
der Kopf ist Alt
das Herz bleibt Kind
aus halbem Wunsch
die andere blind

Du unsich’re Stadt
ich bleibe beim Hafen
dort, wo wir uns trafen
mein Bauch ist voll
das Blatt ist leer
doch lebe ich
was will ich mehr

Du kleines Kind
gar jungfräuliches Herz
sieh her, du kannst
Sehnsucht nicht mal schreiben
so hör auf zu leiden
und sei dir gewiss
dass alles was du weißt
am Ende anders ist

© Amy Herzog

Weg

Wer den einen Weg geht
nimmt bei der Hand
die Melancholie
weil der andere Weg
verwehrt bleibt
die Phantasie
treibt an

© Amy Herzog

Warten

ich möchte nicht träumen
ich will leben!
also bleibe ich wach
und warte 

auf dich
mich

auf nichts 

© Amy Herzog

Ewigkeit und Gold

nass, nass!
gold’ner Regen
fließt mit Kuss und Salz
schimmern, schweben, legend
tief wie abertausend Flüsse
fest um meinen Hals..

im Rausch
hast du die Luft geraubt
so steigt und steigt dein Meer
Pirat! sag ich, komm her
stehle was ich hab
und mehr!

© Amy Herzog

Tiefe Küsse…

Leise Musik
die uns fallen lässt
– sanft im Tanz
der tiefen roten
Leidenschaft

Drehen wir uns
– hin und her
Gefühle pulsieren
durch unseren Raum
Kreuz und quer.

Körper umwickelt
in goldenen Locken
– streicheln uns
in weiche Wolken
weiße Flocken

Wortlos vertieft
in unserer Welt
alles andere schwarz
– allein, nur wir
im Mondschein
erhellt

Küsse
die uns eng
verschweißen
unwichtig die Luft
das Leben – alles
nichts kann uns
aus unserer Welt
herausreißen
– jetzt

© Amy Herzog

Dein inneres Kind

Im Zweifel meiner Neugier
bist du ein Schatten
auf der Suche nach dem Licht
das dich besser sieht
als du dich selbst

So flieht dein Leib
das innere Kind
weil große, starke Männer
nun mal nicht so sind

Und bleibt dir nur ein Wort
keine Schulter, kein Schoß, kein Weib
nein, dein Leib bleibt Schatten
und Sehnsucht, die bis an’s zähe Ende
an deiner wunden Seele reibt

© Amy Herzog

Zensiert

komm zu mir
wenn du wieder besoffen bist
dann machen wir das
was du dich sonst nicht traust
der Rest ist zensiert
und das danach passiert
in Rauch

© Amy Herzog

Seelenleserin

Letzte Nacht gesucht
aber irgendwann getrennt
nur in meinem Kopf
lese ich noch in deiner Seele
(du wüsstest was ich meine)

Dein Feuer brennt
noch immer in den Venen
lese Freude, Frucht und Mond
treibe weiter, Freund
im Nächsten Seelenleben
wirst du mir fehlen

© Amy Herzog

Dreiundzwanzig Tage Regenbogengarten

Regenbogenbilder regnen mir ins Haus
und zieh’n mit Freud die Freude aus
wo weiße Strände ungeküsst
die Küste mit den Krallen kratzen
lebe ich mit schmerzverzerrten Fratzen
laufe doch auf weichen Tatzen
der stummen Akzeptanz

Wolken legen lauter nieder
als der Tod ans Häuschen klopft
tropft mein Hirn mit jedem seiner Lieder
immer stärker stürmend wieder
bis mein Herze an den Trümmern
mit dem Wind am Abgrund steht

Weht der Wind noch frage ich
und erreicht der Schmerz auch dich
frage ich wo ist die langgezog’ne Zeit
doch längst ist sie mir nicht mehr weit
und doch kann ich mein Blut nur lecken
nicht aus diesem Traum erwecken

Zieh an meinen kalten Kippen
denk‘ im Rauch an bittersüße Lippen
dacht es würd ein Ende auf mich warten
doch schlaf ich fest in meinem
Regenbogengarten…

© Amy Herzog

Dein Ende

Wolke, sei mein Anfang
trage mich durch den Wind
lass dich atmen, tasten, schmecken
auf dir räkeln, in dir strecken

Mach mich frei

Oh, schließe deine Augen, Wolke
und ich öffne dir mein Heim
kannst mich atmen, tasten, schmecken
und ich verspreche dir
es wird dein süßes

Ende sein

© Amy Herzog

Anfang

Kopf ist voll
und kotzt sich aus
-seitenweise
unzusammenhängender Sinn
stehe im Anfang
und weiß nicht
wohin

© Amy Herzog

Einmal noch (immer)

Immer einmal noch
folge auf leisen Schritten
von Freude bis Gelitten
durch die Nacht

Amnesiegetränkte Worte
zeichnen deinen Schatten
im Vollmondlicht
Windig ist die Nacht
trägt Flüstern in Orte
denen ich glaubte
doch sie hielten mich nicht

Verloren an der Gabelung
dunkellinks, dunkelrechts
renne wieder zurück
und ende
(wieder)
im Nichts

© Amy Herzog

Geheimnislast

Geheimnisse
habe ich viele
und mein Kopf ist
Fluch und Segen

–RAUS, ICH WILL RAUS!

Nein, halt den Rand
(du schwere Last)
bevor dich jemand
in mir fand

Kopf bleib aus
trinke Wein, ein Glas
zwei, drei, vier
halt den Rand
und schlaf mit mir

Kopflicht aus
–(ICH BIN WACH!)
nein, bleib liegen
ich bin schwach

© Amy Herzog

Verlust

Nur ein Zettel
an der Außenseite meiner Tür
erinnert mich noch daran
was ich verlor

Kann meinen Schlaf
nicht halten
(wieder einmal nur zu viel)
so taste ich durch deine Venen
Bilder sinken, Worte hinken
als sei das alles nur
ein fades Spiel

Doch ich schweige
und im Innern wird es kühl
was ich einst verlor
es war zu viel

© Amy Herzog

Nachts

Nachts ist es ruhig,
denn alle Monster schlafen schon
nur ein leises knacken,
surren, rauschen,
flüstert hinter jedem Blatt…

Nachts ist es ruhig,
keine Augen an den Wänden
wann kommt der Schlaf?
der mich auch gestern
erst am Morgen traf…

Nachts ist es ruhig,
wie starren Sie mich an?
Ich schalte alle Lichter aus,
denn ich komm‘ aus meinem
Kopf nicht raus…

Nachts ist es ruhig,
friedlich will ich mich zeigen,
doch zwischen den Zweigen
flüstern die Monster
und wollen mir die Ruhe zeigen…

© Amy Herzog

Wortgetränk

An diesem Abend
ist es nicht mein Lächeln
ich trinke nur dein Wort
von deinen Lippen
jedes Wort

Dein Wort
in meinem Schlund
vertrocknet deine Lippen
ich trinke, ich ertrinke
mehr und mehr von dir – von uns
du trinkst mich wund

Mein Geist ist still
-obgleich ich sprechen will
taumle ich zum Bahnhof
sturzbetrunken

Und werfe keinen Blick zurück

© Amy Herzog

Die Wahrheit

Ich schreibe immer gleich:
zu erst ein Werk in meinen Worten
eine Wahrheit, klar und rein
dann setze ich dem einen Schleier auf
damit niemand genau versteht was ich meine
und trotzdem hoffen kann
dass du es weißt

© Amy Herzog

Der unscheinbare Diamant

Du erinnerst dich nicht an den Winter
gewiss nicht (oder doch?)
an den unscheinbaren Diamanten
der vom Himmel fiel

und getauschte Worte waren nichts
reflektionslos

Aber zutiefst inspirierend
warst du, riesig, allgegenwärtig
beinahe einschüchternd
strahlend

nein…

Du erinnerst dich nicht an den Winter
der unter allen anderen versinkt

Doch noch immer hängt der Winter
hängt an deinen Worten, deinem Geist
dem Gestern, dem einen Gestern von vor Jahren
im Gestein unter deinen Füßen

Irgendwann wird es wieder schneien
diesen unscheinbaren Diamanten
mutig zeigt er sich dir
und hofft auf deinen kühlen Blick

© Amy Herzog

Verlust…

Wohin?

Treibt mich jeder Tag
durch seine eigene kleine Zeit,
über jeden Weg, ob steinig, ob weit.
Doch nichts. Nichts war je weit genug
auf meiner schier endlosen Strecke
des Wartens. Das Leben, der Sinn,
wie ich den Boden lecke, doch
wo nur, wo treibt’s mich hin?

© Amy Herzog

Flughafenszene…

Wie sehnsuchtsvoll dein Blick

zurück in Menschenmassen

doch keiner hört und keiner sieht

wenn du nur in die Leere fällst

Und hin und her und hin und her

als würdest du ein Kindlein suchen

bringt dir selbst dein Innerst fluchen

deine liebe nicht dort hin

© Amy Herzog

Schlussendlich..

Ewigkeiten sind vergangen,

Nebelschwaden ziehen vorbei,

und die Seele liegt in Ketten,

wann nur bin ich endlich frei?

Ist die Kehle fast vertrocknet,

und ich sah ein Leben zieh‘n,

welches ich nie leben würde,

also begann ich zu flieh‘n.

Auf der Suche nach der Sonne,

war ich fast schon endlich da?

doch das Leben rannte hinten,

und schlussendlich ist es nah.

(C) Amy Herzog

Wenn fremde etwas besser wissen..?

Und ich vermisse dieses Leben,
welches Fremde mir einst nahm,
hämisch lachend über Herzen,
die fortan gebrochen warn.

Was mir bleibt ist eine Lehre,
und ein Weg entlang dem Fluss,
weg vom Bösen nur zur Liebe,
weil mein Herz dort leben muss.

Ohne Takt kann es nicht singen,
übertönt die Fremden nicht,
doch lachen sie nur ewig einsam,
und ich wandere zum Licht.

© Amy Herzog

Morgen..

ich bestehe aus Erinnerungen
doch damit kann ich nicht bestehen
kann mit ihnen nicht weiter gehen
wohin mich auch die Sehnsucht trägt

wie sie in meinem Körper sitzen
nur mein Herz will morgen schlagen
kann ich wohl über gestern klagen
doch nach morgen bringt’s mich nicht

gleich schon wird es dunkel werden
und mein Herz spricht allzu laut
es malt ein Bild woraus sich baut
mein Leben will ich hier und jetzt

 

© Amy Herzog

Leises Sehnen…

Oh, spürst du nicht mein Sehnen
mein Liebster, und mein leises Flehen
verborgen hinter tausend Sternen
so hoch oben zwischen Wolken
wie könnt ich dich nicht begehren
Liebster, spürst du nicht mein Sehnen

Strahlt ein Lied, ein Licht in Tränen
spiegelt mich in allen Pfützen
sag bloß, kannst du Bilder sehen
durch dein Haar die Stürme wehen
kann dich wärmend sanft beschützen
Spürst du nur mein leises Sehnen

 

 

© Amy Herzog

fehlen.

man könnt‘ fast sagen
es fehlt mir
doch dann bin ich erstarrt
mit jedem wort und jeder luft
in mir nur stumm
verharrt

so fehlt es mir dann
keiner zeigt
das wort nur weiter
heiter schweigt

verdreht die welt in meinem kopf
verbinde ich den tränenzopf

ganz stramm im winkel
zu dem munde
deckt sodann die seelenwunde
stets mein lächeln ab

 

© Amy Herzog

Preis…

Wie mich die Sehnsucht
in deine Arme treibt
und ich doch schweigend
stehen bleib
so wünscht ich nur
und Träume still
wie ich doch nicht
mehr weinen will
nur warte ich
erfriere leis‘
und zahl‘ mit
Einsamkeit den Preis

 

 

© Amy Herzog

Maske…

Wie kann eine Maske lächeln,
wenn sie aus dem Schmerz erbaut,
wo die Schreie brennend flehen,
doch das Lächeln lacht zu laut.

Wie kann eine Maske lächeln,
schweigend wie ein Grab bei Nacht,
funktionieren wie ein Uhrwerk,
gar zerbrechend noch gelacht.

Wie kann eine Maske lächeln,
wenn das Herz doch einsam weint,
wenn der Sinn in allen Stunden,
nur noch lacht, damit es scheint.

 

© Amy Herzog

Kalter Kuss..

Wie der Schnee auf meinen Poren,
so der Rauch um Hirn und Kuss,
auch das Herz in meinem Magen,
der noch schwer verdauen muss.

Wie das Eis in meinen Welten,
blau zersplittert schläft das Glas,
nur der ferne Sturm lässt hören,
wie mein Geist erstickt im Gas.

Wie die Wärme in den Bergen,
doch mein Schritt versinkt im Blei,
muss ich stumm im Hier verharren,
doch der Regen tönt den Schrei.

© Amy Herzog

Leblos..

Farbenlos versinkt die Welt,
und ringt um kein Gefühl,
die Seele ward herausgerissen,
das Herz ist alt und kühl.

Taub und stumm erstarrt das Herz,
der Feind ist nicht die Zeit,
doch als das Blatt vom Baume fiel,
versank die Welt im Leid.

Leblos schweigt der Regen noch,
die Wolken tragen schwer,
und meine Welt ertrinkt im Schnee,
die Seele stirbt noch mehr.

© Amy Herzog

Meine Liebe..

So weit du mir entfernt bist…
Wächst mein Herz in die Ewigkeit
An jedem Tag und in jeder Nacht
Damit dich in allen Träumen
Und in den Tränen der Zeit
Meine aufrichtige Liebe
Wärmt und bewacht

© Amy Herzog

Ankommen?

Ich dachte einst vor langer Zeit,
dass ich schon angekommen wär,
doch jagt mich hier die Traurigkeit,
umhüllt von Sehnsucht immer mehr.

Der Weg, ist er denn endlos lang,
so sag, wohin wird er mich führen?
Zuweilen wird mein schwerer Gang,
in Sackgassen das grau berühren.

Ich dachte einst vor langer Zeit,
dass ich längst angekommen wär,
und wird der Weg auch endlos weit,
die Hauptsache, er bleibt nicht leer.

© Amy Herzog

Meine Asche…

Wie Regenbogenfarben in den Augen brennen,
so rennen sie doch schnell an mir vorbei,
ungesehen, in meinem schwarzen Kämmerlein,
wünsch ich mir nicht mal mehr den Trost herbei.

Nur die Träume senden meine Asche noch dem Himmel,
und treiben meine Tränen durch die Nacht,
vermissen sie im Sonnenschein wohl noch das Gold,
erliegen letztlich lieber dieser größten Macht.

Und wenn die letzte Farbe schon verschluckt ist,
was nützt mir dann noch dieses letzte Wort,
ich bleibe schweigend sitzen, während du nie warst,
und sehne mich so kraftlos nach dem warmen Hort.

© Amy Herzog

Ich sehe noch heute…

Ich sehe noch heute –
im Augenwinkel mein Haar,
wie es wehte im Winterwind,
und warm kamst du mir nah…

Ich sehe noch heute –
im Schnee Hand in Hand,
und mit nur einer Berührung,
verschloss das Liebesband…

Ich sehe noch heute –
deinen schüchternen Blick,
als du im Frühling fragtest,
begleitest du mich ins Glück?

© Amy Herzog

Wolkenschlaf..

Wenn ich in den Wolken schlafe,
zeichne ich die Zukunft auf,
und am Abend in den Sternen,
blicke nur, mein Schatz, hinauf.

Tausend Sterne formen Bilder,
wie sie unser Leben zeigt,
die zwei Herzen in der Mitte,
mit dem Traum zum Himmel steigt.

Unser Traum, er bleibt unendlich,
wie die Liebe uns einst traf,
und am Abend in den Sternen,
wiegen wir uns in den Schlaf.

© Amy Herzog

Farblos.

Wenn ich schlafen könnte,
wo ich doch nicht mehr atme,
dann würde ich jetzt schlafen.

Doch ich suche nach Farben,
während ich Schokolade fresse.
Sie schmeckt nur nach Asche.

Und reibt sich um mein Herz.
Pumpt durch mein kaltes Blut,
bis in meine tränenden Augen.

Alles was ich finde bleibt grau.
Doch kann ich nicht schlafen,
und lebe in der farblosen Kälte.

© Amy Herzog

Hoffen auf ein Wunder…

Und ich warte auf ein Wunder,
wo der Kampf sich ein mal lohnt,
auf ein Leben nach den Stürmen,
wie das Licht im Herzen wohnt.

Und ich warte auf ein Wunder,
an der Hand so fest mein Glück,
wo die Blicke Richtung Zukunft,
nicht mehr blicken nur zurück.

Und ich Blicke auf ein Wunder,
nah dem Meer und doch zu fern,
doch ich hoffe auf das Wunder,
tränenlos mit Blick zum Stern.

© Amy Herzog

In der Wüste…

Einsam ging ich durch die Wüste,
schrieb im Sand „ich liebe dich“,
hoffnungslos verging die Nacht,
doch unerwartet fand ich mich.

Einsam ging ich durch die Wüste,
und fand darin dein blaues Meer,
traf dein Blitz in meinem Herzen,
Liebe – doch sie trägt sich schwer.

Einsam ging in durch die Wüste,
wenn das Schweigen mich geleit,
genügt ein Blick in deine Sterne,
wo Zweisamkeit mein Herz befreit.

© Amy Herzog

Am Felsen im Meer..

Als die Sonne den Sand küsste,
glaubte ich zu träumen.
Mein Blick vom Meere zur Küste,
konnte nichts versäumen.

Wie ich am starken Felsen lehnte,
sog mich der deine Kuss.
Wonach mein ganzes Leben sehnte,
dem ich nun folgen muss.

Sanft lag ich auf deinem Grunde,
gar leer und dunkel-kalt.
Doch küsste ich die Herzenswunde,
und gab dem Felsen Halt.

Als der Mond das Wasser küsste,
tauchten wir dann auf.
Unser Kuss doch brannte Lüste,
und nahmen ihren Lauf.

Doch der Mond wollt schlafen geh’n,
so trieben wir dahin.
Mein Traum, er würd im Wind verweh’n,
doch gab er uns den Sinn.

Und als die Lichter wieder küssten,
wir würden weiter Träumen.
So wie wir von der Zukunft wüssten,
am Strand gab’s kein versäumen.

© Amy Herzog

Liebe..

Ich liebe dich, mit allen Seiten,
das Wort, das in der Seele steht,
ich bleib bei dir für alle Zeiten,
wo dieser Wind niemals verweht.

Ich liebe dich, kaum zu beschreiben,
in Ecken, Kanten mich verrannt,
doch Hand in Hand möchte ich bleiben,
dein Blick letztendlich so charmant.

Ich liebe dich, dein ganzes Wesen,
mal lustig, zickig, wie ein Kind,
doch bis zum Ende will ich lesen,
wenn wir im Glück zusammen sind.

Ich liebe dich, so wenn ich lache,
das größte Glück, das du mir gibst,
selbst wenn das Herze ist das schwache,
so zeigst du stets, dass du mich liebst.

Ich liebe dich, Fels in der Brandung,
mein Leuchtturm in der Dunkelheit,
in deinem Arm für mich die Landung,
so sanft und warm in Ewigkeit.

© Amy Herzog

Was will das Herz?

Ich lese deine schwarzen Worte,
und frage mich nur noch „warum“,
so unnötig sind all die Wunden,
doch bleibe ich nur weiter stumm.

Ich sehe noch in meinem Herzen,
wie sich das Glück mit uns verband,
die Reise ohne diese Schmerzen,
sie war gemeinsam Hand in Hand.

Ich sehne nur nach diesen Zeiten,
und frage mich noch einmal still,
warum kein Glück, nur Seelenwunden,
was ist es, was das Herz denn will?

© Amy Herzog

Starke Worte..

Niemals wieder Schmerz empfinden,
hast du aus starkem Wort erbaut,
so einfach Glück und Liebe binden,
hab ich auf deinen Blick vertraut.

Aus deinen Augen sprach die Seele,
und ich ein jedes Wort verstand,
so einfach wie das Schicksal wähle,
doch einfacher in Angst verschwand.

Dein Herzschlag ward zur Traurigkeit,
und ich stand ratlos, still zur Wand,
die Sehnsucht nach Unendlichkeit,
mein Herzschlag bleibt in deiner Hand.

Und lausche ich nun meinen Schmerzen,
die Wahrheit doch erkennend noch,
so denk ich fest an’s Glück der Herzen,
bis zum Sturz ins Schwarze Loch.

© Amy Herzog